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PLATOS) AUSGEWÄHLTE DIALOGE.

ERKLÄRT VON

C. SCHMELZER,

GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN.

VIERTER BAND.

APOLOGIE. KRITVO.

BERLIN WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 1883.

VORWORT.

Ich wulste, dals ich bei meiner Erklärung des Plato scharfen Angriffen ausgesetzt sein würde; wer von der breiten Heerstrafse abzuweichen wagt, muls auf Tadel immer gefalst sein. Ich erwar- tete, dals man mir Irrtümer, Fehler nachweisen würde, konnte dem aber ruhig entgegensehen; denn ich war mir bewulst, mit Fleifs gearbeitet zu haben, und ein fleifsiger Arbeiter wird für jede Zurechtweisung dankbar sein, auch wenn ihm das Bekennt- nis, geirrt zu haben, nicht angenehm ist. Ich habe aber nicht geahnt, dals man mir mit so wenig logischer Schärfe entgegen- treten würde, wie es der Recensent meiner Ausgabe des Sym- posion im litterarischen Centralblatt gethan hat.

Was soll es heilsen, wenn der Recensent an meine Worte, ich wolle bei der Erklärung des Plato die Pfade der Gelehrsam- keit, philologischer zumal und auch philosophischer, meiden, anknüpfend sagt: „Wer das erste Mal das Symposion liest, wird auf viele Stellen stolsen, deren Verständnis ihm nur philolo- gische und philosophische Gelehrsamkeit erschliefst?“ Der Re- censent führt ja doch selbst an, dafs ich als Gegensatz der ge- lehrt-philologischen und der gelehrt-philosophischen Erklärung die populär-ästhetische hinstelle. Eine ästhetische Erklärung des Plato ohne philologische oder philosophische Klarstellung giebt es selbstverständlich nicht, und ich will dankbar sein, wenn man mir nachweist, dafs ich Stellen, welche eine philologische oder eine philosophische Erklärung erheischen, in meinem Kom- mentar zu erklären unterlassen habe. Freilich habe ich so wenig zum Kommentar Lexikon und Grammatik ausschreiben zu müs- sen geglaubt, wie ich aus früheren Kommentatoren allen Ballast gesammelt habe; freilich habe ich keine Anmerkungen gegeben aus der philologischen Sammelbüchse des Recensenten, Anmer- kungen zu einzelnen Worten, welche man, so oft das Wort wie- derkehrt, zu jedem Schriftsteller wiederholen kann.

Der Recensent fügt dann an meine Worte, dafs ich durch meine Erklärung propädeutisch für ein tieferes Studium der Platonischen Philosophie wirken möchte, die Frage: „Aber wer wird zu diesem Zwecke den Phädrus und das Symposion wäh- len ?* Hat er wirklich nicht begriffen, dafs ich meine Ansicht da- hin geäufsert habe, ein jeder Dialog Platos müsse, wenn man zu einem tieferen Studium des Philosophen reizen wolle, zu-

nächst populär-ästhetisch erklärt werden? Glaubt der Recensent, 1*

4 | VORWORT.

ich sei der Ansicht, wer Plato verstehen lernen wolle, müsse zuerst den Phädrus und dann das Symposion lesen? Dann ist das eine gewils geistreiche Annahme, an welcher ich aber schuldlos bin.

Die nächste Bemerkung lautet: „Ob überdies bei Werken, wie die genannten, die schwerlich jemand populär nennen kann, eine populär-ästhetische Erklärung angebracht sei, unterliegt sehr erheblichen Zweifeln.“ Ich fürchte, hinter diesen Worten birgt sich der schöne Gedanke: nur populäre Werke dürfen po- pulär -ästhetisch erklärt werden und bitte den Recensenten um Verzeihung, wenn ich ihn falsch verstanden habe.

Mit der folgenden Bemerkung: „Wer sich der neuen Aus- gabe bedient, kann gewisse, vielleicht selbst erhebende Ahnungen und Eindrücke vom Symposion empfangen, eine klare Einsicht in dasselbe wird er nicht gewinnen“, kann ich zufrieden sein, wenn auch aus den letzten "Worten hervorzugehen scheint, dafs Rec. an einen bekannten Satz Herbarts dabei nicht gedacht hat.

Für das Citat: οἰόμενος μὲν εἰδέναι τε, εἰδιὼδ δὲ ὀλίγα οὐδέν danke ich verbindlichst.

Weiterhin sagt dann die Recension: -„Man kann den Kom- mentar selbst geistreich finden.“ Ich bedaure lebhaft, dafs Re- censent diesen Satz nicht etwas ausgeführt hat; ich hätte so gern erfahren, was Leute wie er für geistreich halten.

Unter den „vielfach nicht unerheblichen Bedenken, die sich geltend machen lielsen“ führt Recensent eines an, das sich für jeden, der meinen Kommentar zu lesen versteht, von selbst er- ledigt. Zum Schlufs heifst es: „Auch philologische Akribie ver- mifst man vielfach. So ist aus dem διοεχεσμός Mantineas eine διοίχησις geworden“. Ich frage: „in wessen.Kopfe?* Yioi- xnoıg ist von mir in einer Bedeutung gebraucht worden, welche die Lexika, weil sie keine Beispiele dafür anführen können, nicht angeben, die aber deswegen so gewils richtig. ist, wie δεθεκῶῖν „abgesondert, vereinzelt wohnen“ heifst. Das scheint die philo- logische Akribie des Recensenten übersehen zu haben.

Dem Inhalte der Kritik entspricht die Art der Unterschrift: M. W.hlr.b. So versteckt sich ein Kind hinter einer Glasscheibe.

Will nun der Recensent noch einmal mit mir einen kri- tischen Gang machen, so bin ich gern erbötig mich ihm zu stel- len, mufs aber dringend bitten, dafs er mich dann nicht wieder mit einem Faschingsscherz angreife. Für solche Spälse werde ich nichts mehr übrig haben als ein Lächeln.

Hamm im März 1883.

C. Schmelzer.

AUHOAOTIA Z2KPATOY2.

"πᾷ 53 , > we , 1. τι μὲν ὑμεῖς, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, 7τεττόν--

ϑατε ὑπὸ τῶν ἐμῶν χατηγόρων, οὐχ οἶδα"

Kap. 1. Sokrates verteidigt sich vor einem Gerichtshofe von 500 Ge- schworenen, einer Abteilung der jährlich in Athen durchs Los be- stimmten 6000 geschworenen Rich- ter. Der Vorsitzende des Gerichts- hofes war der ἄρχων βασιλεὺς; denn ‚es handelte sich um eine γραφῆ͵ ἀσεβείας. Die Anklage Jau- tete: Αδικεῖ Doxgarns, οὺς μὲν πόλις νομίζει “ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἕτερα δὲ χαινὰ δαιμόνια εἰσηγού- μενος" ἀδικεῖ δὲ χαὶ τοὺς γέους διαφϑείρων" τίμημα ϑάνατος.

Die Ankläger hiefsen Meletos, Anytos und Lykon. Von ersterem läfst Plato den Sokrates im Euthy- phron sagen: Οὐδ᾽ αὐτὸς πάνυ τι

γιγνώσχω τὸν ἀνδρα᾿ “νέος γάρ.

τίς μοι φαίνεται ὀνομάζουσι μέντοι αὐτόν, ὡς ἐγῷμαι. Μέλητον. ἔστι δὲ τῶν δήμων Πιτϑεύς. εἴ τινὰ νῷ ἔχεις Πιτϑέα Μέλητον, οἷον τετανό- τριχαὰ καὶ οὐ navv εὐγένειον, ἐπί- γρυπον δέ. Anytos war unter den Dreifsig geflüchtet und kehrte mit Thrasybul zurück ; er soll unter den drei Klägern der einflufsreichste ge- wesen sein. Dafs auch Lykon ein πολιτευόμενος gewesen sei, deutet Sokrates selbst an Kap. 10: Me- Amtos μοι ἐπέϑετο ὑπὲρ τῶν ποιητῶν. ἀχϑόμενος, ᾿ἄνυτος δὲ ὑπὲρ τῶν δημιουργῶν zul τῶν πολιτικῶν, Avzov δὲ ὑπὲρ τῶν ῥητόρων. ΟΡ übrigens Meletos selbst Dichter oder der Sohn eines

καὶ ἀγνώς"

"kaum anzunehmen;

ἐγὰ δ᾽ οὖν

Dichters gewesen sei, steht nicht fest.

Wie weit die Rede der von So- krates wirklich gehaltenen ent- spricht, wird sich schwerlich dar- legen lassen. Dafs sie, wie Schleier- macher und Stallbaum annehmen, eine möglichst genaue Wiedergabe der Rede des Sokrates sei, ist wohl Plato hat ge- wils bei Abfassung der Apologie nicht blofs ein historisches Akten- stück für die Nachwelt retten wol- len. Dafs sie allzusehr von dem Gedankengange der von Sokrates gesprochenen abweiche, ist auch nicht denkbar: die Pietät gegen seinen Lehrer dürfte dem Plato solche Abweichungen verboten ha- ben. Ich möchte Steinhart beistim- men, wenn er sagt, Plato habe die wirklich gehaltene Rede nach Art des :Thucydides mit dichterischer Freiheit umgebildet.

Von den Geschworenen stehen dem Sokrates so entgegen, dafs sie gar nicht oder doch nur durch einen glücklichen Zufall, durch eine glück- liche Stimmung, gewonnen werden konnten, einmal natürlich die per- sönlichen Anhänger der Ankläger, ihre persönlichen Freunde oder die Mitglieder ihrer Hetärie, sodann die beschränkten Köpfe, die eine Er- scheinung wie die des Sokrates nicht fassen konnten, endlich alle diejenigen, welche den Groll über das Schicksal ihrer Vaterstadt in

8 h ΠΛΆΤΩΝΟΣ

\ ἜΝ EL m DW, > ν κα ͵ ἌΓΕΙ, χαὶ αὐτὸς in’ αὐτῶν ὀλίγου ἐμαυτοῦ ἐττελαϑόμην" οὕτω χειϑανῶς ἔλεγον. χαί τοι ἄληϑές γε, ὡς ἔπος εἰπεῖν, οὐδὲν εἰρήχασι. μάλιστα δὲ αὐτῶν ἕν ἐθαύμασα τῶν σιολλῶν ὧν ἐψεύσαντο, τοῦτο ἐν ἔλεγον ὡς χρῆν ὑμᾶς

2 Ps \ ς > > - Φ ς --- ᾿»᾿ εὐλαβεῖσϑαι, un vr ἐμοῦ ξξαττατηϑῆτε, ὡς δεινοῦ ὃν- τος λέγειν. τὸ γὰρ μὴ αἰσχυνϑῆναι, ὅτι αὐτίχα ὑτε᾽ ἐμοῦ ἐξελεγχϑήσονται ἔργῳ, ἐπειδὰν μηδ᾽ ὁπωστιοῦν φαίνω- μαι δεινὸς λέγειν, τοῦτό μοι ἔδοξεν αὐτῶν ἀναισχυντό- τατον εἶναι, εἰ μὴ ἄρα δεινὸν χαλοῦσιν οὗτοι λέγειν τὸν τἀληϑῆ λέγοντα" εἰ μὲν γὰρ τοῦτο λέγουσιν, ὁμολογοίην

4 5 ΄ T 5 ἂν ἔγωγε οὐ κατὰ τούτους εἶναι δήτωρ. οὗτοι μὲν οὖν,

) EN , γ, BURN > \ IR; et lee ὥστεερ ἐγὼ λέγω, τι οὐδὲν ἀληϑὲς εἰρήκασιν" ὑμεῖς

ungerechter, aber leicht erklärbarer Weise auf ein- zelne Persönlichkeiten zu übertra- gen, das Unglück des Vaterlandes an einzelnen Personen zu rächen geneigt waren. Wir dürfen uns durch den objektiven Wert der herr- lichen Darlegung nicht täuschen lassen über die Bedeutung, welche sie den athenischen Geschworenen des Jahres 399 a. Chr. gegenüber hatte. Auch der banausisch oder nur pessimistisch empfindende Mensch unserer Zeit hat kein Verständnis

für eine ideale Auffassung‘ der .

Lebensaufgabe.

Die ersten Worte der Verteidi-

gung verraten den tiefen Eindruck, welchen die Reden der Ankläger gemacht hatten. Sokrates sieht, wie viele, von der Anklage hinge- rissen, gewonnen sind und sagt nun mit ironischer Bitterkeit: „Wie es euch ergeht mit meinen Anklä- gern, kann ich nicht wissen: ich habe mich fast selbst bei ihren Re- den vergessen: mit so überzeugen- der Wärme suchten sie zu spre- chen“ (ἔλεγον). Die Ironie liegt in der vox media πάσχειν und in dem ἐμαυτοῦ ἐπελαϑόμην. Das 1. Ka- pitel bietet sodann dreierlei: ein- mal ein summarisches Urteil über die den Sokrates anklagenden Per-

psychologisch ᾿

σαντο:

sönlichkeiten; sodann. eine Erklä- rung der Eigenart des Angeklagten und endlich einen Appell an die Geschworenen. Das Urteil über die Ankläger wird mit schneidender Härte eingeleitet: auf ein schein- bares Zugeständnis -- οὕτω πιϑα- vos ἔλεγον -- folgt in knappen Worten, denen das ὡς ἔπος εἰπεῖν wie ein bedauerndes Wort einge- fügt ist, das niederschmetternde Verdikt: ἀληϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν. Diese verblüffende Wendung muls den Erfolg haben, dem Redner die Aufmerksamkeit der Geschworenen zu gewinnen. Mit einer ähnlichen Wendung leitet er das Urteil ein: das scheinbar lobende ἐθαύμασα läuft überraschend aus in das &wev- „ich bewunderte“ und „sie logen“. Das Urteil gipfelt in. dem μὴ αἰσχυνϑῆναι und dem avaı-

᾿σχυντότατον und die Verachtung

des Sokrates giebt sich darin zu erkennen, dafs er den Namen kei- nes der Ankläger in den Mund nimmt, sondern sie nur mit οὗτοι bezeichnet: καλοῦσιν οὗτοι τὸν τἀληϑῆ λέγοντα, οὐ κατὰ τού- τους, οὗτοι “μὲν οὖν, ὠσπερ οἵ τούτων. Die Verachtung seiner Feinde begründet, rechtfertigt er mit dem verächtlichen Inhalt ihrer Reden, der Unwahrheit derselben,

,

AHOAOTIA ZQKPATOTYE. 9

δ᾽ ἐμοῦ ἀχούσεσϑε πᾶσαν τὴν ἀλήϑειαν. οὐ μέντοι μὰ NM, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, κεχαλλιεπημένους γε λόγους, ὥσττερ οἵ τούτων, ῥήμασί τε χαὶ ὀνόμασιν, οὐδὲ κεχο- σμημένους, ἀλλ᾽ ἀχούσεσϑε εἰχῇ λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦ- σιν ὀνόμασι" πιστεύω γὰρ δίχαια εἶναι λέγω, χαὶ μη- δεὶς ὑμῶν προσδοχησάτω ἄλλως" οὐδὲ γὰρ ἂν δήπου χερέποι, ἄνδρες, τῇδε τῇ ἡλικίᾳ ὥσττερ μειρακίῳ πλάτ- τοντι λόγους εἰς ὑμᾶς εἰσιέναι. καὶ μέντοι χαὶ πάνυ, ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, τοῦτο ὑμῶν δέομαι χαὶ παρίεμαι" ἐὰν διὰ τῶν αὐτῶν λόγων ἀχούητέ μου ἀπολογουμένου, δι᾽ ὧνπερ εἴωϑα λέγειν χαὶ ἐν ἀγορᾷ ἐπὶ τῶν τραπεζῶν, ἵνα ὑμῶν πολλοὶ ἀχηχόασι, χαὶ ἄλλοϑι, μήτε ϑαυμάζειν μήτε ϑορυβεῖν τούτου ἕνεχα. ἔχει γὰρ οὑτωσί. νῦν ἐγὼ πρῶτον Ertl δικαστήριον ἀναβέβηχα, ἔτη γεγονὼς πλείω ἑβδομήκοντα" ἀτεχνῶς οὖν ξένως ἔχω τῆς ἐνϑάδε λέξεως. ὥστεερ οὖν ἄν, εἰ τῷ ὄντι ξένος ἐτύγχανον ὦν, ξυνεγιγνώ- σχετεὲ δήπου ἂν μοι, εἶ ἐν Exeivn τῇ φωνῇ τε χαὶ τῷ τρόπῳ ἔλεγον, ἐν oloreg ἐτεϑράμμην, χαὶ δὴ καὶ νῦν τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, ὥς γ᾽ ἐμοὶ δοχῶ, τὸν μὲν τρόπον τῆς λέξεως ἐᾶν" ἴσως μὲν γὰρ χείρων, ἴσως δὲ βελτίων ἂν εἴη" αὐτὸ δὲ τοῦτο σχοπιεῖν χαὶ τούτῳ τὸν γοῦν προσέχειν, εἰ δίχαια λέγω μή" δικαστοῦ μὲν γὰρ αὕτη ἀρετή, δήτορος δὲ τἀληϑῆ λέγειν.

und mit der verächtlichen Form derselben: κεκαλλιεπημένους λό- yovs ῥήμασί τε καὶ ὀνόμασιν, welcher er, zur Entschuldigung sei- ner Eigenart übergehend, die ein λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦσιν ὀνό- μᾶσι entgegenhält, das was für sein Alter ein πρέπον sei gegen- über der jugendlichen Spielerei, der Künstelei jener (ὥσπερ μειρακίῳ πλάττοντι λόγους). Seine Eigen- art ist aber nicht allein ein πρέ- πον, sondern sie ist für ihn be- rechtigt, wie die Ausdrucksweise eines Fremden, der Dialekt eines Ausländers (τρόπος und φωνή); denn er ist in der That ein ξένος

vor dem Gerichte, da er mehr als 70 Jahre alt zum erstenmale vor ihm erscheint, Worte, die wieder auf seine jugendlichen Ankläger ge- münzt, packen mufsten. Von den Richtern erbittet er zuerst das un ϑορυβεῖν., die immer wieder- kehrende Forderung auch des De- mosthenes, die dem Thucydides noch nicht geläufig ist, und ver- langt dann, von ihnen als ein Recht, τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, ihm seine Sprechweise zu gestatten und nur im Auge zu haben, εἰ di- χαιὰ λέγω un. Die kraftvolle, männlich stolze Einleitung der Rede schliefst dann nach Art des Thu-

10 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

2. Πρῶτον μιὲν οὖν δίχαιός εἶμι ἀπολογήσασϑαι,

ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι,

πρὸς τὰ πρῶτά μου τϑνευδῆ χατη-

γορημένα χαὶ τοὺς πρώτους χατηγόρους, ἔπειτα δὲ πρὸς

eydides, dem auch hierin Demo- sthenes folgt, mit einer unanfecht- baren Sentenz: δικαστοῦ μὲν γὰρ αὕτη ἀρετή, ῥήτορος δὲ τἀληϑῆ λέγειν.

Die Schwäche des Proömiums liegt in dem Versuche, die War- nung der Ankläger vor der δεινό- της des Sokrates zurückzuweisen; denn das Proömium selbst zeigt den δεινότατος λέγειν. Freilich ist die Satzbildung ganz ungesucht und die Wortstellung ganz "einfach natür- lich. Form mit der einer Rede des De- mosthenes; dort findet man die- selbe einfache Natürlichkeit: Red- ner wie Thucydides und Demosthe- nes, und denen ist Plato ebenbürtig zur Seite zu stellen, lachen der Kunst der Schule. Die Einfachheit der Form macht den kunstvollen Angriff auf die ψυχαὶ der Zuhörer nur wirksamer. Die schulgemäfse Kunstform erweckt ein Gefallen an der Kunstleistung, ein Behagen; der gewaltige Redner wünscht das

nicht, er will vielmehr seine Zu-._- hörer leidenschaftlich erregen, fort-

reifsen mit sich und zu sich hin- über. Das Ziel, welches sich unser Proömium -gesteckt hat, ist, die Richter an ihre Pflicht zu erinnern. Der Redner geht nun so vor, dafs er zunächst mit dem ersten Satze den Eindruck, den die Anklage ge- macht hat, scheinbar anerkennt. Er wirkt sodann mit dem καίτοι ἀλη- ϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν überraschend, die beste Art, die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Beschämend wirkt er durch die Charakterisierung der Ankläger: wie konnte man sich von unverschämten Lügnern und ju- gendlichen Schwätzern so hinreifsen Jassen! Er weckt dann zunächst das Billigkeitsgefühl, wenn er hinweist

‚abweisbaren yap avım ἀρετή x. 7. £.

Man vergleiche aber diese

auf seine Jahre und das Recht eines ξένος vor Gericht fordert, und dann erst wendet er sich an das Pflicht- gefühl, seinen Appell an dasselbe schliefsend mit der Form eines un- Gebotes: διχαστοῦ

τι οὐδὲν λέγειν heilst „we- nig oder nichts vorbringen“. Der Deutsche drückt sich in der Um- gangssprache ebenso aus: „sie sagen was (etwas) und nichts“.

Kap. 2. Die Aufgabe des ersten Teiles der Verteidigung ist es, der Anklage die historische Grundlage zu entziehen. Der Redner thut dies mit drastischer Lebendigkeit, wenn er seinen ‚jetzigen Anklägern ge- genüber frühere Ankläger fingiert. Rein logisch ausgedrückt hätte der erste Satz der Verteidigung gelau- tet: Meine drei Ankläger stützen sich, natürlich ohne das zu ver- raten, zuerst auf die Meinung, wel- che die grofse Menge von mir hat. Sie rechnen weniger auf das Durch- schlagende, Überzeugende ihrer Gründe, als auf die Stimmung der Geschworenen, die in ihrer Mehr- heit gegen den Angeklagten einge- nommen sind. Von diesem dürren logischen Felde .spielt Sokrates

- durch die Personifikation der An-

klage, der ihm gemachten Vorwürfe

die Frage hinüber auf das lebens-

frischere psychologische Gebiet. Die. Anklage, abstrakt hingestellt, hätte _ nur mit logischen Gründen sich an die Denkkraft der Geschworenen wenden können; dadurch aber dafs statt der Anklage Ankläger gesetzt werden, läfst sich auch an das Herz des Richters appellieren. Durch die Personifizierung wird das unge- rechte Urteil als unbillige That em- pfunden. Es ist zur Empfindung geredet, wenn Sokrates diese 5 seine;

ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 11

τὰ ὕστερα χαὶ τοὺς ὑστέρους. ἐμοῦ γὰρ πολλοὶ xarr- γοροι γεγόνασι πρὸς ὑμᾶς χαὶ πάλαι ττολλὰ ἤδη ἔτη χαὶ οὐδὲν ἀληϑὲς λέγοντες, οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦμαι τοὺς ἀμφὶ ἄνυτον, καίττερ ὄντας καὶ τούτους δεινούς" ἀλλ᾽ ἐχεῖνοι δεινότεροι, ἄνδρες, οἱ ὑμῶν τοὺς ττολλοὺς ἐν παίδων παραλαμβάνοντες ἔπειϑόν τε χαὶ χατηγόρουν ἐμοῦ οὐδὲν ἀληϑές, ὡς ἔστι τις Σωχράτης, σοφὸς ἀνήρ, τά TE μετέωρα φροντιστὴς χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς ἅπαντα ἄνε- ζητηκὼς καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν. οὗτοι, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, οἱ ταύτην τὴν φήμην κατασχεδάσαν- τες, οἱ δεινοί εἰσί μου χατήγοροι" οἱ γὰρ ἀχούοντες ἡγοῦν- ται τοὺς ταῦτα ζητοῦντας οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν. ἔπειτά εἶσιν οὗτοι οἱ κατήγοροι πολλοὶ χαὶ πολὺν χρόνον ἤδη χατηγορηχότες, ἔτι δὲ χαὶ ἐν ταύτῃ τῇ ἡλιχίᾳ λέγοντες πρὸς ὑμᾶς, ἐν ἂν μάλιστα ἐπιστεύσατε, παῖδες ὄντες. ἔνιοι δ᾽ ὑμῶν χαὶ μειράκια, ἀτεχνῶς ἐρήμην χκατηγοροῦν-

Ankläger πολλοί nennt, wenn er sagt, dals sie lange Jahre schon gegen ihn agitieren, wenn er ihnen dem Anytos gegenüber die stärkere δεινότης zuspricht und dies damit begründet, dals er behauptet, sie hätten die grofse Menge gewonnen zu einer Zeit, wo die Menschen allen Einflüsterungen leicht zugäng- lich sind τοὺς πολλοὺς ἐκ παί- δων παραλαμβάνοντες ---: „nein, jene sind schlimmer, ihr Männer, welche die meisten von euch in euren Knabenjahren bei Seite nah- men (παραλαμβάνοντες) und da auf euch einzureden suchten und mich zu verklagen.“ Das ἐχ παί- dwv παραλαμβάνοντες darf man nicht vergessen, wenn man die For- mulierung der Anklage würdigen will. Sie beginnt, wie ein Ammen- märchen, und endet auch so: „Da lebt einer, Sokrates heilst er, ein weiser Mann, macht sich über den Himmel Sorge und sucht, was die Erde birgt, alles zu erforschen, und der schwächeren Sache kann er zum Siege verhelfen“. Die Naivität die-

ser Anklage liegt in der erzählen- den Form, welcher das „weil“ der ernsten Anklage fehlt, in den über- treibenden Worten φροντιστής und ἅπαντα und in der äufseren Gleich- stellung des Gedankens der letzten Worte τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν mit dem Gedanken der vor-

᾿ hergehenden Worte, in dem zei,

das den letzten Gedanken dem ihm nicht homogenen ersten anschlielst. Die Hinterlist dieser Anklageformel aber kennzeichnet sich eben durch das verschwiegene «dızsi. Einen überraschenden Eindruck macht nach dieser halb spalshaften, ironi- schen Klageformel der schnelle Übergang zum tiefen Ernst, wie er aus den Worten οἱ γὰρ ἀκούοντες οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν spricht. Sie enthalten den eigentlichen Kern der Klage der πρῶτοι κατήγοροι. Die Schwierigkeit, diesem Kern beizu- kommen, legt die zweite Hälfte des Kapitels dar. „Die Leute, die mich vor euch anklagten, hatten eine leichte Aufgabe; denn sie fanden keinen Gegner ἐρήμην sc. δίκην

12 [ ΠΛΆΤΩΝΟΣ

> 2 > [4 a \ 4 > ΄

τὲς ἀπολογουμένου οὐδενός. δὲ πάντων ἀλογώτατον, ὅτι οὐδὲ τὰ ὀνόματα οἷόν τε αὐτῶν εἰδέναι χαὶ εἰτπεεῖν,

\ , για, ὮΝ σελὴν εἴ τις κωμῳδιοτεοιὸς τυγχάνει ὦν" ὅσοι δὲ φϑόνῳ

x - , ς - , ς κ χαὶ διαβολῇ χρώμενοι ὑμᾶς ἀνέπειϑον, οἱ δὲ καὶ αὐτοὶ σεεπεεισμένοι ἄλλους πείϑοντες, οὗτοι ττάντες ἀπορώτατοί 2 2 \ N 3 4 7. > > x > - > εἰσιν" οὐδὲ γὰρ ἀναβιβάσασϑαι οἷόν τ᾿ ἐστὶν αὐτῶν ἐν-

ἘΝ NEL γκ, > DL > _

ταυϑοῖ οὐδ᾽ ἐλέγξαι οὐδένα, ἀλλ᾽ ἀνάγχη ἀτεχνῶς ὥσπερ σχιαμαχεῖν ἀπολογούμενόν τε χαὶ ἐλέγχειν μηδενὸς ἄπο- χρινομένου. ἀξιώσατε οὖν καὶ ὑμεῖς, ὥσπερ ἐγὼ λέγω, διττούς μου τοὺς κατηγόρους γεγονέναι, ἑτέρους μὲν τοὺς ἄρτι κατηγορήσαντας, ἑτέρους δὲ τοὺς πάλαι, οὺς ἐγὼ ’ὔ [4 » 1 - ΄ = > λέγω, xal οἰήϑητε δεῖν πρὸς ἐχείνους τιρῶτόν μὲ ἄστο- λογήσασϑαι᾽ χαὶ γὰρ ὑμεῖς ἐχείνων πρότερον ἠχούσατε κατηγορούντων, χαὶ πολὺ μᾶλλον τῶνδε τῶν ὕστερον. 5 = 2 , ,’ 5 »” E. Be εἶεν" ἀπολογητέον δή, ἄνδρες Admvaioı, καὶ ἐπιχειρη- τέον ὑμῶν ἐξελέσϑαι τὴν διαβολήν, ἣν ὑμεῖς ἐν σπτολλῷ χρόνῳ ἔσχετε, ταύτην ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ. βουλοίμην

χατήῆγο οὔντες 1. 6. ἀπολογουμέ- vov οὐδενός. In der Kinderstube und in der Schule impfte man euch den Hafs gegen Gottesleugner ein und identifizierte mich ungerechter Weise mit diesen. Ich soll mich jetzt verteidigen und stehe vor der

thörichten (ἀλογώτατον) Sachlage, - dafs ich nicht einmal den Namen ΄

eines Anklägers nennen kann, höch- stens einen Namen wie den des Aristophanes oder anderer Lust- spieldichter, die mit mir ihren Scherz getrieben haben“. Das ist gewils der Sinn der Worte πλὴν ‚El τίς χωμῳδιοποιὸς τυγχάνει ὦν. Es beweist das der Gegensatz zu dem κωμφῳδιοποιός: die Männer, ὅσοι φϑόνῳ. καὶ διαβολῇ χρώμενοι ὑμᾶς ᾿ἀνέπειϑον. Den Aristopha- nes wegen der Art, wie’er (gleich andern Lustspieldichtern seiner Zeit) den Sokrates in den „Wolken“ mit- nahm, zu tadeln ist philisterhaft. Dafs der Lustspieldichter und So- krates nicht blofs gute Freunde wa- ren, sondern manchen verwandten

‚klatschen lälfst.

Zug gehabt haben, beweist zur Ge- nüge Platos Symposion. Hier spricht Plato selbst den Dichter von jedem φϑόνος und jeder διαβολή frei und lehrt uns damit, dals es in Athen erlaubt war, in tollster Laune selbst den originellen Freund auf die Bühne zu bringen und öffentlich zum besten zu haben. Und der originelle Freund verstand das nicht falsch, wie die sehr tref- fende Anekdote zeigt, die den So-

-krates im Zuschauerraum sein köst-

liches Ebenbild auf der Bühne be- Wenn irgendein Athener, so würde gewils Plato an dieser Stelle den Dichter getadelt _ haben; statt dessen weist er ge- radezu jeden Vorwurf zurück. Sokrates schliefst die Darlegung von der Schwierigkeit seiner Auf- gabe sehr gut mit einer Wendung zum Ethischen, berechnet, wie mir scheint, vornehmlich auf diejenigen seiner Zuhörer, die sein Wesen ver- standen und eine Apologie nicht nötig hatten: βουλοίμην μὲν οὖν

ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 13

μὲν οὖν ἂν τοῦτο οὕτω γενέσϑαι, εἴ τι ἄμεινον χαὶ ὑμῖν xal ἐμοί, καὶ τιλέον τέ μὲ ποιῆσαι ἀπολογούμενον" οἶμαι δὲ αὐτὸ χαλεττὸν εἶναι, xal οὐ πάνυ με λανϑᾶνει οἷόν ἐστιν. ὅμως τοῦτο μὲν ἴτω ὅπῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ γόμῳ τιξιστέον καὶ ἀπτολογητέον.

8. ἀναλάβωμεν οὖν ἐξ ἀρχῆς, τίς κατηγορία ἐστίν, ἐξ ἧς ἐμὴ διαβολὴ γέγονεν, δὴ καὶ πιστεύων Ἰπέλητός με ἐγράψατο τὴν γραφὴν ταύτην. εἶεν" τί δὴ λέγοντες διέβαλλον οἱ διαβάλλοντες; ὥσττερ οὖν κατηγό- ρων τὴν ἀντωμοσίαν δεῖ ἀναγνῶναι αὐτῶν" Σωχράτης ἀδιχεῖ xal περιεργάζεται ζητῶν τά τε ὑπὸ γῆς χαὶ τὰ ἐπουράνια, καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν, καὶ ἄλ- λους ταὐτὰ ταῦτα διδάσχων. τοιαύτη τίς ἐστι ταῦτα γὰρ ἑωρᾶτε καὶ αὐτοὶ ἐν τῇ ᾿α“ριστοφάνους κωμῳδίᾳ, Σω- χράτη τινὰ ἐχεῖ ττεριφερόμενον, φάσχοντά τε ἀεροβατεῖν

ἀπολογούμενον und τοῦτο ἴτω πῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ νόμῳ πειστέον χαὶ ἀπολογητέον. Kap. 3. Sokrates giebt den Vor- würfen, welche ihm die grofse Menge macht, die zweite Anklage- form, die Form, unter welcher ei- gentlich seine Ankläger hätten vor- gehen müssen, wenn sie sich einzig auf das Gerede über ihn hätten stützen wollen. SENT Kapitel (οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦ- μαι τοὺς ἀμφὲ Ανυτον), behält er dabei immer seine jetzigen An- kläger im Auge, wirft hier dem Meletos geschickt in einem Neben- satze, wie in einer beiläufigen Be- merkung, Unehrlichkeit, das zı- στεύειν τῇ διαβολῇ vor. Die An- klageformel steht der offiziellen Formulierung der Anklage des Me- letos eigentümlich gegenüber; sie ist ungleich milder als diese, und ein τίμημα ϑάνατος würde als Schlufs lächerlich klingen. Das ἀδι- χεῖ der Anklage des Meletos ist hier erklärt durch das χαὲ περιεργάζε- ται „und zwar treibt er unnütze Dinge“; von einer ἀσέβεια, wie sie das οὗς πόλις νομίζει ϑεοὺς οὐ

Wie im vorigen -

νομίζων, ἕτερα δὲ καινὰ δαιμό- για εἰσηγούμενος so scharf betont, ist hier keine Rede; ein διαφϑεί- ρειν τοὺς νέους wird schwach an- gedeutet. Die ἀντωμοσία des Me- letos und seiner Genossen stützt sich, wie der Redner sagt, auf diese, fast unschuldige διαβολή ἃ. h. sie zieht aus ihr ganz und gar unbe- rechtigte Folgerungen, aus dem ζη- τεῖν τά TE ὑπὸ τῆς γῆς χαὶ τὰ υπουρανιὰ und dem τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιεῖν die Folge- rung der Gottesleugnung und aus dem διδάσχειν ταῦτα die des staats- gefährlichen Einflusses auf die Ju- gend. Während also die eigentliche διαβολή den Sokrates nur zu einem περιεργαζόμενος oder περιφερό- μενος, zu einem Tagedieb und Her- umtreiber macht, versteigen sich Meletos und Genossen bis zum Got- tesleugner und Jugendverderber. Und doch sind es nichts als pAve- olcı, die man mir vorwirft, fährt den Redner fort, Narrenspossen, wie mein Freund Aristophanes sie richtig gezeichnet hat, wenn er mich sagen läfst: ἀεροβατῶ „ich wandele auf Wolken“. Mit bitte-

14 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

χαὶ ἄλλην πολλὴν φλυαρίαν φλυαροῦντα, ὧν ἐγὼ οὐδὲν οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν πέρε ἐτεαΐω. καὶ οὐχ ὡς ἀτιμά- ζων λέγω τὴν τοιαύτην ἐπιστήμην, εἴ τις περὶ τῶν τοιού- των σοφός ἐστι μή zcwg ἐγὼ ὑπὸ Meintov τοσαύτας δίκας φύγοιμι" ἀλλὰ γὰρ ἐμοὶ τούτων, ἄνδρες Asn- γαῖοι, οὐδὲν μέτεστι. μάρτυρας δ᾽ αὐτοὺς ὑμῶν τοὺς σεολλοὺς παρέχομαι, καὶ ἀξιῶ ὑμᾶς ἀλλήλους διδάσκειν τε χαὶ φράζειν, ὅσοι ἐμοῦ πώποτε ἀχηκόατε διαλεγομέ- γου" πολλοὶ δὲ ὑμῶν οἱ τοιοῦτοί εἰσι φράζετε οὖν ἀλλή- λοις, εἰ πώποτε σμιχρὸν μέγα ἤχουσέ τις ὑμῶν ἐμοῦ σεερὶ τῶν τοιούτων διαλεγομένου" χαὶ ἐχ τούτου γνώσεσϑε ὅτι τοιαῦτ᾽ ἐστὶ καὶ τἄλλα περὶ ἐμοῦ οἱ πολλοὶ λέ- γουσιν. |

4. ᾿Αλλὰ γὰρ οὔτε τούτων οὐδέν ἔστιν, οὐδέ γ᾽ εἴ τινος ἀχηχόατε ὡς ἐγὼ παιδεύειν ἐπιχειρῶ ἀνθρώπους ' χαὶ χρήματα πράττομαι, οὐδὲ τοῦτο ἀληϑές. ἐπεὶ χαὶ τοῦτό γέ μοι δοχεῖ χαλὸν εἶναι, εἴ τις οἷός τ᾽ εἴη παι- δεύειν ἀνθρώπους ὥσπερ Γοργίας τε Asovrivog χαὶ Πρόδιχος Κεῖος χαὶ Ἱππίας Ἠλεῖος. τούτων γὰρ ἕχα-

rem Hohn erklärt er dann: Freilich muls es eine schöne Wissenschaft

sein, dies Luftwandeln:: möchte nur Meletos nicht auf diese φλυαρία

eine so gewaltige Anklage auf- -

bauen (un τοσαύτας δίχας φύ- yoıuı)! denn ich verstehe ja leider von der Kunst nichts! Diesem Hohn folgt dann eine captatio des Billig- keitsgefühls, der Ehrlichkeit der Geschworenen: „eurer sind so viele, die mich kennen, so viele, die mich oft haben reden hören: hat jemals einer gehört, dafs ich von τὰ ὑπὸ γῆς oder τὰ ὑπουράνια gesprochen, dafs ich mich gerühmt, mit meiner Dialektik der schwächeren Sache zum Siege verhelfen zu können oder gar imstande zu sein, andere dies zu lehren? Ist das aber nicht der Fall, dann gebraucht euren Ver- stand bei der Beurteilung alles an- dern, was man von mir redet.

Kap. 4. Der Gedanke ist: die Kunst, die Jugend zu belehren, und damit Geld zu verdienen, ist, wenn

. sie nicht mit Schwindelei verknüpft

ist, gar nicht zu tadeln; ich aber habe mich nie darin versucht, son- dern mich trifft hier in ganz un- gerechtfertigter Weise ein Vorwurf,

den man anderen Männern machen

mufs. Diese andern freilich,- ein Gorgias und Prodikos und Hippias

haben ihr Geschäft hier in toller

Weise betrieben: gegen sie ist aber ein Ankläger nicht aufgetreten. Die- ser letzte Gedanke, welcher ein Vorwurf gegen die Ankläger des Sokrates ist, wird lustig ein- und lustig. durchgeführt. Er führt ihn scherzend ein damit, dafs er das οἷός τε aus el τις οἷος τε εἴη man beachte den Optativ mit dem Indikativ zu dem folgenden ἕχα- στος wiederholt und dadurch, dafs

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 1ὅ

στος, ἄνδρες, οἷός τ᾽ ἐστὶν ἰὼν εἰς ἑχάστην τῶν τιό- λεων τοὺς νέους, οἷς ἔξεστι τῶν ἑαυτῶν ᾽τολιτῶν τιροῖχα ξυγεῖναι ἂν βούλωνται, τούτους τιεέ --- ϑουσι τὰς ἐχεί- γων ξυνουσίας ἀτιολιτεόντας σφίσι ξυνεῖναι χρήματα δι- δόντας καὶ χάριν τεροσειδέναι. ἐτιεὶ καὶ ἄλλος ἀνήρ ἔστι Πάριος ἐνθάδε σοφός, ὃν ἐγὼ ἠσθϑόμην ἐπιδημοῦντα" ἔτυχον γὰρ τιροσελϑὼν ἀνδρὶ ὃς τετέλεχε χρήματα σο- φισταῖς τιλείω 7 ξύμτεαντες oi ἄλλοι, Καλλίᾳ τῷ Leno- γέκου" τοῦτον οὖν ἀνηρόμην - ἐστὸν γὰρ αὐτῷ δύο vide Καλλία, ἦν δ᾽ ἐγώ, εἰ μέν σου τὼ υἱέε Wim μόσχω ἐγενέσθην, εἴχομεν ἂν αὐτοῖν ἐτιιστάτην λαβεῖν χαὶ μισϑώσασϑαι, ὃς ἔμελλεν αὐτὰ χαλώ τε χἀγαϑὼ ποιήσειν τὴν τιροσήχουσαν ἀρετήν" ἣν δ᾽ ἂν οὗτος τῶν ἱχετεικῶν τις τῶν γεωργιχῶν᾽ νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἂν- ϑρώτσιω ἐστόν, τίνα αὐτοῖν ἐν νῷ ἔχεις ἐπιστάτην λα- βεῖν; τίς τῆς τοιαύτης ἀρετῆς, τῆς ἀνϑρωπίνης τὲ καὶ

er mit dem πείϑουσι spielt. Der Zuhörer erwartet nach ἂν Bov- λωνται die Worte: τούτους σαι- δεύων χρήματα 1 πράττεσϑαι; 50- krates beginnt auch: τούτους πει--- (im Klange = nze«ı), macht dann aber eine” kleine Pause, wie ich sie durch die Trennung der Silben in πεί ϑουσι anzudeuten versucht habe, und giebt nun statt des παι- δεύειν das schnöde πείϑειν mit seinem Objekt ξυνεῖναι, das ehren- werte παιδεύειν geradezu um- gehend und mit dem χάριν προ- σειδέναι seinen Ausspruch satirisch abschlielsend. Er führt den Gedan- ken mit gröfster Komik durch in dem Beispiel, das er giebt, in der Erzählung von Kallias. Ein ver- steckter Vorwurf gegen Anytos und Genossen liegt in der Nennung ge- rade dieses Namens. Kallias war der vornehmste Beschützer der Hauptvertreter der Sophistik. Bei ihm kehrten, wie wir aus Platos Protagoras erfahren, diese Männer ein, fanden bei ihm gastliche Auf- nahme und Gesinnungsgenossen,

Dafür plünderten sie, wie es heilfst, den reichen Mäcen so aus, dals er als armer Mann gestorben ist. Wollte man also der Sophistik bei- kommen, so hätte man vielmehr einen Kallias als einen Sokrates an- greifen müssen. Die Komik liegt einmal in der Derbheit der Frage,

‚welche er dem Patron der Sophi-

sten vorgelegt haben will: ω Καλ- λέα, εἰ μέν σου τὼ ὑεέε πώλω μόσχω ἐγενέσϑην κ. τ. &., ἴῃ dieser höchst spafshaften Annahme, die ja, auf Kallias gemünzt, auch lauten könnte: wenn du ein Rols oder ein Öchse wärest ; sie liegt ferner in den Worten γῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἀν- ϑρώπω ἐστόν, welche nach dem ersten Teile der Frage, dem εἰ μέν σου τὼ ὑιέε κ. τ. δ. wie ein Aus- druck des Bedauerns klingen: „jetzt aber, da sie leider Menschen sind u. s. w.; sie liegt ferner in der satirischen Frage τίς τῆς ἀρε- τῆς τῆς ἀνθρωπίνης TE καὶ πολι- τικῆς (die Tugend, welche den Menschen als Einzelwesen und als Mitglied einer Gemeinde ziert, also

10 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ

πολιτεχῆς, ἐτειστήμων ἐστίν; οἶμαι γάρ σε ἐσχέφϑαι διὰ τὴν τῶν υἱέων κτῆσιν. ἔστι τις, ἔφην ἐγώ, οὔ; Πάνυ γε, δ᾽ ὅς. Τίς, ἦν δ᾽ ἐγώ, καὶ ποδαπός; καὶ τόσου διδάσχει; Εὐηνός, ἔφη, Σώχρατες, Πάριος, πέντε μνῶν" χαὶ ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα, εἰ ὡς ἀληϑῶς ἔχει ταύ- τὴν τὴν τέχνην χαὶ οὕτως ἐμμελῶς διδάσκει. ἔγωγ᾽ οὖν χαὶ αὐτὸς ἐχαλλυνόμην τὲ καὶ ἡβρυνόμην ἄν, εἰ ἠτειστά- μὴν ταῦτα᾽ ἀλλ᾽ οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ἄνδρες ᾿49η- γαῖοι. |

5. Ὑπολάβοι ἂν οὖν τις ὑμῶν ἴσως" ἀλλ᾽, Σώ- χρατες, τὸ σὸν τί ἔστι πρᾶγμα; πόϑεν αἱ διαβολαί σοι αὗται γεγόνασιν; οὐ γὰρ δήπου σοῦ γε οὐδὲν τῶν ἄλ- λων πεεριττότερον πραγματευομένου ἔπειτα τοσαύτη φήμη τε χαὶ λόγος γέγονεν, εἰ μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον oi γτολλοί" λέγε οὖν ἡμῖν, τί ἐστιν, ἵνα μὴ ἡμεῖς περὶ σοῦ αὐτοσχεδιάζωμεν. ταυτί μοι δοκεῖ δίκαια λέγειν λέγων, χἀγὼ ὑμῖν πειράσομαι ἀποδεῖξαι, τί ποτ᾽ ἔστι τοῦτο ἐμοὶ ττεττοέηχε τό τε ὄνομα καὶ τὴν διαβολήν. ἀκούετε δή.

der Inbegriff, der Ausbund. aller Tugend) “ἐπιστήμων ἐστίν; auf welche jedermann antworten mufs: einen solchen Lehrer giebt es nicht; sie liegt weiter in dem schnöden Zusatze zu τίς, dem ποδαπός, πόσου διδάσχει und in der korrek- ten Antwort des Thoren Kallias: Evnvos, ein ziemlich obskurer So- phist, Πάριος, ein Mann, der von

der kleinen Insel Paros nach dem.

ruhmreichen Athen kommt, πέντε uvov, und der das höchste, das

ein Mensch geben kann, die Lehre

von der ἀνϑρωτπίνη zei πολιτιχὴ

ἀρεξή ; für hundert Thaler feilbietet!

Wie lachend klingt danach das: zei ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα und wie komisch schmerzlich die be- dauernden, die mit komischem Ernst gesprochenen _ Worte: ἀλλ᾽ οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ἄνδρες Ἀϑη- γαῖοι. Das ist allerdings keine Schulrhetorik, aber man darf be- haupten: selbst Demosthenes hat es

zul.

nicht besser verstanden, eine an sich eigentlich einfache Erzählung so trefflich auszunutzen.

Kap. 5. Sokrates erkennt den Haupteinwurf, welchen man gegen

‚seine bisherige Auseinandersetzung

machen kann, an, den Einwurf: worin liegt dann aber der Grund zu deiner Gehässigkeit? Er giebt ihn in der Form der dringenden Frage d. h. durch zwei Fragen und der ebenso eindringlichen Begrün- dung, die sich ebenfalls wiederholt: σοῦ οὐδὲν τῶν ἄλλων περιττό- τερον “πραγματευομένου, und εἶ μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον n οἱ πολ: λοί. Man hat deshalb mit Unrecht die letzteren Worte eingeklammert. Er schlie(st dem Einwurfe nicht so- fort die Widerlegung an, sondern läfst dem Zuhörer zunächst Zeit, demselben nachzudenken, wenn er sagt, er wolle die Entstehung sei- nes Beinamens (ὃ σοφός) und sei- nes Rufes. erklären, und er spannt

ἈΠΟΛΟΓΙΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 17

καὶ ἴσως μὲν δόξω τισὶν ὑμῶν παίζειν, εὖ μέντοι ἴστε, πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐρῶ. ἐγὼ γάρ, ἄνδρες ϑη- - > > \ 2 2 ὃν \ , x - WEL, vaioı, δι᾿ οὐδὲν ἀλλ᾽ διὰ σοφίαν τινὰ τοῦτο τὸ Ovoua ἔσχηχα. ποίαν δὴ σοφίαν ταύτην; ἥπερ ἔστιν ἴσως av- ϑρωπίνη σοφία. τῷ ὄντι γὰρ κινδυνεύω ταύτην εἶναι ͵ a x σοφός" οὗτοι δὲ τάχ᾽ ἂν, οὺς ἄρτι ἔλεγον, μείζω τινὰ κατ᾿ ἄνϑρωπον σοφίαν σοφοὶ εἶεν, οὐκ ἔχω τέ λέγω" > \ 2 ἜΝ τ 3 ’ı.@ is οὐ γὰρ δὴ ἔγωγε αὐτὴν ἐπίσταμαι, ἀλλ᾽ ὅστις φησὶ ψεύ- derai τε καὶ ἐπὶ διαβολῇ τῇ ἐμῇ λέγει. καί μοι, ἄν- does ᾿Αϑηναῖοι, μὴ ϑορυβήσητε, und’ ξὰν δίξω τι ὑμῖν μέγα λέγειν. οὐ γὰρ ἐμὸν ἐρῶ τὸν λόγον, ὃν ἂν λέγω, ἀλλ᾽ εἰς ἀξιόχρεων ὑμῖν τὸν λέγοντα ἀνοίσω. τῆς γὰρ ἐμῆς, εἰ δή τίς ἐστι σοφία καὶ οἵα, μάρτυρα ὑμῖν πιαρέ- ξομαι τὸν ϑεὸν τὸν ἐν Δελφοῖς. Χαιρεφῶντα γὰρ ἴστε που. οὗτος ἐμός τε ἑταῖρος ἣν Ex νέου, καὶ ὑμῶν τῷ

ihre Aufmerksamkeit mit den Wor- ten: χαὲ ἔσως δόξω τισὶν ὑμῶν παίζειν. Er giebt dann die Ant- wort auf die obigen Fragen in der That in der Form eines Scherzes, also in einer überraschenden Form: ἔσχηχα τὸ ὄνομα τοῦ σοφοῦ διὰ σοφίαν τινά, und steigert die Über- raschung durch ein scheinbar prah-

lendes Beiwort, welches er seiner .

σοφία mit satirischem Rückblick auf die im vorigen Kapitel erwähnte ἀνϑρωπίνη ἀρετή giebt. Dort hatte er zweifelnd gefragt: τίς τῆς τοι- αὐτης ἀρετῆς ἐπιστήμων ἐστίν, hier nennt er sich den ἐπιστήμων: meine Weisheit ist wirklich (daher ἔστιν zu accentuieren) eine ἀν- ϑρωπίνη σοφία. Wer nun den So- krates nicht genauer kennt, wohl aber das prahlende Wesen eines der Sophisten, der wird natürlich jetzt sich auf ein bombastisches Selbst- lob des Redners gefalst machen. Statt dessen folgt das Gegenteil: Sokrates setzt sich in scharfen Ge- gensatz zu den Sophisten, mit denen man ihn in eine Kategorie stellt und nennt deren Weisheit gegen- Plato, Apologie. Krito.

über der seinigen eine übermensch- liche, μείζω zart’ ἀνϑρωπον. Was ist denn nun aber die Wahr- heit? Woher hat Sokrates den Bei- namen σοφός bekommen? Der be- kannte Spruch des delphischen Ora- kels: σοφὸς Σοφοχλῆς, σοφώτε- ρος Εὐριπίδης, ἀνδρῶν δ᾽ anav- των Σωχράτης σοφώτατος trägt offenbar die Schuld an diesem Bei- namen. Hätte er dies schlicht zu- gestanden und auf den delphischen Gott sich berufen, wie wenig wirk- sam würde das gewesen sein, und wie ganz anders macht sich jetzt die Erzählung vom Chärephon, nach- dem die Auseinandersetzung von der hausbacknen, von der durchaus nicht wunderbaren, sondern dem Menschen als solchem zukommen- den Weisheit vorangegangen ist! So schwächt ein weiser Redner ein Zugeständnis, das er nicht umgehen kann, ab, nimmt ihm von vorn- herein das Verletzende. Auch die Erzählung selbst hat noch manch abschwächendes Moment. Sie trägt die Form der schlichtesten Darstel- lung, sie ist schmucklos; sie nennt

2

18 IAATQNOE

σπλήϑει ἑταῖρός τε καὶ ξυνέφυγε τὴν φυγὴν ταύτην καὶ us? ὑμῶν χατῆλϑε. καὶ ἴστε δὴ οἷος ἣν Χαιρεφῶν, ὡς σφοδρὸς ἐφ᾽ τι ὁρμήσειε. χαὶ δή ποτε καὶ εἰς “΄ελ- φοὺς ἐλθὼν ἐτόλμησε τοῦτο μαντεύσασθαι" χαί, ὅπερ λέγω, μὴ ϑορυβεῖτε, ἄνδρες" ἤρετο γὰρ δή, εἴ τις ἐμοῦ εἴη σοφώτερος. ἀνεῖλεν οὖν Πυϑία μηδένα σοφώ- τερον εἶναι. χαὶ τούτων πέρι ἀδελφὸς ὑμῖν αὐτοῦ οὗ- τοσὶ μαρτυρήσει, ἐπειδὴ ἐκεῖνος τετελεύτηκεν.

6. Σχέψασϑε δὲ ὧν ἕνεκα ταῦτα λέγω" μέλλω γὰρ ὑμᾶς διδάξειν, ὅϑεν μοι διαβολὴ γέγονε. ταῦτα γὰρ ἐγὼ ἀκούσας ἐνεϑυμούμην οὑτωσί" τί score λέγει ϑεός, χαὶ τέ ποτε αἰνίττεται; ἐγὼ γὰρ δὴ οὔτε μέγα οὔτε σμι- χρὸν ξύνοιδα ἐμαυτῷ σοφὸς ὧν" τί οὖν ποτὲ λέγει φά- σχων ἐμὲ σοφώτατον εἶναι; οὐ γὰρ δήπου ψεύδεταέ γε" οὐ γὰρ ϑέμις αὐτῷ. „al πολὺν μὲν χρόνον ἠτεόρουν, τέ

den Chärephon einen übereifrigen Menschen ὡς σφοδρὸς ἐφ ὅτι δρμήσειε —; sie nennt die Frage an die Py thia eine Kühnheit, ein Wagnis: ἐτόλμησε τοῦτο μαντεύσασϑαι; sie sucht, ehe sie die an die Pythia gestellte Frage mitteilt, die Gemüter der Geschwo- renen durch ein un ϑορυβεῖτε, ἄνδρες, τὰ beschwichtigen; 516 giebt

endlich die Antwort des Orakels ° nicht so, wie sie gelautet hat, 'son-

dern in einer weit milderen Fassung.

Kap. 6. Nachdem er die Ent- stehung seines Beinamens so er- klärt hat, geht er dazu über zu zeigen, ὅϑεν διαβολὴ γέγονεν, schwächt aber auch bei dieser Ge- legenheit in gescheitester Weise das Gehässige seines Beinamens ab. Ja, das letztere zu erreichen, ist ihm wohl Hauptsache. Wie klug ist es nun, dem Begriffe σοφός die ob- jektive Giltigkeit zu nehmen und ihm nur relative Bedeutung zuzu- messen! Diese Klugheit ist dazu angethan, nicht nur dem Neide, der Scheelsucht die Grundlage fortzu- ziehen, sondern das Ubelwollen in Wohlwollen zu verwandeln. Ich

- ohne Schuld gekommen ist.

kenne bei keinem Redner eine so klassisch kluge Stelle, ‚wie die Worte κινδυνεύει μὲν͵ “γὰρ ἡμῶν οὐδέτερος ὥσπε πεν οὖν οὐχ οἶδα, οὐδὲ οἴομαι. welche tiefe Wahrheit eh sich dabei hin- ter dieser geradezu komischen Wen- dung! Erinnert sie nicht jeden un- willkürlich an das Wort des Apo- stels: Unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stück- werk!? Wie kunstvoll aber geht er wieder seinem Ziele entgegen! Er hat im vorigen Kapitel gezeigt, wie er zu seinem: Beinamen: ganz Damit hat er aber die Mifsgunst der Leute

‚nicht überwunden; es kann ihren

Neid vielmehr erhöhen, dafs die Weisheit des delphischen Gottes - den Namen gegeben hat. Da stellt er sich nun, als hätte des Gottes Spruch ihn in Verlegenheit gesetzt; statt sich durch ihn gehoben zu fühlen, sagt er bescheiden: Ich bin nicht weise; dennoch sagt es der Gott in Delphi; lügen kann der nicht: wie rette ich mich aus die- sem Irrgange? Hal πολὺν μὲν χρόνον ἡπόρουν, τί ποτε λέγει

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 19

ποτε λέγει, ἔπειτα μόγις scavv Ent ζήτησιν αὐτοῦ τοιαύ- τὴν τινὰ ἐτραπόμην. ηλϑὸον ἐπί τινα τῶν δοκούντων σο- - 5 ς » φῶν εἶναι, ag ἐνταῦϑα, εἴ πέρ που, ἐλέγξων τὸ μαντεῖον χαὶ ἀποφανῶν τῷ χρησμῷ ὅτι οὑτοσὶ ἐμοῦ σοφώτερός ἐστι, σὺ δ᾽ ἐμὲ ἔφησϑα. διασκοττῶν οὖν τοῦτον ὃνό- ματι γὰρ οὐδὲν δέομαι λέγειν, nv δέ τις τῶν πολιτιχῶν, \ a | - ER ; 2} ε΄. 2 χερὸς ὃν ἐγὼ σχοπῶν τοιοῦτον τι ἔπταϑον, ἄνδρες AIN- ἂς - valoı καὶ διαλεγόμενος αὐτῷ, ἔδοξέ μοι οὗτος ἀνὴρ δοκεῖν μὲν εἶναι σοφὸς ἄλλοις τε πολλοῖς ἀνϑρώποις χαὶ μάλιστα ἑαυτῷ, εἶναι δ᾽ οὔ χἄπειτα ἐτπεειρώμην αὐτῷ δεικνύναι, ὅτι οἴοιτο μὲν εἶναι σοφός, εἴη δ᾽ οὔ. ἐντεῦϑεν οὖν τούτῳ τε ἀπηχϑόμην καὶ πολλοῖς τῶν παρ- ὄντων, πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν ἀπιὼν ἐλογιζόμην ὅτι τού- του μὲν τοῦ ἀνθρώπου ἐγὼ σοφώτερός εἰμι" κινδυνεύει x ΕΝ ς - > ’, I N... \ > 2 4 μὲν γὰρ ἡμῶν οὐδέτερος οὐδὲν καλὸν χἀγαϑὸν εἰδέναι, > 2 Φ' \ ΡῚ 2 2 ᾽, 2 > [4 > \ 4 ἀλλ᾽ οὗτος μὲν olerai τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, ὥσττερ οὺὐν οὐχ οἶδα, οὐδὲ οἴομαι" ἔοικα γοῦν τούτου γε σμικρῷ τινι αὐτῷ τούτῳ σοφώτερος εἶναι, ὅτι μὴ οἶδα ) οι » 25) > - ΠΣ 3 3 , οὐδὲ οἴομαι εἰδέναι. ἐντεῦϑεν ἐπ᾽ ἄλλον na τῶν Exeivov δοκούντων σοφωτέρων εἶναι, καί μοι ταὐτὰ ταῦτα ἔδοξε" 75) -" I , VD ps I 7 χαὶ ἐνταῦϑα χἀχείνῳ χαὶ ἄλλοις πολλοῖς ἀπηχϑόμην. 4. Μετὰ ταῦτ᾽ ovv ἤδη ἐφεξῆς na, αἰσϑανόμενος μὲν χαὶ λυπούμενος χαὶ δεδιὼς --- ὅτε ἀπηχϑανόμην,

di. „der Spruch des Gottes hat mir lange Zeit Kopfzerbrechen ge- macht“, Dann hilft er sich mit

einem Entschlusse von jugendlicher

Frische: „Ich werde weisere Män- ner als ich bin, aufsuchen und dann den Gott fragen: warum nennst du mich weiser als den und jenen?“ Und nun besucht er einen πολιτι- χός, einen Mann, der anderen für weise gilt und sich selbst am mei- sten, ἃ. 1. einen jener Männer, die es sich, wie seine Ankläger, zur Lebensaufgabe gemacht haben, den Staat zu retten. Und was findet er? Das überraschendste Resultat, das man sich denken kann: sie sind

beide unwissende Gesellen, aber der eine ist wenigstens nicht so thö- richt, sich für klug zu halten. Zu dieser Erkenntnis läfst er sich auch nicht plötzlich kommen, sondern: πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν anımv ἐλο- γιζόμην „ich ging also nach Hause und kalkulierte“ oder, wie wir sagen würden: „und zog die Moral“ u.s.w.; denn auch das Wort λογίζεσϑαε ist ironisch gebraucht worden. Kap. 7. Die Partieipia za? Av- πούμενος χαὶ δεδιώς im Anfange des Kapitels vertreten die Stelle eines eingeschalteten Satzes: „ich merkte zu meiner Betrübnis, wie zu meiner Besorgnis, dafs ich in

ΔῈ

20 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

ὅμως δὲ ἀναγχαῖον ἐδόχει εἶναι τὸ τοῦ ϑεοῦ πεερὶ τελεί- στου ποιεῖσϑαι" ἰτέον οὖν σχοτιοῦντε τὸν χρησμόν, τί λέγει, ἐπὶ ἅπαντας τούς τι δοχοῦντας εἰδέναι. καὶ νὴ τὸν χύνα, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι᾽ δεῖ γὰρ πρὸς ὑμᾶς taln- ϑῆ λέγειν" μὴν ἐγὼ ἔπαϑόν τι τοιοῦτον" οἱ μὲν ud- λιστα εὐδοκιμοῦντες ἔδοξάν μοι ὀλίγου δεῖν τοῦ πλεί- στου ἐνδεεῖς εἶναι ζητοῦντι χατὰ τὸν ϑεόν, ἄλλοι δὲ δοχοῦντες φαυλότεροι ἐπιειχέστεροι εἶναι ἄνδρες πρὸς τὸ φρονίμως ἔχειν. δεῖ δὴ ὑμῖν τὴν ἐμὴν πλάνην ἐπι- δεῖξαι ὥσττερ πόνους τινὰς πονοῦντος, ἵνα μοι χαὶ ἂν- ελεγχτὸς μαντεία γένοιτο. μετὰ γὰρ τοὺς πολιτιχοὺς na ἐπὶ τοὺς ποιητὰς τούς τε τῶν τραγῳδιῶν καὶ τοὺς

Gehässigkeit geriet“; die Worte ὅτι ἀπηχϑανόμην sind also Objekt zu αἰσϑανόμενος. Es liegt wohl zu tage, dals die Ankläger in ihren Reden den Sokrates als einen mit Recht in der ganzen Stadt gehalsten Bürger charakterisiert oder zu zeich- nen versucht hatten. Ein weniger geschickter Anwalt, als Sokrates und Plato, würde sich da leicht haben verleiten lassen, die ἀπέ- χϑεια überhaupt zu leugnen, und auch für Sokrates hätte eine solche Zurückweisung gar nicht so- fern

gelegen; denn er konnte ja auch “Das

sich vieler Freunde rühmen. absolute Leugnen der Berechtigung der Klage ist aber nicht immer die beste Art der Verteidigung. So- krates weist deswegen nicht die Gehässigkeit zurück, sondern ent- zieht ihr nur die vernünftige Be- gründung. Er gesteht selbst zu, dafs er nicht blind in den Hafs hineingerannt, dals er vielmehr mit offenem Auge und selbst mit Be- trübnis ihm entgegen gegangen sei. Das giebt dem Zwange, der ihn sei- ner Darstellung nach zu seiner Le- bensweise nötigte = ἀναγκαῖον ἐδόχει εἶναι, ἰτέον οὐν σχοποῦντι τὸν χρησμόν -- ein ganz anderes Aussehen ; das bedeutet: „ich stellte des Gottes Befehl höher, als alle

Unbill, die mir von Menschen wi- derfahren konnte“.

‚Zu der Schwurformel νὴ τὸν χύνα bemerkt Cron: „Dieser Be- teuerungsform bedient sich Sokra- krates mit Vorliebe. Die Uberlie- ferung giebt ihm hierin den Rha- damanthys zum Vorgänger, der zu- erst οὐχ εἴα ὅρκους ποιεῖσϑαι χατὰ ϑεῶν, ἀλλ᾽ ὀμνύναι χῆνα χαὶ κύνα καὶ κριὸν καὶ τὰ ὅμοια, und zwar ὑπὲρ τοῦ um τοὺς ϑεοὺς ἐπὶ πᾶσιν ὀνομάζειν. δυϊά.“ Mir er- scheint diese Erklärung zu gesucht: ich möchte den Schwur mit dem deutschen: dafs dich das Mäuslein beilse! zusammenstellen und vielen anderen Versicherungsformeln des Altertums und unserer Zeit, bei de- nen niemand daran gedacht hat, dafs er mit ihrer Hilfe dem ‘Vor-

-wurfe, den Namen Gottes zu mils-

brauchen, entgehen könne.

In den Worten ἵνα μοι καὶ ἄνε- λεγχτὸς μαντεία γένοιτο hat C. F. Hermann die Lesart geändert und za» ἐλεγχτός geschrieben, weil er, wie mir scheint, mit vollem Recht an dem Gedanken Anstofs nahm, Sokrates habe den delphi- schen Spruch als unwiderleglich, also als durchaus der Wahrheit ent- sprechend erweisen wollen. Hatte doch Sokrates vor kaum einer Mi-

-

AHOAOTIA ZQKPATOTE.

21

τῶν διϑυράμβων. xal τοὺς ἄλλους, ὡς ἐνταῦϑα ἐπ᾽ αὖ- τοφώρῳ καταληψόμενος ἐμαυτὸν ἀμαϑέστερον ἐχείνων ὄντα. ἀναλαμβάνων οὖν αὐτῶν τὰ ποιήματα, μοι ἐδόκει μάλιστα πεπραγματεῦσϑαι αὑτοῖς, διηρώτων ἂν αὐτοὺς τί λέγοιεν, ἵν᾽ ἅμα τι nal μανϑάνοιμι σαρ᾽ αὖ- τῶν. αἰσχύνομαι οὖν ὑμῖν εἰπεῖν, ἄνδρες, ‚and ὅμως δὲ Ömteov. ὡς ἔπος γὰρ εἰπεῖν ὀλίγου αὐτῶν Arav- τες οἱ παρόντες ἂν βέλτιον ἔλεγον περὶ ὧν αὐτοί ἔτπτεττοι-

ἥκεσαν. ἔγνων οὖν καὶ περὶ τῶν ποιητῶν Evi λόγῳ τοῦτο,

ὅτι οὗ σοφίᾳ ποιοῖεν τστοιοῖεν, ἀλλὰ φύσει τινὶ χαὶ ἐνθουσιάζοντες, ὥσπερ οἱ ϑεομάντεις καὶ οἵ χρησμῳδοί" καὶ, γὰρ οὗτοι λέγουσι μὲν πολλὰ καὶ καλά, ἴσασι δὲ οὐ- δὲν ὧν λέγουσι. τοιοῦτόν τί μοι ἐφάνησαν πάϑος χαὶ οἱ ποιηταὶ χεεπονϑότες" nal ἅμα ἠσϑόμην αὐτῶν διὰ τὴν ποίησιν οἰομένων καὶ τάλλα σοφωτάτων εἶναι ἀνϑρώ- σων, οὐκ ἢσαν. ἀπῇα οὖν χαὶ ἐντεῦϑεν τῷ αὐτῷ οἷό- μενος περιγεγονέναι, “ᾧπερ χαὶ τῶν πολιτικῶν.

8. Τελευτῶν οὖν ἐπὶ τοὺς χειροτέχνας Πα" ἐμαυ- τῷ γὰρ ξυνήδειν οὐδὲν ἐπεισταμένῳ, ὡς ἔπος εἰτιεῖν, τού- τους δέ γ᾽ ἤδειν ὅτι εὑρήσοιμι zrolla χαὶ καλὰ ἐπιστα- μένους. χαὶ τούτου μὲν οὐκ ἐψεύσθην, ἀλλ᾽ ἠπίσταντο ἐγὼ οὐκ ἠπιστάμην καί μου ταύτῃ σοφώτεροι ἦσαν.

nute das gerade Gegenteil gesagt: ὡς ἐνταῦϑα ἐλέγξων τὸ μαντεῖον. Dennoch dürfte die allgemein über- lieferte Lesart nicht zu ändern sein: in dem ἀν- des Wortes ἄνελεγ- χτὸς steckt hier kein «& privati- vum, sondern die Präposition ἀνά und diese heifst, wie oft in Kom- positis „wiederum, von neuem“. So heilst auch ἀνελέγχω bei Eurip. Ion 1470 „von neuem erforschen“. Der Gedanke unserer Stelle ist also: „ich mühte mich ab, um wieder und wieder das Orakel zu über- führen, dafs ich nicht der σοφώ- τατος Sei.

Die hier ausgesprochene Ansicht über die Dichter, dafs sie φύσει τινὲ xal ἐνθουσιάζοντες, infolge

einer Naturanlage und weil ein Gott aus ihnen rede, Dichter seien, ist nicht etwa- ein mit Ironie ausge- sprochener Satz. Sokrates äulsert sich bei Plato öfter ähnlich und giebt dem Dichter in der Rangord- nung der Geister, welche er im Phädrus aufstellt, eine ziemlich tiefe Stellung.

Kap. 8. Von den Männern des Geistes wendet er sich zu den Hand- werkern und schont auch sie nicht, sondern sucht auch die Gegner, welche er unter ihnen hatte, lächer- lich zu machen, und gerade hier ergeht er sich mehr als vorher in mild-ironischen Worten. Solcher Ausdrücke sind: χαί μου ταύτῃ σοφώτεροι ἤσαν, ein Wort, das

22 IAATQNOE

ἀλλ᾽, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ταὐτόν μοι ἔδοξαν ἔχειν ἅμάρ- τημα, ὅπερ χαὶ οἱ ποιηταί, καὶ ol ἀγαϑοὶ δημιουργοί" διὰ τὸ τὴν τέχνην χαλῶς ἐξεργάζεσϑαι ἕκαστος ἠξίου καὶ τἄλλα τὰ μέγιστα σοφώτατος εἶναι, χαὶ αὐτῶν αὕτη πλημμέλεια ἐχείνην τὴν σοφίαν ἀπέχρυτιτεν᾽ ὥστ᾽ ἐμὲ ἐμαυτὸν ἀνερωτᾶν ὑττὲρ τοῦ χρησμοῦ, πότερα δεξαί- μην ἂν οὕτως ὥσπερ ἔχω ἔχειν, μήτε τι σοφὸς ὧν τὴν ἐχείνων σοφία μήτε ἀμαϑὴς τὴν ἀμαϑίαν, ἀμφότερα ἐχεῖνοι ἔχουσιν ἔχειν. ἀπεχρινάμην οὖν ἐμαυτῷ al τῷ χρησμῷ, ὅτι μοι λυσιτελοῖ ὥστεερ ἔχω ἔχειν.

9. Er ταυτησὶ δὴ τῆς ἐξετάσεως, ἄνδρες ᾿49ϑη- γαῖοι, πολλαὶ μὲν ἀπέχϑειαέ μοι γεγόνασι χαὶ οἷαι χαλε- σεώταται χαὶ βαρύταται, ὥστε πολλὰς διαβολὰς ar’ αὖ- τῶν γεγονέναι, ὄνομα δὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἶναι. οἴονται γάρ μὲ ἑἕχάστοτε οἱ παρόντες ταῦτα αὐτὸν εἶναι σοφόν, ἂν ἄλλον ἐξελέγξω" τὸ δὲ κινδυνεύει, ἄνδρες, τῷ ὄντι ϑεὸς σοφὸς εἶναι, χαὶ ἐν τῷ χρησμῷ τούτῳ

er, als er von den Dichtern sprach, verschmähte und das vom Hand- werker gebraucht, von der Hand- fertigkeit, schelmisch klingt, Fer- ner das Epitheton in οἱ ἀγαϑοὶ δημιουργοί, die Phrase πλημμέ-

λεια (eigentlich: der Milston, der- Fehler im Gesang) τὴν σοφίαν᾽

ἀπέχκρυπτεν, sodann das «ve- ἔγεν ὑπὲρ τοῦ χρησμοῦ d. 1. im

teresse des Orakelspruches, und endlich das λυσιτελοῖ in den letz- ten Worten.

Kap. 9. Die Worte des ὄνομα ὁὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἰναι sind in der lockeren Weise der Um- gangssprache in die Konstruktion des ὥστε πολλὰς διαβολὰς ἀπ᾿ αὐτῶν γενέσϑαι hineingezogen. Streng logisch hätte Sokrates nicht λέγεσϑαι, sondern ἐλέγετο oder λέγεται sagen müssen, das Verbum in Verbindung mit ἐκ ταυτησὶ τῆς ἐξετάσεως bringen müssen. Denn der Beiname ist nach des Redners Darstellung, nach der folgenden

Begründung οἴονται γάρ με χ.τ. ἕ. nicht infolge der ἀπέχϑειαι, wie die διαβολαί, entstanden, sondern er ist eine Folge seiner ἐξετάσεις: wenn er einem anderen nachwies, er verstehe nicht, was er zu ver- stehen wähne (ἃ - ἂν ἄλλον ἐξε- λέγξωγ), dann glaubten die Anwe- senden, er sei ein σοφός in diesem Punkte.

Zu den kunstreichsten Wendun- gen der Rede gehört die Erklärung der Wahrheit des Orakelspruches.

. Sie kommt überraschend; „man er-

wartet nach den Worten ἄν ab

λον ἐξελέγξω etwa: ἀλλ᾽ ἔγωγε

οὐχ εἰμι ταῦτα σοφός. Sein Ge- dankengang ist: ἀλλ᾽ οὐχ ἔγωγε σοφός εἰμι, ἀλλὰ ϑεὸς μόνος. Er giebt den letzten Satz ohne das vermittelnde οὐχ ἔγωγε und zwar giebt er ihn zögernd: τὸ δὲ χιν- δυνεύει, ἄνδρες, τῷ ὄντι Worte, die man sich langsam ge- sprochen denken mufs, die, weil man sich bei ihnen nichts denken

y ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 23

ς 3

τοῦτο λέγειν, ὅτι. ἀνϑρωπίνη σοφία ὀλίγου τινὸς ἀξία ἐστὶ xal οὐδενός" χαὶ φαίνεται τοῦτ᾽ οὐ λέγειν τὸν Σωχράτη, προσχεχρῆσϑαι δὲ τῷ ἐμῷ ὀνόματι, ἐμὲ παρά- δειγμα ποιούμενος, ὥσπερ ἂν εἰ εἴποι ὅτε οὗτος ὑμῶν, ἄνθρωποι, σοφώτατός ἐστιν, ὅστις ὥσπερ Σωχράτης ἔγνωχεν ὅτι οὐδενὸς ἄξιός ἐστι τῇ ἀληϑείᾳ πρὸς σοφίαν. ταῦτ᾽ οὖν ἐγὼ μὲν ἔτι χαὶ νῦν περιιὼν ζητῶ χαὶ ἐρευνῶ χατὰ τὸν ϑεόν, χαὶ τῶν ἀστῶν χαὶ τῶν ξένων ἂν τινὰ οἴωμαι σοφὸν εἶναι" καὶ ἐπειδάν μοι μὴ δοχῇ, τῷ ϑεῷ βοηϑῶν ἐνδείχνυμαι ὅτι οὐκ ἔστι σοφός. Hal ὑπὸ ταύ- τῆς τῆς ἀσχολίας οὔτε τι τῶν τῆς πόλεως πρᾶξαί μοι σχολὴ γέγονεν ἄξιον λόγου οὔτε τῶν οἰκείων, ἀλλ᾽ ἐν

΄ ,ὔ ἑν ΝΥΝ \ - - N πενίᾳ μυρίᾳ εἰμὶ διὰ τὴν τοῦ ϑεοῦ λατρείαν.

10. Πρὸς δὲ τούτοις οἱ νέοι μοι ἐτταχολουϑοῦντες, οἷς μάλιστα σχολή ἐστιν, οἱ τῶν πλουσιωτάτων, αὐτό-

kann, auf den Gedanken spannen, der nun endlich kommen soll. Bei Demosthenes finden sich ähnliche Wendungen häufig. Sokrates giebt dann zunächst den allgemeinen Ge- danken: ἀνϑρωπίνη σοφία ὀλί- yov τινὸς ἀξία ἐστὶ καὶ οὐδενός, der besonders von dem Σωχράτης σοφός gesprochen so schön

klingt; denn er kennzeichnet ihn:

als den entschiedensten Gegner der Sophisten, als den edeln, beschei- . denen Mann gegenüber der frivolen Unbescheidenheit vieler Sophisten. Er erklärt dann den Ausspruch des Gottes etwa wie ein Dichterwort und mit der behaglichen Breite des docierenden Lehrers, der zu Schü- lern redet, die ihn nicht immer schnell verstehen: „der Gott meint (λέγειν) nicht den Sokrates, er hat sich nur meines Namens bedient, mich als Beispiel angeführt, wie wenn er sagte“. Er legt endlich die Erklärung des Orakels dem Gotte selbst in den Mund, läfst diesen selbst reden und zwar nicht, als gäbe er dem Chärephon auf seine Frage eine Antwort, sondern als

biete er allen Menschen eine Lehre: οὗτος ὑμῶν, © ἄνϑρῳποι, σο- φώτατός ἔστιν, ὁστις ὥσπερ Σω- HORTNG χε αι €.

Der letzte Satz des Kapitels ent- hält eine stolze Zurückweisung des Vorwurfes der Anklage, Sokrates sei ein schlechter Bürger. Meine Ankläger nennen mich, sagt er, einen σχολαῖος, einen Mülsiggän- ger. Ich gebe ihnen mehr zu; auch um mein Hauswesen habe ich mich zu wenig bekümmert und lebe des- halb in gröfster Dürftigkeit. Aber der Grund dieser angeblichen σχολή ist eine ἀσχολία, die durch keine ἀσέβεια, wie die Anklage behauptet, sondern vielmehr durch eine fromme λατρεία τοῦ ϑεοῦ bedingt ist.

ap. 10. Der erste Satz des Ka- pitels hebt das oben Gesagte her- vor: scherzend im Hinblick auf seine Schüler sagt er: ich verkehre mit vielen jungen Leuten, die σχολὴ zur Genüge haben, lebe aber dabei in einer steten ἀσχολία, und: die Söhne der reichsten Männer suchen mich täglich auf und dennoch bin ich ἐν πενίᾳ μυρίᾳ geblieben. Er

24 NAATQNOZ

ματοι χαίρουσιν ἀχούοντες ἐξεταζομένων τῶν ἀνϑρώπων, χαὶ αὐτοὶ πολλάκις ἐμὲ μιμούμενοι εἶτ᾽ ἐπειχειροῦσιν ἄλλους ἐξετάζειν" κἄπειτα, οἶμαι, εὑρίσκουσι πολλὴν ἀφϑονίαν οἰομένων μὲν εἰδέναι τε ἀνθρώπων, εἰδότων δὲ ὀλίγα οὐδέν. ἐντεῦϑεν οὖν οἱ ὕπ᾽ αὐτῶν ἐξεταζό- uevoı ἐμοὶ ὀργίζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς, χαὶ λέγουσιν ὡς Σωχράτης τίς ἐστι μιαρώτατος χαὶ διαφϑεέρει τοὺς γέους᾽ χαὶ ἐπειδάν τις αὐτοὺς ἐρωτᾷ, τι ποιῶν χαὶ τι διδάσχων, ἔχουσι μὲν οὐδὲν εἰπεῖν, ἀλλ᾽ ἀγνοοῦσιν, ἵνα δὲ μὴ δοχῶσιν ἀπορεῖν, τὰ κατὰ πάντων τῶν φιλο- σοφούντων πρόχειρα ταῦτα λέγουσιν, ὅτι τὰ μετέωρα χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς, καὶ ϑεοὺς μὴ νομίζειν, καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιεῖν. τὰ γὰρ ἀληϑῆ, οἶμαι, οὐκ ἂν ἐϑέ- λοιὲν λέγειν, ὅτι χατάδηλοι γίγνονται προσποιούμενοι μὲν εἰδέναι, εἰδότες δὲ οὐδέν. ἅτε οὖν, οἶμαι, φιλότιμοι ὄντες χαὶ σφοδροὶ καὶ πολλοί, καὶ -ξυντεταμένως χαὶ πιϑανῶς λέγοντες περὶ ἐμοῦ, ἐμπεπλήχασιν ὑμῶν τὰ

wra χαὶ πάλαι χαὶ σφοδρῶς διαβάλλοντες.

deutet damit wieder an, in welchem Gegensatz er zu den Sophisten steht, mit denen die Anklage ihn auf die- . selbe Stufe stellt. Diese reiche Ju- gend folgt nun seinem Beispiele und, da sie einen grofsen Überfluls so dürfte ἀφϑονία am besten wieder-

zugeben sein von Thoren findet, ist gerade sie es, sind es gerade seine Schüler, welche ihn immer mehr in Gehässigkeit bringen. Denn statt sich selbst zu zürnen, wenn sie ihrer Thorheit überführt wer- den, zürnen die Leute ihm als dem geistigen Urheber dieser Art des Verkehrs. Die Lesart ἐμοὶ ὀργί- ζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς verteidigt Stallbaum treffend: quwod se erru- ris et inscitiae ab illis coargui pa- tiantur. Gravi cum ironia haec dieta sunt. Mihi, inquit, isti sue- censeni, quum tamen sibi potius debeant, ut qui se patiantur refu- tari ab illis adolescentulis. In den Worten Σωχράτης ἱτίς ἐστι we-

ἐχ τούτων

ρώτατος gehört τις zum Prädikat = Σωκράτης μιαρώτατός τίς ἐστι. Hieron. Müller übersetzt also falsch: „ein gewisser Sokrates ist ein höchst nichtswürdiger Mensch“.

-Sehr geschickt ist dann erklärt, wie die διὰ ολή

en δια- tung: τοὺς via entstanden ist.

ie Schüler des Sokrates halten den Leuten deren Thorheit νοῦ." Die Leute ärgern sich, weil sie in ihrem Selbstbewufstsein gekränkt wer- den. Sie sagen deshalb: die jungen Männer sind Taugenichtse und ihr Muster, Sokrates, verdirbt sie. Fragt man sie nun, wodurch, mit welchen Lehren, so erwidern sie natürlich nicht: ἐξετάζειν ἡμᾶς διδάσχων; denn mit einer solchen Antwort würden sie sich blofsstel- len. Sie bringen vielmehr jene vagen Reden vor, die der Unge- bildete gegen alle Philosophen zu führen pflegt d. h. sie verleumden munter drauf los (σφοδρῶς δια-

ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 25

χαὶ Πέλητός μοι ἐπέϑετο καὶ ’Avvrog καὶ Avzwv, Mein- τος μὲν ὑπὲρ τῶν ποιητῶν ἀχϑόμενος, Avvrog δὲ ὑττὲρ τῶν δημιουργῶν xal τῶν πολιτικῶν, Avawy δὲ ὑπὲρ τῶν ῥητόρων" ὥστε, ὅτεερ ἀρχόμενος ἐγὼ ἔλεγον, ϑαυμάζοιμ᾽ RN > [4 2 » > \ ς - \ \ > ἂν εἰ οἷός τ᾿ εἴην ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν ἐξε- λέσϑαι ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ οὕτω πολλὴν γεγονυῖαν. ke Zn 3 PU 3 - 2 - \ c - ταῦτ᾽ ἔστιν ὑμῖν, ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, τἀληϑῆ, καὶ ὑμᾶς οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν ἀποχρυψάμενος ἐγὼ λέγω οὐδ᾽ , 5 - 3 » ὑποστειλάμενος. χαί τοι οἶδα σχεδὸν ὅτι τοῖς αὑτοῖς 3 ,ὔ a \ , ΄“ ἿΝ - \ ca ἀπεχϑανομαι" καὶ τεχμήριον ὅτε ἀληϑῆ λέγω χαὶ ὅτι ca > \ ς \ ς 3 \ \ \ > - , > αὕτη ἐστὶν διαβολὴ ἐμὴ χαὶ τὰ airıa ταῦτα ἔστι. χαὶ ἐάν τε νῦν ἐάν τε αὖὐϑις ζητήσητε ταῦτα, οὕτως

εὑρήσετε.

11. Περὶ μὲν οὖν ὧν οἱ τιρῶτοί μου κατήγοροι χκα- τηγόρουν αὕτη ἔστω ἱκανὴ ἀπολογία πρὸς ὑμᾶς" πρὸς

βάλλειν). Es ist nun ganz der Sitte des Plato oder des Sokrates ge- mäls, dafs er die Klassifizierung der Menschen, welche er ad absurdum geführt, nicht nach den Charakteren, welche ihn angeklagt haben, zuge- schnitten hat: das wäre schulmäfsig gewesen und diese Schulmälsigkeit der Darstellung weist Plato überall zurück. Dennoch kann man die beiden Genossen des Meletos gar wohl unterbringen. Anytos, der Staatsmann, geht ärgerlich vor im Interesse, zu gunsten der δημίουρ- yol und der πολιτικοί, weil er selbst ein πολιτιχός ist und als solcher gewohnt ist die δημιουργοί zu haranguieren: ob er dabei eine Gerberei besessen hat oder nicht, ist gleichgiltig. Lykon aber ist wohl einer der vielen Lehrer der Rhetorik gewesen, die ja Plato und Sokrates so oft lächerlich machen und als deren Typus Lysias dem Sokrates galt. Dann steckt er als ποιητὴς τῶν λόγων oder Aoyo- ποιὸς unter den ποιηταὶ τῶν τρα-

γῳδιῶν καὶ τῶν διϑυράμβων zul

οἱ ἄλλοι, von denen im 7. Ka-

pitel die Rede war. Die Ruhe und das stolze Selbstbewulstsein des Redners kennzeichnet der Schlufs des ersten Teiles der Rede, das ϑαυμάζοιμ᾽ ἂν εἰ οἷός τ᾽ εἴην ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν ἐξελέσϑαι x. τ. ξ. Dals Sokrates mit seinem Zweifel an dem Erfolg seiner Rede recht hatte, kann man

sich auch sagen, ohne den Aus-

gang des Prozesses zu kennen: ein gewöhnlicher Geist vermag die Be- rechtigung einer Erscheinung, wie die des athenischen Weisen ist, nicht zu begreifen. Würde Sokra- tes in unseren Tagen von 500 Ge- schworenen freigesprochen sein, wenn man die Anklage zu einer Frage der sogenannten höheren Po- litik gemacht hätte? Würde man ihn etwa nach dem Kriege von 1870—1871 in Frankreich freige- sprochen haben, wenn es seine An- kläger verstanden hätten, den tief- gekränkten Nationalstolz gegen ihn aufzuregen? Ich glaube kaum. Wir Wilden sind nicht etwa bessere Menschen!

20 ΠΛΑΤΏΩΝΟΣ

δὲ έλητον τὸν ἀγαϑόν τε καὶ φιλόττολιν, ὥς φησι, καὶ τοὺς ὑστέρους μετὰ ταῦτα πειράσομαι ἀπολογεῖσϑαι. αὖὐϑις γὰρ δή, ὥσπερ ἑτέρων τούτων ὄντων χατηγόρων, λάβωμεν av τὴν τούτων ἀντωμοσίαν. ἔχει δέ πως ὧδε" Σωχράτη φησὶν ἀδικεῖν τούς τε νέους διαφϑεέροντα χαὶ ϑεοὺς οὖς ττόλις νομίζει οὐ νομίζοντα, ἕτερα δὲ δαι- μόνια χαινά. τὸ μὲν δὴ ἔγκλημα τοιοῦτόν ἐστε τούτου δὲ τοῦ ἐγχλήματος ἕν ἕχαστον ἐξετάσωμεν. φησὶ γὰρ δὴ τοὺς νέους ἀδιχεῖν μὲ διαφϑείροντα. ἐγὰ δέ, ἄν- does ᾿4ϑηναῖοι, adızeiv φημὶ ἸΠέλητον, ὅτι σπουδῇ χα- ριεγτίζεται, ῥᾳδίως εἰς ἀγῶνας χαϑιστὰς ἀνϑρώπους, zregl πραγμάτων τιροσποιούμεγνος σπουδάζειν καὶ κήδε- σϑαι, ὧν οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν. εἷς δὲ τοῦτο

οὕτως ἔχει, πειράσομαι καὶ ὑμῖν ἐπιδεῖξαι.

12. Καί μοι δεῦρο, Μέλητε, εἰπέ" ἄλλο τι

Kap. 11. Die Worte ὥς φησι zu Meintov τὸν ἀγαϑόν τε χαὶ φιλόπολιν sagen deutlich, dafs die Ankläger den Sokrates einen χα- χὸς πολίτης genannt hatten, der sich um das Wohl des Staates nicht kümmere. Natürlich haben sie sich selbst dabei nicht als gute und va- terlandsliebende Männer gepriesen,

sondern Sokrates legt ihnen sar- kastisch die Epitheta bei: ‘wenn

sie, sagt er, es für ihre Pflicht er- achten, einen schlechten Bürger, der sein Vaterland vernachlässigt,

anzuklagen, dann müssen sie sich

doch für Musterbürger halten. Höh-

nisch verliest er dann die Anklage, -

deren einzelne Teile ja bereits als haltlos hingestellt worden sind, und dreht nunin überraschendster Weise den Spies um, macht aus dem ἀδι- κεῖ Σωχράτης ein ἀδικεῖ Πέλη- τος. Er begründet dann das ἀδι- κεῖ mit dem bittersten Sarkasmus, wenn er den Meletos Ernst erheu- cheln läfst (σπουδῇ χαριεντίζεσθϑαι „mit ernster Miene Scherz und Spott treiben“), wenn er ihm Leichtfertig- keit vorwirft, mit der er Leute vor

Gericht ziehe (εἰς ἀγῶνας καϑι- στάναι) und wenn er sagt, er si- muliere ernstliche Sorge (σπονδά- ζειν καὶ χήδεσϑαι) um Dinge, die ihn gar nicht kümmern, eine Sorge, an die zu glauben schon sein Name verbietet; denn in, den Worten ὧν οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν weist das ἐμέλησεν ironisch auf

den Namen M&)nrtog zurück.

Kap. 12. Die Anspielung des μέλει auf den Namen M&Antog geht durch das ganze Kapitel, und man fühlt die Wirkung dieses Hohnes recht, wenn man die so oft wie- derholte Anrede ® “Μέλητε etwa mit „Freund Kummer“ übersetzt. Zumal der Schlufs des Kapitels klingt dann sehr wirkungsvoll: „Ja, - Freund Kummer, du zeigst zur Ge- nüge, dals du niemals besorgt warst um die Jugend und beweisest klar deine Kummerlosigkeit; denn du hast dich gar nicht gekümmert um die einzelnen Klagepunkte.“

Der Satz, dafs man einen Poli- tiker am sichersten zu grunde richte, wenn man ihn lächerlich mache, dürfte sich auch auf einen

ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 27

\ - - ς, ς , en , ᾿ περὶ ττολλοῦ ποιεῖ, ὅπως ὡς βέλτιστοι οἱ νεώτεροι ἔσον- > ”w \ - 3 \ 4 , > x ται; Ἔγωγε. Ἴϑι δὴ νῦν eine τούτοις, τίς αὐτοὺς βελ- τίους ποιεῖ; δῆλον γὰρ ὅτι οἶσϑα, μέλον γέ σοι. τὸν μὲν . ,ὔ

γὰρ διαφϑείροντα ἐξευρών, ὡς φής, ἐμὲ εἰσάγεις Tov- τοισὶ καὶ χατηγορεῖς" τὸν δὲ δὴ βελτίους ποιοῦντα ἴϑι eirte καὶ μήνυσον αὐτοῖς, τίς ἔστιν. δρᾷς, Πέλητε, ὅτι σιγᾷς καὶ οὐκ ἔχεις εἰπεῖν; καί τοι οὐκ αἰσχρόν σοι δοχεῖ εἶναι nal ἱχανὸν τεχμήριον οὗ δὴ ἐγὼ λέγω, ὅτι ; > φὰ , > 3 2 , we: 7, , 2 \

σοι οὐδὲν μεμέληκεν; ἀλλ᾽ εἶπέ, ᾿γαϑέ, τίς αὑτοὺς ἀμείνους ποιεῖ; Οἱ νόμοι. AAN οὐ τοῦτο ἐρωτῶ, βέλ- τιστε, ἀλλὰ τές ἄνϑρωπος, ὅστις πρῶτον καὶ αὐτὸ τοῦτο οἷδε, τοὺς νόμους. Οὗτοι, Σώχρατες, οἱ δικασταί. Πῶς λέγεις, Μέλητε; οἵδε τοὺς νέους τταιδεύειν οἷοί

΄ 2 \ , ω Ω τέ εἶσι χαὶ βελτίους ποιοῦσι; άλιστα. Πότερον arıav- δ. ς \ > α c > “᾽ τι \ \ τες, οἱ μὲν αὑτῶν, οἱ δ᾽ οὖ; Anavreg. Ev γε νὴ τὴν Ἥραν λέγεις, καὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφελούντων. \ , [4] ς 2 \ » > 2 τέ δὲ δή; οἵδε οἱ ἀχροαταὶ βελτίους ποιοῦσιν, οὔ;

v4 Καὶ ovüroı.

Ti δὲ οἱ βουλευταί; Καὶ οἱ βουλευταί.

Al) ἄρα, Μέλητε, μὴ οἱ ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ, οἱ ἐκκλη-

Ankläger anwenden lassen; denn die erste Voraussetzung der An- klage ist der Ernst; sobald ihr da- her die Schellenkappe aufgesetzt wird, mufs sie verloren sein. Die drastische Komik unseres Kapitels spricht nun fast aus jedem Worte. Spafshaft sind in ihrem Hohne gleich die ersten Worte: χαΐί μοι δεῦρο, Μέλητε, eine. Denn das δεῦρο ist natürlich nicht zu eine zu ziehen, sondern bildet einen Ausruf, eine Aufforderung für sich, der das Verbum der Bewegung, das 2198, fehlt. In dieser Weise redet man aber niemand an, den man achtet, sondern höchstens jemand, den man blofsstellen und den man von vornherein seine Überlegenheit fühlen lassen will. Höhnisch ist dann das lange Zaudern mit der Antwort auf die im Hinblick auf die Anklage überraschende Frage:

τίς αὐτοὺς βελτίους ποιεῖ; die Worte: „du weifst’s ja natürlich,

du kümmerst dich ja drum“ u. 5. w.

Höhnisch ist die dem Meletos zu- erst untergeschobene Antwort: οἱ vouoı, denn sie klingt schlau und ist dabei doch einfältig, weil sie eine ausweichende Antwort ist; und dann die Art, wie Sokrates ihn zwingt Schritt vor Schritt dem Ge- ständnis zuzueilen, dafs alle Welt aufser dem Angeklagten die Ju- gend besser mache. Darf er doch nicht nein sagen, auch nicht auf die Frage ἅπαντα; Denn sonst wird ihm entgegengehalten: Warum klagst du denn allein den Sokrates an? Bitter ironisch ist ferner das Staunen, welches der Redner simu- liert, die Frage: πῶς λέγεις; der Schwur: εὖ γε νὴ τὴν "Hoav λέ- γεις, die verwunderten Ausrufe: χαὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφε-

28 ΠΑΑΤΏΩΝΟΣ

σιασταί, διαφϑείρουσι τοὺς νεωτέρους; κἀκεῖνοι βελ- τίους ποιοῦσιν ἅπαντες; Καἀχεῖνοι. Πάντες ἄρα, ὡς »Ἤ > «, x > ᾿ - \ 3 - ἔοικεν, ᾿ϑηναῖοι καλοὺς κἀγαϑοὺς ποιοῦσι τιλὴν ἐμοῦ, ἐγὼ δὲ μόνος διαφϑείρω. οὕτω λέγεις; Πάνυ σφόδρα ταῦτα λέγω. Πολλήν γ᾽ ἐμοῦ χατέγνωχας δυστυχίαν. xal μοι ἀπόχριναι" xal περὶ ἵππους οὕτω σοι δοχεῖ ἔχειν" οἱ μὲν βελτίους τπτοιοῦντες αὐτοὺς πάντες ἄνϑρω- σοι εἶναι, εἷς δέ τις διαφϑείρων; τοὐναντίον τούτου χετᾶν εἷς μέν τις βελτίους οἷός τ᾽ ὧν ποιεῖν πάνυ 2927 ξι En ς x nen 7 - x - ὀλίγοι, οἱ ἱππιικοί" οἱ δὲ στολλοὶ ἐάνπερ ξυνῶσι καὶ χρῶν- cr , 2 a ar 3 ται ἵπποις, διαφϑείρουσιν; οὐχ οὕτως ἔχει, Meinre, καὶ πιερὶ ἵπτων καὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων ζώων; πάντως δήπου, ἐάν τε σὺ καὶ Avvrog οὐ φῆτε ἐάν τὲ φῆτε" χτολλὴ γὰρ ἄν τις εὐδαιμονία εἴη περὶ τοὺς νέους, εἰ εἷς x ΄ > x , ς 3 2 > - μὲν μόνος αὐτοὺς διαφϑείρει, οἱ δ᾽ ἄλλοι ὠφελοῦσιν. 7 x 3 5 ς - 2 ΓΝ ε 3 ’ὔ ἀλλὰ γάρ, Πέλητε, ἱκανῶς ἐπιδείχνυσαι ὅτι οὐδεπώ- στοτε ἐφρόντισας τῶν νέων, καὶ σαφῶς ἀποφαίνεις τὴν σαυτοῦ ἀμέλειαν, ὅτε οὐδέν σοι μεμέληκε περὶ ὧν ἐμὲ εἰσάγεις. | 13. Ἔτι δὲ ἡμῖν eine, πρὸς Διὸς ἸΠέλητε, πό- ἘΞ ᾿ - P}} τερον ἔστιν οἰχεῖν ἄμεινον ἐν πολίταις χρηστοῖς πο-

λούντων und πολλήν γ᾽ ἐμοῦ zu-,

τέγνωχας δυστυχίαν d. h. „grols ist das Unglück, auf welches du gegen mich erkennst“; denn χα- ταγιγνώσχειν ist hier gewils mit einem Anklang an die gerichtliche Bedeutung des Wortes gebraucht. Und nun die echt sokratische Wi- derlegung: Ist’s mit den Pferden ebenso? machen alle Menschen sie besser und nur einer verdirbt sie? u.s. w. Fragen, denen dann mit schneidender Kürze die Antwort an- gefügt wird, die Antwort, die jede Widerrede zurückweist: πάντως δήπου, ἐάν τε σὺ zul "Avvroc οὐ φῆτε ἐᾶν τε φῆτε. : Kap. 13. Und doch ist die ganz

Beweisführung des vorigen Kapi- tels nichts als ein Scherz, bei wel-

chem nicht dialektische Schärfe, sondern einzig Spott, Ironie, Sar- kasmus das Wort der Widerlegung geführt haben. Es scheint, dafs Meletos in seiner gewils prunk-

haften Rede die Gesetze angerufen,

sich in deklamatorischer Weise

nicht allein an die δικασταί, Son-

dern auch an die βουλευταί und selbst an die ἐχχλησιαστιχοί ge- wendet habe, dafs er sich etwa ge- äufsert habe: „Welcher δικαστής, welcher βουλευτής, ja welcher £x- χλησιαστικός wird den Angeklag- ten freisprechen können!“ Sonst würde Plato kaum so wenig logisch scharf gesprochen haben. Denn der eine Einwurf schlägt ja den Sokra- tes: „Ich weifs nicht, ob unter den Leuten, welche du anführst, sich

ἈΠΟΛΟΓῚᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 29

m

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γηροῖς; ᾽τᾶν, ἀπόκριναι" οὐδὲν γάρ τοι χαλεττὸν ἐρωτῶ. οὐχ οἱ μὲν πονηροὶ κακόν τι ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυ- τάτω ἑαυτῶν ὄντας, οἱ δ᾽ ἀγαϑοὶ ἀγαϑόν τι; Πάνυ γε. Ἔστιν οὖν ὕστις βούλεται ὑπὸ τῶν ξυνόντων βλάπτεσϑαι μᾶλλον 7 ὠφελεῖσϑαι; ἀπόκριναι, ᾽γαϑέ" καὶ γὰρ ( γόμος κελεύει ἀττοχρίνεσϑαι. ἔσϑ᾽ ὅστις βούλεται βλά- πτεσϑαι; Οὐ δῆτα. Φέρε δή, πέτερον ἐμὲ εἰσάγεις δεῦρο ὡς διαφϑείροντα τοὺς νεωτέρους χαὶ πονηροτέ- ρους ποιοῦντα Exovra ἄκοντα; Ἑχόντα ἔγωγε. Τί δῆτα, Μέλητε; τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ σοφώτερος εἶ τηλικούτου ὄντος τηλικόσδε ὥν, ὥστε σὺ μὲν ἔγνωχας ὅτι οἱ μὲν χαχοὶ χαχόν τι ἐργάζονται ἀεὶ τοὺς μάλιστα πλησίον ἑαυτῶν, οἱ δὲ ἀγαϑοὶ ἀγαθόν" ἐγὼ δὲ δὴ εἰς τοσοῦτον ἀμαϑίας ἥκω, ὥστε καὶ τοῦτ᾽ ἀγνοῶ, ὅτι, ἐάν τινα μο-

Männer befinden, welche die Ju- gend verderben, und kann solche deshalb nicht verfolgen; von dir aber glaube ich zu wissen, dafs deine Lehre schädlich auf die Jüng- linge wirkt“. Denn es ist wohl kaum zu denken, dafs Meletos die Antworten, welche Plato ihm in den Mund legt, gegeben habe, trotz der Worte: ἀπόχριναι, ᾽γαϑέ, zul γὰρ νόμος χελεύει ἀποκχρί- γνεσϑαι. Mag immerhin ein Gesetz, wie es zu einer Rede des Demo- sthenes angegeben wird, in Athen giltig gewesen sein: τοῖν avrıdi- χκοιν ἐπάναγχες εἶναι ἀποχρίνα- σϑαι ἀλλήλοις τὸ ἐρωτώμενον, μαρτυρεῖν δὲ um, so ist es doch durchaus nicht wahrscheinlich, dafs ein Kläger auf so schnöde Fragen des Angeklagten zu erwidern ge- zwungen gewesen wäre, dals er auf Fragen hätte antworten müs- sen, welche wie die des vorigen Kapitels gar nicht zur Sache ge- hören, wie die: Machen die Richter die Jünglinge besser? und dafs Me- letos und Anytos so dumm ge- wesen wären zu antworten, wie das vorige Kapitel angiebt. Nein, die Ironie liegt wohl gerade darin,

dafs der Redner seinen Gegnern solche Antworten unterschiebt. Die Logik unseres Kapitels ist zwingender: οὗ πονηροὶ χαχόν τι ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυτάτω ἑαυτῶν ὄντας οὐχ ἔστιν θστις βουλεται ὑπὸ τῶν Suvovrov βλα- πτεσϑαι᾿ διὸ διαφϑείρων ἔγω τοὺς νεωτέρους ἄχων διαφϑείρω. καὶ προσήχει Μελήτῳ ἰδίᾳ λα-

‚Bovu ἐμὲ διδάσκειν, ἀλλὰ μὴ

δεῦρο εἰσάγειν. Dennoch läfst sich auch dagegen sagen: Kann man nicht den Umgang aufgeben, sobald die νεώτεροι verdorben worden sind, wie Sokrates sicher den Um- gang mit Kritias in dessen letzter Zeit aufgegeben hatte? und sodann: Soll denn eine gottlose, die Jugend verderbende Lehre deshalb nicht geahnt werden, weil der Lehrende sie im guten Glauben verbreitet? Nein, mit der Wendung: εἰ δὲ ἄκων διαφϑείρω x. τ. &. und der vor- hergehenden: τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ σοφώτερος εἶ x. τ. δ. kann der Redner den Charakter des Anklägers herabsetzen, den Richter bestimmen kann er damit wohl kaum.

90 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

χϑηρὸν ποιήσω τῶν ξυνόντων, κινδυνεύσω χαχόν τι λα- βεῖν ἀπ᾿ αὐτοῦ, ὥστε τοῦτο τὸ τοσοῦτον χαχὸν ἑχὼν ποιῶ, ὡς φὴς σύ; ταῦτα ἐγώ σοι οὐ meidouaı, Me- λητε, οἶμαι δὲ οὐδὲ ἄλλον ἀνθρώπων οὐδένα" ἀλλ᾿ οὐ διαφϑείρω, εἰ διαφϑείρω, ἄχων, ὥστε σύ γε κατ᾽ ἀμφότερα ψεύδει. εἰ δὲ ἄχων διαφϑείρω, τῶν τοιούτων χαὶ ἀχουσίων ἁμαρτημάτων οὐ δεῦρο νόμος εἰσάγειν ἐστίν, ἀλλ᾽ ἰδίᾳ λαβόντα διδάσκειν καὶ νουϑετεῖν" δῆλον γὰρ ὅτι, ἐὰν μάϑω, παύσομαι γε ἄκων ποιῶ. σὺ δὲ ξυγγενέσϑαι μέν μοι καὶ διδάξαι ἔφυγες καὶ οὐκ ἠϑέλη- σας, δεῦρο δὲ εἰσάγεις, οἵ νόμος ἐστὶν εἰσάγειν τοὺς κολάσεως δεομένους, ἀλλ᾽ οὐ μαϑήσεως.

14. ᾿Αλλὰ γάρ, ἄνδρες ᾿41ϑηναῖοι, τοῦτο μὲν δῆλον ἤδη ἐστίν, ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι Πελήτῳ τούτων οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν τειώττοτε ἐμέλησεν ὅμως δὲ δὴ λέγε ἡμῖν, πῶς μὲ φὴς διαφϑείρειν, Μέλητε, τοὺς γεωτέρους; δῆλον δὴ ὅτι χατὰ τὴν γραφήν, ἣν ἐγράψω, ϑεοὺς διδάσχοντα μὴ νομίζειν οὺς στόλις νομίζει, ἕτερα δὲ δαιμόνια χαινά; οὐ ταῦτα λέγεις ὅτι διδάσκων δια- φϑείρω; Πάνυ μὲν οὖν σφόδρα ταῦτα λέγω. Πρὸς αὐτῶν

Kap. 14. Nachdem Sokrates noch

einmal im Eingange den Meletos . einen leichtfertigen Mann genannt.

hat (ὅτι Μελήτῳ τούτων οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν πώποτε ἐμέ- λησεν), zerlegt er, immer sarka- stisch auf den anwesenden Klä- ger zeigend und ihn durch Anre- den und durch Antworten, welche er seiner Anklagerede entnimmt und ihm von neuem in den Mund legt, blofsstellend, die Anklage wie mit dem Seciermesser und weist je langsamer, um so bitterer die Haltlosigkeit derselben nach. Nur darf man sich, ich wiederhole es, ja nicht einbilden, dafs Meletos die Fragen des Redners wirklich jedes- mal so beantwortet, wie die Rede es anführt. Was würde das für eine Rede gewesen sein, die den Redner nach jedem Satze eine Pause

machen und auf die Antwort des Gegners, die zögernde Antwort eines an dem Pranger stehenden Mannes warten läfst! Nein, Mele- tos hat in seiner Rede in deklama- torischer Art gesagt, Sokrates ge-

_ höre zu jener Art von Philosophen,

welche überhaupt an keine Götter glauben, welche die Sonne für einen

glühenden Stein und den Mond für

eine Erde halten u. s. w. und diese seine Ausführung vergleicht nun Sokrates mit der Formel der An- klage. Also langsamen Schrittes wi- derlegt er die Klageformel, nach

jedem Schritt halt machend und auf

seinen Ankläger mit dem Finger zeigend. Zuerst nimmt er das Wort διδάσχων aus der Klageformel her- aus und beschwört dann den Geg- ner ironisch gerade bei den Göttern, von denen die Klage spricht πρὸς

ATOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 81

ει , ο - - τ er < ,ὔ τοίνυν, Πέλητε, τούτων τῶν ϑεῶν, ὧν νῦν λόγος « > ἐστίν, εἰτεὲ ἔτι σαφέστερον zul ἐμοὶ χαὶ τοῖς ἀνδράσι τουτοισί. ἐγὼ γὰρ οὐ δύναμαι μαϑεῖν, πότερον λέγεις ᾿ 5 , \ 3 \ ΡΥ) διδάσχειν μὲ νομίζειν εἶναί τινας ϑεοὺς, καὶ αὑτὸς ἄρα 5 γομέζω εἶναι ϑεούς, χαὶ οὐκ εἰμὶ τὸ παράπαν ἄϑεος > y [4 > - ? , ο ς I > > οὐδὲ ταύτῃ ἀδικῶ, οὐ μέντοι οὕστιερ γε πόλις, αλλ ᾿ x - - N Η ᾽Ὰ ἑτέρους, καὶ τοῦτ᾽ ἔστιν μοι ἐγχαλεῖς, ὅτι ἑτέρους" παντάπασέ μὲ φὴς οὔτε αὐτὸν νομίζειν ϑεοὺς τούς τε ἄλλους ταῦτα διδάσκειν. Ταῦτα λέγω, ὡς τὸ τταράτταν οὐ νομίζεις ϑεούς. 2 ϑαυμάσιε έλητε, ἵνα τέ ταῦτα λέγεις: οὐδὲ ἥλιον οὐδὲ σελήνην ἄρα νομίζω ϑεοὺς εἶναι, ὥσπερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι; Ma Ai’, ἄνδρες δικασταί, 3 \ \ co 4 5 4 \ ἐπεὶ τὸν μὲν ἥλιον λέϑον φησὶν εἶναι, τὴν δὲ σελήνην - 3 [4 BJ} - 5 ’, \ γῆν. Avusayogov οἴει χατηγορεῖν, φίλε Meinre, καὶ τῷ -Ὁ > οὕτω χαταφρονεῖς τῶνδε χαὶ οἴει αὐτοὺς Arseigovg γραμ- 5 2 > , x [43 x > [4 μάτων εἶναι, ὥστε οὐχ εἰδέναι ὅτι τὰ AvaSayogov βι- βλία τοῦ Κλαζομενίου γέμει τούτων τῶν λόγων; χαὶ δὴ χαὶ οἱ νέοι ταῦτα cap’ ἐμοῦ μανϑάνουσιν ἔξεστιν ἐνίοτε, εἰ πάνυ πολλοῦ, δραχμῆς ἐκ τῆς ὀρχήστρας πρι- αμένους Σωχράτους καταγελᾶν, ἐὰν προσποιῆται ἑαυτοῦ

αὐτῶν τούτων τῶν ϑεῶν -- das Objekt der Sokratischen Lehre zu bestimmen. Dann vergleicht er das νομίζειν ϑεούς der Klage mit dem der Rede des Meletos. Die Klageformel behauptet nur, dafs der Angeklagte die Götter des Staates verleugne; die Klagerede sagt: ro παράπαν Σωχράτης οὐ νομίζει ϑεούς. Würde ein einigermalsen überlegender Mann, durch den Frage- steller aufmerksam gemacht, eine solche Antwort gegeben und sich nicht vielmehr einfach auf den Wort- laut der ἀντωμοσία berufen ha- ben? Sehr drastisch verweilt der Redner bei dieser Antwort; ϑαυ- μᾶσιε Ἰέλητε nennt er ironisch den Gegner und wirft ihm sofort das Gedankenlose seines Satzes vor: va τί ταῦτα λέγεις; (ἵνα τί

seil. γένηται, wie gewöhnlich er- klärt wird) d. i. „damit du was be- weisest, sagt du das?“ oder: „was willst du damit sagen?“ Treffend benutzt er das angezogene Beispiel von der Sonne und dem Monde. Die Anklage ist formell falsch; denn sie trifft nicht den Angeklagten, sondern den Anaxagoras; sie ist rücksichtslos gegen die Richter; denn sie hält diese für ἀπείρους γραμμάτων, für Männer, die in der attischen Litteratur (γράμματα) nicht zu Hause sind; sie zeugt end- lich von der Beschränktheit des Klägers; denn soviel wenigstens mulste er sich sagen können, dafs Sokrates keine Zuhörer finden werde für Sätze, die man bereits von der Bühne herab zu hören be- kommen konnte,

32 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

εἶναι, ἄλλως τε χαὶ οὕτως ἄτοττα ὄντα. ἀλλ᾽ πρὸς Διός, οὑτωσί σοι δοκῶ οὐδένα νομίζειν ϑεὸν εἶναι; Οὐ μέντοι μὰ Δ οὐδ᾽ διτωστιοῦν. πιστός γ᾽ εἶ, ME&- λητε, χαὶ ταῦτα μέντοι, ὡς ἐμοὶ δοκεῖς, σαυτῷ. ἐμοὶ γὰρ δοχεῖ οὗτοσί, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, πιάνυ εἶναι ὑβριστὴς χαὶ ἀχόλαστος, χαὶ ἀτεχνῶς τὴν γραφὴν ταύτην ὕβρει tivi χαὶ ἀχολασίᾳ καὶ νεότητι γράψασϑαι. ἔοικε γὰρ ὥστειερ αἴνιγμα ξυντιϑέντι διατιειρωμένῳ, ἀρα γνώσεται Σωχράτης σοφὸς δὴ ἐμοῦ χαριεντιζομένου καὶ ἐναντέ᾽ ἐμαυτῷ λέγοντος, ἐξαττατήσω αὐτὸν καὶ τοὺς ἄλλους τοὺς ἀκούοντας; οὗτος γὰρ ἐμοὶ φαίνεται τὰ: ἐναντία λέγειν αὐτὸς ἑαυτῷ ἐν τῇ γραφῇ, ὥσπερ ἂν εἰ εἴποι"

ἀδιχεῖ

Die Worte ἄλλως TE καὶ οὕτως ἄτοπα ὄντα heilsen: „zumal da es sich um Fragen so seltsamer, auffälliger Art handelt“. Zu einem abfälligen Urteil über Anaxagoras ist hier gar nicht der Ort, wenn auch nicht blofs nach der von Cron angezogenen Stelle (Xenoph. IV, 7, 1), sondern aus Aulserungen Pla- tos selbst geschlossen werden muls,

dafs Sokrates und er keine grofsen

Verehrer des Klazomeniers gewe- sen sind. Die auf die nächste höhnische Frage erfolgende Ant- wort kann nun Meletos sicher nicht gegeben haben, schon deshalb nicht, weil er sie kurz vorher (τὸ παρά- παν οὐ νομίζεις ϑεούς) schon ein- mal gegeben hatte und nach der Auseinandersetzung des Sokrates über die Lehre des Anaxagoras, durch die er blamiert ist, doch un- möglich in noch stärkerer Form wiederholen kann; denn eine stär- kere Versicherung als οὐ μέντοι μὰ AU οὐδ᾽ ὅπωστιοῦν kaum denken. „Nein, die rhetorische Frage (ἀλλ᾽ πρὸς Διὸς κ. τ. &.) dient mit ihrer Antwort nur als Übergang zu dem absprechendsten, schärfsten Urteile: ἄπιστος εἶ du

läfst sich-

Σωχράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ ϑεοὺς νομίζων. χαί τοι τοῦτό ἐστι παίζοντος.

verdienst keinen Glauben, χαὲ ταῦτα μέντοι σαυτῷ und zwar nicht einmal seitens deiner selbst d. i. „du glaubst selbst nicht, was du sagst“. Und nun die in der Apostrophe an die Richter gebrauch- ten niederschmetternden Ausdrücke, die an Demosthenes’ Urteil über Philipp oder an Ciceros Catilinarien in ihrer Fülle erinnern.: ὑρβιστῆς zul ἀκόλαστος, ὕβρει καὶ ἀκχο- λασίᾳ καὶ νεότητι, ferner die Aus- drücke αἴνιγμα ξυντιϑέναι, χαρι- εντίζεσϑαι, ἐξαπατᾶν, ἐναντία λέγειν ἑαυτῷ und endlich die ver- besserte Klageformel: ἀδικεῖ Σω- χράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ ϑεοὺς νομίζων mit ihrem Schlufs- wort: τοῦτό ἐστι παίζοντος „das ist dummes Zeug“.

Zu den Worten δὲ ἔξεστιν ἐνίοτε δραχμῆς ἐχ τῆς ὀρχήστρας πρια- μένοις x. τ. &. ist zu bemerken, dafs Dichter, wie Euripides, es lieb-

ten, von der Bühne herab oder in

den Chorgesängen (die ὀρχήστρα ist der dem Chor zugewiesene Raum zwischen Bühne und Zu- schauerraum) philosophische Leh- ren vorzutragen. Mit δραχμή ist auf das geringe Eintrittegzid hin-

ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 99

15. Ξυνεπισχέψασϑε δή, ἄνδρες, μοι φαίνεται ταῦτα λέγειν" σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι, Μέλητε" ὑμεῖς δέ, ὅπερ κατ᾽ ἀρχὰς ὑμᾶς παρητησάμην, μέμνησϑέ μοι μὴ ϑορυβεῖν, ἐὰν ἐν τῷ εἰωθότι τρόπῳ τοὺς λόγους ποιῶμαι. ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων, Meinte, ἀνθρώπεια μὲν γομέζει πράγματ᾽ εἶναι, ἀνθρώπους δὲ οὐ νομίζει; ἀποχρινέσϑω, ἄνδρες, καὶ μὴ ἄλλα χαὶ ἄλλα ϑορυ- βείτω" ἔσϑ᾽ ὅστις ἵππους μὲν οὐ νομίζει εἶναι, ἱππικὰ δὲ πράγματα; αὐλητὰς μὲν οὐ γομίξει, αὐλητιχὰ δὲ πράγματα; οὐχ ἔστιν, ἄριστε ἀνδρῶν" ei μὴ σὺ βούλει ἀποχρίνασϑαι, ἐγὼ σοὶ λέγω καὶ τοῖς ἄλλοις τουτοισί. ἀλλὰ τὸ ἐπὶ τούτῳ γε ἀπόχριναι" ἔσϑ᾽ ὅστις δαιμόνια

μὲν νομίζει πράγματ᾽ Οὐχ ἔστιν. τωνὶ ἀναγχαζόμενος.

gewiesen: für eine Drachme konnte man das Theater dreimal besuchen.

Kap. 15. Formell ist der Beweis auch dieses Kapitels tadellos: Mele- tos sagt in seiner Klage, ich, So- krates, glaube an δαιμόνια (ἕτερα δὲ ϑαιμόνια καινὰ εἰσηγούμενος); δαιμόνια weisen auf δαίμονες hin, wer also an δαιμόνια glaubt, muls auch an δαίμονες glauben; δαίμο- vec sind aber Kinder der ϑεοί; der Glaube an δαίμονες hat also den an ϑεοί zur Voraussetzung; folg- lich leidet die Anklage an einem Widerspruch, wenn sie meinen Glau- ben an δαιμόνια zugiebt und mir den an ϑεοί abspricht. Hätte sich Meletos in seiner Rede streng an seine Anklageformel gehalten, so würde ihm Sokrates mit seiner Schlufsfolgerung nicht haben bei- kommen können; denn die ἄντω-

μοσία sagt nur: οὕς πόλις νομί- ζει ϑεοὺς οὐ νομίζων, sie schlielst also den Glauben an Götter über- haupt nicht aus. Der Kläger hat sich aber in seiner Rede, wie wir sahen, bis zu dem Satze verstiegen:

Plato, Apologie. Krito.

εἶναι, δαίμονας δὲ οὐ νομίζει; Ὡς ὥνησας, ὅτι μόγις ἀπεκρίνω ὑπὸ Tov- οὐχοῦν δαιμόνια μὲν φής μὲ καὶ γομίζειν χαὶ διδάσχειν, εἴτ᾽

οὖν χαινὰ εἴτε παλαιά" ἀλλ᾽

Σωχράτης τὸ παράπαν οὐ νομί- ζει ϑεούς, deshalb kann er jetzt kaum ausweichen. Anders steht die Sache aber mit den Richtern, die sich mit dem Kläger zu verrennen nicht nötig haben. Die ἀντωμο- σία hat augenscheinlich das soge- nannte δαιμόνιον des Sokrates im Auge, wenn sie ‚sagt, er führt δαι- μόνια χαινά ein d. 1. δαιμόνια, welche als χαινά mit den δαίμο- γες und den ϑεοί der Götterlehre gar nichts zu thun haben. Sokrates widerlegt also nur die Rede, nicht die Anklage. Sodann aber verliert der Beweis seine erste Voraussetzung und fällt damit zusammen, sobald wir unter δαιμόνια Arten des δαι- μόνιον verstehen, von dem Sokra- tes als von einer inneren Stimme, welche ihn vor allem Unrecht warnt, redet. Sein δαιμόνιον ist nichts als ein bildlicher Ausdruck, der als sol- cher auf einen Glauben an δαΐμο- veg oder an ϑεοί gar nicht schlielsen läfst.

Dafs klare Köpfe wie Sokrates und Plato das nicht Stichhaltige

3

94 ΠΑΑΤΩΝΟΣ

οὖν δαιμόνιά γε νομίζω χατὰ τὸν σὸν λόγον, χαὶ ταῦτα χαὶ διωμόσω ἐν τῇ ἀντιγραφῇ. εἰ δὲ δαιμόνια νομέζω, χαὶ δαίμονας Önmov πολλὴ ἀνάγχη νομέζειν μέ ἐστιν" οὐχ οὕτως ἔχει; ἔχει δή" τίϑημι γάρ σὲ ὁμολογοῦντα, ἐπειδὴ οὐκ ἀτιοχρένει. τοὺς δὲ δαίμονας οὐχὶ ἤτοι ϑεούς γε ἡγούμεϑα ϑεῶν παῖδας; φὴς οὔ; Πάνυ γε. Οὐκοῦν εἴπερ δαίμονας ἡγοῦμαι, ὡς σὺ φής, εἰ μὲν ϑεοί τινές εἰσιν οἱ δαίμονες, τοῦτ᾽ ἂν εἴη ἐγώ φημέ σε αἰνέττεσϑαι καὶ χαριεντίζεσϑαι, ϑεοὺς οὐχ ἡγούμενον φάναι ἐμὲ ϑεοὺς αἱ ἡγεῖσϑαι πάλιν, ἐπειδήπερ γε δαί- μονας ἡγοῦμαι" εἰ δ᾽ αὖ οἱ δαίμονες ϑεῶν παῖδές εἰσι γόϑοι τινὲς ἐκ νυμφῶν ἔχ τινων ἄλλων, ὧν δὴ xal λέγονται, τίς ἂν ἀγϑρώπων ϑεῶν μὲν παῖδας ἡγοῖτο εἶναι, ϑεοὺς δὲ μή; ὁμοίως γὰρ ἂν Arorıov εἴη, ὥσπερ ἂν εἴ τις ἵσιπτων μὲν παῖδας ἡγοῖτο --- καὶ ὄνων τοὺς ἡμιόνους ---, ἵππτους δὲ καὶ ὄνους μὴ ἡγοῖτο εἶναι. ἀλλ᾽,

auch dieses Beweises nicht sollten erkannt haben, ist natürlich nicht anzunehmen, und noch weniger, dafs so edle Herzen sich eines Ad- vokatenkniffes sollten bedient ha- ben, um den Gegner zu schlagen. Nein, Sokrates verfolgt hier viel-

mehr nur ein anderes Ziel, als das,

sich selbst zu ver teidigen ; er will nur nachweisen, ὅτι “Μελήτῳ οὐ- δὲν “μεμέληχε περὶ ὧν Σωκράτη εἰσάγεε oder, wie er Kap. 10 sagt, ὅτι οὐχ ἀδικῶ 'κατὰ τὴν Me- λήτου γραφήν. Dem eigent- lichen Wesen der Klage geht er da- bei nicht aus dem Wege, wie der erste Teil der Apologie und wie der bald folgende Teil zeigt; er bietet ihm vielmehr mit edler Über- zeugungstreue und klarem Mannes- mute die Stirn. Diese Art der Wi- derlegung des Meletos hat dann für

die ganze Rede noch eine andere _

Bedeutung: sie giebt ein Beispiel des τρόπος ἐξετάσεως, von dem der 1. Teil der Apologie gespro- chen hatte, Mit viel rhetorischer Kunst wiederholt der Redner die

Aufforderung an Meletos zu ant- worten: σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι -- ἀποχρινέσϑω, ἄνδρες --- εἰ μὴ σὺ βούλει ἀποχρίνασϑαι «. τ. ἑ. ὡς ὥνησας (d. i. was du gut bist!), ὅτι μόγις ἀπεχρίνω und endlich τέϑημι γάρ σε ὁμολογοῦν- τα, ἐπειδὴ οὐκ ἀποκρίνει. So- krates braucht aber nach jedem Schritte vorwärts ein retardieren- des Moment, um seinen Hohn wir- ken zu lassen, und das bietet ihm jede solche Anrede.

Mit Stallbaum habe Ach .die Les- art der Handschriften ὥσπερ ἂν el τις ἵππων μὲν παῖδας ἡγοῖτο χαὶ ὄνων, τοὺς ἡμιόνους, beibe- halten und weder mit Hermann τοὺς ἡμιόνους noch mit Cron das χαὶ eingeklammert, ‚habe aber zwi- schen ἡγοῖτο und” einen Gedan-. kenstrich gesetzt, weil ich mir denke, ein "fingierter Zwischenruf: „zul ὄνων“ veraulasse ‚den Redner zu den Worten καὶ ὄνων 1. 6. ἵππων zal ὄνων, τοὺς ἡμιόνους. Ein solcher Zwischenruf ist bei der Unruhe einer Versammlung, die ja

Ir

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 35

5 , 2 [4 \ - Er > Μέλητε, οὐκ ἔστιν ὅπως σὺ ταῦτα οὐχὶ ἀποπειρώμε- - > » γος ἡμῶν ἐγράψω τὴν γραφὴν ταύτην ἀπορῶν τι 2 “-», 3 δ. \ 2 ἈΠ Τὰ \ , ἐγχαλοῖς ἐμοὶ ἀληϑὲς ἀδίκημα" ὅπως δὲ σὺ τινα πείϑοις - ,ὔ »-» > ἂν καὶ σμικρὸν νοῦν ἔχοντα ἀνθρώπων, ὡς οὐ τοῦ av- τοῦ ἐστὶ καὶ δαιμόνια χαὶ ϑεῖα ἡγεῖσϑαι, χαὶ αὖ τοῦ αὐτοῦ μήτε δαίμονας μήτε ϑεοὺς μήτε ἥρωας, οὐδεμία μηχανή ἔστιν. 16. Alla γάρ, ἄνδρες Asmvaloı, ὡς μὲν ἐγὲ Ἐν 3 - \ \ 2 - οὐκ ἀδιχῶ χατὰ τὴν ἥελητου γραφήν, οὐ πολλῆς μοι - , 2 - c δοχεῖ εἶναι ἀπολογίας, ἀλλ᾽ inava χαὶ ταῦτα᾽ δὲ καὶ 2 - 2 2 a ΄, a ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν ἔλεγον, ὅτε πολλή μοι ἀπέχϑεια γέ- yove χαὶ πρὸς πολλούς, ev ἴστε ὅτε ἀληϑές ἐστι. καὶ IE Wi > νῶν RN ἔχ. ER; m > τοῦτ ἔστιν ἑἕμὲ αἱρήσει, ἕανπερ αἱρῇ, οὐ Meinrog οὐδὲ “Ἄνυτος, ἀλλ᾽ τῶν πολλῶν διαβολή τε καὶ φϑόνος. a x \ \ » \ > \ Υ [43 δὴ πολλοὺς χαὶ ἄλλους χαὶ ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἥρηκεν, οἶμαι δὲ καὶ αἱρήσειν" οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν ἐμοὶ στῇ. 5 - 2 ΕἸ ἔσως δ᾽ ἂν οὖν εἴποι τις" εἶτ᾽ οὐκ αἰσχύνει, Σώκχρα- - T τες, τοιοῦτον ἐπιτήδευμα ἐπιτηδεύσας, ἐξ οὗ κινδυνεύεις ἄς a li , γυνὶ ἀποϑανεῖν; ἐγὼ δὲ τούτῳ ἂν δίκαιον λόγον ἀντεί- zo, ὅτε οὐ χαλῶς λέγεις, ἄνϑρωπε, εἰ οἴει δεῖν

die Rede selbst mit ihrem oft wie- derkehrenden un ϑορυβεῖτε zuge- steht, nicht unwahrscheinlich, zu- mal von jemand, der des Redners Art Pferde und Kühe und Esel zum Vergleich heranzuziehen, kannte; er kennzeichnet diese Unruhe vielmehr ganz gut.

Kap. 16. Der folgende Teil der Rede trägt eine ganz andere Fär- bung als die bisherige Verteidigung. Sokrates wendet sich gegen einen ehrenwerteren oder wenigstens würdigeren Ankläger, als es der unreife Meletos war, dessen er nur . noch beiläufig Erwähnung thut, gegen den älteren Staatsmann Any- tos. Dem würdigeren Gegner tritt er mit der vollen Manneswürde, mit dem edelsten Selbstgefühl ent- gegen, dem er dabei die reinste Bescheidenheit zu paaren versteht.

Und wie kunstvoll leitet er mit einem Satze von der bisherigen Ironie zum tiefen Ernst über! Er erinnert mit kurzem Wort an die früher von ihm in ihrem Entstehen erklärte ἀπέχϑεια und sagt dann: ich weils, dafs ich verloren bin; ς - -

τῶν πολλῶν διαβολὴ TE καὶ φϑόνος hat viele wackere Männer hinweggerafft und wird auch mich fortrafien: οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν ἐμοὶ στῇ „es hat gar keine Gefahr, dafs das bei mir halt mache!“ Dann weist er den scheinbar verstän- digen Vorwurf, dafs er sich einer Lebensweise schämen müsse, wel- che ihm eine Anklage auf Leben und Tod eintrage, mit den herr- lichen Worten zurück: οὐ χαλῶς λέγεις, ἄνϑρωπε, εἰ οἴει δεῖν χίνδυνον ὑπολογίζεσϑαι x. τ. ἕ. Worte, welche das unumstöfsliche

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36 TIAATQNOL

χένδυνον ὑπολογίζεσθαι τοῦ ζῆν τεϑνάναι ἄνδρα ὕτου τι zal σμικρὸν ὄφελός ἐστιν, ἀλλ᾽ οὐχ ἐκεῖνο μόνον σχο- πεῖν, ὅταν πράττῃ, πότερον δίχαια ἄδικα τιράττει, χαὶ ἀνδρὸς ἀγαθοῦ ἔργα καχοῦ. φαῦλοι γὰρ ἂν τῷ γε σῷ λόγῳ εἶεν τῶν ἡμιϑέων ὅσοι ἐν Τροίᾳ τετελευτήκασιν οἵ ve ἄλλοι χαὶ τῆς Θέτιδος υἱός, ὃς τοσοῦτον τοῦ χινδύνου κατεφρόνησε παρὰ τὸ αἰσχρόν τι ὑπομεῖναι, ὥστε ἐπειδὴ εἶπεν μήτηρ αὐτῷ προϑυμουμένῳ Ἕχτορα ἀπτοχτεῖναι, ϑεὸς οὖσα, οὑτωσί πως, ὡς ἐγῴμαιε" παῖ, εἰ τιμωρήσεις Πατρόχλῳ τῷ ἑταίρῳ τὸν φόνον χαὶ Ἕχτορα ἀποχτενεῖς, αὐτὸς ἀποϑανεῖ" αὐτίχα γάρ τοι, φησί, μεϑ᾽ Ἕχτορα πότμος ἑτοῖμος" δὲ ταῦτ᾽ ἀχούσας τοῦ μὲν ϑανάτου καὶ τοῦ κινδύνου ὠλιγώρησε, πολὺ δὲ μᾶλλον δείσας τὸ ζῆν καχὸς ὧν καὶ τοῖς φίλοις μὴ τιμωρεῖν, αὐτίκα, φησέ, τεϑναίην δίκην ἐπιϑεὶς τῶ ἀδικοῦντι, ἵνα μὴ ἐνθάδε μένω καταγέλαστος παρὰ νηυσὶ κορωνίσιν, ἄχϑος ἀρούρης. μὴ αὐτὸν οἴει φροντέσαι ϑανάτου χαὶ χινδύνου; οὕτω γὰρ ἔχει, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, τῇ ἀλη- Fein‘ οὗ ἄν τις ἑαυτὸν τάξη ἡγησάμενος βέλτιστον εἶναι ὑπ᾽ ἄρχοντος ταχϑῆῇ, ἐνταῦϑα δεῖ, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, μένοντα κινδυνεύειν, μηδὲν ὑπτολογιζόμενον μήτε ϑάνατον μήτε ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ.

17. Ἐγὼ οὖν δεινὰ ἂν εἴην εἰργασμένος, ἄνδρες

Grundgesetz aller wahren Ethik ent- ihres Sohnes wieder in direkter

halten, und führt zum Beweise eine

der schönsten Stellen des grölsten

und populärsten Dichters der Grie--

chen an, deren letzte Worte den Sokrates leiteten, als er trotz der Einrede all seiner Freunde den Tod der Flucht vorzog: ἵνα μὴ ἐνθάδε μένω καταγέλαστος παρὰ νηυσὶ χορώνισιν ἄχϑος ἀρούρης. rt de grolsen ee ru zeichnet das Kapitel. Zuerst führt er seinen Satz in der Form einer direkten Antwort (οὐ χαλῶς λέ- γεις, ἀνϑρωπεὶ)ὶ ein, dann folgt in einer langen Periode, die den Rat der Thetis und die Antwort

Rede giebt, das Beispiel und zum Schluls das Gesetz in abstrakter Form: οὗ ἄν τις ξαυτὸν τάξῃ ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ. --- In vr letzten Satze ist die Stel- ung des ersten in ἡγησάμενος Tey37 auffellig τ {u etsfeper Rede würde es heilsen: οὗ ἄν τις ἑαυτὸν τάξῃ, ἡγησάμενος βέλ- τιστον εἶναι Sc. ἐνταῦϑα ταττε- σϑαι, ὑπ᾽ ἄρχοντος (von einem Höheren) ταχϑῇ. :

Kap. 17. Der Gedankengang ist: Ich würde schlimm handeln, wenn ich auf dem Posten, welchen mir in den drei Feldzügen, an denen ich

ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 37

’43 voi WER ςς ΄, ST, » a ς σὰ ηναῖοι, εἰ, OTE μέν μὲ οἱ ἄρχοντες ἔταττον, οὺς ὑμεῖς εἵλεσϑε ἄρχειν μου, χαὶ ἐν Ποτιδαίᾳ καὶ ἐν ᾿Αμφιπόλει T - nal ἐπὶ Ζηλίῳ, τότε μὲν οὗ Exeivor ἔταττον ἔμενον ὥσττερ χαὶ ἄλλος τις καὶ ἐκινδύνευον ἀποϑανεῖν, τοῦ δὲ ϑεοῦ c [4 ,ὔ Ev Tarrovrog, ὡς ἐγὼ φήϑην τε καὶ ὑπέλαβον, φιλοσοφοῦντά - “-» \ > , I \ \ μὲ δεῖν ζῆν καὶ ἐξετάζοντα ἐμαυτὸν χαὶ τοὺς ἄλλους, 5 - x ΡλῚ , « . «ἄν ἐνταῦϑα δὲ φοβηϑεὶς ϑάνατον ἄλλο ὅτιοῦν πρᾶγμα λέποιμε τὴν τάξιν. δεινὸν μέντ᾽ ἂν εἴη, χαὶ ὡς ἀληϑῶς τότ᾽ ἂν με δικαίως εἰσάγοι τις εἰς δικαστήριον, ὅτι οὐ , \ 5 2 “- - , \ x νομίζω ϑεοὺς εἶναι ἀπειϑῶν τῇ μαντείᾳ καὶ δεδιὼς ϑά- γατον χαὶ οἰόμενος σοφὸς εἶναι οὐκ ὦν. τὸ γάρ τοι ϑάνατον δεδιέναι, ἄνδρες, οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν δοκεῖν σοφὸν εἶναι μὴ ὄντα' δοκεῖν γὰρ εἰδέναι ἐστὶν οὐκ οἶδεν. οἶδε μὲν γὰρ οὐδεὶς τὸν ϑάνατον οὐδ᾽ εἰ τυχχάνει τῷ ἀνθρωώττῳ πάντων μέγιστον ὃν τῶν ἀγαϑῶν, δεδίασι > c 5 [4 , τ - - , ὡς εὖ εἰδότες ὅτι μέγιστον τῶν χκαχῶν ἐστί. χαὶ τοῦτο πῶς οὐκ ἀμαϑία ἐστὶν αὕτη ἐπονείδιστος,

teilnahm, die von euch erwählten Oberen (οἱ ἄρχοντες sagt er mit Rückblick auf den letzten Satz des 16. Kapitels: 7 ὑπ᾿ ἄρχοντος ταχϑῇ) erwiesen, verharrte und da- gegen den Posten, den mir der &o- χων $eoganwies, verliefse. Schlimm wäre es, wenn ich das aus Todes- furcht thäte; denn diese ist eine Thorheit, da niemand weils, ob der Tod ein Übel oder ein Glück sei. Ich versichere euch vielmehr, dafs mich euer Urteil in keiner Weise ändern wird: auch wenn ihr mich freisprecht, werde ich meine Le- bensweise beibehalten.

Das Kapitel ist ein Muster edler Beredsamkeit durch die Reihenfolge der Gedanken und der durch sie wachgerufenen Empfindungen,durch den Wechsel der Konstruktionen und durch die Fülle des Ausdrucks. Er stellt ihnen zuerst in voller Periode, die wie nebenbei seiner eigenen höchst ehrenvollen Kriegs- thaten erwähnt, die Erbärmlichkeit

des λείπων τὴν τάξιν vor, den nach athenischem Recht Atimie traf, und appelliert damit an ihr Ehrgefühl. Er wendet sich dann mit einer logischen Deduktion, der

-die Form kurzer Sätze und das

wiederkehrende γάρ entsprechen (τὸ γάρ τοι ϑάνατον δεδιέναι --- δοκεῖν γὰρ εἰδέναι --- οἷδε μὲν γὰρ οὐδείς) an den Verstand der Richter und beruft sich dann anihrEhrgefühl zugleich, das in ihm den Ehrenmann schätzen, und an ihre Überlegung, welche ihm die Konsequenz des Gedankens und des Handelns zuge- stehen soll. Das, was ihm nun Ehre und Logik als Lebensaufgabe zu lösen vorschreiben, giebt er dann in eindringlichster Weise durch die verschiedensten Wendungen, ganz wie es Demosthenes, wenn er einen Gedanken recht sicher haften lassen will, thut. Er bietet sein Lebens- prinzip zuerst im logischen Ge- gensatz und dem entsprechend in

98 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

τοῦ οἴεσθαι εἰδέναι οὐχ οἶδεν; ἐγὼ δέ, ἄνδρες, τούτῳ χαὶ ἐνταῦϑα ἴσως διαφέρω τῶν ττολλῶν ἀνϑρώ- πων, χαὶ εἰ δή τῳ σοφώτερός του φαίην εἶναι, τούτῳ ἄν, ὅτι οὐχ εἰδὼς ἱχανῶς ττερὶ τῶν ἐν Ἅιδου οὕτω καὶ οἴομαι οὐχ εἰδέναι" τὸ δὲ ἀδικεῖν καὶ ἀπειϑεῖν τῷ βελ- τίονι, καὶ ϑεῷ χαὶ ἀνθρώπῳ, ὅτι χαχὸν χαὶ αἰσχρόν ἐστιν οἶδα. πρὸ οὖν τῶν καχῶν, ὧν οἶδα ὅτι χαχά ἔστιν, μὴ οἶδα εἰ ἀγαθὰ ὄντα τυγχάνει οὐδέποτε φοβήσομαι οὐδὲ φεύξομαι' ὥστε οὐδ᾽ εἴ με νῦν ὑμεῖς ἀφίετε ᾿Ανύτῳ ἀπιστήσαντες, ὃς ἔφη τὴν ἀρχὴν οὐ δεῖν ἐμὲ δεῦρο εἰσελϑεῖν ἤ, ἐττειδὴ εἰσῆλϑον , οὐχ οἷόν τε εἶναι τὸ μὴ ἀποχτεῖναί με, λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, εἰ διαφευξοίμην, ἤδη ἂν ὑμῶν οἱ υἱεῖς ἐπιτηδεύοντες Σωκράτης διδά- σχει πάντες παντάπασι διαφϑαρήσονται, --- εἴ μοι 7roög ταῦτα εἴποιτε, Σώχρατες, νῦν μὲν ᾿Ανύτῳ οὐ πεισό- μεϑα, ἀλλ᾽ ἀφίεμέν σε, ἐπὶ τούτῳ μέντοι, ἐφ᾽ ᾧτε μη- χέτι ἐν ταύτῃ τῇ ζητήσει διατρίβειν μηδὲ φιλοσοφεῖν" ἐὰν δὲ ἁλῷς ἔτι τοῦτο πράττων, ἀποϑανεῖ" εἰ οὖν με, ὅττερ εἶττον, ἐπὶ τούτοις ἀφίοιτε, εἴποιμ᾽ ἂν ὑμῖν ὅτι ἐγὼ ὑμᾶς, ἄνδρες ᾿41ϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν χαὶ φιλῶ, πείσομαι δὲ μᾶλλον τῷ ϑεῷ ὑμῖν, nal ἕωσπερ ἂν ἐμπινέω χαὶ οἷός τε ὦ, οὐ μὴ σεαύσωμαι φιλοσοφῶν καὶ ὑμῖν παρακελευόμενός τε καὶ ἐνδειχνύμενος ὅτῳ ἂν ἀεὶ ἐντυγχάνω ὑμῶν, λέγων οἷάπερ εἴωϑα, ὅτι ἄριστε ἀν- δρῶν, ᾿4ϑηναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης χαὶ εὐδοκιμω-

kurzer Satzform: οὐχ εἰδὼς περὶ τῶν ἐν Ἅιδου καὶ οἴομαι οὐχ εἰ- δέναι" τὸ δὲ ἀπειϑεῖν τῷ βελτίονι ὅτι αἰσχρόν ἐστιν οἶδα. Er giebt es dann im psychologischen Gegensatz (ἀσπάζομαι ὑμᾶς χαὶ φιλῶ, πείσομαι δὲ τῷ ϑεῷ), wie- der die vollste Satzform anwen- dend, wie das gute Redner immer thun, wenn sie das Gemüt mitreden lassen, mit zweimal wieder aufge- nommener Prodosis: el μὲ νῦν ὑμεῖς ἀφίετε er μοι πρὸς ταῦ- τα εἴποιτε --- el οὖν με, ὅπερ εἶ-

. πον, ἐπὶ τούτους ἀφίοιτε, mit einer

indirekten (λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, εἰ διαφευξοίμην x. τ. ξ.) und zwei direkten Redewendungen (ὦ Σώ- κράτες, νῦν μὲν Ἀνύτῳ οὐ πει- σόμεϑα: x. τ. ἕξ. und ἐγὼ ὑμᾶς,

ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν x. τ. &), d. 1. mit einer überaus grolsen Geschicklichkeit in der Form der Rede: die Periode ist trotz ihrer Länge, trotz der ver- schiedensten Redewendungen durch- sichtig, klar, wie die einfachsten Sätze. Er zeigt uns zuletzt seinen

ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 99

τάτης εἰς σοφίαν χαὶ ἰσχύν, χρημάτων μὲν οὐχ αἰσχύνει ἐπιμελούμενος, ὅπως σοι ἔσται ὡς πλεῖστα, καὶ δόξης καὶ τιμῆς, φρονήσεως δὲ καὶ ἀληϑείας καὶ τῆς ψυχῆς, ὅπως ὡς βελτίστη ἔσται, οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ φροντίζεις; χαὶ ἐάν τις ὑμῶν ἀμφισβητῇ καὶ φῇ ἐπιμελεῖσθαι, οὐκ εὐθὺς ἀφήσω αὐτὸν οὐδ᾽ ἄπειμι, ἀλλ᾽ ἐρήσομαι αὐτὸν χαὶ ἐξετάσω καὶ ἐλέγξω, χαὶ ἐάν μοι μὴ δοκῇ κεχτῆσϑαι ἀρετήν, φάναι δέ, ὀνειδιῶ ὅτι τὰ πλείστου ἄξια περὶ ἐλαχίστου ποιεῖται, τὰ δὲ φαυλότερα περὶ πλείονος. ταῦτα καὶ γεωτέρῳ xal πρεσβυτέρῳ, ὅτῳ ἂν ἐντυγχάνω, ποιήσω, καὶ ξένῳ καὶ ἀστῷ, μᾶλλον δὲ τοῖς ἀστοῖς, ὅσῳ μου ἐγγυτέρω ἐστὲ γένει. ταῦτα rag χελεύει ϑεός, εὖ ἔστε, καὶ ἐγὼ οἴομαι οὐδέν πω ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γε- γέσϑαι ἐν τῇ πόλει τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπηρεσίαν. οὐδὲν γὰρ ἄλλο πράττων ἐγὼ περιέρχομαι πείϑων ὑμῶν καὶ γεωτέρους καὶ rgsoßvregovg μήτε σωμάτων ἐπιμελεῖσϑαι μήτε χρημάτων πρότερον μηδὲ οὕτω σφόδρα ὡς τῆς ψυχῆς, ὅπως ὡς ἀρίστη ἔσται, λέγων ὅτι οὐκ ἐκ χρημά- των ἀρετὴ γίγνεται, ἀλλ᾽ ἐξ ἀρετῆς χρήματα καὶ τἀλλα ἀγαϑὰ τοῖς ἀνθρώποις ἅπαντα χαὶ ἰδίᾳ χαὶ δημοσίᾳ. εἰ μὲν οὖν ταῦτα λέγων διαφϑεέρω τοὺς νέους, ταῦτ᾽ ἂν εἴη βλαβερά" εἰ δέ τίς μέ φησιν ἄλλα λέγειν ταῦτα; οὐδὲν λέγει. πρὸς ταῦτα, φαίην ἄν, Adıyaloı, K πείϑεσϑε ᾿Ανύτῳ un, καὶ ἀφίετε μὴ ἀφίετε, ὡς

ἐμοῦ οὐκ ἂν ποιήσοντος ἄλλα, οὐδ᾽ εἰ μέλλω πολλάκις τεϑγαναι. Grundsatz als den eines zielbe- φροντίζεις οὐχ ἀφήσω αὖὐ-

wulsten Mannes: οἴομαι οὐδέν πω ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γενέσϑαι ἐν τῇ πόλει τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπη- ρεσίαν, wieder mit grofser Kunst zuerst den Stolz der Richter . weckend: ἄριστε ἄνδρων, ϑη- γναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης χαὶ εὐδοχιμωτάτης x. τ. &, und sie so empfänglich machend für den männlichen Stolz, der aus den fol- genden Worten blickt. Die Fülle des Ausdrucks: οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ

τὸν οὐδ᾽ ἄπειμι --- ἐρήσομαι αὖ- τὸν χαὶ ἐξετάσω χαὶ ἐξελέγξω u. 8. w. braucht blofs angedeutet zu werden. Auch der sehr effekt- volle Schluls einzelner Sätze fällt leicht ins Auge: οὐδέποτε͵ ‚gopn- σομαι οὐδὲ φεύξομαι = ἅπαντα χαὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ οὐδ᾽ εἰ μέλλω πολλάκις τεϑνάναι.

Zu dem τούτῳ ἄν in den Worten εἰ δὴ τῳ ᾿σοφώτερός του φαίην εἶναι, τούτῳ ἄν, ist εἴην zu er-

40 ΠΛΑΤΩΝΟΣ

18. Mn ϑορυβεῖτε, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἀλλ᾽ ἐμμείνατέ μοι οἷς ἐδεήϑην ὑμῶν, μὴ ϑορυβεῖν ἐφ᾽ οἷς ἂν λέγω, ἀλλ᾽ ἀχούειν" χαὶ γάρ, ὡς ἐγὼ οἶμαι, ὀνήσεσϑε ἀκούοντες. μέλλω γὰρ οὖν ἄττα ὑμῖν ἐρεῖν καὶ ἄλλα, ἐφ᾽ οἷς ἴσως βοήσεσϑε' ἀλλὰ μηδαμῶς ποιεῖτε τοῦτο. εὖ γὰρ ἔστε, ἐὰν ἐμὲ ἀποχτείνητε τοιοῦτον ὄντα, οἷον ἐγὼ λέγω, οὐχ ἐμὲ μείζω βλάψετε ὑμᾶς αὐτούς" ἐμὲ μὲν γὰρ οὐδὲν ἂν βλάψειεν οὔτε έλητος οὔτε ᾿Ανυτος" οὐδὲ γὰρ ἂν δύναιτο" οὐ γὰρ οἴομαι ϑεμιτὸν εἶναι ἀμείνονι ἀνδρὶ ὑττὸ χεέρονος βλάπτεσϑαι. ἀποχτείνειε μέντ᾽ ἂν ἴσως ἐξελά- σειεν ἀτιμώσειεν᾽ ἀλλὰ ταῦτα οὗτος ἴσως οἴεται καὶ ἄλλος τίς που μεγάλα καχά, ἐγὼ δ᾽ οὐκ οἴομαι, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον ποιεῖν οὗτος νυνὶ ποιεῖ, ἄνδρα ἀδίκως ἐπιχειρεῖν ἀποχτιννύναι. νῦν οὖν, ἄνδρες “41ϑηναῖοι, πολλοῦ δέω ἐγὼ ὑπὲρ ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι, ὥς τις ἂν οἴοιτο, ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, μή τι ἐξαμάρτητε περὶ τὴν τοῦ

ϑεοῦ δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ καταψηφισάμενοι.

gänzen; andere sprachliche Schwie- rigkeiten bietet das Kapitel nicht.

"Kap. 18. Die ersten Worte un ϑορυβεῖτε x. τ. δ. haben das oben a gteim Auge, die Absage, welche

der letzte Saz des vorigen Kapitels.

enthielt, und den Lärm, welchen wegen derselben die ihm feindlich gesinnten Geschworenen erheben mufsten. Das ὀνήσεσϑε ἀχούοντες

leitet dann als der erste Ausdruck des .

Stolzes das Folgende ein: „es wird

euch nützen mich anzuhören“. Den

Hauptgedanken des „Kapitels ‚ent- halten die Worte: ἐὰν ἐμὲ ἀπο- χτείνητε, οὐχ ἐμὲ μείζω βλάψετε ὑμᾶς αὐτούς. Der Redner spricht zuerst über den ersten Teil der Apodosis: οὐχ ἐμὲ βλάψετε, in der Form logischen Beweises, in kurzen Sätzen, mit dem wiederholten γάρ, die volle hypothetische Periode ver- meidend; denn der Satz anoxrel- γξιξ μέντ᾽ ἂν --- ἐπιχειρεῖν ἀπο- χτιννύναι ist dem Gedanken nach eine Hypothese: εἰ ἀποχτενεῖ, αὐ-

ἐὰν γὰρ ἐμὲ

τὸς μὲν οἰήσεται ταῦτα μεγάλα χαχά, ἐγὼ δὲ x. τ. &. Das zweite stolze Wort ist: ἐμὲ οὐκ ἂν βλα- ψειεν οὔτε έλητος οὔτε Ἄνυτος „mir wird kein M. und. kein A. schaden“, mit dem die edelste Hoch- achtung vor dem unwandelbaren Sittengesetz kundgebenden Aus- drucke: οὐ γὰρ οἴομαι N δεν

τὸν εἶναι κ. τ. &,, mit diesem Hin

weis auf die ϑέμιστες, die ewigen Satzungen der Götter. In „längerer Rede behandelt er das anoxtel- ναντες ἐμὲ βλάψετε ὑμᾶς αὐτούς. Wieder mit einem stolzen Worte geht er zum Beweise dieses zwei- ten Satzes über: „ich halte hier eine Verteidigungsrede nicht in mei- nem, sondern in eurem Interesse, zu eurem Besten“ πολλοῦ δέω ἐγὼ πὲ 9 ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι, ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, und scheut sich dann nicht, den kühnsten Gedanken der Rede auszusprechen: m τι ἐξαμάρτητε περὶ τὴν τοῦ ϑεοῦ δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ χαταψηφισάμε-

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 41

ἀποχτείνητε, οὐ ῥᾳδίως ἄλλον τοιοῦτον εὑρήσετε, ἀτε- χνῶς, εἰ καὶ γελοιότερον εἰπεῖν, προσχείμενον τῇ πόλει ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ, ὥσττερ ἵπττῳ μεγάλῳ μὲν καὶ γενναίῳ, ὑπὸ μεγέϑους δὲ νωϑεστέρῳ χαὶ δεομένῳ ἐγεέρεσϑαι ὑπὸ μύωπός τινος" οἷον δή μοι δοχεῖ ϑεὸς ἐμὲ τῇ πόλει σπροστεϑειχέναι τοιοῦτόν τινα, ὃς ὑμᾶς ἐγείρων χαὶ πεί- ϑων καὶ ὀνειδίζων ἕνα ἕκαστον οὐδὲν παύομαι τὴν ἡμέ- ραν ὅλην πανταχοῦ προσκαϑίζων. τοιοῦτος οὖν ἄλλος οὐ ῥᾳδίως ὑμῖν γενήσεται, ἄνδρες, ἀλλ᾽ ἐὰν ἐμοὶ πεί- ϑησϑε, φείσεσϑέ μου" ὑμεῖς δ᾽ ἴσως τάχ᾽ ἂν ἀχϑόμενοι, . ὥσπερ οἱ νυστάζοντες ἐγειρόμενοι, ὀρούσαντες ἂν με, σπειϑόμενοι ᾿Ανύτῳ, ῥᾳδίως ἂν ἀποχτείναιτε, εἶτα τὸν λοιττὸν βίον χαϑεύδοντες διατελοῖτ᾽ ἄν, ei un τινὰ ἄλλον ö ϑεὸς ὑμῖν ἐπιπέμψεεξ κηδόμενος ὑμῶν. ὅτι δ᾽ ἐγὼ τυγχάνω ὧν τοιοῦτος, οἷος ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ τῇ πόλει δε- δόσϑαι, ἐνθένδε ἂν χατανοήσαιτε᾽ οὐ γὰρ ἀνϑρωπίένῳ ἔοιχε τὸ ἐμὲ τῶν μὲν ἐμαυτοῦ ἁπάντων ἠμεληκχέναι καὶ ἀνέχεσϑαι τῶν οἰχείων ἀμελουμένων τοσαῦτα ἤδη ἔτη,

γοι (ὑμῖν von δόσις abhängig), in welchem er denen, die in ihrer Mehrzahl ihn zu verurteilen ge- neigt sind, sagt: „ich bin eine Got- tesgabe für euch“, ein Gedanke, der an die stolzesten Worte der alten Propheten erinnert. Sobald er nun mit dieser Wendung wieder zu einem Appell an das Gemüt der Athener übergegangen ist, fällt er wieder, wie oben, in vollere Pe- rioden, in eine gröfsere Fülle des Ausdrucks, i in eine Häufung der Sy- nonymen: μέγας καὶ γενναῖος, νω- ϑέστερος χαὶ δεόμενος ἐγείρε- σϑαι, ἐγείρων χαὶ πείϑων καὶ ὀνειδίζων u. 5. χ. Und mit wel- cher psychologischen Klugheit führt . er wieder seine Warnung durch! Er verbindet dem warnenden Tadel das Lob in dem ersten Vergleiche: οὐ ῥᾳδίως ἄλλον εὑρήσετε 1 προσ-

χείμενον τῇ πόλει ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ (προσχεῖσϑαι als Passivum von προστιϑέναε mit ὑπό verbunden),

ὥσπερ ἵππῳ μεγάλῳ καὶ γεν- ναίω x. τ. &.; er spricht in dem zweiten Vergleiche nicht von einem sittlichen Fehler, sondern von einem unbewulsten Irrtum, einem γυστά- Gew, wo ein ἁμαρτάνειν nicht zu viel sagen würde. Die Begründung des ὑμᾶς αὐτοὺς βλάψετε giebt er dann zuletzt durch eine demonstra- tio ad oculos, durch den Hinweis auf seine Uneigennützigkeit: „seht, ich bin blutarm geblieben!“ und schliefst dann mit einer Hervor- hebung der Schamlosigkeit seiner Ankläger, die es nicht verdienen, dafs die Richter ihnen folgen. Auch hier ist aufmerksam zu machen auf den kraftvollen Schlufs einzelner Perioden, kraftvoll deshalb, weil die letzten Worte einen Hauptbe- griff, einige oder ein stark, zu be- tonendes Wort enthalten: τὴν ἡμέ- ραν ὅλην πανταχοῦ προσχαϑί- ζων --- χηδόμενος ὑμῶν. το πεί- ϑοντα ἐπιμελεῖσϑαι ἀρετῆς --- τὸν

42 ΠΑΑΤΩΝΟΣ

τὸ δὲ ὑμέτερον rrgarreıv ἀεί, ἰδίᾳ ἑχάστῳ προσιόντα ὥσπερ πατέρα ἀδελφὸν πρεσβύτερον, πείϑοντα ἐπι- μελεῖσϑαι ἀρετῆς. χαὶ εἰ μέν τι ἀττὸ τούτων ἀττέλαυον χαὶ μισϑὸν λαμβάνων ταῦτα πτιαρεχελευόμην, εἶχον ἄν τινα λόγον" νῦν δὲ ὁρᾶτε δὴ χαὶ αὐτοί, ὅτε οἱ χατήγοροι τἄλλα πάντα ἀναισχύντως οὕτω. κατηγοροῦντες τοῦτό γε οὐχ οἷοί τε ἐγένοντο ἀπαναισχυντῆσαι παρασχόμενοι μάρ- τυρα, ὡς ἐγώ ποτέ τινὰ ἐπραξάμην μισϑὸν ἤτησα. ἱχανὸν γάρ, οἶμαι, ἐγὼ παρέχομαι τὸν μάρτυρα, ἀληϑῆ ὡς λέγω, τὴν πενίαν.

19. Ἴσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτοττον εἶναι, ὅτι- δὴ ἐγὼ. ἰδίᾳ μὲν ταῦτα ξυμβουλεύω περιιὼν χαὶ ττολυτεραγμονγῶ, δημοσίᾳ δὲ οὐ τολμῶ ἀναβαίνων εἰς τὸ τιλῆϑος τὸ ὑμέ- τερον ξυμβουλεύειν τῇ τιόλει. τούτου δὲ αἴτιόν ἔστιν ὑμεῖς ἐμοῦ πολλάχις ἀχηχόατε πολλαχοῦ λέγοντος, ὅτι μοι ϑεῖόν τι χαὶ δαιμόνιον γίγνεται [φωνή], δὴ καὶ ἐν τῇ γραφῇ ἐπικωμῳδῶν Ιἤέλητος ἐγράψατο" ἐμοὶ δὲ

μάρτυρα, ἀληϑὴῆ ὡς λέγω; τὴν πενίαν.

Zu ἀπαναισχυντῆσαι bemerkt Cron: „In ἀπὸ liegt der Begriff der Vollendung, wie „ihrer Unver-

schämtheit damit die Krone auf--

setzen“, oder der Erfüllung einer Aufgabe, wie „etwas leisten in der Unverschämtheit“. Das ἀνά des Kompositums bezeichnet die Wie- derholung.

Kap.19. Sokrates geht zur Wür- | digung des letzten Teiles der An-.

klage über: ἕτερα δὲ καινὰ δαιμό- για εἰσηγούμενος. Den natürlichen Übergang bildet ein angenommener Einwurf: ἔσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτο- πον εἶναι χ. τ. ξ., der Vorwurf, den man ihm vielleicht daraus ma- chen könnte, dafs er nur ἐδέᾳ und nicht δημοσίᾳ sein Ziel verfolge. Er erklärt seine Art des Vorgehens einmal aus einer angeborenen Ab- neigung gegen Staatsgeschäfte und zweitens aus einer logischen Über- zeugung. Die angeborene Antipathie

nennt er eine ϑεία φωνή, eine göttliche und deshalb glückliche Stimme in seiner Brust, die ihm öfter ein Halt! zurufe, wenn er et- was unternehmen wolle ein δαι-

-uovıov, die Gabe eines glücklichen

Dämon, wie er es nenne, eine Be- zeichnung, aus welcher dann Mele- tos, wie ein Komödiendichter etwas hinzudichtend (£rızwuodor») die ἕτερα δαιμόνια χαινά gemacht habe. Dals Sokrates von Meletos, wie immer, so auch hier ironisch spricht, beweist aufser dem ange- führten Beiwort, das er ihm giebt (ἐπικωμῳδῶν), auch der Umstand, dafs er ihn wie beiläufig in einem Nebensatze abfertigt. In Bezug auf die innere Stimme, die Sokrates sich beilegt, ist jedenfalls darauf zu achten, dafs er ihr nicht blind- lings folgt, sondern sich von ihr nur zur Überlegung antreiben läfst, dafs er mit dem δαιμόνιον (wie hier, so im Phädrus Kapitel 20 u. a. a. Ὁ.) nur die äufsere Veranlas-

ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 48

τοῦτ᾽ ἐστὶν ἐχ παιδὸς ἀρξάμενον φωνή τις γιγνομένη, ὅταν γένηται, ἀεὶ ἀποτρέπει μὲ τούτου, ἂν μέλλω πράττειν, πιροτρέτεει δὲ οὔττοτε" τοῦτ᾽ ἔστιν μοι ἔναν- τιοῦται τὰ πολιτικὰ πιράττειν. χαὶ παγχάλως γέ μοι

u - 9 5 \ = 3 ᾿Ξ δοχεῖ ἐναντιοῦσϑαι" εὖ γὰρ ἴστε, ἄνδρες Admvaloı, εἰ ἐγὼ πάλαι ἐπεχείρησα πράττειν τὰ πολιτικὰ πράγματα,

E pP) I ΄ \ Min a c - 2 2 \ πάλαι ἂν ἀτπολώλη xal οὔτ᾽ av ὑμᾶς ὠφελήχη οὐδὲν ΡΨ, 3 [4 \ ᾽, 2 , ΡῚ m. οὔτ᾽ ἂν ἐμαυτόν. χαὶ un μοι ἄχϑεσϑε λέγοντι τἀληϑῆ οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων σωϑήσεται οὔτε ὑμῖν ΤΥ [4 > \ ᾽ὔὕ 2 4 \ οὔτε ἄλλῳ πλήϑει ovdevi γνησίως Evavrıovusvog xal διαχκωλύων πολλὰ ἄδιχα καὶ παράνομα ἐν τῇ πόλει yi- γνεσϑαι, ἀλλ᾽ ἀναγχαῖόν ἔστι τὸν τῷ ὄντι μαχούμενον ὑπὲρ τοῦ δικαίου, καὶ εἰ μέλλει ὀλίγον χρόνον σωϑήσε- 2 3 x κ ͵

σϑαι, ἰδιωτεύειν ἀλλὰ μὴ δημοσιεύειν.

20. Meyala δ᾽ ἔγωγε ὑμῖν τεχμήρια παρέξομαι τούτων, οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὑμεῖς τιμᾶτε, ἔργα. ἀχούσατε δή μου τὰ ἐμοὶ ξυμβεβηκότα, iv’ εἰδῆτε ὅτι οὐδ᾽ ἂν Evi ὑπεεικάϑοιμι παρὰ τὸ δίκαιον δείσας ϑάνατον, μὴ ὑτεεί- χων δὲ ἅμ᾽ ἂν καὶ ἀπολοίμην. ἐρῶ δὲ ὑμῖν φορτικὰ μὲν χαὶ δικανικά, ἀληϑῆ δέ. ἐγὼ γάρ, w Admvaioı, ἄλλην sung seines Nachdenkens zu be- gründen sucht. Das Resultat sei- nes Nachdenkens über die Frage, ob ein δίχαιος ἀνήρ sich den

Staatsgeschäften widmen müsse, giebt der letzte Satz des Kapitels:

rechten Verurteilung der Feldherrn, welche nach der Schlacht bei den Arginusen sich um die Leichen der umgekommenen Athener nicht soll- ten gekümmert haben, viele der Anwesenden teilgenommen hatten.

οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνϑρώπων σωϑήσεται x. τ. ἕ.

Kap. 20. Das Kapitel giebt zwei Beispiele zu dem Satze, dafs, wer für das Recht eintreten will, Pri- vatmann bleiben mufs, wenn er nicht bald verloren sein will. Iro- nisch leitet der Redner die Bei- spiele ein: οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὑμεῖς τιμᾶτε (zu schätzen wilst), ἔργα. Hatte man ihm doch vorgeworfen, dals er ein Nichtsthuer sei. „Frei- lich sagt er werden es für euch lästige Prozefsgeschichten sein, aber sie sind wahr“. Φορτιχά sind die τεχμήρια, weil an der unge-

Bei der Verurteilung der zehn, oder richtiger acht Feldherrn, von denen aber zwei entkommen waren, war man παρανόμως vorgegangen, weil man sie nicht einem zuständigen Gerichtshofe überwiesen, sondern in der Volksversammlung verurteilt hatte, und weil man über sie ἀϑρόους͵ d. i. insgesamt, über alle zugleich in einer Abstimmung und nicht über jeden einzelnen in be- sonderem Stimmgang abgestimmt hatte (δίχα ἕχαστον "zolvew), wie das Gesetz es vorschrieb. Aber auch die zweite Erzählung hat ihr φορτιχόν; es liegt in dem Satze

44 TAATQNOL

\ 2 \ 2 " , 3 b) - , > ΄ μὲν ἀρχὴν οὐδεμίαν τεώτεοτε ἤρξα ἐν τῇ πόλει, ἐβούλευσα δέ" καὶ ἔτυχεν ἡμῶν φυλὴ ᾿Αντιοχὶς τερυτανεύουσα, ὅτε ὑμεῖς τοὺς δέκα στρατηγοὺς τοὺς οὐχ ἀνελομένους τοὺς ἐχ τῆς ναυμαχίας ἐβούλεσθε ἀϑρόους κρίνειν, πιααρανό- μως, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε. τότ᾽ ἐγὼ μόνος τῶν πρυτάνεων ἠναντιώϑην ὑμῖν μηδὲν ποιεῖν παρὰ τοὺς νόμους χαὶ ἐναντία ἐψηφισάμην, καὶ ἑτοίμων ὄντων ἐνδειχνύναι us χαὶ ἀπάγειν τῶν ῥητόρων, καὶ ὑμῶν κελευόντων χαὶ βοώντων, μετὰ τοῦ νόμου xal τοῦ δικαίου ᾧμην μᾶλλόν μὲ δεῖν διαχινδυνεύειν μεϑ' ὑμῶν γενέσϑαι μὴ δίχαια βουλευομένων, φοβηϑέντα δε- σμὸν ϑάνατον. καὶ ταῦτα μὲν ἣν ἔτι δημοχρατουμένης τῆς πόλεως" ἐπειδὴ δὲ ὀλιγαρχία ἐγένετο, οἱ τριάχοντα av μεταπεμψάμενοίέ μὲ πέμπτον αὐτὸν εἰς τὴν ϑόλον προσέταξαν ἀγαγεῖν ἐκ Σαλαμῖνος Δέοντα τὸν Σαλαμί- ῶἰ ἈΠ 3 , ᾿: τ x Te 3:200) 4 vıov, iv ἀποϑανοι" οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι ττολλοῖς πολλὰ προσέταττον, βουλόμενοι ὡς scheiotovg ἀναπλῆσαι αἰτιῶν τότε μέντοι ἐγὼ οὐ λόγῳ ἀλλ᾽ ἔργῳ av ἐνεδει- ξάμην, ὅτι ἐμοὶ ϑανάτου μὲν μέλει, el μὴ ἀγροικότερον ἣν εἰπεῖν, οὐδ᾽ ὁτιοῦν, τοῦ δὲ μηδὲν ἄδιχον μηδ᾽ ἀνό- 2 , x \ - ΄ DB. δ N 2

σιον ἐργάζεσϑαι, τούτου δὲ τὸ πᾶν μέλει. ἐμὲ γὰρ Exeivn ΕΝ x 2 257 ᾿ a en x 5

ἀρχὴ οὐχ ἐξέπληξεν οὕτως ἰσχυρὰ οὐσα, ὥστε ἄδικόν

οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι πολ- λοῖς --- ἀναπλῆσαι αἰτιῶν. Die Dreifsig wollten möglichst viele in ihre Schuld verwickeln, zu ihren Mitschuldigen machen, und die Er- innerung an dies Bestreben mag manchen haben erröten lassen, der sich gegen ihre Befehle nicht gleich Sokrates aufgelehnt oder sie nicht unberücksichtigt gelassen hatte. Die Erzählung hat übrigens eine sehr wohl berechnete Breite. Der Redner hat zweierlei im Auge: er will die Richter überzeugen, dafs er den Tod nicht fürchte und sich durch nichts von dem, was er für ein δίκαιον halte, abbringen lasse, und er will sie sodann daran erin- nern, dafs in Athen das Recht nicht

immer auf seiten der Verurteilen- den gewesen sei, will ihnen ihre eigenen Sünden in das Gedächtnis zurückrufen. Daher. die wieder- holte Zurückweisung der . Todes- furcht: οὐδ᾽ av ἑνὶ ὑπεικάϑοιμι - zal ἀπολοίμην, φοβηϑέντα δε- σμὸν ϑάνατον. ἐμοὶ ϑανάτου μὲν μέλει οὐδ᾽ ὁτιοῦν, ‚und das Hervorheben des ὑμεῖς: ὑμεῖς τιμᾶτε, Ö uiv φορτιχόν, ὅτε ὕμε ες «τοὺς δέχα στρατηγους. χ: τ. &, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε, ἐγὼ μόνος, Ἰναντιώϑην ὕμτν (wo Cron das ὑμῖν mit Unrecht fallen läfst), χαὲ ὑμῶν κελευόντων χαὶ βοώντων u. ἃ. ἃ. St.

Zu εἰς τὴν 3040» bemerkt Stall-

ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 45

τι ἐργάσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐπειδὴ ἐκ τῆς ϑόλου ἐξήλϑομεν, οἱ μὲν τέτταρες ᾧχοντο sig Σαλαμῖνα xal ἤγαγον “έοντα, ἐγὼ δὲ ὠχόμην ἀπιὼν οἴχαδε. χαὶ ἴσως ἂν διὰ ταῦτ᾽ 2 3 \ ς > \ \ ΄, \ ἀπέϑανον, εἰ μὴ ἀρχὴ διὰ ταχέων χατελύϑη" nal τού- τῶν ὑμῶν ἔσονται πολλοὶ μάρτυρες.

21. Ao’ οὖν ἄν μὲ οἴεσϑε τοσάδε ἔτη διαγενέ- σϑαι, εἰ ἔπραττον τὰ δημόσια, καὶ πράττων ἀξίως ἀν- δρὸς ἀγαϑοῦ ἐβοήϑουν τοῖς δικαίοις καί, ὥσττερ χρή, τοῦτο περὶ πλείστου ἐπτοιούμην; πολλοῦ γε δεῖ, ἂν- does ᾿Αϑηναῖοι. οὐδὲ γὰρ ἂν ἄλλος ἀνϑρώπων οὐδείο. θ N γὰρ θ ς ἀλλ᾽ ἐγὼ διὰ παντὸς τοῦ βίου δημοσίᾳ Te εἴ πού τι U - - EL ἧλον 2, ἔπραξα, τοιοῦτος φανοῦμαι. χαὶ ἰδίᾳ, αὐτὸς οὗτος, οὐδενὶ wrote ξυγχωρήσας οὐδὲν παρὰ τὸ δέκαιον οὔτε 2 Zu ΄ 2 , a ς ΄ , , ἄλλῳ οὔτε τούτων οὐδενί, οὺς οἱ διαβαλλοντές μέ φασιν 2 \ \ 2 2 \ \ , \ 2 \ ἐμοὺς μαϑητὰς εἶναι. ἐγὼ δὲ διδάσκαλος μὲν οὐδενὸς πώποτ᾽ ἐγενόμην" εἰ δέ τίς uov λέγοντος καὶ τὰ ἐμαυ- τοῦ πράττοντος ἐπιϑυμεῖ ἀκούειν, εἴτε νεώτερος εἴτε πιρεσβύτερος, οὐδενὶ wrote ἐφϑόνησα, οὐδὲ χρήματα μὲν’ λαμβάνων διαλέγομαι, μὴ λαμβάνων δ᾽ οὔ, ἀλλ᾽ ὁμοίως καὶ πλουσίῳ xal πένητι παρέχω ἐμαυτὸν ἐρω-

baum: fait 904.05 aedificium pu- blieum prope τὸ βουλευτήριον τῶν πενταχοσίων, auctore Paus. 1. 5, in quo prytanes quotidie epu- labantur et sacrificabant, ita dic- tum a forma et figura testudinis, quam referebat.

Leon ist seines Vermögens wegen von den Dreifsig verfolgt ‚worden.

Kap. 21. In den Wor ten εἰ ἔπρατ- τον τὰ δημόσια -- ἐποιούμην ist zu πράττων zu ergänzen τὰ δη- μόσια und deshalb nicht mit C. Hermann zwischen τὰ δημόσια und χαί ein Komma zu setzen, ἀξίως ‚gehört zu ἐβοήϑουν und nicht zu πράττων, τοῖς δικαίοις ist der dat. gen. neutr. und das χρή ist das ethische, „man soll“, wie oft bei Plato und Thucydides. Auch im folgenden Satze habe ich anders, als es gewöhnlich geschieht, inter-

pungiert. In diesem Satze gehört offenbar das δημοσίᾳ nicht zu φα- νοῦμαι; wie der hinzugefügte Ao- rist εἰ ἔπραξα beweist und wie der zu Grunde liegende Gedanke auch darlegt. Denn Sokrates will ja nach dem, was er Kap. 19 zum Schlufs gesagt hat, in Zukunft gar nicht δημόσια πράττειν, sondern vielmehr wie bisher ἐδιωτεύειν. Die Worte enthalten vielmehr eine Breviloquenz: ἐγὼ δημοσίᾳ τε ei ποὺ τι ἔπραξα, τοιοῦτος ἐφάνην καὶ ἰδίᾳ τοιοῦτος φανοῦμαι κ. τ. ἕ. Der Deutsche spricht übrigens eben- so: „nein (ἀλλά), ich für meine Person, all mein Lebtag, bin ich öffentlich wo aufgetreten, so will ich auch im Privatleben ebenso er- scheinen, derselbe Mann, der kei- nem je nachgiebt“ u. 8. w. :

In den Worten ἀλλ᾽ ὁμοίως χαὶ

Ν

46 TAATQNOZ

τᾶν καὶ ἐάν τις βούληται ἀποχρινόμενος ἀχούειν ὧν ἂν λέγω. καὶ τούτων ἐγὼ εἴτε τις χρηστὸς γίγνεται εἴτε μή, οὐχ ἂν δικαίως τὴν αἰτίαν ὑπέχοιμι, ὧν μήτε ὕπε- σχόμην μηδενὶ μηδὲν πώποτε μάϑημα μήτε ἐδίδαξα" εἰ δέ τίς φησι παρ᾽ ἐμοῦ πώποτέ τι μαϑεῖν ἀκοῦσαι ἰδίᾳ τι μὴ καὶ οἱ ἄλλοι πάντες, εὖ ἴστε ὕτι οὐκ ἀλη- In λέγει.

22. ᾿Αλλὰ διὰ τί δή ποτε μετ᾽ ἐμοῦ χαίρουσέ τινες πολὺν χρόνον διατρίβοντες; ἀχηχόατε, ἄνδρες AIM- γαῖοι᾽ πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον" ὅτε ἀκούον- τες χαίρουσιν ἐξεταζομένοις τοῖς οἰομένοις μὲν εἶναι σο- φοῖς, οὖσι δ᾽ οὔ" ἔστι γὰρ οὐκ ἀηδές. ἐμοὶ δὲ τοῦτο,

πλουσίῳ καὶ πένητι ὧν ἂν λέγω ist nach ἐρωτᾶν χαὶ wiederholt zu denken παρέχω ἐμαυτόν: „ich stelle mich zur Verfügung, mich zu fragen, und (stelle mich zur Ver- fügung), wenn jemand wünscht ant- wortend (durch Rede und Antwort) zu hören, was ich behaupte d. i. wenn jemand sich meiner dialek- tischen Methode fügen will“.

Der Gedanke des Kapitels ist klar: ich habe niemand jemals eine Wissenschaft (wie die Sophisten) zugesagt (ὑπεσχόμην), noch auch eine solche gelehrt (ἐδίδαξα καὶ

:$nue); deshalb trage ich auc hd Schuld (im Griechischen

. < r 14 ist ‚auf das ὑπέχοιμε und ὑπεσχο- >

μὴν zu achten) εἴτε τις χρηστὸς ᾿ a” r γίγνεται εἴτε μή.

p. 22. Der Redner sagt, die

jungen Männer folgen ihm aus Lust an den Prüfungen derer, die weise zu sein glauben, ohne es zu sein. Dafs sie aber von ihm nicht ver- dorben werden, -dafür. sei der beste Beweis, dafs einmal keiner seiner Schüler, älter geworden und zu selbständigem Urteil fortgeschrit- ten, sich jemals über ihn beschwert habe, und sodann, dafs auch keiner ihrer Verwandten gegen ihn auf- trete, da/s Meletos keinen von ihnen

als Zeugen gegen ihn habe gewin- nen können.

In dem ersten Satze tritt das Wort χαίρουσι etwas ironisch her- vor, und wir geben es mit unse- rem „gern“ in zu schwacher Fär- bung wieder. Es liegt eine Ironie darin, weil die Anklage das Wort nicht hat gebrauchen können: die Ankläger konnten nicht sagen: οἱ νέοι χαίρουσι μετὰ Σωχράτους διατρίβοντες πολὺν χρόνον --- Sie durften sich höchstens ausdrücken : οἱ νέοι μετὰ Σωχράτους πολὺν χρόνον διατρίβουσιν. Es liegt also in χαίρουσι schon ein Schlag gegen Meletos und Genossen. In den fol- genden Worten’ bin ich in Bezug auf die Interpunktion Stallbaum gefolgt, der nach πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον ein stärkeres Interpunktionszeichen, ein Semiko- lon statt eines Komma setzt, um anzudeuten, dals ὅτι ἀχούοντες χαίφονσεν nicht von εἶπον abhängig zu denken, sondern als Antwort auf das δια τί χαίρουσι zu fassen ist und nur von der Frage durch einen Zwischensatz ἀχηχόατε εἶπον, wie ihn der Redner liebt, getrennt ist. Neckisch ist das ἔστε γὰρ οὐχ ἀηδές „denn es ist nicht uninteres- sani“, wie wir mit einem Fremd-

ἈΠΟΛΟΓῚΛ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 47

ws ἐγώ φημι, προστέταχται ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ πράττειν χαὶ ἐχ μαντείων καὶ ἐξ ἐνυτινίων χαὶ τταντὶ τρόττῳ, ᾧττἊερ τές ποτε χαὶ ἄλλη ϑεία μοῖρα ἀνϑρώττῳ καὶ ὅτιοῦν προσ- ἔταξε πράττειν. ταῦτα, ᾿Αϑηναῖοι, καὶ ἀληϑῆ ἔστι καὶ εὐέλεγχτα. εἰ γὰρ δὴ ἔγωγε τῶν νέων τοὺς μὲν δια- φϑείρω, τοὺς δὲ διέφϑαρχα, χρὴν δήττου, εἴτε τινὲς αὖ- τῶν πρεσβύτεροι γενόμενοι ἔγνωσαν ὅτι νέοις οὐσιν. αὖ- τοῖς ἐγὼ καχὸν στώττοτέ τε ξυνεβούλευσα, νυνὶ αὐτοὺς ἀναβαίνοντας ἐμοῦ κατηγορεῖν καὶ τιμωρεῖσϑαι" εἰ δὲ μὴ αὐτοὶ ἤϑελον, τῶν οἰκείων τινὰς τῶν ἐχείνων, πα- τέρας χαὶ ἀδελφοὺς καὶ ἄλλους τοὺς προσήκοντας, εἴπερ ὑπ ἐμοῦ τι χαχὸν ἐττεττόνϑεσαν αὐτῶν οἱ οἰκεῖοι, νῦν μεμνῆσϑαι χαὶ τιμωρεῖσϑαι. πάντως δὲ πάρεισιν αὐτῶν πολλοὶ ἐνταυϑοῖ, οὺς ἐγὼ ὁρῶ, πρῶτον μὲν Κρίτων οὗ- τοσί, ἐμὸς ἡλικιώτης καὶ δημότης, Κριτοβούλου τοῦδε πατήρ᾽ ἔπειτα Avoaviag Σφήττιος, Aloxivov τοῦδε πατήρ᾽ ἔτι ᾿Αντιφῶν Κηφισιεὺς οὑτοσί, ᾿Ἐπιγένους πατήρ᾽ ἄλλοι τοίνυν οὗτοι, ὧν οἱ ἀδελφοὶ ἐν ταύτῃ τῇ διατριβῆ γεγόνασι, Νικόστρατος, Θεοζοτίδου, ἀδελφὸς Θεοδότου --- χαὶ μὲν Θεόδοτος τετελεύτηχεν, ὥστε οὐκ ἂν ἐχεῖνός γε αὐτοῦ χαταδεηϑείη —, χαὶ Πάραλος ὅδε, Φημοδόκου, οὗ ἦν Θεάγης ἀδελφός" ὅδε δὲ ᾿4δεί- μαντος, ᾿Αρίστωνος, οὗ ἀδελφὸς οὑτοσὶ Πλάτων, καὶ «Αἰαντόδωρος, οὗ ᾿Απολλόδωρος ὅδε ἀδελφός. καὶ ἄλλους πολλοὺς ἐγὼ ἔχω ὑμῖν εἰπεῖν, ὧν τινὰ ἐχρῆν μάλιστα μὲν ἐν τῷ ἑαυτοῦ λόγῳ :τταρασχέσϑαι Meimtov μάρτυρα" ei δὲ τότε ἐπελάϑετο, νῦν παρασχέσϑω, ἐγὼ παραχωρῶ, χαὶ λεγέτω, εἴ τι ἔχει τοιοῦτον. ἀλλὰ τούτου πᾶν τοῦὐ-

worte sagen würden, wenn wir nicht mit etwas anderer Wendung unserer Sprache getreu bleiben wol- len: „denn es macht Spafs“. Wei- terhin ist das χαί in πράττειν καὶ EX μαντείων „und zwar“; denn die Worte ἐχ μαντείων --- προσέταξε πράττειν zerlegen den Ausdruck ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ. Dem εἴτε in εἴτε τινὲς αὐτῶν πρεσβύτεροι γενό-

μενοι ἔγνωσαν entspricht, wie öf- ter das δέ dem τε, das εἰ δέ in εἰ δὲ um αὐτοὶ ἤϑελον. Der Aufzäh- lung der einzelnen Männer nimmt der Redner das Langweilige, das jede Aufzählung hat, durch kleine Zusätze, durch das ἐμὸς ἡλικιώτης καὶ δημότης „der mit mir in dem- selben Demos aufgewachsen ist“, und den Zwischensatz: χαὲὶ μὲν

48 ΠΑΆΤΩΝΟΣ

γαντίον εὑρήσετε, ἄνδρες, πιάντας ἐμοὶ βοηϑεῖν Eroi- μους τῷ διαφϑείροντι, τῷ κακὰ ἐργαζομένῳ τοὺς οἰχείους αὐτῶν, ὥς φασι Πέλητος χαὶ "Avvrog. αὐτοὶ μὲν γὰρ oi N “Ὁ > ΄ Ind x διεφρϑαρμένοι ray ἂν λόγον ἔχοιεν βοηϑοῦντες" ol δὲ ἀδιάφϑαρτοι, πρεσβύτεροι ἤδη ἄνδρες, οἱ τούτων προ- N} » [4 αν 2 \ γ > onxovres, tiva ἄλλον ἔχουσι λόγον βοηϑοῦντες ἐμοὶ ἀλλ > \ > ΄ \ ΄ co ΄, ΄ τὸν ὀρϑόν τε καὶ δίκαιον, ὅτε ξυνίσασι ελήτῳ μὲν [2 P} \ \ 2 4 + ψευδομένῳ, ἐμοὶ δὲ ἀληϑεύοντι; a , >. ἮΣ ΒΡ > \ 2 oe 2 23. Εἶεν δή, ἄνδρες" μὲν ἐγὼ ἔχοιμ᾽ ἂν ἀπο- λογεῖσϑαι, σχεδόν ἐστι ταῦτα καὶ ἄλλα ἴσως τοιαῦτα. τάχα δ᾽ ἄν τις ὑμῶν ἀγαναχτήσειεν ἀναμνησϑεὶς ἕαυ- τοῦ, εἰ μὲν χαὶ ἐλάττω τουτουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα ἀγωνιζόμενος ἐδεήϑη τε χαὶ ἱχέτευσε τοὺς διχαστὰς μετὰ πολλῶν δαχρύων, παιδία τε αὑτοῦ ἀναβιβασάμενος, [4] oc ͵ > \ 2} η - > ’, x ἵνα τι μάλιστα ἑλεηϑείη, καὶ ἄλλους τῶν οἰκείων χαὶ φίλων πολλούς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν ἄρα τούτων ποιήσω, καὶ - , ς , ταῦτα χινδυνεύων, ὡς ἂν δόξαιμι, τὸν ἔσχατον χένδυνον. τάχ᾽ οὖν τις ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαδέστερον ἂν πρός μὲ σχοίη, καὶ ὀργισϑεὶς αὑτοῖς τούτοις ϑεῖτο ἂν μετ᾽ ὀργῆς τὴν ψῆφον. εἰ δή τις ὑμῶν οὕτως Ἔχει, --- οὐχ ἀξιῶ μὲν γὰρ ἔγωγε" εἰ δ᾽ οὖν, ἐπιεικῆ ἂν wor δοχῶ πρὸς τοῦτον λέγειν λέγων ὅτι ἐμοί, ἄριστε, . εἰσὶ μέν πού τινὲς χαὶ οἰχεῖοι" χαὶ γὰρ τοῦτο αὐτὸ τὸ τοῦ Ὁμήρου. οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽ ἀττὸ πέτρης πέφυχα, ἀλλ᾽ ἐξ ἀνϑρώπων, ὥστε καὶ οἰχεῖοί μοί εἰσι χαὶ υἱεῖς, ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, τρεῖς, εἷς μὲ ά ἤδη, δύο δὲ παιδία" N , τρεῖς, eig μὲν μειράχιον ἤδη, δύο δὲ ί 2 a 2 ν΄ τῷ 3 - me I ΄ ἀλλ᾽ ὅμως οὐδέν᾽ αὐτῶν δέῦρο ἀναβιβασάμενος δεήσο- μαι ὑμῶν ἀποψηφέσασϑαι. τέ δὴ οὖν οὐδὲν τούτων ποιή- ΄ 5 , = Ψ 3 σω; οὐχ αὐϑαδιζόμενος, ἄνδρες ᾿Α΄ϑηναῖοι, --- οὐ ς m I ΄ 2459 2 \ ΄ > ΒΝ Ν ὑμᾶς ἀτιμάζων ἀλλ᾽ εἰ μὲν ϑαρραλέως ἐγὼ ἔχω πρὸς

Θεόδοτος τετελεύτηκεν κ. τ. ἕ. Der bittere Sarkasmus der Worte πάν- τας ἐμοὶ βοηϑεῖν ἑτοίμους τῷ διαφϑείροντι, τῷ χαχὰ ἐργαζο- μένῳ κ. τ. &. liegt zutage. Der kräf- tige "Schlußs des Kapitels ὅτι ξυ- νέσασι --- ἀληϑεύοντι erinnert leb-

haft an den Schlufs des 19. Kapi- tels.

Kap. 23. Mit dem εἶεν δή, ἄνδρες beginnt die peroratio, in welcher der Redner die Unsitte der Angeklagten schildert, das Mitleid der Richter zu wecken. Er sagt,

AIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 49

ϑάνατον μή, ἄλλος λόγος, πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν καὶ ἐμοὶ χαὶ ὑμῖν χαὶ ὅλῃ τῇ πόλει οὔ μοι δοκεῖ καλὸν εἶναι ἐμὲ τούτων οὐδὲν τιοιεῖν χαὶ τηλιχόνδε ὄντα χαὶ τοῦτο Tov- γομα ἔχοντα, εἴτ᾽ οὖν ἀληϑὲς εἴτ᾽ οὖν ψεῦδος" ἀλλ᾽ οὖν δεδογμένον γέ ἔστι τὸ Σωκράτη διαφέρειν τινὶ τῶν πιολ- λῶν ἀνθρώπων. εἰ οὖν ὑμῶν οἱ δοχοῦντες διαφέρειν εἴτε σοφίᾳ εἴτε ἀνδρείᾳ εἴτε ἄλλῃ ἡτινιοῦν ἀρετῇ τοιοῦ- τοι ἔσονται, αἰσχρὸν ἂν ein‘ οἵουσπτερ ἐγὼ ττολλάχις ἑώραχά τινας ὅταν χρίνωνται, δοχοῦντας μέν τι εἶναι,

ϑαυμάσια δὲ ἐργαζομένους,

ihm verbiete die δόξα d. i. die Ach- tung vor dem guten Rufe, vor dem eigenen, dem der Richter und dem des ‚ganzen Staates, so zu handeln: πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν χαὶ ἐμοὶ χαὶ ὑμῖν καὶ ὅλῃ, τῇ πόλει οὐ μοι δο- χεῖ χαλὸν εἶναι. Es ist gewils die schwerste Aufgabe, welche der Red- ner sich hier stellt, wenn er, der Angeklagte, in den letzten Worten seiner Verteidigung als Sittenrich- ter derer, die über ihn abzuurteilen ‚haben, auftritt. Kehrt er doch den Spiels geradezu um. Die Aufgabe ist schwierig, weil sie leicht den Eindruck des Hochmutes aufkom- men lälst. vor dadurch, dafs er selbst sagt, er sehe die Gefahr ein, welche er laufe, und dadurch, dafs er den Be- weggrund, welchen ihm niedrig denkende Menschen unterschieben könnten, nennt und zurückweist: τί δὴ. οὖν οὐδὲν τούτων ποιήσω; οὐχ αὐϑαδιζόμενος x. τ. &., „nicht aus Trotz, sondern aus Ehrgefühl“. Er lälst dann den Vorwurf als eitel erscheinen durch die edlen Beweg- gründe, die sein Ehrgefühl bestim- men: einmal die Rücksicht auf seine Person: τηλικόνδε ὄντα καὶ τοῦτο τοὔνομα ἔχοντα, mit der schönen, selbstbewulsten und doch auch be- scheidenen Erklärung des Beina- mens σοφός: δεδογμένον γέ ἐστι τὸ Σωχράτη διαφέρειν τινὲ τῶν πολλῶν ἀνθρώπων --- und sodann Plato, Apologie. Krito.

Dem beugt der Redner.

ὡς δεινόν τι οἰομένους 7rei-

die Rücksicht auf die Richter und mit ihnen auf das ganze Vater- land, welches die erwähnte Unsitte schändet.

Wieder spricht der Redner in vollen Perioden, weil er sich an das Gemüt der Richter und der übrigen Zuhörer wendet, ihr Ehr- gefühl zu wecken bestrebt ist. Er verschmäht dabei auch die rheto- rische Figur nicht, wie denn gleich im ersten Satze der Chiasmus klar herv ortritt: μὲν καὶ ἐλάττω του- τουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα ἄγωνι- ζόμενος ἐδεήϑη τε καὶ ἱχέτευσε τοὺς δικαστάς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν τού- των ποιή σω, καὶ ταῦτα κινδυνεύων τὸν ἔσχατον κίνδυνον. Und mit wie kunstgerechter psychologischer Kenntnis geht er vor: er lälst den einzelnen Sich an einen groben Feh- ler erinnern (ἀναμνησϑεὶς ἑαυτοῦ), erweckt also in ihm die Reue; er setzt als möglich eine ungerechte That, die dieser Reue entspringen könnte (ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαδέ- στερον ἂν πρός με σχοίη), ruft damit also zur Überlegung auf; er führt dann sich als Beispiel vor mit einem Scherze, der immer zur Milde stimmt: οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽ ἀπὸ πέτρης πέφυχα; er giebt nach dem guten Beispiele dann das ‚böse: οἵουσπερ ἐγὼ πολλάκις ξώραχάα

τινας ἐργαζομένους („derlei Männer habe, ich oft gesehen vor Gericht ἑώραχαά τινὰς ὅταν

4

δ0 ΠΑΑΤΩΝΟΣ

> > - u 3 >) y σεσϑαι εἰ ἀττοϑανοῦνται, ὥσπερ αϑανάτων ἐσομένων, ἐὰν ὑμεῖς αὐτοὺς μὴ ἀποχτείνητε" οἱ ἐμοὶ δοχοῦσιν αἷ- σχύνην τῇ πόλει πτεριάτετειν, ὥστ᾽ ἄν τινα χαὶ τῶν ξένων ς = a ς ΄ > 2 > 3 a ὑπολαβεῖν ὅτι οἱ διαφέροντες AImvaliov εἰς ἀρετήν, οὺς

> - - - - , - αὐτοὶ ἑαυτῶν ἔν τε ταῖς ἀρχαῖς χαὶ χαῖς ἄλλαις τιμαῖς χεροχρίνουσιν, οὗτοι γυναιχῶν οὐδὲν διαφέρουσι. ταῦτα ’, 5 ἊΨ ς - x . γάρ, ἄνδρες ᾿Δϑηναῖοι, οὔτε ὑμᾶς χρὴ ποιεῖν τοὺς ee « - 5 ΒΨ x «ὦ - δοκοῦντας χαὶ ὁτιοῦν εἶναι, οὔτ᾽, ἂν ἡμεῖς ποιῶμεν, ς - > ,ὕ > \ - 9 \ > a ὑμᾶς ἐπιτρέπειν, ἀλλὰ τοῦτο αὐτὸ ἐνδείχνυσθϑαι, ὅτε πολὺ μᾶλλον καταψηφιεῖσϑε τοῦ τὰ ἐλεεινὰ ταῦτα δρά- ματα εἰσάγοντος χαὶ καταγέλαστον τὴν τστόλιν ᾽τοεοῦντος τοῦ ἡσυχίαν ἄγοντος. 4 24. Χωρὶς δὲ τῆς δόξης, ἄνδρες, οὐδὲ δίκαιόν

μοι δοκεῖ εἶναι δεῖσϑαι τοῦ διχαστοῦ οὐδὲ δεόμενον ἀπο- φεύγειν, ἀλλὰ διδάσχειν καὶ reise. οὐ γὰρ ἐπὶ τούτῳ χάϑηται διχαστής, ἐπὶ τῷ χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια, ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ χρίνειν ταῦτα᾽ χαὶ ὀμώμοχεν οὐ χαριεῖσϑαι y - Dr \ ΄ x ΄ οἷς ἂν δοχῆ αὐτῷ, ἀλλὰ διχάσειν χατὰ τοὺς νόμους. x ς - = - - οὔκουν χρὴ οὔτε ἡμᾶς ἐϑίζειν ὑμᾶς ἐπιορκεῖν, οὐϑ᾽ ὑμᾶς we x ἄν ἐν \ a ἐνῶ, 2 Be \ 3 ἐϑίζεσθϑαι᾽ οὐδέτεροι γὰρ ἂν ἡμῶν εὐσεβοῖεν. μὴ οὖν 5 ri > = 7 = - er N Er

ἀξιοῦτέ με, ἄνδρες .“ϑηναῖοι, τοιαῦτα δεῖν 77005 ὑμᾶς πράττειν, μήτε ἡγοῦμαι καλὰ εἶναι μήτε δίκαια μήτε ὅσια, ἄλλως τε μέντοι νὴ Jia πάντως χαὶ ἀσεβείας φεύ-

bietet es die δίκη, die Richter durch

χρίνωνται = ξἑώραχα ὅταν τινὲς Bitten gewinnen zu wollen: nach er-

χρίνωνται die schienen was

vorzustellen, hatten sich aber wun- derlich“) und weist endlich mit einer sehr scharfen Wendung auf des Va- terlandes Ehre hin, wenn er einem ξένος die Worte i in den Mund legt:

οἱ διαφέροντες ᾿᾿Αϑηναίων εἰς RE τὴν γυναιχῶν οὐδὲν ϑιαφέθου: σιν.

Die Worte οὐδ᾽ ὑμᾶς ἀκίδων in der Mitte des Kapitels habe ich in Parenthesen geschlossen, um an- zudeuten, dafs der Satz ἀλλ᾽ εἰ ϑαρραλέως ἄλλος λόγος auf αὐϑαδιζόμενος zurückweist.

Kap. 24. Aufser der δόξα ver-

sterer ist dies kein χαλόν, ‚nach! letz- terer istes οὔτε δίχαιον οὔτε ὅσιον.

"Das δεῖσϑαι ist kein δίχαιον, ὅτι

χάϑηται δικαστὴς οὐχ ἐπὶ τῷ χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια „nicht um nach Gunst das Recht zu hand- haben“, ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ zolvsıw ταῦ- τα. sondern ee ein Urteil darüber zu fällen d. i. die Thätigkeit des Richters darf. ‚keine Gemüts-, son- dern soll eine Verstandesthätigkeit sein. Es ist sodann kein ὅσιον, weil der Richter durch seinen Schwur dem Gotte verpflichtet ist, weil also er ein ἀσεβής wird, wenn

ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 5l

c \ [4 hr - \ δ» > γοντα ὑπὸ Meintov vovrovi. σαφῶς γὰρ ἂν, εἰ πεέϑοιμε ὑμᾶς χαὶ τῷ δεῖσϑαι βιαζοίμην ὀμωμοχότας, ϑεοὺς ἂν

΄ ς - - 5 - δεδάσχκοιμε μὴ ἡγεῖσϑαι ὑμᾶς εἶναι, χαὶ ἀτεχνῶς ἄπο- λογούμενος κατηγοροέην ἂν ἐμαυτοῦ ὡς ϑεοὺς οὐ νομίζω. MAC - ἘΞ [4] I R ΓΝ ΄, Fan ἀλλὰ πολλοῦ δεῖ οὕτως ἔχειν" νομίζω τὲ γάρ, ἄνδρες

- 2 m - , τὰ ᾿Αϑηναῖοι, ὡς οὐδεὶς τῶν ἐμῶν χατηγόρων, χαὶ ὑμῖν Errırgenw καὶ τῷ ϑεῷ κρῖναι περὶ ἐμοῦ ὅπτῃ μέλλει ἐμοί τὲ ἄριστα εἶναι χαὶ ὑμῖν.

25. Τὸ μὲν μὴ ἀγαναχτεῖν, α ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἐπὶ τούτῳ τῷ γεγονότι, ὅτι μου χατεψηφίσασϑε, ἄλλα τέ μοι

N \ 2 2 κα [4 ΄ x πολλὰ ξυμβαλλεται, καὶ οὐκ ἀνέλπιστον μοι γέγονε τὸ

% - 3 N \ - ΄ [2 γεγονὸς τοῦτο, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον ϑαυμάζω Exaregwv τῶν ψήφων τὸν γεγονότα ἀριϑμόν. οὐ γὰρ ᾧμην ἔγωγε [4 2 295, > 2 \ \ ΄ - ξ οὕτω παρ᾽ ὀλίγον ἔσεσϑαι, ἀλλὰ παρὰ πολύ" viv δέ, ὡς ἔοιχεν, Ei τριάχοντα μόναι μετέπεσον τῶν ψήφων, Arto-

er nach Gunst urteilt und weil _ ebenso der Angeklagte sich einer ἀσέβεια schuldig macht, wenn er versucht, durch Bitten den Richter von seiner Pflicht abzuziehen. Der Schlufsgedanke ist jedenfalls sehr wirksam ; denn er stellt den der ἀσέ- βεια Angeklagten (ἀσεβείας φεύ- yovre) als frommer denn all seine Gegner, Richter wie Publikum, hin.

Kap. 25. Bei der Abstimmung sollen von den 500 oder 501 Rich- tern 281 gegen und 220 für So- krates sich ausgesprochen haben. Da es sich um einen τιμητὸς ἀγών handelte, folgte eine zweite Ver- handlung über die festzusetzende Strafe.

Dafs der Redner sein Todesurteil voraussah, ist wohl selbstverstän- lich; um so imponierender ist die wahrhaft göttliche Ruhe, welche die zweite, kurze Rede atmet. Gleich das erste Wort τὸ μὴ ἀγαναχτεῖν weist die Unruhe

zurück, und die Breite der Sprache kennzeichnet die gröfste Gemüts- ruhe. Οὐκ ἀγανακτῶ, ὅτι οὐκ ἀνέλπιστόν μοι γέγονε τὸ γεγο- γὸς τοῦτο --- diese Worte würden den Gedanken vollkommen wieder- geben; die Worte ἐπὲ τούτῳ τῷ γεγονότι ξυμβάλλεται sind be- häbige Beigaben. Der Redner er- geht” sich sodann, was auch nur ein ruhiger Mensch thut, in einem längeren Rechenexempel,, welches eigentlich schon mit dem ξυμιβάλλε- ται „beisteuern“ und mit der rech- nenden Wendung ἄλλα τε πολλὰ - χαὶ οὐχ ἀνέλπιστον eingeleitet wird. Das Exempel selbst wird auch mit der ruhigsten Breite ge- geben: die Worte οὐ γὰρ ῴμην --- ἀλλὰ παρὰ πολὺ sind, wenn es blofs auf die Rechnung ankommt, überflüssig, ebenso das” ὡς ξοικειν. Den Meletos behandelt er in seiner Rechnung, wie immer, als einen un- reifen Menschen, insofern als er dem Siegesbewulstsein des jungen _ Mannes ein Scherzexempel vorrech-

ΔῈ

52 ΠΛΑΊΤΩΝΟΣ

σιεφεύγη ἄν. ἸΠέλητον μὲν οὖν, ὡς ἐμοὶ δοχῶ, χαὶ νῦν ἀποπέφευγα, καὶ οὐ μόνον ἀττοτεέφευγα, ἀλλὰ παντὶ δῆλον τοῦτό γε, ὅτι, εἰ μὴ ἀνέβη "Avyvrog καὶ ““ύκων χατηγορήσοντες ἐμοῦ, χἂν ὦφλε χιλίας δραχμάς, οὐ με- ταλαβὼν τὸ ττέμπιτον μέρος τῶν ψήφων. 20. Τιμᾶται δ᾽ οὖν μοι ἀνὴρ ϑανάτου. εἶεν" ἐγὼ δὲ δὴ τίνος ὑμῖν ἀντιτιμήσομαι, ἄνδρες “᾿ϑηναῖοι; δῆλον ὅτι τῆς ἀξίας; τί οὖν; τί ἄξιός εἰμι παϑεῖν ee τι μαϑὼν ἐν τῷ βίῳ οὐχ ἡσυχίαν ἦγον, ἀλλ᾽ ἀμελήσας ὧνπτερ οἱ πολλοί, χρηματισμοῖ τε καὶ οἴἶχονο- μίας καὶ στρατηγιῶν χαὶ δημηγοριῶν καὶ τῶν ἄλλων ἀρ- χῶν χαὶ ξυνωμοσιῶν χαὶ στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γιγνο- μένων, ἡγησάμενος ἐμαυτὸν τῷ ὄντι ἐτπειιειχέστερον εἶναι ὥστε εἰς ταῦτ᾽ ἰόντα σώζεσϑαι, ἐνταῦϑα μὲν οὐχ ἦα,

net: 280 haben mich verurteilt; 3 Kläger sind es; also kamen auf Meletos 90 Stimmen, oder, da Any- tos und Lykon schwerer wiegen als er, noch nicht 90 Stimmen, noch nicht der fünfte Teil der 500. Stim- men, ein Resultat, das ihm eigent- lich die für so wenige Stimmen erzielende Kläger festgesetzte Strafe von 1000 Drachmen eintragen mülste.

Kap. 26. In einen Scherz läuft auch dies Kapitel aus, in einen harmlosen Scherz, den ich nicht als Ironie oder gar als Sarkasmus auf- fassen möchte. Wieder mit aller Behäbigkeit leitet er den Scherz

ein. „Es schlägt also der Mann

als Strafe für mich den Tod vor. Gut. Aber ich, welche Strafe soll ich euch dagegen vorschlagen? na- türlich die verdiente? Was also? Was verdiene ich“ u. s. w. Hieron. Müller übersetzt die Worte τεμᾶται δ᾽ οὖν μοι ἀνὴρ ϑανάτου wohl nicht richtig, wenn er, den Dativ μοι nicht als ethischen, sondern als Dativ bei Passiven (= ὑπό c. gen.) auffassend sagt: „Sonach acht’ ich den Mann des Todes schuldig“ und in der Stelle ein Citat aus des Me-

letos Rede sieht. Τιμᾶσϑαί τιν τινος sagt ja Sokrates auch im fol- genden Kapitel: ὡς ἄξιός εἰμί του καχοῦ καὶ τιμήσεσϑαι τοιούτου τινὸς. ἐμαυτῷ μὴ πάϑω τοῖ- το, οὗ Μέλητός μοι τιμᾶται κι τ. ξ. Zu ὅτι μαϑών bemerkt Cron: ὅτι μαϑὼν ist ‚eigentlich die indirekte Form zu τί μαϑών, welches, we- nig unterschieden von τί παϑών, mit Verwunderung oder Mifsbilli- gung nach dem ‘Grund einer Hand- lung fragt, ungefähr wie im Deut- schen „was hast du dir in den Kopf gesetzt“ oder „was wandelte dich an, dafs“, statt des einfachen „war- um?“ Hier hängt der indirekte Aus- druck nur lose mit dem Hauptsatze zusammen, der implieite den Be- griff der Erwägung in sich schliefst: „was verdiene ich für eine Strafe, insofern die Frage ist, was ich mir in den Sinn kommen liefs* ete. statt „dafür „dafs ich mir“. In dem Ausdrucke ὥστε εἰς ταῦτ᾽

ἐόντα -σώζεσϑαι steht σώζεσϑαι für σῶν εἶναι, σῶν ὄντα διάγειν. „unversehrt bleiben“. Die lange polysyndetische Aufzählung: χρη- ματισμοῦ τε καὶ οἰχονομίας -- χαὶ στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γι-

ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59

οἱ ἐλϑὼν μήτε ὑμῖν. μήτε ἐμαυτῷ ἔμελλον μηδὲν ὄφελος εἶναι, ἐπὶ δὲ τὸ ἰδίᾳ ἕκαστον ἰὼν εὐεργετεῖν τὴν μεγί- ς ’ὔ - 5 3 στην εὐεργεσίαν, ὡς ἐγώ φημι, ἑνταῦϑα Na, ἐπιχειρῶν ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν μὴ πρότερον μήτε τῶν ἑαυτοῦ μηδενὸς ἐπιμελεῖσθαι, πρὶν ἑαυτοῦ ἐπιμεληϑείη, ὅπως ὡς βέλτιστος καὶ φρονιμώτατος ἔσοιτο, μήτε τῶν τῆς πόλεως, πρὶν αὑτῆς τῆς πόλεως, τῶν τε ἄλλων οὕτω «ὦ ΜΞ 5 κατὰ τὸν αὐτὸν τρόπον ἐπιμελεῖσθαι" τί οὖν εἶμι ἄξιος " de > " 2 = 2 παϑεῖν τοιοῦτος ὦν; ἀγαϑίύν τι, ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, εἰ δὲ \ \ 32» --ψ 8 , - x \ ai δεῖ γε χατὰ τὴν ἀξίαν τῇ ἀληϑείᾳ τιμᾶσϑαι" nal ταῦτά - u > , > ᾽ὔ ’, 3 ᾽ὔ γε ἀγαϑὸν τοιοῦτον, τι ἂν πρέποι ἐμοί. τί οὐν πρέπει ἀνδρὶ πένητι εὐεργέτῃ, δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ τῇ ς , > 2 3, .6Ὁ - Ξι ὑμετέρᾳ παραχελεύσει; οὐχ ἔσϑ' 0 τι μᾶλλον, ἄνδρες Asnveioı, πρέπει οὕτως, ὡς τὸν τοιοῦτον ἄνδρα ἐν πρυτανείῳ σιτεῖσϑαι, πολύ γε μᾶλλον εἴ τις ὑμῶν cr Bi N IN ΄ , 3 , ς \ ἕσσττῳ ξυνωρίδι ζεύγει vevinmaev Ολυμπίασιν. 0 μὲν γὰρ ὑμᾶς ττοιεῖ εὐδαίμονας δοχεῖν εἶναι, ἐγὼ δὲ εἶναι" δυν \ - 2 φὰ > SL \ FT xal μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται, ἐγὼ δὲ δέομαι. εἰ οὖν δεῖ μὲ χατὰ τὸ δίκαιον τῆς ἀξίας τιμᾶσϑαι, τούτου τι- μῶμαι, ἐν πρυτανείῳ σιτήσεως. 27. Ἴσως ουν ὑμῖν χαὶ ταυτὲ λέγων παραπλησίως » - > ΄ δοχῶ λέγειν ὥσπερ περὶ τοῦ οἴχτου χαὶ τῆς ἀντιβολή-

γνομένων charakterisiert scherz- haft die Vielgeschäftigkeit der πο- Jırıxol gegenüber der einfachen Thätigkeit des Weisen: ἐπιχειρῶν ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν x. τ. ὃ. Scherzhaft ist die Frage τί ovv πρέπει ἀνδρὲ πένητι εὐεργέτῃ, in welcher die Stellung der Adjektiva bezeichnend ist: die Worte ἀνδοὶ πένητι εὐεργέτῃ Sind wohl recht langsam gesprochen worden; denn ihr Sinn verlangt es: „was ziemt einem Manne, welcher arm ist und ᾿ς ein Wohlthäter?“ Spafsend ist der Zusatz δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ τῇ ὑυμετέρᾳ παραχελεύσει: die Vorstellung, dafs Sokrates nach dem, was er in seiner Verteidigungs- rede gesagt hat, als δεόμενος ἄγειν

σχολήν auftreten sollte, litte an einem Widerspruche in sich und die, dafs der δεόμενος seine Ent- schuldigung in der παραχέλευσις τῶν ᾿Αϑηναίων suchen sollte, aus der seine διαβολή entstanden, reizt zum Lachen.

Das Pıytaneum lag auf der Akro- polis; es wurden dort die Gäste des Staates gespeist. Ἵππῳ νικᾶν ist „mit dem Rennpferd siegen“ bei den olympischen Spielen, wäh- rend zwei, drei und vier Rosse vor den Wagen gespannt in den Kampf eintreten. Die Sportsmen waren natürlich nur reiche Leute; daher: μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται.

Kap. 27. Von dem Scherz geht er wieder über in eine ruhige Be-

54 TAATONOE

σεως, ἀπαυϑαδιζόμενος" τὸ δὲ οὐκ ἔστιν, ᾿4ϑηναῖοι, τοιοῦτον, ἀλλὰ τοιόνδε μᾶλλον πέπεισμαι ἐγὼ ἑχὼν εἶναι μηδένα ἀδιχεῖν ἀνθρώπων, ἀλλὰ ὑμᾶς τοῦτο οὐ πείϑω" ὀλίγον γὰρ χρόνον ἀλλήλοις διειλέγμεϑα" ἐπεί, ὡς ἐγῴμαι, εἰ ἣν ὑμῖν νόμος, ὥσπερ χαὶ ἄλλοις ἀνϑρώ- ποις, περὶ ϑανάτου μὴ μίαν ἡμέραν μόνον χρίνειν, ἀλλὰ πολλάς, ἐπείσϑητε ἄν" νῦν δ᾽ οὐ δάδιον ἐν χρόνῳ ὀλίγῳ μεγάλας διαβολὰς ἀπολύεσϑαι. πεπεισμένος δὴ ἐγὼ μη- δένα ἀδικεῖν σπτολλοῦ δέω ἐμαυτόν γε ἀδικήσειν χαὶ χατ᾽ ἐμαυτοῦ ἐρεῖν αὐτός, ὡς ἄξιός εἰμί του κακοῦ, χαὶ τιμή- σεσϑαι τοιούτου τινὸς ἐμαυτῷ, τί δείσας; μὴ πάϑω τοῦτο, οὗ ἸΠέλητός μοι τιμᾶται; φημι οὐχ εἰδέναι οὔτ᾽ εἰ ἀγαϑὸν οὔτ᾽ εἰ κακόν ἐστιν; ἀντὶ τούτου δὴ ἕλωμαι ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι καχῶν ὄντων, τούτου τιμησάμενος; πότε- ρον δεσμοῦ; χαὶ τέ μὲ δεῖ ζῆν ἐν δεσμωτηρίῳ, δου- λεύοντα τῇ ἀεὶ χαϑισταμένῃ ἀρχῇ, τοῖς ἕνδεχα; ἀλλὰ

χρημάτων, χαὶ δεδέσϑαι ἕως ἂν ἐχτίσω; μοί ἔστιν, Orceg νῦν δὴ ἔλεγον"

rechnung. „Haltet meinen Scherz, sagt er, nicht für einen Ausflufs trotzigen Sinnes (ἀπαυϑαδιζόμε- γος); das ist er so wenig, wie

meine obige Auseinandersetzung _ über die Erregung des Mitleids und.

den Wert der Fürbitte. Ich ziehe vielmehr nur die Konsequenz ausder Überzeugung von meiner Unschuld, wenn ich eine ernste Strafe nicht in ‚Vorschlag , bringe (zer ἐμαυ- τοῦ ἐρεῖν αὐτός, τὸς ἄξιός εἰμί του χαχοῦ „ich bin weit entfernt gegen mich selbst zu erklären, ich hätte etwas verdient, das ein χα- x0v wäre“). Sodann habe ich nichts zu fürchten; denn des Meletos „zi- μημα ϑάνατος"“ fürchte ich nicht, da ich den Tod für ein χαχόν nicht halte; also kann ich statt der To- desstrafe eine andere Strafe, die wirklich ein z&20v meiner Ansicht nach ist, auch nicht vorschlagen“.

Im folgenden wägt er dann andere Strafen nach dem Werte, den sie

ἀλλὰ ταὐτόν οὐ γὰρ ἔστε μοι χρήματα,

für ihn haben, ab. Das Leben im Gefängnis erscheint ihm als das eines δουλεύων, als eines Mannes, der immer von der den Gefängnissen vorstehenden Behörde, den Evdexe, abhängig ist, nicht lebenswert; eine Geldstrafe würde ihn, da er arm ist, auch zunächst in das Gefängnis bringen: sie gilt also für ihn das-

selbe, wie eine Gefängnisstrafe (ταὺ-

τόν μοί ἐστιν, ὅπερ γῦν δὴ ἔλε- yo»); auf Verbannung endlich an-

᾿ zutragen widerrät ihm die vernünf-

tige Berechnung, die ihm sagt, den

Bürgern eines anderen Staates werde

er noch weniger erträglich erschei- nen, als seinen Mitbürgern.

Mit den Worten εἰ ἦν ὑμῖν vo-

oc un μίαν ἡμέραν μόνον Zar I er. er die Lace- damonier hindeuten, die ein Todes- urteil nicht nach einmaliger Bera- tung gefällt haben sollen. Da aber die aus Plutarch und aus Thucy- dides angeführten Stellen durchaus

et eh μονα

ἈΠΟΛΟΓῚᾺΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 55

ὁπόϑεν ἐχτίσω. ἀλλὰ δὴ φυγῆς τιμήσωμαι; ἴσως γὰρ ἄν μοι τούτου τιμήσαιτε. πολλὴ μέντ᾽ ἄν us φιλοψυχία ἔχοι, εἰ οὕτως ἀλόγιστός εἶμι, ὥστε μὴ δύνασϑαι λογί- ζεσϑαι, ὅτι ὑμεῖς μὲν ὄντες πτολῖταί μου οὐχ οἷοί τε ἐγένεσϑε ἐνεγχεῖν τὰς ἐμὰς διατριβὰς καὶ τοὺς λόγους, ἀλλ᾽ ὑμῖν βαρύτεραι γεγόνασι χαὶ ἐτειφϑονώτεραι, ὥστε ξητεῖτε αὐτῶν νυνὶ ἀπαλλαγῆναι, ἄλλοι δὲ ἄρα αὐτὰς οἴσουσι ῥᾳδίως. πολλοῦ γε δεῖ, ᾿΄ϑηναῖοι. χαλὸς οὖν ἄν μοι βίος εἴη ἐξελϑόντι τηλικῷδε ἀνϑρώπῳ ἄλλην ἐξ ἄλλης σεόλεν πόλεως “ἀμειβομένῳ χαὶ ἐξελαυνομένῳ ζῆν. εὖ γὰρ οἶδ᾽ ὅτι, ὅποι ἂν ἔλθω, λέγοντος ἐμοῦ ἀκροάσονται οἱ νέοι ὥσπερ ἐνθάδε" χἂν μὲν τούτους ἀπελαύνω, οὗτοι ἐμὲ αὐτοὶ ἐξελῶσι, πείϑοντες τοὺς πρεσβυτέρους" ἐὰν δὲ μὴ ἀπελαύνω, οἱ τούτων πατέρες τε χαὶ οἰκεῖοι δι᾿ αὐτοὺς τούτους.

28. Ἴσως οὖν ἄν τις εἴποι" σιγῶν δὲ καὶ ἡσυχίαν ἄγων, Σώκχρατες, οὐχ οἷός τ᾿ ἔσει ἡμῖν ἐξελϑὼν ζῆν; τουτὶ δή ἔστι πάντων χαλεπώτατον πεῖσαί τινας ὑμῶν. ἐάν τὲ γὰρ λέγω ὅτι τῷ ϑεῷ ἀπειϑεῖν τοῦτ᾽ ἐστὶ καὶ διὰ τοῦτ᾽ ἀδύνατον ἡσυχίαν ἄγειν, οὐ πείσεσϑέ μοι ὡς εἰρωνευομένῳ᾽" ἐάν τ᾽ αὖ λέγω ὅτι καὶ τυγχάνει μέγιστον ἀγαϑὸν ὃν ἀνθρώπῳ τοῦτο, ἑκάστης ἡμέρας περὶ ἀρετῆς τοὺς λόγους ποιεῖσϑαι χαὶ τῶν ἄλλων, περὶ ὧν ὑμεῖς

nicht mit Sicherheit beweisen, dafs die Spartiaten ein Todesurteil im- mer erst nach mehrtägiger Berat- schlagung gesprochen haben, ist unsere Stelle vielleicht anders zu erklären. „Wenn es bei euch Rich- tern Sitte wäre, wie bei anderen Leuten, z. B. bei mir und meinen Freunden, περὲ ϑανάτου d. i. über den Tod, über das, was der Tod ist und zu bedeuten hat, nicht an einem Tage schlüssig zu werden, sondern wenn ihr, wie wir, viele Tage auf die Betrachtung wenden würdet“ u. s. w.

In Bezug, auf die Worte ἀντὶ τούτου δὴ ἕλωμαι ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι

καχῶν. ὄντων ist zu bemerken, dafs εὖ οἶδ᾽ ὅτι wie δῆλον ὅτι zur ad- verbialen Formel geworden ist. Die Worte sind gesagt für ᾿ξλωμαί (τὴ τῶν χαχῶν εὖ οἶδ᾽ ὅτι SC. χαχά ἔστιν „soll ich wählen aus den Ubeln, die, wie ich wohl weils, wirklich Übel sind?“

Kap. 28. Noch einmal weist er den Einwand zurück, er könne ja σιγῶν χαὶ ἡσυχίαν ἄγων im Aus- lande (ἐξελϑών) leben ἀ. i. als τί- unue die Verbannung vorschlagen, und zwar wehrt er die Einrede wie- der mit einer gewissen Umständ- lichkeit ab, wie sie die mit ἐάν re ἐάν τε eingeleiteten Sätze kenn-

56 ΠΑΛΤΩ͂ΝΟΣ

ἐμοῦ ἀχούετε διαλεγομένου χαὶ ἐμαυτὸν χαὶ ἄλλους ἐξε- τάζοντος, δὲ ἀνεξέταστος βίος οὐ βιωτὸς ἀνϑρώπῳ, ταῦτα δ᾽ ἔτι ἧττον πείσεσϑέ μοι λέγοντι. τὰ δὲ ἔχει μὲν οὕτως, ὡς ἐγώ φημι, ἄνδρες, πείϑειν δὲ οὐ ῥᾷδιον. χαὶ ἐγὼ ἅμ᾽ οὐχ εἴϑισμαι ἐμαυτὸν ἀξιοῦν καχοῦ οὐδενός. el μὲν γὰρ ἣν μοι χρήματα, ἐτιμησάμην ἂν χρημάτων ὅσα ἔμελλον ἐχτίσειν᾽ οὐδὲν γὰρ ἂν ἐβλάβην" νῦν δέ -- οὐ γὰρ ἔστιν, εἰ μὴ ἄρα ὅσον ἂν ἐγὼ δυναίμην ἐκχτῖσαι, τοσούτου βούλεσϑέ μοι τιμῆσαι. ἴσως δ᾽ ἂν δυναίμην ἐχτῖσαι ὑμῖν μνᾶν ἀργυρίου" τοσούτου οὖν τιμῶμαι. Πλάτων δὲ ὅδε, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, καὶ Κρίτων rail Κριτόβουλος καὶ “Ἵπολλόδωρος xehevovol μὲ τριάχοντα μνῶν τιμήσασϑαι, αὐτοὶ δ᾽ ἐγγυᾶσϑαι' τιμῶμαι οὖν τοσούτου, ἐγγυηταὶ δ᾽ ὑμῖν ἔσονται τοῦ ἀργυρίου οὗτοι

> , ἀξιόχρεῳ.

» 2 ΄ > 29. Οὐ πολλοῦ γ᾽ ἕνεχα χρόνου, ua ἄνδρες ᾿ϑη- γαῖοι, ὄνομα ἕξετε xal αἰτίαν ὑπὸ τῶν βουλομένων τὴν

zeichnen; denn die Worte δὲ satzes will ich eine Mine, etwa > \ > .

ἀνεξέταστος loc οὐ μονάδος «v- 8 Μδιῖκ, bezahlen und wenn Krito . ϑρώπῳ würden als egründung und Plato u. s. w. sich gar nicht eines οὐχ οἷός τέ εἶμι σιγῶν ζῆν beruhigen, meinetwegen, auch vollkommen genügen. Als ihn so _dreilsigmal soviel dafür müssen seine ‚Freunde zu einem τίμημα, sie dann aber aufkommen. φυγή“, wie es scheint, nicht bestim- -

men können, drängen sie ihn

wie das Πλάτων δὲ ὅδε καὶ Koi- τῶν zul ee mr x. τ. &. deut- lich verrät dazu, auf eine Geld- strafe anzutragen. Die erste Ant- wort auf ihr Zureden ist sicherlich: καὶ ἐγὼ οὐκ εἰϑισμαι ἐμαυτὸν ἀξιοῦν καχοῦ οὐδενός. Da fällt ihm wohl der von ihm oft ausge- sprochene Satz, dafs das Geld kein hohes Gut sei, ein, und er sagt: Ja, wenn ich Geld hätte, würde ich eine beliebige Summe nennen (ὅσα ἔμελλον ἐχτίσει»); denn ich achte das Geld nicht (οὐδὲν ἀν ἐβλά- gun); damit ihr aber den guten

illen seht das ist ungefähr der Gedanke des scherzenden Schlufs-

Kap. 29. Die Schlufsrede zer-

fällt in zwei Teile: der erste Teil

wendet sich an- die Geschworenen, welche das Todesurteil über den

‘Redner gefällt, der zweite an die

anderen, welche ihn freigesprochen hatten. Der Grundzug der Rede ist ebenfalls die philosophische Ruhe, welche durch die sichere Aussicht auf den Tod in keiner Weise ge- stört ist. Seinen Feinden wirft er sehr wirksam nicht das Unrecht vor, das sie durch seine Verurtei- lung auf sich geladen haben, son- dern die Thorheit, in welcher sie dem Vorwurfe eines Justizmor- des verfallen sind. „Euer Urteil ist

ee ee. Me

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 57

σόλεν λοιδορεῖν, ὡς. ΞΣωχράτη ἀπεκτόνατε, ἄνδρα σοφόν" φήσουσι γὰρ δή we σοφὸν εἶναι, εἰ χαὶ μὴ εἰμί, οἱ βου- λόμενοι ὑμῖν ὀνειδίζειν. εἰ οὖν περιεμείνατε ὀλίγον χρό- γον, ἀπὸ τοῦ αὐτομάτου ἂν ὑμῖν τοῦτο ἐγένετο" ὁρᾶτε γὰρ δὴ τὴν ἡλικίαν, ὅτι nogew ἤδη ἐστὶ τοῦ βίου, ϑανά- του δὲ ἐγγύς. λέγω δὲ τοῦτο οὐ πρὸς πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ πρὸς τοὺς ἐμοῦ χαταψηφισαμένους ϑάνατον. λέγω δὲ χαὶ τόδε πρὸς τοὺς αὐτοὺς τούτους. ἴσως μὲ οἴεσϑε, ἄνδρες, ἀπορίᾳ λόγων ἑαλωκέναι τοιούτων, οἷς ἂν ὑμᾶς ἔπεισα, εἰ ᾧμην δεῖν ἅπαντα ποιεῖν χαὶ λέγειν, ὥστε ἀποφυγεῖν τὴν δίκην. πολλοῦ γε δεῖ. ἀλλ᾽ ἀπορίᾳ μὲν δάλωχα, οὐ μέντοι λόγων, ἀλλὰ τόλμης καὶ ἀναισχυντίας χαὶ τοῦ ἐϑέλειν λέγειν πρὸς ὑμᾶς τοιαῦτα, οἵ ἂν ὑμῖν ἥδιστ᾽ ἦν ἀκούειν, ϑρηνοῦντός τέ μου χαὶ ὀδυρομένου χαὶ ἄλλα ποιοῦντος χαὶ λέγοντος πολλὰ καὶ ἀνάξια ἑμοῦ, ὡς ἐγώ φημι οἷα δὴ καὶ εἴϑισϑε ὑμεῖς τῶν ἄλλων ἀκούειν. ἀλλ᾽ οὔτε τότε φήϑην δεῖν ἕνεχα τοῦ κινδύνου πρᾶξαι οὐδὲν ἀνελεύϑερον, οὔτε νῦν μοι μεταμέλει oV- τως ἀπολογησαμένῳ, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον αἱροῦμαι ὧδε ἀπολογησάμενος τεϑνάναι ἐχείνως ζῆν" οὔτε γὰρ ἐν

δέκῃ οὔτ᾽

thöricht, sagt er, einmal weil ihr damit etwas erzielt, was ihr nicht beabsichtigt habt (φήσουσι γὰρ δή με σοφὸν εἶναι x. τ. ξ.), und zwei- tens, weil ihr einen so schlimmen Vorwurf durch Übereilung euch zu- gezogen habt; denn bei verstän- diger Überlegung hättet ihr die kurze Zeit abgewartet, die euren Wunsch euch, ohne dafs ihr gehäs- sig geworden wäret, erfüllt haben würde“ (δρᾶτε γὰρ δὴ τὴν ἡλι- ziav κ. τ. τω ip εἴθ οΠπδηροϊπάδη Klugheit giebt er ihnen

in um so wirksamerer Form, als er sie anfangs nicht ahnen läfst, dafs er nur sie, die verurteilenden Rich- ter, ins Auge fasse. ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι lautet die erste Anrede, die verurteilende und freispre-

2 [2 ἐν πολέμῳ οὔτ

ἐμὲ οὔτ᾽ ἄλλον οὐδένα δεῖ chende Geschworene scheinbar zu- sammenfafst und die erst nach aus- gesprochenem Tadel ihre Beschrän- kung erfährt: λέγω δὲ τοῦτο οὐ πρὸς “πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ πρὸς τοὺς ἐμοῦ καταψηφισαμένους ϑά- νατον. Der Vorwurf selbst ist aber um so packender, als sich jeder sagen mufs: „Hier wird ein Moment eingeführt, das in der ersten Rede wirksam gewesen wäre, aber stolz verschwiegen worden ist.“ Die sich steigernde Wirksamkeit des näch- sten Vorwurfes bezeichnen einzelne Ausdrücke: „ich bin unterlegen ἀπο- οἰᾳ τόλμης καὶ ἀναισχυν- τίας (frecher Unverschämtheit) ; ich bin unterlegen, weil ich mich nicht entschliefsen konnte πρᾶξαι οὐδὲν ἀνελεύϑερον; ich bin un-

58 TAATQONOE

τοῦτο μηχανᾶσϑαι, ὅπως ἀποφεύξεται sıav zrowv ϑάνα- τον. χαὶ γὰρ ἐν ταῖς μάχαις ττολλάκις δῆλον γίγνεται ὅτι τό γε ἀποϑανεῖν ῥᾷον ἂν τις ἐκφύγοι καὶ ὅπλα ἀφεὶς χαὶ ἐφ᾽ ἱχετείαν τρατιόμενος τῶν διωχόντων᾽" χαὶ ἄλλαι μηχαναὶ πολλαί εἰσιν ἐν ἑχάστοις τοῖς κινδύνοις, ὥστε διαφεύγειν ϑάνατον, ἐάν τις τολμᾷ χεᾶν ττοιεῖν χαὶ λέγειν. ἀλλὰ μὴ οὐ τοῦτ᾽ yaheııcv, ἄνδρες, ϑάνατον ἐκφυ- γεῖν, ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονηρίαν. ϑᾶττον γὰρ ϑανάτου ϑεῖ. καὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἅτε βραδὺς ὧν zal πτρε- σβύτης ὑπὸ τοῦ βραδυτέρου ἑάλων, οἱ δ᾽ ἐμοὶ χατήγο- ροι ἅτε δεινοὶ καὶ ὀξεῖς ὄντες ὑπὸ τοῦ ϑάττονος, τῆς χαχίας. χαὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἄπειμι ὑφ᾽ ὑμῶν ϑανάτου δίκην ὄφλων, οὗτοι δ᾽ ὑπὸ τῆς ἀληϑείας ὠφληκότες μοχϑηρίαν χαὶ ἀδικίαν. καὶ ἐγώ τε τῷ τιμήματι ἐμμένω χαὶ οὗτοι. ταῦτα μέν σου ἴσως οὕτω χαὶ ἔδει σχεῖν, χαὶ οἶμαι αὐτὰ

μετρίως ἔχειν.

30. Τὸ δὲ δὴ μετὰ τοῦτο ἐπιϑυμῶ ὑμῖν χρησμῳ-

δῆσαι, καταψηφισάμενοί uov' ἄνϑρωποι χρησμῳδοῦσιν, ὅταν φημὶ γάρ, w ἄνδρες, οἱ ἐμὲ

ταῦϑα, ἐν μαλιστ᾽ μέλλωσιν ἀποϑανεῖσϑαι.

terlegen, weil ich mich nicht ent-

schliefsen konnte ἀποφεύγειν. πᾶνποιῶν θάνατον." Die Rede

steigt also von der τόλμα zum ἄγε- λεύϑερον und zum πᾶν ποιῶν i. 6. πανοῦργος. Die Geschworenen trifft. der indirekte Vorwurf, dafs sie derlei haben provozieren wollen.

Zum direkten Vorwurf gegen sie geht

er zuerst mit einer Maxime über: οὐ χαλεπὸν ϑάνατον ἐχφυγεῖν, ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονη- ρίαν. Er giebt in dem allgemeinen Satze einen Vergleich, den er dann in jedenfalls auch kaum erwarteter und darum um so mehr packender Weise spezialisiert: χαὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἅτε βραδὺς ὧν οἱ δ᾽ ἐμοὶ κατήγοροι are δεινοὶ καὶ ὀξεῖς ὄντες 2. τ. ὃν und zwar von sei- nen Feinden in der dritten Person sprechend d. i. verächtlich. Die di-

χαὶ γάρ εἰμι ἤδη ἐν-

rekten Vorwürfe steigert er dann ebenfalls, von der novngla zur χα- κία bis zur μοχϑηρία χαὶ ἀδι- χκία, dem schärfsten Ausdrucke für die δικαστ αἰ, fortschreitend. Kap. 30. Besser konnte der Red- ner seine Gegner’ kaum züchtigen, als dadurch dafs er ihnen unter der Form eines Scherzes die herbsten Wahrheiten sagt. Er beginnt mit der Versicherung, er wolle ihnen weissagen, und erweckt damit die. Erwartung, als ob er in tragischem Pathos Verwünschungen gegen sie ausstolsen werde. Er macht sie wie die Kinder ängstlich mit dem in der That tragisch klingenden Aus- spruche, er stehe jetzt auf dem Punkte, in welchem allermeist den Menschen ein Blick in die Zukunft vergönnt sei, ὅταν μέλλωσιν ἀπο- ϑανεῖσϑαι. Und welches ist nun

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59

ἀπεχτόνατε, τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν εὐθὺς μετὰ τὸν ἐμὸν ΄ ,ὕ ,2 ΡῚ # ϑάνατον πολὺ χαλεττωτέραν νὴ Ai οἵαν ἐμὲ ἀπτεκτό- γατε᾽ νῦν γὰρ τοῦτο εἰργάσασϑε οἰόμενοι μὲν ἀπαλλάξε- - / » In , N U ἣν . σϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγχον τοῦ βίου, τὸ δὲ ὑμῖν πολὺ Evar- τίον ἀποβήσεται, ὡς ἐγα' φημι. πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ ἐλέγχοντες, οὺς νῦν ἐγὼ κατεῖχον, ὑμεῖς δὲ οὐκ ἠσϑάνε- σϑε' χαὶ χαλεττώτεροι ἔσονται ὅσῳ νεώτεροί εἶσι, καὶ ὑμεῖς μᾶλλον ἀγαναχτήσετε. εἰ γὰρ οἴεσϑε ἀποχτείνοντες ἀνθρώπους ἐπισχήσειν τοῦ ὀνειδίζειν τινὰ ὑμῖν ὅτι οὐχ - - - - 7 ὀρϑῶς ζῆτε, οὐχ ὀρϑῶς διανοεῖσϑε" οὐ γάρ ἐσϑ᾽ αὕτη « Ξ- \ 2 ΄ \ Ῥω > ἂν ,ὔ ἀπαλλαγὴ οὔτε πάνυ δυνατὴ οὔτε χαλή, ἀλλ᾽ ἐχείνη καὶ καλλίστη καὶ δάστη, μὴ τοὺς ἄλλους κολούειν, ἀλλ᾽ ’, ς -- ἑαυτὸν παρασχευάζειν ὅπως ἔσται ὡς βέλτιστος. ταῦτα 5 = εξ , μὲν οὖν ὑμῖν τοῖς χαταψηφισαμένοις μαντευσάμενος

ἀπαλλάττομαι.

31.

das Schrecknis, das er ihnen vor Augen führt ? Πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ ἐλέγχοντες empfindet man nicht, wie diese flachen Ge- müter aufatmen, da ihnen nichts weiter als dies in Aussicht gestellt wird? Sagen sie sich nicht ein je- der: vor diesem Unglück werden wir uns zu wahren wissen? Und doch, wie scharf, wie beifsend steht hinter der scherzenden Form_ der ernste Gedanke! Die Anrede χα- ταψηφισάμενοί μου klingt erst un- verfänglich; aber sie ergänzt sich, sie definiert sich gewissermalsen, in der stechendsten Weise durch das ω ἄνδρες, οἱ ἐμὲ ἀπεχτόνατε, de- ren strenges, eigentlich prolepti- sches Perfektum mit, den folgenden Worten τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν οἵαν ἐμὲ ἀπεχτόνατε das erste ἀπεχτόνατε der Anrede, sozu- sagen, der Empfindung nur tiefer einimpft. Es folgt dann der Vor- wurf der Furcht οἰόμενοι μὲν ἀπαλλάξεσϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγ- χον τοῦ βίου ---, dem sich treff- lich wieder ein Motiv der Beängsti-

Τοῖς δὲ ἀποψηφισαμένοις ἡδέως ἂν διαλε-

gung der χαταψηφισάμενοι an- schliefst: „aber wartet nur; es ‚wird viel schlimmer kommen (τὸ Evav- tiov ἀποβήσεται); ihr werdet von vielen Sokrates zu leiden haben (πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ ἐλέγχον- tes)“; und der wieder mit dem schrillen Anklang an das ἄνδρες,

- Oi ἀπεχτόνατε, an das „ihr Herrn

Mörder“ abschliefst: εἰ γὰρ οἴεσϑε ἀποκτείνοντες ἀνϑρώπους x. τ. & Mit einem milden Scherz schliefst er dann, den χαταψηφι- σάμενοι das ἀπαλλάττομαι ent- gegensetzend, den Verurteilenden das Freikommen: „Das ist's, wo- mit ich von euch den Verurteilen- den wie ein Seher mich löse!“ Kap. 31. Auch aus jedem Satze der Anrede, welche er an die ihn und sein Thun anerkennenden Ge- schworenen richtet, spricht die Ruhe des Philosophen, den das To- desurteil nicht im geringsten er- schüttert hat. Der Redner geht auch hier gar nicht sparsam mit den Worten um, sondern spricht, als ob er seinen Schülern etwas genau

60 IIAATQNOZ

χϑείην ὑπὲρ τοῦ γεγονότος τουτουὶ πράγματος, ἐν οἱ ἄρχοντες ἀσχολίαν ἄγουσι καὶ οὔτεω ἔρχομαι ol ἐλϑόντα μὲ δεῖ τεϑνάναι. ἀλλά μοι, ἄνδρες, παραμεένατε το- -" 3 7 - σοῦτον χρόνον" οὐδὲν γὰρ χωλύει διαμυϑολογῆσαι πρὸς 2 ΄ 4“ » Ei x ς , 3 > ν᾿ ἀλλήλους, ἕως ἔξεστιν. υμῖν γὰρ ὡς φίλοις οὖσιν ἐπιδεῖ-- ξαι ἐϑέλω τὸ νυνέ μοι ξυμβεβηχὸς τί more νοεῖ. ἐμοὶ γάρ, w ἄνδρες διχασταί -- ὑμᾶς γὰρ δικαστὰς χαλῶν ὀρϑῶς ἂν xaloinv --- ϑαυμάσιόν τι γέγονεν. γὰρ εἰωϑυῖά μοι μαντικὴ τοῦ δαιμονίου ἐν μὲν τῷ πρό- σϑεν χρόνῳ παντὶ πάνυ πτυχνὴ ἀεὶ ἣν χαὶ ττάνυ ἐπεὶ σμι- χροῖς ἐναντιουμένη, εἴ τι μέλλοιμι μὴ ὀρϑῶς πράξειν" \ \ ΄ [4 ς - \ > ı ca γυνὶ δὲ ξυμβέβηχέ μοι, αττὲερ ὁρᾶτε xal avrol, ταυτὶ & γε δὴ οἰηϑείη ἄν τις χαὶ νομίζεται ἔσχατα καχῶν εἶναι. 2 \ \ »” 3 ΄ [dj 2} 2 4 x -" ἐμοὶ δὲ οὔτε ἐξιόντι ἕωϑεν οἴχοϑεν ἠναντιώϑη τὸ τοῦ ϑεοῦ σημεῖον, οὔτε ἡνίχα ἀνέβαινον ἐνταυϑοῖ ἐπὲ τὸ δικαστήριον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ οὐδαμοῦ μέλλοντί τι ἐρεῖν" , ΥΥ [4 - ΄ , χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις πολλαχοῦ δή μὲ ἐπέσχε λέγοντα μεταξύ" νυνὶ δὲ οὐδαμοῦ περὶ ταύτην τὴν πρᾶξιν οὔτ᾽ ἐν ἔργῳ οὐδενὶ οὔτ᾽ ἐν λόγῳ ἠναντίωταί μοι. τέ οὖν αἴτιον εἶναι ὑπολαμβάνω; &ya ὑμῖν ἐρῶ" κινδυνεύει γάρ μοι τὸ ξυμβεβηχὸς τοῦτο ἀγαϑὸν γεγονέναι, χαὶ οὐκ 3} 3 c = > PR ς ΄ 277 ἐσϑ᾽ ὅπως ἡμεῖς ὀρϑῶς ὑπολαμβάνομεν, ὅσοι οἰόμεϑα

auseinandersetzte. Unbeschadet des ἡνίχα ἀνέβαινον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ

Sinnes könnten aus dem Kapitel die Worte ἐν oi ἄρχοντες ΞΞΞ ἕως ἔξεστιν, das Kompliment © ὑμᾷς γὰρ δικαστὰς͵ ,καλῶν ὀρϑῶς av καλοίην, das ἅπερ ρᾶτε καὶ αὖὐ- τοί und das ἐγὼ ὑμῖν ἐρῶ. die Worte χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις --- ἠναντίωταί μοι wegfallen. Auch sonst zeigt der Ausdruck Fülle; statt eines einfachen πρότερον ἀεί sagt er ἐν τῷ πρόσϑεν χρόνῳ παντί: er sagt πάνυ πυκνὴ ἢν χαὶ πάνυ ἐπὶ σμικροῖς (ἐπὶ πάνυ σμικροῖς) ἐναντιουμένη, wo nach dem ersten Epitheton das zweite sich von selbst versteht; er zer- legt die Zeit des ganzen Tages mit dem οὔτε ἐξιόντι ἔωϑεν, οὔτε

isch

οὐδαμοῦ u. 5. w. Dabei ist doch die Breite der Rede wieder rheto- trefflich berechnet. Weder die frühere Darlegung über das Wesen des Todes, noch die jetzige

'Auseinandersetzung über das daı-

uovıov lassen den so sehr über- raschenden Satz ahnen: κινδυνεύει μοι τὸ ξυμβεβηκὸς τοῦτο ἀγα- ϑὸν γεγονέναι. Denn früher hatte Sokrates ja nur behauptet, man könne nicht wissen, ob der Tod ein χαχόν oder ein ἀγαϑόν 56], und die Rede vom δαιμόνιον läfst eigentlich nur den Schlufs erwar- fen: „die innere Stimme rief mir heute kein halt! zu; folglich habe ich meiner Überzeugung nach heute

AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 61

χαχὸν εἶναι τὸ τεϑνάναι. μέγα μοι τεχμήριον τούτου γέγονεν" οὐ γὰρ ἔσϑ᾽ ὅττως οὐκ ἠναντιώϑη ἂν μοι τὸ εἰωθὸς σημεῖον, εἰ μή τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγαϑὸν τιράξειν, 32. Ἐννοήσωμεν δὲ χαὶ τῇδε, ὡς πολλὴ ἐξλτείς ἔστιν ἀγαθὸν αὐτὸ εἶναι᾽ δυοῖν γὰρ ϑάτερίν ἔστι τὸ ἔα, ἦν \ ξ \ z a, τεϑναάναι" γὰρ οἷον μηδὲν εἶναι und αἴσϑησιν unde- , - ὉΝ x D μίαν μηδενὸς ἔχειν τὸν τεϑνεῶτα, χατὰ τὰ λεγόμενα μεταβολή τις τυγχάνει οὐσα χαὶ μετοίχησις τῇ ψυχῇ τοῦ τόπου τοῦ ἐνθένδε εἰς ἄλλον τότεον. καὶ εἴ γε μηδεμία αἴσϑησίς ἔστιν, ἀλλ᾽ οἷον ὕτενος, ἐτιειδάν τις καϑεύδων ΑΕ. \ ς - , ΄ pP) ς , μηδ᾽ ὄναρ μηδὲν ὁρᾷ, ϑαυμάσιον κέρδος ἂν εἴη ϑανα-

recht gehandelt“. Sokrates fügt sich dieser natürlichen Schlufsfol- gerung auch mit den letzten Wor- ten εἰ un τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγα- ϑὸν πράξειν, die auf das εἴ τι μέλλοιμε μὴ ὀρϑῶς πράξειν mit einem Anflug von Scherz zu- rückblicken; denn das ἀγαϑὸν πράττειν ist nur äufserlich dem ὀρϑῶς πράττειν ähnlich, aber ihm nicht synonym, da es dem εὖ πράτ- τειν vielmehr entspricht, also ein Leiden und nicht eine Thätigkeit bezeichnet.

Im einzelnen ist der Gedanke der Worte ἐν οἱ ἄρχοντες ἀσχο-

λίαν ἄγουσι nicht klar; wir wis-

sen weder, wer die ἄρχοντες sind, noch womit beschäftigt sie dem Sokrates zu einer Ansprache Zeit lassen. Stallbaums Annahme ist wahrscheinlich, aber doch immer willkürlich: „dum undecimviri occupati sunt. Widelicet judices tradebant undecimviris eos, qui ad supplicium damnati essent. Hos igitur oportebat ministris διεὶς im- perare, ut damnalum in carce- rem abducerent et sumerent ab eo supplicium, quod constitutum es- set. Zu διαμυϑολογῆσαι sagt Cron: „verfraulicher als διαλέγε- σϑαι, insofern das Folgende nicht mehr zur Sache gehört und zugleich ein Gebiet berührt, das mehr der Vorstellung als dem Begriff anheim-

fällt.“ Im Kommentar zum Phädo habe ich darauf hingewiesen, dafs in dem Worte die beiden Begriffe μῦϑος und λόγος vertreten sind. Phädo Kap. 5.

Kap. 32. Der Redner sagt: Der Tod kann kein Übel sein. Denn entweder ist er ein Aufhören alles Empfindens; dann führt er uns in einen Zustand hinüber, welcher dem des traumlosen, glücklichen Schlafes gleich ist. Oder er ist der Übergang zu dem Leben nach dem Tode, an welches die Menschen glauben; dann ist er eine Fort- setzung dieses Lebens bis in alle Ewigkeit: τά τε γὰρ ἄλλα εὐδαι- μονέστεροί εἰσιν οἱ ἐχεῖ τῶν Ev- ϑάδε καὶ ἤδη τὸν λοιπὸν χρόνον ἀϑάνατοί εἰσιν. Das Kapitel ist, wie kein anderes der Apologie, mit feinem Sokratischem Scherz durch- setzt. Schon das Entweder, wel- ches er auistellt, ist ein Scherz; Sokrates denkt gar nicht an die Möglichkeit, dafs der Mensch mit dem Tode in das ewige Nichts zu- rücksinken könne; wir wissen aus dem Phädo, wie fest er an die Un- sterblichkeit der Seele glaubt, und die ganze Art seiner Philosophie weist den Ernst eines solchen Ge- dankens zurück. Der Scherz liegt aber auch zutage schon in dem überschwänglichen Ausdruck ϑαυ- μάσιον κέρδος, mit dem er den

62 ΠΑΛΤΩ͂ΝΟΣ

_

τος. ἐγὼ γὰρ ἂν οἶμαι, εἴ τινα ἐκλεξάμενον δέοι ταύτην τὴν νύχτα, ἐν οὕτω χατέδαρϑεν, ὥστε μηδ᾽ ὄναρ ἰδεῖν, χαὶ τὰς ἄλλας νύχτας τε καὶ ἡμέρας τὰς τοῦ βίου τοῦ ἑαυτοῦ ἀντιπαραϑέντα ταύτῃ τῇ νυχτὶ δέοι σχεψάμενον εἰχεεῖν, πόσας ἄμεινον καὶ ἥδιον ἡμέρας καὶ νύχτας ταύ- της τῆς νυχτὸς βεβίωχεν ἐν τῷ ἑαυτοῦ βίῳ, οἶμαι ἂν , [4 > x x [4 μὴ ὅτι ἰδιώτην τινά, ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέα εὐαριϑμή- τους ἂν εὑρεῖν αὐτὸν ταύτας πρὸς τὰς ἄλλας ἡμέρας καὶ γύχτας. εἶ οὖν τοιοῦτον ϑανατός ἔστι, χέρδος ἔγωγε 2 ς > ’, λέγω" καὶ γὰρ οὐδὲν πλείων ττᾶς χρόνος φαίνεται οὕτω o >) ΄, 5 = r δὴ εἶναι μία νύξ. εἰ δ᾽ αὖ οἷον ἀποδημῆσαέ ἔστιν ΄ - ᾿ ϑάνατος ἐνθένδε εἰς ἄλλον τόπον, καὶ ἀληϑῆ ἔστι τὰ λεγόμενα, ὡς ἄρα ἐχεῖ εἰσὶν ἅπαντες οἱ τεϑνεῶτες, τί μεῖζον ἀγαθὸν τούτου εἴη ἄν, ἄνδρες διχασταί; εἶ γάρ τις ἀφιχόμενος εἰς “Ἅιδου, ἀπαλλαγεὶς τούτων τῶν φασχόντων διχαστῶν εἶναι, εὑρήσει τοὺς ἀληϑῶς δικα- στάς, οἵπερ χαὶ λέγονται ἐχεῖ δικάζειν, Mivwg τε καὶ Ῥαδάμανϑυς καὶ Alaros χαὶ Τριπτόλεμος καὶ ἄλλοι ὅσοι τῶν ἡμιϑέων δίχαιοι ἐγένοντο ἐν τῷ ἑαυτῶν βέῳ, 5 , a » Εν ΄ a 23 - ἄρα φαύλη ἂν εἴη ἀποδημία; αὖ Ὀρφεῖ ξυγγενέσϑαι \ 5 νς ee \ χαὶ Movoaiw καὶ Ἡσιόδῳ καὶ Ὁμήρῳ ἐπὶ πόσῳ ἄν τις δέξαιτ᾽ ἂν ὑμῶν; ἐγὼ μὲν γὰρ πολλάκις ἐϑέλω τεϑνά- γαι, εἰ ταῦτ᾽ ἐστὶν ἀληϑῆ" ἐπεὶ ἔμοιγε καὶ αὐτῷ ϑαυ- \ a » c \ > [4 ς 3 ' μαστὴ av εἴη διατριβὴ αὐτόϑι, οττότε ἐντύχοιμε Παλα- μήδει χαὶ Αἴαντι τῷ Τελαμῶνος χαὶ εἴ τις ἄλλος “τῶν empfindungslosen Tod wie den em- ten eine solche μέα νύξ für ein pfindungslosen Schlaf bezeichnet, χέρδος gehalten haben? Ebenso in der langen Periode, in welcher blickt der Schelm aus dem zweiten er die süls durchschlafene Nacht Teile des Kapitels, aus der Gegen- preist‘ mit vollen Worten, in der überstellung seiner Richter und der Wendung um ὅτι ἰδιώτην τινά, der Unterwelt, des Minos und Rha- ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέὰ „ich rede damanthys und Aiakos und Tripto- nicht von einem einfachen Bürgers- lemos, wie er sie alle vier nament- mann, nein, selbst der Grofskönig“ lich aufführt; aus der Vorstellung, u. 8. W.; endlich in der spafshaften er werde mit dem euböischen Kö- Begründung des κέρδος: καὶ γὰ nigssohne Palamedes, den nach einer

οὐδὲν πλείων πᾶς χθόνος φαί- nachhomerischen Sage die Griechen,

νεται οὕτω δὴ εἶναι μία νύξ. bei denen ihn Odysseus des Ver- Wie viele der Geschworenen dürf- rats anklagte, ungerechter Weise

ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 63

- x , ᾿ 3 - ᾿ παλαιῶν διὰ κρίσιν. ἄδικον τέϑνηχεν, ἀντιπαραβαάλλοντι - x N c 5

τὰ ἐμαυτοῦ πτάϑη 71005 τὰ Exreivwv, ὡς ἐγὼ οἶμαι, οὐχ a > \ ΡῚ \ x \ , \ 3 Pre | ΄ ἂν ἀηδὲς εἴη. καὶ δὴ τὸ μέγιστον, τοὺς ἐκεῖ ἐξετάζοντα χαὶ ἐρευνῶντα ὥσπερ τοὺς ἐνταῦϑα διάγειν, τίς αὐτῶν σοφός ἐστι χαὶ τίς οἴεται μέν, ἔστι δ᾽ οὔ. ἐπὶ τεόσῳ δ᾽ »᾿ Ze", N , 2 \ a av τις, ἄνδρες δικασταί, δέξαιτο ἐξετάσαι τὸν ἐπὶ

N , \ N Τροίαν ἀγαγόντα τὴν πολλὴν στρατιὰν Ὀδυσσέα Σίσυφον, ἄλλους μυρίους ἄν τις εἴποι χαὶ ἄνδρας χαὶ γυναῖχας; οἷς ἐχεῖ διαλέγεσθαι καὶ ξυνεῖναι χαὶ ἐξετά-

3 N 2 ͵ 4 ζειν ἀμήχανον ἂν εἴη εὐδαιμονίας. πάντως οὐ δήπου τούτου γὲ ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι᾽ τά τε γὰρ ἄλλα 2 > Er, - - 2 4 \ 2 \ εὐδαιμονέστεροί εἰσιν οἱ ἐκεῖ τῶν Evdade, καὶ ἤδη τὸν λοιττὸν χρόνον asavaroi εἶσιν, εἴπτερ γε τὰ λεγόμενα and ἔστιν.

. \ ς « ᾿ 3 , »

33. Alla καὶ ὑμᾶς χρή, ἄνδρες διχασταί, εὐέλ-

σειδας εἶναι πρὸς τὸν ϑάνατον, χαὶ ἕν τι τοῦτο διανοεῖ- 3 , u > > P} \ I - \ I o\ osaı ἀληϑές, ὅτε οὐκ ἔστιν ἀνδρὶ ἀγαϑῷ καχὸν οὐδὲν οὔτε ζῶντι οὔτε τελευτήσαντι, οὐδὲ ἀμελεῖται ὑττὸ ϑεῶν τὰ τούτου πραάγματα᾽ οὐδὲ τὰ ἐμὰ νῦν ἀπὸ τοῦ αὐτομά- 2 - 2 - a » 4

τοῦ γέγονεν, ἀλλά μοι δῆλόν ἔστι τοῦτο, ὅτε ἤδη τεϑνά- var χαὶ ἀπηλλάχϑαι πραγμάτων βέλτιον ἣν μοι. διὰ

steinigten, und mit dem Telamoni- schen ‚Ajax über seinen Prozefs re- den, ἀντιπαραβάλλοντα τὰ ἐμαυ- τοῦ πάϑη πρὸς τὰ ἐχείνων, sein Geschick mit dem ihren verglei- chend; aus dem Gedanken, er werde den Agamemnon und den listenrei- chen Odysseus und den schlausten in der Unterwelt, den Sysyphus prüfen und auch ihnen nötigen- falls nachweisen, dals sie zwar glaubten, etwas zu wissen, aber nichts wülsten; aus dem spals- haften Schlufs endlich: πάντως οὐ δήπου τούτου γε (τοῦ ἐξετάζειν) ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι, und endlich aus der Begründung dieses Satzes: sie verurteilen niemand zum Tode; denn das hilft nichts, da es keinen Tod mehr giebt.

'Kap. 33. Treffend hat der harm- lose Scherz gezeigt, mit welcher freudigen Hoffnung der Redner dem Tode ins Auge sieht. Verwundert mögen die Richter zu ihm auf- blicken, staunend über die Ruhe und Sicherheit, mit welcher er zum letzten Gange sich anschickt. Um so tiefer müssen sie in ihrer Ver- wunderung die herrlichen Worte packen: „auch ihr müfst freudiger Hoffnung sein; denn für einen Mann, der wacker ist, giebt es kein Übel, sondern die Götter wachen über sein Geschick“. Mit edlem Stolze wendet er sich dann an seine An- kläger und an die, welche ihn ver- dammt haben, um ihnen zu sagen: „Ihr wufstet nicht, was ihr thatet; darum scheide ich von euch auch

64 HAATQONOE AIOAOTIA ZQKPATOTE. τοῦτο zul ἐμὲ οὐδαμοῦ ἀπέτρεψψε τὸ σημεῖον, καὶ ἔγωγε τοῖς χαταψηφισαμένοις μου χαὶ τοῖς χατηγόροις οὐ πάνυ χαλεπαίνω. χαίτοι οὐ ταύτῃ τῇ διανοίᾳ κατεψηφέζοντό μου χαὶ χατηγόρουν, ἀλλ᾽ οἰόμενοι βλάπιτειν" τοῦτο αὖ- τοῖς ἄξιον μέμφεσϑαι. τοσόνδε μέντοι αὐτῶν δέομαι" τοὺς υἱεῖς μου, ἐπειδὰν ἡβήσωσι, τιμωρήσασϑε, ἄν- ὄρες, ταὐτὰ ταῦτα λυποῦντες, ἅπερ ἐγὼ ὑμᾶς ἐλύπουν, ἐὰν ὑμῖν δοχῶσιν χρημάτων ἄλλου του πρότερον ἐπιμελεῖσθαι ἀρετῆς, χαὶ ἐὰν δοχῶσί τι εἶναι μηδὲν ὄντες, ὀνειδίζετε αὐτοῖς, ὥσττερ ἐγὼ ὑμῖν, ὅτε οὐχ ἔττι- μελοῦνται ὧν δεῖ, zul οἴονταί τι εἶναι ὄντες οὐδενὸς ἄξιοι. καὶ ἐὰν ταῦτα τιοιῆτε, δίκαια πιεττονϑὼς ἐγὼ ἔσομαι ὕφ᾽ ὑμῶν αὐτός τε χαὶ οἱ υἱεῖς.

᾿Αλλὰ γὰρ ἤδη ὥρα ἀτπιιέναι, ἐμοὶ μὲν ἀτεοϑανου-

c τ N ΄ μένῳ, ὑμῖν δὲ βιωσομένοις" ἐστὶ ἄμεινον τρρᾶγμα, ἄδηλον

nicht im Zorne, sondern tadele euch nur, weil ihr schädigen wolltet (οἰόμενοι βλάπτειν ohne Objekt) und das soll man nicht“. Sie for- dert er vielmehr auf zur Rache (τιμωρήσασϑε): sie sollen seinen Söhnen vergelten, was er ihnen gethan; sie sollen sie vornehmen, wenn sie auf falschem Wege sind:

örcorsgoL δὲ ἡμῶν ἔρχονται \ - \ a - - χυαντὶ schnv τῷ ϑεῷ.

das ist das δίκαιον, was die unge- rechten Ankläger und Richter ihm schulden. Das Abschiedswort end- lich imponiert durch seine klassische Einfachheit: „Es ist Zeit zu gehen, für mich zum Tode, für euch in das Leben: wer von uns zum bes-

- seren Ziele kommt, das weils nie-

mand aulser der Gottheit!“

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) εν BA. ἊΨ - Pia » . . [I 5 ι

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KPIT2N

[ἢ περὶ πραχτέου, 7Yı20c.]

TA ΤΟΥ͂ AIAAOTOY ΠΡΟΣΩΠᾺ ΣΩΚΡΑΤΗΣ, ΚΡΙΤ ΩΝ.

Ν , A > , 2 r 1. Ti τηνιχάδε ἀφῖξαι, Κρίτων; οὐ row ἔτι

ἐστίν; ΚΡ. Hoavv μὲν οὗν.

ΣΩ. Πηνίχα μάλιστα;

Kap. 1. Die Frage, ob unserem Dialoge ein historischer Vorgang zu grunde liege oder nicht, wird sich kaum entscheiden lassen; je- denfalls trägt er gleich dem Phädo eine sehr lebensfrische Farbe. Die Persönlichkeit des Krito schildert Plato mit tiefer Verehrung aulser in unserem Dialoge besonders im Phädo. Dort erscheint uns der ἥλε- κιώτης καὶ δημότης des Sokrates, wie ihn die Apologie nennt, als der reiche alte Herr, welcher nicht nur seinem Freunde alle äufsere Sorge abnimmt, Plato läfst deutlich durchblicken, dafs Krito nach des Sokrates Tode für die Frau und die Kinder des Weisen sorgen wird nicht nur sein und seiner Fa- milie Patron ist, sondern auch durch die tiefste Herzensfreundschaft mit ihm verbunden ist. Der Phädo ver- rät das mit wenigen Meisterstri- chen: Krito allein ist zugegen, als

Sokrates von Weib und Kind Ab- schied nimmt; Krito bittet den Freund, als dieser den Giftbecher nehmen will, die kurze Spanne Zeit, die ihm gestattet sei, zu zögern, zu

warten, bis der letzte Strahl der untergehenden Sonne geschieden sei; zu ihm spricht Sokrates sein letztes Wort, und er ist es, der dem toten Weisen die Augen zudrückt. Will man ihn kurz charakterisieren, so kann man vielleicht sagen: er ist des Sokrates praktischer Bruder. Den Sokrates macht die Philoso- phie, die Gottesgabe, unbefangen und konsequent denken zu können, zum edlen Menschen, den Krito das mit dieser Gabe korrespondierende Geschenk der Götter, der natürliche Hang zum Guten, das gute Herz.

Die philosophische Erörterung des Dialogs knüpft an die ernste Frage: darf der verurteilte Sokrates, der unschuldig ist, entfliehen oder nicht? Diesem Ernste entsprechend hat Plato den Dialog eingeleitet. Er verlegt ihn in das Dunkel der Nacht, in die tiefe Dämmerung vor Sonnen- aufgang. Zwei Greise sind die han- delnden Personen; der eine, ob- wohl zum Tode verurteilt, liegt in ruhigem Schlafe auf seinem Lager; der andere, der ihn so gern retten möchte, sitzt tief betrübt da und

5*

68 IIAATQONOZ

ΚΡ. Ὄρϑρος Bass.

ΣΩ. Θαυμάζω, ὅπως ἠϑέλησέ σοι τοῦ δεσμωτη- ρέου φύλαξ ὑπακοῦσαι. ö

ΚΡ. ΞἘυνήϑης ἤδη μοί ἔστιν, Σώχρατες, διὰ τὸ πολλάκις δεῦοο φοιτᾶν, καί τι καὶ εὐεργέτηται ὑπ᾿ ἐμοῦ.

ΣΩ. Aorı δὲ ἥκεις πάλαι;

ΚΡ. Ἐπιειχῶς πάλαι.

ΣΩ, Εἶτα πῶς οὐκ εὐθὺς ἐπήγειράς με, ἀλλὰ σιγῇ σπιαραχάϑησαι;

ΚΡ. Οὐ μὰ τὸν 44, Σώκρατες, οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς ἤϑελον ἐν τοσαύτῃ τε ἀγρυπνίᾳ χαὶ λύπῃ εἶναι, ἀλλὰ καὶ σοῦ πάλαι ϑαυμάζω αἰσϑανόμενος ὡς ἡδέως καϑεύδεις" χαὶ ἐπίτηδές σε οὐχ ἤγειρον, ἵνα ὡς ἥδιστα διάγῃς. καὶ

schaut verwundert auf den süls schlummernden Freund: ihn selbst hat die Sorge nicht schlafen lassen. Da erwacht Sokrates und fragt ganz wie ein Erwachender, der sich den Schlaf noch aus den Augen reibt: „warum kommst du um diese Zeit? oder irre ich mich in meiner Schläf- rigkeit und ist es nicht mehr früh ?* Dann entwickelt sich das Gespräch allmählich, mit kurzer Frage und kurzer Antwort, bis Krito sich in längerer, bewundernder Rede er- geht. Schwierig sind in dieser Rede die Worte οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς ἤϑελον λύπῃ εἶναι. „Möcht’ ich doch selbst nicht so schlaflose Nächte und so betrübte Stunden haben!“ übersetzt Hieron. Müller, und Stall- baum sagt: Ne ipse quidem vellem in tanta insomnia tantoque moe- rore versari propter curam ac sol- licitudinem, qua tua causa disceru- cior; atque adeo te dudum ad- miror (hie assidens) sentiens et animadvertens, quam suaviter dor- mias etc. Müllers Übersetzung ist gewils nicht richtig: wir fragen vergeblich nach dem Vergleich zu dem τοσαύτῃ, wo ist ein ὅσος, das dem τοσοῦτος entspräche? Denn dafs Sokrates ruhig schläft,

weils Krito, weils, dafs die Verur- teilung seine Gemütsruhe nicht im geringsten gestört hat. Stailbaum andrerseits giebt zwar einen den vorhergehenden und den folgenden vermittelnden Gedanken, übersetzt aber zu dem Zwecke Worte, die Plato nicht geschrieben hat (pro- pter curam ac sollieitudinem, qua tua causa diserueior) und die man kaum ergänzen darf. Ich möchte die Worte οὐδ᾽ ἂν ἤϑελον εἶναι für nicht viel mehr ansehen, als ein οὐδ᾽ ἂν ἦν, und übersetzen: „auch ich würde nicht wollen, würde mich nicht dazu verstehen (ἐθέλειν eig. entschlossen sein, gegenüber Bov- λεσϑαι wünschen) in einer so grolsen Schlaflosigkeit und Trauer zu leben (nämlich wie sonst die zum Tode Verurteilten in ihr leben sollen), aber doch bewundere ich dich lange, wenn ich sah, wie süls du schläfst“. Dieser Auffassung nach habe ich das stärkere Inter- punktionszeichen, welches die Aus- . gaben hinter εἶναι haben, in ein Komma verändert. Im übrigen ist darauf zu achten, wie Krito mit sei- ner, wie er meint, bösen Botschaft nicht recht wagt hervorzytreten, wenn er auch von der Ruhe, mit

ΚΡΙΤΩΝ. 69

πολλάκις μὲν δή σε καὶ πρότερον ἐν παντὶ τῷ βίῳ εὐδαι- μόνισα τοῦ τρόπου, πολὺ δὲ μάλιστα ἐν τῇ νῦν παρε- στώσῃ ξυμφορᾷ, ὡς ῥᾳδίως αὐτὴν χαὶ πράως φέρεις.

ΣΩ, Καὶ γὰρ ἄν, Κρίτων, πλημμελὲς εἴη ἀγα- ναχτεῖν τηλικοῦτον ὄντα, εἰ δεῖ ἤδη τελευτᾶν.

ΚΡ. Καὶ ἄλλοι, Σώχρατες, τηλικοῦτοι ἐν τοιαύ- ταις ξυμφοραῖς ἁλίσκονται, ἀλλ᾽ οὐδὲν αὐτοὺς ἐπιλύεται ἡλικία τὸ μὴ οὐχὶ ἀγαναχτεῖν τῇ παρούσῃ τύχῃ.

ΣΩ. Ἔστι ταῦτα. ἀλλὰ τέ δὴ οὕτω πρῷ ἀφῖξαι;

ΚΡ. ᾿Δγγελίαν, Σώκρατες, φέρων χαλεπήν, οἱ σοί, ὡς ἐμοὶ φαίνεται, ἀλλ᾽ ἐμοὶ χαὶ τοῖς σοῖς ἐπιτη- δείοις πᾶσι καὶ χαλεττὴν nal βαρεῖαν, ἣν ἐγώ, ὡς ἐμοὶ δοκῶ, ἐν τοῖς βαρύτατ᾽ ἂν ἐνέγχκαιμι.

ΣΩ. Τίνα ταύτην; τὸ πλοῖον ἀφῖχται Er Ankov, οὗ δεῖ ἀφικομένου τεϑνάναι με;

ΚΡ. Οὔ τοι δὴ ἀφῖχται, ἀλλὰ δοχεῖ μέν μοι ἥξειν τήμερον ἐξ ὧν ἀπαγγέλλουσιν ἥκοντές τινες ἀπὸ Σουνίου χαὶ καταλιπόντες ἐχεῖ αὐτό. δῆλον οὖν ἐκ τούτων τῶν ἀγγέλων ὅτι ἥξει τήμερον, καὶ ἀνάγχη δὴ εἰς αὔριον

ἔσται, Σώχρατες, τὸν βίον σε τελευτᾶν. 2. 22. AM, Κρίτων, τύχῃ ἀγαϑῇ. εἰ ταύτῃ

- - ,ὕ A τοῖς ϑεοῖς φίλον, ταύτῃ ἕστω.

αὐτὸ τήμερον.

welcher der Freund sie aufnehmen wird, überzeugt ist. Auf des So- krates Frage: τέ οὕτω πρῷ ἀφῖ- ξαι; kann er sich nicht überwinden, die klare Antwort zu geben; Sokra- tes selbst muls die χαλεπὴ zal βα- ρεῖα ἀγγελία aussprechen, und die Ruhe, mit welcher er sie erwartet, zeigt sich in seinen Worten. Ein anderer würde mit den Worten τὸ πλοῖον ἀφῖχται ἐχ Δήλου sich be- gnügt und sich gescheut haben, die folgenden selbstverständlichen Worte οὗ δεῖ ἀφικομένου τεϑνά- ναι oe hinzuzufügen. Sokrates selbst spricht die kalten Worte ruhig aus, geradeso wie er auch im Phädo gar nicht zögert sich ähnlich zu

οὐ μέντοι οἶμαι ἥξειν

äufsern und das in Worte zu fas- sen, was seine Freunde nur anzu- deuten wagen. Auch in seiner Ant- wort vermeidet Krito das τεϑνά- ναι und gebraucht dafür das mil- dere τὸν βίον τελευτᾶν.

Kap. 2. Sokrates erwidert die Nachricht von seinem nahe bevor- stehenden Ende zunächst mit einem Worte der Ergebung in den gött- lichen Willen. Weit mehr als dies kennzeichnet aber seine Seelenruhe die kleinere Episode, welche folgt. Schon die Worte οὐ μέντοι οἶμαι ἥξειν αὐτὸ τήμερον klingen, als ob der Redende von einem Ereig- nisse spräche, das ihn wenig oder gar nicht angehe. Dann erzählt er

70 HAATQONOE

ΚΡ, Πόϑεν τοῦτο τεχμαίρει;

ΣΩ.

> ἀ:τοϑνήσχειν

Ἐγώ σοι ἐρῶ.

τῇ γάρ που ὑστεραίᾳ δεῖ μὲ ἀν δ » x - ἂν ἔλθῃ τὸ πλοῖον.

ΚΡ. Φασί γέ τοι δὴ οἱ τούτων χύριοι.

Yo,

ἥξειν, ἀλλὰ τῆς ἑτέρας.

Οὐ τοίνυν τῆς ἐπιούσης ἡμέρας οἶμαι αὐτὸ τεχμαίρομαι δὲ ἔχ τινος ἐνυ-

seviov, ἑώραχα ὀλίγον πρότερον ταύτης τῆς νυχτός" χαὶ χινδυνεύεις ἐν χαιρῷ τινε οὐχ ἐγεῖραί με.

ΚΡ. Ἦν δὲ δὴ τί τὸ ἐνύτινιον;

ΣΩ. Ἐδόχει τίς μοι γυνὴ τροσελϑοῦσα καλὴ καὶ εὐειδής, λευχὰ ἱματια ἔχουσα, χαλέσαι μὲ χαὶ εἰπεῖν"

3

w Σώχρατες, ἤματί AEV τριτάτῳ Φϑίην ἐρίβωλον ἵὕκοιο.

KP. Ὡς ἄτοπον τὸ ἐνύπνιον, ΞΣώχρατες. ΣΩ. Ἐναργὲς μὲν οὖν, ὥς γέ μοι δοχεῖ, Κρίτων.

3. KP.

seinen Traum mit einer Art Be- quemlichkeit; erst die dritte Frage des Krito lockt aus ihm die Erzäh- lung des Traumbildes heraus. Der Vers, welchen ihm die Traumer- scheinung zuruft, ist eine Remini- scenz an llias IX 363. Dort droht Achilleus dem Odysseus, welcher ihn mit dem Atriden versöhnen will, er werde nach Hause zurückkehren und sagt: ἡματί ze τριτάτῳ φϑίην ἐρίβωλον ἱκοίμην. Will man aber

hier den Vers verstehen, so muls

man den ihm in der Dias vorher-

gehenden anziehen: εἰ δέ χεν εὐ-.

πλοίην δώῃ κλυτὸς ἐννοσίγαιος, ἤματί χε τριτάτῳ κ. τ. δ. Die εὖ- πλοία des ersten Verses, die glück- liche Fahrt in den Hades, auf die Sokrates hofft, späht hinter dem zweiten Verse hervor.

Kap. 3. Der Anfang der Aus- einandersetzung beider Männer weist in dem ἔτε χαὶ νῦν nei$ov, in dem

„auch jetzt noch“ auf frühere Un- terredungen zurück. Wahrschein- lich ist der Dialog von Plato erst nach dem Tode des Krito heraus-

΄ ς r Aiav γε, ὡς ἔοιχεν.͵ π΄. ar x - 2 \ / Re. 4 . Σωχρατες, ἔτι χαὶ γῦν Euol zreidov χαὶ σωϑητι

ἀλλ᾽, w δαιμόνιε ὡς gegeben worden; wäre es doch sonst eigentümlich gewesen, ihm die Rolle eines Mannes zuzuweisen, der zur Auflehnung gegen die Staatsgesetze auffordert. Nennt doch auch im folgenden Plato keinen einzigen der athenischen Freunde des Meisters, wenn er den Krito erklären läfst, dafs die Geldsumme, welche die Thüren des Gefängnis- ses öffnen würde, leicht aufzubrin- gen sei, sondern nur den Simmias und den Kebes, die beiden theba- nischen Verehrer des Sokrates, mit denen er an seinem letzten Lebens- tage das Gespräch über die Un- sterblichkeit der Seele führte, wel- ches den Namen des Phädo trägt. Krito führt zwei Gründe an, die ihm die Erhaltung des Sokrates er- sehnen lassen, den Verlust eines so - wackeren Freundes, der ihm droht, und den Schaden, den er durch den Tod des Sokrates an seinem guten Rufe nehmen kann. Auf den erste- ren Grund geht er als auf einen sich von selbst verstehenden nur kurz ein; in Bezug auf den zweiten

ΚΡΙΤΩΝ, 71

ἐμοί, ἐὰν σὺ ἀποϑάνῃς, οὐ μία ξυμφορά. ἐστιν, ἀλλὰ χωρὶς μὲν σοῦ ἐστερῆσϑαι τοιούτου ἐπιιτηδείου, οἷον ἐγὼ οὐδένα μή score εὑρήσω, ἔτι δὲ χαὶ πολλοῖς δόξω, oi ἐμὲ καὶ σὲ μὴ σαφῶς ἴσασιν, ὡς οἷός τ᾽ ὧν σε σώζειν, εἰ ἤϑελον ἀναλίσκειν χρήματα, ἀμελῆσαι. καίτοι τίς ἂν αἰσχίων εἴη ταύτης δόξα δοχεῖν χρήματα τιερὶ τυλείο- γος ποιεῖσϑαι φίλους; οὐ γὰρ τιείσονται οἱ πολλοί, ὡς σὺ αὐτὸς οὐχ ἠϑέλησας ἀτιιέναι ἐνθένδε ἡμῶν τπιρο- ϑυμουμένων.

ΣΩ. ᾿Αλλὰ τί ἡμῖν, μαχάριε Κρίτων, οὕτω τῆς τῶν πολλῶν δόξης μέλει; οἱ γὰρ ἐπιεικέστατοι, ὧν μᾶλ- λον ἄξιον φροντίζειν, ἡγήσονται αὐτὰ οὕτω τιετερᾶχϑαι, ὥσττερ ἂν πραχϑῇ.

ΚΡ. ᾿Αλλ ὁρᾷς δὴ ὅτι ἀνάγκη, Σώχρατες, χαὶ τῆς τῶν πολλῶν δόξης μέλειν. αὐτὰ δὲ δῆλα τὰ παρόντα γυνέ, ὅτι οἷοί τ᾽ εἰσὶν οἱ πολλοὶ οὐ τὰ σμιχρότατα τῶν χκαχῶν ἐξεργάζεσϑαι, ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν, ἐάν τις ἐν αὐτοῖς διαβεβλημένος ἢ.

ΣΩ. Ei γὰρ ὥφελον, ω Κρίτων, οἷοί ve εἶναι οἱ πολλοὶ τὰ μέγιστα χαχὰ ἐξεργάζεσϑαι, iva οἷοί τε ἦσαν αὖ καὶ ἀγαϑὰ τὰ μέγιστα, χαὶ χαλῶς ἂν εἶχε᾽ γῦν δὲ οὐδέτερα οἷοί τε" οὔτε γὰρ φρόνιμον οὔτε ἄφρονα δυ-

» - - - a varoi ποιῆσαι, ποιοῦσι δὲ τοῦτο τι ἂν τύχωσιν.

ist darauf hinzuweisen, dals er den Ausdruck οἱ πολλοί vermeidet und nur sagt: ἔτι δὲ χαὶ πολλοῖς δόξω; in Bezug auf den zweiten führt er

treffend einen von Sokrates oft be- sprochenen Satz an, die Lehre, dafs man materielle Güter 1x0 ρήματα) nicht höher als ideelle (7 φίλους) schätzen dürfe. Sokrates macht aus den πολλοί des Freundes das, was sie sind, die οἱ πολλοί, und stellt ihnen die ἐπιειχέστατοι entgegen, zu welchem als ergänzendes Ver- bum aus dem vorhergehenden δό- ξης ‚ein δοχεῖν zu nehmen ist: ἔπι- εἰκέστατοι SC. δοχεῖν i. 6. die tüch- tigsten zu meinen, zu urteilen. Der nächste Einwurf des Krito (ἀλλ᾽

δρᾷς δὴ ὅτι x. τ: δ.) ist der des eifrigen Freundes, der seine Worte nicht abwägt; sonst würde er das ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν nicht,ge- sagt haben. Sokrates knüpft in seiner Antwort an das ὅτε οἷοί τέ εἰσιν οἱ πολλοί des Krito an, den Ausdruck dreimal wiederholend und ihn zum viertenmal mit dem δυνατοί wieder aufnehmend. „Die Macht der grofsen Menge ist nichts wert, sagt er; denn sie vermag nicht zum Thoren zu machen d. i. sie vermag mich nicht zu einer un- überlegten That zu bewegen, weil die grofse Menge selbst unüberlegt handelt: ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύ- wor“.

72 TAAT2NOE

4. ΚΡ, Ταῦτα μὲν δὴ οὕτως ἐχέτω" τάδε δέ, Σώκρατες, εἶχιέ μοι. ἀρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ καὶ τῶν ἄλλων ἐπιτηδείων, μή, ἐὰν σὺ ἐνθένδε ἐξέλϑης, οἱ συχο- φάνται ἡμῖν πράγματα παρέχωσιν ὡς σὲ ἐνθένδε ἐκκλέ- ψασι, καὶ ἀναγχασϑῶμεν xal πᾶσαν τὴν οὐσίαν ἀπο- βαλεῖν συχνὰ χρήματα, καὶ ἄλλο τι πρὸς τούτοις παϑεῖν; εἰ γάρ τι τοιοῦτον φοβεῖ, ἔασον αὐτὸ χαίρειν" ἡμεῖς γάρ που δίκαιοί ἐσμεν σώσαντές σε χινδυνεύειν τοῦτον τὸν κίνδυνον χαὶ ἐὰν δέῃ Erı τούτου μείζω. ἀλλ᾽ ἐμοὶ τιείϑου καὶ μὴ ἄλλως ττοίει.

ΣΩ. Καὶ ταῦτα προμηϑοῦμαι, Κρίτων, καὶ ἄλλα σολλα.

ΚΡ. More τοίνυν ταῦτα φοβοῦ" καὶ γὰρ οὐδὲ πολὺ τἀργύριόν ἐστιν, ϑέλουσι λαβόντες τινὲς σῶσαί σε καὶ ἐξαγαγεῖν ἐνϑένδε. ἔπειτα οὐχ ὁρᾷς τούτους τοὺς συχο- φάντας ὡς εὐτελεῖς, καὶ οὐδὲν ἂν δέσι ἐπ᾽ αὐτοὺς πολ- λοῦ ἀργυρίου; σοὶ δὲ ὑπάρχει μὲν τὰ ἐμὰ χρήματα, ὡς ἐγῴμαι, ἵχανά" ἔπειτα καὶ εἴ τι ἐμοῦ κηδόμενος οὐχ οἴει δεῖν ἀναλίσχειν τἀμά, ξένοι οὗτοι ἐνϑάδε ἕτοιμοι ἀναλίσκειν" εἷς δὲ χεχόμικεν Er’ αὐτὸ τοῦτο ἀργύριον . inavov, Σιμμίας Θηβαῖος" ἕτοιμος δὲ καὶ Κέβης καὶ ἄλλοι πολλοὶ ττάνυ. ὥστε, ὅστερ λέγω, μήτε ταῦτα φο- βούμενος ἀποχάμῃς σαυτὸν σῶσαι, μήτε ἔλεγες ἐν τῷ

sein ‚und um seine anderen Freunde

Kap. 4. Krito kennt seines Freun- (ὧρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ du

des Ansichten über das berührte

Thema, weils, dafs er ihn nicht widerlegen kann, und bricht des- halb mit dem zevza δὴ οὕτως ἐχέτω, mit dem Zugeständnis, dafs Sokrates recht habe, ab und geht zu einer neuen Begründung über. Die Gründe, mit denen er seinen Freund zu bestimmen sucht, sind die eines schlicht verständigen Man- nes, die aber natürlich einer höhe- ren Auffassung der Lebensaufgabe gegenüber, wie sie Sokrates ver- tritt, nicht standhalten. Die Be- deutung, die Kraft der Gründe stei- gert sich. Zuerst bittet Krito, der Freund möge nicht um ihn besorgt

bist doch nicht um mich besorgt?

Das um also abwehrend), dafs ihnen, wenn sie den Sokrates befreien, un-

angenehme Folgen erwachsen mö-

gen. Dann sucht er ihn darüber zu beruhigen, dafs seine Befreiung zuviel Geld kosten könne, und end- lich stellt er ihm das Leben im Auslande, etwa in Thessalien, als nicht so abstofsend hin, wie es So- krates sich in- der Apologie ausge- malt hatte. Das μήτε in μήτε τοί- νυν ταῦτα φοβοῦ wird später wie- der aufgenommen in ὥστε, ὅπερ λέγω μήτε. ταῦτα φοβούμενος x. ar &. εὐνῇ findet in a eolgen-

ΚΡΙΤΩΝ. 73

διχαστηρίῳ δυσχερές σοι γενέσϑω, ὅτι οὐχ ἂν ἔχοις ἐξελϑὼν τι χρῷο σαυτῷ" πολλαχοῦ μὲν γὰρ χαὶ ἄλλοσε ὅποι ἂν ἀφίκῃ ἀγατιήσουσέ σε" ἐὰν δὲ βούλῃ εἰς Θετ- ταλίαν ἰέναι, εἰσὶν ἐμοὶ ἐκεῖ ξένοι, οἵ σε πτερὶ πολλοῦ ποιήσονται καὶ ἀσφάλειάν σοι παρέξονται, ὥστε σε μη- δένα λυπεῖν τῶν κατὰ Θετταλίαν.

5. Ἔτι δέ, Σώχρατες, οὐδὲ δίχαιόν μοι δοχεῖς ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν σωθῆναι" χαὶ τοιαῦτα σπεύδεις περὶ σεαυτὸν γενέσϑαι, ἅπερ ἂν καὶ ol ἐχϑροί σου σπεύσαιέν τε καὶ ἔστεευσάν σε διαφϑεῖ- ραι βουλόμενοι. πρὸς δὲ τούτοις καὶ τοὺς υἱεῖς τοὺς σαυτοῦ ἔμοιγε δοκεῖς προδιδόναι, οὕς σοι ἐξὸν χαὶ ἐχ- ϑρένψαι χαὶ ἐχπαιδεῦσαι οἰχήσει καταλιττών, χαὶ τὸ σὸν μέρος, τι ἂν τύχωσι, τοῦτο πράξουσι" τεύξονται δέ, 6 τὸ εἰχός, τοιούτων οἵἷάττερ εἴωϑε γίγνεσϑαι ἐν ταῖς ὀρφανίαις περὶ τοὺς ὀρφανούς. γὰρ οὐ χρὴ ποιεῖσϑαι

den μήτε in μήτε 6 ἔλεγες sein ice. Die Eon, die I über- redende Freund anwendet, ist die der herzlichen Bitte. Er erklärt sich bereit, sein ganzes Vermögen reiszugeben (πᾶσαν τὴν οὐσίαν ἀποβαλεῖν) und mehr als das zu wagen (ἄλλο τι πρὸς τούτοις); er bittet dringend: ἀλλ᾽ Zuol πεί- $ov χαὶ un ἄλλως ποίει; er giebt mit aller Herzlichkeit blinder Freun- desliebe Versicherungen, die er nicht beweist: ὅποι ἂν ἀφίχῃ ἀγα- πήσουσί σε und οἵ σε περὶ πολ- λοῦ ποιήσονται zul ἀσφάλειάν σοι παρέξονται, ὥστε σε μηδένα λυπεῖν „sie werden für dich ein- treten, sodafs dich niemand betrü- ben darf“.

Kap. 5. Das vorige Kapitel ver- langte von Sokrates, un προμη- ϑεῖσϑαι τῶν φίλων, suchte et- waige Rücksichten auf die Freunde als unberechtigt hinzustellen; das vorliegende Kapitel wird dringen- der mit dem Hauptsatze: οὐδὲ δί- χαιον δοχεῖς ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα. Das vorige wandte sich an das Herz,

das jetzige an die sittliche Über- zeugung des Sokrates. Das οὐ di- zauov wird als solches dreifach be- gründet: es ist kein δίχαιον πρᾶ- γμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν σωϑῆναι; es ist kein δίκαιον πρᾶ- yue, die Kinder dem Zufall zu über- lassen die Worte ὅτε ἂν w- 4001, τοῦτο πράξουσι weisen zu- rück auf den Schlufs des Kap. 3: ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύχωσιν und bedeuten: „du sagtest, dals das ποιεῖν nach dem Zufall nichts wert sei, das πράττειν (intrans. τοῦτο πράττειν --οι χαχῶς πράττειν) nach dem Zufall taugt aber erst recht nicht* —; es ist endlich kein d/- χαιον πρᾶγμα, Sich und die Freunde dem Vorwurfe der Feigheit und Unmännlichkeit und dem Spotte preiszugeben. Den Krito als prak- tischen Mann charakterisiert Plato trefflich durch einzelne Begründun- gen, die er ihn geben lälst; so durch das σπεύδεις περὲ σαυτὸν γενέσϑαι, ἅπερ οἱ ἐχϑροὶ ἔσπευ- σάν σε διαφϑείρειν βουλόμενοι und durch das derbere οὐ χρῇ

74 ΠΑΑΤΩΝΟΣ

; ξυνδιαταλαιττωρεῖν χαὶ τρέφοντα χαὶ σιαιδεύ- ovra' σὺ δέ μοι δοχεῖς τὰ ῥᾳϑυμότατα αἱρεῖσϑαε" χρὴ δέ, ἅπερ ἂν ἀνὴρ ἀγαϑὸς καὶ ἀνδρεῖος ἕλοιτο, ταῦτα αἱρεῖσϑαι, φάσχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ τιαντὸς τοῦ βίου ἐπειμελεῖσθϑαι" ὡς ἔγωγε χαὶ ὑπὲρ σοῦ καὶ ὑπὲρ ἡμῶν τῶν σῶν ἐπιτηδείων αἰσχύνομαι, μὴ δόξη ἅτταν τὸ τπιορᾶγμα τὸ zregi σὲ ἀνανδρίᾳ τινὶ τῇ ἡμετέρᾳ πεπρᾶχϑαι, καὶ εἴσοδος τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον ὡς εἰσῆλθες, ἐξὸν μὴ εἰσελϑεῖν, χαὶ αὐτὸς ἀγὼν τῆς δίχης ὡς ἐγένετο, χαὶ τὸ τελευταῖον δὴ τουτί, ὥσττερ κατάγελως τῆς πρά- ξεως, χκαχίᾳ τινὶ χαὶ ἀνανδρίᾳ τῇ ἡμετέρᾳ διαπεφευ- γέναι ἡμᾶς δοχεῖν, οἵτινές σε οὐχὶ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ σαυτόν, οἷόν A ὃν καὶ δυνατόν, εἴ τι χαὶ σμικρὸν ἡμῶν ὄφελος ἦν. ταῦτ᾽ οὖν, Σώχρατες, ὅρα μὴ ἅμα τῷ χαχῷ χαὶ αἰσχρὰ 7 σοί τε καὶ ἡμῖν. ἀλλὰ βουλεύου, μᾶλλον δὲ οὐδὲ βουλεύεσϑαι ἔτε ὥρα, ἀλλὰ βεβουλεῦσϑαι. μία δὲ βουλή τῆς γὰρ ἐπιούσης νυχτὸς πάντα ταῦτα δεῖ πι- πρᾶχϑαι. εἰ δέ τι περιμενοῦμεν, ἀδύνατον καὶ οὐχέτι οἷόν τε. ἀλλὰ παντὶ τρόπῳ, Σώχρατες, πεείϑου μοι καὶ

κεαῖδας,

μηδαμῶς το: σοέει.

Se

ποιεῖσϑαι παῖδας, ξυ ξυνδιαταλαι- πωρεῖν z. τ. &, durch das φά- σχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ παντὸς τοῦ βίου ἐπιμελεῖσϑαι und .end- lich durch den zur That, drängen- den Schlufs der Rede: ἀλλὰ βου- λεύου κ. τ. £&.

Zu den Worten καὶ εἴσοδος τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον κ. τ. ἑ. ist zu bemerken, dafs dem Krito der Vergleich mit einem Drama vor- schwebt, dessen Teile er angiebt als die εἴσοδος. den ἀγών und das τελευταῖον. Letzteres nennt er „gleichsam einen χατάγελως τῆς πράξεως d. i. einen Hohn auf die Handlung des Dramas“. Wir haben hier, sagt er, eine Art Tragödie aufgeführt, die aber nicht ernsten Eindruck hinterlassend ausläuft in

2 φίλε Κρίτων,

einer χαταστροφή,

προϑυμία σου πολλοῦ

sondern zum Schlusse den Schauspielern einen χατάγελως, Verhöhnung einträgt. Diese Schauspieler aber sind wir (ἡμᾶς δοχεῖν) d. i. deine Freunde

“und du selbst. mit ihnen (οἵτινές

σε οὐχὲ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ σαυ-

- τόν).

Es sind ernste, teilweise selbst bittere Worte, die Krito gesprochen . hat. Darum wiederholt er aus Kap. 4 das bittende ἐμοὶ πείϑου καὶ μὴ ἄλλως ποίει hier mit fordernder Entschiedenheit: παντὶ τρόπῳ πεί- $ov μοι καὶ μηδαμῶς ἄλλως ποίει.

Kap. 6. Den ersten Satz der Erwiderung des Sokrates übersetzt Stallbaum: studium Tuum mei ser- vandi magni faciendum est et lau- dandum, si cum recta ratione con-

ΚΡΙΤΏΝ. 18

ἀξία, εἰ μετὰ τινὸς ὀρϑότητος εἴη" εἰ δὲ μή, ὅσῳ μεί- ζων, τοσούτῳ χαλετιωτέρα. σκοτιεῖσϑαι οὖν χρὴ ἡμᾶς, εἴτε ταῦτα τιραχτέον εἴτε μή" ὡς ἐγὼ οὐ μόνον νῦν ἀλλὰ 'χαὶ ἀεὶ τοιοῦτος, οἷος τῶν ἐμῶν μηδενὶ ἄλλῳ πεέϑεσϑαι τῷ λόγῳ, ὃς ἄν μοι λογιζομένῳ βέλτιστος φαίνηται. τοὺς δὲ λόγους, οὕς ἐν τῷ ἔμτιροσϑεν ἔλεγον, οὐ δύνα- μαι γῦν ἐχβαλεῖν, ἐπειδή μοι ἥδε τύχη γέγονεν, ἀλλὰ σχεδόν τι ὅμοιοι φαίνονταί μοι, χαὶ τοὺς αὐτοὺς τιρε- σβεύω xal τιμῶ, οὕστεερ καὶ τιρότερον" ὧν ἐὰν μὴ βελ- tim ἔχωμεν λέγειν ἐν τῷ παρόντι, εὖ ἴσϑι ὅτι οὐ μή σοι ξυγχωρήσω, οὐδ᾽ ἂν πλείω τῶν νῦν παρόντων τῶν πολλῶν δύναμις ὥσττερ παῖδας ἡμᾶς μορμολύττηται, δε- σμοὺς καὶ ϑανάτους ἐτπειττέμπτουσα καὶ χρημάτων ἄφαι- ρέσεις. πῶς οὖν ἂν μετριώτατα σχοποέμεϑα αὐτά; εἰ τερῶτον μὲν τοῦτον τὸν λόγον ἀναλάβοιμεν, ὃν σὺ λέγεις περὶ τῶν δοξῶν, scoregov χαλῶς ἐλέγετο ἑκάστοτε οὔ,

iunetum sit; Schleiermacher: „Deine Sorge um mich ist viel wert, wenn sie nur irgend mit dem Richtigen bestehen könnte; wo aber nicht, so ist sie je dringender um desto peinlieher*; und Hieron. Müller: „Dein Eifer wäre viel wert, wenn

er einigermalsen die rechte Rich-

tung hätte; wo aber nicht, dann wird er um so peinlicher, je grölser er ist“. Müller nimmt offenbar An- stols an der Übersetzung des Wortes προϑυμία, das er denn auch rich- tiger als Stallbaum und Schleier- macher wiedergiebt; ich würde es mit „Zuversichtlichkeit“ übersetzen. Das τινὸς habe ich accentuiert, weil mir seine Stellung dafür zu sprechen scheint, dafs der Redner es betont und in der Bedeutung des lateinischen aliquid gebraucht hat, wo dasselbe „etwas Bedeuten- des“ bezeichnet. Dafs aber Sokra- tes sagen sollte, die προϑυμία des Freundes sei ihm peinlich, scheint mir der ganzen Art des Philosophen wenig zu entsprechen. Ich übersetze also: „Mein lieber

Krito, deine Zuversichtlichkeit dürfte viel wert sein (zu ἀξία ist nicht mit Stallbaum ἐστί, sondern, dem sin des Vordersatzes entspre- chend, ἂν εἴ zu ergänzen), wenn ihr eine nennenswerte Richtigkeit zur Seite stände; wo nicht, je grölser sie ist, um so schlimmer“ ἃ, i. wenn sie nicht auf richtigem Grunde ruht, dann wird es ihr schlimm er- gehen, insofern sie als nichtig er- wiesen werden wird. Dem Gedan- ken nach fährt Sokrates dann fort: Nicht προϑύμως ἔχειν heilst es hier, sondern σχοπεῖσϑαι und dann πείϑεσϑαι nicht der προϑυμία, sondern τῷ λόγῳ, ὃς av βέλτι- στος φαίνηται; unter den λόγοι welche du vorbrachtest, war auch der περὶ τῶν δοξῶν; mit Bezug auf ihn wollen wir nun fragen: muls man jeder δόξα τῶν πολλῶν folgen, oder nur der δόξα τῶν φρονίμων 3 ᾿

"In den Worten «ei τοιοῦτος. οἷος (= ὥστε) τῶν ἐμῶν μηδενὶ ἄλλῳ πείϑεσθαι τῷ Aoyo ist die erste Antwort auf die zuver-

76 ΠΛΆΤΩΝΟΣ

ὅτι ταῖς μὲν δεῖ τῶν δοξῶν προσέχειν τὸν νοῦν, ταῖς δὲ οὔ: πρὶν μὲν ἐμὲ δεῖν ἀποϑνήσκειν καλῶς ἐλέγετο, γῦν δὲ κατάδηλος ἄρα ἐγένετο, ὅτι ἄλλως ἕνεχα λόγου ἐλέγετο, ἣν δὲ παιδιὰ χαὶ φλυαρία ὡς ἀληϑῶς; ἐπιϑυμῶ δ᾽ ἔγωγε ἐπισχέψασθϑαι, w Κρίτων, κοινῇ μετὰ σοῦ, εἴ τί μοι ἀλλοιότερος φανεῖται, ἐπειδὴ ὧδε ἔχω, αὐτός, zul ἐάσομεν χαίρειν πεισόμεϑα αὐτῷ. ἐλέγετο δέ πως, ὡς ἐγῴμαι, ἑκάστοτε ὧδε Uno τῶν οἰομένων τί λέγειν, ὥσττερ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι τῶν δοξῶν, ἃς οἱ ἄνϑρω- στοι δοξάζουσι, δέοι τὰς μὲν περὶ πολλοῦ ποιεῖσϑαι, τὰς δὲ μή. τοῦτο πρὸς ϑεῶν, Κρίτων, οὐ δοκεῖ χαλῶς σοι λέγεσϑαι; σὺ γάρ, Ἢ: γε τἀνϑρώπεια, ἐχτὸς εἶ τοῦ μέλλειν ἀποϑνήσχειν αὔριον, χαὶ οὐχ ἄν σε παραχρούοι παροῦσα ξυμφορά" σκχόττει δή" οὐχ ἱχανῶς δοχεῖ σοι λέγεσθαι, ὅτι οὐ πάσας χρὴ τὰς δόξας τῶν ἀνϑρώπων τιμᾶν, ἀλλὰ τὰς μέν, τὰς δ᾽ οὔ; οὐδὲ πάντων, ἀλλὰ τῶν μέν, τῶν δ᾽ οὔ; τί φής; ταῦτα οὐχὶ καλῶς λέγεται;

ΚΡ. Καλῶς.

ΣΩ. Οὐκχοῦν τὰς μὲν χρηστὰς τιμᾶν, τὰς δὲ πο- γηρὰς μή;

ΚΡ. Ναί.

sichtliche Aufforderung Kritos: παντὶ τρόπῳ. πείϑου μοι enthal- ten. Τῶν ἐμῶν fasse ich gegen- über Stallbaum und Cron als Ge- netiv von οὗ ἐμοί, nicht von τὰ ἐμά. Zu den οἱ ἐμοί zählt So- krates auch den Krito und, was er hier sagt, wiederholt er bald mit deutlicheren Worten: οὐ μή σοι ξυγχωρήσω. Die Worte begegnen dem Ernst des Krito mit einem Scherze, dem ein Anflug von Ironie beigegeben ist.

In der Stelle ὅτι. ἄλλως ἕνεχα λόγου ἐλέγετο weist ἄλλως ZU- rück auf die Worte πρὲν μὲν --- χαλῶς “ἐλέγετο und wird durch ἕνεχα λόγου erklärt: die Behauptung, ehe mein Tod be- schlossen war, richtig (χαλῶς ἐλέ- γετο), erwies sich jetzt aber offen-

„oder war

bar anders, als eine die nur eben ἕνεχα λόγου, eines Grundes halber, um einen Grund vorbringen zu kön- nen, gemacht und nichts als ein Scherz und ein Gesch wätz war?“ Neckend sind die Worte. σὲ γάρ, ὅσα γε ἀνϑρώπέια (nach mensch- lichen Verhältnissen - und mensch- licher Beurteilung) N παροῦσα ξυμφορά gesprochen; denn ihr Sinn ist: „du, alter Freund, tratst so sicher mit deinen Behauptungen auf; nun zeige einmal, ob du dem besten λό; γος auch so Sicher stand- halten kannst; brauchst du doch morgen nicht zu sterben, und es dürfte dich also das gegenwärtige Milsgeschick nicht irre leiten“. So- krates meint mit den letzten Wor- ten das Gegenteil dessen, was er sagt; er meint gerade, dafs Krito

ΚΡΙΤΩΝ. 77

ΣΩ. Χρησταὶ δὲ οὐχ ai τῶν φρονίμων, πονηραὶ δὲ αἱ τῶν ἀφρόνων;

ΚΡ. Πῶς δ᾽ οὔ;

7. ΣΩ. Φέρε δή, πῶς αὖ τὰ τοιαῦτα ἐλέγετο, γυμναζόμενος ἀνὴρ καὶ τοῦτο πράττων πότερον παντὸς ἀνδρὸς ἐπαίνῳ καὶ ψόγῳ καὶ δόξῃ τὸν νοῦν προσέχει, ἑνὸς μόνου ἐκείνου, ὃς ἂν τυγχάνῃ ἰατρὸς παιδοτρί-

βης ὦν; ΚΡ, ἙἝνὸς μόνου.

- - 3 [4 TA:

ΣΩ. Οὐχοῦν φοβεῖσϑαι χρὴ τοὺς ψόγους χαὶ ἀστια-

. N x = \ , 2 \ \ ζεσϑαι τοὺς ἐπαίνους τοὺς τοῦ ἑνὸς Exeivov, ἀλλὰ μὴ

τοὺς τῶν ττολλῶν. ΚΡ. 4ῆλα δή.

ΣΩ. Ταύτῃ ἄρα αὐτῷ πραχτέον, --- καὶ γυμναστέον

0

= ἐπ \ ΄ [4 al ἐδεστέον γε χαὶ ποτέον N 3 , MR. > ν᾿» - ἈἌ K = ἐπιστάτῃ χαὶ ἐπαΐοντι, μᾶλλον

ΚΡ. Ἔστι ταῦτα.

BP) - Γ᾿ - - ἂν τῷ ἕνὶ δοκῇ τῷ ξύμπασι τοῖς ἄλλοις.

5 > ΄ , 7

ΣΏΩ. Εἶεν. ἀπειϑήσας δὲ τῷ ἑνὶ χαὶ ἀτιμάσας av-

τοῦ τὴν δόξαν καὶ τοὺς ἐπαίνους, τιμήσας δὲ τοὺς τῶν πολλῶν λόγους καὶ μηδὲν ἐπαϊόντων, ἀρα οὐδὲν χαχὸν

πείσεται;

sich in seinen Behauptungen durch des Freundes παροῦσα ξυμφορά habe beirren lassen.

Kap.?7. Das Kapitel führt einen Vergleich durch. Wie ein yvure- ζόμενος ἀνὴρ καὶ τοῦτο πράτ- τῶν, ein Mann, welcher Gymnastik treibt und hierin d. i. in dem yvu- νάζεσϑαι seine πρᾶξις, seine Le- bensbeschäftigung sucht, nur denen, welche von der Gymnastik etwas verstehen, dem Arzt und dem παι- δοτρίβης d. i. dem Turnlehrer fol- gen darf, wenn er nicht seinen Körper zu grunde richten will, so mufs derjenige, welcher durch Phi- losophie seine Seele veredlen, also gewissermafsen geistige Gymnastik treiben will, nur dem folgen, wel- cher Verständnis hat von dem di- xcıov und dem ἄδικον, dem «i-

Pr

σχρόν und dem χακόν, nicht aber

. der grofsen Menge, die offenbar

davon nichts begreift, sondern eben nur, ‚wie es oben hiels, ποιοῦσιν ὁτι ἂν τυχωσιν.

Sokrates zerlegt den Begriff δόξα in die Unterabteilungen ἔπαινος und ψόγος und den Begriff τὸν γοῦν προσέχειν τῇ δόξῃ in die beiden φοβεῖσϑαι τοὺς ψόγους und ἀσπάζεσϑαι (eigentlich freudig be- grüfsen) τοὺς ἐπαίνους, und wei- terhin das πραχτέον des Gymnas- tikers in die drei dasselbe ausma- chenden Thätigkeiten des γυμνα- στέον und ἐδεστέον und ποτέον; denn die Praxis des Gymnastikers war nicht einseitig auf das γυμνά- ζεσϑαι gerichtet; sonst hätte er ja nur den παιδοτρίβης, aber nicht den ἐατρός nötig gehabt; er mulste

78 ΠΑΑΤΩ͂ΝΟΣ

- x

ΚΡ. Πῶς γὰρ οὔ;

ΣΩ. Ti δ᾽ ἔστι τὸ χακὸν τοῦτο; χαὶ sroi τείνει, καὶ εἰς τέ τῶν τοῦ ἀπειϑοῖντος;

ΚΡ. 4ῆλον ὅτι εἰς τὸ σῶμα" τοῦτο re δεόλλυσι.

ΣΩ. Καλῶς λέγεις. οὐχοῦν χαὶ τάλλα, Κρίτων,

a 4 “ἤν - οὕτως, ἵνα μὴ πάντα διΐωμεν, καὶ δὴ zal er τῶν Öt- χαίων χαὶ ἀδίχων καὶ αἰσχρῶν χαὶ καλῶν xal ἀγαϑῶν

“0 4 - ς x - ,᾿ ΄ - χαὶ καχῶν, περὶ ὧν νῦν βουλὴ ἡμῖν ἐστί, πότερον τῇ

- - « ς - - τῶν πολλῶν δόξῃ δεῖ ἡμᾶς ἕπεσϑαι καὶ φοβεῖσϑαι αὐ-

[2 ᾽Ὰ » - ς ΄ .h N - x τὴν, τῇ τοῦ ἕνός, εἴ τίς ἐστιν ἐπαΐων, ὃν δεῖ zai ai- σχύνεσϑει χαὶ φοβεῖσϑαι μᾶλλον ξύμτιαντες τοὶς ἄλ- ν᾽ T > x > - - τ λους; εἰ μὴ ἀχολουϑήσομεν, διαφϑεροῦμεν ἐχεῖνο χαὶ λωβησόμεϑα, τῷ μέν δικαίῳ βέλτιον ἐγίγνετο, τῷ δὲ 2 2 r ἀδίκῳ ἀπώλλυτο. οὐδέν ἔστι τοῦτο;

ΚΡ. Οἶμαι ἔγωγε, Σώκρατες.

8. 202. Φέρε δύ, ἐὰν τὸ ὑπὸ .τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν βέλτιον γιγνόμενον, ὑπτὸ τοῦ νοσώδους δὲ διαφϑειρόμε- γον διολέσωμεν πειϑόμενοι μὴ τῇ τῶν ἐπταϊόντων δόξῃ, 53 \ κ΄. , - , ἄρα βιωτὸν ἡμῖν ἐστὶ διεφρϑαρμένου αὐτοῦ; ἔστι δέ ττου τοῦτο τὸ σῶμα᾽ οὐχί;

ΚΡ. Ναί.

ΣΩ, Ao’ οὖν βιωτὸν ἡμῖν ἐστι μετὰ μοχιϑηθοῦ χαὶ διεφϑαρμένου σώματος:

ΚΡ. Οὐδαμῶς.

22. Alla μετ᾽ ἐχείνου ἄρα ἡμῖν βιωτὸν διερϑαρ- μένου, τὸ ἄδιχον μὲν λωβᾶται, τὸ δὲ δίκαιον ὀνίνησιν; vielmehr auch auf die verständige, σῶδες verdorbene Körper das Leben planmälsige Ernährung des Körpers nicht mehr lebenswert erscheinen seine Sorge richten. läfst, ebenso nimmt die durch das

Kap. 8. Der Gedanke, auf wel- ἄδικον herbeigeführte Verderbnis chen Sokrates zielt, ist am Schlusse der Seele dem Leben den Wert. des Kapitels ausgesprochen: οὐ to Das tertium comparationis liegt ζῆν περὶ πλείστου: ποιητέον, ἀλλὰ einerseits in den Worten τὸ ὑπὸ τὸ εὖ ζῆν. Wieder spricht er in τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν βέλτιον γιγνό- einem Vergleiche. DasLebensglück, μενον, ὑπὸ τοῦ νοσώδους ὃὲ δια- sagt er nach griechischer An- φϑειρόμενον. und andrerseits in schauung, ist bedingt durch die Ge- dem τὸ ἄδικον μὲν λωβᾶται,

sundheit des Körpers und die der τὸ ὁὲ δίχαιον ὀνίνησιν, Worte, in Seele. Wie nun der durch das vo- denen das selbstverständlich nicht

ΚΡΙΤΩΝ. 79

3

[4 5 - - , φαυλότερον ἡγούμεϑα εἶναι τοῦ σώματος ἐκεῖνο, τί > - 4 {πε or ἐστὶ τῶν ἡμετέρων, τειερὶ ἵ΄ τε ἀδικία καὶ δικχαιο- σύνη ἐστίν;

ΚΡ. Οὐδαμῶς.

ER. ᾿Αλλὰ τιμιώτερον;

ΚΡ. Πολὺ γε.

ΣΩ. Οὐκ ἄρα, βέλτιστε, πάνυ ἡμῖν οὕτω φρον-

τιστέον, τί ἐροῦσιν οἱ ττολλοὶ ἡμᾶς, ἀλλ᾽ τι ἐπαΐων \ - N \ 0, c T \ 24 πα. , σπεερὶ τῶν δικαίων χαὶ ἀδίχων, εἷς, χαὶ αὐτὴ ı, ἀλήϑεια. 2 - «- [4 ὥστε πρῶτον μὲν ταύτῃ οὐχ ὀρϑῶς εἰσηγεῖ, εἰσηγούμενος τῆς τῶν ττολλῶν δόξης δεῖν ἡμᾶς φροντίζειν τιερὶ τῶν δι- - 2 »-» x as N n χαέων χαὶ καλῶν καὶ ἀγαϑῶν καὶ τῶν ἐναντίων. ἀλλὰ μὲν ΄, πὶ 2 τ Ἂν 2 ς » δή, φαίη γ᾽ @v τις, οἷοί τ᾽ εἰσὶν ἡμᾶς οἱ στολλοὶ ἀπτο- χτινγύναι; ΚΡ. 4]ῆλα δὴ καὶ ταῦτα" φαίη γὰρ ἄν, Σώκρατες. 2 - , 3 2 > ΄ ΩΣ ΣΩ. ᾿4ληϑῆ λέγεις. ἀλλ᾽, ϑαυμάσιε, οὗτός τε ͵ a ͵ Υ ; δι 3 - λόγος, ὃν διεληλύϑαμεν, ἔμοιγε δοχεῖ ὑμοξοφιλδέναινεῷ \ 3 \ [4 > 14 ' ’, - καὶ πρότερον" χαὶ τόνδε av σχόττξι, εἰ ἔτε μένει ἡμῖν ΒᾺῚ » ca 9 N m | \ , ΄, 2.5 x \ οὔ, ὅτι οὗ τὸ ζῆν περὶ πλείστου ποιητέον, ἀλλὰ τὸ ev ζῆν. 2 , ΚΡ, Alla μένει. ΣΩ. Τὸ δὲ εὖ χαὶ χαλῶς χαὶ δικαίως ὅτι ταὐτόν ᾿ ᾽Χ ἔστι. μένει οὐ μένει; ΚΡ. Mevaı. 9. ΣΩ, Οὐκοῦν ἐκ τῶν ὁμολογουμένων τοῦτο σχε- χυτέον, πότερον δίχαιον ἐμὲ ἐνθένδε πειρᾶσϑαι ξξιέναι > , ΄ὔ \ , μὴ ἀφιέντων AInvalwv, οὐ δίκαιον" καὶ ἐὰν μὲν φαί- γηται δίκαιον, πειρώμεϑα, εἰ δὲ μή, ἐῶμεν. ἃς δὲ σὺ

zu dem den Akkusativ regierenden Verbum ὀνενάναι zu wiederholen ist, die vielmehr nach echt grie- chischer Redeweise, wie sie schon im Homer sich findet, gesagt sind, wie das deutsche (s. Luther): „dem das Ungerechte Schaden bringt, das Gerechte aber nützt ihm“.

Das zal in εἷς καὶ αὐτὴ Int . αἀληϑεια ist „und zwar“, das χαί

in δοχεῖ ὅμοιος εἶναι τῷ χαὶ πρό- τερον das zei des Vergleiches, das der Grieche nach ὥσπερ So häufig setzt.

Kap. 9. Sokrates fixiert nach dem bisher Gesagten das Thema der wei- teren Auseinandersetzung dahin: adıznaousv ἐξάγοντες zul ἐξαγό- μενοι οὔ; ἀ. 1. begehen wir ein ἄδικον, schaden also unserer Seele

80 ΠΛΑΤΩΝΟΣ

λέγεις τὰς σχέψεις περί TE ἀναλώσεως χρημάτων χαὶ δόξης καὶ παίδων τροφῆς, μὴ ὡς ἀληϑῶς ταῦτα, W Κρί- των, σκέμματα 7 τῶν ῥᾳδίως ἀποχτιννύντων καὶ ἀνα- βιωσχομένων γ᾽ ἄν, εἰ οἷοί τε ἦσαν,