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Fauna Arctica.
Eine Zusammenstellung der arktischen Tierformen,
mit besonderer Berücksichtigung des Spitzbergen-Gebietes auf Grund der Ergebnisse der Deutschen Expedition in das Nördliche Eismeer
im Jahre 1898.
Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen
herausgegeben von
Dr. Fritz Römer und Dr. Fritz Sehaudinn
in Frankfurt a. M.
in Rovigno.
Zweiter Band.
Mit 6 Tafeln, 3 geograph. Karten und 13 Abbildungen im Text
Jena,
Verlag von Gustav Fischer. 1902.
Uebersetzungsrecht vorbehalten.
Inhaltsverzeichnis.
I. Lieferung, ausgegeben Mitte Juli 1901.
Seite Ude, H., Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden, sowie die geographische Verbreitung
dieser Familien. Mit Tafel I und II 1 — 34
Möbius, K., Arktische und subarktische Pantopoden. Mit 1 Kartenskizze 35 — 64
Ehrenbaum, E., Die Fische 65—168
Römer, Fritz, Die Siphonophoren 169 — 184
Schaudinn, F., Die Tardigraden 185—196
II. Lieferung, ausgegeben Mitte Februar 1902.
Pagenstecher, Arnold, Die arktische Lepidopterenfauna 197 — 400
III. Lieferung, ausgegeben Ende November 1902.
Kiaer, Hans, Die arktischen Tenthrediniden. Mit 1 Kartenskizze 401 — 438
Friese, H., Die arktischen Hymenopteren , mit Ausschluß der Tenthrediniden. Mit Tafel III
und 1 Kartenskizze 439 — 498
Mräzek, AI., Arktische Copepoden. Mit Tafel IV— VI und 13 Figuren im Text '. 499—528
Breddin, Gustav, Die Hemipteren und Siphunculaten des arktischen Gebietes 529—560
XHL 7f
Die arktischen Enckyträiden und Lumbriciden,
sowie die geographische Verbreitung dieser Familien.
Von
Dr. H. Ude,
Oberlehrer in Hannover.
Mit den Tafeln r und II.
Fauna Arctica, Bd. II.
X2
Im Herbst 1899 erhielt ich von den Herren Dr. Römer und Dr. Schaudinn eine kleine Sammlung Oligochäten, die auf der Bären-Insel gefunden waren. Es stellte sich bei der Untersuchung heraus, daß die Tiere — abgesehen von einigen nicht bestimmbaren Exemplaren — einer einzigen, aber neuen Art der Enchyträiden angehörten. Fast zu gleicher Zeit empfing ich von Herrn Prof. Dr. Henking in Hannover, dem Generalsekretär des Deutschen Seefischereivereins , ebenfalls eine Sammlung Enchyträiden von der Bären-Insel, die im Sommer 1900 durch Ueberreichung weiteren Materials noch vermehrt wurde. Sie umfaßt 4 Arten. Schließlich stellte mir Herr Dr. Michaelsen, Assistent am Xaturhistorischen Museum in Hamburg, noch Material von Spitzbergen und der Bären-Insel zur Verfügung, das 3 Arten Enchyträiden aufwies.
Außerdem benutze ich die Gelegenheit und berichte über einige Beobachtungen an solchen arktischen Enchyträiden, die zugleich in der Subarktis vorkommen und von denen mir ein größeres Material zur Verfügung stand.
Zunächst soll hier nun das vorliegende Enchyträidenmaterial beschrieben werden. Im Anschluß daran gebe ich dann eine Zusammenstellung der bisher in der Arktis beobachteten Enchyträiden und Lumbriciden und eine Darstellung der geographischen Verbreitung dieser Familien.
I. Ueber arktische Enchyträiden.
1. Gattung: Enchytraeus Henle, em. Mchlsn.
Enchytraeus albidns Henle.
In der von der Bären-Insel stammenden Sammlung des Herrn Prof. Dr. Henking befand sich ein Exemplar dieser altbekannten und weit verbreiteten Art, die im Jahre 1837 von Henle aufgestellt wurde und seitdem unter verschiedenen Namen beschrieben ist, so durch Eisen im Jahre 1878 als Neoenchyiraeus vejdovskyi von Nowaja Semlja, durch Vejdovsky 1879 als Enchytraeus humicultor aus Böhmen, durch Michaelsen 1886 als Enchytrae,us moebii aus Deutschland, durch Goodrich 1896 als Ench hortensis aus Nord- Amerika.
H. UDE,
Uebersicht über die Enchytraeus-Arten des Gebietes.
Außer der vorigen Art ist aus diesem Gebiete noch Enchytraeus hyalinus (Eisen) von Nowaja Semlja bekannt. Die 2 Arten stimmen in den meisten Merkmalen überein, lassen sich jedoch durch folgende Unterschiede trennen:
a) Borsten zu 3 in allen Bündeln, gerade, gleich lang. Samentaschen mit unregelmäßig sack- förmiger Ampulle und einer atriumartigen Erweiterung des Ausführungsganges
E. hyalinus (Eisen).
b) Borsten zu 3—5, meist 4, gerade, gleich lang. Samentaschen mit sackförmiger Ampulle, jedoch ohne atriumartige Erweiterung des Ausführungsganges E. albidus Henle.
2. Gattung: Fridericia Mchlsn.
Fridericia leydigi (Vejd.).
Taf. I, Fig. 1.
Durch Herrn Dr. Michaelsen erhielt ich einige von Spitzbergen stammende Enchyträiden, die mit Vorbehalt als Fr. leydigi (Vejd.) bezeichnet waren. Schnittserien erwiesen die Bezeichnung als richtig.
Ich benutze die Gelegenheit, um einige frühere Angaben richtig zu stellen. Was zunächst die Form des Gehirns anlangt, so fand ich an gut gelungenen horizontalen Längsschnitten (Fig. 1), daß dasselbe vorn nicht ausgeschnitten, sondern sowohl vorn wie hinten schwach vorgewölbt ist. Die Zahl der Borsten beträgt bei dem untersuchten Exemplare durchgehends 2, doch ist nicht ausgeschlossen, daß bei anderen Exemplaren 4 vorkommen. Die Samentaschen bestehen aus einem zuckerhutförmigen Hauptteil mit 2 keilförmigen, gegenständigen Divertikeln und einem langen, dünnen Ausführungsgange. Kopulations- drüsen fehlen.
In einer früheren Arbeit (1) habe ich unter dem Namen Fr. biselosa (Lev.) Enchyträiden von Cale- feld beschrieben, die auch meist nur 2 Borsten besitzen und deren 2 Samentaschendivertikel keilförmig sind. Später ist es mir gelungen, bei Calefeld auch diejenige Art mit 2—4 Borsten zu finden, die sich im wesentlichen durch die 2 kugeligen, gestielten Samentaschendivertikel auszeichnet. Diese Art ist als Fr. bisetosa (Lev.) zu bezeichnen, während die früher von mir mit diesem Namen belegte Species als Fr. leydigi (Vejd.) aufzufassen ist. Fr. bisetosa (Lev.) besitzt ebenfalls keine Kopulationsdrüsen.
Uebersicht über die Fridericia- Arten des Gebietes.
Außer Fr. leydigi (Vejd.) sind aus dem Gebiete noch beschrieben Fr. callosa (Eisen), Fr. ratzeli (Vejd.) und Fr. dura (Eisen). Da ich vor mehreren Jahren Gelegenheit hatte, eine Sammlung west- preußischer Enchyträiden zu untersuchen, die ich zum Teil diesen 3 Arten zuordnete, so sei es mir ge- stattet, auf Grund meiner damaligen, bisher nicht veröffentlichten Beobachtungen folgende Mitteilungen zu machen.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. ^
Fridericia callosa (Eisen).
Taf. I, Fig. 2—5.
Diagnose nach Eisen (2, p. 27, Fig. 21, 39, 64, 65): Länge 10—20 mm, Dicke ca. 0,5 — 1 mm. Segmentzahl 64. Borsten zu 3 oder 4 im Bündel. Gehirn länger als breit, vorn und hinten konvex. Nephridien mit großem Anteseptale und noch größerem Postseptale, an dessen unterer Kante dicht hinter dem Dissepimente der Ausführungsgang entspringt. Samentrichter länger als breit. Die Samentaschen bestehen aus einem langen Ausführungsgange und einer flaschenförmigen Ampulle, die nach Eisen's Zeich- nungen (Fig. 21 h, k, m, q) dicht über der Basis 4 unvollkommene, nicht zur vollständigen Sonderung ge- langte, divertikelähnliche Ausbeutelungen trägt.
Diese Diagnose findet sich auch in Michaelsen's Oligochäten, p. 90; jedoch mit der Angabe, daß der Ausführungsgang der Nephridien am Hinterende des Postseptale entspringt. Eisen (Fig. 39) zeichnet jedoch den Ausführungsgang als dicht hinter der dissepimentalen Anheftung entspringend.
Zu diesen Darstellungen kann ich nach Untersuchung der bei Osche und Schwetz in Westpreußen gefundenen Enchyträiden die folgenden Angaben machen.
Die Zahl der Borsten (Fig. 2), die gerade gestreckt und ungleich lang sind, schwankt zwischen
3 und 6. Vor dem Gürtel findet man meist 5 oder 6, seltener 4, hinter demselben dagegen fast stets nur
4 oder 2 Borsten; am Hinterende (fast l/s des Körpers) sind die Borsten außerdem fast gleich lang, wie es auch Eisen in Fig. 21 e zeichnet (vergl. Fig. 2).
Rückenporen sind vorhanden.
Das Gehirn ist vorn mehr oder weniger stark vorgewölbt, hinten fast gerade abgestutzt oder schwach konvex (Fig. 3).
Das Rückengefäß entspringt im 16. Segmente.
Die Speicheldrüsen (Fig. 4) sind schmale Bänder, die sich am Hinterende in mehrere (3 — 5) Zweige auflösen, welche ihrerseits wiederum gegabelt sein können.
Die Nephridien bestehen aus einem großen Anteseptale, in dem der Kanal schon in Windungen verläuft, und einem etwa doppelt so großen Postseptale, an dem der Ausführungsgang vorn seitlich ent- springt, wie es auch Eisen angiebt.
Die Hoden sind kompakt, die Samentrichter etwa doppelt so lang, wie dick.
Die Samentaschen (Fig. 5) bestehen aus einem langen, schlanken Ausführungsgange und einer kegelförmigen Ampulle, deren breitere Basis eine mehr oder weniger starke, ringförmig verlaufende Aus- buchtung ihres Randes besitzt, ähnlich wie es Eisen in Fig. 21 h und q darstellt. Eine Ausbildung von 4 unvollkommenen Divertikeln, worauf Eisen's Fig. 21 k und m hindeuten, habe ich bei meinen Exemplaren nicht erkannt. Trotzdem bezweifle ich ihre Identität mit Fr. callosa (Eisen) nicht.
Kopulationsdrüsen fehlen.
Fundorte: Schwetz und Osche in Westpreußen; unter Moos, vermodernden Blättern an Bächen und der Rinde vermodernder Buchen.
Der Fr. callosa steht Fr. striata (Levins.), die auch keine Kopulationsdrüsen besitzt, sehr nahe.
Fridericia dura (Eisen). Taf. I, Fig. 6-8.
Diese Art ist neuerdings von Michaelsen (10, p. 100) zu Fr. rateeli (Eisen) gezogen. Da es nur an den Exemplaren von Osche und Schwetz in Westpreußen gelungen ist, beide nahe verwandte Arten
6 H. UDE,
durch ein scharfes Unterscheidungsmittel von einander zu trennen, so will ich Fr. dura zunächst näher beschreiben.
Länge 15—20 mm, Dicke 1 mm, Segmentzahl etwa 50.
Borsten gerade, ungleich lang, zu 4 — 6 im Bündel und zwar meist 4 oder 5.
Rückenporen beginnen zwischen dem 6. und 7. Segmente.
Gürtel mit kleinen, abgerundet-polygonalen Drüsen besetzt.
Lymphkörper: große kreisförmige und kleine navicellenähnliche.
Gehirn länger als breit, vorn mehr oder weniger stark vorgewölbt, hinten fast gerade abgestutzt oder schwach konvex (Fig. 6).
Rückengefäß entspringt im 18. Segmente.
Magendarm geht allmählich in die Speiseröhre über.
Speicheldrüsen sind schmale, an ihrem Hinterende verzweigte Bänder (Fig. 7).
Segmentalorgane bestehen aus einem sehr großen Anteseptale, in dem der Kanal in Windungen verläuft, und einem nur wenig längeren und breiteren Postseptale, an dem der Ausführungsgang seitlich, dicht hinter der dissepimentalen Anheftung entspringt. Vergl auch Eisen, Fig. 41.
Hoden bestehen aus kompakten braunen Massen.
Samentrichter sind cylindrisch, etwa dreimal so lang wie dick, Samenleiter lang, aufgewunden, auf das 12. Segment beschränkt.
Samentaschen bestehen aus einem langen, schlanken Ausführungsgange und einer kegelförmigen Ampulle, die an ihrer Basis 5, 6 oder 7, meist 6 sack- oder taschenförmige Divertikel trägt. Bei einem Exemplare fand ich an einer Seite 6, an der anderen 7 Divertikel.
Eine Kopulationsdrüse (Fig. 8) liegt im 13. Segmente und ist etwa halb so lang wie das Segment. Sie umschließt als kompakte, nicht weit abstehende Masse die ventrale und jederseits die halbe laterale Seite des Bauchstranges. Auf einem Querschnitt erkennt man, daß ihr Dickendurchmesser etwa demjenigen des Bauchstranges gleichkommt und daß sie sich fest an das Nervensystem anlegt, etwa wie die Cupula der Eichel. Seitlich reicht sie nicht ganz bis an die ventralen Borsten. Die lang ausgezogenen Drüsen vereinigen sich ventral zu einem gemeinsamen Strange. In der Umgebung der Ausmündung dieser Drüsen besteht die Hypodermis aus erhöhten Zellen. Durch den Bau der Kopulationsdrüse ist Fr. dura scharf charakterisiert.
Fundort: Unter vermodernden Pflanzen am Bache und unter Schlehengestrüpp.
Fridericia rätselt (Eisen). Taf. I, Fig. 9.
Schon äußerlich ist diese Art durch ihre bedeutende Größe ausgezeichnet; ich fand Exemplare, die im ausgestreckten Zustande 31/2 cm erreichten. Alle von mir untersuchten, aus Deutschland stammenden Exemplare besaßen vorn vorwiegend 6 — 8, hinten häufig nur 4 Borsten und an der Basis der flaschen- förmigen Ampulle der Samentaschen stets 8 sackförmige Divertikel. Besonders scharf ist diese Art von der vorigen durch den Bau der im 13. Segmente auftretenden Kopulationsdrüse (Fig. 9) getrennt, die bereits von Hesse (p. 12, 13, Fig. 25) beschrieben und abgebildet ist. Auf einem Querschnitte (Fig. 9) erkennen wir, daß die breit-ovale Drüsenmasse sich nicht an den Bauchstrang anlegt, sondern davon getrennt bleibt, und daß sie jederseits etwas über die ventralen Borsten hinausreicht.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. j
Besonders ist hervorzuheben, daß die lang ausgezogenen Drüsenzellen ventral vom Bauchstrang nicht zu einer Masse zusammengelagert sind wie bei Fr. dura, sondern daß die Bündel jederseits gesondert von einander in der Hypodermis, der sie zweifellos entstammen, ausmünden, indem sie durch Längsmuskeln in 2 oder 3 Stränge getrennt werden. Fr. rätselt liefert besonders gute Präparate zur Erkennung der langen Drüsenzellen.
Anhang. Nahe verwandt mit Fr. dura und Fr. ratzeli ist die in Deutschland häufige Fr. galba (Hoffm.). Sie besitzt ebenfalls eine Kopulationsdrüse (Taf. I, Fig. 10) im 13. Segmente, die auf einem Querschnitt folgenden Bau zeigt. Die schmalen, flügeiförmigen Drüsenmassen sind vom Bauchmark voll- ständig getrennt, vereinigen sich unterhalb desselben und münden hier in 3 durch Längsmuskeln von einander geschiedenen Strängen nach außen.
Die 4 arktischen Fridericien lassen sich durch folgende Merkmale von einander unterscheiden:
a) Borsten zu 3 oder 4 im Bündel.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt vorn am Postseptale, dicht hinter der dis-
sepimentalen Anheftung.
Kegelförmige Ampulle der Samentaschen ohne eigentliche Divertikelbildung.
Kopulationsdrüsen fehlen. Frid. callosa (Eisen)
b) Borsten meist zu 2, selten zu 4 im Bündel.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt am Hinterende des Postseptale.
Die kegelförmige Ampulle der Samentaschen besitzt 2 keilförmige, gegenständige Divertikel.
Kopulationsdrüsen fehlen. Frid. leydigi (Vejd.)
c) Borsten zu 4—6, meist 4 oder 5 im Bündel.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt vorn am Postseptale.
Die kegelförmige Ampulle der Samentaschen besitzt meist 6, selten 5 oder 7 sackförmige
Divertikel.
Kopulationsdrüse im 13. Segmente: die Drüsenmassen liegen der ventralen Fläche und den
unteren Hälften der lateralen Flächen des Bauchmarks dicht an, ragen seitlich bis an die ventralen
Borsten und vereinigen sich ventral zu einem einzigen Strange. Frid. dura (Eisen)
d) Borsten vorn zu 6 — 8, hinten zu 4 im Bündel.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt vorn am Postseptale. Die flaschenförmige Ampulle der Samentaschen besitzt 8 sackförmige Divertikel. Kopulationsdrüse im 13. Segmente: die dicken, im Querschnitt keulenförmigen Drüsenmassen legen sich nicht an das Bauchmark an, reichen seitlich über die ventralen Borsten hinaus und münden jederseits ventral vom Bauchmark in 2 oder 3, durch Längsmuskeln von einander getrennten Strängen nach außen. Frid. ratzeli (Eisen)
3. Gattung: Mesenchytraeus Eisen.
Von Herrn Dr. Michaelsen erhielt ich ein von Spitzbergen stammendes Exemplar der Gattung; Mesenchytraeus, das nicht geschlechtsreif war und sich daher nicht bestimmen ließ. Ich sehe daher auch davon ab, hier eine Uebersicht über die bisher aus der arktischen Zone bekannt gewordenen Arten dieser Gattung zu geben, und verweise auf die weiter unten folgende Tabelle.
H. UDE.
4. Gattung: Marionina Mchlsn.
Marionina ebudensis (Clap.).
Taf. I, Fig. 11— 13.
Sammlung Henking. Fundort Bären-Insel.
Länge etwa 10 mm, Segmentzahl 50.
Borsten zu 2 oder 3 im Bündel, sehr schwach S-förmig gebogen.
Gürtel hat die normale Lage und umfaßt den Körper ringförmig; dorsal ist er stärker entwickelt als ventral und hat ventral in der Mitte des 12. Segmentes ein drüsenloses Feld mit 2 tiefen Längsfurchen, in denen die Samenleiter ausmünden.
Kopfporus zwischen Kopflappen und Kopfring.
Gehirn besitzt hinten einen tiefen Einschnitt.
Lymphkörper groß, oval.
Magendarm, der von großen Chloragogenzellen besetzt ist, geht allmählich in die Speiseröhre über. Septaldrüsen normal.
Speicheldrüsen fehlen.
Rückengefäß entspringt im 15. Segment.
Segmentalorgane bestehen aus einem kleinen Anteseptale und einem beträchtlich größeren, ovalen, abgeplatteten Postseptale, an dessen hinterem Pole der Ausführungsgang, welcher kürzer und bedeutend dünner als das Postseptale ist, entspringt.
Hoden bilden kompakte Massen.
Samentrichter (Fig. 11) schlank und sehr lang, etwa 8mal so lang wie dick. Der lange Samen- leiter liegt in vielfachen Windungen im 12. Segmente und mündet hier durch eine penisartige Anschwellung nach außen.
Samentaschen (Fig. 12) im ganzen keulenförmig. Die mehr oder weniger kugelige Ampulle hat eine dünne Wand und kommuniziert mit dem Darme; sie geht allmählich in den dickwandigen, längeren Ausführungsgang über, jedoch ist äußerlich eine schwache Einschnürung an der Grenze zwischen Ampulle und Kanal zu erkennen. Auf Längsschnitten durch die Samentaschen sieht man weiter, daß sich das weite Lumen der Ampulle scharf vom engen Kanal des Ausführungsganges absetzt. An der Basis des Aus- führungsganges steht ein Kranz großer Drüsenzellen.
Kopulationsdrüsen (Fig. 13) liegen in den Segmenten 13, 14 und 15. Sie sind kompakt, legen sich fest an den Bauchstrang an und umfassen ihn ventral und lateral, aber nicht dorsal. Die Flügel sind auf einem Querschnitte doppelt so hoch und 2— 3 mal so breit wie der Bauchstrang und reichen seitlich bis zu den ventralen Borsten.
Die im obigen beschriebenen Enchyträiden habe ich mit Pachydrilus ebudmsis Clap. [= M. ebudensis (Clap.)] identifiziert, obgleich die CLAPAREDE'sche Diagnose nur unvollständig ist. Veranlaßt haben mich die Angaben Claparede's (2), daß die Samentrichter der von ihm untersuchten Tiere fast iomal so lang wie dick sind und daß der Ausführungsgang der Samentaschen von der Ampulle nicht scharf abgesetzt ist. Auch die Lebensweise der Tiere — am Meeresstrande der Hebriden und der Bären-Insel ■ lassen eine Identifizierung gerechtfertigt erscheinen.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. n
31. ebudensis (Clap.) steht der M. arenaria (Mchlsn.) sehr nahe, doch unterscheiden sie sich wesent- lich dadurch, daß der Ausführungsgang der Nephridien bei M. ebudensis am hinteren Pole des Postseptale entspringt, während er bei M. arenaria vorn am Postseptale seinen Ursprung nimmt.
M. ebudensis ist bisher die einzige Marionina- Art, die in der arktischen Zone nachgewiesen ist.
5. Gattung: Lumbricillus Oerst. (= Pachydrilus [part.J Clap.).
Lumbricillus pagenstecheri (Ratz.), Taf. I, Fig. 14.
Die von Herrn Dr. Michaelsen mir zugesandten und mit Lumbricillus nervosus (Eisen) bezeichneten Enchyträiden erwiesen sich als L. pagenstecheri (Ratz.).
Fundort: Spitzbergen, am Meeresstrande, im Detritus; gesammelt von Dr. Leupold Juli 1898.
L. pagenstecheri (Ratz.) gehört bekanntlich zu jenen Lumbricillus- Arten, deren Ausführungsgang der Samentaschen scharf von der Ampulle abgesetzt und dicht mit Drüsen umstellt ist. Die Art steht besonders dem L. nervosus (Eisen) und L. profugus (Eisen) sehr nahe, ist jedoch von ersterem durch den Bau der Kopulationsdrüsen und von letzterem durch die Zahl der Borsten zu unterscheiden. Die Kopulationsdrüsen liegen im 13. und 14. Segmente und bilden kompakte Massen, die sich fest an den Bauchstrang anlegen und denselben ventral, lateral und auch dorsal zum größten Teil umfassen ; dorsal entsteht so in der Drüsenmasse eine schmale, tiefe Furche. Auf einem Querschnitte (Fig. 14) erkennt man, daß die Drüsen- masse so dick ist wie der Bauchstrang und seitlich bis an die ventralen Borstenbündel reicht. Bei L. nervosus sind die Drüsen bedeutend stärker entwickelt, bestehen aus mehreren übereinander gelegten Blättern und sind nur ventral mit dem Bauchmark verwachsen. Von L. profugus sind die Kopulations- drüsen nicht bekannt.
Lumbricillus henkingi nov. spec. Taf. II, Fig. 15—18.
Zu dieser neuen Art gehört sowohl ein Teil der von Herrn Prof. Henking gesammelten Enchy- träiden, als auch fast das ganze Material, das mir die Herren Römer und Schaudinn übersandten.
Fundort: Bären-Insel, am Meeresstrande.
Länge etwa 13 mm, Segmentzahl etwa 60.
Die in Alkohol konservierten Tiere waren farblos, während die in Formol aufbewahrten Exemplare die rote Blutfarbe noch erkennen ließen.
Borsten fast gleich lang, S-förmig gebogen, zu 3—7 im Bündel; lateral meist 3-5, ventral 4—7 und zwar häufig 5 oder 6, seltener 7.
Gürtel hat die normale Lage. Er umfaßt den Körper fast ringförmig und läßt ventral nur einen schmalen, drüsenlosen Längsstreifen frei, der sich in der Mitte des 12. Segmentes zu einem breiteren drüsen- losen Felde erweitert und 2 kurze, aber tiefe Längsfurchen besitzt, in denen die Samenleiter ausmünden.
Lymphkörper scheibenförmig.
Gehirn ist etwas länger als breit, hinten seicht eingebuchtet.
Magendarm geht allmählich in die Speiseröhre über.
Speicheldrüsen fehlen.
Septaldrüsen sind normal entwickelt.
Rückengefäß entspringt im 13. Segmente. Blut rot.
Fauna Arctica, Bd. II.
IO H. UDE,
Segmentalorgane (Fig. 15) bestehen aus einem kleinen Anteseptale mit trichterförmigem Kanal und einem beträchtlich umfangreicheren Postseptale, an dessen hinterem Pole der Ausführungsgang ent- springt, der ebenso lang und fast halb so breit wie das Postseptale ist und kurz vor seiner Ausmündung noch etwas verbreitert ist, dann aber sich stark verdünnt.
Hoden bilden birnförmige Teilstücke.
Samentrichter ist doppelt so lang wie breit; der Samenleiter bildet im 12. Segmente zahlreiche Windungen und mündet mit dickem Wulste aus.
Samentaschen (Fig. 16) bestehen aus einer birnförmigen Ampulle, deren oberes Ende mit dem Darme zusammenhängt, und einem scharf abgesetzten, dünneren Ausführungsgange, der etwas länger als die Ampulle und dicht mit hohen Drüsen, die an der Ausmündung eine Rosette bilden, besetzt ist.
Kopulationsdrüsen (Fig. 17 und 18) finden sich im 13. und 14. Segmente; auch in den beiden vorhergehenden Segmenten und in der Nähe der Samentaschen treten drüsige Bildungen am Bauchstrang auf, doch sind dieselben sehr gering entwickelt und wenig charakteristisch ; anders steht es mit denjenigen im 13. und 14. Segmente. Auf Querschnitten durch diese erkennt man, daß sie den im Durchschnitt ovalen Bauchstrang in seiner unteren Hälfte (Fig. 17), zum Teil nur so weit, wie die Ganglienzellschicht reicht, (Fig. 18) umfassen, während die obere Hälfte, also die dorsale und jederseits die halbe laterale Fläche, frei bleibt. Die Flügel sind etwa 4 mal so lang wie der größte Durchmesser des Bauchstranges und ragen seitlich bis etwas über die ventralen Borstenbündel hinaus.
L. JienJcingi ist sehr nahe verwandt mit L. pagenstecheri, L. nervosus und L. profugus. Von den beiden ersteren unterscheidet sich diese Art scharf durch den abweichenden Bau der Kopulationsdrüsen, von L. profugns, dessen Kopulationsdrüsen leider nicht bekannt sind, durch die geringere Anzahl der Borsten. Ich glaube, diesem Unterschiede in der Borstenzahl bei diesen Lumbricil Ihts- Arten mehr Bedeutung zuschreiben zu dürfen, als das sonst geschieht. Dazu berechtigt nämlich die Thatsache, daß L. pagensteclieri, L. nervosus und L. herikingi, obgleich sie in den meisten Merkmalen übereinstimmen, doch Abweichungen zeigen, die zwar in der verschiedenen Zahl der Borsten nur gering sind, dagegen in dem Bau der Kopulationsdrüsen zum Ausdruck gelangen. Solange also die Kopulationsdrüsen von L. profugus nicht bekannt sind, dürfen wil- der hohen Borstenzahl Artcharakter zuschreiben und können mit dieser Species nicht ohne weiteres L. herikingi identifizieren.
Lumbricillus fossarum (Tauber). Taf. II, Fig. 19—22.
In der Sammlung des Herrn Prof. Dr. Henking befanden sich einige Exemplare, die ich der TAUBER'schen Art zuzähle.
Fundort: Bären-Insel.
Länge etwa 12 mm, Segmentzahl etwa 50, Farbe der in Alkohol konservierten Tiere grau-weiß.
Borsten S-förmig gebogen, annähernd gleich lang, zu 3 — 8; lateral zu 3 — 5, und zwTar vor dem Gürtel meist 4 oder 5, hinter demselben meist 3 oder 4; ventral zu 5 — 8, häufig und besonders vor dem Gürtel 6 oder 7 Borsten, selten 8.
Gürtel hat die normale Lage; er umfaßt den Körper fast ringförmig, läßt jedoch ventral einen schmalen Längsstreifen frei, der in der Mitte des 12. Segmentes ein breiteres, viereckiges Feld bildet, das 2 tiefe Längsfurchen mit den Samenleiteröffnungen besitzt.
Lymphkörper groß, oval.
Gehirn fast so breit wie lang, hinten mit flacher Einbuchtung.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. II
Magendarm geht allmählich in die Speiseröhre über, Speicheldrüsen fehlen, Septaldrüsen normal.
Rückengefäß entspingt auf der Grenze zwischen dem 14. und 15. Segment. Blut der in Alkohol bezw. Formol konservierten Tiere farblos, im Leben jedenfalls rot.
Segmentalorgane (Fig. 19) bestehen aus einem kleinen Anteseptale mit trichterförmigem Kanal und einem bedeutend größeren, ovalen, platten Postseptale. Der Ausführungsgang entspringt mit breiter Basis in der Mitte der unteren schmalen Kante des Postseptale und ist etwa halb so lang und breit wie das Postseptale.
Hoden bestehen aus birnförmigen Teilstücken.
Samentrichter doppelt so lang wie breit, etwa so lang, wie das Segment breit ist. Der Samen- leiter liegt in vielfachen Windungen im 12. Segment und mündet in einen dicken Wulst, der durch einen Kanal penisartig vorgestülpt werden kann.
Samentaschen (Fig. 20) bestehen aus einer ovalen, an ihrem oberen Ende mit dem Darme ver- verwachsenen Ampulle und einem sich scharf absetzenden Ausführungsgange, der in seiner ganzen Länge mit hohen Drüsenzellen dicht besetzt ist, die an der Ausmündung eine Rosette von größeren Zellen bilden.
Kopulationsdrüsen (Fig. 21 und 22) finden sich in den Segmenten 10, II, 12, 14 und 15, Segment 13 enthält keine Drüse. Diejenigen der Segmente 10, 11 und 12 sind verhältnismäßig schwach entwickelt; auf Querschnitten (Fig. 21) erkennt man, daß sie den im Durchschnitt elliptischen Bauchstrang nur in seiner unteren Hälfte umfassen und kurze, seitwärts gerichtete Flügel bilden, die etwa so lang sind wie der größte Durchmesser des Bauchstranges. Weit mächtiger sind die Kopulationsdrüsen im 14. und 15. Segment entwickelt (Fig. 22). Hier umfaßt die Drüsenmasse ebenfalls den Bauchstrang nur in seiner ventralen Hälfte, bildet aber seitwärts in der Leibeshöhle verlaufende kompakte Flügel, die über die ventralen Borstenbündel hinausreichen bis fast zur lateralen Mittellinie des Körpers ; sie sind jederseits etwa 5 mal so lang wie der größte Durchmesser des Bauchstranges.
L. fossarum war bislang nur vom Meeresstande Dänemarks bekannt. Ich habe die im obigen beschriebenen Enchyträiden zu der TAUBER'schen Art gezogen, da sie mit dieser das charakteristische Merkmal besitzen, daß der Ausführungsgang der Nephridien in der Mitte des Postseptale entspringt. Das- selbe finden wir bei L. minutus (Müller) O. Fabr., doch zeichnet sich diese Art durch den Besitz von 12 — 14 Borsten im Bündel aus.
Uebersicht über die LumbricMus-Arten des Gebietes.
Außer den obigen Arten sind aus dem Gebiete noch bekannt L. nervosus (Eisen) von Nowaja Semlja und Spitzbergen, L. minutus (Müll.) und L. profugus (Eisen) von Grönland. Die folgende Tabelle enthält die wichtigsten Unterschiede.
a) Borsten zu 2 — 6, lateral meist zu 3, ventral meist zu 5.
Der Ausführungsgang der Nephridien am hinteren Pole des Postseptale.
Kopulationsdrüsen im 13. und 14. Segment, kompakt, umfassen den Bauchstrang bis auf einen
schmalen dorsalen Streifen fast vollkommen und reichen bis an die ventralen Borstenbündel.
L. pagenstecheri (Ratz.)
b) Borsten zu 3 — 7, lateral meist 3 — 5, ventral 4—7.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt am hinteren Pole des Postseptale.
12 H. UDE,
Kopulationsdrüsen im 13. und 14. Segment, umfassen die untere Hälfte des Bauchstranges und reichen wenig über die ventralen Borstenbündel hinaus. L. henkingi nov. spec.
c) Borsten zu 4—6, selten 7.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt am hinteren Pole des Postseptale. Die Kopulationsdrüsen umfassen den Bauchstrang nur ventral und bestehen aus mehreren über- einander gelegten Blättern. L. nervosus (Eisen i
d) Borsten zu 3—9, lateral 3 — 8, ventral 5 — 9.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt am hinteren Pole des Postseptale.
Die Kopulationsdrüsen sind nicht bekannt. L profugus (Elsen)
e) Borsten zu 3 — 8, lateral 3 — 5, ventral 5 — 8.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt in der Mitte des Postseptale.
Die Kopulationsdrüsen des 14. und 15. Segmentes umfassen den Bauchstrang nur in seiner unteren
Hälfte und reichen bis fast zur lateralen Mittellinie des Körpers. L. fossarum (Tauber)
f) Borsten zu 12 — 14.
Der Ausführungsgang der Nephridien entspringt in der Mitte des Postseptale.
Die Kopulationsdrüsen sind nicht bekannt. L. minutus (Müll.) O. Fabr.
II. Uebersieht
über die arktischen Enehyträiden und Lumbrieiden, sowie über
die geographische Verbreitung dieser Familien.
Außer den in folgender Zusammenstellung aufgeführten Enehyträiden und Lumbrieiden soll nach Eisen (4, p. 9) auch Lumbriculus variegatus (Müll.) in der Arktis und zwar in Sibirien (und Grönland?) gefunden sein. Da nun weitere Arten der Familie LumbricuUdae bisher aus der Arktis nicht bekannt ge- worden sind, so will ich mich mit der Erwähnung dieser Species begnügen.
Familie : Enchytraeidae.
Gattung: Enchytraevis Henle, em. Mchlsn.
Verbreitung der Gattung: Nowaja Semlja, Bären-Insel, ganz Europa, Grönland, Massaschusetts, Süd-Brasilien, Süd-Patagonien, Süd-Georgien.
Enchytraeus albidus Henle.
1837 Enchytraeus albidus, Henle, p. 74.
1873 Halodrilus liltoralis, Verrill, p. 623.
1873 Enchytraeus spiculus, Möp.ius, p. 107.
1879 Neoenchytraeus Vejdovskyi, Eisen, 5, p. 25, Fig. 19.
1879 „ Stuxbergi, Eisen, 5, p. 26, Fig. 18.
1879 Enchytraeus humicultor, Vejdovsky, 1, p. 57, Taf. 4, Fig. 2 — 9, und Taf. 5.
1879 ? „ vermicularis, Tauber, p. 72.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. j t
1880 Enchytraeus üttoralis, Czerniavsky, p. 357.
1884 „ Vejdovskyi, E. Stuxbergii und E. lacteus?, Vejdovskt, 4, p. 41.
1884 „ fucorum und E. sordidus, Levinsen, p. 235.
1886 „ Moebii, Michaelsen, p. 1, Taf. 1—3.
1889 „ Vejdovskyi. Michaelsen, 3, p. 35.
1892 „ humicultor, Ude, 1, p. 84.
1895 ., (Ilalodrilusi üttoralis, Trank Smith, p. 289.
1896 „ hortensis, Goodrich, p. 51, Taf. 5, Fig. 1 — 16; Taf. 6, Fig. IS — 26, 28. 1896 „ humicultor und E. humicultor var. similis, Ude, 3, p. 26, 27.
1900 „ albidus, Michaelsen, 10, p. 89.
1900 „ „ Ude, diese Abhandlung, p. 3.
Verb reit uns: in der Arktis: Nowaja Semlja (Besimenaja 72 ° 55', Cap Gusinnoj, Kostin-Straße, Jugor-Straße), Solowetsk-Insel im Weißen Meere, Grönland (Karajak), Bären-Insel.
Sonstige Verbreitung: Dänemark, Deutschland, Böhmen, Schweiz. Massachusetts (Wood's Hall). Uruguay, Süd-Patagonien, Südküste von Feuerland.
Fundorte: Im Detritus und unter Steinen am Meeresstrande, in Gartenerde und Blumentöpfen, an
düngerhaltigen Oertlichkeiten.
Enchytraeus hyalinus (Eisen).
1878 Neoenchytraeus hyalinus, Eisen, 2, p. 76.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 26, Fig. 20, 38. 1884 Enchytraeus hyalinus, Vejdovskt, 4, p. 41.
Verbreitung: Nowaja Semlja (Matotschkin-Straße).
Gattung: Fridericia Mchlsn.
Verbreitung der Gattung: Sibirien, Nowaja Semlja, Spitzbergen und Bären-Insel, Europa, Nord-Amerika, Süd-Brasilien, Uruguay, Chile, Neu-Seeland.
Fridericia leydigi (Veto.).
1877 Enchytraeus Leydigii, Vejdovsky, 2, p. 303.
1879 „ „ Vejdovskt, 1, p. 59, Taf. 9, Fig. 9 — 15.
1887 Neoenchytraeus Leydigii, Rosa, 3, p. 1.
1889 Fridericia Leydigii, Michaelsen, 3, p. 43.
1892 „ bisetosa, Ude, 1, p. 79, Fig. 5.
1900 „ leydigi, Ude, diese Abhandlung, p. 4.
Verbreitung in der Arktis: Spitzbergen.
Sonstige Verbreitung: Deutschland, Böhmen, Schweiz, Italien.
Fundorte: In humusreicher Erde und unter Moos.
Fridericia callosa (Eisen).
1878 Neoenchytraeus callosus, Eisen, 2, p. 76.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 27, Fig. 21, 39, 64, 65. 1884 Enchytraeus callosus, Vejdovskt, 4, p. 41.
1889 Fridericia callosa, Michaelsen, 3, p. 42.
1900 „ „ Ude, diese Abhandlung, p. 5.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Dicksons Harbour 730 25', Jefremow Kamen 720 40',
Mesenkin 710 20', Dudino 690 15', Werschininskoj 690 5', Potapovskoj 68° 55', Chantoiskoj 68° 5', Troitskoj
14 H. UDE,
65° 45', Surgutskoj 62 ° 50', Vorogova Selo 60 ° 50'), Nowaja Semlja (Matotschkin 73 ° 20', Besimenaja 72 ° 50'), Solowetsk-Insel im Weißen Meere.
Sonstige Verbreitung: Westpreußen (Osche, Schwetz).
Fundorte: Unter Moos, vermodernden Blättern an Bächen und der Rinde vermodernder Buchen.
Fridericia dura (Eisen).
1878 Neoenchytraeus durus, Eisen, 2, p. 77.
1879 „ „ Eisen, 2, p. 28, Fig. 23, 4L 1884 Enchytraeus durus, Levinsen, p. 236.
1884 „ „ Vejdovsky, 4, p. 41.
1889 Fridericia dura, Michaelsen, 3, p. 44.
1900 „ ratseli, Michaelsen, 10, p. 100.
1900 „ dura, Ude, diese Abb.., p. 5.
Verbreitung in der Arktis: Carlsö (Lofot-Inseln 69 °).
Sonstige Verbreitung: Westpreußen (Osche, Schwetz).
Fundorte: Unter vermodernden Pflanzen.
Fridericia ratzeli (Eisen).
1872 Enchytraeus Ratzelii, Eisen, 4, p. 123, Taf. 2, Fig. 8—15.
1878 Neoenchytraeus Ratzelii, Eisen, 2, p. 77.
1879 „ Ratzeli, Eisen, 5, p. 29, Fig. 22. 1884 Enchytraeus Ratzelii, Vejdovsky, 4, p. 41. 1889 Fridericia Ratzelii, Michaelsen, 3, p. 44.
1892 „ „ Ude, 1, p. 82, Fig. 6.
1899 „ Ratzeli, Bretscheb, 2, p. 406.
1900 „ ratzeli, Ude, diese Abb., p. 6.
Verbreitung in der Arktis: Tromsö (Norwegen ög1^0). Sonstige Verbreitung: Deutschland, Schweiz, Italien (Turin). Fundorte: In fettem Erdreich und unter feuchtem Moos.
Gattung: Henlea Mchlsn.
Verbreitung der Gattung: Sibirien, Nowaja Semlja, Waigatsch, ganz Europa, Nord- Amerika (?); Neu-Seeland, Süd-Patagonien, Chile (? verschleppt).
Henlea, dicksoni (Eisen).
1878 Archienchytraeus Dicksonii, Eiseii, 2, p. 70.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 18, Fig. 7, 30, 53. 1889 Henlea Dicksonii, Michaelsen, 3, p. 33.
1892 „ „ Ude, 1, p. 87, Fig. 7, 8.
IS'.»:, „ dicksonii, Ude, 2, p. 120, Taf. 6, Fig. 9.
1899 „ Dicksoni, Bp.etscher, 2, p. 412.
Verbreitung in der Arktis: Nowaja Semlja (Insel Karmakul, Cap Gusinnoj, 72 ° 30').
Sonstige Verbreitung: Deutschland, Schweiz.
Fundorte: Unter feuchtem Moos.
Die arktischen Enchvträiden nnd Lumbriciden.
Henlea nasuta (Eisen).
' 15
1878 Archienchytraeus nasutus, und ? A. affinis, Eisen, 2, p. 72.
1879 „ .. Eisen, 5, p. 20, Fig. 10, 33, 66. 1879 ? „ affinis, Eisen, 5, p. 21, Fig. 11, 52.
1S79 Enchytraeus leptodera, Vejdovskt, 1, p. 55, Taf. 10, 11, Fig. 2—8: Taf. 13, Fig. 15—17. 1884 „ nasutus, Vejdovskt, 4, p. 41.
1884 ? „ affinis, Vejdovskt, 4, p. 41.
1886 „ leptodera, Michaelsen, 2, p. 41.
lss'i „ nasutus, L. Vaillant, p. 274.
1889 Henlea nasuta, Michaelsen, 3, p. 32, Fig. 1. lsvi „ leptodera, Michaelsen, 3, p. 32.
1892 „ „ Ude, 1, p. 89.
1896 „ „ Bretscher, 2, p. 517.
1900 „ nasuta, Michaelsen, 10, p. 69.
Anmerkung: In meiner Arbeit von 1892 hatte ich darauf hingewiesen, daß H. leptodera (Vejd.) und H. nasuta (Eisen) zu vereinigen seien. Dieser Ansicht schließt sich Michaelsen in seinen „Oligochäten" („Das Tierreich") jetzt an, nennt aber die Art H. nasuta (Eisen), da Eisen's Arbeit vor Vejdovsky's Mono- graphie der Enchyträiden erschienen ist. üb mit dieser Art auch Archienchytraeus affinis (Eisen) zu ver- einigen ist, wie das Michaelsen zuerst in seiner Synopsis der Enchyträiden p. 32 (Abh. Ver. Hamburg, 1889) gethan hat, bleibt vorläufig noch zweifelhaft, soll hier jedoch als berechtigt angenommen werden.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Dickson Harbour 73 ° 25', Jefremon Kamen 72 ° 40', Schaitanskoj 71 ° 55', Mesenkin 71 ° 20', Dudino 69" 15', Troitskoj 650 45', Nischnij Imbatsk 650 50', Woro- gowa Selo 6o° 50'). Solowetsk-Insel im Weißen Meere.
Sonstige Verbreitung: Deutschland, Böhmen, Schweiz, Italien (Turin), Frankreich (Nizza).
Fundorte: In Blumentöpfen und Gartenerde, unter faulendem Laub und in vermodernden Baum- stümpfen.
Henlea gemmata (Eisem.
1878 Archienchytraeus gemmatus, Eisen, 2, p. 71.
1879 „ ,. Eisen, 5, p. 19, Fig. 8, 13, 31. 1889 Enchytraeus (A.) „ L. Vaillant, p. 286.
1900 Henlea gemmata, Michaelsen, 10, p. 70.
Verbreitung in der Arktis: Insel Waigatsch (Jugor-Straße 69 ° 40').
Henlea lampas (Eisen).
ls7s Archienchytraeus lampas, Eisen, 2, p. 70. 1879 „ „ Eisen, 5, p. 18, Fig. 6, 49, 50.
1889 Enchytraeus (A.) gemmatus, L. Vaillant, p. 284.
1900 Henlea gemmata, Michaelsen, 10, p. 70.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Dudino am Jenissei 690 15').
Henlea tenella (Eisen).
1878 Archienchytraeus tenellus, Eisen, 2, p. 70.
1879 ,. „ + A. t. var. elongatus, Eisen, 5, p. 17, Taf. 3 und 4, Fig. 5, 28, 48. 1889 Enchytraeus (A.) tenellus, L. Vaillant, p. 283.
1900 Henlea tenella, Miciiaelsen, 1<», p. 70.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Sapotschnoja Korja am Jenissei 710 41'). Solowetsk- Insel im Weißen Meere. Tromsö (in Norwegen 691/, °).
l6 H. ODE,
Henlea ochracea (Eisen).
1878 Archienchytraeus ochraceus, Eisen, 2, p. 71.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 20, Fig. 9, 32, 51. 1889 Enchytraeus (A.) ochraceus, L. Vaillant, p. 273.
1900 Henlea ochracea, Michaelsen, 10, p. 71.
Verbreitung in der Arktis: Nowaja Semlja (Cap Grebeni) und Insel Waigatsch.
Gattung: Marionina Mchlsn.
Verbreitung der Gattung: Bären-Insel, Hebriden, Südspitze von Süd-Amerika, Süd-Georgien, Mittel-Europa.
Marionina ebudensis (Clap.).
1861 Pachydrilus ebudensis, Claparede, 2, p. S5, Taf. 1, Fig. 8.
1889 Marionina ebudensis, Michaelsen, 3, p. 29.
1896 „ „ Ude, 3, p. 20.
1900 „ .. Michaelsen, 10, p. 77.
1900 ., ., Ude, diese Abh., p. 8.
Verbreitung in der Arktis: Bären-Insel.
Sonstige Verbreitung: Hebriden (Insel Skye).
Fundorte: Am Meeresstrande.
Gattung: Ltmibricillus Oerst. (= Pachydrilus Clap.).
Verbreitung der Gattung: Nowaja Semlja, Grönland, ganz Europa, Uruguay, Südspitze von Süd-Amerika, Süd-Georgien.
Lutubricillus nervosus (Eisen).
1878 Archienchytraeus nervosus, Eisen, 2, p. 73.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 23, Fig. 16. 1884 Enchytraeus nervosus, Vejbovsky, 4, p. 41.
1888 Pachydrilus „ Michaelsen, 7, p. 58, Taf. 2, Fig. 3.
1889 Enchytraeus {Archienchytraeus) nervosus, L. Vaillant, p. 286. 1900 LumbriciUus nervosus, Michaelsen, 10, p. 81.
Verbreitung in der Arktis: Nowaja Semlja (Cap Gusinnoj 72 ° IO').
LumbriciUus minutus (Müll.) O. Fabr.
V 1 776 Lumbricus minutus, 0. F. Müller, p. 216.
1780 „ „ 0. Fabkicius, p. 2s 1.
1820 Clitellio minutus, savigny, 1, p. 104. L884 Pachydrilus minutus, Levinsex, p. 231. 1900 LumbriciUus minutus, Michaelsex, 10, p. 82.
Verbreitung in der Arktis: Grönland.
LumbriciUus fossarum (Tauber).
1879 Pachydrilus fossarum, Tauber, p. 71. 1884 „ „ Levinsex, p. 231.
1900 LumbriciUus fossarum, Michaelsen, 10, p. 82. L900 „ .. Ude, diese Abh., p. IC
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. j«
Verbreitung in der Arktis: Bären-Insel. Sonstige Verbreitung: Dänemark (Kopenhagen). Fundort: Am Meeresstrande.
Lumbricilltis henkingi Ude.
1900 Lumbricillus henkingi, Ude, diese Abh., p. 9, Taf. II, Fig. 15 — 18. Verbreitung in der Arktis: Bären-Insel. Fundort: Am Meeresstrande.
Lumbricillus profugus (Eisen).
1872 Enchytraeus pagenstecheri, Eisen, 1, p. 122, Taf. 2, Fig. 1 — 7.
1878 Archienchytraeus profugus, Eisen, 2, p. 73.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 22, Fig. 12, 34, 54. 1884 Pachydrilus profugus, Levinsen, p. 231.
1896 „ nervosus (laps.), [Michaelsen in:] Ude, 3, p. 27, Anmerkung.
1900 Lumbricillus profugus, Michaslsen, 10, p. 83.
Verbreitung in der Arktis: Grönland (Godhavn, Karajak-Station).
Lumbricillus pagenstecheri (Ratz.).
1869 Enchytraeus Pagenstecheri, Ratzel, p. 587, Taf. 42, Fig. 13, 20 b, 21.
1869 ? Pachydrilus Krohnii, Claparede, 1, p. 571.
1877 „ Pagenstecheri, Vejdovskt, 2, p. 298. 1879 ? Enchytraeus Pagenstecheri, Tauber, p. 72.
1879 Pachydrilus Pagenstecheri (part.), Vejdovskt, 1, p. 53.
1886 ? „ limosus, Dieffenbach, p. 106.
1900 Lumbricillus pagenstecheri, Michaelsen, 10, p. 87.
1900 „ „ Ude, diese Abh., p. 9, Taf. I, Fig. 14.
Verbreitung in der Arktis: Spitzbergen.
Sonstige Verbreitung: Deutschland, Böhmen.
Fundorte: An düngerhaltigen Oertlichkeiten.
Gattung: Mesenchytraeus Eisen.
Verbreitung der Gattung: Nordwest-Sibirien, Nowaja Semlja, Spitzbergen, Dänemark, Nord- Deutschland, Schweiz, Nord-Amerika (Pennsylvania, Alaska).
Mesenchytraeus falciformis Eisen.
1878 Mesenchytraeus falciformis, Eisen, 2, p. 68.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 14, Fig. 2, 26, 46. 1884 Enchytraeus falciformis, Vejdovsky, 4, p. 41.
1887 Mesenchytraeus falciformis, Michaelsen, 1, p. 370.
1889 Enchytraeus {Mesenchytraeus) falciformis, L. Vaillant, p. 272.
Verbreitung in der Arktis: Nowaja Semlja (Matotschkin-Straße).
Mesenchytraeus spec. Ude.
1900 Mesenchytraeus spec, Ude, diese Abh., p. 7.
Verbreitung in der Arktis: Spitzbergen.
Fauna Arctica, Bd. II. 3
18 H. UDE,
Mesenchytraeus fenestratus (Eisen).
1878 Neoenchytraeus fenestratus, Eisen, 2, p. 74.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 24, Eig. 17, 35, 55, 56. 1884 Enchytraeus fenestratus, Vejdovsky, 4, p. 41.
1884 Analycus glandulosus, Levinsen, p. 232.
1889 Mesenchytraeus fenestratus, Michaelsex, 3, p. 17.
1889 Enchytraeus {Neoenchytraeus) fenestratus, L. Vaillant, p. 266.
1889 Pachydrilus glandulosus, L. Vaillant, p. 245.
1900 Mesenchytraeus fenestratus, Michaelsen, 10, p. 85.
Verbreitung in der Arktis: Nord-Sibirien (Jalmal 720 20').
Sonstige Verbreitung: Dänemark.
Fundort: Unter Moos.
Mesenchytraeus primaevus Eisen.
1878 Mesenchytraeus primaevus, Eisen, 2, p. 68.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 12, Fig. 1, 24, 42. 1884 Enchytraeus primaevus, Vejdovsky, 4, p. 41.
1887 Mesenchytraeus primaevus, Michaelsen, 1, p. 370.
1889 Enchytraeus {Mesenchytraeus) primaevus, L. Vaillant, p. 269.
Verbreitung in der Arktis: Nord-Sibirien (Intsarevo 62 °, Melnitschnij 65 ° 17', Krestowskoj
72 ° 15' am Jenissei), Nowaja Semlja (Möller 72 ° 25', Matotschkin 73 ° 25').
Mesenchytraeus mirabilis Eisen.
1878 Mesenchytraeus mirabilis, Eisen, 2, p. 68.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 13, Fig. 3, 25, 43—45. 1884 Enchytraeus mirabilis, Vejdovsky, 4, p. 41.
1887 Mesenchytraeus mirabilis, Michaelsen, 1, p. 370, Taf. 21, Fig. 3. 1889 Enchytraeus {Mesenchytraeus) mirabilis, L. Vaillant, p. 268.
Verbreitung in der Arktis: Nord-Sibirien (Mesenkin am Jenissei 710 20').
Mesenchytraeus solifugtis (Emery).
1898 Melanenchytraeus spec, Emery, 2, p. 21.
1898 „ solifugus, Emery, 1, p. 110.
1899 Mesenchytraeus solifugus, J. P. Moore, p. 125, Taf. 7, Fig. 1—8.
Verbreitung in der Arktis: Alaska (Berg St. Elias).
Wenig bekannte oder zweifelhafte Arten.
Mesenchytraeus niveus J. P. Moore.
1899 Mesenchytraeus nivus, J. P. Moore, p. 130.
1900 „ niveus, Michaelsen, 10, p. 87.
Verbreitung in der Arktis: Alaska (Berg St. Elias).
Archienchytraeus levinseni Eisen.
1878 Archienchytraeus Levinsenii, Eisen, 2, p. 69.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 16, Fig. 4, 27, 47. 1889 Enchytraeus {A.) Levinsenii, L. Vaillant, p. 282.
Verbreitung: Süd-Sibirien (zwischen Tomsk und Krasnojarsk).
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. Ig
Archienchytraeus albimaris Obnorsky.
1895 Archienchytraeus albimaris, Obnorsky, Compt. rend. seances Soc. Imp. Nat. St. Petersb., No. 6, p. 11, 24. Verbreitung in der Arktis: Solowetsk-Insel (Weißes Meer).
Echinodriltis multispinus (Grube).
1851 Lumbricus multispinus, Gbube, p. 19, Taf. 2, Fig. 4, 4 a. 1868 Echinodrilus multispinus, L. Vaillant, p. 254.
Verbreitung: Sibirien.
Um die Beziehungen zwischen der geographischen Verbreitung der Enchyträiden der Arktis und derjenigen der Subarktis und Subantarktis feststellen zu können, bringe ich eine Zusammenstellung aller Arten dieser Familie, wobei ich die weniger bekannten oder unsicheren Species unberücksichtigt lassen will. Bemerkt sei noch, daß aus dem antarktischen Gebiete bisher keine Enchyträiden bekannt geworden sind. Der Tabelle ist das Oligochäten-Werk von Michaelsen (io) zu Grunde gelegt.
Unsere Kenntnisse über die geographische Verbreitung sind, wie auch die umstehende Zusammenstellung erkennen läßt, noch recht lückenhaft. Eingehender erforscht sind bisher nur die europäisch-asiatischen Gebiete der Arktis, dann England, Dänemark, Nord-Deutschland, Böhmen, Schweiz, Nord-Italien, wenige Gegenden der östlichen Vereinigten Staaten von Nord-Amerika und das südliche Süd-Amerika ; dazu kommen einige vereinzelte Fundorte. Dagegen sind das arktische Nord-Amerika und die ganzen Tropen unbekannt. Wenn ich trotzdem aus der Tabelle einige allgemeinere Schlüsse ziehe, so kann das nur unter allem Vor- behalt bezüglich der Richtigkeit geschehen. Es ist ja auch nicht zu bezweifeln, daß bei fortgesetzten Forschungen noch manche Formen gefunden werden, die vielleicht schon durch ihre systematische Stellung und verwandtschaftlichen Beziehungen geeignet sind, ein ganz anderes Bild zu liefern.
Von den folgenden Betrachtungen schließe ich alle jene Gattungen aus , die bisher nur in der Subarktis gefunden sind. Sie geben uns vorläufig keine sicheren Anhaltspunkte, um aus ihrer Verbreitung Schlüsse von allgemeinerer Bedeutung ziehen zu können, falls es sich nicht herausstellt, daß sie in der Subarktis endemisch sind. Dahin gehören die Gattungen: Bryodrilus, Bucltholzia, Stercutus, Chirodrilus, Distichopus und Achaeta.
In der Arktis ist besonders reich vertreten die Gattung Henlea; denn von den bekannten Q Arten dieses Genus sind nicht weniger als 6 in den arktischen Gebieten Europas und Asiens gefunden und von diesen sind wiederum 4 Species rein arktisch, während 2 Arten auch in subarktischen Gebieten Europas verbreitet sind. Von den 3 übrigen Species des subarktischen Europas kommt eine Art, nämlich H. ventri- culosa, auch im subarktischen Nord-Amerika und — vielleicht durch Verschleppung — auch im südlichen Süd- Amerika, sowie auf Neu -Seeland vor. Lassen wir diese Fundorte unberücksichtigt, so läßt sich vielleicht in der Verbreitung von H. ventriculosa — Kirgisen-Steppe, Central-Europa (Deutschland, Dänemark, Belgien, Böhmen, Schweiz, Italien), Nord-Amerika (Philadelphia) — eine Cirkumpolarität erkennen.
Von den 13 Arten der Gattung Marionina ist in der Arktis bisher nur 1 Art (M. ebudensis), die zugleich subarktisch ist, gefunden. Dagegen ist diese Gattung im subarktischen Gebiete von Süd-Amerika durch 4 Arten (nämlich M. singula, exigua, georgiana, insignis) vertreten, die auf diesen Bezirk beschränkt zu sein scheinen. Uebrigens sind 9 Species aus dem subarktischen Europa bekannt. Im Vergleich zu den gemäßigten Ländern scheint die Arktis arm an Arten dieser Gattung zu sein.
3*
|
20 |
H. UDE, |
||||||
|
u H 03 |
J3 U S u tu J3 ■3 Vi |
J3 ü 3 Im <n es a « |
Asien |
Europa |
Nord-Amerika |
Süd-Amerika |
|
|
+ + |
Mähren |
||||||
|
+ |
Nowaja Semlja |
Deutschland, Schweiz |
— |
|
|||
|
rosai Bretscher |
+ + |
Schweiz |
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|
+ |
Sibirien |
Solowetsk-Insel im Weißen Meer, |
z |
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|
Dänemark, Deutschland, Böhmen, |
|||||||
|
Nord-Italien, Frankreich |
|||||||
|
„ ventriculosa (Udek.)1) . . . . |
+ |
Kirgisen-Steppe |
Dänemark, Deutschland, Belgien, Böhmen, Schweiz, Italien |
Philadelphia |
Chile, Süd-Patagonien (verschleppt) |
||
|
„ gemmata (Eisen) |
+ |
Insel Waigatsch |
— |
— |
|||
|
„ lampas (Eisen) |
+ |
Sibirien — |
— |
— |
|||
|
„ tenella (Eisen) |
+ |
Sibirien Solowetsk-Insel, Tromsö |
— |
— |
|||
|
„ ochracea (Eisen) |
+ |
Nowaja SemljaJ — |
— |
— |
|||
|
Bryodrihis ehlersi Ude |
+ |
— Deutschland |
— |
— |
|||
|
Buchholxia appendiculala (Buchh.) . . |
+ |
Dänemark, Deutschland, Böhmen, |
— |
— |
|||
|
Schweiz. Nord-Italien |
|||||||
|
„ fallax Mchlsn |
+ |
— |
Deutschland (Hamburg) |
— |
— |
||
|
Marionina sphagnetorum (Vejd.) . . . |
+ |
— |
Deutschland |
— . |
— |
||
|
„ glandulosa (Mchlsn.) . . . |
+ |
— |
Deutschland |
— |
— |
||
|
„ arenaria (Mchlsn.) . . . |
+ |
— |
Deutschland |
— |
— |
||
|
„ singula Ude |
+ |
— |
— |
Süd-Feuerland |
|||
|
„ crassa (Clap.) |
+ |
— |
Hebriden |
— |
|
||
|
„ exigua Ude |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Feuerland |
||
|
„ semifusca (Clap ) . . . . |
+ |
— |
Hebriden |
— |
|
||
|
i) georgiana (Mchlsn.) . . . |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Georgien |
||
|
„ insignis UDE |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Patagonien |
||
|
„ riparia Bretscher . . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
|
||
|
„ ebudensis (Clap.) .... |
+ |
+ |
|
Hebriden, Bären-Insel |
— |
|
|
|
„ angulata (Bretscher) . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
|
||
|
„ lobata (Bretscher) . . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
|
||
|
Lwnbricillus litoreus (Hesse) .... |
+ |
— |
Italien (Neapel) |
— |
|
||
|
„ subterraneus (Vejd.) . . |
+ |
— |
Frankreich, Böhmen |
— |
|
||
|
„ lineatus (MÜLL.) .... |
+ |
— |
Dänemark, Deutschland |
— |
— |
||
|
„ verrucosus (Clap.) . . . |
+ |
+ |
— |
Hebriden, Schweiz |
— |
Feuerland |
|
|
„ tenuis (Ude) |
+ |
— |
— |
— |
Uruguay |
||
|
„ maximus (Mchlsn.) . . |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Georgien |
||
|
„ nervosus (Eisen) .... |
+ |
Nowaja Semlja |
Spitzbergen |
— |
— |
||
|
„ americanus (Ude) . . . |
+ |
— |
— |
— |
Uruguay |
||
|
„ maritimus (Ude). . . . |
• |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Feuerland |
|
|
„ fossarum (Tauber) . . . |
+ |
+ |
— |
Dänemark, Bären-Insel |
— |
— |
|
|
„ parvus (Ude) |
+ |
— |
— |
— |
Süd -Feuerland, Süd- Patagonien |
||
|
„ insularis (Ude) .... |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Patagonien |
||
|
„ minutus (Müll.) O. Fabr. |
+ |
— |
— |
Grönland |
— |
||
|
„ profitgus (Eisen) .... |
+ |
— |
— |
Grönland |
— |
||
|
„ pagenstecheri (Ratz.) . . |
+ |
+ |
— |
Deutschland, Böhmen, Dänemark?, Schweiz?, Spitzbergen |
— |
— |
|
|
„ maculatus (Bretscher) . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
„ henkingi Ude |
+ |
— |
Bären- Insel |
— |
|
||
|
Stereutus niveus |
+ |
— |
Deutschland |
|
|
||
|
Mesenehytraeus falciformis Eisen . . |
+ |
Nowaja Semlja |
— |
— |
— |
||
|
„ fenestratus (Eisen) . . |
+ |
+ |
Nord-Sibirien |
Dänemark |
— |
— |
|
|
„ flavidus Mchlsn. . . . |
+ |
— |
Deutschland |
— |
— |
||
|
„ setosus Mchlsn. . . . |
+ |
— |
Deutschland |
— |
|
||
|
„ flavus (Levins.) . . . |
f |
— |
Dänemark |
— |
— |
||
|
„ beumeri (Mchln.) . . . |
+ |
— |
Deutschland |
Philadelphia? |
— |
||
|
„ primaevus Eisen . . . |
+ |
Nord-Sibirien Vowaja Semlja |
i) Verschleppt nach Neu-Seeland.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden.
21
|
o 'S) u |
o Gfl ■a u « 3 |
o CA a |
Asien |
Europa |
Nord-Amerika |
Süd-Amerika |
|
|
Mesenchytraeus mirabiiis Eisen . . . |
+ |
Nord-Sibirien |
|||||
|
„ spec. Ude |
+ |
— |
Spitzbergen |
— |
— |
||
|
„ solifugus (Emery) . . |
+ |
— |
— |
Alaska |
— |
||
|
„ niveusl J. P. Moore . |
+ |
. |
— |
— |
Alaska |
— |
|
|
„ armatus (Levins.) . . |
+ |
— |
Dänemark |
— |
— |
||
|
„ montanus Bretscher . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
Chirodrilus larviformis Verril . . . |
+ |
— |
— |
Lake Superior (31—108 m tief) |
— |
||
|
„ abyssorum ....... |
+ |
— |
— |
Lake Superior (89—299 m tief) |
— |
||
|
Enchytraeus albidus Henle .... |
+ |
+ |
+ |
Nowaja Semlja |
Solowetsk-Insel, Dänemark, Deutsch- land, Böhmen, Schweiz, Bären-Insel |
Grönland, Massachusets |
Uruguay, Süd -Pata- gonien, Feuerland |
|
„ hyalinm (Eisen) .... |
+ |
Nowaja Semlja |
— |
— |
— |
||
|
,, buchholxi Vejd |
+ |
+ |
— |
Dänemark, Deutschland, Böhmen, Nord-Italien |
— |
Süd -Brasilien, Süd- Patagonien |
|
|
„ urgentem Mchlsn. . . . |
+ |
— |
Deutschland, England? |
— |
— |
||
|
„ monochaetus Mchlsn. . . |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Georgien |
||
|
„ litteratus (Hesse) . . . |
+ |
— |
Italien (Neapel) |
— |
— |
||
|
„ spiculm Leuck |
+ |
— |
Deutschland |
— |
— |
||
|
„ adriaticus Vejd |
+ |
— |
Oesterreichisches Küstenland (Triest) |
— |
— |
||
|
„ petlueidus Friend . . • |
+ |
— |
England |
— |
— |
||
|
„ affinis Levins. . . . • |
+ |
- |
Dänemark, Deutschland (Baden)? |
— |
— |
||
|
„ minimus Bretscher . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— . |
||
|
„ turicensis BRETSCHER . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
Miehaelsena subtilis Ude |
+ |
— |
— |
— |
Süd-Patagonien, Süd- Feuerland |
||
|
Friderieia alpina Bretscher .... |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
„ alba J. P. Moore .... |
+ |
— |
— |
Pennsylvania |
— |
||
|
„ bulbosa (Rosa) |
+ |
— |
Deutschland, Schweiz, Italien |
Pennsylvania |
— |
||
|
„ striata (Levins.) |
+ |
+ |
— |
Dänemark, Deutschland, Schweiz |
— |
Chile, Uruguay |
|
|
„ bisetosa (Levins.) .... |
+ |
— |
Dänemark, Deutschland, Böhmen, Galizien, Nord-Italien |
— |
— |
||
|
„ magna Friend |
+ |
— |
England |
— |
— |
||
|
„ agricola J. P. MOORE . . . |
+ |
— |
England |
Pennsylvania |
— |
||
|
„ leydigi (Vejd.) |
+ |
+ |
Spitzbergen, Deutschland, Böhmen, Schweiz, Nord-Italien |
— |
— |
||
|
„ Helvetica Bretscher . . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
„ perrieri (Vejd.) |
+ |
— |
Dänemark, Deutschland, Böhmen, Schweiz, Nord-Italien |
— |
— |
||
|
„ lobifera (Vejd.) |
+ |
— |
Böhmen, Galizien |
— |
— |
||
|
„ callosa (Eisen) |
+ |
+ |
Sibirien, Nowaja Semlja |
Solowetsk-Insel, Westpreußen |
— |
— |
|
|
„ oligosetosa Nusb |
+ |
— |
Galizien |
— |
— |
||
|
„ longa J. P. MOORE .... |
+ |
— |
— |
Pennsylvania |
— |
||
|
„ agilis Frank Sm |
+ |
— |
Illinois |
— |
|||
|
„ ratxeli (EISEN) |
+ |
+ |
— |
Norwegen (Tromsö, Carlsö), Deutsch- land, Schweiz, Nord-Italien |
— |
— |
|
|
,, dura (Eisen) |
+ |
+ |
— |
Norwegen (Carlsö), Westpreußen |
— |
— |
|
|
„ michaelseni Bretscher . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
„ lacustris BRETSCHER . . . |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
„ udei Bretscher .... |
+ |
— |
Schweiz |
— |
— |
||
|
„ galba (Hoffmstr.) *) . . . |
+ |
— |
Dänemark, Belgien, Deutschland, Böh- |
— |
— |
||
|
men, Galizien, Schweiz, Nord-Italien |
|||||||
|
„ hegemon (Vejd.) |
+ |
— |
Deutschland, Böhmen |
— |
— |
||
|
Distichopus silvestris Leidy ..... |
+ |
— |
— |
Pennsylvania |
— |
||
|
Achaeta eiseni Vejd |
+ |
— |
Deutschland, Böhmen |
— |
— |
||
|
„ bohemica (VEJD.) |
+ |
— |
Deutschland, Böhmen |
— |
— |
||
|
„ cameranoi (COGNETTl) . . . |
+ |
. |
— |
Nord-Italien |
— |
— |
1) Neu-Seeland ?
22 H. UDE,
Anders verhält es sich mit der Gattung Lumbricillus. Von den bekannten 17 Arten sind 6 in der Arktis gefunden, von denen 4 auf dieses Gebiet beschränkt sind, 7 leben im subarktischen Europa, 7 im südlichen Süd-Amerika, von welch letzteren 6 Species diesem Gebiete eigen sind. Die Arten dieser Gattung sind also ziemlich gleichmäßig verteilt. Das ist erklärlich, wenn wir berücksichtigen, daß diese Tiere vor- wiegend am Gezeitenstrande leben, also unter ähnlichen Bedingungen in den verschiedensten Gegenden. Wir dürfen daher erwarten, daß diese Gattung auch in tropischen Gebieten verbreitet ist.
Die Gattung Mesenchytraeus umfaßt 12 Arten. Von diesen sind 7 subarktisch und von letzteren wiederum I gleichzeitig arktisch ; außerdem kommen 3 Arten und eine unbestimmte Form (von Spitzbergen) in der europäischen und 2 Species in der nordamerikanischen Arktis vor. Eine aus Brasilien beschriebene Art (M. brasiliensis Cognetti) ist jedenfalls kein Mesenchytraeus, eher ein Enchytraeus. Im südlichen Süd- Amerika ist diese Gattung nicht vertreten. Es findet sich dieses Genus also nur im arktischen und borealen Europa und Amerika. Interessant ist die Verbreitung dieser Art in der Arktis : sie ist gefunden auf Spitz- bergen, Nowaja Semlja, Sibirien und Alaska. Vielleicht besitzt also dieses Geschlecht cirkumpolare Verbreitung.
Von den 12 Arten der Gattung Enchytraeus sind 10 Bewohner der Subarktis und von diesen kommt E. albidus weit verbreitet sowohl in der Arktis (Nowaja Semlja, Solowetsk-Insel , Bären-Insel, Grönland) als auch im südlichen Süd-Amerika (Uruguay, Süd-Patagonien, Feuerland) vor. Eine andere subarktische Art, E. buchhohi, ist auch im südlichen Süd-Amerika angetroffen. Beschränkt in der Verbreitung auf die Arktis ist E. hyalinus, auf das südliche Süd-Amerika E. monochaetus von Süd-Georgien. Charakteristisch für diese Gattung ist also das Vorkommen von endemischen Arten in der Arktis, der europäischen Subarktis und dem südlichen Süd-Amerika. Wir dürfen wohl aus dieser Erscheinung den Schluß ziehen, daß dies Genus von jeher gleichmäßig über die Erde verbreitet gewesen ist — vorausgesetzt, daß es auch in den Tropen vorkommt — , daß es aber dann in den verschiedenen Bezirken und unter veränderten äußeren Bedingungen zur Entwickelung charakteristischer Arten gekommen ist.
In meiner Arbeit (3) über die Enchyträiden des südlichen Süd-Amerikas habe ich unter dem Namen Michaelsena subtilis eine Art beschrieben, die sich dadurch auszeichnet, daß nur die Segmente 4, 5 und 6 je 2 ventrale, aus 2 Borsten bestehende Bündel besitzen, während sonst weder Borsten noch Borstendrüsen- sacke auftreten. Der übrigen Organisation nach schließt sich diese Art der Gattung Enchytraeus an und es würde gewisse Berechtigung haben, sie diesem Genus zuzuzählen. In diesem Falle würde M. subtilis nur eine Weiterentwickelung von E. monochaetus (mit je 1 Borste in jedem Bündel) bedeuten. Das südliche Süd-Amerika besitzt dann 2 Arten des Genus Enchytraeus, deren Borstenbündel eine Rückbildung erlitten haben. Erwähnt sei noch, daß das subarktische Genus Achaeta ähnliche Verhältnisse zeigt.
Schließlich haben wir noch die geographische Verbreitung der artenreichen Gattung Fridericia zu erläutern. Alle 22 Arten sind Bewohner des subarktischen Gebietes von Europa und Nord-Amerika. Von diesen kommen 4 Species auch in der Arktis und eine im südlichen Süd-Amerika vor. Wir dürfen wohl behaupten, daß Fridericia eine ausgesprochen subarktische Gattung ist.
Aus diesen Erörterungen über die geographische Verbreitung der Enchyträiden ergeben sich einige Thatsachen von allgemeiner Bedeutung:
1) Die bis jetzt bekannten Enchyträiden sind Bewohner der arktischen, subarktischen und subant- arktischen Gebiete. Daß auch in der Antarktis und den Tropen endemische Arten vorkommen, ist wohl nicht zu bezweifeln, indes bislang nicht erwiesen.
2) Die arktischen, subarktischen und subantarktischen Gebiete besitzen gleiche Gattungen: die Gattung Lumbricillus ist den Gebieten in annähernd gleicher Artenzahl gemeinsam ; das Genus Enchytraeus
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. 23
ist vorwiegend subarktisch, aber auch in den übrigen Gebieten durch endemische Arten vertreten ; die Gattung Marionina ist vorwiegend den subarktischen und den subantarktischen Gebieten eigen, fehlt aber auch nicht in der Arktis.
3) Die arktischen und subantarktischen Gebiete unterscheiden sich durch das Vorkommen bezw. Fehlen von subarktischen Gattungen : die Arktis ist reich an Arten der Gattungen Henlea und Mesenchy- traeus; in dem subantarktischen Gebiete fehlen dieselben.
4) Die Gattung Fridericia ist vorwiegend subarktisch, kommt aber auch in der Arktis vor, ohne freilich dort eigene Formen aufzuweisen.
5) Die Gattungen Mesenchytraeus und vielleicht auch Henlea (vergl. H. ventriculosa [Udek.]) lassen in ihrer Verbreitung Cirkumpolarität vermuten.
Familie: Lumbricidae.
Gattung: JJwmbricus L., em. Eisen.
Verbreitung der Gattung: Süd- und Nordwest-Sibirien, ganz Europa, Island, ganz Nord- Amerika, St. Helena, Nikobaren, Neu-Seeland, Chatham-Insel. Einzelne Arten sind durch Verschleppung weit verbreitet.
Lumbricus rubellus Hoffmstr.
1843 Lumbricus rubellus, Hoffmeister, 2, p. 187, Taf. 9, Fig. 2.
1845 „ „ Hoffmeister, 1, p. 21, Fig. 2 a, b.
1877 „ campestris (part.), F. W. Hütton, 1, p. 351, Taf. 15, Fig. B.
1881 Enterion rubellum var. parvum -\- E. r. var. magnum, Oerley, 2, p. 588, 589.
1883 Digaster campestris (part.), F. W. Hutton, 2, p. 586.
1884 Lumbricus rubellus, Rosa, 2, p. 17.
1887 Eudrilus campestris (part.), W. W. Smith, 1, p. 137.
1889 Lumbricus (L.) rubellus, L. Vaillant, p. 126.
1892 „ rubellus var. curticaudatus, Friend, p. 312.
1894 Allolobophora rubellus, W. W. Smith, 2, p. 117.
1896 Lumbricus rubellus, Ribaucourt, p. 7, Taf. 1, Fig. 1, 2.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Lena-Mündung).
Sonstige Verbreitung: Sibirien (Gebiet des Baikal-Sees), Europa (von Rußland, Norwegen und England bis Rumänien, Rumelien, Ungarn, Italien, Frankreich und den Balearen), Island, Nord-Amerika (Neu-Fundland, Oregon, Californien), Nikobaren, Neu-Seeland, Chatham-Insel.
Lumbricus castaneus (Sav.).
1826 Enterium castaneum -+- E. pumilum, Savigny, 2, p. 180, 181.
1837 Lumbricus castaneus, Ant. Duges, p. 17, 22.
1851 ? „ triannularis, Grübe, p. 18, Taf. 2, Fig. 3, 3 a, 3 b.
1865 ? „ minor, Johnston, p. 59.
1867 „ josephinae, Kinberg, p. 98.
1871 „ purpureus, Eisen, 6, p. 956, Taf. 11, Fig. 3; Taf. 15, Fig. 34—41.
1881 Enterion purpureum, Lumbricus purpureus, Oerley, p. 588, 590.
1889 Lumbricus (L.) castaneus -f- L. (L.) purpureus -f- L. (L.) triannularis, L. Vaillant, p. 124, 127, 129.
1894 ? Allolobophora pur pur ea, W. W. Smith, 2, p. 117.
1896 Lumbricus castaneus -j- var. L. morelli + var. L. perrieri, Ribaucourt, p. 10, Taf. 1, Fig. 3; p. 13, Taf. 1, Fig. 4; p. 14, Taf. 1, Fig. 5.
Verbreitung in der Arktis: Island, Sibirien (Fluß Boganida?).
24 H. UDE,
Sonstige Verbreitung: Europa (von Polen, Norwegen und England bis Ungarn, Italien und Frankreich), Faröer-Inseln, Nord-Amerika (Neu-England, Canada).
Gattung: Eisenia Malm, em. Mchlsn.
Verbreitung der Gattung: Sibirien, Palästina, Syrien, Armenien, ganz Europa, Nord-Carolina, Georgia. Einige Formen sind durch Verschleppung fast kosmopolitisch geworden.
Eisenia nordenskiöldi (Eisen).
1879 Allolobophora Nordenskiöldü, Eisen, 5, p. 6, Fig. 14.
1889 Lumbricus (Allobophora) Nordenskiöldü, L. Vaillant, p. 146.
1889 ? Allolobophora foetida (part.), Kulagin, p. 185.
1893 „ (Notogamal) Nordenskiöldü, Rosa, 1, p. 424, 431.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Markowa am Anadyr, Worogowa Selo 6o° 50', Aninskoj 630 30', Baklanowskij 640 25', südlich von Troitskoj 650 45', südlich von Werschininskoj 68° 45', Dudino 690 15', Insel Sapotschnoi 700 5', Insel Briochowskij 700 39', Schaitanskoj 71 ° 55'), Insel Waigatsch (Cap Grebenij 69 ° 45').
Sonstige Verbreitung: Schweden, Krym (Gebirge Jaila)?
Eisenia rosea (Sav.).
1826 Enterion roseum, Savigny, 2, p. 182.
1837 Lumbricus roseus, Ant. Di:ges, p. 17, 20.
1874 Allolobophora mucosa, Eisen, 4, p. 47, Taf. 12, Fig. 7—10.
1875 Lumbricus aquatilis, Vejdovsky, 3, p. 199. 1879 Allolobophora mucosa, Eisen, 5, p. 5. 1879 Lumbricus mucosus, Tauber, p. 68.
1884 Allolobophora mucosa, Rosa, 2, p. 33.
1884 „ carnea, Vejdovsky, 4, p. 61.
1885 „ aquatilis, Oerley, 1, p. 24.
1889 Lumbricus (Allolobophora) carneus + L. (A.) roseus, L. Vaillant, p. 136, 137.
1893 Allolobophora (Notogama) rosea, Rosa, 1, p. 424, 427.
1896 „ danieli rosai, Ribaucourt, p. 39, Taf. 1, Fig. 20.
1900 Eisenia rosea, Michaelsen, 10, p. 478.
Verbreitung in der Arktis: (Worogowa Selo 6o° 50', Werschininskoj 68° 45').
Sonstige Verbreitung: Palästina, Syrien, ganz Europa, Aegypten (Kairo), Marokko (Rabat), Canarische Inseln, Nord-Amerika (von Canada und Californien bis Mexico), Chile, Argentinien, Süd- Brasilien, Neu-Seeland. — Vielfach verschleppte Form.
Gattung: Helodrilus Hoffmstr., em. Mchlsn.
Verbreitung der Gattung: Nord-, Mittel- und West-Asien (südlich bis nachJapan, bis an den Baikal-See und den Persischen Golf), Europa, Nord-Afrika, Nord- und Central-Amerika. — Viele Arten durch Verschleppung nahezu kosmopolitisch.
Helodrilus rubidus (Sav.).
1826 Enterion rubidum, Savigny, 2, p. 182.
1837 Lumbricus rubidus, Ant. Duges, p. 17, 23, Taf. 1, Fig. 9.
1845 „ puter (part.), Hoffmeister, p. 33, Fig. 6 a — c.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. 25
1874 ? ÄUolobophora arborea, Eisen, 4, p. 49, Taf. 12, Fig. 6, 11.
1874 ? „ tenuis, Eisen, 3, p. 44, Taf. 2, Fig. 1—4.
1879 „ „ Eisen, 5, p. 7.
1890 „ putris forma arborea, Michaelsen, 4, p. 49.
1890 „ subrubicunda forma arborea (part.), Michaelsen, 5, p. 15.
1900 Helodrilus (Dendrobaena) rubidus, Michaelsen, 10, p. 490.
Verbreitung in der Arktis: Island.
Sonstige Verbreitung: Deutschland, Frankreich, Schweiz, Sibirien (Gebiet des Baikal-Sees),
Nord- Amerika?, Hawaii?.
Helodrilus octaedrus (Sav.).
1826 Enterion octaedrum, Savigny, 2, p. 183.
1837 Lumbricus octaedrus, Ant. Duges, p. 17, 24, 35, Taf. 1, Fig. 10.
1871 „ puter (part), Eisen, 6, p. 959.
1^74 Dendrobaena Boeckii, Eisen, 4, p. 53, Taf. 12, Fig. 5.
1882 „ Camerani, Rosa, 5, p. 172.
1884 ÄUolobophora Boeckii, Rosa, 2, p. 48.
1884 Dendrobaena rubida, Vejdovsky, 4, p. 60.
1887 ÄUolobophora octaedra, Rosa, 4, p. 2.
1893 ,, (Dendrobaena) octaedra, Rosa, 1, p. 424, 437.
1900 Helodrilus (Dendrobaena) octaedrus, Michaelsen, 10, p. 494.
Verbreitung in der Arktis: Sibirien (Surgatskoj 62 ° 50'), Nowaja Semlja (Matotschkin-Straße 730 20'), Island, Grönland.
Sonstige Verbreitung: Sibirien (zwischen Tomsk und Krasnojarsk 55 °), Europa (von Norwegen und Rußland bis Ungarn, Kärnten, Piemont, Frankreich und Portugal), Nord-Amerika (Neu-Fundland, Mexiko).
Helodrilus norvegicus (Eisen).
1874 ÄUolobophora norvegica, Eisen, 4, p. 48.
1877 Eisenia norvegica, Malm, Oefv. Hortik, Förh. Göteborg, Bd. I, p. 45.
1884 Lumbricus norvegicus, Levin.sen, p. 243.
1889 „ (Allobophora) norvegicus, L. Vaillant, p. 143.
1900 Helodrilus norvegicus, Michaelsen, 10, p. 504.
Verbreitung in der Arktis: Tromsö in Norwegen.
Aus der obigen Zusammenstellung ergiebt sich, daß alle in der Arktis bisher gefundenen Regen- würmer der Familie Lumbricidae angehören, während die Familien Moniligastridae , Megascölecidae und Glossoscolecidae fehlen. Auf die Arktis beschränkt sind nur 2 Arten, nämlich Eisenia nordenskiöldi (Eisen) und Helodrilus norvegicus (Eisen).
Um die geographischen Beziehungen derselben zu ermitteln und klar darzustellen, will ich die bisher bekannten Arten aus der Familie Lumbricidae nach Michaelsen's Oligochätenwerk (10) tabellarisch ordnen. — Nun wissen wir aber aus den Untersuchungen von Michaelsen , Beddard u. a., daß gerade diese Familie eine Anzahl europäischer Arten umfaßt, die heutigen Tages fast kosmopolitisch sind, und daß diese außerordentlich weite Verbreitung zweifelsohne auf Verschleppung durch den Weltverkehr der Menschen zurückzuführen ist. Diese Formen habe ich zunächst in einer besonderen Tabelle zusammengestellt und zwar so, daß als Ausgangspunkt der Verbreitung Asien genommen ist; daran schließen sich dann der Reihe nach an: Nordküste von Afrika, Europa, Inseln des Atlantischen Oceans und Nord- und Central- Amerika ; in einer letzten Rubrik werden alle übrigen Fundorte aufgeführt, in denen keine endemischen Arten aus der Familie Lumbricidae bekannt geworden sind.
Fauna Arctlca, Bd. II. 4
26
H. UDE,
Asien
Nordküste
von
Afrika
Europa
Inseln des Nord- und Atlantischen Central- Oceans Amerika
Sonstige Fundorte
Eisen iella tetraedra (Sav.) + 7 Unterarten
Eisenia foetida (Sav.)
Eisenia veneta (Rosa) + 2 Varietäten
Eisenia rosea (Sav.)
Helodrilus (A.) ealiginosus (Sav.)
Helodrilus (A.) ehloroticus (Sav.)
Helodrilus (D.) rubidus var. subrnbicunda (Ei- sen)
Helodrilus (D.) octaedrus (Sav.)
Helodrilus (B.) constrictus (Rosa)
Octolasium lacteum(OKR- LEY)
Lumbrieus rubellus HOFF- MSTR.
Lumbrieus castcineus (Sav.)
Lumbrieus terrestris L.
Syrien, Palästina
Von Japan über
Sibirien bis nach Armenien
Armenien,
Syrien,
Palästina,
Krym
Sibirien,
Syrien,
Palästina
Japan, China, Persien, Syrien, Palästina, Sinai- Halbinsel
Syrien
Süd-Sibirien
Sibirien, Nowaja Semlja
Kairo, Marokko
von
Aegypten
bis Marokko
Sibirien (Lena- Mündung und Gebiet des Baikal-Sees)
Sibirien (Fluß Boganida)?
Sibirien?
Algerien (Atlas östl. von Algier)
von Ungarn, Polen und
Norwegen bis Italien und
Portugal
ganz Europa
Deutschland, Oester- reich, Italien (Venetien), Schweiz, Portugal, Irland
ganz Europa
ganz Europa [H ealiginosus (typieus) (Sav.) vorherrschend in Nord-Europa bis Nord- Italien, H. e. trapexoides (Ant. Dug.) vorherrschend im Mittelmeer-Gebiet]
ganz Europa
ganz Europa
von Norwegen und Ruß- land bis Ungarn, Kärn- ten, Piemont, Frankreich und Portugal
Süd-Rußland (Mariupol),
Italien (Umbrien, Pie- mont), Kroatien, Steier- mark, Nieder-Oester- reich, Deutschland, England
Mittel-Europa (West- und
Süd-Rußland, Rumänien,
Deutschland, England,
Frankreich, Spanien,
Schweiz, Italien, Oester-
reich- Ungarn)
von Rußland, Norwegen und England bis Rumä- nien, Rumelien, Ungarn, Italien, Frankreich und den Balearen
von Polen, Norwegen
und England bis Ungarn,
Italien und Frankreich
ganz Europa
Azoren, Canada , Penn- Canarische sylvania, Cali- Inseln fornien
Azoren, Bermudas,
Madeira,
Canarische
Inseln
Canarische Inseln
Azoren,
Madeira,
Canarische
Inseln
Azoren, Bermudas,
Madeira,
Canarische
Inseln
Azoren
Island
Azoren
Island
Faröer- Inseln, Island
Azoren
ganz Nord-
und Central-
Amerika
Californien
von Canada u. Californien bis Mexico
ganz Nord- Amerika
ganz Nord- Amerika
Neu-Fundland, Californien
Grönland,
Neu-Fundland,
Mexico
Pennsylvania, Vancouver, Californien,
Mexico, Gua- temala
Illinois, Mexico
Neu-Fundland, Oregon, Cali- fornien
Neu-England, Canada
Neu-England, Neu-Fundland, Massachusetts, Illinois, Mexico
Chile, Capland, Neu-Süd- Wales, Neu-Seeland; vielfach verschleppt
Süd-Amerika (Columbia, Chile, Argentinien, Bra- silien), Capland, Niko- baren, Australien, Neu- Seeland, Hawaii ; fast kosmopolitisch
die var. hortensis in: Chile, Argentinien, Cap- land ; eine vielfach ver- schleppte Form
Süd- Amerika (Chile,, Ar- gentinien, Süd-Brasilien), Neu-Seeland ; vielfach verschleppt
St. Helena, Capland, Süd- Amerika (Süd- Brasilien, Argentinien, Chile), Au- stralien, Hawaii, Neu- Seeland ; nahezu kosmo- politisch
Süd- Amerika (Chile, Uru- guay); vielfach ver- schleppt
Süd - Amerika (Central- und Süd-Chile, Süd-Pata- gonien , Feuerland und Feuerländischer Archi- pel, Falkland-lnseln)
Süd-Amerika (Peru, Chile, Argentinien, Süd- Patagonien, Feuerland), Hawaii; vielfach ver- schleppt
Uruguay, Neu-Süd-Wales ?
Nikobaren, Neu-Seeland, Chatham-Insel
Neu-Seeland?
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden.
27
Aus dieser Tabelle sehen wir, daß eine Anzahl von Formen sehr weit verbreitet ist, daß z. B. in Süd-Amerika Arten vorkommen, die ihre Hauptverbreitung in Asien, Europa und Nord-Amerika haben. Dahin gehören Helodrilus caliginosus, H. rubidus var. subrubicunda, H. constrictus, Eisenia foetida u. a. Aber alle diese Formen sind in Süd-Amerika ursprünglich nicht einheimisch, sondern, wie ich oben schon hervorhob, dorthin durch den Menschen verschleppt. Dafür spricht in erster Linie, daß aus Süd-Amerika bisher keine einzige Art aus der Familie Lumbricidae bekannt geworden ist, die als endemisch betrachtet werden müßte. Aber auch die Art der Verbreitung der obigen Arten in Süd-Amerika giebt einen deutlichen Fingerzeig, auf welche Weise allein diese Species sich dort haben einbürgern können. So schreibt Michaelsen in seiner Arbeit über die Regenwürmer in Deutsch-Ost- Afrika (6, p. 39): „Es könnte die Frage aufgeworfen werden, ob es denn sicher ausgemacht sei, daß diese Würmer durch den Menschen eingeschleppt seien ; es könnten ja an und für sich Kosmopoliten oder doch sehr weit verbreitete Arten sein! Ich muß gestehen, daß ich mich früher bei der Beantwortung dieser Frage nicht ganz sicher fühlte; erst die Erfahrungen, die ich während meiner vorjährigen Reise nach Feuerland und Chile machte, gaben mir die feste Ueberzeugung, daß man es thatsächlich mit einer Einschleppung durch den Menschen zu thun habe. Es steht nämlich die Häufigkeit der Lumbriciden in direkter Beziehung zu der Nähe der größeren Verkehrscentren; je weiter man sich von diesen entfernt, um so mehr treten sie gegen die einheimischen Regenwürmer zurück." Erkennt man diesen Standpunkt als richtig an und es giebt keine triftigen Gründe, die dagegen sprechen — so kommen wir nach der obigen Tabelle zu dem Schlüsse, daß das eigentliche Verbreitungsgebiet der Lumbriciden Asien, Europa und Nord-Amerika ist.
Interessanter noch gestaltet sich die Verbreitung dieser Oligochäten, wenn wir unter Ausschluß der obigen die noch übrigen Lumbriciden zusammenstellen. Wir erhalten dann die folgende Tabelle:
|
Asien |
Nord-Afrika |
Europa |
Inseln des Atlant. Oceans |
Nord- Amerika |
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„ (H.) taschkentensis (Mchlsn.) „ (A.) jassyensis (MCHLSN.) + Eisenia alpina var. armen iea (ROSA) . Octolasium complanalum (Ant. Dug.), Mittelmeer-Länder8) |
1) 60 ° 50' bis 71 ° 55' n. B, Insel Waigatsch 69 ° 45', Krym?. verschleppt nach Ilha do Principe.
2) Außerdem Hawaii ?.
3) Außerdem Balearen, 4*
28
H. UDE,
|
Asien |
Nord-Afrika |
Europa |
Inseln des Atlant. Oceans |
Nord- Amerika |
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Helodrilus (D.) victoris (E. Perkier) . „ (Psubsp.) norvegicus (Eisen) „ (D.) rhenani (Bretscher) . Helodrilus (D.) mariupolienis (Wyss.) Helodrilus (A.) smaragdinus (ROSA) „ (A.) mehadiensis (Rosa) . „ (ß.) platijurus (Fitz.) + „ (H.) opisthoeystis (Rosa) Eisenia rosea var. macednnica, (Rosa) „ {D.) pygmaeus (Sav.) Rosa Helodrilus (A.) savignyi (Guerne „ (D.) madeirensis (Mchlsn.) Helodrilus (B.) palustris (H. F. Moore) |
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+ Corfu (Llssa) |
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+ + + + + + + |
+ |
i) Außerdem Hawaii.
2) Außerdem Argentinien, Neu-Süd-Wales. 3) Außerdem Guatemala, Capland.
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. 2Q
Aus dieser Tabelle erkennen wir zunächst, daß eine große Anzahl endemischer Lumbriciden das nördliche und südwestliche Asien, ganz Europa und die östlichen Vereinigten Staaten von Nord-Amerika bewohnt, daß ferner auch an der Nordküste Afrikas und auf den Inseln des Atlantischen Oceans besondere Arten vorkommen. — Größeres Interesse ruft dann weiterhin die südliche Grenze des Verbreitungsgebietes der Lumbriciden hervor, die von Michaelsen in seiner Arbeit: „Die Lumbriciden-Fauna Nord-Amerikas" zuerst eingehender verfolgt ist. Wir sehen nämlich, daß sich die endemischen Arten in breitem Gürtel von Japan über Sibirien mit dem Baikal-See-Gebiet und Turkestan bis Persien hinziehen, so daß hier der Indische Ocean die Südgrenze bildet (vergl. Michaelsen, Die Lumbriciden-Fauna Eurasiens). Weiterhin folgen Armenien, die Kaukasus-Länder und dann einerseits vom Mittelmeer Syrien, Palästina, Kairo, Tunis, Algerien, Marokko, andererseits Kleinasien, Macedonien (wahrscheinlich nebst dem noch wenig erforschten Griechenland), Bulgarien, dalmatinisches Küstengebiet, Nord-Italien, Schweiz, Frankreich und schließlich Spanien und Portugal.
Im Atlantischen Ocean scheinen Madeira, die Azoren und Island sich eng an das europäische Ver- breitungsgebiet anzuschließen.
Von Nord-Amerika werden zweifellos die östlichen Vereinigten Staaten von endemischen Formen eingenommen, während das westlich von dem Felsengebirge liegende Ländergebiet möglicherweise eine Lücke in der cirkumpolaren Verbreitung der Lumbriciden darstellt ; denn die bisher in Californien gefundenen Arten sind auch von anderen Gebieten her bekannt. Indes ist die Lumbriciden-Fauna jener Gebiete und zwar besonders der westlichen arktischen Länderstrecken noch zu wenig bekannt, um schon jetzt ein abschließendes Urteil zu gestatten. Daß Nord-Amerika auch endemische Arten aus anderen Familien als der Lumbriciden im engeren Sinne beherbergt, sei hier nur kurz erwähnt; da in der vorliegenden Arbeit nur die Verbreitung der Lumbriciden im engeren Sinne zu berücksichtigen ist, so scheiden jene Formen von der Betrachtung aus.
Schließlich ist noch eine bemerkenswerte Thatsache zu erwähnen, auf die ebenfalls Michaelsen zuerst aufmerksam gemacht hat und welche die Verbreitung der Lumbricidae in Europa und dem nördlichen Afrika betrifft.
Rechnen wir Helodrilus rhenani (Bretscher) zu den südeuropäischen Arten , da sie nur in Süd- Deutschland (Urach) und der Schweiz vorkommt, so ergiebt sich für das nördliche Europa (Norwegen, Großbritannien, Irland, Dänemark, Nord-Deutschland, Belgien) eine Summe von n Arten1), während auf Süd-Europa (Süd-Rußland, Oesterreich-Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Macedonien, Italien, Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal) die große Zahl von 49 Species kommt, von denen 40 nur in diesen Gebieten gefunden sind. Interessanter wird die Thatsache aber noch dadurch, daß von jenen 1 1 Arten nicht weniger als 9 auch in Süd-Europa auftreten, daß also als charakteristisch für den Norden nur 2 Arten, nämlich Helodrilus norvegicus (Eisen) und H. beddardi (Mchlsn.) zu betrachten sind. Von diesen ist indes die zweite Art auch in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika, Californien und Hawaii gefunden, so daß wir sie also wohl von unserer Betrachtung ausschließen dürfen, während H. norvegicus (Eisen) von Tromsö noch wenig bekannt ist und möglicherweise auch in anderen Gegenden gefunden wird. Mithin dürfen wir behaupten, daß fast alle nordeuropäischen Arten auch im südlichen Europa vorkommen.
Anders steht es dagegen mit jenen 40 in Süd-Europa endemischen Arten; von diesen ist bisher keine einzige Species im nördlichen Gebiete gefunden und voraussichtlich wird es sich auch durch fortgesetzte
1) Wobei Eisenia nordenskiöldi (Eisen) nicht mitgerechnet ist.
30 H. UDE,
Forschungen als Thatsache erweisen, daß alle oder doch der größte Teil dieser Formen durchaus süd- europäisch sind.
Wir sind auf Grund dieser auffallenden Erscheinung mit Michaelsen (8) zu der Ansicht berechtigt, daß die ursprüngliche Heimat der europäischen Lumbriciden die südeuropäischen Länder sind, daß Nord- Europa infolge der gewaltigen Vergletscherung während der Eiszeiten keine Regenwürmer beherbergte und daß seit Verschwinden jener Eismassen sich noch keine besonderen Arten haben entwickeln können, daß vielmehr die jetzige nordeuropäische Lumbriciden-Fauna vom Süden her eingewandert ist.
Wie diese Verhältnisse in Nord-Amerika liegen, wo bekanntlich die Vergletscherung noch weiter nach Süden reichte als in Europa, indes den größten Teil der Vereinigten Staaten unbedeckt ließ, entzieht sich vorläufig noch unserem Urteil.
An der Küste von Nord-Afrika sind folgende Arten gefunden : Helodrilus jassyensis var. orientalis (Mchlsn.) und H. victoris (E. Perrier) in Aegypten (Kairo), Helodrilus festae (Rosa) in Tunis und Octolasium complanatum (Rosa) in Algerien und Marokko. Es erhebt sich nun die Frage: sind diese Formen in Nord- Afrika endemisch und bildet das Mittelmeer oder erst das große Wüstengebiet der Sahara die Südgrenze im Verbreitungsgebiete der Lumbriciden?
H. jassyensis var. orientalis ist außerdem aus Palästina bekannt, während die Stammform H. jassyensis (Mchlsn.) in Rumänien, Süd-Rußland, Turkestan und vielleicht auch der Schweiz vorkommt. Octolasium complanatum (Rosa) ist eine echte mediterrane Form, die von Syrien und Palästina über Griechenland (Athen), Rumänien, Oesterreich-Ungarn, Italien , Süd-Frankreich bis Spanien verfolgt und auch auf den Inseln des Mittelmeeres (Sicilien und Balearen) nachgewiesen ist. Nur H. festae (Rosa) ist bisher von Nord- Afrika her bekannt. Da indes die Mittelmeer-Inseln und besonders auch das südliche Italien und Griechen- land noch wenig durchforscht sind, so ist es möglich, daß diese Art auch in jenen Gebieten noch angetroffen werden wird.
Nun wissen wir weiterhin, daß im Mittelmeergebiet eine ganz andere Regenwurm-Gattung, das zur Familie Glossoscolecidae gehörende Genus Hormogaster Rosa, durch 2 Arten vertreten ist, nämlich Hormogaster redii Rosa in Italien (Toscana, Rom), Sardinien, Sicilien, Tunis und H pretiosa Mchlsn. in Sardinien. Diese Arten sind hier zweifellos endemisch, und wir dürfen sie mit Michaelsen als Relikte einer mediterranen Urbevölkerung auffassen, die vielleicht durch die lebenszähen europäischen Lumbriciden verdrängt sind. Immerhin dürfen wir aber auch nicht vergessen, daß in solchen Grenzgebieten, wie Aegypten, das in den Oligochäten-Gattungen Alma und Nannodrilus enge Beziehung zum tropischen Afrika besitzt, ein solches zwischen der tropisch -afrikanischen und der mediterranen Fauna darstellt, eine gemischte Fauna wohl existieren kann, ohne daß Anhaltspunkte vorhanden sind , die es uns ermöglichten, die ursprünglichen Insassen mit Sicherheit festzustellen. Auch wissen wir aus der geographischen Verbreitung anderer Tier- klassen, daß Nord-Afrika mit dem südeuropäischen Gebiet in Bezug auf seine Fauna nahe Verwandtschaft zeigt.
Indessen berechtigen uns diese Thatsachen nur zu der Ansicht, daß heutigen Tages die nord- afrikanische Küste zum Verbreitungsgebiet der Lumbriciden gehört. Ob aber die dort vorkommenden Arten endemisch sind, bleibt vorläufig noch zweifelhaft.
Schließlich sei noch erwähnt, daß, während die Arktis von Arten der Familie Lumbricidae bewohnt wird, in den subantarktischen Gebieten vorwiegend Mitglieder der Familie Megascolecidae endemisch sind. Von Bipolarität kann also bei den Regenwürmern keine Rede sein.
Aus obigen Betrachtungen, die besonders das Ergebnis der Untersuchungen Michaelsen's sind, können wir folgende Schlüsse ziehen :
Die arktischen Enchyträiden und Lumbriciden. 3]
1) Die Familie Lumbricidae ist in ihrer Verbreitung auf die Arktis und Subarktis beschränkt.
2) Die südliche Grenze dieses Verbreitungsgebietes erstreckt sich von Japan über den Baikal-See- Distrikt Sibiriens nach Turkestan, Persien, Armenien, Syrien und Palästina, Kairo, Tunis, Algerien und Marokko. Im Atlantischen Ocean bildet Madeira die Südgrenze und in Amerika die südlichen Distrikte der östlich von den Cordilleren gelegenen Vereinigten Staaten.
3) Das westlich von den Cordilleren gelegene Gebiet von Nord-Amerika scheint eine Lücke in der Cirkumpolarität zu bilden, wenigstens in seinem subarktischen Teile; denn das ganze arktische Nord- Amerika ist bislang noch unerforscht.
4) Die größte Zahl endemischer Arten findet sich in den südlichen Gebieten Europas : Süd-Rußland, Oesterreich-Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Macedonien (vielleicht ganz Griechenland), Nord-Italien, Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal. Diese Gebiete sind als die Urheimat der Lumbriciden Europas zu betrachten ; von ihnen aus erfolgte wahrscheinlich eine Einwanderung in die nördlichen Länder.
5) Ob die in Nord-Afrika vorkommenden Arten der Familie Lumbricidae endemisch sind oder ob sie sich dieses Gebiet von Norden her erobert haben, bleibt vorläufig unentschieden. Endemisch ist hier sowie auf Sicilien, Sardinien und in Italien jedenfalls die Glossoscoleciden-Gattung Hormogaster, die vielleicht als Relikt einer einstigen mediterranen Urbevölkerung anzusehen ist. Das Nilgebiet schließt sich mit seinen Gattungen Alma und Nanuodrilus an das tropische Afrika an.
6) Bipolarität ist bei den Regenwürmern nicht vorhanden ; denn die Arktis und Subarktis wird von Arten der Familie Lumbricidae bewohnt, während in den subantarktischen Gebieten die Megascoleciden vorherrschen.
32 H. UDE,
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Vaillant, L., Histoire natur. des Anneies marins et d'eau douce, T. III, Paris 1889. Vejdovskt, F.,
1) Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Anneliden. I. Monographie der Enchyträiden, Prag 1879.
2) Zur Anatomie und Systematik der Enchyträiden. Sitzungsber. Böhm. Ges., 1877, p. 294 — 304.
3) Beiträge zur Oligochätenfauna Böhmens. Sitzungsber. Böhm. Ges., 1875, p. 191 — 201.
4) System und Morphologie der Oligochäten, Prag 1884.
Veeeil, A. E., Report upon the animals of Vineyard Sound and the adjacent waters, with an account of the physical characters of the regions. Rep. cond. Sea Fisheries of South Coast, New England, in 1871, 1872. Oligo- chaeta, p. 324, 388, 463, 622 — 624.
Arktische und subarktische Pantopoden.
Zusammengestellt
von
K. Möbius
in Berlin.
Mit 1 Kartenskizze.
5*
Vorwort und Ueberbliek des Inhaltes.
Die erste Grundlage für diese Abhandlung lieferten mir die von den Herren Römer und Schaudinn auf ihrer Spitzbergenfahrt 189S gesammelten und sehr gut konservierten Pantopoden. Herr Dr. C. Hartlaub hatte die Güte, mir auch die von ihm während der ebenfalls 1898 auf S. M. S. „Olga" unternommenen Unter- suchungsfahrt des Deutschen Seefischerei-Vereins nach der Bären-Insel und Westspitzbergen gesammelten Pantopoden zur Bestimmung anzuvertrauen. Ich kam dadurch in die Lage, mehrere von den Herren Römer und Schaudinn nicht gefundene Arten untersuchen zu können. Durch gütiges Entgegenkommen seitens des Herrn Dr. Meinert erhielt ich aus dem Kopenhagener zoologischen Museum eine Anzahl von ihm auf der Ingolf-Expedition und früher von anderen dänischen Zoologen gesammelter nordatlantischer Pantopoden- arten zur Vergleichung.
Allen genannten Herren danke ich für ihre Unterstützung meiner Bestimmungsarbeit. In dieser findet man Bemerkungen über die Grenze zwischen dem arktischen und subarktischen Gebiete, Angaben über die Temperatur des kalten nordatlantischen Meeresgrundes, über die Anzahl der rein arktischen Arten, der im arktischen und subarktischen Gebiete gefundenen, der nur subarktisch vorkommenden und der mutmaßlich cirk um polar verbreiteten Species, nebst Bemerkungen über den unsicheren Wert dieser hauptsächlich auf Beschreibungen und Abbildungen gestützten Zahlen.
In einer Tabelle ist die horizontale Verbreitung aller Arten zusammengestellt. Der nun folgende systematische Teil enthält A. die Litteratur und Verbreitung der nordatlantischen, den Familien Nymphwädae, Pullenidae, Phoxichilidiidae, Ammotheidae, Eurycydidae, Colossendeidae und Pycno- gonidae angehörenden 16 Gattungen und 52 Arten.
Die Synonymie der weit verbreiteten eurythermen und euryhyalinen Species Nymphon grossipes wird ausführlich erörtert.
Nun folgt B. eine Zusammenstellung der südwärts von 300 südlicher Breite in kalten Wasserschichten gefundenen, ebenfalls den 7 genannten Familien angehörenden Pantopoden mit einer Schlußbemerkung über das eine große Pantopodenreich der Erde.
Ein Verzeichnis der angeführten 76 Schriften, nach den Namen der Verfasser alphabetisch geordnet, schließt die Abhandlung ab.
Die meisten Bearbeiter von Meerspinnen nennen die ganze Gruppe dieser Arthropoden Pycno- gonida. Ich halte es für besser, sie wie C. Semper (1874) und A. Dohrn (1881) Pantopoden zu nennen, um Verwechslungen mit der Familie Pycnogonidae vorzubeugen.
38
K. MOBIUS,
Allgemeiner Teil.
Die Zahl der bekannten, hier zusammengestellten arktischen und subarktischen Pantopodenarten beträgt 52. Nach Edw. Forbes *) reicht die Südgrenze der arktischen Seetier-Region an der Ostseite des Atlantischen Oceans bis zum Polarkreis, an der Westseite bis zum Cap Cod (42 °). Auch Michael Sars und G. Ossian Sars2), sowie nach ihnen viele andere Faunisten des nordöstlichen Atlantischen Oceans betrachten den nördlichen Polarkreis als Grenzlinie zwischen dem Wohngebiet der arktischen und subarktischen Seetiere.
Die geographische Verbreitung der Seetiere hängt hauptsächlich ab von der Temperatur und dem Salzgehalt des Wassers. Die Beschaffenheit beider wird aber nicht bloß durch die geographische Breite, sondern auch durch die Form der Küstenlinien bestimmt. So dient denn auch der nördliche Polarkreis als
eine sehr bekannte Linie nur zur Bezeichnung
Nordatlantischer Ocean.
Nach H. Mohn.
— Grenzlinie der kalten Area, in der die Temperatur
der ungefähren Grenze zwischen dem fast gleichmäßig kalten und dem wechsel- w armen Gebiete des nordatlantischen Oceans. Rein arktische Seetiere leben in Wasserschichten, deren Temperatur nur un- bedeutend um o° schwankt. Solche gleich- mäßig kalte Schichten reichen im Eismeere bis an die Oberfläche, weiter nach dem Aequator hin liegen sie tiefer. Nach Mohn schwankt die Temperatur des Meeresbodens im nord- atlantischen Ocean auf Tiefen von mehr als 600 Faden = 1097 m nur zwischen o° bis — i,7°C. Die Grenzen dieser nordatlantischen kalten Area stellt Mohn dar in der Karte XXV seiner Schrift: Nordhavets Dybder, Temperatur og Strömninger, Christiania 1887. Auch G. O. Sars hat diese Karte in seine Schrift über die Pycnogoniden der norwegischen Nordmeer- Expedition aufgenommen. Die nebenstehende verkleinerte Kopie derselben zeigt, daß arktische Seetiere in Tiefen unter 1100 m bis in die Breite der Shetlandsinseln das ihnen zusagende gleichmäßig kalte Wasser finden. Ich betrachte daher alle Pantopoden, die ich unter der Bezeichnung „Nordatlantisch" in der tabellarischen Uebersicht der geographischen Verbreitung mit einem Kreuz versehen habe, als rein arktische, kalt-stenotherme Arten. Andere, die außer diesen niedrigen Temperaturen auch noch höhere Wärmegrade vertragen können, sind daher keine rein arktischen Arten. Die meisten dieser eurythermen Pantopoden haben eine weite Verbreitung in subarktischen Gebieten und leben in diesen sowohl in höheren als auch in tieferen Wasserschichten. Ihre Verbreitung bis an die Ostküste von Nordamerika erklären die
1) Edw. Forbes, Natural history of the European Seas, edited and continued by R. Godwin-Austen London 1859. p. 28.
2) G. O. Sars, Bidrag til Kundskaben om Norges Arktiske Fauna I. Mollusca Regionis arcticae Norvegiae, Christiania
187S, p. I.
Arktische und subarktische Pantopoden.
39
schönen Karten, welche J. Murray in A Summary of the scientific results of the voyage of H. M. S. Chal- lenger, 1895 veröffentlicht hat. Er benutzte für die Ausarbeitung derselben auch andere, nach der Challenger- Reise bis 1894 ausgeführte Temperaturbeobachtungen. Sie veranschaulichen die Temperaturen in Tiefen von 100 Faden, 200 Faden u. s. w. bis 2200 Faden in FAHRENHEiT'schen Graden. In der hier folgenden Tabelle wird die Richtung der von Murray gezeichneten Isothermen angegeben. Die Tiefen sind in Meter, die Temperaturen in CELSius-Grade umgerechnet.
|
Tiefe 1 Faden Uete l Meter |
100 182,8 |
200 365,7 |
300 548,6 |
400 731,5 |
500 914,3 |
600 1097,2 |
700 1280,1 |
800 1463,0 |
900 1645,8 |
1000 [828,7 |
1500 2743 |
2200 4023 |
|
Spitzbergen N bis Island O Grönland O 1 |
— 1," |
— 1.1 1 |
— 1,11 |
— 1,11 |
— 1," |
— i," |
— i,n |
— 1,11 |
— 1,11 |
-.,67 |
- [,67 |
|
|
Davisstraße |
+ 3,33 |
+ 1,67 |
+ 1,67 |
|||||||||
|
Spitzbergen W bis 1 Island O j |
+ 1,67 |
+ 1,67 |
0" |
o° |
— o,55 bis + 0,55 |
— i,'i |
— 1,11 |
— 1,1 1 |
— 1,1 1 |
— 1,67 |
||
|
Island S bis | Nordamerika O | |
+ 4,44 |
+ 4,44 |
+ 3,89 |
+ 3,33 |
+ 3,33 |
+ 3,33 |
+ 3,33 |
+ 2,22 |
||||
|
Spitzbergen S bis \ Norwegen W und N | |
+ 1,67 |
+ 2,22 |
— o,55 |
• |
-1,11 |
— 1,11 |
— 1,11 |
— i," |
||||
|
Norwegen N bis 1 Neufundland J |
+ 4,44 |
+ 4,44 |
• |
|||||||||
|
Norwegen W Schottland W I Irland W bis Nordamerika 42 ° n B. | |
+ 10 |
+ 10 |
+ 2,78 bis 3,89 + 8,89 |
o° bis + 0,55 + 7,78 |
+ 4,44 |
— i,ii + 4,44 |
+ 3,33 |
+ 3,33 |
+ 3,33 |
+ 3,33 |
+ 2.78 |
|
|
Frankreich W bis ( Straße von Gibraltar W | |
+ 10 |
+ 10 |
+ 7,7* |
+ 7,22 |
+ 4,44 |
+ 4,44 |
+ 2,78 |
|||||
|
Mitteltemperatur aller Oceane |
16 |
10 |
7 |
5,4 |
4,45 |
3,S9 |
3,33 |
2,94 |
2,62 |
2,2= |
1,83 |
i,77 |
Der Salzgehalt des Meerwassers beträgt im ganzen arktischen Kaltwassergebiet sowohl an der Oberfläche wie auch am Meeresgrunde meistens 3,5 auf 100 Teile Wasser. Das ist der mittlere oceanische Salzgehalt, der nur an den Küsten und Eiskanten durch Süßwasser vermindert wird. Pantopoden, die nicht allein Schwankungen der Temperatur, sondern auch des Salzgehaltes ertragen, sind horizontal und bathy- metrisch weit verbreitet, z. B. Nymphou grossipes. Sie werden in gleichmäßig kalten Tiefen größer als an wechselwarmen Stellen.
Manche der 52 hier angeführten Arten beruhen nur auf Beschreibungen einzelner Individuen. Sie wiegen deshalb in den Summen der arktischen und subarktischen Arten viel leichter als andere Species, deren Begriffe aus Vergleichungen vieler Individuen von verschiedenen Fundorten abgeleitet sind. Zahlen sind mathematische Zeichen für Naturkenntnisse, deren Wert häufig überschätzt wird. Unsere Kenntnisse über die Pantopoden des Meeresgrundes, welche in einiger Entfernung von den Küsten leben, ist so mangel- haft, daß die hier angegebenen Zahlen über arktische und subarktische Arten nur geringen Wert haben. Sicherlich werden weitere Tiefseeforschungen sie noch sehr verändern.
Wie mathematische Ausdrücke in den Beschreibungen der Tiere, werden häufig auch Abbildungen dieser überschätzt. Die vollkommensten Photographien, die genauesten Zeichnungen, die schönsten gemalten Tierbilder, die besten schematischen Umrisse der Artformen haben stets individuelle Eigentümlichkeiten, die der geistigen Auffassung der Species durch den Darsteller entsprechen. Kein Bild stellt also die Natur der Species rein und voll dar. Jedes Bild fügt zu den schon untersuchten wirklichen Exemplaren nur noch ein künstliches Exemplar hinzu, das nur eine kleine Anzahl der vielen Eigenschaften der wirklichen Exemplare nachahmt. Diese Gedanken glaubte ich aussprechen zu müssen, weil mir die meisten hier angeführten Pantopoden nur durch Beschreibungen und Abbildungen bekannt geworden sind.
40
K. MOBIUS,
Uebersicht der horizontalen Verbreitung der arktischen und subarktischen Pantopoden.
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|
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C es
c > c Z M^2
oz
J. Nymphonidae.
Nymhon grossipes . . . .
„ sluiteri
„ microrhynckum .
,, bren'tarse . . . .
„ micronyx . . . .
„ serratuiii . . . .
„ megalops . . . .
,. sarsi
„ longimanum . .
., hoeki
„ ström i
„ longitarsc . . . .
„ leptocheles . . . .
„ elegans
„ macrum . . . .
., groenlandicum . .
„ brevicollum . . .
Chaetonymphon spinosum .
„ ienellum
„ hirtum . .
„ macronyx .
Boreonymphon robustu/m .
Paranymphon spinosum
II. Pallenldae.
Pallenc brcrirostris . . . .
„ producta
„ acus
„ hastata
Pseudopallene circularis
,, spinipes . .
Cordyloehele malleolata . .
„ loiigicollis . .
,, brevicollis . .
Pallenopsis plumipes . . .
III. PhoxichiUdidae.
Plioxich ilidium femoratio» Anoplodactylus petiolatus
„ tl/plllops . .
IV. Ammotheidae.
Ammothea cchinata . . .
„ laevis
., spinosa . . . .
,, scabra . . . .
V. Eurycydidae.
Eurycyde hispida . . . .
Aseorhynehus abyssi . . .
„ tridens . . .
VI. Colossendeidae,
Colossendeis prdboscidea
,, aiajusta . . .
„ cotossea . . .
„ clarata . . .
„ macerrima . .
„ hü mäa? . . .
VII. Pijcnogonidae.
Pycnogonum littorale . . .
„ crassirostre .
Phoxichilus spi/nosus . . .
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Arktische und subarktische Pantopoden. 41
Nach unseren jetzigen Kenntnissen sind als rein arktische Pantopoden anzusehen folgende 23 Arten:
N. micronychum, N. brevitarse, A7. micronyx, N. serratum, N. megalops, N. sarsi, N. longimanum, N. hoeki, N. groenlandicum, N. brevicollum , Chaetonymphon tenellum, Ch. hirium, Boreonymphon robustum, Pallene acus, P. hastala, Pseudopällene spinipes, Cordylochele malleolata, ('. longieollis, Pattenopsis plumipes, Eurycyde hispida, Ascorhynchus abyssi, A. tridens, Colossendeis proboscidia.
Arktisch und subarktisch sind 17 Arten:
Nymphon grossipes, N. sluiteri. N. strömi, N. leptocheles, N. elegans, N. macrum, Chaetonymphon spinosum, Ch. macronyx , Paranymphon spinosum, Palhne brevirostris, Pseudopällene circularis, Phoxichilidium femoratum, Anoplodactylus petiolatus, Colossendeis angusta, C. colossea, C. macerrima, Pycnogottum littorale.
Nur subarktisch sind 8 Arten:
Pallene producta, Anoplodactylus typhlops, Ammothea echinata, A. lar.vis, A. spinosa, A. scabra, Pycnogonum crassirostre, Phoxichilus sjnnosus.
Ob Colossendeis clavata und minuta als arktische oder subarktische Arten anzusehen sind, ist nach den heutigen Kenntnissen derselben zweifelhaft.
Cirkum polare Verbreitung ist von keiner Art bekannt. Wahrscheinlich sind folgende auf der östlichen und westlichen Hemisphäre gefundenen, rein arktischen Arten cirkumpolar verbreitet: Nymphon brevitarse, N. longitarse, N. leptocheles, N. elegans, N. macrum, N. groenlandicum, Boreonymphon robustum, Pseudo- /1 diene spinipes, Cordylochele malleolata, Colossendeis proboseidea.
In gleichmäßig kalten tiefen Wasserschichten haben sich größere Pantopodenformen ausgebildet als in geringeren Tiefen mit höheren und wechselnden Temperaturen und schwachem Salzgehalte.
Systematischer Teil.
A. Litteratur und Verbreitung der nordatlantischen Arten.
Farn. I. Nymphonidae.
Rumpf deutlich segmentiert. Erwachsene Tiere mit gut ausgebildeten Scheren und Palpen. Der Rüssel ist walzenförmig und unbeweglich. Männchen und Weibchen haben Brutbeine (Eierträger).
Gen. Nymphon. A. Augenhügel mit kegelförmiger Spitze.
Nymphon grossipes (Fabr.) 1780 Pycnogonum grossipes, Fabricius, 229.
|
1789 |
11 V, |
Abildgaard, 67, Taf. 119, Fig. 5 — 9. |
|
1844 |
v n |
KßÖYER, i< »8. |
|
1849 |
n |
Qaimard (Kröyer), Taf. 36, Fig. 1 a— k |
|
1873 |
■• |
Möbius, 126. |
|
1874 |
)5 H Fauna Arctica, Bd. 11. |
Bucholz, 396. |
4 2 K. MÖBIUS,
1878 Pycnogonum grossipes, Wilson, 20, Taf. 7, Fig. la — g.
1880 „ ,. Wilson, 491, Taf. 6, Fig. 32—37; Taf. 7, Fig. 42.
1881 „ „ Hoek, 12, Taf. 1, Fig. 17-21.
1887 „ „ Hansen, 16, Taf. 18, Fig. 8, 8 a. 18SS „ .. Saks, 346.
1891 .. „ Sars, 65, Taf. 6, Fig. 2a-i.
1898 „ „ Cabpenter, 629.
1814 Nymphon gracüe, Leach, 45, Taf. 19, Fig. 1.
1837 „ „ Johnston, 380, Taf. 13, Fig. 9—12.
1876 „ „ Hoek, 241, Taf. 15, Fig. 11—13.
1881 .. ., Miees, 49.
1884 „ „ Hansen, 648.
1885 „ „ Hansen, 127, Taf. 7, Fig. IS.
1888 „ .. Sars, 345.
1891 „ „ Saes, 55, Taf. 5, Fig. 1 a— h.
1844 „ mixtum, Kköyer, 110.
1849 „ „ Gaimard (Keöyeri, Taf. 35, Fig. 2a— f.
1884 .. „ Hansen, 649.
1885 „ „ Hansen, 128, Taf. 7, Fig. 19. 1888 „ „ Sars, 346.
1891 „ „ Sars, US, Taf. 6, Fig. 3 a— i.
1851 „ glaciale, Lilljeisorg, 311.
1888 „ „ Saes, 346.
1891 „ „ Sars, 63, Taf. 6, Fig. 1 a— g.
1867 „ rubrum, Hodge, 41, Taf. 10, Fig. 1.
1888 .. „ Sars, 345.
1891 .. „ Sars, 58, Taf. 5, Fig. 2 a— k.
1898 .. piliferum, Caepentek, 628, Taf. 46, Fig. 1—13.
Meine Ansicht, daß die Artbegriffe Nymphon gracüe Leach (1814), N. mixtum Kröyer (1844), N. glaciale Lilljeborg (1850), N. rubrum Hodge (1865) und N. piliferum Carpenter (1898) als Synonyme des älteren Artbegriffes N. grossipes Fabricius aufzufassen seien, gründet sich auf die Untersuchungen von 207 Exemplaren von 33 verschiedenen Fundorten, sowie auf Vergleichungen derselben mit den oben angeführten Beschreibungen und Abbildungen.
Als ich an Bearbeitung der von Römer und Schaudinn 1898 gesammelten Pycnogoniden ging, nahm ich natürlich an, daß zwischen den von G. O. Sars in seiner höchst wertvollen Schrift über die Pycnogonidea der norwegischen nordatlantischen Expedition (1891) ausführlich beschriebenen und gut abgebildeten Nym2)hon-Arten auch in der Natur beständige trennende Unterschiede vorhanden seien. Ich fand auch viele Exemplare, die als die Formen grossipes und mixtum aufgefaßt werden konnten; einige ließen sich auch als Formen von N. gracüe und noch andere als Formen von N. glaciale ansehen. Außer diesen 4 Formen sind aber noch andere mit ihnen nicht ganz übereinstimmende vorhanden, die als neue Arten beschrieben werden müßten, wenn jene Artbegriffe wirklich beständigen Naturformen entsprächen. Alle sind sich sehr ähnlich in der Form des Rumpfes, der Größe und Entfernung der beintragenden Rumpffortsätze, in der Höhe und Zuspitzung des Augenhügels, in der Form der Scheren, der Taster, der eiertragenden Brutbeine und der Beschaffenheit der sägeartigen Dornen an deren letzten Gliedern, in der Zahl und Befestigung der Eierballen, der Länge der Beine und der verhältnismäßigen Größe ihrer Glieder. Bei allen ist das 2. Tarsalglied an der Unterseite mit einer größeren Zahl langer Dornen bewaffnet. Die Kralle ist sehr dick und ungefähr halb so lang wie das 2. Tarsalglied. Die Nebenklauen sind halb so lang wie die Klaue. Das 1. Tarsalglied ist bei vielen Formen ebenso lang wie das 2., nicht selten aber auch kürzer oder länger. Selbst an verschiedenen Beinen eines und desselben Individuums
Arktische und subarktische Pantopoclen. 43
treten Tarsalglieder von ungleichen Größenverhältnissen auf. Wilson bildet (1878) Taf. 6, Fig. 37 vier verschiedene Tarsenformen von N. grossipes ab, Sars (1891) zwei verschiedene Formen Taf. 6, Fig. 2 g und 2 h.
Die Autoren der Arten, die ich für synonym mit N. grossipes Fabr. halte, legen aber gerade Gewicht auf ein festes, beständiges Größenverhältnis zwischen den beiden Tarsalgliedern.
Den Artbegriff N. grossipes (Fabr.) hat Kröyer (1844) kritisch beleuchtet und vervollständigt. Nach ihm ist das 1. Tarsalglied ebenso lang oder nur wenig länger als das 2. Bei der von Kröyer auf- gestellten neuen Species N. mixtum soll das erste Tarsusglied doppelt so lang sein als das zweite. Nach Lilljeborg sind bei seiner neuen Species Nymphon glaciale beide Tarsenglieder fast gleich lang. Die Species N. rubrum gründete Hodge 1867 auf ein einziges hellrotes Individuum, das an der Küste von Durham in tiefem Wasser gefunden wurde. Die Form, welche er beschreibt und abbildet, paßt sehr gut auf N. grossipes Fabr. Verschiedenfarbige Individuen sind bei mehreren Pantopodenarten bekannt geworden. Phoxichilidium femoratum fand Hansen purpurfarbig (Zoologia danica, p. 129), Wilson schwärz- lich, braun oder fast weiß (1880, p. 481). Unter einem Dutzend Individuen von Phoxichilus sjnnosus fand Hoek (18S2, p. 519) 6 grün, 4 braunrot. Lediglich auf eine ungewöhnliche Farbe darf keine neue Panto- podenspecies gegründet werden.
Den Artbegriff Nymphon gracile hat Leach 1814 mit folgenden Worten in die Zoologie ein- geführt: „N. cinereum; femoribus cylindricis. In mari Britannico vulgatissimum. Slender Nymphon. Cinerous ; thighs cylindric. Inhabits the British sea everywhere , but as it never attains the size of Ström's Phalangium marinum [History of Söndmör, 208, Tab. 2, Fig. 16, which is referred to by Linnaeus1) as his Phalangium grossipes], I am doubtful whether it be the same species." In der von Leach beigefügten Abbildung haben beide Tarsalglieder gleiche Länge. Johnston's (1837) Beschreibung von N. gracile enthält keine anderen Merkmale als der Artbegriff N. grossipes Fabr., Kröyer ; denn seine Bemerkung, daß das 1. Tarsalglied nur halb so lang sei, als das 2., hat keinen speeifischen Trennungswert. In seinen Abbildungen sind beide Tarsalglieder gleich lang.
Johnston ist auch unsicher, ob nicht N. gracile Leach mit N. grossipes Fabr. synonym sei. Hoek ist (1876) über die Artberechtigung der Species gracile auch in Zweifel. Seine Abbildungen Taf. 15, Fig. 11 — 13 und Taf. 16, Fig. 18 passen auf mir vorliegende Exemplare, die bei Helgoland, in der Kieler Föhrde und an den dänischen Küsten gesammelt wurden. Auch 1882 hält Hoek noch weitere Unter- suchungen über die Artunterschiede der Nymphoji- Arten der englischen, französischen und holländischen Küsten für nötig. Seine Bilder von N. gracile, Taf. 23, Fig. 1—5, entsprechen den von mir bei N. grossipes Fabr. gefundenen Eigenschaften.
Nach Hansen (1884 und 1885) ist N. gracile die häufigste Pycnogoniden-Species der dänischen Meer- gebiete. Die andere dort noch selten bei Hoellebaek in tiefem Wasser gefundene Art ist nach Hansen N. mixtum Kröyer. Nach den Beschreibungen und Abbildungen, die er in der populären Zoologia danica giebt, sind beide Arten sehr ähnlich; aber gracile ist kaum halb so groß wie mixtum. Auch die ausführliche Beschreibung, welche G. O. Sars (1891) von N. gracile giebt, hat mich nicht überzeugt, daß X. gracile Leach von 'N. grossipes Fabr. durch beständige, vererbliche speeifische Eigenschaften getrennt seien. Die Artbegriffe X. gracile, mixtum, glaciale und rubrum fallen also zusammen mit dem älteren Artbegriff Nymphon cft'ossipes.
11 Linke, Systema naturae, XII. 1767, p. 10^7.
44 K. MÖBIUS,
Vom nördlichen Eismeere bis an die Westküste Frankreichs, an die Küsten Englands und selbst bis in die westliche Ostsee verbreitet, besitzt sie als eurytheme und euryhaline Species eine bedeutende Anpassungsfähigkeit an verschiedene biokönotische Verhältnisse; sie wird groß und vermehrt sich reichlich unter günstigen Verhältnissen; sie bleibt klein, wo Temperatur und Salzgehalt im Laufe der Jahreszeiten sehr differieren. N. grossipes verhält sich hierin wie viele andere in der westlichen Ostsee, an den Küsten der dänischen Inseln und in der Nordsee lebenden Tiere, z. B. Clupea harengus L., Nassa reticulata L., Mytilus edulis L.^Pycnogonum littorale (Ström), Gammarus locusta L., Priapulus priapus (L.), Aster acantlnon rubens (L.), Aurelia aurita (L.).
Nymphon grossipes fand die deutsche Spitzbergen-Expedition 1898 auf den Stationen: 2 (Bären-Insel), 3, 4, 5, 8, 9, 15, 31, 32, 33, 34, 37, 44, 45, 46, 47 (Spitzbergen, Ostseite), 14 (Spitzbergen, Nordseite 80 x/2 ° n. Br.), 12 (Spitzbergen, Westseite), 59 (Murmanküste), 56 (Weißes Meer).
Nymphon grossipes lebt bei Franz-Josefs-Land, Nowaja Semlja im Karameer, bei Spitzbergen, (an Mayen, bei Russisch- und Norwegisch-Finmarken, an der Westküste Norwegens, im Kattegat, bei den dänischen Inseln, in der westlichen Ostsee, an den britischen Küsten, bei Holland, Belgien, Nordfrankreich, zwischen den Faröern und Island, zwischen Island und Grönland, an der Ost- und Westküste Grönlands, in der Davisstraße, bei Labrador, Neu-Schottland, an der Ostküste der Vereinigten Staaten bis Long Island (41 ° n. Br.). Das Verbreitungsgebiet reicht also im Osten vom 80 ° n. Br. bis zum 50 °, im Westen bis zum 41 ° n. Br. (Wilson). Man hat N. grossipes im flachen Küstenwasser nur 2 — 5 m tief, bei Franz-Josefs-Land 14 — 237 m tief (Carpenter), bei Spitzbergen und Grönland (Sars, Meinert) 1300— 1415 m tief gefunden, auf Mud, Schlick, Sand, Steinen, Schalen von Muscheln und Cirripeden, Wurmröhren, toten und lebenden Seepflanzen und Spongien in Temperaturen von 20 u bis — 2" C.
Nymphon sVuiteri Hoek
1881 Nymphon sluüeri, Hoek, 18, Tai'. 2, Fig. 30—34.
1887 „ ., Hansen, 166, Taf. 18, Fig. 5 a, b.
1888 .. ., Sars, 347.
1891 ., .. Saks, 73, Taf. 7, Fig. 2 a— g.
1898 „ „ Carpenter, 630.
1899 „ ., Meinert, 36.
Gefunden auf den Stationen der deutschen Spitzbergenfahrt 1898 18 (Spitzbergen, NW.) und 31 (König-Karls-Land), 480 und 36 m tief auf blauem Mud und kleinen Steinen.
Nympihon sluiteri ist verbreitet vom 62° n. Br. (Faröer-Inseln) bis 8o° n. Br. (Franz-Josefs-Land). Bei Franz-Josefs-Land wurde es 237 m tief gefangen (Carpenter), im Karischen Meere 36 — 110 m tief (Hansen), in der Barentssee 292 m tief (Hoek), zwischen Finmarken und Bären-Insel 349 m tief, zwischen Faröer-Inseln und Jan Mayen 700 — 1444 m tief (Meinert).
*Nymphon micronychum O. Sars1)
1888 Nymphon micronychum, 0. Sars, 347.
1891 „ „ 0. Sars, 71, Taf. 7, Fig. 1 a— g.
1887 „ longitarse, Hansen (non Kröyeb), 169, Taf. 18, Fig. 7 a— c.
Im Karischen Meere 73—91 m tief gefunden (Hansen, Sars).
I) Ein Stern (*) vor dem Namen der Species zeigt an, daß sie auf den deutschen Spitzbergenfahrten im Jahre 1898 nicht gefangen wurde.
Arktische und subarktische Pantopoden. ac
B. Augenhügel abgestumpft.
Nymphon brevitarse Kröy.
1844 Nymphon brevitarse, Kköyer, 115.
1849 „ „ Gaimard (Kröyer), Tat'. 36, Fig. 4 a — f.
1888 „ „ Sars, 346.
1891 „ „ Sars, 61, Taf. 5, Fig. 3 a— g.
1898 „ „ Carpenter, 627.
1899 ,, „ Meinert, 37.
Die Olga-Expedition (Hartlaub) fand 1898 1 Exemplar bei dem Südcap von Spitzbergen 70 m tief auf grauem Mud und Steinen. Nymphon brevitarse wurde gefunden bei Nowaja Semlja auf Schlick- grund 18—23 m tief (Sars), bei Grönland 18 — 24 m tief (Kröyer), bei Franz-Josefs-Land 27 — 36 m tief (Carpenter), in der Dänemarkstraße 1383 — 1415 m tief bei 1,2° — 2,1° Temperatur (Meinert).
*Nymphon micronyx O. Sars
1888 Nymphon micronyx, Saks, 350.
1891 „ „ Sars, 91, Taf. 9, Fig. 3 a— g.
Gefunden bei Nowaja Semlja 3 — 27 m tief.
Nymphon serratum O. Sars
1879 Nymphon serratum, Sars, 471.
1881 „ .. Hoek, 16, Taf. 1, Fig. 24—28; Taf. 2, Fig. 24.
1887 „ .. Hansen, 161, Taf. 18, Fig. 2 a— c.
1888 „ „ Sars, 351, No. 30.
1891 „ „ Sars, 95, Taf. 10, Fig. 2 a— h.
L899 „ „ Meinert, 37.
N. serratum wurde 1898 von Römer und Schaudinn auf den Stationen 4, 5 (Spitzbergen, O.), 13 (Spitzbergen, N.) und 33 (König-Karls-Land) 45—105 m tief auf Laminarien, blauem Schlick, rotem Lehm und Muschelschalen gefunden, ferner im Karischen Meere 94 m tief (Hansen), in der Barentssee 291 m (Hoek), zwischen der Bären-Insel und Spitzbergen 266 — 329 m , zwischen Island und Grönland , in der Davisstraße 82—2461 m tief (Meinert).
Auf der Olga-Expedition wurde N. serratum westlich von der Bären-Insel von Dr. Hartlaub 132—165 m tief auf feinem Sand gefangen.
*Nymj>hon megalops O. Sars
1877 Nymphon megalops, Sars, 366, No. 7.
1888 „ „ Sars, 352, No. 31.
1891 „ .. Sars, 98, Taf. 10, Fig. 3 a— g.
1899 „ ., Meinert, 37.
Im arktischen Meere weit verbreitet, südwärts bis zu den Faröer-Inseln 61 ° 23' bei o° C. (Meinert), O. von Island, SW. von Spitzbergen 530—1358 m (Sars), bei Ostgrönland 1010 m (Hansen), Dänemark- straße 1544 m tief (Meinert) auf Steinen, Schalen und Mud.
*Nymphon sarsi Mein.
1899 Nymphon Sarsii, Meinert, 38, Taf. 3, Fig. 1 — 6.
Zwischen Faröer-Inseln und Island 493 m tief auf steinigem Thongrund I Exemplar. Temp. 5,3 ° C.
46 K. MÖBIUS,
*Nymphon longimanum O. Sars
1888 Nymphon longimanum, Sars, 351, No. 29.
1891 „ „ Saes, 93, Taf. 10, Fig. 1 a— f.
I Exemplar gefangen im Karischen Meere 109 m tief. 2) Die beiden letzten Palpenglieder lang und dünn.
*NympJion lioeki Mein. 1899 Nymphon Eoekii, Meinert, 39, Taf. '■'., Fig. 7—13.
In der Dänemarkstraße 1416 m tief gefangen, Temp. 2,1° C.
Nymphon strömt Kröy.
1844 Nymphon Strömii, Kröyer, 111.
1849 „ „ Gaimard (Kröyer), Taf. 35, Fig. 3 a — f.
1869 .. ,. Norman, 301.
1877 ,. „ Miers, 109.
'1878 „ ., Wilson, 17, Taf. C, Fig. 1 a— h.
1880 .. ,. Wilson, 485, Taf. 6, Fig. 29.
1881 ,. ,. Hoek, 9, Taf. 1, Fig. 9—16. 1891 „ „ Saes, 80, Taf. 8, Fig. 2 a— k. 1893 „ „ Norman, 153.
1899 ,. „ Meinert, 40.
1845 „ giganteum, Goodsir, 293.
1875 „ gracilipes, Heller, 16, Taf. 4, Fig. 15; Taf. 5, Fig. 1 — 2.
1888 Saes, 349, No. 25.
1891 .. .. Saes, 83, Taf. 8, Fig. 3 a— g.
Die deutsche Spitzbergen -Expedition 1898 fand diese Nymplion-Art auf den Stationen 4, 25 (Spitzbergen, O.), 37 (Spitzbergen, NO.), 14, 39 (Spitzbergen, N.), 40 — 365 m tief auf Laminarien, Florideen,- Kalkalgen, Steinen und Schlickgrund; die Olga-Expedition 1898 (Hartlaub) in der Sassenbai, Spitz- bergen, W., auf Sand und Steinen 110 — 180 m tief, im Norden der Bären-Insel auf Schlick 110— 140 m tief. Nymphon strömi ist gefunden bei Franz -Josefs -Land (Heller), im Karischen Meere (Hansen), in der Barentssee (Hoek), an der Küste Norwegens bis zum Skager Rack und Kattegat (Sars), an den britischen Küsten (Goodsir, Norman), in der Dänemarkstraße und Davisstraße (Meinert), an den Küsten von Nord- amerika 820 n. Br. (Miers) und südwärts bis zum 42 ° n. Br. (Wilson) in geringen und größeren Tiefen (14 — 839 m) (Wilson, Sars) auf sehr verschiedenem Grunde.
Im hohen Norden auf größeren Tiefen wird die Art groß, hat lange Klauen und kurze Neben - klauen ; in geringeren Tiefen und mehr wechselnder Temperatur bleibt sie kleiner und hat kürzere und dickere Klauen mit etwas größeren Nebenklauen.
Für die Synonymie der HELLER'schen Species gracilipes mit strömi Kröyer haben sich auch Wilson, Hoek, Hansen und Meinert ausgesprochen.
Nymphon longitarse Kröy.
1844 Nymphon longitarse, Ktoyer, 112.
1849 Gaimard (Kröyer), Taf. 36, Fig. 2 a— f.
1867 1878 1880 1881 1888
H'ODGE, 41.
Wilson, 19, Taf. 7, Fig. 2 a— h. Wilson, 489, Taf. 6, Fig. 30, 31. Hoek, 15, Taf. 1, Fig. 22—23. Sars, 348, No. 22.
Arktische und subarktische Pantopoden. 47
1891 Nymphon longitarse, Saes, 75, Taf. 7, Fig. 3 a— h.
1898 ., ,, Carpenter, 636.
1899 ., „ Meinert, 41.
Die deutsche Expedition 1898 hat diese Art gefangen auf den Stationen 3, 44, 49, Spitzbergen, O. Sie ist gefunden bei Franz-Josefs-Land (Carpenter), im Karischen Meere (Sars), in der Barentssee (Hoek), an der ganzen norwegischen Küste (Sars), an der Ostküste Englands (Hodge), in der Davisstraße und Baffinsbay (Meinert), an der nordamerikanischen Ostküste bis nach Massachusetts. Sie lebt auf ver- schiedenem Grunde in Tiefen von 30 — 182 m.
*Nymphon leptocheles O. Sars
1888 Nymphon leptocheles, 0. Saes, 348, No. 23.
1891 „ ., Sars, 78, Taf. 8, Fig. 1 a— i.
1893 „ ,, Norman, 153.
1899 „ „ Meinert, 43.
Sars fand diese Art an der ganzen Küste Norwegens bis Finmarken und bei der Bären-Insel 50 — 253 m tief, Norman bei Norwegen 45 — 457 m tief, Meinert bei Island und in der Davisstraße 681 — 11 30 m tief.
Nymphon elegans Hansen
1887 Nymphon elegans, Hansen, 165, Taf. 18, Fig. 4 a— d.
1888 „ .. Saes, 349, No. 26.
1891 , .. Saes, 86, Taf. 9, Fig. 1 a— g.
1898 , .. Carpenter, 631.
1899 .. ., Meinert, 42.
Die deutsche Spitzbergenfahrt fand diese Art auf den Stationen 3 und 36 an der Ostseite Spitzbergens in 52—66 m Tiefe auf Mud und Steinen. Sie lebt an der norwegischen Küste bei Island, Jan Mayen, Bären-Insel, Spitzbergen, Karasee (Sars, Hansen), Franz-Josefs-Land (Carpenter), in der Dänemark- straße und bei Grönland (Meinert) 30 — 1358 m tief.
*Nymphon macrxim Wilson
L880 Nymphon nmcriim, Wilson, 487, Taf. 4, Fig. 21—23.
1888 ., ., Saes, 350.
1891 „ ., Saes, 89, Taf. 9, Fig. 2 a— g.
1893 „ „ Norman, 154.
1899 .. , Meinert, 43.
Lebt an der Küste Norwegens, zwischen Finmarken und Bären-Insel (Sars), SW. von Island, in der Davisstraße (Meinert), an der Ostküste Nordamerikas bis 440 n. Br., Maine (Wilson), in Tiefen von 73 — 1095 m, meistens auf Mudgrund.
*Nymphon groenlanclicum Mein. 1899 Nymjihon groenlanclicum, Meinest, 41, Taf. 3, Fig. 14 — 22.
In der Davisstraße auf Steinen und grauem Schlick 551 m tief häufig. Bodentemperatur 3,8° C.
* Nymphon brevicollum Hoek
1881 Ntjmphon brevicollum, Hoek, 45, Taf. 3, Fig. 13—15; Taf. 15, Fig. 12 — 13. S. von Halifax 430 3' n. Br. 151 m tief, i,S° C.
48 K. MÖBIUS,
Gen. Chaetonymphon Sars.
Chaetonymphon spinosum (Goods.)
1842 Nymphon spinosum, Goodsir, 139, Taf. 3, Fig. 3.
1844 „ „ Goodsik, 3, Taf. 1, Fig. 17, 18.
1888 Chaetonymphon spinosum, Saks, 353, No. 34.
1891 „ „ Sars, 107, Taf. 11, Fig. 3a-i.
1899 Nymphon spinosum, Meinert, 44.
1S55 „ hirtipes, Bell, 403, Taf. 35, Fig. 3.
1878 „ „ Wilson-, 22, Taf. 5, Fig. 3; Taf. 6, Fig. 2 a— k.
1881 „ „ Hoek, 6, Taf. 1, Fig. 1—8.
1887 „ .. Hansen, 159.
1888 Chaetonymphon hirtipes, Sars, 353, No. 33.
1891 ,. ,. Sars, 103, Taf. 11, Fig. 2a— k.
1898 „ „ Carrexter, 631.
1878 Nymphon hirtnm, Wilson, 495, Taf. 7, Fig. 38—41. 1893 Chaetonymphon spinosissimum ? Norman, 154.
Wie Meinert halte auch ich Bell's Nymphoyi hirtipes für synonym mit Goodsir's N. spinosum. Zwischen den von Sars als verschiedene Arten ausführlich beschriebenen und vortrefflich abgebildeten Formen habe ich Uebergänge gefunden. Die Nebenkrallen sind nicht immer so kurz, wie man sie bei der Form hirtipes findet. Ich konnte 140 Exemplare untersuchen. Die weite Verbreitung der Art erklärt ihre Variabilität.
Die deutsche Spitzbergen fahrt 1898 fand sie an der Westseite von Spitzbergen auf den Stationen 11, 13, 21, 22, im Norden auf den Stationen 13 und 14, in Nordwesst auf den Stationen 18 und 19, in Nordost auf den Stationen 36, 37, 38 und 39, im Osten auf den Stationen 3, 5, 8, 16, 25, 44, 48, 49, bei Kön ig -Karls- Land auf den Stationen 27, 31, 32, 33, an der Murman k üste auf den Stationen 57 und 59, im Weißen Meere auf Station 56, in Tiefen von 36— 480 m auf Pflanzen, Muschel- schalen, Steinen, Mud- und Schlickgrund. Die 0 1 ga- Expedit ion 1898 (Hartlaub) fand Nymphon spinosum bei der Bären-Insel und auf der Fahrt nach Spitzbergen 140 — 165 m tief auf Sand- und Schlick- grund. Frühere Expeditionen fanden N. spinosum an der britischen (Goodsir) und norwegischen Küste (Sars), bei Finmarken, Jan Mayen, im Karischen Meere, bei Spitzbergen (Sars), in der Barentssee (Hoek), bei Franz-Josefs- Land (Carpenter) , in der Dänemarkstraße, Davisstraße, an der grönländischen Küste 55—1506 m (Hansen, Miers, Meinert), an der Ostküste Nordamerikas bis Massachusetts (Wilson), auf verschiedenem Grunde in Tiefen von 45 — 1506 m.
*Chaetonymp1ion tenellum O. Sars
1888 Chaetonymphon tenellum, Sars, 353, No. 35.
1891 ,. ., Sars, 109, Taf. 12, Fig. la— h.
1899 Nymphon tenellum, Meinert, 45.
Gefunden westlich von Finmarken im nordatlantischen Ocean (Sars, Meinert) 790 — 1130 m tief.
Chaetonymphon hirtum (F.)
1794 Nymphon hirtum, Fabricius, 417.
1844 ,. „ Kröyer, 113.
1849 „ „ Gaimard ( Kröyer 1, Taf. 36, Fig. 3 a— g.
1874 „ „ BrcHiioLz, 397.
1887 „ „ Hansen, 161.
1888 Chaetonymphon hirtum, Sars, 352. No. 32.
1891 .. ., Sars, Taf. 11, Fig. 1 a— g.
Arktische und subarktische Pantopoden. 40
Im nordatlantischen Ocean 146—164 m tief zwischen Hydroiden gefunden (Sars), an der Ostküste Grönlands bei Spitzbergen (Buchholz).
Cliaetonymphon macronyx O. Sars
1877 Nymphon macronyx, Sars, 365.
1881 „ „ ' Hoek, 95, Taf. 15, Fig. 1—7.
1887 „ „ Hansex, 167, Taf. 18, Fig. 6a— c.
1888 Cliaetonymphon macronyx, Sars, 354, No. 36.
1891 „ „ ' Saks, 111, Taf. 12, Fig. 2a-k.
1898 „ „ Carpenter, 632, Taf. 46, Fig. 14—16.
1899 Nymphon macronyx, Meinert, 43.
Die Olga- Expedition fand I Exemplar westlich von der Bären-Insel auf Station 55 140 m tief. Vorher wurde Ch. macronyx von der Küste Norwegens, bei den Faröer-Inseln, Island, Jan Mayen, Spitz- bergen, im Karischen Meere (Sars, Meinert) und bei Franz-Josefs-Land gefunden (Carpenter) in Tiefen von 115— 1321 m.
Gen. Boreonymphon O. Sars
Boreonymphon robustum (Bell)
1855 Nymphon robustum, Bell, 409, Taf. 35, Fig. 4.
1877 „ „ Sars, 365.
1881 ,. „ Hoek, 20, Taf. 2, Fig. 35-40 (Barents).
1881 „ „ Hoek, 97 (Challenger).
1887 „ „ Hansen, 158, Taf. 18, Fig. 1.
1888 Boreonymphon robustum, Sars, 355.
1891 „ „ Sars, 115, Taf. 12, Fig. 3a-d.
1898 „ „ Carpenter, 633.
1899 Nymphon robustum, Meinert, 45, Taf. 3, Fig. 23—24.
1873 „ abyssorum, Wyv. Thomson (Norman), 129, Fig. 22.
1875 „ hians, Heller, 17, Taf. 5, Fig. 3—5.
Die deutsche Spitzbergen- Expedition fand Boreonymphon robustum auf 8l° n. Br. im Norden von Spitzbergen, im Storefjord und bei König-Karls-Land (Station 39, 5 und 34) 65— 140 m tief auf gelbem Schlick, Wurmröhren und Steinen. Es wurde gefunden zwischen Norwegen und Island, südwärts bis zu den Faröer-Inseln (Sars), im Karischen Meere (Hansen), in der Barentssee (Hoek), bei Franz-Josefs-Land (Heller, Carpenter), in der Dänemarkstraße, an der Westküste Grönlands, in der Davisstraße (Meinert), im arktischen Nordamerika (Bell, Miers) 60— 1506 m tief.
Gen. Paranymphon Caull.
* Baratt ymphon spinosum Caull.
1896 Paranymphon spinosum, Caullery, 361, Taf. 12, Fig. 1—6. 1899 „ „ Meinert, 46, Taf. 4, Fig. 20-28.
1895 westlich von Frankreich im Busen von Gascogne 650— 1710 m tief gefunden (Caullery), dann auf der dänischen Ingolf-Expedition 1896 in der Davisstraße und in der Dänemarkstraße bis beinahe 65 ° n. Br., 384—1195 m tief auf weichem Mudgrunde. In der Dänemarkstraße betrug die Bodentemperatur 4,1°, in der Davisstraße 3,3°.
Fauna Arcuca, Bd. II. 7
N.
50 K. MÖBIUS,
Fam. IL Pallenidae.
Mit Scheren. Palpen verkümmert oder fehlend. Rumpf deutlich segmentiert. Rüssel unbeweglich. Brutbeine bei Männchen und Weibchen.
Gen. Pallene Johnst.
*Pallene brevirostris Johnst.
1837 Pallene brevirostris, Johnston, 380, Taf. 13, Fig. 7—8.
1868 .. .. Grube, 28, Taf. 1, Fig. 5 a— c.
1876 „ „ Hoek, 237, Taf. 15, Fig. 4—7.
1882 „ „ Hoek, 511, Taf. 26, Fig. 17.
1884 ,. „ Hansen, 649.
1885 .. „ Hansen, 129, Taf. 7, Fig. 20. 1888 ., „ Sars, 342, No. 7.
1891 „ „ Sars, 32, Taf. 3, Fig. la— h.
1878 „ empusa, Wilson, 9, Taf. 3. Fig. 2 a— g.
1880 „ „ Wilson, 476, Taf. 2, Fig. 5—7.
Pallene brevirostris lebt an der Nordküste von Frankreich, bei Holland (Hoek), bei Helgoland (Semper, Wilson), an den dänischen Inseln bis zum Kleinen Belt (Hansen), an der Küste Norwegens bis Nordland 68° n. Br. (Sars), an der Ostküste von Nordamerika, Connecticut (Wilson) im flachen Wasser bis 5 m tief zwischen Algen und Hydroidpolypen.
*JPallene producta O. Sars
1888 Pallene producta, Sars, 342, No. 8.
1891 „ „ Sars, 36, Taf. 3, Fig. 2a-d.
An der Küste Norwegens, im Amt Drontheim, 109 — 182 m tief auf Thonboden gefunden.
*Pallene acus Mein. 1899 Pallene acus, Meinert, 48, Taf. 4, Fig. 8—13.
In der Davisstraße auf blauem Schlickgrund 2237 m tief gefunden. Temperatur 2,4 °.
*Pallene hastata Mein. 1899 Pallene hastata, Meinert, 49, Taf. 4, Fig. 14—19.
In der Davisstraße 2727 m tief auf grauem Mud gefunden. Temperatui 1,5°.
Gen. Psetidopallene Wilson 1878.
* Pseudopal leite circularis (Goods.)
1842 Pallene circularis, Goodsir
1888 I'seudopallene circularis, Sars, 343, No. 'K
1891 „ „ Sars. 38, Taf. 3, Fig. 3 a— h.
1899 „ „ Meinert, 50.
1844 Pallene intermedia, Kröter, 119.
1849 „ „ Gaimard (Kröyer), Taf. 37, Fig. 2 a— 1.
1885 „ „ Jarztnsky (Wagner), 171.
1887 Pseudopallene intermedia, Hansen, 175, Taf. 19, Fig. 2 a — 1.
Arktische und subarktische Pantopoden. 51
1844 Pallene discoidea, Keöter, 120.
1849 ,. „ Gaimaed (Keöyeb), Taf. 37, Fig. 3 a— g.
1878 Pseudopallene discoidea, Wilson, 12, Taf. 3, Fig. 3 a — c.
1854 Pallene hispida, Stimpson, 37.
1878 Pseudopallene hispida, Wilson, 10, Taf. 3, Fig. la — e.
Pseudopallene circularis wurde gefunden bei Schottland (Goodsir), an der Westküste von Norwegen, bei Finmarken (Sars, Meinert), an der Murmanküste (Jarzynsky), bei Nowaja Semlja (Hansen), nördlich von Island (Meinert), an der Ostküste von Nordamerika bei Neubraunschweig (Stimpson) und Connecticut (Wilson). Sie lebt zwischen Algen und Hydroiden in geringen Tiefen von 10 — 100 m.
Pseudopallene spinipes (O. Fabr.)
1780 Pycnogonum spinipes, 0. Fabeicius, 232.
1844 Pallene spinipes, Kröyee, 118.
1849 „ „ Gaimard (Kröyee), Taf. 37, Fig. 1 a — g.
1885 „ „ Jaezynsky (Wagner), 171.
1888 Pseudopallene spinipes, 0. Saks, 343, No. 10.
1891 „ „ Sars, 42, Taf. 3, Fig. 4 a— g.
1898 „ „ Carpenter, 627.
Die deutsche Spitzbergen-Expedition fand diese Art an der Murmanküste 45 m tief auf
Kalkalgen, Sand, Muschelschalen und Steinen, 86 m tief auf ähnlichem Grunde am Eingang in das Weiße
Meer. Sie wurde früher gefunden an der Murmanküste von Jarzynsky, in der Karasee, an der Küste
Finmarkens bis zu den Lofoten südwärts (Sars), nordwärts bis Franz-Josefs-Land (Carpenter) und Grönland
(Fabricius, Kröyer), 11 — 380 m tief.
Gen. Cordylochele O. Sars iü
*Cordylochele malleolata (O. Sars)
1S79 Pallene malleolata, Sars, 469, No. 48.
1887 „ „ Hoek, 6, Taf. 1, Fig. 7.
1888 Cordylochele malleolata, Sars, 344, No. 11.
1891 „ „ Saks, 45, Taf. 4, Fig. 1 a— k.
1899 „ ,. Meinert, 50.
Gefunden in der Karasee 73 — 91 m tief, zwischen Finmarken und der Bären-Insel, NW. von Spitz- bergen 348—820 m tief, vor der Küste Norwegens, in der Dänemarkstraße, Davisstraße, bei Grönland 376—565 m tief (Meinert).
* Cordylochele longicollis O. Sars
1888 Cordylochele longicollis, Sars, 344, No. 12.
1891 .. „ Sars, 49, Taf. 4, Fig. 2 a— g.
1899 .. „ Meinert, 50.
Gefunden an der norwegischen Küste bei Nordland und den Lofoten 182 — 218 m tief (Sars), SVV.
von Island und in der Davisstraße 753 — 1129 m tief (Meinert).
*Co)'di/loeIiele brevicollis O. Sars
1888 Cordylochele brevicollis, Sars, 344, No. 13.
1891 „ „ Sars, 51, Taf. 4, Fig. 3 a— g.
Gefunden bei Vadsö an der norwegischen Küste 182 m tief auf Thongrund und im Karischen
Meere 91 m tief (Sars).
7*
52 K. MÖBIUS,
Gen. Pallenopsis Wilson 1880.
* Pallenopsis plumipes Mein. 1899 Pallenopsis plumipes, Meinbrt, 51, Taf. 4, Fig. 1—7.
Im nordatlantischen Meere 61 ° 32 ° n. Br. 1788 m tief auf grauem Thon und Globigerinenschlamm gefunden, Bodentemperatur 3,23° (Meinert).
Farn. III. Phoxichilididae.
Rumpf segmentiert. Mit Scheren, ohne Palpen. Rüssel unbeweglich an der Unterseite des ersten Segmentes schräg abwärts gerichtet. Brutbeine nur bei Männchen.
Gen. Phoxichilidium M. Edw. 1840.
* Phoxichilidium femoratum (Rathke)
1799 Phoxichilidium femoratum (Rathke), p. 201, Taf. 5, Fig. H 1 — 3.
1844 „ „ Kröter, 123.
1849 „ „ Gaimard (Kböyer), Taf. 38, Fig. 2 a— g.
1876 „ „ Hoek, 2-10, Taf. 15, Fig. 8—10.
1882 „ „ Hoek, 512, Taf. 26, Fig. 18—21; Taf. 27, Fig. 19.
1884 „ „ Hansen, 650.
1885 „ „ Hansen, 129, Taf. 7, Fig. 21. 1888 „ „ Sars, 340, No. 4.
1891 „ „ Saks, 21, Taf. 2, Fig. la-g.
1837 Orithya coccinea, Johnston, 378, Taf. 13, Fig. 4 — 6.
1844 Phoxichilidium coccineum, Goodsir, 2, Taf. 1, Fig. 6 — 8. 1847 „ „ Frey und Ledckart, 164.
1885 „ „ Jarzynsky (Wagner), 171.
1853 „ maxittare, Sttmpson, 37.
1878 „ „ Wilson, 12, Taf. 4, Fig. 1 a— e.
1880 „ „ Wilson, 480, Taf. 3, Fig. 12—15.
Diese Art wurde gefunden an der Murmanküste (Jarzynsky), an der Küste Norwegens von Finmarken bis ins Skagerrack (Sars), an den dänischen Küsten bis in den Kleinen Belt (Hansen), an den britischen Küsten (Johnston), an der Nordküste von Frankreich, bei Holland und Helgoland (Hoek), bei Grönland (Kröyer) und an der Ostküste von Nordamerika südwärts bis nach Massachusetts (Stimpson, Wilson), unter Steinen, oft zusammen mit Pycnogonum littorale, im flachen Wasser, kommt aber auch bis 182 m tief vor.
Gen. Anoplodactylus Wilson 1878.
^Anoplodactylus petiolatus (Kröyer)
1844 Phoxichilidium petiolatum, Kröyer, 123.
1849 „ „ Gaimard (Kröyer), Taf. 38, Fig. 3 a— f.
1884 „ „ Hansen, 650.
1885 „ „ Hansen, 130, Taf. 7, Fig. 22. 1888 Anoplodactylus petiolatus, Sars, 341, No. 5.
1891 „ „ Sars, 25, Taf. 2, Fig. 2a— 1.
1893 „ „ Norman, 152.
1847 Phoxichilidium mutilatum, Frey und Leuckart, 165.
1874 .. „ Semper, 271, Taf. 17, Fig. 12—16.
Arktische und subarktische Pantopoden. 53
1864 Pallene pygmaea Hodge, 116, Taf. 13, Fig. 16 — 17.
1882 Phoxichilidium pygmaeum, Hoek, 514, Taf. 26—27, Fig. 22—25.
1878 Anoplodactylus lentus, Wilson, 14, Taf. 4, Fig. 3 a — e.
1880 „ „ Wilson, 482, Taf. 3, Fig. 16—18.
1881 Phoxichilidium longicolle, Dohrn, 177, Taf. 13, Fig. 1 — 8. 1881 „ exiguum, Dohrn, 181, Taf. 12, Fig. 19—22.
Im flachen Wasser 10—22 m tief auf Mudgrund gefunden an der norwegischen Küste bei Arendal, Drontheim, Nordland (Sars, Norman), an den dänischen Küsten bis in den Sund, Grossen und Kleinen Belt (Hansen), bei England (Hodge), Helgoland auf Tubularien (Frey und Leuckart, Semper), Holland, Nordfrankreich (Hoek), an der spanischen Küste (Norman), im Golf von Neapel auf Bryozoen 14 m tief (Dohrn). An der Ostküste von Nordamerika lebt diese Art an Polypenstöcken und Ascidien bis 11 m tief (Wilson).
* Anoplodactylus typhlops O. Sars
1888 Anoplodactylus typhlops, Sars, 341, No. 6.
1891 „ „ Sars, 29, Taf. 2, Fig. 3 a— e.
Bei Magno, S. von Drontheimfjord 182 m tief gefunden (Sars).
Farn. IV. Ammotheidae.
Rumpf undeutlich segmentiert. Scheren verkümmert oder fehlend. Palpen gegliedert. Rüssel spindel- förmig, beweglich. Brutbeine bei Männchen und Weibchen.
Gen. Ammothea Leach 1815.
*Ammothea echinata Hodge
1864 Achelia echinata, Hodge, 115, Taf. 12, Fig. 7—10.
1868 „ „ Grube, 27, Taf. 1, Fig. 6.
1882 Ammothea echinata, Hoek, 509, Taf. 25, Fig. 14—16.
1888 „ „ 0. Saks, 355, No. 38.
1891 „ „ Sars, 120, Taf. 13, Fig. la— m.
1864 Ammothea brevipes, Hodge, 114, Taf. 12, Fig. 1 — 4.
1878 Ammothea acheloides, Wilson, 16, Taf. 5, Fig. la— e.
1880 „ „ Wilson, 484, Taf. 4, Fig. 19—20.
1881 Ammothea fibulifera, Dohrn, 141, Taf. 4, Fig. 1—22.
Ammothea echinata lebt im flachen Wasser an der Westküste Norwegens bis 37 m tief (Sars). Sie wurde gefunden an der britischen Küste (Hodge), bei Holland, Nordfrankreich (Hoek, Grube) und im Golf von Neapel 8 — 10 m tief (Dohrn). Die von Wilson angegebene Verschiedenheit zwischen brevipes Hodge (= echinata Hodge) und seiner Art acheloides halte ich nicht für ausreichend, um einen neuen Artbegriff für die bei Neubraunschweig gefundenen Exemplare aufzustellen.
* Aminot hea laevis (Hodge)
1864 Achelia laevis, Hodge, 115, Taf. 13, Fig. 12. 1*91 Ammothea laevis, Sars, 124, Taf. 13, Fig. 2a— m.
An der englischen Küste (Hodge) und an der norwegischen Küste bei Christiansund 38—56 m tief auf Algen und Bryozoen nur 2 Exemplare gefunden.
Vielleicht fällt diese Art zusammen mit A. echinata.
54 K. MÖBIUS,
*Aminothea spinosa (Stps.)
1853 Zetes spinosa, Stimpson, 37.
1878 Achelia spinosa, Wilson, 7, Taf. 2, Fig. la— h.
1880 „ .. Wilson, 473, Taf. 1, Fig. 4; Taf. 2, Fig. 8.
An der Ostküste Nordamerikas, von Neubraunschweig bis Block Island (41 ° n. Br.) auf Ascidien, Hydroidpolypen, unter Steinen bis 62 m tief.
*A)Hi}tothea scnbra (Wilson) 1880' Achelia scabra, Wilson, 475.
An der Ostküste Nordamerikas wurden 2 Exemplare gefunden. Ammothea spinosa und scabra sind wahrscheinlich nur lokale Formen von A. echinata (Hodge).
Farn. V. Eurycydidae.
Rumpf deutlich segmentiert. Rüssel beweglich unter den Rumpf gebogen. Scheren mehr oder weniger verkümmert. Hand klein. Palpen lang. Brutbeine bei Männchen und Weibchen. Beine ohne Neben- klauen.
Gen. Etivycyde Schiödte 1857.
Eurycyde hispida (Kröy.)
1844 Zetes hispidus, Kröyer, 117.
1849 „ „ Gaimaed (Keöyer), Taf. 38, Fig. la— h.
1885 „ ,. Jarzynsky (Wagner), 171.
1857 Eurycyde hispida, Schiödte, 71.
1887 „ ,. Hansen, 171, Taf. 19, Fig. la— b.
1888 „ „ Sars, 356, No. 40.
1891 „ .. Sars, 128, Taf. 14, Fig. la— g.
Gefunden auf der deutschen Spitzbergen- Expedition 1898 auf Station 33 bei König-Karls- Land 105 m tief auf Steinen, blauem Schlick- und Muschelgrund, vorher in der Karasee (Hansen), an der Murmanküste (Jarzynsky), an der Küste Norwegens 91— 182 m tief, zwischen Finmarken und Bären-Insel (Sars) und an der Ostküste Grönlands (Kröyer).
Gen. Ascorhynchus O. Sars 1876.
* Ascorhynchus abyssi O. Sars
1877 Ascorhynchus ahyssi, Sars, 367, No. 8.
1888 ,. ,. Sars, 356, No. 41.
1891 „ „ Sars, 133, Taf. 14, Fig. 2 a— t,
Gefunden vom 63. bis 78. ° n. Br. SW. von den Lofoten, zwischen Faröer-Insel und Island, zwischen Bären-Insel, Spitzbergen, Jan Mayen und Grönland 1976—2758 m tief (Sars).
* Ascorhynchus tridens Mein. 1899 Ascorhynchns tridens, Meinert, 55, Taf. 5, Fig. 7 — 18.
Südöstlich von Grönland 932—2464 m tief auf graubraunem und blauem Mud und Biloculin-Mud, Temp. o,6° bis i,i° (Meinert). Diese Art ist nur wenig verschieden von A. abyssi O. Sars.
Arktische und subarktische Pantopoden. er
Farn. VI. Colossendeidae.
Rumpf nicht segmentiert. Rüssel gross, unbeweglich. Scheren fehlen erwachsenen Individuen. Palpen gegliedert. Brutbeine bei Männchen uud Weibchen.
Gen. Colossendeis Jarzynsky 1870.
Colossendeis proboscidea (Sab.)
1824 Plioxichilus proboscideus, Sabine, C'CXXVI.
1877 Colossendeis proboscidea, Sars, 368.
1881 „ „ Hoek, 22, Taf. 2, Fig. 41—42.
1887 .. ., Hansen, 174.
1888 .. ,. Sars, 356, No. 42.
1891 .. „ Sars, 138, Taf. 15, Fig. la— d.
1898 „ „ Carpenter, 633.
1899 „ „ Meinert, 57.
1885 Colossendeis borealis, Jarzynsky (Wagner i, 171. 1881 Anomorhynchus Smithi, Miers, 50, Taf. 7, Fig. 6 — 8.
Die Olga-Expedition (Hartlaub) fand viele Exemplare im W. der Bären-Insel 84 — 165 m tief auf Sand- und Schlickgrund. Das Verbreitungsgebiet reicht vom 64 ° bis zum 80 ° n. Br. Fundstätten sind: Storeggenbank zwischen Norwegen und Faröer-Inseln 753 m tief (Sars), Faröerkanal (Hoek), Jan Mayen (Meinert), Murmanküste ( Jarrzynsky), Barentssee (Hoek), Karasee (Hansen), sibirische Küste (Stuxberg), Franz-Josefs-Land 54 m (Miers, Carpenter), Davisstraße, Grönland 753 — 1320 m tief (Meinert), arktisches Nordamerika (Sabine).
^Colossendeis angusta O. Sars
1877 Colossendeis angusta, Sars, 368.
1881 „ „ Wilson, 243, Taf. 8, Fig. 8 und 13.
1887 „ „ Hoek, 5, Taf. 1, Fig. 8.
1887 „ „ Hansen, 175.
1888 „ „ Sars, 356, No. 43.
1891 „ .. Sars, 140, Taf. 15, Fig. 2 a— f.
1899 „ .. Meinert, 59, Taf. 5, Fig. 21—22.
Zwischen Norwegen und den Faröer-Inseln, bei den Lofoten, der Bären-Insel (Hoek, Sars), Jan Mayen, Island, Grönland (Meinert), Karasee (Hansen), an der Ostküste Nordamerikas bis 38 ° n. Br. auf Tiefen von 96 — 2270 m. Die meisten wurden 1300 -1500 m tief gefunden (Meinert).
^Colossendeis colossea Wilson
1881 Colossendeis colossea, Wilson, 244, Taf. 1, Fig. 1 ; Taf. 3, Fig. 5—7. 1899 „ „ Meinert, 58.
Gefunden an der Ostküste von Nordamerika zwischen 38 "45' und 41 ° 33' n. Br. 958—2022 m tief (Wilson), im Nord-Atlantik 61 ° 44' n. Br. 2137 m und in der Dänemarkstraße 2448 m tief (Meinert). Nach Meinert ist C. colossea Wilson nicht identisch mit gigas Hoek, wofür sich Hoek und Schimkevvitsch aus- gesprochen haben.
*Colossendeis clavata Mein. 1899 Colossendeis clavata, Meinert, 57, Taf. 5, Fig. 19—20.
Südlich von Island wurde 1 Exemplar i960 m tief gefunden, Temperatur 3,1 ° (Meinert).
56
K. MÖBIUS,
* Colossendeis macerrima Wilson
1881 Colossendeis macerrima, Wilson, 246, Taf. 1, Fig. 2; Taf. 3, Fig. 9 — 12; Taf. 5. Fig. 32.
1899 „ „ Meinert, 60.
?1896 Colossendeis leptorhynchus, Hoek ; var. septentrionalis, Caullery, 362.
An der Nordostküste von Amerika 38" 18' n. Br. 1685 m tief (Wilson), zwischen Island und Grön- land 143 und 2448 m tief (Meinert), und (?) im Golf von Gascogne 1710 m (Caullery). Hoek hält seine Species leptorhynchus, beschrieben im Challenger-Report 1881, p. 64, Taf. 8, Fig. 3—7, im Schlußwort p. 147 für sehr ähnlich, wenn nicht identisch mit macerrima Wilson. Erweist sich diese Ansicht als richtig, dann lebt macerrima nicht bloß im nordatlantischen, sondern auch in großen kalten Tiefen, 2500—2900 m, des südatlantischen Meeres zwischen 33 ° 42' bis 51° s. Br. in Temperaturen von 0,8 ° bis 1,5° C, 730 m tief bei 7,9° C auf 51 ° 30' s. Br.
*Colossendeis minuta Hoek 1881 Colossendeis minuta, Hoek, 73, Taf. 10, Fig. 12—14.
Ein vielleicht nicht ganz ausgewachsenes Exemplar wurde südlich von Halifax, Neuschottland, 2213 m tief bei 2,8" C Bodentemperatur auf grauem Mud gefangen. Hoek bemerkt, daß es nach der Form des Rüssels zwischen C. leptorhynchus und C. gracdis steht.
Sehr wünschenswert sind Vergleichungen vieler Exemplare aller der Formen, welche zur Auf- stellung der Artbegriffe Colossendeis angusta, macerrima, colossea, gigas, leptorhynchus, gracilis, minuta und clavata gedient haben.
Farn. VII. Pycnogonidae.
Rumpf deutlich segmentiert. Ohne Scheren, ohne Palpen. Brutbeine haben nur die Männchen.
1762 Phalangium
1 764 Pycnogonum
1780
1789
1837
1840
1843
1844
1845
1849
1869
1869
1873
1877
1880
1881
1882
1884
1885
Gen. Pycnogonum Brünnich 1764. Pycnogonum littorale (Ström)
littorale, Ström I, 209, Taf. 1, Fig. 17. littorale, Brünnich, 87, Fig. 4.
Fabricius, 233.
Abildgaard, 68, Taf. 119, Fig. 10—12.
Johnston, 376, Taf. 13, Fig. 1 — 3.
Milne-Edwards, 537.
Thompson, 270.
Oersted, 73.
Kröver, 126.
Gaimard (Kröter), Taf. 38, Fig. 4a— e.
Grube, 64 (S.A.).
Norman, 301.
Möbiü.s, 153.
Hoek, 236.
Wilson, 469, Taf. 1, Fig. 1—3.
Hoek, 99.
Hoek, 520.
Hansen, 652.
Jarzynsky (Wagner), 171.
Arktische und subarktische Pantopoden. cy
1888 Pycnogonum littorale, Sars, 339.
1891 „ „ Sars, 7, Taf. 1, Fig. la— e.
1893 „ „ Möbius, 76. 1896 „ „ Caullerv, 363.
1766 Acarus marinus s Polygonopus, Pallas, 188, Taf. 14, Fig. 21 — 23.
1767 Phalangium bnlaenarum, Linne, 1028. 1804- .. „ Latreille, 332.
1844 .. .. Goodsie, 1, Taf. 1, Fig. 1.
1854 „ pelagicum, Stimpson, 37.
Pycnogonum littorale lebt an den europäischen Küsten vom 71 ° bis zum 45 °, an den ostamerikanischen von Grönland (66°) bis Long Island (40 °). Es wurde gefunden im Weißen Meere und an der Murman- küste (Jarzynsky, Hansen), in Finmarken, bei den Lofoten und an anderen Stellen der norwegischen Küste (Ström, Brünnich, O. F. Müller, Kröyer, Sars, Möbius), im Kattegat, Sund, Großen und Kleinen Belt (Örsted, Möbius, Hansen), auf Nordsee-Austern bänken , an den britischen Küsten (Johnston, Thompson, Goodsir, Norman), an der holländischen und belgischen Küste (Pallas, Hoek), an der Westküste Frankreichs (Milne-Edwards, Grube, Caullery), bei Island (Kröyer), Grönland (Fabricius), an der Ostküste von Nordamerika (Stimpson, Wilson). Im flachen Wasser lebt Pycnogonum unter Steinen, an Actinien, an Pflanzen, in größeren Tiefen auf Sand und Mudgrund. An der schottischen Küste ist es bis 97 m tief gefangen worden (Hoek), an der norwegischen bis 150 m (Sars), vor der Westküste Frankreichs 400 m, an der Ost- küste von Nordamerika bis 742 m tief (Wilson). In gleichmäßig kalten Regionen wird es größer als in wechselwarmen.
*I*ycnogonwm crassirostre O. Sars
188S Pycnogonum crassirostre, G. 0. Sars, 340.
1891 .. „ G. 0. Sars, 12, Taf. 1, Fig. 2, 2 a— li.
1894 .. „ Norman, 151. 1899 „ „ Meinert, 61.
Von diesem schlanken, dickrüsseligen Pycnogonum wurden nur wenige Exemplare an der norwegischen Küste und bei Island 54 — 143 m tief in 6 — 70 warmem Bodenwasser gefunden.
Gen. Phoxichilus Latreille 1816. *Phoxichilus spinosus (Mont.)
1808 Phalangium spinosum. Montagu, 100, Taf. 5, Fig. 7 a, b.
1837 Phoxichilus spinosus, Johnston, 377.
1844 ,. ,. Goodsir, 2, Taf. 1, Fig. 3—5.
1844 „ „ Kröyer, 125.
1849 ,. „ Gaimard (Kröyer), Taf. 35, Fig. la— f.
1882 .. „ Hoek, 518, Taf. 27, Fig. 29: Taf. 28, Fig. 33.
1888 .. „ Sars, 340, No. 3.
1891 „ ,. Sars, 15, Taf. 1, Fig. 3, 3 a— g.
1898 „ .. Kerville, 354.
1843 Endeis gracilis, Philippi, 176, Taf. 9, Fig. la— b.
1867 Phoxichilus inermis, Hesse, 199.
1869 „ laevis, Grube, 50, Taf. 1, Fig. la — c.
1881 ,. vulgaris, Dohrn, 169, Taf. 10, Fig. 6; Taf. 10a, Fig. 16 — 20; Taf. 11, Fig. 1—10, 12, 13, 16—27.
Fauna Arctica, Bd. II. 8
58 K. MÖBIUS,
Phoxichilus spinosus lebt an der Westküste Norwegens bis 60 ° n. Br. (Sars, Kröyer), an den Küsten von Schottland und England (Leach, Montagu), Nordfrankreich (Grube, Hoek, Kerville), im Golf von Neapel im flachen Wasser 1 — 2 m tief an Polypenstöcken und Ascidien.
B. Zusammenstellung der Pantopoden, welche südwärts von dem 30° s. Br. in kaltem Wasser
gefunden worden sind.
I. Nymphonidae.
Nymphon procerum Hoek 1881, 39.
W. von Valparaiso, 33 ° 31' s. Br., 74 ° 43' w. L., 3948 m, Temp. 1,1 ° C. Nymphon longicollum Hoek, 1881, 40.
W. von Chili, 34 ° 7' s. Br., 73 ° 56' w. L., 4060 m, Temp. 1,3° C. Diese Art steht N. longitarse Kröy. nahe. Nymphon phasmodes Böhm 1879, 173.
SW. vom Cap der guten Hoffnung, 94 m. Nymphon antarcticum Pfeffer 1889, 41.
Süd-Georgien. Nymphon brevicaudatum Miers 1879, 212.
Kerguelen. Nahe verwandt mit N brevitarse Kröyer Nymphon brachyrhynchus Hoek 1881, 47.
Kerguelen, 82—220 m. Aehnlich N. strömi Kröyer Nymphon hamatum Hoek i88i, 36.
Crozet-Inseln, 2513 — 2925 m, Temp. 1,5° bis 0,8 n. Nymphon fuscum Hoek 1881, 48.
Kerguelen, 45 m. Aehnlich N. gracilipes Miers Nymphon meridionale Hoek 1881, 43.
65 ° 42' s. Br., 790 49' ö. L., 3062 m. Aehnlich N. gracilipes Miers Nymphon gracilipes Miers
Kerguelen.
Den Namen Nymphon gracilipes, womit Heller 1875 die subarktisch-arktische Art Nymphon strömi bezeichnete (s. p. 46) gab Miers in demselben Jahre einer bei den Kerguelen gefundenen Art, die nicht mit N. strömi übereinstimmt. Nachdem er von der Verwendung des Speciesnamens gracilipes für eine nordische Nynqjhon-Art Kenntnis erhalten hatte, gab er 1879 (p. 211) seiner antarktischen Art den Namen antarcticum. Sie ist nach seiner Ansicht Nymphon grossipes O. Fabr. ähnlich, weicht aber von dieser ab durch die Form des Nackens und der Beine. Nymphon gracilipes Miers hat Böhm 1879 ausführlicher beschrieben und besser abgebildet als Miers. Den Namen gracilipes einzuziehen, ist nicht nötig, weil Nymphon gracilipes Heller mit Nymphon strömi synonym ist. G. Pfeffer hat daher auch den Speciesnamen antarcticum für eine von ihm aufgestellte Art verwendet.
Nymphon compactum Hoek 1881, 41.
Auckland, 40° 28' s. Br., 177 ° 43' ö. L., 2010 m, 2 ° C. Nymphon longicoxa Hoek 1881, 38.
Auckland, 40 ° 28' s. Br., 177 ° 43' ö. L., 2010 m, 2° C.
Arktische und subarktische Pantopoden. cg
Nymphon gracile Leach (Johnston) benennt W. Schimkewitsch (1890, p. 21) eine Nymphon-Form, die während der Reise des Vettor Pisani auf Macrocystis bei Cabo de las Vergenes (am Osteingang in die Magellanstraße) in einem eiertragenden Individuum gefunden wurde. Die Länge ihres Körpers beträgt 23/i mmi die Länge der Beine 9— 9V4 mm- Die Hauptkralle ist viel kürzer als bei den von Hoek (als N. gracile) abgebildeten Tieren. Bei allen Nymjihon-Formen, die ich für N. grossipes halte, also auch für N. gracile nach Leach, Johnston, Hoek u. a., ist die Hauptkralle wenigstens halb so lang wie das 2. Tarsalglied. Das zeigen auch alle guten Abbildungen der Species grossipes und deren Synonyma, auch die von Schimkewitsch citierten. Das auf Macrocystis gefundene Nymphon ist also nicht N. gracile Leach = N. grossipes Fabr. und darf daher nicht als Beweis des Vorkommens dieser Art bei Cap de las Vergenes (Capo Vergini) angesehen werden.
II. Pallenidae.
Pallene dimorpha Hoek 1898, 290. Kerguelen, 82 — 220 m.
III. Phoxichilididae.
Phoxichilidium patagonicum Hoek 1881, 84.
Nicht fern von Patagonien 46 ° 53' s. Br., 75 ° 11' w. L. ; 50 u 10' s. Br., 74 ° 42' w. L. ; 52 ° 20' s. Br., 68" w. L., 82—319 m, 8,8" C. Phoxichilidium patagonicum, var. elegans Hoek, 1881, 86.
37" 17' s. Br., 52« 53' w. L., 1097 m, 2,7° C. Phoxichilidium pilosum Hoek 1881, 90.
46 " 16' s. Br., 48° 27' ö. L., 2925 m, 0,8° C, 53" 48' s. B., 108° 35' ö. L., 3565 m. Anoplodactylus neglectus Hoek 1898, 293.
Prinz Edward-Inseln, Crozet-Inseln, 2569 — 2970 m.
IV. Ammotheidae.
Ammothea claussi Pfeffer 1889, 45.
Süd-Georgien. Ammothea grandis Pfeffer 1889, 43.
Süd-Georgien. Ammothea hoelei Pfeffer 1889, 46.
Süd-Georgien. Tanystylum styligerum Miers 1879, 213.
Kerguelen, 9 — 12 m. Tanystylum dohrni (Pfeffer) 1889, 48.
Süd-Georgien.
Der Gattungsbegriff Clofcnia, von Dohrn 1881 aufgestellt, ist synonym mit Tanystylum Miers
(1879).
Die Species Tanystylum dohrnii Schimkewitsch, gefunden bei den Abrolhos an der Küste Brasiliens, beschrieben 1890, 4, muß einen anderen Artnamen erhalten, weil ihn Pfeffer schon vorher verwendet hatte.
/«O
ÖO K. MÖBIUS,
V. Eurycydidae.
Ascorliynchus glaber Hoek 1881, 53.
Bei den Prinz-Edward- und Crozet-Inseln, 46 ° 46' s. Br., 45" 31' ö. L., 2513 m, Temp. 1,5° C. Steht Ascorliynchus abyssi Sars nahe.
VI. Colossendeidae.
Colossendeis media Hoek 1881, 71.
Chili, 340 r s. Br., 73 ° 56' w. L., 4068 m, 1,3° C. Colossendeis gigas Hoek 1881.
Chili, 330 42' s. Br., 780 13' w. L., 2514 m, i,5°C. Prinz-Edward-Inseln 460 46' s. Br , 45 ° 31' ö. L. und 460 16' s. Br., 480 27' ö. L., 2514—2926 m, 1,5° bis o,8° C.
Colossendeis leplorhynchus Hoek 1881, 64 und 147.
Chili, Prinz-Edward-Inseln zusammen mit C. gigas, außer dem noch bei Patagonien, 51 ° 30' s. Br., 740 3' w. L., 731 m, 7,9° C. Vielleicht identisch mit C. macerrima Wils. (p. 56).
Colossendeis breviceps Hoek 1881, 70.
Oestlich von Südamerika, 36 ° 44' s. Br., 460 16' w. L., 4864 m. Colossendeis megalongx Hoek 1881, 67.
Von Patagonien bis Kerguelen 51 ° — 52 ° s. Br., 100 — 219 mi 7 bis 8° C. Colossendeis robusta Hoek 1881, 66.
Kerguelen, 219 m. Colossendeis gracilis Hoek 1881, 69.
Südlich vom Cap der guten Hoffnung, 460 iö' s. Br., 48 ° 27' ö. L., 2926 m, 0,8 ° C. ; 46 ° 46' s. Br., 450 31' ö. L., 2014 m, 1,5° C.
VII. Pycnogonidae.
Pycnogonum magellanicum Hoek 1898, 296.
52 ° 20' s. Br., 68° w. L., 100 m, 8,8° C.
Auf der „Gazellen"-Expedition wurde bei den Kerguelen ein männliches Pycnogonum mit Eierhaufen gefunden, welches R. Böhm (1879 p. 191) für Pycnogonum littorale (Ström) hielt. Er schreibt darüber: „Es hat zwar ein auffallend wenig zugespitztes Rostrum, sowie auf dem ersten Thorakalsegment hinter dem Augenhöcker nicht einen, sondern 2 nebeneinander stehende, sehr kleine Buckel, stimmt indes in allen wesentlichen Merkmalen sonst so sehr mit Pycnogonum littorale überein, daß ich es von diesem specifisch nicht zu trennen wage."
Ich habe dieses Exemplar mit mehreren Exemplaren von Pycnogonum littorale von schleswigschen Austernbänken verglichen. Bei diesen ist der Rüssel so lang wie die beiden folgenden Rumpfsegmente zusammen; bei dem Pycnogonum von den Kerguelen hat der Rüssel die Länge der drei folgenden Segmente. Vorn ist er, wie schon Böhm bemerkt hat, viel weniger zugespitzt als bei Pycnogonum littorale. Die von Böhm erwähnten 2 kleinen Buckel hinter dem Augenhügel liegen diesem viel näher, als der eine kleine Buckel bei Pycnogonum littorale. Bei diesem ist der Rumpfanhang kürzer und hinten breiter als bei der Form von den Kerguelen. Ich halte daher diese für eine besondere Art, nenne sie Pycnogonum magnirostre und werde sie mit den von der Valdivia-Expedition gesammelten Pantopoden ausführlicher beschreiben und auch abbilden.
Arktische und subarktische Pantopoden. 6l
In dem Kaltwassergebiete des Südmeeres sind bis jetzt also keine Pantopoden gefunden worden, die nach der Ansicht ihrer Beschreiber mit Arten des kalten nordatlantischen Oceans ohne jeden Zweifel übereinstimmen. Doch leben dort Vertreter aller Pantopodenfamilien. Die meisten Arten des Südmeeres sind von nordatlantischen nicht mehr verschieden, als nordatlantische Arten einer und derselben Gattung voneinander abweichen. Die Gattungen Nymphon und Colossendeis sind nicht bloß im Norden, sondern auch im Süden reich an Arten. Die größten Pantopoden haben sich ausgebildet auf dem kalten, dunklen, ruhigen Meeresgrunde, der Todesstätte der Planktonwesen. Diese ihrer Natur günstigsten allgemeinen Lebensbedingungen finden sie in den kalten oceanischen Tiefen von Pol zu Pol. Völlige Gleichheit derselben ist in einem so ausgedehnten Verbreitungsgebiete nicht zu erwarten. Es ist daher sehr begreiflich, daß unter ungleichen biocönotischen Verhältnissen verschiedene Arten in dem einen großen Pantopodenreiche der Erde entstanden sind.
62 K. MÖBIUS,
Verzeichnis der angeführten Schriften.
Abildgaard, P. Ch., Zoologia danica, III, 1789.
Böhm, R, Ueber die Pycnogoniden des Kgl. Zoolog. Museums zu Berlin, insbesondere über die von S. M. S. Gazelle mit- gebrachten Arten. Monatsber. d. Akad. der Wiss. zu Berlin, 1879, p. 170. Brünnich, M. T., Entomologia, sistens Insectorum tabulas systematicas, cum introductione et iconibus, Hafniae 1764. Buchholz, R., Pycnogonida, in: Die zweite deutsche Nordpolfahrt in d. J. 1869 und 1870, IL. Leipzig 1874, p. 396
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Arktische und subarktische Pantopoden. 63
Hoek P. P. C, Report on the Pycnogonida, dredged by H. M. S. Challenger during 1873 — 1876. Zoology, III, 1881.
Append. I. Descript, of the species dredg. during the Cruisce of the „Knight Erranf (in the Farbe Channel), p. 94—99. Hoek P. P. C, The Pycnogonids, dredged during the cruises of the „Willem Barents" in the years 1878 — 1878. In
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albo anno 1869 et 1870, Petersburg 1870. Abgedruckt in: Nie. Wagner, Die Wirbellosen des Weißen Meeres,
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p. 151—154. Tm Text steht irrtümlich Vol. XII, 1893.) Oersted, A. S., De regionibus marinis. Elementa topographiae historiconaturalis freti Oresund, Havniae 1844. Pallas, P. S., Miscellanea zoologica, Hagae 1766. Pfeffer, G., Zur Fauna von Süd-Georgien. Jahrbuch der Hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten VI, 1889,
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64 K. MÖBIUS, Arktische und subarktische Pantopoden.
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Die Fische.
Von
E. Ehrenbaum
in Helgoland.
Fauna Arctica, Bd. II.
Vorbemerkung.
In der nachfolgenden Zusammenstellung der arktischen Fische ist das eigentlich arktische Gebiet in seinem vollen Umfange berücksichtigt worden. Indessen ist aus der borealen Zone das nordpacifische Gebiet unberücksichtigt gelassen. Obwohl die Uebersicht dadurch eine erhebliche Lücke aufweist, so wird die Einschränkung vielleicht doch berechtigt erscheinen, da die Fischfauna des Nordpacific, obwohl durch die amerikanischen Untersuchungen wohlbekannt, wesentlich ein in sich abgeschlossenes Gebiet darstellt, dessen Berücksichtigung den Umfang der vorliegenden Arbeit ganz erheblich hätte anschwellen lassen. Soweit die Beziehungen des Nordpacific zu anderen Gebieten, speciell zum nordasiatischen und nord- amerikanischen Eismeer, durch die Befunde der Vega-Fahrt (Nordenskiöld) und durch amerikanische Expeditionen bereits Aufklärung erfahren haben, sind sie im Nachfolgenden überall mitberücksichtigt worden. Die Untersuchung des von der Vega gesammelten nord- und ostsibirischen Materials durch F. A. Smitt läßt allerdings erwarten, daß die Zahl solcher pacifischer Arten, welche auch im nordischen Eismeer -- speci'ell der alten Welt — vertreten sind, sich noch erheblich vermehren wird , wenn der von Smitt benutzte Maßstab für die Abgrenzung einzelner Arten in ausgedehnterem Maße auf die Vertreter der pacifischen Fauna wird angewandt werden.
Bezüglich der für die einzelnen Arten im Nachstehenden gegebenen Litteraturnachweise sei bemerkt, daß jedes Synonym nur durch eine Litteraturangabe vertreten ist, nämlich diejenige, welche — soweit ersichtlich — auf die erstmalige Anwendung des betreffenden Namens hinweist. Schließlich sind dann in einem besonderen Absatz noch diejenigen Litteraturstellen angegeben, an welchen sich besonders ausführliche Darstellungen und Abbildungen neueren Datums von der betreffenden Form finden.
Die auf der Expedition mit S. M. S. „Olga" im Jahre 1898 von Hartlaub gesammelten Fische, welche mir ebenfalls zur Bearbeitung übergeben wurden, sind im Texte kurz erwähnt. Die von Römer und Schaudinn gesammelten Arten sind mit einem * versehen.
Zur Orientierung gebe ich zuerst ein Verzeichnis sämtlicher in dieser Arbeit behandelten Arten.
Percidae
Perca Art.
1. Perca fluviatilis L.
Acer i na Cuv.
2. Acerina cernua (L.)
Roccus Mitch.
3. Roccus labrax (Cuv.)
Trichiuridae
Aphanopus Lowe
4. Aphanopus minor Collett
9*
68
E. EHRENBAUM,
Bramidae
Pterycombus Fries
5. Pterycombus brama Fries
Brama Schneid.
6. Brama longipinnis Lowe
Scombridae
Orcynus Cuv.
7. Orcynus thynnus (L.)
S comb er Art.
8. Scomber scombrus L.
Xiphiidae
~Kiphias Art. g. Xiphias gladius L.
Lampridae
Lampris Retz.
10. Lampris pelagicus (Gunn.)
Lophiidae Lophius L.
11. Lophius piscatorius L.
Antennarius Comm.
12. Antennarius histrio L.
Ceratias Kröy.
13. Ceratias holbölli Kröy.
Oneirodes Lütk.
14. Oneirodes eschrichti Lütk.
Himantolophus Rhdt.
15. Himantolophus groenlandicus Rhdt.
16. Himantolophus reinhardti Lütk.
Scorpaenidae
Scorpaena Art.
17. Scorpaena dactyloptera Delar.
Sebastes Cuv. *l8. Sebastes marinus (L.)
Cottidae
Centridermichthys Rich. *I9. Centridermichthys uncinatus (Rhdt.) *20. Centridermichthys hamatus (Kröy.)
Triglops Rhdt. *2I. Triglops pingeli Rhdt.
Cottus L. *22. Cottus scorpius L.
23. Cottus pohjacanthocephalus Pall.
24. Cottus jaok (C. & V.)
25. Cottus bubalis Euphr.
26. Cottus scorpioides Fabr.
27. Cottus platycephalus Pall.
28. Cottus laticeps Gilbert
29. Cottus axillaris Gill
30. Cottus quadricornis L.
Gymnocanthus Sw. *3i. Gymnocanthus ventralis (C. & V.)
32. Gymnocanthus pistilliger (Pall.)
33. Gymnocanthus galeatus Bean
Cottunculus COLLETT
34. Cottunculus microps Collett
35. Cottunculus torvus Goode
36. Cottunculus inermis Vaill.
Hemitripterus Cuv.
37. Hemitripterus amcricanus (Gmelin)
Triglinae
Trigla Art.
38. Trigla gurnardus L.
39. Trigla lucerna Willughby
Agonidae
Agonus Schneid. *40. Agonus decagonus Schneid.
41. Agonus cataphractus L.
Siphagonus Steind.
42. Siphagonus barbatus Steind.
Aspidophoroides Lacep.
43. Aspidophoroides monopterygius (Bl.)
44. Aspidophoroides olriki Lütk.
Blenniidae
Chirolophis Sw.
45. Chirolophis galerita (L.) Walb.
Die Fische.
69
Pholis Gron. *4Ö. Pholis gunneüus (L.)
47. Pholis fasciatus (Bl. & Schneid.)
Astemopterix Rüpp.
48. Astemopterix gunettiformis Rüpp.
Lumpenus Rhdt.
49. Lumpenus lampretiformis (Walb.) *50. Lumpenus maculatus (Fries)
*5i. Lumpenus medius Rhdt.
52. Lumpenus fabricii (C. & V.)
53. Lumpenus anguillaris (Pall.)
54. Lumpenus punctatus (O. Fabr.)
55. Lumpenus praecisus (Kröy.)
Auarrhichas Art.
56. Auarrhichas lupus L.
57. Auarrhichas minor Olafsen
58. Auarrhichas lalifrons Steenstr.
Gobiidae
Gobi us Art.
59. Gobius minutus Gm.
Cyclopteridae
Cyclopterus (Art.) L. Cyclopterus lumpus L.
Eumicrotremus Gill Eumicrotremus spinosus • (Müll.)
Cyclo gast er Gron. Cyclogaster montagui Donov. Cyclogaster liparis L. Cyclogaster gelatinosus (Pall.) Cyclogaster herschelinus Scofield
Paraliparis Collett Paraliparis bathybii Collett
Trachypteridae
Trachypterus Gouan Trachypterus arcticus (Brunn.)
Regalecus Asc. Regalecus glesne Asc.
Scombresocidae
Bamphistoma Raf. , Ramphistoma betone (L.)
*6o.
*6i.
62. *63- *64.
65- 66,
67.
68.
69
Scombresox Lacep.
70. Scombresox saurus (Walb.)
Pleuronectidae
Pleuronectes Art.
71. Pleuronectes cynoglossus L.
72. Pleuronectes microcephalus Donov.
73. Pleuronectes limanda L.
74. Pleuronectes platessa L.
75. Pleuronectes flesus L.
76. Pleuronectes glacialis Pall.
Hippoglossus Cuv.
77. Hippoglossus vulgaris Flem.
Platysomatichthys Blkr.
78. Platysomatichthys hippoglossoides (Walb.)
Dr ep anopsetta Gill *79. Drepanopsetta platessoides (O. Fabr.)
Bothus Raf.
80. Bothus maximus (L.)
Scophthalmus B.
81. Scophthalmus norvegicus (G.)
Gadidae
Gadus Art.
82. Gadus aeglefinus L. *83. Gadus callarias L.
84. Gadus ogac Rich.
85. Gadus navaga Koelreuter *86. Gadus saida Lepechin
87. Gadus merlangus L.
88. Gadus pollachius L. *8g. Gadus virens L.
90. Gadus poutassou (Risso)
Merlucius Raf.
91. Merlucius argentatus Faber
Molua Nilss.
92. Molua dipterygia (Penn.)
93. Molua molva L.
Lota Cuv.
94. Lota vulgaris Jen.
Onos Risso
95. Onos cimbrius L.
70
E. EHRENBAUM,
"103.
96. Onos septentrionalis Collett
97. Onos mustela L.
98. Onos reinhardti (Kköy.)
99. Onos ensis (Rhdt.)
Halop orphyrus Gthr.
100. Haloporphyrus eques Gthr.
Antimora Gthr.
101. Antimora vwla Goode & Bean
Brosmius Cuv.
102. Brosmius brosme (Asc.)
Ammodytidae
Ammodytes Art. Ammodytes tobianus L.
Macruridae
Macrurus Bl. Macrurus fnbricii Sund. Macrurus rupeslris (Gunn.) Macrurus (Chalinura) simidus Goode & Macrurus (Nematonurus) goodei Gthr. Macrurus ingolfi Lütk.
Tra chyrhynchus GlORNA Trachyrhynchus murrayi Ghtr.
Ophidiidae
Rhodichthys Collett
Rhodichihys regina Collett
Bythites Rhdt. Bythites fuscus Rhdt.
Lycodidae
E n che! y opus Gron. Enchelyopus viviparus (L.)
Uronectes Gthr. Uronectes parri Ross
Gymnelis Rhdt. Gymnelis viridis (Fabr.)
Lycodes Rhdt. Lycodes frigidus Collett Lycodes pallidus Collett Lycodes reticulatua Rhdt. Lycodes vahli Rhdt.
104. 105. 106. 107. 108.
109.
110.
in,
112.
113. 114.
"5-
116.
'117.
118.
119. Lycodes sarsi Collett
120. Lycodes muraena Collett
Orthagoriscidae
Ort hag oriscus Schn.
121. Orthagoriscus mola (L.)
Gasterosteidae
Gast er osteus Art.
122. Gasterosteus spinachia L.
123. Gasterosteus aculeaius L.
124. Gasterosteus pungitius L.
125. Gasterosteus inconstans Kirtland
Syngnathidae Syngnathus Art.
126. Syngnathus typhle L.
Salmonidae
Salmo Art. Bean l27- Salmo umbla L. var. alpinus L.
128. Salmo salar Sund. var. nobilis Smitt
129. Salmo salar Sund. var. tndta Flem.
One o r h y n c h u s Suckley
130. Oncorhynchus gorbuscha (Walb.)
Osmerus (Art.)
131. Osmerus eperlanus (L.) var. dvinensis Smitt.
132. Osmerus dentex Steind.
Mallotus Cuv.
133. Mallotus villosus O. F. Müll.
Stenodus Rich.
134. Stenodus nehmt (Pall.)
Coregonus Art.
135. Coregonus albula L.
136. Coregonus lavaretus L.
137. Coregonus omul Pall.
138. Coregonus nasutus Pall.
139. Coregonus cyprinoides Pall.
140. Coregonus tugun Pall.
141. Coregonus syroli (Pall)
142. Coregonus nelsoni Bean
143. Coregonus lucidus Rich.
144. Coregonus laurettae Bean
Die Fische.
71
Argentina Art.
145. Argentina süns (Asc.)
Microstoma Cuv.
146. Microstoma (?) groenlandica Rhdt.
Scopelidae
Argyrop elecus Cocco
147. Argyropelecus olfersi (Cuv.)
Maur oticus Cocco
148. Maurolicus pennanti (Walb.) 14g. Maurolicus tripunctulatus Esmark
Myctophum Raf.
150. Myctophum elongatum Costa
151. Myctophum glaciale Rhdt.
152. Myctophum arcticum Lütk.
Rhinoscopelus Lütk.
153. Bkinoscopelus andreae Lütk.
Stomias Cuv.
154. Stomias ferox Rhdt.
Cy clothone Goode & Bean
155. Cyclothone microdon (Gthr.)
156. Cyclothone megalops Lütk.
Alepisaurus Lowe
157. Alepisaurus ferox Lowe
Paralepis Risso
158. Paralepis borealis Rhdt.
159. Paralepis kröyeri Lütk.
Notacanthidae
Notacanthus Bl.
160. Notacanthus nasus Bl.
Macdonaldia Goode & Bean
161. Macdonaldia rostrata (Collett)
Clupeidae
Clupea Art.
*i62. Clupea harengus L.
163.
Alepocephalidae
Alepocephalus Risso Alepocephalus agassizi Goode & Bean
Anguillidae
Ang uilla Cuv.
164. Anguilla vulgaris Turt.
Synaphobranchidae
Synaphobranchus Johns.
165. Synaphobranchus pinnatus (Gron.)
Nemichthyidae
Serr ivomer Gill & Ryder
166. Serrivomer beani Gill & Ryder
Saccopharyngidae
Saccopharynx Mitch.
167. Saccopharynx ampullaceus (Harwood)
Acipenseridae
A cipe nser Art.
168. Acipenser sturio L.
169. Acipenser stenorrhynchus Nikolski
Chimaeridae
Chimaera L.
170. Chimaera monstrosa L.
Rajidae
Raja Art.
171. Raja clavata L.
172. Raja radiata Donov.
173. Raja hyp>erborea Collett
174. Raja fyllae Lütk.
175. Raja batis L.
Lamnidae
Isurus Raf.
176. Isurus cornubicus (Gm.)
Cetorhinus Blainv.
177. Cetorhinus maximus (Gunn.)
Scyllidae
Pristiurus Bp.
178. Pristiurus catulus (Gunn.)
Spinacidae
S quäl us Art.
179. Squalus acanthias L.
Etmopterus Raf.
180. Etmopterus spinax (L.)
72 E. EHRENBAUM,
Centroscyllium M. H. Petromyzontidae
181. Centroscyllium fabricii (Rhdt.) Petromyzon Art.
Scymnidae 184. Petromyzon marinus L.
Acanthorhinus Blainv. 185. Petromyzon fluviatilis L.
182. Acanthorhinus carcharias (Gunn.)
Myxinidae
My
183. Chlamydoselachus anguineus Garman 186. Myxine glutinosa L.
Chlamydoselachidae
Chlamydoselachus Garman Myxine L.
Farn. Percidae.
Gen. Perca Art. Perca fluviatilis L.
Perca fluviatilis, Lin., System, nat,, ed. X, p. 289 (1758).
„ americana, Schrank, Abb. Privatges. Oberdeutschland, I (1792). ? Centropomus luleus, Raffinesque, Precis d. decouv. somiologiques, p. 19 (1814). Moräne flavescens, Mitchill, Report fishes Newyork, p. 18 (1814). Bodianus flavescens, Mitchill, Transact. Lit. and Philos. Soc. Newyork, I, 421 (1815). Perca notata, Raffinesque, Amer. inonthly Magaz., 1818 p. 205.
italica, P. flavescens, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., II, 45 (1828).
„ serrato-granulata, P. granulata, P. acuta, P. gracilis, Cuv. & Val., 1. c. p. 47—50 (1828). vulgaris, P. helvetica, Gronovius, Mus. ichthyol., ed. Gray p. 113/4 (1854).
„ fluviatilis flavescens, Steindachner, Sitzgsber. Akad. Wien, LXXVELI, 24 (1878).
Smitt, Scand. fishes, p. 26, pl. III, fig. 1 (1893).
Smitt rechnet den amerikanischen Bars zur gleichen Art wie den europäischen; demnach gilt als Verbreitungsgebiet die gemäßigte Zone auf beiden Seiten des Atlantic. Hier findet er sich außer in den Flußgebieten bisweilen auch in See, meist jedoch in der Nähe von Flußmündungen. Das arktische Gebiet betritt er nur an der norwegischen Küste, wo er nordwärts bis Finmarken verbreitet ist; im mittleren Norwegen scheint er nach Collett ganz zu fehlen, obwohl er im südöstlichen Teil auch vorkommt. An der amerikanischen Ostküste findet er sich nordwärts bis Neuschottland.
Gen. Acerina Cuv. Acerina cernua (L.)
Perca cernua, Lin., Syst. nat., ed. X, I, p. 294 (1758).' Acerina vulgaris, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., III, 4, pl. 41 (1829). „ cernua, Günther, Catal. fish., I, 72 (1859).
Kommt mit Ausnahme der Mittelmeerländer im ganzen gemäßigten nördlichen Europa vor, im arktischen Gebiet vom Weißen Meer bis zur Lena in Sibirien (Pallas).
Gen. Roccus Mitsch. Roccus labrax (Cuv.)
Perca labrax, Lin., Syst. nat., ed. X, p. 290 (1758).
Centropomus lupus, Lacepede, Hist, nat. poiss., IV, p. 267 (1798—1803). Labrax lupus, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., II, p. 56, pl. XI (1828). Labrax linnei, Malm, Göteb. och Bohusl. Fauna, p. 379, (1877).
Die Fische. 73
Die eigentliche Heimat dieses Fisches ist das Mittelmeer und die angrenzenden Küsten des atlantischen Oceans ; in der Nordsee und den benachbarten Gewässern (Kattegat, westliche Ostsee etc.) ist er schon seltener ; noch seltener ist er an der europäischen Küste, wo er nur gelegentlich und zwar nord- wärts bis Tromsö beobachtet worden ist.
Farn. Trichiuridae. Gen. Aphanopus Lowe. Aphanopus minor Collett Aphanopus minor, Collett, Vidensk. Selsk. Forhaudl., Christiania, 1886, No. 19, 3. Goode and Bean, Oceanic ichtkyology, 207 (1896).
Ein einziges Individuum dieser Tiefsee- Art von 352 mm Länge wurde im Juli 1886 an der Ostküste von Grönland an der Oberfläche treibend gefunden unter 65 ° n. Br. und 31 ° w. L.
Fam. Bramidae.
Gen. Pterycombus Fries.
Pterycombus brama Fries
Pterycombus brama, Fries, Kgl. Vet. Akad. Handl. 1837, 15, tab. II (1838). Smitt, Scand. fishes, p. 73, fig. 21 (1893).
Eine außerordentlich seltene Form, welche nur in wenigen Exemplaren an verschiedenen Punkten der norwegischen Küste bis herauf nach Finmarken beobachtet ist. Im Varangerfjord wurde ein Individuum auf flachem Wasser von 4 Fuß Tiefe gefangen.
Lütken erhielt ein junges Exemplar, welches bei 8° 24' n. Br. zwischen Afrika und Südamerika dem Magen eines Orcynus germo entnommen wurde.
Gen. Brama Schneid. Brama longipinnis Lowe
Brama longipinnis, Lowe, Proceed. Zool. Soc. London, 1843, 82.
„ Baschii, Esmark, Christiania Vid. Selsk. Forh., 1861, 238, tab. I (1862). ? „ princeps, Johnson, Proceed. Zool. Soc. London, 1863, 36. ? „ Raii, Lütken, K. Danske Vid. Selsk. Skr. Kbhvn. Ser. 5, Bd. XII, 491, tab. IV, fig. 1 (1880).
Smitt, Scandinav. fishes, p. 80, fig. 24 (1893).
Diese äußerst seltene Form wurde im arktischen Gebiet nur zweimal beobachtet, einmal in Fin- marken und einmal bei Island.
Fam. Scombridae. Gen. Orcynus Cuv.
Orcynus thynnus (L.)
Scomber thynnus, Lixne, System, nat, ed. XII, 493 (1766).
Thynnus mediterraneus, Risso, Hist. nat. d. princ. product. Eur. merid., III, 414 (1826).
„ vulgaris, Th. hrachypterus, Th. coretla, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., VIII, p. 58, 98 und 102, pl. CCX
(1831;. Fauna Arctica, Bd. II. 10
74 E. EHRENBAUM,
Thynnus orientalis, Schlegel, Fauna japonica, pisc, 94 (1840 — 50).
„ thynnus, Günther, Cat. fishes, II, 362 (1860).
„ secundo-dorsalis Storer, Hist. fishes of Massachus., 143, tab. XII, fig. 4 (1867).
„ Linnei, Malm, Göteb. & Bonus. Fauna, 412 (1877).
Orcynus thynnus, Lütken, K. Danske Vidensk. Selsk. Skr., 5. R., nat. math. Afh., Bd. XII, 162 (1880).
„ schlegelii, Steindachner und Döderlein, Beitr. Kenntn. Fische Japan, III, 11, pl. III, fig. 1 (1885).
Smitt, Scand. fishes, p. 97, fig. 28 (1893).
Dieser über die ganze Welt verbreitete Thunfisch ist ein nicht seltener Besucher der europäischen Gewässer; er ist nicht nur an den britischen Küsten, in der Nordsee, dem Kattegat und der Ostsee, sondern auch an den skandinavischen Küsten nordwärts bis zu den Lofoten und neuerdings von Knipowitsch (Ann. Mus. zool. de l'Acad. d. sc, V [1900], p. 245) auch im Kolafjord beobachtet worden.
Gen. Scomber Art. Scomber scombrus L.
Sconiber scombrus, Linke, Syst. nat, ed. X, 297 (1758). „ scomber, Linne, Syst. nat., ed. XII, 492 (1766).
Smitt, Scand. fishes, p. 110, pl. V, fig. 2 (1893).
Die Makrele, einer der geschätztesten Nutzfische von Europa und Amerika, hat auf beiden Seiten des Atlantic etwa die gleiche Verbreitung, in Amerika von Cap Hatteras bis Labrador, in Europa von Spanien bis zum äußersten Norden von Norwegen ; jedoch ist sie im arktischen Gebiet und schon jenseits des 62 ° n. Br. sehr selten. Bei Grönland und Island ist ihr Vorkommen nicht bekannt.
Farn. Xiphiidae. Gen. Xiphias Art.
Xiphias gladius L.
Xiphias gladius, Lin., Fauna suecica, ed. II, 110 (1761).
„ rondeletii, Leach, Wern. Mem., II, 58, pl. II, fig. 1 (1818).
Smitt, Scand. fishes, p. 118, pl. XI, fig. 1 (1893).
Der Schwertfisch kommt auf beiden Seiten des atlantischen Oceans vor, einerseits von Cuba bis Cap Breton, besonders häufig bei Cap Cod und den Neufundlandbänken, andererseits im Mittelmeer und vom Cap der guten Hoffnung bis zum äußersten Norden von Norwegen; auch im Indischen und im Pacifischen Ocean kommt er vor. Obwohl er an den englischen und den südskandinavischen Küsten nicht fehlt und auch in der Ostsee beobachtet wurde, so ist er im eigentlich arktischen Teil der norwegischen Küste doch sehr selten.
Farn. Lampridae.
Gen. Lampris Retz. Lampris pelagicus Gunn.
Scomber pelagicus, Gdnnerus, Kgl. Norske Vid. Selsk. i Trondhj. Skr., Deel 4, p. 92 (1768). Zeus guttatus, Brünnich, K. Danske Vid. Selsk. Skrift. n. Saml., Deel 3, p. 398, tab. A (1788).
„ luna Gmelin, Linne, Syst. nat., I, 1225 (1788).
„ regius, Boxnaterre, Encycl. ichth., 72, pl. XXXIX (1788).
Die Fische. -»
Lampris guttatus, Rktzius, K. Vet. Akad. nya Hand]., XX, 98 1799). Scomber gunneri, Bloch & Schneider, Syst. ichthyol., 38 (1801 Zeus imperiales, Shaw, Nat. Mise, IV, 140 (1803.)
„ opah, Shaw, General Zool., IV, 287 (1803). Lampris lauta, Lowe, Hist. fishes Madeira, 27 (1H43).
„ luna, Günther, Cat. fish., II, 416 (1860).
„ regius, Goode, & Bean, Oceanic Ichthyol., 223 (1895 .
Smitt, Scandinav. fishes, p. 153, fig. 34 (1893 .
Dieser als Speisefisch außerordentlich geschätzte Fisch ist ein Bewohner der offenen Gewässer des paeifischen und des atlantischen Oceans, in letzterem Gebiet bei Madeira ziemlich häufig, ferner im Mittel- meer, an den amerikanischen Küsten von Cuba bis Neufundland, an den europäischen bei Island, Fin- marken, an der Murmanküste und im Weißen Meer beobachtet worden, im hohen Norden jedoch recht selten ; auch von Grönland (Arsuk) wird er angegeben.
Farn. Lophiidae s. Pediculati. Gen. Lophius L.
Lophius piscatorius L.
Lophius piscatorius, Lin., Syst. nat., ed. X, T. I, 236 (1758).
barbatus, Montin, Vet. Akad. Handl., 1779, 187, tab. VII. „ americanus, Cuv. & Val., Hist. nat., poiss., XII, 380 (1837). „ eurypterus, v. Düb. & Kor., Vet. Akad. Handl, 1844. 63, tab. III, fig. 1 — 3.
Smitt, Scandinav. fishes, p. 138, pl. X, fig. 2 (1893).
Der sog. Seeteufel oder Angler besitzt eine außerordentlich weite Verbreitung im atlantischen Becken , nämlich vom Cap der guten Hoffnung bis nach Island und zum Varangerfjord und auf der amerikanischen Seite von den Neufundlandbänken bis Cap Hatteras und in der Tiefe (209 Faden) weiter bis Barbados; auch im Mittelmeer und Schwarzen Meer fehlt er nicht; an der Ostsee beschränkt sich sein Vorkommen auf den westlichen Teil. In Grönland scheint er zu fehlen ; dagegen erwähnt ihn Knipowitsch auch von der Murmanküste.
Gen. Antennarius Comm.
Antennarius histrio L.
Lophius tumidus, Lin., Museum regis Adolphi Friderici, 56 (1754).
„ histrio, Lin., Syst. nat., ed. X, 237 (17.">s . Chironectes laevigatus, Cuv., Mem. mus. d'hist. nat., III, 423, tab. XVI und XVIII (1817).
„ pictus, tumidus, laevigatus, nesogallicus, marmoratus, Cuv. & Val., Hist. nat., poiss., XII (1837) [über
die Synonyme cf. Günther, Catal. III]. „ ar oticus, v. Dübex & Koren, Kong. Vet. Akad. Handl. Stockh., 1844, 72, tab. III, fig. 4 u. 5.
Antennarius marmoratus, Günther, Cat., III, 185 (1861). Vlerophryne histrio, Gill, Proc. U. S. Nat. Mus., Vol. I, 222 (1879). Antennarius histrio, Jordan & Gilbert, Synopsis, 846 (1883).
Die eigentliche Heimat dieses Fisches ist das Sargasso-Meer zwischen den Azoren und Amerika ;
auch in Westindien ist er nicht selten und im indischen Ozean sowie im Pacific ist er zwischen
treibenden Meerespflanzen beobachtet worden. Mit dem Golfstrom ist er gelegentlich bis in das arktische
Gebiet gelangt, und zwar wurden im Jahre 1826 2 Exemplare auf der Höhe von Vardö zwischen
Lodden gefangen. Eins dieser Tiere von 47 mm Länge befindet sich im Museum zu Bergen. Der Fisch
ist seitdem im hohen Norden nicht wieder beobachtet worden.
10*
y6 E. EHRENBAUM,
Gen. Ceratias Kröy. Ceratias holbölli Kröy. Ceratias holbölli, Kröyer, Nat, Tidsk., 2. Eäkke I, 639 (1844).
Gaimard, Voyages en Scandinavie etc., pl. IX (ohne Text). Goodb & Bean, Oceanic ichtkyology, 484, fig. 399 (1896).
Dieser seltsame, ganz schwarz gefärbte Fisch ist bisher nur in 4 Exemplaren bekannt geworden ; 3 davon, 45—70 am lang, stammen von Grönland, eins von Nova Scotia.
Gen. Oneirodes Lütk. Oneirodes eschriehti Lütk.
Oneirodes eschrichtii, Lütken, Overs. Dansk. Vidensk. Selsk. Forh., 1871, 56, pl. II. Goode & Bean, Oceanic ichtkyology, p. 492 (1896)
Nur in einem 20 cm langen Exemplar aus der Tiefsee bei Grönland bekannt.
Gen. Himantolophus Rhdt. Himantolophus groenlandicus Rhdt. Himantolophus groenlandicus, Reinh., Dansk. Vid. Selsk. Nat. Math. Afh., 4. Eäkke V, p. 74 (1832).
Goode & Bean, Oceanic ichthyol., p. 493, fig. 405.
Eine Form, welche niemals gründlich beschrieben ist, da das einzige von Grönland stammende Exemplar von 58 cm Länge unvollständig war.
Himantolophus reinhardti Lütk.
Himantolophus reinhardti, Lütken, Kong. Dansk. Vidensk. Selsk. Skrift., 5. R. nat.-math. Afd., 11. Bd., V, 321 (1878). Corynolophus reinhardti, Gill, Proceed. U. S. Nat. Mus., 1878, 219.
Lütken, 1. c. 6. Räkke 4. Bd., V, 309, pl. I, II, fig. 1 — 4 (1887), und Vidensk. Meddelelser nat. Foren. Kjöbenhavn f. 1894, p. 78.
Auch diese Art ist nur aus einem grönländischen Exemplar von 35 cm Länge und einem etwa
gleich großen Exemplar, welches 1892 vor der portugiesischen Westküste in 80—90 Faden Tiefe gefangen
wurde, bekannt.
Fam. Scorpaenidae.
Gen. Scorpaena Art.
Scorpaena dactyloptera Delar.
Scorpaena dactyloptera, Delaroche, Ann. Mus. d'hist. nat., XIII, 337, tab. XXII, fig. 9 (1809). Sebastes imperialis, Cuv., Regne animal, ed. II, 167 (1824—33).
„ dactylopterus, Nilsson, Skand. fauna, fisk., p. 100 (1855). Sebastoplus dactylopterus, Goode & Bean, Bull. Mus. comp. Zool., X, 214 (1883). Helicolmus dactylopterus, Goode & Bean, Oceanic ichthyol., 249, fig. 244 (1896).
Smitt, Scand. fishes, p. 154, fig. 43 (1893).
Diese eigentlich südliche Form hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Mittelmeer; sie kommt aber auch im Atlantic vor und ist an der amerikanischen Küste gelegentlich von der Narragansett- bis zur
Die Fische. 77
Chesapeake-Bay beobachtet. Während sie aber zwischen Nordportugal und Südnorwegen niemals bemerkt wurde, geht sie an der Küste Norwegens ziemlich weit in das arktische Gebiet hinein. Sie wurde nördlich noch bei Tromsö gelegentlich in ganz erheblichen Mengen gefangen.
Gen. Sebastes Cuv. *Seb«stes marinus (L.)
Perca Marina, Lin., Syst. nat, ed. XII, T. I, 4S3 (1766). Perca norvegica, Ascan., Ic. rer. nat., Pt. 2, p. 7, tab. IG (1772). Holocentrus norvegicus, Lagep., Hist. poiss., T. IV, 390 (1789). Serranus norvegicus, Fleming, British animals, '212 (1828). Holocentrus sanguineus, Faber, Naturgesch. Fische IsL, 126 (1829 . Sebastes norvegicus, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., T. IV, 327 (1829). Scorpaena norvegica, Richardson, Faun. Bor.-Americ, Fish., 52 (1831 — 37). Sebastes regulus, Fkies & Ekstböm, Skandinaviens fiskar, 197, pl. 49 (1836 — 57).
,, septentrionalis, Gaimard, Voy. Islands et Grönland, poiss., pl. 9 (1838 — 51).
„ viviparus, Kböy., Naturh. Tidskr. Kbhvn., Ser. 2, Vol. I, 268 (1844).
„ marinus, Lütk., Vid. Med. Naturh. Foren. Kbhvn., p. 358 (1876).
Smitt, Scand fishes, p. 14s. fig. 42 und pl. IV, fig. 2 (1893).
Nach Smitt darf man die beiden den verschiedenen Beschreibungen der Autoren zu Grunde liegenden Formen von S. marinus als zu einer Art gehörig betrachten. Obwohl die zuerst von Kröyer gemachte Unterscheidung einer kleineren subarktischen Küstenform (S. viviparus) von einer größeren borealisch- arktischen Form (S. norvegicus) in der Regel unschwer gelingt, so darf man den Unterscheidungsmerkmalen doch nur den Wert von Rassencharakteren beimessen.
Während die größere Form bis über 1 m lang wird, erreicht die kleinere nur '/s dieser Länge. Beide sind lebendiggebärend, und zwar schlüpfen die 3 — 6 mm langen Jungen in sehr großer Zahl (ca. 2000 nach Ryder) im April bis Mai und im arktischen Gebiet etwa im Juli aus. Jungfische von 9,5 bis ig mm Länge wurden oberflächlich auf offener See westlich von Spitzbergen und der Bären-Insel erbeutet (Xorske Nordhavs-Expedition). Aeltere Jungfische von 62 mm Länge an sind ebenso wie die erwachsenen Fische in größeren Tiefen gefangen worden, wie denn überhaupt die Art als eine specifische Tiefentorm zu betrachten ist. Die kleinere Form wird zwar auch in verhältnismäßig geringeren Tiefen von 20 bis 60 Faden angetroffen, doch ist die größere arktische Form bis hinab zu Tiefen von 147 (Nordhavs-Exp.) und 179 Faden (amerikanische Beobachtungen) gefangen worden.
Der Verbreitungskreis vom Rotbars ist ein recht großer. Derselbe erstreckt sich von Bohuslän, von wo aus die größere Form gelegentlich bis in den Sund nach Süden vorgedrungen ist, über die ganze skandinavische Süd- und Westküste hin. Aus dem Skagerrak und den großen Tiefen der nördlichen Nordsee sowie von Island her gelangt der Fisch jetzt regelmäßig auch auf den deutschen Fischmarkt, z. B. nach Geestemünde. Er kommt ferner vor an der Murmanküste, im Weißen Meer, bei Nowaja Semlja, Spitzbergen, Bären-Insel, Grönland und an der amerikanischen Küste von Labrador und Neufundland bis über Cap Cod hinaus zur Höhe von 39" 48' n. Br.
Unter dem von Römer und Schaudinn gesammelten Material finden sich 2 Exemplare vom Rotbars von 232 bezw. 257 mm Länge, welche beide auf der Dredgestation No. 54, d. h. an der Murmanküste im östlichen Eingang in den Hafen von Port Wladimir (Tiefe 0—45 m) gefangen wurden, mit der Fundnotiz „häufig". Für dieselbe Küste hat das Vorkommen dieses Fisches bereits Knipowitsch angegeben. Die
78 E. EHRENBAUM,
Flossenformeln dieser beiden Individuen zeigen, namentlich in den Zahlen für die Anale, mit vollkommener Deutlichkeit die Zugehörigkeit zu der größeren arktischen Form von S. marinus an :
i. 257 mm Länge, D. : 14. 16 A. : 3. 9 P. : 19/19 V.: 1. 5 2. 232 „ ,, D.: 14. 10 A.: 3. 9 P.: 21/19 V.: I. 5.
Die „01ga"-Expedition verzeichnet eine recht große Zahl von Fundstellen für den Rotbars. Die meisten derselben liegen in einem Halbkreis ca. 25 Meilen und darüber westlich der Bären-Insel und auf dem halben Wege von da nach Südspitzbergen. Hier wurden 3 mal auf Tiefen von 135 — 188 m in ca. zwei- stündigen Kurrenzügen auf einem Boden, der aus grauem Schlick und gelbem Sand bestand, je 30 — 40 kg Rotbars gefangen. An den übrigen Fundorten und auch an drei Punkten westlich von Südspitzbergen auf 115 — 155 m Tiefe und schlickigem oder sandig-schlickigem Boden wurden nur kleinere Exemplare von ca. 60 — 80 und 131 — 216 mm Länge und meist in geringer Zahl gefangen.
Farn. Cottidae.
Gen. Centridermichthys Rich.
*Centridermicltthys uncinatus (Rhdt.)
Cottus uncinatus, Reinhardt, Dansk. Vid. Selsk., Naturv. Math. Afh., Deel 6, p. XLIV, Kbhvn. (1837 . Icelus uncinatus, Kröyer, Naturh. Tidskr., 2. Räkke I, 263 (1844). Centridermichthys uncinatus, Günther, Cat. Fish., II, 172 (1860). Artediellus uncinatus, Jordan, Rep. U. S. Fish. Comru., XIII, 898 (1887).
„ atlanticus, Jordan & Evermann, Fishes of N. Amerika, 1906 (1898).
Smitt, Scandinav. fishes, p. 163, fig. 40 (1893).
Die Gattung Centridermichthys besitzt im Gegensatz zu Cottus und Gymnocanthus Zähne auf den Gaumenbeinen. Die wenigen Arten der Gattung sind durchweg nordisch und gehören meist dem pacifischen Gebiet an, woselbst eine Art südwärts bis nach den Philippinen verbreitet ist.
Die vorliegende Art C. uncinatus gehört zu den kleineren Formen der Cö^ws-Familie. Nach Lütken erreicht sie an der grönländischen Küste eine Länge von 100 mm und ebenso nach Jordan und Gilbert an der atlantischen Küste von Nordamerika, wo sie bis zum Cap Cod südwärts geht J). Bei Island und Jan Mayen ist C. uncinatus bisher nicht konstatiert, dürfte dort aber schwerlich fehlen. An der norwegischen Küste sind wiederholt Exemplare beobachtet — zuerst von Sars bei den Lofoten, später südwärts bis zur schwedischen Grenze -- woraus hervorgeht, daß sich das Verbreitungsgebiet bis weit in die gemäßigte Zone hinein erstreckt; hier scheint diese Art jedoch mehr an große Tiefen gebunden zu sein, während sie im Norden auch im flacheren Wasser vorkommt. Als weitere Fundorte sind zu nennen die Bären-Insel, sowie Spitzbergen, woselbst C. uncinatus erst in jüngster Zeit durch die schwedische Expedition unter Nathorst 1898 zum ersten Male aufgefunden wurde (Lönnberg). An der Murmanküste ist sie nach Knipowitsch selten. Nachdem sie an der Westküste von Nowaja Semlja schon früher beobachtet worden war, ist neuer- dings durch Smitt (1. c. p. 164) bekannt geworden, daß die Vega-Expedition diese Art auch an verschiedenen Punkten der sibirischen Küste aufgefunden hat von der Taymir-Bucht bis zur Beringsstraße.
Dieser Umstand macht es wahrscheinlich, daß die von Gilbert unter dem Namen Artediellus pacificus beschriebene Form (XIX. Report U. S. Fish. Commission, p. 416, 1895) mit C. uncinatus zu identifizieren ist.
1) Diese an der Ostküste von Amerika gefangenen Individuen sind neuerdings von Jordan und Evermann (1. c.) einer besonderen Species Artediellus atlanlicus zugewiesen worden.
Die Fische. 79
Die als Unterschiede angegebenen Merkmale: das glattere Hinterhaupt, die cirrhösen Anhänge des Kopfes, die größere Zahl der Poren in der Seitenlinie und der Strahlen in der Brustflosse bei C. pacificus, scheinen ohnehin nicht ausreichend, um eine eigene Art zu begründen. C. pacificus wurde in zahlreichen Exemplaren auf 8—60 Faden Tiefe im Beringsmeer und im Ochotskischen Meer gefangen. Das Verbreitungsgebiet von C. uncinatus ist also ein ganz außerordentlich großes.
Unter dem Material der Helgoland -Expedition von 1898 finden sich 2 Exemplare von C. uncinatus von je jq mm Länge. Das eine wurde in der Mitte des Eisfjords auf 210 — 240 m, blauem Schlick mit wenig kleinen Steinen, das andere 12 Meilen westlich vom Südcap Spitzbergens auf 135 m, feinem blauem Schlick mit Sand und großen Steinen, gefangen (Journ.-No. 21 und 24).
Auf der Olga -Fahrt ist eine etwas größere Zahl von C. uncinatus mit der Kurre gefangen worden, und dabei hat sich gezeigt, daß dieselben bei Spitzbergen nicht gerade selten sind und daselbst auch Größen erreichen — bis zu 130 mm Länge — die anderswo bisher nicht beobachtet wurden.
*Centri(lermichtIii/s hamatus (Kröy.)
(?) Cottus bicornis, Reinhardt, Dansk. Vid. Selsk. Math. Naturv. Afh., Deel. 8, Overs. p. LXXV (1841).
Icelus hamatus, Kkuyer, Nat. Tidskr., 2. Räkke I, 253 und 261 (1844).
Centridermichthys bicornis, Günther, Cat. Fish., II, 172 (1860 .
Icelus bicornis, Gill, Proceed. Acad. Nat. Sei. Philad., 1861, Suppl., p. 42 (1861).
furciger, Malm, Forh. Scand. Naturf. 9. Möte, p. 410 (1865). Centriäermichthys hamatus, S.mitt, Scand. Fishes, I, 165, flg. 50 (1893).
Lütken, Nord Iehthyogr., I, 380 (1876).
Cui.lett, Norske Nordh. Exped., p. 34, pl. 1, fig. 8 (1880).
Jordan &. Evermann, Fishes of N. America, II, 1911 (1898).
Der Besitz einer Reihe von großen, dornigen Knochenschildern längs jeder Rückenseite, welcher diese Art auszeichnet, scheint doch nicht ausreichend, sie nach dem Vorgange von Lütken (1. c. 1876, p. 380) unter dem von Kröyer aufgestellten Gattungsnamen Icelus von der vorigen Art (C. uncinatus) zu trennen. Auch betrachtet Kröyer beide Arten als zur Gattung Icelus gehörig. Trotzdem auch Collett (1. c. 1880, p. 34) Lütken gefolgt ist und die eine Art als Centriäermichthys, die andere als Icelus aufführt, während bei den Amerikanern (Goode & Bean, Jordan & Evermann, Garman) die Namen Artediellus und Icelus angenommen worden sind, so haben doch die neueren europäischen Forscher Smitt, Lönnberg und Knipowitsch beide Formen zu einer Gattung mit dem Namen Centridermicldhys gestellt.
C. hamatus ist cirkumpolar und besitzt eine außerordentlich weite Verbreitung. Bei Spitzbergen und Grönland ist die Art häufig ; sie wurde sowohl östlich von Grönland wie an der Westküste in der Baffinsbai und nördlich bis zur Discovery-Bay (81 ° 41' n. Br.) beobachtet. Die Norske Nordh avs-Expedition fing sie bei Jan Mayen, der Ingolf nördlich von Island, die Dijmphna im Karischen Meer, die Vega an der sibirischen Küste bei der Taimyr-Halbinsel. Knipowitsch erwähnt sie als sehr selten von der Murmanküste und dem Weißen Meer. Nach Jordan und Gilbert kommt sie auch an den Küsten von Alaska (Bristol- Bay) vor. An der Ostküste von Nordamerika soll man sie von Labrador bis Cap Cod (Jordan & Evermann, p. 1913), an den skandinavischen Küsten entlang südwärts bis ins Skagerrak und nach Bohuslän verfolgen können. Von der letztgenannten Lokalität hat sie Malm unter dem Namen Icelus furciger beschrieben.
In dem Material der Helgoland-Expedition fand ich 16 Exemplare dieses kleinen Cottoiden, die von verschiedenen Fundorten östlich und nördlich von Spitzbergen stammen. Hier folgt ein Verzeichnis dieser Fänge:
8o
E. EHRENBAUM,
|
Journ.- No. |
Ort |
Tiefe in m |
Grund |
||||
|
-* |
Stor-Fjord |
65 |
p |
1 rj von |
58 |
mm |
|
|
9 |
Halbmond-Insel |
90 |
blauer Lehm mit Steinen |
' ? „ |
49 |
und 57 mm |
|
|
13 |
Ross-Insel |
85 |
blauer Mud und roter Lehm mit Steinen |
2 3 ., |
39 |
und 42 „ |
|
|
"4 |
Cap Platen |
40 |
Mud mit Steinen und mit Algen |
* 3 „ |
63 |
und 65 „ |
|
|
15 |
Südteil der Hinlopenstraße |
80 |
Mud mit kleinen Steinen |
1 ? * |
4l |
mm |
|
|
2; |
Südlich der Jena-Insel |
65 |
blauer Schlick mit Steinen und Schill |
* ? „ |
33 |
und 51 „ |
|
|
32 |
Nördl. der Jena-Insel |
40 |
Steine mit Algen |
2 3 » |
3° |
und 31 „ |
|
|
36 |
Ostseite von Nordostland |
66 |
blauer Mud mit Steinen |
1 3 » |
57 |
mm, t J von- 81 |
mm |
|
38 |
12 Ml. nördlich der Charles XH-Insel |
195 |
große Steine |
1 3 „ |
43 |
1» |
|
|
W |
Ryk-Ys-Inseln |
60— 80 |
kleine Steine mit Schill |
■ 3 » |
51 |
>■ |
Außerdem wurden im Hornsund in Südspitzbergen pelagisch (Plankton Journ.-No. 47) am 20. Juni 2 Jungfische von 20 und 25 mm Länge gefangen, welche sehr wahrscheinlich zu C. hamatus gehören. Die wohl ausgebildeten Flossenstrahlen zeigten die für C. hamatus giltigen Zahlenverhältnisse, ID: 9 HD: ig A: 15 P: 17 — 18. Pigment war mit Ausnahme einiger weniger schwarzer Flecke im Peritoneum und einiger Punkte längs der Basis der Anale kaum sichtbar. Auf dem Kopfe standen jederseits über der Otocyste 2 stumpfe Dornen.
Auf der Olga-Fahrt wurden nur einmal, nämlich am Nordeingang des Prinz-Karl-Vorlandsundes (auf 36—140 m Tiefe, Schlick mit kleinen Steinen), mit der Kurre 2 Exemplare von C. hamatus gefangen, ein 2 von 80 mm und ein 3 von 65 mm. Daher scheint derselbe in Westspitzbergen weniger häufig zu sein als im Osten.
Aus Zählungen an 11 Individuen verschiedener Herkunft und verschiedenen Geschlechtes von 39-80 mm Länge ließ sich folgende Flossenformel ableiten:
ID: (7) 8—9 HD: (17) 18—20 A: 14—15 P: (15) 16—18.
Gen. Triyloi)s Rhdt.
*Triglops pingeli Rhdt.
Triglops pingelii, Reinhardt, Kgl. D. Vidensk. Selsk. Nat. Math. Afh., Deel 7,
„ pleurostictus, Cope, Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. (1865), p. 81. ? ., beani, Gilbert, XIX. Rep. TL S. Fish. Comm, p. 426, tab. 28 (1895).
p. 114 u. 118 (1838).
Collect, Norsk. Nordh.-Exp., p. 38, tab. 1, fig, 9—10 (1880).
Smitt. Scand. Fishes, I, 167, fig. 51 (1893).
Goode & Bean, Oceanic Ichthyol., p. 268, fig. 256 (1896).
Seitdem Tr. pingeli zunächst durch Reinhardt bei Grönland beobachtet worden war, sind auch eine große Zahl anderer Orte seines Verbreitungsgebietes bekannt geworden, wonach diese Art als cirkumpolar angesehen werden kann. Es seien hier folgende genannt: Jan Mayen (Norske Nordh.-Exped.), Spitzbergen (Norske Nordh.-Exped. und neuere schwedische Expeditionen), Murmanküste (Knipowitsch), Ostküste von Nordamerika von Cap Cod bis Grönland (nordwärts bis Franklin-Piercebay). An den norwegischen Küsten wurde Tr. pingeli wiederholt beobachtet, so z. B. bei Vadsö, Hammerfest, Tromsö, Lofoten, Christiansund etc., sehr merkwürdig ist aber, daß er sogar im Kattegat einmal gefangen wurde (cf. Smitt 1. c). Smitt giebt auch an, daß er in dem Material der Vega-Expedition 3 Exemplare fand, welche in 15 — 30 Faden Tiefe bei der Winterstation der Vega und in der Beringstraße gefangen waren, und da auch Jordan und Gilbert (p. 713) ihn von Alaska angeben, so kann man wohl unbedenklich den später von Gilbert (1895, 1. c.) beschriebenen Tr. beani, welcher nördlich und südlich der Aleuten-Inseln sowie in Bristol-Bay sehr häufig
Die Fische.
Sl
gefangen und südlich bis zum Puget-Sound beobachtet wurde, als identisch mit der vorliegenden Art ansehen, zumal der genannte Autor ihn als pacifischen Repräsentanten des atlantischen Tr. pingeli bezeichnet, und zumal die von ihm hervorgehobenen Unterschiede einschließlich der besonders betonten abweichenden Färbung des $ nicht schwerwiegend genug erscheinen, um mehr als Rassencharaktere zu bezeichnen. Lebt in Tiefen von 10 — 150 Faden.
Smitt und nach ihm auch Lönnberg bezeichnen nach den bis dahin vorliegenden Angaben den Tr. pingeli als eine bei Grönland, Spitzbergen etc. ziemlich seltene Art. Demgegenüber ist bemerkenswert, daß dieselbe sowohl auf der Helgol and- Fahrt wie auf der Olga-Expedition zu den häufigst ge- fangenen Fischen gehört, mithin rings um Spitzbergen und die Bären-Insel nicht selten genannt werden kann. Auf der Olga-Fahrt wurden mit der Kurre größere Mengen von 70—147 mm Länge gefangen. Die Helgoland-Expedition fing Tr. pingeli an folgenden Orten :
|
Journ. - No. |
Ort |
Tiefe in m |
Bodenbeschaffenheit |
|
|
3 14 19 21 2" 37 |
Stor-Fjord Cap Platen (Nord-Ostland) .Mitte der Wijde-Bay Mitte des Eisfjordes Jena-Insel NO. von der Großen Insel |
52 40 1 12 210 — 240 65 95 |
gelber Mud mit Steinen Mud und Steine mit Algen blauer Mud mit Steinen » n »j »1 >> n 1» ii gelber Schlick mit Steinen |
1 cJ 72 mm 3 Indiv. 56, 60, 6; mm 1 5 68 mm, 1 $ 91 mm 5 100 mm j 54 mm 5 9; mm |
Außerdem wurde ein offenbar hierher gehöriger Jungfisch von ca. 18 mm Länge am 20. Juli im Hornsund (Journ.-No. 49 des Plankton-Journals) erbeutet. Die Brustflossen desselben waren groß und reichten über den After hinaus nach hinten, der Kopf langgestreckt mit jederseits 2 Dornen über der Otocyste. Schwarzes Pigment war spärlich vorhanden und beschränkte sich auf das Peritoneum und die Basis der Analflosse. Die Flossenformel war D: 9 -f- 25 A : 23 P: 17.
Gen. Cottus L. * Cottus scorpius L.
Cottus scorpius, Lin., Syst. nat., ed. XII, T. I, 452 (1766).
„ groenlandicus, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., IV, 156 (1829).
„ mitchillii, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., IV, 188 (1829).
„ porosus, Cuv. & Val., Hist. nat. poiss., VIII, 498 (1831). Acanthocottus variabilis, Ayres, Boston Journ. Nat. Hist., IV, Pt. 2 (1842).
„ labradorieus, Girard, Boston Journ. Nat. Hist., VI, 248, tab. 7, fig. 3 (1850).
ocellatus, H. R. Stober, Boston Journ. Nat. Hist., VI, 253 (1850). Cottus glacialis, Richardson, Last Arct. Voy. Belcher, II, 349, tab. 23 (1855). Acanthocottus mucosus, Ayres, Proceed. Cal. Acad. Nat. Sei., 1854, p. 12. Myoxocephalus scorpius, M. groenlandicus, Jordan & Evermann, Fishes of Nordamerica, p. 1974 (1898).
Malmgren, Om Spitzbergens Fiskfauna, p. 495 (1865). Lütken, Bidr. t. nord. Ichthyographi, I, 370 (1876). Smitt, Scand. fishes I, 180 (1893).
Seitdem durch Malmgren (1. c.) die Synonymik dieser Art klargestellt und namentlich auch der C. groenlandicus als eine nordische Varietät erkannt wurde, die außer in Grönland besonders im arktischen Teil und an der Ostküste von Nordamerika vertreten ist, gelingt es, über die Variabilität und die Ver- breitung dieser Art eine Vorstellung zu gewinnen.
Die nordischen Meere sind die eigentliche Heimat dieses Fisches und zwar nur die Küstengewässer und nur das Salzwassergebiet.
Fauna Arctica, Bd. IL
82
E. EHRENBAUM,
Er kommt in Europa südwärts nur bis zur französischen Westküste, in Amerika bis Cap Hatteras vor, doch zeigen die Formen im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes die Tendenz zur Degeneration, wie Day meint,