% ER

RR

Fr

wi)

FAVYNA BOICA.

Gelchrehte

der in Baiern

einheimifchen und zahmen Thiere

von

FRANZ von PAVLA SCHRANK, der Philofophie und Theologie ohlkr.. kurfürftlichem wirklichen geiftlichen Rathe,, Direktor des Kammeralinfti- tuts, und Profeflor der Univerfität zu Landshut.

k \ Dritten und lezten Bande&

erfte Abtheilung,

= a =

Ms Prefsfreyheit- der kurfürflichen Uniwerfiit,

. N RISHHOND = \ Landshut CHRLEGTION. , % ‚Ab 38” Be Sm

@u: iöp Krüll, Dajverkitätsbyehbändien 13903.

VER EIÄH LS

e7 R A

{N

Vorred«

Meine Fauna von Baiern erfcheint nun bereits in der dritten Verlagshandlung. Offenbar fchadete dem Werke heine die Langfamkeit, mit welcher es aus den Prefien hervorkroch , welches aber nicht meine Schuld war, indem ich keine Arbeit diefer Art an einen Verleger abgebe, ehe fie bis auf den lezten Federzug vollendet if, Aber nun ift fie bey der Thätigkeit der gegenwärtigen Buchhand- lung am Ziele, Bereits wird bey Erfcheinung der erften Abtheilung diefes dritten Bandes an der zweyten Abtheilung gedruckt, welche diefer erften auf dem Fufse folgen, aber übrigens noch einmal fo ftark ausfallen wird, als die erfte, weil dem Verzeichniffe der Würmer für ein Bin-

u 3

iv Vorred«e nenland, wie Baiern if ‚„ wenig von feiner Voll- kommenheit. fehlen dürfte, wie datın auch ihre Naturgefchichte fo. vollftändig ausgeführt ift, als es bey Bearbeitung diefes Bandes möglich war. In es That ıft in der Zwifchenzeit nichts von Belang über diefen' Theil: der Naturgefcbichte e- fchienen, wenn ich Hen. Zeders vortreffliches Buch über die Eingeweidewürmer/ausnehme, da- von wir aber noch dem zweyten Bande mit Ver- langen entgegen fchen. Wenn ich. nicht‘ gerade feinen Eintheilungen folge, fo gefchicht es theils, weıl mein Buch älter ift, als das feinige, und fein übrigens ganz artiger Gm Zufchnitt gleich- wohl nicht das vorzüglichfte Verdienft feiner Ar- beit ift, theils weil ich gerne meinen eigenen Ideen- | gang verfolge, den ich allemal auf Ueberlegungen gründe ohne gerade zu glauben, dafs ich allemal darüber al Rechnung zu legen hätte. Auffer der Naturgefchichte der Würmer darf

ich mir wohl über die beyden Abhandlungen, von

worFeEan v ‘denen die eine diefen Band beginnt, de andere ihn und mit ihm das ganze Werk fchliefst, den Beyfall des Publikufns verfprehens Beobachter der Natur von der erften Jugend an, und bey ih- rer Beobachtung grau geworden, mufste ich wohl verfehiedene Handgriffe durch die, Uebung erlernt haben, wie man fich dabey am vortheilhafteften benehmen könne, Ich habe diefe Ideen ganz aus . meiner. Erfahrung niedergefchrieben , und freuen “wird es mich, wenn ich dadurch Ana Na» _ turforfchern den Weg abkürze und ebene, den fie zu gehen haben. Sie werden dadurch, dafs ih- nen Zeit erfpart wird, bey gleichem Fleifse wei- ter kommen, als ich gekommen bin, tiefer in das innere Heilisthum der Natur eindringen, als es mir möglich war. | Hallers Anfchen hat, wie man glaubt, den. "Streit über den Urfprung der Mifsbildungen ent- fchieden. Ich kenne feine Verdienfte, und glau-

‚be nicht, ‘dafs jemnad fie höher fchäze, als ich;

vi | Vorred«

aber noch höher fchäze ich die Wahrheit. Wars mir gleich nicht möglich, fo viele Mißsbildungen von Menfechen und Säugthieren zu fehen , als Hal- ler zergliedert hat, fo habe ich doch lange diefen Theil der Naturgefchichte verfolgt, die Schriften der Zergliederer darüber nachgelefen, die Natur felbft bey den Pflanzen, wo fie zugänglicher ift, beobachtet, die Gründe der beyden ftreitenden Theile auf der Wage der Phyfik und Vernunftlehre geprüft, und überall felbft gedacht, und glaube, ein Refultat herausgebracht zu haben, welches dem des grofsen Mannes gerade entgegen ift,

_- Auch mit neuen Thieren habe ich A Theil vielfältig bereichert, und verhältnifsmäfßsig mehr, als jeden der vorhergehenden, weil er in unfern südlichen Ländern gerade der vernachläf- figtlte it. Wie die Menge der Thiere überhaupt gegen Süden zunimmt, fo mufs das wohl auch von den Würmern gelten; aber gerade fie werden bey uns ich beobachtet, weil fie entwedes

N N

Vorred © vır fchl terdings nicht gefammelt werden können, oder in einer Sammlung fchlechte Figur machen. Als wenn Sammlungen und Cabinette Zweck, und nicht blos Hilfsmittel der Naturgefchichte wären! Und doch verfichere ich,- dafs kein Theil der Na- turgefchichte weniger koftbar, und weniger müh- fam fey, als diefer. Ein gutes Mikroskop, ei«-

nige Bücher, und einige Fertigkeit im Zeichnen

|

find alles, was man dazu braucht. In der einfa-

men Zelle des Ordensmannes laffen fich die Auf gufsthierchen fo gut ftudieren, als in den Spiegel- zimmern eines Großen, den Ungnade oder Ueber-

drufs vom Hofe entfernet haben, Wer weis, wo-

zu uns die Beobachtungen diefer winzigen Thiere |

noch führen,

Ueberhaupt haben die Thiere, welche in die- fem Bande abgehandelt werden, das Eigene, dafs fie weniger umherfchweifen, und eben darum

leichter zu beobachten find. Dabey gewähren fie

uns oft Aufschlüffe, die man bey flüchtigern

yıır Vorrede

Thieren vergeblich erwarten würde; mangdenke nur an die Spinnen Quatremere’s, und an die Kräzemilbe.

Gerade, weil fie am meiften vernachläfiget werden, ift bey ihnen am meiften zu entdecken; und ich wünfchte, dafs fich angehende Naturfor- fcher, nachdem. fie die diefem Bande vorgefezte Abhandlung ftudiert haben, vorzüglich in der Beobachtung der Aufgufsthierchen und der Ein«

geweidewürmer üben möchten,

Landshut, den 8. Nov, 1802.

»r

Beyträge | zur. > Beobachtungskuüunt

in der

Natu rge {chic hie,

WW haben ein fehr gutes Buch über die Kunf zu beobachten von Hrn, Senebier, welches den Preis ver- dienet hat, den es feinem Verfaffer erwarb. Aber in die fem Buche wird faft lediglich von denjenigen Beobachtun- gen geredet, welche Gegenftände der Phyfi k (das Wort im engern Sinne‘ genommen) oder der "Aftronomie zum Vorwurfe haben, Der Naturforfcher ,_ welcher fich eines der drey fogenannten Naturreiche zum Gegenflände feines Studirens ‚gemacht, hat, findet ‚aufser allgemeinen Grund-

‚„ Fauna boica 3,B. I Abi. ae ER säzen

2 Beyträge zur Beobachtungskunft

sizen wenig Belehrung, Die Urfache liegt am Tage: die

aftronomifchen Beobachtungen find’ von der größten Ein-

fachheit, und werden lediglich durch die höchfte’ Voll kommenheit der dazu gehörigen Werkzeuge erleichtert, und verfeinert; die Handgriffe dabey find von einer Art, die fchlechterdings bey keinem andern Gegenftande anwend- bar ift. Der Phyfiker fezt den Naturkörper, den er vor fich hat, in einen Zuitand, welchen er gegenwärtig ohne ihn nicht gehabt hätte; er, foltert ihng wie einen Skia= ven, um ihn zum Gefländniffe der geheimen Arbeiten der Natur zu. vermögen. Der Naturforfcher, ‚von welchem wir reden, begnügt fich weder mit fo einfachen Beobach- tungen, ‚wie. der Aftronom, noch’ bringt. er gewöhnlich (wenn man die Mineralogie ausnimmt) die Naturkörper in ‘einen Zuftand, den fie ohne ihn nicht gehabt hätten; er hütet fich vielmehr vor allem Zwange, den er ihnen an= thun könnte, und fucht feinen, Einflufs auf fie fo uners heblich, als es ihm möglich wird, zu machen. Ihm if vorzüglich darum zu thun, ı) dafs er die Naturkör-.

per, welche er fich zum Gegenftande feines Studirens ge- wählet hat, finde; 2) dafs er mit ihrem Baue, 3) mit.

den Zwecken und Abfichten ihrer Theile, 4)- mit ihren

Naturtrieben, Kunftwerken und der Weife fie zu verfer«

tigen bekannt werde, Das erfte diefer Dinge , und gewil- fermafsen ‘auch das zweyte, interefürt den Mineralogen wie

den Botaniften und ‚Zoologen ; : denn auch der Mineraloge

braucht fowohl die Beftandtheile der Gemengtheile, als die

Art und Verhältnis ‘ihrer Verbindung, das it, den Bau

feiner Mineralien. zu Kennen. Der Botanift mußs den Bau

feiner Pflanzen , die Zwecke und Abfichten ihrer "Theile

nothwendig zum Gegeiftände" feiner a na

' chen,

L nl

\

in.. der. Naturgefchichte, 3

chen, "und, obgleich eigentliche Naturtriebe in den ”flan- zen nicht vorkommen, doch auf gewiffe Erfcheinungen. aufmerkfam Teyn , .die mit den eigentlichen Naturtriebea einige Achnlichkeit haben, dergleichen der Pianzenfchlaf, das Hinftetben der Gewächfe nach der Gegend, aus wel cher das Licht kömmt, das Drehen verfchiedener Stengel, das Wandern der Staubfäden "und dergleichen Dinge mehr find, Der Zoologe endlich mußs auf-alle vier Punkte in ih- rer ganzen Ausdehnung feine Aufmerkfamkeit verwenden, »Aus diefer vorläufigen Betrachtung erheller, dafs der- jenige, welcher für den Zoologen eine Beobachtungskunft fehriebe, dadurch auch dem Botaniften und Minerslogen Unterricht gäbe. ich bin. weit entfernt,.hier alle Regeln und Handgriffe diefer weitläuftigen Kunft vortragen zu wollen, die vielleicht mir felbft nicht alle bekannt find, Aber einen Verfuch” darf ich wohl wagen »„ den andere beffer ausführen: die Bahne darf ich brechen, auf welcher andere weiter. fortwändeln mögen, Ich werde dies in fol« genden fünf Absäzen thun, indem ich zuerft einige allge- meine Lehren verausfchicken, dann jeden der obengenann« ten vier Punkte in einem befondern Abfaze abhandeln werde. Die Bey [piele, womit meine Vorfchriften erläu= tert. werden follen, werde ich zwar srößstentheils aus der Zoologie entlehnen, aber mir auch kein Gewiflen daraus machen, wenn es mir einfallen folltes »„ fie aus der Botanik oder Mineralogie zu entnehmen.

re

Allgemeine Lehren, _

- N Ei 5

uEs ift fehr überdüfig anzumerken „.dafs der .‚Naturfor=: fcher, wie ich ihn mir in diefer Abhandlung vorftelle , N; OL Ya | mit

4 Beyträge zur Beobachtungskunft | % mit allen jenen Naturgaben müffe ausgerüftet feyn , die. wir an den gröfsten Männern, welche der Naturgefchichte Ehre gemacht haben, bewundern. Ein vortrefliches Ge- dächtnifs, eine reife Beurtheilungskraft, 'ein gemäfsigter Wiz, eine gezügelte Einbildungskraft find allerdings von Seite des Geiftes unentbehrliche Eigenfchaften, die aber wohl fchwerlich demjenigen fehlen werden, der den Mutli hat, fich in die Geheimniffe der Natur einweihen zu la fen, Mögen fie auch anfänglich die Mittelmäßigkeit nicht überfteigen , fo ift dies gleichwohl nur ein Fehler, .der mit jedem Tage kleiner wird: denn es ift unglaublich, zu welchem Grade der Vollkommenheit fich Fertigkeiten durch unabläfige Uebung erhöhen laffen. |

Von Seite des Körpers habe ich dem Naturforfcher aufser einer hinlänglich guten Gefundheit faft nichts als ein vortrefliches Auge zu wünfchen. Aber auch hier it es unglaublich, wie weit man es durch Uebung bringen, und wie fehr man bey warmem Ernfte für die Naturge- fchichte die Fehler des Auges auf andere Weife erfezen könne, Man hat mir von einem berühmten Gelehrten und grofsen Dichter, welcher viele Jahre lang die Naturge- fchichte der Schmetterlinge in der Natur felbft ftudiret hatte, erzählt, dafs er jede Raupe von einem erfchütter- ten Baume- fallen fah, und genau den Ort bemerkte, wo fie niederfiel; gleichwohl war er fonft fehr kurzfichtig , und mufste ein Buch, das er lefen wollte, fehr nahe vor die Augen halten. Aber wären auch die Fehler der Au- gen etwas mehr als blofse Kurzfichtigkeit ,_ fo findet die Begierde, fich über die Geheimniffe der Natur zu unter- richten, bald: in der Wahl der Gegenftände der Beobach-

Y °

„in der Naturgefchichte. _ 5

tung Auswege » bald if fie finnreich genug, diefen Fehler durch andere Mittel zu erfezen. Bonnet, deffen Augen für die Beobachtungen kleiner. Gegenflände zu empfindlich wurden, und fchlechterdings keine Anftrengung ertrugeng wählt fich für feine Unterfuchungen Gegenflände, zu de- ter Beobachtung kein fcharfes Geficht vonnöthen ift; feine Unterfuchungen über den Nuzen der Pflanzenblätter, über das Hinneigen der Pflanzen gegen das Licht, über den Wachsthum der Pflanzen in andern Materien als Erde, ha- ben wir lediglich diefer fchmerzhaften Empfindlichkeit fei- ner Augen zu verdanken, Huber, der feit feiner erften Jugend blind war, fand Mittel, fich bey feinen fchönen Unterfuchungen über die Einrichtung der Bienen fremder Augen zu bedienen: er unterrichtet feinen Bedienten in ‘der Kunft zu beobachten, führt ihn dabey gleichfam bey der Hand, und ( wer follte es glauben?) macht Entde- ckungen, die dem fcharffinnigen Reaumur entgegen waren,

Die unentbehrlichfte Eigenfchaft für einen Naturfor= fcher ift ein hoher Grad von Aufmerkfamkeit, Sie allein erfezt nicht felten die angeblichen Schwachheiten unferer Sinne, ‚und vorzüglich des Gefichts, Eine Wifsbegierde, die nirgends mit halben Vorftellungen , mit halben Be- ' griffen zufrieden ift, die jeden Gegenftand von allen Seiten befchaut, die den bekannteften unterfucht, und mit an- dern vergleicht, die fich keine Mühe verdriefsen läfst, unter den ähnlichffien Naturkörpern Unähnlichkeiten , und unter den unähnlicften noch Aehnlichkeiten zu entdecken: eine Fertigkeit, aus wiederholten wenigen Erfcheinungen abgezogene Begriffe zu bilden und fie durch neue Waht- nehmungen zu beflättigen: eine fefte Ueberzeugung end-

Az lich,

6 Beyträge zur Beobachtungskunft

lich, daß das, was ein anderer gefehen hat, auch ich, und vielleicht befler , fehen könne: diefe Eigenfchaften bald einzeln, bald zufammen, tragen ungemein viel zur E;höhung der Aufmerkfamkeit bey, welcher in gewiffen Fällen ein befchränktes Mißstrauen in eigene oder fremde Beobachtungen, wiederholte, aber zugleich verfchiedent- lich abgeinderte Beobachtungen deffelben Gegenftandes , oft nur blofse Anfıcht aus einem andern Gefichtspunkte, oft blos längere Ausharrung bey ebenderfelben Beobachtung, vortrefliich zu ftatten kommen,

Diefe beyden lezten Benchmungen haben ihren unver» kennbaren Nuzen bey mikroskopifchen Beobachtungen. Die- Gegenftände des Mikroskopes find oft-fo klein, dafs es gar nicht in unferer Macht ifl, fie nach verfchiedenen Seiten» zu drehen, um fie von allen Seiten zu betrachten; dies ift noch weit fchwerer, wenn es lebendige Thiere find, für welche jeder kleinfte Waffertropfen ein See ift, Allein allmählig und in glücklichen Augenblicken drehen fie fich wilführlich oder aus Zufall, und laffen dadurch den Beobachter eine Erfcheinung fehen , die alle feine Zweifel hebt , oder neue verurfacht, allemal aber belehrend ift,

Diefe lebendigen Atome haben gar oft noch das Ei- - gene, dafs fie mehrttaltig, oft gar vielftaltig find. Eigen finnig genug, behalten fie lange Zeit hindurch immer einer« ley Geftalt; es läßt, als ob fie ein Vergnügen daran hät- ten , den Beobachter zu ermüden, Dies fodert feinerfeits eine angeftrengte Aufmerkfamkeit, eine unermüdliche Be- harrlichkeit, und eine eiferne Geduld, Ein andermal fo- dern die mikroskopilchen Gegenftlände gerade einen gewiß fen Grad von Schatten und Light, gerade einen gewilfen

R Winkel

in der Naturgefchichte 7

Winkel des einfallenden Lichtftrales, Es if. nicht möglich, diefen Lichtgrad oder diefen Winkel. zu meflen: nicht möglich .dem ältern Beobachter , ihn für die, welche feine Beobachtungen zu’) wiederholen belieben , beflimmt anzu- geben: nicht möglich für ihn felbk, den einen oder den andern bey jeder von feinen Beobachtungen gleich ‚auf das erfte Mal anders als blos zufällig zu, treffen. ‚Man darf daher niemal ermüden, den einen wie den’ andern auf die manch-« fältigfte Weife abzuwändern : So entdeckt man z. B, gar oft an einem Aufgufsthierchen kein Flimmern wann es gerade im Brennpunkte ift, aber deutlich fieht man es diefe Bewegungen machen, fobald man’ es etwas verrücket hats Zuweilen verhält fich: die Sache: gerade umgekehrt,

Aber nicht allemal bedürfen die Beobachtungen einer folchen Aengftlichkeit, Oft braucht ein Beobachter nur ei= nen Blick auf den Gegenftand,_ welcher fich ihm eben darbeut ,„ zu werfen, um eine neue Wahrheit zu entdes cken. Es verfcht fich, dafs diefer zufällige Biick_ in der Folge mit Aufmerkfamkeit verfolgt und mittels über- legter Beobachtungen müffe beftättiget werden. Und die= Ser Beftättigung bedarf er. ficher allemal, wenn man fich der Gefahr zu irren nicht ausfezen will, Ich habe mir diefen Blick ziemlich eigen gemacht , und.oft hat er mir die Wahrheit in ihrer vollen Geftalt gewiefen , fogar in Fällen die fchon weiter aufser dem Felde meiner gewohn« ten Beobachtungen lagen; aber er hat mir auch fchon manche Tücke gefpielt s ‚die mit erfi eine fpätere Prüfung entdeckte.

Diefe zur Fertigkeit gewordene Aufmerkfamkeit läfst fieh nicht anders, als alle Fertigkeiten , nur durch häu« A4 fige

E.6

_-

8 Beyträge' zur Beobachtungskunft

fire Uebung erwerben. *' Man: wird daher wohl thun), wenn man in 'den erften Jahren feiner naturhiftorifchen Laufbahne jede’ Gelegenheit benüzt, feinen Scharfblick zu üben, Jedem Spaziergange, jeder Luftreife, fogar jeder Gefchäftsreife feze 'man wenigftens zum Nebenzwecke eine naturhiftorifehe Bemerkung. vor, ' Ich will damit eben

icht fagen , dafs diefer Zweck befiimmt feyn müffes nur Bei würde es in diefen Fällen möglich feyn , ihn zu er- füllen; es reicht fchon hin, und ift oft beffer, wenn man blos die Abficht hat, aber‘ fie firenge befolgt, dafs man von jedem, noch fo zufälligen , Umgange mit der freyen Natur‘ unterrichteter nach Haufe kehre. Je ftrenger und häufiger diefer Vorfchrift nachgelebet wird „’defto-mehr

' wird man die Aufmerkfamkeit fchärfen. Wir werden blos

mit Anlagen geboren , und unterfcheiden uns darin viel- leicht eben fo fehr nicht von einander, als man denkt ; aber alle Fertigkeiten werden defto vollkommener erwor= ben , je häufigere Uebung man fich verfchaffet hat.

Ich habe es bereits gefagt, man dürfe fich mit dem blofsen Scharfblicke nicht begnügen. So wie es für fich it, hat er oft noch viele Dunkelheit in feinem Gefolge, viele Dunkelheit, die man nicht gewahret, wohl gar für Licht hält Man füche fich alfo von jeder Erfcheinung alle mögliche Deutlichkeit zu verfchaffen ,„ vernachläflige keinen Umftand, und fpüre, fo zu fagen, alle Winkel der- felben aus. Es mag feyn, dafs dadurch die Beobachtung überladen werde ; aber es ift leichter eine überflüffi ige Beobachtung auszuftreichen , als eine fehlende zu ergän- zen ; und. kann .man’s wohl während einer Beobachtung fo genau wiflen,. was etwa davon überdüfig, was nothwen- die

e

in der Naturgefchichte. ° . 9

uf ;

dig feyn möchte ? möchten auch wohl für das gegenwär« tige Bedürfnifs wenigere Umflände hinreichen, fo find vielleicht die übrigen für ein anderes Bedürfnifs,‘ das man noch nicht ahnet, unentbehrlich oder doch belehrend;; fie find Wahrheiten, und jede Wahrheit geht mit einer Wahrheit fchwanger, |

Allein unfer Gedächtnißs if von Zeit und Ort ber fchränkt, Alte Ideen, die nicht unabläßlich gewecket werden, erlöfchen ; neu hinzugek nmene Ideen tilgen die Spuren der ältern aus. Es ift unumgänglich nöthig, dafs man dem Gedächtniffe durch die Feder zu Hilfe komme, und ich möchte gern hinzufezen, auch durch den Pinfet, Man führe über feine Beobachtungen eine ordentliche Buch« haltung‘, ordne zufammen, was zufammen gehört, ‚trage unter den geeigneten Rubriken jeden kleinften Umftand mit gewiffenhafter Genauigkeit ein, vergefie nicht, auch jeden dahin gehörigen Einfall einzutragen, er mag nun die Theorie betreffen , die fich etwa aus der Beobachtung ab- ziehen liefse, oder das Bedürfnifs einer wiederholten , oder

anderweitigen Beobachtung angeben, Aber indem man auf

diefe Art Buch hält, befleifsige man fich, alle diefe Dinge mit einer netten Schreibart aufzuzeichnen , fchreibe nie

für fich, fondern immer, felbft in diefem geheimen Tag-

buche, fürs Publikum, und‘ habe für diefes Publikum Ehrfurcht, ‘Diefe Erinnerung ift für den philofophifchen Naturforfcher von eben fo grofser Wichtigkeit, als, was man vielleicht nicht gleich erräth, Bequemlichkeit. Nichts ift gefchickter, ‘verborgene Dunkelheiten, oder Lücken in der Beobachtung feibft aufzudecken, als diefe Verfahrungs- arte Was deutlich und hell in meinem Kopfe da liegt,

| „A 8. mufs

ıo . Beyträge ‚zur. Beobachtungskunft

mufs-fich- auch deutlich und’ hell ausdrücken), und in eine gefällige Ordnung bringen laffen, was eben die gefchmack- volle Schreibart ausmacht,, Man kann überhaupt nie ftark genug darauf dringen, dafs die Menfchen nach Deutlich- keit in ‚ihren Begriffen. fireben möchten; gäbe ‘es keine undeutlichen Begriffe, fo würde des Gezänkes weniger , fo würden die Leidenfchaften ruhiger, fo würde die Har- monie des Lebens vollkommener feyn.

Die Bequemlichkeit welche durch eine nette Eintra- gung feiner Beobachtuneh und feiner Gedanken in das Handbuch herbeygeführet wird, ift grofs, Man braucht im vorkommenden Falle, wenn man etwa feine Beobachtungen in einem Buche , oder in einer Abhandlung, bekannt ma- chen will, fa® nichts weiter zu thun, als die verfchie= denen Rhapfodieen zu ordnen und abzufchreiben, und die Iliade ift fertig. Oft läfst fich die Natur bey fonderheit- . lichen Beobachtungen ‚falt Schritt vor Schritt verfolgen , und die Abhandlung it bis auf einige Ausbefferungen faft eben fo bald am Ende als das Ganze der Beobachtung. Die Lebensgefchichten , oder fogenannten Monographien , ein«

.. zeiner Thierarten find von diefer Natur.

Endlich wird auf diefem Wege einem Verlufte beffer vorgebaut, welchen die Naturgefchichte bey dem Tode verdienftvoller Beobachter fchon oft erlitten hat: ihre noch nicht bekannt: gewordenen Beobachtungen laflen fich sus ihrem Nachlaffe retten; fo wie fie eingetragen find, -find Gie fehr vollffändige Bruchftücke eines Ganzen, wel- ches nun, nachdem der Weg einmal gebalnt ift, leicht verfolgt werden kann, oder.'fie find wohl gar vollftän-, dige Beobachtungen und Aufsäze, denen weiter nichts als

die -Publicität mangelt. i Mehr«

in der Naturgefehichte ıı

" Mehr als alle Vorfchriften wird es dem beginnenden Naturforfcher nüzen, wenn er den Gang großer Natur- beobachter, die vor uns gelebet und gefchrieben haben; fludir« Malpighi, Swammerdam, Grew, Duhamel, Reaumur find unter .diefen die empfehlungswürdigften , vorzüglich aber der lezte. Für den Anfänger wäre, ‚es wünfchenswerth , dafs die Abhandlungen diefes grofsen Mannes, die fich zerftreut in den Schriften der Parifer . Akademie der Wifienfchaften befinden , -gefammelt würden, Da fie meiftens ‘nur einzelne Gegenftände zu ihrem Vor: | wurfe haben, fo fällt der Gang des. Beobachters deutlicher ins, Aude, als in den Abhandlungen über die Naturge- fchichte der, Infekten, die für den bereits weiter vorge= rückten Anfänger der Beobachtungskunft eine vortreflliche praktifche Logik find, Allein, um das wirklich :zu feyns ift es nothwendig , dafs man dem grofsen Manne nach- beobachte, indem man entweder denfelbigen Gegenftand , oder, was befler ift, einen ähnlichen vor die Hand nimmt,

‚Endlich ftelle man jede Beobachtung mit der volikoms menften Unbefangenheit an, Ohne irgend 'eine Vorliebe für eine noch, fo finnreiche Meynung fey man blos Auge für die Erfcheinungen, blos Ohr für die Belehrungen, welche die Natur ertheil, Möge in der Folge aus den Beobachtungen ein Refultat hervorgehen e "welches da wolle, man bekümmere fich gar nicht darum: es wird, wenn weder in der Beobachtung felbfl, noch in den dars* aus abgeleiteten Folgerungen, ein Fehler unterläuft, alle= mal Wahrheit feyn. Möge diefe Wahrheit einer geliebten Hypothefe wehe thun, möge fie. diefelbe gar über den an werfen: Wahrheit ift das höchite Ziel’ des Natur-

becbe

12 Beyträge zur Beobachtungskunft

beobachters, und er: muß bereitwillig feyn, jede feiner vorgefafsten Meynungen nicht nur willig, fondern auch mit, Vergnügen, auf ihren Brandaltar zu legen.

| Nicht, genug kann man dem Beobachter gewiffe Eigen- heiten der Seele anempfehlen , ; ohne welche man bey al- len übrigen vortrefflichen Anlagen gar nicht, oder nicht gut beobachten wird. Reinheit der Sitten, gemäßigte Be- gierden, Seele iruhe, Rechtfchaffenheit , vorwurflofes Be- wufstfeyn find diefe Eigenheiten, die unendlich nöthiger find , "als man denkt, Ich habe die Religion nicht ge- nannt; fie färkt den Beobachter‘ bey feinen mühevollen Unterfuchungen, indem fie ihm häufig einen Abglanz der Gottheit fehen ft, der ihn er uur. und mit himmli= fcher Wonne füllt, '

N, 2. Ä

Auffindung der: Naturkörper.

„Man kann auch in der gegenwärtigen Rückficht die gewöhnliche Theilung der gefamten Naturkörper \in drey Reiche annehmen ; jedes davon, und gewiffermafsen jede einzelne Unterabtheilung, fodert eigene Handgriffe, wenn man die dahin gehörigen Naturkörper auffinden will. Es ift nicht möglich, hier alle diefe Handgriife anzuführen : die Abhandlung würde zum Buche anwachfen, was nicht nothwendig if, indem einige wenige Bemerkungen ge- nügen,

In den Büchern, welche von der Bergwerkskunde: handeln, ‚hat man niemal :vergeffen, dem Fündigmachen

der nen Mineralien, von derer Gewinnung der Staat

in der Naturgefehichte 13

Staat im Grofsen mehr oder minder beträchtliche Vortheile zieht, ein Kapitel zu widmen. Ich: habe ‘in meinen An« fangsgründen der Bergwerkskunde diefe Vorfchriften :ge- würdiget, einen Theil derfelben verworfen, einen andern mit Einfchränkungen gebilliget, und ‘mich durchaus be- müht, alles auf feinen wahren Gehalt zurückzuführen. Ich darf mich defto eher auf die dafelbft gegebenen Lehren berufen weil die Aufsuchung der Mineralien im Gro- fen, in den Eingeweiden der Erde, durch bergmänni- fche Arbeiten, nie das Werk der eigentlichen Naturfor- fcher feyn kann, Aber wenn der Bergmann Naturforfcher ift, fo wird er nicht haftig und ohne Unterfchied alles, was aus der Grube gefördert, oder in der Grube gewon- nen wird, in Erz und Berg eintheilen; er wird auf die Unterfchiede aufmerkfam feyn, die zwifchen Erz und Erz obwalten, und Berg von Berg nicht nur forgfältig unter«- fcheiden, fondern auch reiflich ihre Unterfchiede fludiren,

Der Botanift wird jeden geheimen Winkel feiner Ge- gend in jeder Jahrszeit, auch den Winter nicht ausgenom- men, durchwandern, die Gebirge feines Vaterlandes, oder benachbarte, fo oft als möglich befuchen , ‘alle ihre ver- fchiedenen Lagen wahrnehmen, fich ‘von den Gefahren, die auf Moräften viel drohender als auf Gebirgen find, nicht abhalten laffen, auch mitten aus der Heimat der Fröfche die Schäze der Flora zu fammeln, Hat ihm irgend ein anderer Botanift vorgearbeitet, fo wird er fich diefen zum .Wegweifer wählen, aber fichs nicht nur erlauben, fondern auch zum Gefeze machen, auf den Schultern fei- nes Vorgängers weiter zu fehen, das, was diefer über- fehen hat, aufzufinden’,' und an Stellen zu kommen ,...die

. der

r

14 Beyträge zur Beobachtungskunft

der Fuß des erftern nie betreten hat, ‚Ueberzeuget, ‘daf jede geringe Abänderung‘ des Bodens, derLage, des Land- - £riches, oft fogar zufällige Umftände, andern und andern Pflanzen angemeflener feyen, wird er fichs nicht verdrie- fen laffen, einander auf den eriten, Anblick fehr ähnliche . Gegenden tagelang. mit Aufmerkfamkeit zu durchfireifen , um keinen Bürger der :Flora zu. überfehen; jede geringe‘ Abweichung vom gewöhnlichen Anfehen wird ihn aufmerk- fim machen; er wird überall. bey feinen gefammeiten Pflanzen auf die Umftände ihrer Wohnörter , vorzüglich auf die Lage, ‚den. Landftrich, die Art des Bodens, und: die Jahrszeit Rückficht nehmen, und feine darüber ge- machten Bemerkungen forgfältig aufzeichnen. Er wird die Werke anderer Botaniften wit Aufmerkfamkeit durchlefen , ihre Winke über ‘die Standörter der Pilanzen, von denen fie reden, auszeichnen. und befolgen. ‘Es müfste viel feyn, wenn ein Botanift, der diefen Regeln nachlebt, nicht binnen wenigen Jahren eine fehr anfehnliche und Iehrreiche Pflanzenfammlung zufammenbrächte,

Weit fchwerer hält es beym Thierreiche, Bey den Säugthieren und.Vögeln ift es hier fchlechterdings nöthig, die Hilfe der Jäger,und Vogelfeller: und bey den Fifchen die der Fifcher für Geld und gute Worte anzuflehen. Oft gelingt auch dies nicht, und niemal darf man von ihnen fodern, dafs fie die verachteten Thiere genau: unterfchei- den follten. So werfen unfere Fifcher dreyerley fehr ver- fchiedene Fifcharten unter der Benennung der Lauben un- tereinander , bringen fie nie,zu Markre, fondern halten fie nur zur Speife, für edlere Fifche auf. Man mufs zu ihnen ins Haus kommen, an ihren 'Fifchbehälter felbft:

kommen,

in der Näturgefchichte, >” | Is

kömmen, Zelbf! nachfehen,' was fich etwa da vorfinden möchte, und die verlangten Fifche auf der Stelle heraus fangen laffens In andern ‘Fällen mufs man ich alles bringen laffen, ‘was diefen Leuten nur immer: vorkömmen mag, » mit dem: Verfprechen, man. wolle nicht nur ‘jedes bisher noch nicht gefehene' Thier wohl bezahlen , ’fon- dern- fogar von jeder Art, "und. das gerade von de= nen, . die ihnen 'am unwertheften find, mehrere Stücke nehmen, vorzüglich folche Stücke, die von den übrigen in etwas abweichen. In gröfsern Städten befuche man fleifsig die Pläze, an denen Federwildpret, Fifche oder lebendige Vögel zu Kauf gehalten: werden, und forge überhaupt dafür , dafs man in feiner Gegend für einen Lieb- haber von Naturmerkwürdigkeiten bekannt werde.

Die Thiere der übrigen Claffen , die Amphibien, die Infekten , die Würmer mufs man fchlechterdings felbft auf- fuchen, Zwar haben fich feit einigen zwanzig Jahren in den gröfsern Städten von Deutfchland Leute gefunden, die damit ihr Stück Brod zu verdienen füchten , ‚dafs fie Raupen erzogen und Schmetterlinge für die Sammler. diefer Naturmerkwürdigkeiten fiengen, und feit einiger Zeit thun fie das ‘auch mit den Käfern und einigen ln mehr in die, Augen fallenden Infekten.: Zur Ergänzung der Lücken . Teindr Sammlung mag man fich immer: des Dienftes diefer Leute bedienen, allein begnügen wird fich der wahre Naturforfcher : damit bey weitem ‚nicht; er wird felbft hingehen , und auf jedem ‚Pflänzchen die Raupen der Schmetterlinge und die Larven der übrigen Infekten auf= fuchen, „um fie zu, Haufe naturgemäfßs. zu erziehen; ex wird Philofoph genug‘ feyn, um auf den Weiden ‚und in | den

16 Beyträge zur Beobachtungskunft

den Wäldern den Koth der Thiere umzuwühlen, um die dort niftelnden. Käfer und ihre Larven mit einem Zängel- chen herauszuholen; er. wird die Sümpfe, Waffergräben und: Morälte. felbft-befuchen, um aus ihnen mit einem feinen :Neze die Waflerinfekten nebft ihren. Larven, und die gröfsern Würmerarten zu erhalten; er wird den Eckel, und oft den Geftank, nicht achten, der mit der Zergliederung thierifcher Eingeweide verbunden it, um in .denfelben die Eingeweidewürmer zu finden; er wird fich nicht begnügen, zu Haufe verfchiedene Aufgüffe über trockne und frifche, ganze und zerfchnittene Pfanzentheile, oder thierifche: Subftanzen zu machen: er wird felbft hin- gehen, um aus den Aufgüffen, die die Natur im Grofsen bereitet, aus ftehenden oder fanftfieffenden Wäffern, in . welchen thierifche Körper oder Pflanzentheile in Verwe- fung übergehen, fich auf geradewohl Waifer mit und oh- ne Bodenfaz zu verfchaffen, davon er zu Haufe tagelang Tropfen vor Tropfen mit Hilfe feines Mikroskopes durch- fpäht, um ein noch nicht gefehenes Thierchen zu entde- cken. Alle diefe Nachforfchungen wird der Naturförfcher nicht etwa nur in der fchönen Jahrszeit vornehmen, Für ihn öffnet die Natur ihre Schäze auch im Winter, fparfa- mer zwar als in den übrigen Jahrszeiten, aber noch immer seichlich feine Mühe vergeltend, Die Aerndte der Schmet- terlinge und ihrer Raupen wird am reichlichften im Früh- linge und Herbfte ausfallen, die der übrigen Infektep ift in den Sommermonaten , die der Aufgußthierchen im Ju- lius und’ Auguft ," und die der Eingeweidewürmer'' im Spätfommer, nachdem "die thierifche Fiber durch die Som- merhize am meiften erfchläffet if, am'ergiebigften,: Aber hoch immer bleibt für die übrigen Jahrszeiten eine Menge au; | von

in ‚der Naturgefchichte, 37

von Arten übrig, die’ ihnen ‘allein, oder vorzüglich eigen find. Einige Iniekten laffen fich nur zur heiflseften Tagzeit finden : die Linnäifchen Schwärmer mit Fenfterflügeln find von diefer Art; gewöhnlich verrathen fie aber auch dann den Aufenthalt, in welchen fie als Raupen gelebt haben: fie fchwärmen meiftens an den Gebüfchen ,„ in de= rer Holz ihre Wiege geweien ift. Eine ungeheure Anzahl von Infekten wählt zum Fluge die Nacht; man muß, um in ihre Bekanntfchaft zu kommen , eine Menge Raupen am früheften Morgen auf den Pflanzen fuchen, die fie benagen , öder bey Tage in Rizen und Winkeln der Bäle me, auf denen fie leben, oder unter abgefaällenen Blät- tern verfteckt, und fie zu Haufe zum vollkommenen In- fekte erziehen. Selbft diejenigen Infekten (weiche bey Tage herumfchwärmen verftecken fich gern vor dem Son-

nenlichte, fo lange ihr Larvenftand dauert, _ | ach.

Tie® in den Pflanzen leben einige Infekten’ den größ= ten Theil ihres lebens dahin, andere nifteln zwifchen Borke und Holz, wo ihnen oft auch einige Würmer Ge- fellfchaft leiften , andere durchbohren die Wurzel, andere durchwühlen die Blüthen, und wieder andere leben in den Früchten oder in fproffenden Knofpen, Auch ihre Gröfse ift höchft verfchieden, -Scharflichtige Naturforfcher haben in dem lezten Jahrzehend eine fo groise Menge‘ äufferft kleiner Infekten mittels ihrer Suchgläfer entdeckt, dafs dadurch die Anzahl der gefamien Infekten beynahe verdoppelt wurde. Ein vortrefliches Suchgias it demnach für den Naturforfcher ein unumgängliches Bedürfniß. Ich bediene mich zu diefem Ende eines zufammengefezten Suchglafes, das aus zwo Linfen befteht, davon die eine

Fauna boica, 3,B,1.Abth, B Nach

18 Beyträge zur Beobachtungskunft

flach erhaben, die andere beyderfeits erhaben gefchliffen it; der Brennpunkt: hat eine Weite von 9'#, welche Licht genug zuläfst, um den Gegenftand im zurückprallenden Strale mit Teinen natürlichen Farben zu zeigen. Dieles Suchglas vertritt bey :mir häufig auch die Biene eines ein- fachen Mikroskopes.

Aber es giebt Gegenflände, -die kein Suchglas Zu ent= decken vermag, Ein zufammengefeztes Mikroskop ift für fie unbedingtes Bedürfnils, -Viele Aufgufsthierchen blieben ohne diefes wohl .ewig üngefehen, und “von :den meiften würden wir wentgftens nicht die genaue Kenntnifs haben, die uns wirklich geworden if. Ich werde mich hier nicht darauf, ginlaffen,, die verfchiedenen Mikroskope ge=- WW vergleichen. Wenn fie eine hohe Vergrö- ferungskraft mit ‚grofser Deutlichkeit verbinden, und da- bey fchneller Bewegungen fähig find, um dem dm Waß fertropfen (herumfchwimmendn Thierchen nachjagen zu Kön- nen, find fie zuverläfüg gut, Die Uebung und der ftätige Umgang mit einem gewohnten Inftrumente gewährt hier eben die Vortheile,. ‚wie in der Aftronomie, Scanderbegs Säbel that nur in Scanderbegs Hand die grofsen Wunder, in andern Händen war er ein gemeiner Säbel,

Die gröfsern Naturkörper , die einer Aufbewahrung fähig find, ftellt der Naturforfcher ‘in feinem Cabinette auf, ausgeftopft oder getrocknet, oder im Weingeifte, wie es der Natur eines jeden angemeilen ift, Natürlich ift die Folgerung , dafs nach und nach die ältern Stücke immer mit neuen ausgewechfelt werden mülfen. Aber die kleinern, befonders die mikroskopifch kleinen Körper, müflen unumgänglich gezeichnet werden, Nur felten, und

j nur

in der Näturgefchichte, ES

nur zweydeutig und hinfällig ift die Hilfe, die er dazu von fremder Hand erwarten kann, Die gefchickteften Maler wiffen Natürkörper nicht zu zeichnen, weil fie fie zu fehen nich: verlieben. Es ‘ift daher für jeden Natur- forfcher, der lich mit fo kleinen Gegenfländen befchäfti= get, dringendes Bedürfnifs, fich in der Zeichenkunf und im Malen mit Waflerfarben eine hinlängliche Uebung zu verichafien,

3. Unterfuchung des Baues,

Wenn vom Baue der Naturkörper die Rede if, fo kann man wohl keine andern Körper darunter verftehen > als Solche, bey welchen 'der Organifmus herrfcht, Im weitläuftigern Sinne mag das Wort auch von einem Ge- menge oder Gegifche gelten, folglich die Mineralien mitbe- greifen. Ich werde mich‘ aber mit diefen leztern nicht befaffen, da dieChemie fehr bekannte Regeln an die Hand giebt, fie zu-zerlegen, und jeder Mineraloge, wenn er diefen Namen verdienen will, nothwendig auch Chemifk feyn mufs,

Der Bau der organifchen Körper ift von doppelter Art: denn er fällt entweder fo, wie man die lebenden Körper anfieht, in die Augen, und befteht vorzüglich in . der #Geftalt, Bildung und dem Verhältnife äuferlicher Theile Aeufferlicher Bau; vder man unterfucht die innere Bilding, die Geftalt, Ordnung, Anzahl der innern Theile “- Innerer Bau. Ohne Bekanntfchaft wit dem erftern ift es unmöglich, einen otganifchen Körper von deı andern zu untericheiden, man kann gar nicht Natu: forfcher

| B2 feyr;

20 Beyträge zur Beobachtungskunft

feyn; und obne Kenntnißs des leztern wird man nur ein fehr unvollkommener feyn,

Es ift mit zwey Worten gefagt, die Anatomie gebe zur Unterfuchung des einen und des andern Baues Anlei- tung; aber damit ift gar nichts gefagt: wir haben gar kein Lehrbuch, welches die Zergliederung der gefamten organifchen Körper lehrete; nur die Theile des menfch- lichen Körpers machen den Inhalt aller diefer Vorfchriften aus, und nur in den neueften werden einzelne Winke auf einige thierifche Körper gegeben, und auch diefe Winke nehmen blos auf ziemlich menfchenähnliche Thiere,, faft lediglich auf Säugthiere, nur felten auf die Vögel oder Amphibien, Rückficht.

Das kömmt aber gar nicht daher, dafs in der Zer- gliederung aller Klaffen von Körpern der beyden organi- fchen Reiche nicht recht viel gefchehen wäse, Daubenton hat uns in der Büffonfchen Naturgefchichte der Säugthiere herrliche Beyträge zur vergleichenden Anatomie geliefert; Herriffant und Bloch haben einzelne Gegenftände aus der 'Zergliederung der Vögel vortrefliich bearbeitet; Röfels Meifterwerk über die Fröfche und Kröten Deutfchlandes it in unfern Händen; und Gouan hat uns eine umftänd- liche Aufzählung aller äußern und innern Theile, und Monro wichtige Nachzichten von einzelnen Theilen der Fifche ‚gegeben; Lyonet hat in feiner Zergliederung der Weidenraupe, wenn wir diefes Werk allein hätten ein 'Mufter geliefert, wie man fich bey der Zergliederung der Infekten benehmen müffe; aber wir haben noch Reau- murs, Degeers, Röfels unfterbliche Werke, Aus der gro- fen Familie der Würmer haben wir einzelne Zergliede- | rungen

in der Naturgefchichte ar

rungen in den Abhandlungen der Akademien dewiffen- fchaften zu Paris und zu Stockholm; den fogunnten Blackfifch haben mehrere unterfucht, unter andern onto und Scarpa. Aber freylich if in diefer Thierklahyen hältnifsmäfßsig noch am wenigften geichehen,

Alle diefe Schriften braucht man nur zu ftudiin , ihren Inhalt mit dem Scalpel in der Hand in der Na felbft aufzufuchen, und vor allem fich aus den gewöh. lichen Lehrbüchern der menfchlichen Anatomie mit de wefentlichften Stücken bekannt zu machen, um es bal in der vergleichenden weit zu bringen, Allerdings wird das ein Studium feyn ,„ womit man nicht binnen einigen \ Monaten ans Ende kömmt; aber .die ‚Naturgefchichte if. überhaupt eine Wiffenfchaft, in: welcher man auch dann Anfänger noch it, wann man es bereits weit in derfej« ben gebracht hat. . Unterdeffen möchte die Angabe einiger Handerifie gleichwohl nicht überflüfig. feyn,

Herriffant hat fich vielfältig der naffen Fäulniß be- dient, um fichwer zu reinigende Knochen von den ankle- benden weichen Theilen zu befreyen. Auf diefem Wege laffen fich auch Skelete von Infekten bereiten, indem man die der naffen Fäulnifs lange genug ausgefezten Theile ab- wäfcht, und unter Waffer behutfam auspinfelt, Auch Amphibien, befonders ihre Kopftheile, laffen fich auf die- fem Wege vortrefllich behandeln.

Gar zu weiche Thiere, bey welchen die Muskeln beynahe flüfig oder breyig:find, wirft man mit gutem Erfolge einige Stunden vor der Zergliederung in guten Weingeift, Dies gilt nicht nur von den Infekten und eini-

B3 gen,

Be

a2 Beyträge zur Beobachtungskunft

gen Wmern, fondern ich empfehie diefen Handgriff auch bey A Amphibien, bey welchen auffer lem die Reizbar- keirer Muskeln fehr lange nach dem Tode fortdauert, undlen Schnitt unficher macht, Freylich erhält man dies migiemlicher Zuverläfüigkeit, wenn man das Thier auf de Anatomirbrette ausipannt, und feit bindet oder na= g65 fogar lebendig laffen fieh diefe Thiere. bey diefer vrrichtung zergliedern. Aber nur felten, nur. aus. wich- gen Gründen foll man ein Thier einer folehen Qual un ‚erwerfen; und gefezt, man hätte auch das Thier vorher getödtet, fo hindert dach der blofse Tod das Zucken der Eingeweide, der Muskeln feiber nicht, fobald Luft hin- zutritt, | > |

Einige fehr kleine Thiere ‘find noch immer der Ein- . Sprizungen fähig; aber felten Kann man dazu etwas an- ders, als gefärbten Weingeit oder gefärbtes Waffer ge- brauchen; und allemal mußs fich die-Sprize in das feinfte Haarröhrchen endigen; auch wird man nur felten dıefe Ein= fprizungen auf einem andern Wege ,„ als durch den Mund eder After ( bey den Infekten liefse es fi ch vielleicht auch ‚durch die Luftlöcher thun) zuwege bringen. Natürlich dür- fen dergleichen Thiere weder vor noch nach der Einfprizung in Weingeift gelegt werden, welcher im erften Falle die Oeff- nungen der Gefäße fchliefsen, im zweyten den Färbeftoff fei- ner Farbe berauben würde. Es ift unnöthig, dafs ich mich über das Färbemittel felbt erkläre: wir haben keines, das fich feiner vertheilen läßt, und weniger Körper bey einem hohen Grade von Farbigkeit hat, als die Kofchenille,

Bey Infekten , die entweder durchaus oder an gewil- fen Theilen fehr flark mit Haaren oder Schuppen überklei- det

in., der: Naturgefchichte: Ä 23

det find, liegt oft mancher wichtige Theil unter diefen Schuppen und Haaren verborgen , oder wird von ihnen gefchüzt Schuppen laffen fich gewöhnlich mit der Spize eines. Federmeffers weßfchaben; die. Haare; befonders die weichern, fizen fefters» aber fie brechen’y':warn fie Iprö- der geworden find,. «Dies gefchieht bey einigen, nachdem fie vollkommen trocken geworden find; bey :diefen hat man 'eben nichts weiter: zu thun; als ‘die noch ‚weichen Theile, vollländig‘- vorzubereiten, dann 'gewaltam zu trocknen , und endlich die dürren Haare ‘behutfam mit

der Spize eines Federmeffers abzuftefsen,' Allein. häufig bleiben die Haare immer weich, und bey denen, die durch das Trocknen - fpröde werden, werden .es die Ge lenke , die fie eewa verftecken noch\:mehr, » Vielleicht; aber verfucht „habe'ich die Sache nicht, liefse, fich das Verfahren der Lohgärber, die Haare von Thierhäuten weg- zumachen, :mit Erfolge anwenden , nur dafs hier alles im Kleinen gemacht, und flatt des Kalkes Alkali, flatt,des Schabeifens ein Pinfel von'Glasfäden oder ein gemeiner Bern pen» genommen würde, ?

Einige Thiere vertragen den Weingeift rear le plazen, wenn fie darein gebracht werden, ‚oder. fchrum- pfen unnatürlich. zufammen, _ Die. meiften- -Rundwürmer find von. diefer Art, Hier i& nun freylich. kein anderes Mittel übrig, als fie in ihrem völlig weichen, Zuftande zu 'zergliedern, aber fo behutfam, dafs man keinen der in- nern Theile in Unordnung bringt, Erft nachdem ‚man die blos gelegten Theile in ihrer natürlichen Lage ‚hinlänglich beobachtet und gezeichnet .hat,. mag man ihnen; durch ei- nige ‚Tropfen Weingeiftes diejenige Fefligkeit geben, wel-

Ba che

]

24 Beyträge zur Beobachtungskunft

che erfodert wird, um fie aufheben und aus der Stellt rücken zu können. 1,

Man ift gewohnt, fehr zarte Theile, die man durch die Zergliederung von Pflanzen‘ oder kleinen thierifchen Körpern erhalten, hat, unter ‘Waffer zu betrachten. Ich

verwrerfe diefe Methode nicht: ich habe mich ihrer felbft

bedient, ‘und fie : lehrreich gefunden ; aber allemal habe ich vergleichende Beobachtungen angeftellet, indem ich ent« weder. denfelbigen Körper » oder einen gleichen, einmal im Trocknen und einmal unter Waffer beobachtete, Da die Stralenbrechung im Wafler nothwendig von der in freyer Luft verfchieden ift, fo könnte man gar leicht durch die erftere allein, an die wir bey weitem nicht hin- länglich gewöhnt find, zu Fehlfchlüffen verleitet werden. Man bedient fich des Waffers bey fehr zarten und dabey feuchtern Körpern, die durch die Verdünftung ihrer

. Feuchtigkeit leicht einfchrumpfen und unkenntlich werden,

dergleichen z. B. Streifchen öder Scheibchen von Pflanzen- theilen , Eingeweide von Infekten oder Würmern u. dgl. find. Allein die Erfahrurg hat mich gelehret, dafs diefe Vertrocknung ‚und Einfchrumpfung in dem kurzen Zeit- raume null feyen, den man anzuwenden hat, um den Gegenftand zur Beobachtung vorzubereiten, wenn man fich nur einmal eine hinlängliche Fertigkeit in feiner Be- handlung erworben hat. |

Zur Beobachtung von dergleichen Gegenftänden ift faft allemal’"ein 'Vergröfserungsglas unentbehrlich, Aber diefes optifche Inftrument ' fodert viele Behutfamkeit. Je nachdem der. durchfichtige oder halbdurchfichtige Gegen-

Ä ftan d

in der Naturgefchichte, | a5

ftand eine Lage gegen das Licht, nachdem der Spiegel eine Wendung hat, erfcheinen’ andere und andere Stellen un- durchfichtig , dunkel oder gar -fchwarz. | Ein Gegenftand von einiger Gröfse erfcheint , weil er entweder nicht Licht genug erhält, das er zurückwerfen könnte, oder zu grofs und zu gewölbt ift, um ganz inner den Gränzen des phy- fifchen Brennpunktes zu liegen, unter einer ftark vergrö- fernden Glaslinfe weit undeutlicher , als unter einer fchwä- chern, unter dem zufammengefezten Mikroskope weniger beftimmt , als unter dem einfachen, So habe ich faft alle- mal die kleinern Bandwürmer mit meinem vortrefllichen Suchglafe befler gefehen, als mit meinem Mikroskope, Durchfichtige oder weifse Körper zeigte mir das Mikro- skop oft befler im zurückgeworfenen Lichte bey völlig abgewandtem Spiegel, oder auf einer fchwarzen Platte vor- „eelest, als im durchfahrenden Strale, |

. Man hat das Mikroskop gewiffermaßen auch als ein Anatomirwerkzeug angewandt. Bey durchfichtigen Kör- pern fieht man in der That die innern Theile mehr oder weniger gut durchfchimmern, und kann oft mit einem ziemlichen Grade von Gewifsheit ihre Lage, und oft ihre Verrichtung, beflimmen, Doch find 'alle diefe Beobach- tungen immer mit vieler Dunkelheit verbunden, und mö-

gen nur fo lange gut feyn, als man keine beffern haben

kann,

Auch den Prefsfchieber hat man gewiffermaffen zu ei-

' nem anatomifchen Werkzeuge gemacht. Zwo fehr ebene Glasplatten , die man nach Belieben mehr oder weniger feft aneinander drücken , und in diefem Drucke erhalten kann, haben giefen Namen, Er ift bey einigen Mikroskopen an- us gebracht,

26 Peyträge zur Beobachtungskunft

gebracht, und kann bey allen angebracht werden, Sein Gebrauch befteht darin, dafs man einen kleinen Körper, den. man. etwa unteriuchen will, zwifchen die beyden Platten legt, fie aneinander prefst, und fo unter den Brennpunkt des Mikroskopes bringt Auch’ diefes Werk- zeuges habe ich mich vielfältig bedient, aber mit der gröfsten Behutfamkeit, die ich nicht genug empfehlen kann: es ift höcht verführerifch‘, und taugt. fchlechter- dings nicht weiter, als entweder fehr dünne Körperchen in der anfänglichen Geftalt und Stellung zu erhalten, oder aus andegn, die einige Wölbung, haben , währender Beob- achtung durch verflärkten Druck herauszupreffen, wie Göze die Jungen aus. den Effi sälchen ausgeprefst hat, Aber nie erlaube man fich , diefes Werkzeug dahin zu mifsbrauchen, um durch feinen Druck undurch »fichtige Körper durchfichtig, oder wenigftens durchfcheinig zu machen , und fo einige Thei- le von ihremInnern zu entdecken: nie, um Körper, bey ® denen. nicht alle Theile ihrer Oberfläche genau in derfelbi- gen. ebenen Fläche liegen, fe zu halten. Man würde fich in diefen Fällen-der Gefahr ausfezen, entweder das; was nur optilche Fäufchung ift, für Naturerfcheinung zu halten , was dem berühmten O, Fs Müller begegnet ift a): oder einen künftlich verunftalteten Körper für ein Natur- gebilde anzufehen, auf welchem. Wege Göze’s Flügel- wurm b) entftanden if, Man follte.in ‚den organifchen Naturkörpern, die man beobachten will, entweder gar keine Veränderungen ihres natürlichen Zuftandes hervor- bringen, oder nur foiche , davon man die Folgen genau kennt, | | Man me

a) Naturf. XII, 189, ® 6) Eingew. 176. ae

in der Naturgefchichtel 27

‚Man .mufs überhaupt den Grundfaz als wahr. anneh- men, dafs das Mikroskop ein täufchendes Werkzeug fey, Seine Täufchungen find gerade in dem Verhältniffe, wie die Dienfte, die es uns leiftets, Je flärker die Vergröfse- rung ift, deflo weniger Wahrheit gewähren uns die Em fcheinungen, die es uns verichafı, Dies hindert gleich- wohl nicht, dafs feine Dienfte nicht Sehr beträchtlich, ° und die Nachrichten ,. die wir auf diefem Wege überkoms - men, nicht fehr zuverläfig feyn follten, fobald wir feine - Sprache gehörig verfiehen. Je mehr es vergröfsert, defto kürzer ift fein Brennpunkt, defto weniger Licht kann vom Gegenitande zurückgeworfen werden, defto. undeutlicher mufs er erfcheinen, und das nicht bics darum, weil er feibft weniger beleuchtet it, fondern auch darum, weil der Raum des phyfifchen Brennpunktes, der immer noch einige Spielweite 'hat, defto mehr .in den Raum des 'mathe= matifchen Brennpunktes „- der ein untheilbarer Punkt ift, einkriecht, je flärker feine Wirkung it. Wenn man da- her durch fehr ftarke Vergröfserungen irgend eine Ent- deckung gemacht zu haben glaubt,. fo verwechsle man die Linfe , durch die man fie gefehen hat, mit einer fchwächern , um der Wahrnehmung, die man bios der ftärkern Linfe verdankt auch Deutlichkeit zu geben, welcher jene nicht fähig war. Man wird fich auf diefe Weile zween Zeugen verfchaffen, die von einerley Sache zeden, und fich wechfelweife erklären,

Die Gegeneinanderhaltung diefer beyden Zeugen if sun freylich nicht allemal nothwendig, aber es ift nicht wohl möglich, die Fälle anzugeben, in denen fie es ift,

Man kann inzwifchen faft allgemein fagen, man bedürfe diefes

28 Beyträge zur Beobachtungskunft |

diefer Vergleichungen nie, wann man im durchfahrenden Lichtftrale beobachtet, und fie fey bey den Beobachtungen im. zurückprallenden Lichte . faft allemal nüzlich, wenn gleich nicht allemal nöthig. |

.Man könnte mich fragen, was ich vom Sonnenmi«- kroskope halte. Ich empfehle es nicht; es zeigt blofse Umriffe , und die mit demfelben gemachten Beobachtungen find felbft bey durchfichtigen Gegenfländen der mühefamen Vorrichtung nicht wertir,‘ weil durch die Wärme des Brennpunktes die Gegenftände in eine unnatürliche Lage gerathen. Der Naturbeobachter wird diefes Werkzeug ohne Nachtheil und mit vieler Zeiterfparung dem Phyfiker überlaffen in deilfen Hand es nüzlicher werden kann, ‘nicht, um über die Gegenflände, fondern, um über die Brechungen des Lichtes Aufklärungen zu geben.

Verfchiedene Thiere legen zu gewiffen Zeiten eine Haut ab. Diefe Häutungen find eine Art von Zergliede- zung, welche die Natur felbft macht, und die mikrosko- pifchen Beobachtungen diefer eben abgelegten Häute kön- nen in manchem Falle für uns fehr belehrend werden, Ein vielleicht nicht unerhebliches Beyfpiel einer folchen Beobachtung habe ich in meinem Beytrage zur Naturge- fchichte der Chamäleonfliege c) gegeben. Reaumur und Degeer haben in ihren Werken über die Naturgefchichte der Infekten ähnliche Beyfpiele geliefert.

Oft läfst uns der Zufall oder ein gewiffes Bedürfnifs an irgend einem organifchen Körper eine Wahrnehmung | machen,

e) Naturf, XXV,

i © in der Naturgefchichte, 29

machen , die nicht unerheblich ift, Der . Naturforfcher wird bey diefer ifolirten Wahrnehmung ‚nicht ftehen blei« ben.. Mit dem Grundfaze vertraut, dafs Arten von ei= nerley Gattung auch einerley oder ähnliche Eigenfchaften haben, wird er jezt alle Arten. derfelbigen Gattung, die er nur auftreiben kann, in diefer Hinficht muftern, und die übereinkommenden und abweichenden Erfcheinungen forsfältig anmerken. Auf‘ diefem Wege entftand meine Ab- handlung über die Melolonthengattung d): ich hatte das Bedürfnifs, an einer fonderheitlichen aber veränderlichen Art der Laubkäfergattung ein ftandhaftes Kennzeichen zu finden, fiudirte den Bau diefes Käfers mit der gröfsten Aufmerkfamkeit, fand endlich, dafs er fonderbar gefpal- tene Fufsklauen habe; jezt verglich ich die Klauen diefer Art mit denen der übrigen Arten, die fich in meiner Sammlung -befanden: fie waren bey allen gefpalten, aber nicht auf einerley Weife, Hr, Frölich, durch diefe Beob- ‚achtung aufmerkfam gemacht, verfolgte diefe Bemerkung nicht nur bey einigen andern Arten, die mir unbekannt waren, fondern wendete fie verhältnifsmäfsig auch bey andern Gattungen an e),

Nicht eben zum Körperbau gehörig, aber doch Fol- gen deffelben find die Farben der Thiere und ihrer Theile, Bey einigen Thierklaffen (wie bey den Infekten) machen fie fogar die Kennzeichen der Art aus. Aber diefe Farben vergehen oft gleich mit dem Leben, wie die Farben der Augen gewiffer Fliegen; oft erft nach und nach am todten | Infekte,

EFT

d) Born Arb, eintr, Freund, IL e) Naturf, XXVI, 78,

30 Beyträge zur Beobachtungskunft

Infekte. Es ift ein fchon länger bekanntes Kunftflück , die farbigen Augengemälde der Fliegen wieder dadurch aufle- ben zu machen, dafs man fie einige Zeit in fehr warmes, aber nicht kochendes Waffer fieckt, Ich habe diefes Kunfttück auch bey einigen verblafsten Blattkäfern nicht ohne guten Erfolg angewendet, doch war diefer Erfolg nicht bey allen zu erhalten ;, aber bey der Schildkäfergat- tung gelang der Verfuch ohne Ausnahme. Die Sache kömmt da hinaus: das warme Waffer ftellt keine Farbe wieder her; aber wenn eine farbige Schicht unter einer durchfichtigen liegt, und die leztere durch Vertrecknung ihrer Feuchtigkeiten die Durchfichtigkeit verliert, fo ftellt das warme Waffer die Durchfichtigkeit wieder her, und die darünter liegende farbige Schicht erfcheint wieder, Dies ift bey der Hornhaut der Thieraugen allemal der Fall, aber nicht allemal an den übrigen Theilen, weil hier die Farbe oft oberflächlich ift,

| . 4 | Die Abfichten der organifchen Theile.

Alles hat im organifchen Körper feinen Zweck, nichts ift ohne hinreichende Urfache da. Aber diefer Zweck if nicht gleich auf den erften Anblick allemal fichtbar, die Urfache fpringt richt in die Augen. Man weis wohl all» gemein, dafs das Auge zum Sehen da fey; aber nicht fo allgemein bekannt find die fonderheitlichen Abfichten der ‘Theile des Auges, und lange hat man über den eigent- lichen Siz des Gefichtes einen Streit geführet, der viel- ‚leicht noch nicht am Ende if. Alle Bemühungen und

Nachforfchungen des Naturforfchers, von denen bisher die Rede

'in der Naturgefchichte; 31

Rede war, find nur Vorarbeiten, die nothwendig vor= ausgehen müffen 5; feine eigentliche Beftrebung mufs die Ersründung der Zwecke feyn, wegen weicher jeder Theil im organifchen Körper da ift, die Unterfuchung ‘der Ver- zichtungen, die ihm angewiefen find, die Bemerkung des genauen Verhältniffes zwifchen Zweck und Mittel, wel- ches die Natur fo meifterhaft zu treffen gewufst hat. Ohne diefes Studium wären alle übrigen Arbeiten leerer Wort- kram, der zu nichts dient, als ein müfiges Gedächtnifs zu befchäftigen, ähnlich den Verzeichniffen der Blumiften, aus welchen man nichts lernt, eine dürre Grammatik , weiche die Namen aller Figuren einer rührenden Rede, ei= nes geifterhebenden Gedichtes münfelig aufzählt, aber kein Herz rühret, keinen Geift erhebt. Erf die Phyfik bringt lebende Kraft in die Naturgefchichte, befeelt das todte Verzeichnifs von Körpern und Körpertheilen,, und- macht den Anblick der Natur zur Wonne des Himmels.

Aber diefe Phyfik ift fo leicht nicht, als man etwa denkt, Bald fezt fie genaue Bekanntfchaft mit dem, was man im, engern Sinne Phyfik rennt, voraus ,„ bald mehr oder weniger tiefe Kenntniffe der mechanifchen Künfe, der Mechanik felbft ,„ der Chemie, der reinen Mathematik. ' Sie fodert zu einer Menge vergleichender Verfuche und Beobachtungen auf, und firenge Logik ift das Bedingnifs, das man fich mufs gefallen laffen, wenn man fie mit ei«- nigem Erfolge ftudiren will. Sie verfchmäht die Beyhilfe “des Wizes nicht, aber eiferfüchtig für die Rechte „der Wahrheit, gebietet fie ihm, in den Schranken einer fchüch- ternen Befcheidenheit zu bleiben; er darf fiimmen in ih- sem Rathe, und feine Stimme wird-in reife Erwägung ge-

- nommen, aber für fich entfcheidet er nichts, Dies

32 Beyträge zur’ Beobachtungskunft

‚Dies beobachteten die meiften unferer Phyficotheolo-= gen nicht ; dies beobachten noch die naturhiftorifchen Schrififleller in grofser Anzahl nicht: ein wiziger Einfall über das Warum eines Naturgebildes kürzet ihnen die Ar- beit ab, aber bringt fie noch der Wahrheit nicht näher, die vielleicht defto länger verborgen bleibt, je wahrfchein- licher der Einfall war. Einem berühmten Manne find über das Warum oder Wie einer naturhiftorifchen Erfcheinung ein paar finnreiche Worte im Vorbeygehen entfallen: fie werden alfogleich aufgefangen, taufendmal wiederholt, jedesmal mit gröfserer Zuverficht auf fein Anfehen, und man glaubt ihnen am Ende ohne Beweis. Doch. nicht im=- mer glaubt man ohne Beweis: man hat ihn in Händen, oder wähnt es wenigftens. Ein Baum fieht nahe an einem Blizableiter , fo alt als feine Brüder im Garten, und von eben der Art, aber von weit, anfehnlicherm Wachsthume, Was kann zuverläfiger feyn, als die Folgerung, fein an- fehnlicher Wuchs rühre von dem nachbarlichen Einfluffe des Blizleiters her, fey Wirkung der alles belebenden Electricität? Zwar erhält der Grund von der Dachtraufe mehr Feuchtigkeit als der übrige Garten, die weifse Wand fendet die Stralen der Sonne auch an die Nordfeite des Baumes Zurück, was keinem andern Baume gefchieht, thierifcher und vegetabilifcher Dünger wird dem Boden dort reichlicher zu Theil, wo fo vieles, für den gegen- wärtigen Augenblick unnüzes Zeug aus den Fenftern ge- worfen wird, und unmittelbar aus den nahen Fenitern ftrömt der Krone des Baumes die gemifchte mephitifche Luft zu, die für die Pflanzen eben fo wohlthätig, als für die thierifchen Lungen nachtheilig it; dies alles, und vielleicht noch manche Nebenumftände, überfieht

man,

"= "in der Natürgefchichte, 33

305 und f[chreibt . das ganze Gedeihen’ des: Baumes dem ‚Blizleiter. zus Die Piianzen haben entweder Haare, oder gewiffe ehr ‚kleine länglichte Erhabenheiten -mit einem ‘Spalte auf ihren Blättern ; fie dünften aus, das wufßse © snan.:aus .der Erfahrung; fie : faugen" durch: ihre Blätter -Peuchtigkeiten ein, . das; hat Bonnet bewiefens alfobald hat die eine Pırtkey aus=der: Haaren oder. ftellvertretenden Erhabenheiten einfugende , die andere Parthey ausfüh- ehde Gefilse gemacht‘; ohne für "die eine "oder andere Verrichtung einen weitern Beweis zu verlangen, “ohne ah- "Zufrageh, ob auch der Bau diefer Gefäße den atikeblichen Verrichtungen ängemeffen fey. Das Männchen der Toge- "nannten Siebbeine hat an den Vorderfüfsen ein Paar napf- ähnliche Platten, die durchlöchert punktist zu feyn fchei- "neh, das Infekt felbft fand man faft nirgends als auf Blü- then; man hielt diefe Platten alfobald für Siebe womit "das Infekt den Blüthenftaub fichten foll, Ganz gewifs hätte "man eher, als man ihnen dieies Tonderbare Gefchäft an- wies, durch eine fcharfe Beobächtung ausmachen Tollen,, ob die derchfcheinigen Purktg durchgehende Löcher feyen, ‚oder man hätte fich feibft die Frage flellen Tollen,: wozu "doch gefichteter Blüthenflaub nüze feyn möchte, Häufig it der Griffel in den Blüthen inwendig hohl, und es if Sehr gewöhnlich, daß diefe Höhlung auswärts forrgefezt, und "zur Mündung des Griffels wird: jezt hielt mans für aus- "gemacht genug, dafs die Staubkörnchen durch dief@ Röhre "bis in den Fruchtknöten hinabfteigen, "bis ‚an die Embry6- nen der Saamenkörner gelangen, und entweder felbff ihre "Keime werden, oder, was ohne Zweifel weniger Teltfaın it, die Belebung ihrer Keime, fo zu fragen, persönlith wirken, Es ift fehade für diefe Hypothele, daß es’ grifel- Fauna beica 3. B, 4, Abth, C lofe

on

24 Beyträge zur Beobachtungskunft '

1ofe Narben gebe, die. gar’ keine Oeffnung haben , dafs. es hohle Griffel‘ mit gefchioffenen Narben gebe, dafs die Höhlungen der Griffel in Taufenden von Pflanzen aufhören, ehe fie noch den: Fruchtknoten erreichen, und dafs es vielleicht gar: keinen Fruchtknoten gebe, in. welciiem die in ihn fortfezenden Höhlungen der Narben mit den Saa- ..men in einige Verbindung kämen,

Daraus erhellet, dafs man weit entfernet feyn müfle, die erfte befte Erklärung einer Naturerfcheinung gleich als wahr anzunehmen. Scheint fie befriedigend, fo verdop=- pele man feine Bemühungen , fuche in den verfchiedenften Körpern, in welchen die Erfcheinung, wenn die .Hypo- thefe Grund haben follte ,„ ebenfalls vorkommen müfste, ihre Beftättigung oder Widerlegung , fuche fie, gegen bey- .. de gleichgiltig, auf mehr als Einem Wege, frage fich felbft, ob man nicht Nebenumflände überfehen habe, die mehr als die bemerkte Urfache an der Erfcheinung Antheil haben dürften; fehe nach, ob der Bau der Theile den ihnen untergeftellten Entzwecken_entfpreche, und follte man auch, um die Frage zu”löfen, die feinfte Berechnung und tieffinnigfte Geometrie anwenden müffen; habe einen wahren Abfchen vor dem Trugfchluffe, der aus einzelnen ‚Fällen aufs Allgemeine folgert, und vor einem andern Trugfchlufie, der aus dem blofsen Nebeneinanderfeyn oder ‚Aufeinanderfolgen zweyer Dinge das eine zur Urfache des andern macht; vor allem aber habe man Acht, ob die 'Erfcheinung fich in der That fo verhalte, wie man fie glaubt gefehen zu haben, Man hat fich lange darüber den Kopf zerbrochen ,: wie auf einer Schirmpflanze eine Bel=

lisblüthe hervorkommen könne ; bis es endlich jemanden einfiel

in. der Naturgefchichte, 35

‚einfiei f), die vorgebliche Bellisblüthe zu zergliedern,, und fiehe da, man fand, fie fey eine Schwefter der fo- genannten Weidenrofen , das Werk eines Infektes, eine .blofse Verkrüppelung der Schirmpflanze felbi , und keine Blüthe.

Reaumur ift in feiner Gefchichte der Infekten und in den meiften feiner übrigen Abhandlungen ein fehr gutes 'Mufter, wie man über die Erfcheinungen der Naturkör- per urtheilen müffe, und feinem Urtheile Sicherheit, 'Feftigkeit, Wahrheit verfchaffen könne, Häufig hat er felbt den Gang gezeichnet, den er genommen: keinen

Fehler verfchwiegen, den er im Beobachten oder im Beur= '

theilen gemacht hat: aber auch die finnreiche Benuzung der fchwachen Lichtftralen nicht verfchwiegen ; die ihn zur Wahrheit führten, Sehr gewöhnlich nahm er folgen- den Gang: Want er irgend einen organifchen Theil in ei- nem Thiere gefunden hatte, davon der Zweck nicht voll kommen ausgemacht war, und twnwiderfprechlich in die Augen fprang, forfchte er erft nach Maafsgabe der Analo» gie, welche Urtheile fich Ävohl mit einiger Wahrfcheinlich« keit von der Sache fällen liefsen, zog auch wohl andere 'Schrififteller und ihre Beobachtungen darüber zu Rathe ihre Beobachtungen, ihre Urtheile ünd die feinigen, un= terwatf er neuen Beobachtungen ; diefe Beobachtungen ließen fich zuweilen unmittelbar machen y„ zuweilen war das nicht wohl zu erwarten, allein klar wars, im Falle er Recht hätte, dafs eine gewifle andere Erfcheinung 5; die man fich verfchaffen konnte, die Folge davon feyn

| | ca mülle,

f) Ben, Dr, Borkhaufen,

36 . Beyträgezür Beobachtungskunft

mülffe, und nun brachte er feinen Gegenftand in eine folche Lage, das die Ericheinung nothwendig folgen mufste, wenn feine Hypothefe richtig war, Es ilt bekannt, dafs die Bienen mit ihrem Stachel dem, der fie beleidigt, ei= nen fehr fchmerzenden -Stich verfezen; der Stachel ifk fehr fein, und die Wirkung. fcheint gröfßser.zu feyn als ikre Urfache, Reaumur unterfuchte diefen Stachel; er fand ‚wol Widerhaken an feinem Ende, aber diefe Widerha- ken find zu fein, als dafs fie für (ich die Schmerzen be- trächtlich vergrößern könnten 5, zwar reifen fie, wann ‘die Biene ihren Stachel wieder an fich zu zieben fucht, aber der ganze Raum, in welchem das alles vorgeht, if fehr klein, gleichwohl folgt auf den Stich eine beträcht- liche fehr fchmerzhafte Entzündung. Reaumur durchfchnite nun den Stachel: er ıft inwendig hohl; . Jezt entfteht in ihm der Gedanke: vielleicht Jäfst die Biene ein Tröpf« chen Gift durch diefe Röhre in die Wunde fallen; -Reau- mur verfolgt in. der Biene den. Stachel aufwärts; er if mit einem Bläschen verbunden, das eine klare Feuchtig- keit enthält, _ Soll dieie Feuchtigkeit das Gift feyn s das den Bienenftich fo (chmerzhaft macht? Wenn das ift,. fo mufs der Stich mit der feinften Nadel, die in diefe Feuch- tigkeit eingetunket worden, diefelben Folgen haben, Reau- mur macht diefen Verfuch an fich und andern, allemal find die Folgen wie beym Bienenftiche: die Natur_diefer Feuchtigkeit und ihr Zweck war alfo gefunden,

Ein andermai fieht man wohl, wozu das Thier den 'befraglichen Theil brauche, aber feine Anwendung ift fon- derbar. Reaumur pflegt in diefen Fällen damit anzufan- gen, dafs er uns die Lage und Geftält diefes Theils im

ON NEN ei

in der Naturgefchichte, 87 der Ruhe und aufser Handlung genau und umfländlich be- fchreibt ; dann folgt er fiufenweife feinem Beginnen, fagt uns,‘ wie fich diefer Theil in Handlung fezt, wie er fie fortführt , abändert, endet. Es ift felr begreiflich „dafs die Beobachtungen felbft nicht gerade in diefer Ordnung aufeinander folgen können, und dafs mehr als ein Thier derfelben Art dazu gehöre, um alle die Beobachtunger zu machen, die zu einer folchen Gefchichte nöthig find. Auf diefem Wege befchreibt er uns die fortichreitende Be- wegung des Meflerfchalenmufchelthieres (Solen, Vagina ),

und. fat auch nach diefer Methode däs Maufern Krebe und das Nächwachfen ihrer Fülse,

Zuweilen muß fich der Forfcher bis zu allgemeinen Grundsäzen erheben, bis in das Gebiet fremder Willen- Ichaften fortgehen. Bey meinen Unterfuchungen über die Pfianzenhaare fand fich, dafs die kegelförmigen Haare weitaus die gewöhnlichfen feyen. Die Frage war, wozu fie den Pflanzen dienen. Ich fand fünferloy Meynungen vor. mir, davon drey fehr auffallend verwerllich waren, Nur die Gefchäfte des Anfaugens und Ausdünftens liefen fich ihnen mit Wahrfcheinlichkeit auftragen; kaum konn- ten fie beyde zugleich verrichten für welche Meynung war alfo der Ausfpruch zu thun? Größere Währfchein- lichkeit war für das Anfaugungsgefchäft vorhanden: die Bätter der Straucharten und Bäume find unten haariger als oben:, das ift allgemeine Erfcheinung; die Blätter der 'Straucharten und Bäume dünften oben mehr aus als unten, faugen unten mehr an als oben: das find Thatlachen, die Bonnet durch müheiame und vergleichende Beobachtungen erwiefen hat, Aber die Folgerung aus jener allgemeinen C3- Erichei-

fe)

38 Beyträge zur Beobachtungskunft

Erfcheinung und diefen Thatfächen? Sie konnte noch im» mer zu Irrthum führen, ward noch immer von ftrenger Logik mißbilligt, Zwar ftellte ich felbft Verfuche an,

brachte behaarte Blätter unter dem Mikroskope in Waffer,

fah, dafs fie reines Wafler unvollkommen mit Weingeift verdünntes Waffer fehr gut anfogen; aber es war kein

‚Weg möglich, mich durch Verfuche über ihre Fähigkeit

Feuchtigkeiten auszuführen zu unterrichten, und felbft die Verfuche über ihr Anfaugungsvermögen konnten wohl un- möglich an einigen taufend Arten wiederholt werden, Jezt fragte ich? was widerfährt einem flüffigen Körper ; welcher ‚in einer kegelförmigen Röhre nach ihrer Spize hinftrömt2 Die Mathematik fagte mir: Verminderung fei- ner Gefchwindigkeit, und diefe Verminderung wird defto größer feyn, je mehr der Kegel von, der Walze abweicht, wird in der Walze null feyn, im Kreifel in Vergröfserung übergehen, Die ganz unmittelbare Folgerung war dem- nach: die kegelförmigen Pflanzenhaare find zum Anfaugen weit gefchickter ‘als zum Ausdünften ,„ die kreifelförmigen zu Abfonderungen und Ausführungen vorzüglich gefchickt, und die walzenförmigen für beyde Verrichtungen gleich- giltig, Ich hielt diefe Antworten wieder mit der Natur zufammen, und fand fie nicht nur allenthalben beftättiget, leichte Erklärung. Noch ein Zweifel war übrig: find in den Pflanzen dort überall Haare, wo Anfaugungen vor fich, gehen? Die Wurzeln faugen vorzüglich, wenigftens

bey den meiften Pfanzen, die Elemente der Nahrung an:

es war natürlich zu vermuthen, dais fie behaart feyn würden, und dafs fie dies durch die Haare thun; allein Malpighi fand an einigen Zwiebelwurzeln keine Haare, ich

| auch

in der Naturgefchichtes 39

zuch nich# Aber in’ der Folge fand ich überall Haare, wo ich fie nur vermuthen konnte, auch fchlechterdings 'an allen Zwiebelwurzeln und in Menge, und fand auch, was Malpighi und mich zum Irrthum verleitet habe. Ich‘ fand noch mehr : nur die kleinen, die noch jugendlichen Wurzeln find behaart; dies erklärt, warum Gewächfe, die man aushebt, um fie zu verlezen, und denen man nach dem Schlendrian der Gärtner die Zaferwurzeln ver- ftuzt, fo lange kränkeln: fie erhalten keine Nahrung, bis die noch übrigen Lebenskräfte des Gewächfes neue Zaferwurzeln getrieben haben , oder diefe Nahrung, wenn iman fie der Pflanze durch übermäfsiges Begiefsen mit Ge- walt anzwingen will, tritt in Gefäße ein, die für fie nicht gemacht find,

Zuweilen zeigen Verftümmelungen an, wozu der ver- ftümmelte Theil gut gewefen fey. Die Nagethiere derje- nigen Gattung, welche Herr Präfident von Schreber Di« pes genannt hat, und davon äufserft kurze Vorderfüfse bey unverhältnifsmäßig langen Hinterfüfsen den Charakter ausmachen , haben älle einen fehr langen ftarken Schwanz. Herr Collegienrath Pallas ® einigen Stücken der fiberi- fchen Art ihren Schwanz 2%: und fiehe! die verftümmel- ten Thiere, die „wegen ihres Baues keiner andern fort- fchreitenden Bewegung fähig find, als mittels gewaltiger Sprünge, konnten nicht mehr fpringen, Die meiften Fi- fche haben eine grofse Blafe in ihrem Leibe, die mit Luft gefüllt it; man rieth wohl darauf, wozu fie diene, aber man wollte Verficherung haben; man durchftach die Blafe, und der Fifch konnte fich nicht mehr über den Waffer- grund erheben, Durch Verfümmelung hat man den Zweck@

C4 / der

40 Beyträge zur Penberhtasgckünfl ge

der Staubfäden, und die Wichtigkeit’ der: Blättes zur vol; - len Gefundheit der Pflanzen entdecktz: und eine: Verfüm- - melung wars, wodurch Duhame! die ‚allgemeine Verthei- lung des Saftes in den Gewächfen erfuhr, Der Polype endlich hat uns.die feltfamften Geheimniffe der thierifchen Phyfiologie entdeckt , als Trembley auf den Gedanken verfallen wars ihg grillenhaft genug zu verflümmeln.

Ein andermal leiten uns Vergleichungen wo nicht un= mittelbar zur Wahrheit felbft, doch wenigftens zu Ver- muthungen, die uns der Wahrheit näher bringen. _ Man. hätte niemal den Verfüch mit Durchftechung der Schwimm« blafe bey den Fifchen angeftellt, wenn man nicht bemer- ket hätte, daß diejenigen Fifche, die fich nie über den Waflergrund erheben, derfelben beraubt feyen. Dafs ge=

wife Seitenöffnungen an den Infektenkörpern Luftwerk= zeuge, feyen , liefs ‚zuerf: der den Luftröhren, der Säug-.

thiere. ähnliche Bau vermuthen,: welchen die Röhren ba-.

ben, davon fie die Mündungen find. Um kurz, zu feyn; darf ich. mich wohl auf die unwideriprechlichen Vortheile. berufen, welche die vergleichende Zergliederungskunft be- reits gebracht hät; der Kreis des Geblütes felbft.,, die: Reizbarkeit , und ihr a | von, der- Empfindlichkeit, find. mittels Verfuche und Beobachtungen, die man vor«

züglich nur: bey Thieren angeftellet A a .entdecker- werden.

Doch nicht immer Kfst fich der Zweck des wahrge= nommenen Organifmus durch‘ blofse Beobachtungen wahr nehmen, Man mufs öfter den Körper, den man fludirt, ‘in Lagen und Verhältniffe bringen, in welche er wenig-- tens jezt ohne unfere klandanlegung nicht gekommen’ wäre, das

in der Naturgefchichte, = Ga

das if, man muß Verfuche machen. Aber indem man das thut, mufs man genau mit den Wirkungen der umge- benden Körper, mit welchen. man die ‚Gegenflände des ‘Verfüuches in Verbindung bringt, bekannt feyn, „gamit ‚man keine fehlerhaften Folgerungen daraus ableite, Man hat Landpflanzen in gefärbtes Wafler gebracht, weiches von ihnen angelogen wurde; man hat richtig genug dare aus gefolgert, dafs die gefärbten Streife, die man in die= fen Pflanzen beym Zerfchneiden wahrnahn., die Gefäfse anzeigen, in welchen diefe farbigen Flüfigkeiten aufgenom« men worden; aber man hat unrichtig gefolgert,, dafs diefe Gefäße Safıgefäßse feyen, indem nach den Gefezen der Haarröhrchen gerade das Widerfpiel folget, wie ich an einem andern Orte g) gezeiget habe. Man nennt diefe ‚Verferkungen der PHlanzen in gefärbte Flüfigkeiten Einfpri- - zungen; ich will über die Benennungen nicht zanken: aber Einfprizungen lebren nie unmittelbar den Gebrauch der Theile, in welchen fie fortgeführet werden , fondern nur ihre Verbindungen, ihre - Einmündungen, ihre Stätigkeitz nur wann bekannt ilt, was der Hauptaft für einen Zweck habe, folgert man mit Grunde auf die Verrichtungen der Nebenäfte, die man durch .diefe Einfprizungen ent- decker hat. Reaumur hat in feiner Gefchichte der Bienen nicht anders als durch Verfuche dieNatur des Futterbreyes,

und des rohen Wachfes ausmachen können, nicht anders als nach forgfältigen Verfüuchen die Arbeit der Spinnen mit.jener des Seidenwurms zu vergleichen vermocht, und wäre es ihm eingefallen, die Natur des Giftes, welches in Ni mit dem Bienenftachel verbundenen Bläschen ent» a UR- | hal-

Geszeunanuız

5) Briefe an Nas,

42 Beyträße zur Beobachtungskunft

halten ift, zu erfahren ,„ fo wären auch hier Verfuche mit Reagentien vonnöthen gewefen; wahrfcheinlich würden fie gelehret haben, dafs es in einer ‚Säure, vielleiche Ameifenfäure, beftehe,

Häufig ift es bey Verfuchen vonnöthen , dafs man fich um ein. Vergleichungsmittel umfehe; oft find ihrer mehr als eines erforderlich, Als Bonnet dem Einfaugung® vermögen der Pflanzen nachforfchte, nahm er drey voll= kommen gleiche Blätter zu jedem Verfuche, brauchte zwey, um mit Waffer gefüllte Zuckergläfer zuzudecken,, fo, dafs eines feine obere Blattfeite oben, das andre unten Hatte und eines legte er neben hin auf den Tifch. Dühamel, um die angeprieiene Wirkung eines Düngfalzes zu erfahren theilte ein Gartenbett in vier vollkommen gleiche Theile, nahm dann von einem Getreidhaufen vier gleiche Mengen, A, B, C, D, davon er die Körner zählte, weichte B und D in einer Auflöfung des ange- ‚rühmten Salzes auf, fäete dann A und B ganz in die für fie beftinmten Viertel des Gartenbettes, von C und D nur die Hälften auf gleich grofsen Räumen, und fand die Aernte von A undB gleich, auch die von C und D gleich, aber gröfser als von A und B; woraus dann her- vorgieng, dafs nicht die Einweichung, nicht, das Dünges falz, fondern die weitläuftigere Ausfaat den gröfsern Er« "trag erzeuget habe, Man hat in der Botanik den richti= gen Grundfaz angenommen, dafs nichts zuverläfsiger ent« fcheide als: die Cultur, ob zwo einander fehr ähnliche Plianzen Arten oder nur Abarten feyen; aber man hat ihn häufig mißverftanden : man fezte den wilden Strauch,

die wilde Zwiebel in den Garten, und fie blieben viele Iahre

in der Naturgefchichte, | 43

Tahre hindurch ; was fie waren. Das war doch wahr " Jich kein Wunder ; auch der Neger, nach Europa ge- bracht, vertaufcht feine vorragenden Kinnladen mit der europäifchen Gefichtslinie nicht, Man hätte allerdings die beftrittenen Pflanzen in den Garten verfezen : aber auch die von ihnen erhaltenen Saamen , immer vergleichend , in fehr mancherley Erdreich ausfäen follen, immer auf Sand- grund die Saamen von A, und B: (den beyden beftritte= nen Pflanzen ), während man andere gleiche Saamen von A und von B auf fetten Grund oder in einen künftli- chen Moraft fäete,. .Erft dann würde man erfahren haben, welche Bildung der Pflanze wefentlich, welche nur zu« fällig fey. |

Man kann auch wohl zur Unzeit den ängfligen Zweifler machen, Es würde gewifs lächerlich feyn, wenn man fich darüber den Kopf zerbrechen wollte, wozu doch die hornartige Scheide an der Zungenfpize des Spechtes mit ihren zurückliegenden Stachein, und dem- vielen auffizenden Kleber diene; man braucht nur mit der Lebensart des Vogels bekannt zu feyn, und ihr Zweck wird fo deutlich in die "Augen fallen, als die Abficht der Füffe, der Flügel, der Augen. Und über- flüßig wäre es zu fragen, warum der Ehrenpreis nur zween Staubfäden,, die kleine Möhringie hingegen acht habe ; ganz eine andere Frage hingegen würde es feyn, wie es zugehe, dafs bey der einen Pilanze zuweilen drey , bey der andern zehn Staubfäden vorkommen; je- nes zu wiffen ift ewseklofer Vorwiz, die Begierde dieleg

kadiren , N was niemal ohne Nuzen iR.

$. 5. ©

44 Beyträge zur. a a 5

Naturtriebe ,„ Kunfttriebe,

Die nöthigen und‘ allgemeinen - Beftrebungen fich zu erhalten, ‚und fich feine’ Bedürfniffe aller Art zu verfchaf- fen , heiffen bey den 'Thieren Natwrtriebe,. Einige davon werden zu Kunfttrieben , wenn das Thier, um zu feinem Zwecke zu gelangen, zwar feiner Art gewöhnliche , aber in Vergleichung mit allen andern Arten mehr hervorfte- chende Fertigkeiten äuffert, Fertigkeiten, die oft ausge- dachte Plane, oder einen fehr vorzüglichen Unterricht vor="

aus zu fezen feheinen. Wenn die Biere aus Blüthen fich Nah=- sung holt, die Zellen, in denen fich Eyer befinden, mit Futterbrey voliftopft, im Herbfte die Drohnen verdrängt,

die Unreinigkeiten aus dem Korbe fehafft, und fich an ihrem Beleidiger rächet , fo find das lauter Naturtriebe aber wenn fie den nach Haufe getragenen Blüthen- ftaub zu Wachs knettet, wenn fie gar Zellen daraus baut , fo find das Kunfttriebe, Die Raupe handelt bios aus Naturtrieben, wenn fie an der Päanze hinauf- kriegt, fich ein fchickliches_ Blatt, und am Blatte einen Schicklichen Theil wählt ; den fie abweidet : b aber wenn fie Stücke aus dem Blatte herausbeißst, fie mit Fäden zu=- fammen heftet, und fich daraus eine Begleidung macht: wenn fie fich. eine künftliche Hülle bereitet, in welcher fie im Pupenftande der Vollendung zum Schmetterlinge entgegen harrt, fo leitet fie bey ihren Arbeiten ein Kunf- trieb, Die Maus gräbt ihr unordentliches Loch aus bJo-= fem Naturtriebe, aus blofsem Naturtriebe minirt das Kaninchen ; aber der Fuchs arbeitet an feiner Röhre, und das Murmelthier baut feine Höhle aus Kunfitriebe.

Alle =

I

in der Naturgefchichte, RB

| "Alle Thiere haben Naturtriebe; aber nur bey den Vögeln

und Infekten kommen die meiften Kunfttriebe vor’, äuch bey den Säugthieren find fie nicht -felten, und’ wenn

män ihr liftiges Benehmen im Entfliiehen , oder indem fie-

auf ändere Thiere Iagd’ machen , darunter rechnen wills fogar fehr ‚häufig.‘ Allein bey den Amphibien, den Fi-

fchen und den Würmern find far er ‚keine Kunfkerieb®

wahrzunehmen,

Sr he yaft:

Im ‚Grunde. ind die einen ‚und. die andern \ediglich Naturtriebe 2 und den. Unterfehied. zwifchen beyden hat unfere Bewunderung, a nicht ‚die Natur ‚gemachte, , Einer ley Drang zwingt „den. Vogel fein. künftliches Neil zu "bauen, und .den Marder feine Eyer auszufaufen. Für den Beobachter felbft ift, es gleichgilig 5 ob er he als zwey erley Triebe betrachten, oder, unter einerley Ge= fichtspuncte, anfehen will; ‚er kann. ‚dogar .gewifle Bewe-

gungen der Pflanzen, ihre Neigung gegen das. „Sonnen-

licht ,„ ihren fogenannten Schlaf, das Wandern ‚ihrer Staub- |

fäden , und ähnliche‘ Erfcheinungen | mit. unter ‚diefe ı Kate-

"gorie aufnehmen 5 „die Art, ‚wieier fich bey ihrer, Beob- ‚achtung zu benehmen 3. die Regeln, die er;-zw.befolgen

hat, find diefelbigen.

_ Man kann überhaupt fagen, der Natutforfcher," wel- cher die Triebe der Thiere, und, wein man will, * der Pflanzen , beobachten wili, müfle viel-um fie feyn , die, io viel möglich R befländig unter feinen Augen habe ‚alle ‚Ihre Handlungen 5 alle ihre jedesmaligen Stelluneh“ h ihr verfchiedenes Benehmen » Jhre Neigungen fogar , Torsfäle tig. wahrnehmen ;. mi üffe mit ihnen in einer gewifleh' Ver wraulichkeit jeben‘, ‘Ohne da Nie & felbrt Bemeikdhr! and

wenn

46 Beyträge zur Beobachtungskunft

wenn fie es am Ende denn doch bemerken, wird diefs eine neue Reihe von Beobachtungen gewähren. Die er- ften Beobachtungen follen allemal im Stande der Wildheit, und der, wenigftens fcheinbaren, Freyheit des Thieres gemacht werden ; ; es Toll alles das zu. Seinen. Bedürfniffen haben, was es in der wahren Freyheit finder ; ift die Art ei- ner Bezähmung fähig, fo foll der Beobachter Auch diefe bey eben demfelben Individuum, ödet bey einem andern von derfelbei Art verfuchen ; feine Sitten im häuslichen Zuftande ftudiren ; "feine Triebe in dem einen wie in dem andern Zuftande zuweilen mit ihm fonft ungewöhnlichen Dingen befriedigen, um zu fe> hen, wie es fich dabey benehme, es in Verlegenheiten fezen, um zu erfahren , wie es lich zu helfen wiffe. So trennte Reaumur den Motten ihre Säcke auf, um ihre Flickarbeit zu beobachten, entkleidete fie wohl Sanz, um ihr Schneiderhandwerk’ zu erlernen, indem fie fich neue Röcke verfertigtens

Das alles läfst fich faft niemal bete grofsen Säuschies ren, Selten bey den Vögeln und kleinern Säugthieren, noch weit weniger bey den Fifchen vollffändig bewirken, Sie fodern für den Stand ihrer Freyheit zu grofse Räume, und merken fehr bald die Sclaverey , in welche fie gera- then find. Unterdeffen find auch Bruchftücke- ihrer Ge» fchichte dem Forfeher von Wichtigkeit. Unfere inländie iche Amphibien , die nicht fehr eiferfüchtig. auf ihre Frey- heit find, laffen fich füglich in gläfernen Kaften, in wel ‚chen man durch ein dünnes , darüber gefpanntes, Nez von feinem Drathe, oder, nach Umfländen, nur von Flor, für den Abzug der Feuchtigkeiten und für den Luftwech=

| |

in der Naturgefchichte; RN nd

fl forgt, fudiren, Noch leichter wird für. die meiften unferer inländifchen Würmer Rath gefchafft.

Aus allen Thierklaffen haben die Infekten, und ‚unter diefen die Schmetterlinge. die meiften Beobachter er- ‚halten. Im Ganzen genommen kann man aber auch von ihnen fagen , dafs es bey diefer Claffe am.leichteften fällt, fie über ihre Gefangenfchaft zu tröften? fie gewinnen fo- ‚gar durch ihre Einfchliefsung, indem fie ihren Feinden ventrükt- werden. : Ein Zuckerglas , eine Schachtel mit Lie nem Deckel: von: Glas, eine Abtheilung. in einem mit Glas bedeckten Kaften,, verfchaffet ihnen fo viel Raum, als fie zu ihren Bedürfniffen nöthig haben; giebt man einigen Arten, die zu gewiffen Zeiten in die Erde gehen, feinge« fiebte Erde, die iman von Zeit zu Zeit, wann das. In« fekt nicht darinn iteckt, erneuern mufs , oder Sand auf dein Boden des Behältnilfes, und das .nöthige Futter, in ‚ge= hörigem Zuftande, fo hat man faft keine weitere Mühe mit ihnen , als oft genug nachzufehen, und: die _Bemet- kungen ; welche fie uns machen laffen , aufzufchreiben, ‘Denjenigen , welche fich ‚mit der Erziehung der Raupen zu Schmetterlingen befchäftigen wollen, empfehle. ich vorzüglich das Verzeichnifs der Schmetterlinge der -Wie« nergegend; da in diefem Werke bey den Unterabtheilun- gen der Arten in Familien immer ein Auge auf den Schmetterling; das andere auf die Raupe gehalten wird, fo wird es dadurch dem Beobachter leicht gemächt , die ‘Familie einer erhaltenen Raupe zu finden, wo er denn ‚auch zugleich eine kurze Ueberficht der Familienfitten , - und vorzüglich eine Nachricht, ob Erde, oder Holz, oder

‚Blätter zur Verwandlung der Raupe nothwendig. feyen , erhälts

48 Beyträge zur ‚Beobachtungskunft

erhält, Für den Nothfall habe ich den Mangel diefes Bu- ‘ches in gegenwärtiger Fauna" zu -erfezen »gefucht,, aber ich habe es darum noch nicht entbehrlich wat:

Schweter find jene Hudipeh zu eich diein Holz leben; und das gilt auch von den Larven’aller ‚übrigen Infekten ,' die gleiche Sitten "haben. Es kömmt‘,hier\vie- les darauf’an, ob-fe'dürres oder frifehes: und: faftiges ‘Holz lieben. | Hat man den erften Fall, fo braucht man nur das absefchnittene Stück Holz in ein Zuckerglas zu -Tegen, und die vollftändige Entwiekelung zu‘ erwarten. Hat man’ die Larve’-mittelit eines Spaltes entdeckt, den "man im Holze' gemacht hat, fo it es nöthig dafs. man "die beyden Stücke‘, jedoch ohne das Infekt zu drücken , "wieder aneinander befeflige, » was mit »Bindfaden gefihe- “hen kann, nd forgfältig die unmittelbare'Berührung der "Luft aufhalte‘, dieein tödtliches Abtrocknen im weichen Infekte bewirken würde, "Schwerer if. es,’ wenn das In- Sekt‘ im frifchen Helze, oder in den Stengeln. und Zwei- ‚sen lebendiger Phahzen“ lebt‘, oder die Blätter miniret, 'Freylich läfst fich-hier inoch “etwas Rath. fchaffen, wenn "diefe Pflanzen in Gärten wachfen, worüber wir unbe- fchränkte Herren find; man. darf an die Zweige mit .die- “fen Blättern nur Beutel von ‚Fler befefligen, und fleißig ‘nachfehen ,„ was. dahinter‘ etwa vorgehen möchte; diele “oder eine ähnliche Vorrichtung läßt fch noch wohl bey kleinen wildwachfenden Pflanzen: anbringen, die man nur mit ihrer -anklebenden: Erde 'auszuheben , und in Blumen- töpfe zu fezen bräuchtzisum fie da nach Kinem Gefal- jen zu behändeln.." Aber alle: diefe Handgriffe laffen fich nicht anbri ingen' , went Srofse Pflanzen, etwa gar Strauch-

arten

in der Naturgefchichte, 49

‚arten oder Bäume im Freyen oder in fremden Gärten wachfen; in diefem Falle ift fchlechterdings kein Ausweg übrig, als dafs man die Zeit abwarte, in welcher die Larven ihrem Pupenftande nalıe find ; es hält nicht fchwer, ‚das gepflückte Blatt, oder den abgefchnittenen Zweig ei- nige Tage noch frifch zu erkalten, wenn man fie entwe= der mit ihren untern Enden in Waffer fteckt, das man an einen kühlen Ort hinfezt, und vor Einfufs des Lich« tes und der Zuwgluft bewahret, oder in die blecherne Büchfe legt, «@ie ich in meiner Anleitung die Naturge- fchichte zu Audiren den Botaniften empfohlen habe ,„ die man aber oft lüften mufs, damit weder Schimmel noch Fäulnifs 'entfiehe, IR einmal die Pupe gebildet, dann bringe man den Zweig oder die Blätter in ein Zucker- glas, das man mit Flor verfchliefsen kann, und ahme den Wechfel des Regenwetters und der trocknen Tage ‚dadurch nach, dafs man fie öfter mit/ Waller befprizet, Uas man Wieder frey abdünften läfst,

Einige Wafferinfekten leben in dem Waffer , mit wel= chem ‚man fie aufgefiichet hat, fehr lange und find fo- gar in dem bereits faul gewordenen fehr thätig, vermuch- lich weil fie fich von den Aufgufsthieren, die dann en“ ftehen, ernähren. Andere fodern umummgänglich, daß man ihnen das Wäffer erneuere; aber da fie nicht vom Waffer felbft zu leben vermögen, fo mufs man Sorge tragen , daß fie ihre Nahrung darinn finden; man thut daher wohl, wenn man ihnen immer das neue Wäfer aus eben demfelben Graben verfchafft, in welchem man fie zuerft gefunden hat, man hätte denn zufälliger Weife ei- ne Nahrung gefunden, die ihnen behagt ; fo habe ich Fauna boica, 3, B,1.Abth, D:i% die

® so ° Beyträge zur Beobachtungskunft

die. Larven der Chamäleonfiege in Quellwaffer erzogen , nachdem ich bemerkt hatte, dafs fie fich mit Bro!krumen, mit Haarpuder, und mit Mehl füttern laffen. Auch darf man nicht unterlaffen, Stäbe oder Pflanzenftengel in das Wiffer zu ftecken, an denen fie, wenn es ihnen beliebt, an die. Luft herauf kriechen, oder fich befefligen können, Diefs it zwar nur bey einigen, Gattungen nothwendig, und der Forfcher, der fich bereits einige Fertigkeit in die= fen Beobachtungen erworben hat, wird bald felbfE im Stande feyn, zu urtheilen, wo er feine Handgriffe abän- dern, und wann er zewiffe Vorfchriften unterlaffen dür« fe. Nur habe ich noch anzumerken , dafs einige Waffer- infekten, um fich in eine Pupe zu verwandeln nicht blofs aus dem Waffer heraus , .fondern auch in die Erde gehen , die ihnen alfo der Beobachter in Bereitfchaft hal- ten mufs.

Es giebt noch eine Menge von Infekten ,„ die in fehr unflätiigen Dingen aller Art leben; ihre Beobachtung ift weniger’ fchwer als unangenehm, aber die Refultate find allemal beiehrend, und bringen viel Vergnügen. Der philofophifche Beobachter bedarf nur anfänglich einiger Ueberwindung des natürlichen Eckels, um auch diefen Infekten ihre Geheimniffe abzulauern; freylich wird er 'diefe Beobachtungen nicht auf feiner Studierftube vorneh- men, fondern ein ‘eigenes Zimmer , das fleifsig gelüftet und durchräuchert werden muß, zu diefem Parke wid» men; er wird hier den Gegenftänden feiner Beobachtung alles dasjenige ) verfchaffen , was fie in der freyen Natur zu. ihren Bedürfniffen finden : nur die Freyheit wird er ihnen befchränken, um nicht Verwirrung und Verwech-

ap felun-

in der Naturgefchichte,

felungen in feine Beobachtungen zu bringen, Diefer Theil der Iniektengefchichte ift aus allen bisher noch am wenig- ften bearbeitet worden; denn was Reaumur darinn gelei- fiet hat, ift verloren gegangen, oder uns vorenthalten. "worden, Doch ift er wenigftens nicht eckelhafter als die Verfertigung anatomifcher Präparate durch die Fäulniß, und wird gewifs eben fo beiehrend feyn.

Es giebt Fälle, dafs wir in irgend einem organifchen Körper Bewegungen, oder Stellungen, oder andere ähn« liche Erfcheinungen wahrnehmen , die von- den gewöhns lichen abweichen, Diefe Wahrnehmungen find meiften- theils Werke des Zufalls; aber der Forfcher benüzet die Erfcheinung, nimmt auf alle ihre Umftände Rückficht, fucht fie zuerft bey den gleichartigen Körpern fo oft, als möglich , zu erhalten, fucht fie dann bey den an« verwandten Arten auf, und erweitert allmählig den Kreis feiner Beobachtungen immer mehr, So wurden wir mit den Eigenfchaften des Pilanzenfchlafes ,„ den Sonnenwenden, dem Beftreben der Pflanzen nach Licht, dem Wandern der Staubfäden , den fogenannten Ehefcheidungen, den Wundern des Bildungstriebes , der Natur der Linnäifchen Nectarien, und taufend .andern Merkwürdigkeiten der Natur bekannt, die noch in tiefer Nacht lägen, hätten nicht aufgeklärte Naturforfcher die zufälligen Winke der Natur forgfältig benüzt.

Aber auch ich konnte in diefer Abhandlung nicht mehr als Winke über die Kunft zu Sehen ertheilen. Dem- jenigen, der fie zu benüzen fucht, werden fie hinrei- chend feyn, um als eine vorläufige Anleitung zu dienen, und bald wird er, befonders bey dem fleilsigen Studium

Da der

52 Beyträge zur Beobachtungskunft in der etc.

der Schriften grofser Beobachter, ihrer nicht mehr bedürfen, wird den Weg, der zu den Geheimniffen der Natur füh-« ret, frey von den Feffeln der Vorfchriften, bald felbft wandeln können. Man braucht nur den erften ‚Schritt auf dem Pfade der Wiffenfchaften zu erleichtern , die übrigen haben entweder keine Schwierigkeit mehr, oder die Schwierigkeiten fpornen felbft zu ihrer Befiegung an.

-— —— Naturam invifere tecum - Dulce mihi : dulce eft altos intrare receflus,, Et praeferre facem, et greffus firmare labantes, T. Ne te, :quaefo , viae capiant mala taedia longae, Sunt rigidi, fateor, trito fine tramite montes, Sunt durae cautes,.ac fpinis horrida paflim Virgulta, et foffae juga per falebrofa profundae, Macte animo tamen. Antilucrer

N

| = Fliegen.

Eticevce

-

In his tam parvis atque tam mullis quae vatio , quan- ga vis, quam inextricabilis perfeiio! @linius.

Eingerfliege, 244. Kopf: rüffellos, ohne deutliche Mund- Dellrus, - .theile, '

Fühlhörner : äufferft kurz: jedes aus ei- ner runden Höhlung der Stirne, mit einer langen Borfte am Ende,

Mücke, 245. Mund: ohne kenntlichen Rüfe,k Zwo Tipula, Barthfpizen : ‚ziemlich lang, faden- | förmig, einwärts gebogen.

Bruftrücken : gewölbts,

Stiletfliege. 245. Füblhörner : kurz, walzenförmig: eine

„Bibi, ; Borfte aus der Spize. | Röfel: fleifchig, in die Mundöffnung zurückziehbars

Flinterleib : etwas flach gedrückt D3 | Waffen-

54 Fliegen

% .

Waffenfliege. 247, Fühlbörner : walzenförmig, genähert ;

| Stratiomys, BI dreygliedrig : das lezte Glied larg, ä; REN walzenförmig lanzettähnlich, bor- = ftenlos. 'Rüfel :

fleifchig , meiftens in die Mund« Öffnung zurückgezogen, ‚Schildchen : gedornet.

Schwingkölbchen ® deckfchuppenlos. Pfriemenfliege. 248. Fäblhörner : kurz: mit einer Borfte Rhagio, ‚aus der Spize. Rüfel: fleifchig. Körper : langgezogen, Schwingkölbehen : deckfehuppenlos. Stumpfhornfliege, 249. Fühlhörner : walzenförmig , ge- Atztichias. borftenlos , dreygliedrig; ee das lezte Glied länglicht , ftumpf.

nähert ,

Räüffel : Aeifchig, meiltens in den Mund zurückgezogen. | Schildchen : dornlos. .Schwingkölbchen : deckfchuppenlos. "Walzenhornfliege. 250. Fählhörner : das lezte Glied wal« Nemotelus. zenförmig; lang , geftreckt : ‚weine Borfte am Grunde. Rüjfel : Reifchig , meiftens in den Aumd zurückgezogen, Schildchen : dornloss Borftenflicge. 251. Föählhörner: abwärts gebogen: das

Mufea. lezte Glied größer, zufammenge-

drückt, flumpf: eine Borfte aus der Seite.

Räffel:

2Ztilegien! - 55

Räüfel: tleifchig, in der Ruhe in den Mund zurückgezogen.

Hinterleib: am Grunde einfach.

Schwingkölbchen: die Stiele durchaus fae denförmig,

Federfliege, a52, Fühlbörner : abwärts gebogen: das lez-

Voluceila, . te Glied größer, zufammenge- | | drückt, ftumpf: eine Feder aus der Seite. } Räffel: Reifchig,, in der Ruhe meiftens ii zurückgezogen.

Hinterleib: am Grunde einfach, Schwingkölbchen : ‚die Stiele durchaus fa

denförmig, Bohrfliege, 253. Fühlhörner : abwärts gebogen: das lez- » Trupancea, te Glied gröfser, zufammenge- drückt, Rumpf: eine Borfte aus der Seite.

Rüfel: fleifchig , zurückziehbar, Hinterleb: am Grunde vorwärts zwey- zähnig, am Ende (beym Weib- | chen) lanzettförmig verlängert. Schwingkölbchen : die Stiele am Grunde dicker,

Geradhorn. 254, Tühlbörner : geftreckt, am Ende kolbig,

Orthoceratium, mit einer Seitenborfte,

ı Rüffel : Beifchig , Zurückziehbar. Bromfe. 255, Fühlhörner * geftreckt, borftenlos , zuge» Tabanus. | fpizt: das dritte Glied das läng»

fie, die folgenden kurz, } | ; D4 Rüfel:

56 F.bhbrieogen.

Räffel:. gefireckt, fleifchig, am Grunde "2220. VOR ZWO - Barthfpizen bedeckt; - nicht einziehbax, Schnabelfliege, 236. Fühlbörner : abwärts gebogen: das ‚Rhingia, kezte Glied gröfser , ftumpf, mit einer Seitenborfie, Ye 2 Mund: in ‚einen fteifen, hozsnartiger, unten hohlkehligen Schnabel ver- längert; der Saugräfel in der Hiohlkehle verbargen. Raubfliege, 257. Fühlhörner: geftreckt , genähert : deey- Afılus, : gliedrig. Rüfjel: gefrreckt, unten am Grunde et- was bauchig , am Ende ftumpf,

Lanzettfliege, 25% „Fühlhörner : geftreckt , borftenlos : Conops., 3 die Glieder alle länglicht? das lezie Glied lanzettförmig, Räüfel: fteif , in der Mitte abgegliedert das Vorderftück länger geßtrekt , 0,0 am Ende breitlicht. ERS 239, Fühlhörner: kurz, abwärts gebogen, am Ende dicker:, das lezte Glied _ mit einer (oft geliederten ) Sei- tenborfte, Rüffb: hornartig , über dem Grunde ab=- gegliedert: das Vorderfück viel länger , geftreckt, am Grunde di- .. gker, auswärts fchmächtiger. Saugfliege. 260, Fühlbörner: am Grunde verbunden , Sicus, ih . keulenförmig,

Rüfel:

Fliegem. 87

Röfel: fleif, am Grunde, wnd in der Mitte abgegliedert, Eck 261, Fühlhörner : fchnurförmig ER lang: die Culexs Glieder kugelförmig , haarig ge- ; ringelt. Rüfel: fehr lang, borftenförmig, ge= In fireckt „. fteif, -Schnepfenfliege, 062, Fühlhörner : dreygliedrig: das äuf« Empis. ‚. ferfte, Glied gröfser, eyförmig, pfriemenähnlich gefpizt, Rüjflel: fehr lang, pfriemenförmig , et“ was gebogen , fleif, Hinterleib: länglıch“. | .Schweber, 263. Fühlhörner: dreygliedrig: das äufferfte Bombylius. länger, Rüfel: fehr lang; gefzeckt, borftenför- mig. Hlinterleib: tellerförmig alien: der Körper pelzig. Lausfliege. 264. Füblbörner: eine doppelte Warze an Hippobofca, jeder Seite des Rüffels, mit Bor- ften befezt, 5 Rüfel: fehr kurz, geftreckt..

Ds Enger-

58 u ng

Engerfliege Pferd E, 2286. Auf den Flügeln Punkte, und eine Bin- ‚de, fchattenbraun ; der Körper röthlicht gelb-

grau : Stirne und Bruft bläffer,

Oeftrus haemorrhoidalis. Modeer fehwed, Abb, 1786. 125.

Oeftrus inteftinalis, Degeer Ueberf. VI. 117. Tab, 15. Fig, 13 - a1.

Mouche des Inteflins des Chevaux. Chabert malad,

‚P. Reaum. Inf, IV. mem. ı2. Tab. 34. Fig, ı3, Tab, 35. Fig, a

Fifcher contin. Be 1 pag. Sr. Wohnort ; in den, Gedärmen,, und oft im Magen , der Pferde. :

Anm, Die Fliege legt ihre Eyer in den Maftdarm der Pferde, Die ausgekommenen Larven bleiben gewöhn- - lich im Maftdarme, und in den dicken Gedärmen, näh- ren fich da von der Subftanz des Pferdekothes, und wer- den oft vor der Zeit mit demtelben ausgeworfen, gehen aber, wann die Zeit der Verwandlung herankömmt, felbft gutwillig mit, und machen auch fonft in diefem Auf enthalte dem Pferde keine erheblichen Unbequemlichkei- ten. Aber fie fteigen zuweilen bis in den Magen hinauf, erregen da heftige Entzündungen , die, wenn nicht fehr ‚frühezeitig geholfen wird, fchlechterdings tödtlich find, Ganz gewils kann in diefem Falle nichts eine zuverläfsi-

gere Hülfe leiften, als anfehnliche Mengen Oeles, das diefe

Engerfliege 59

| diefe fchrecklichen Maden zuverläfsig tödtet, und, wenig=. ftens vorübergehend , die gemachten Schmerzen etwas lin- dert, und erff dann kann zur gänzlichen Heilung des Pferdes gefchritten werden, | Nafen E. 2287. Die Flügel ungefleckt; der Bruftrü- cken fchwarz, etwas pelzig, der Hinterleib fchwarz, etwas pelzig, mit bleichen Haaren

am Grunde und am Ende, |

Oeftrus nafalis. Modeer fehwed. Abls 1787. 129

Wohnort: im Schlunde der Pferde, Hr. Fifcher glaubt, 5) dafs auch die Engerlinge im Ma= gen der Pferde, von diefer, nicht von der. vorigen Art feyen,

Anm, Die Mundgegend pelzig, weifsgrau; die Au- gen fchwarz ; an dem Orte der Fühlhörner zwey vertiefte Grübchen , in denfelben eine halbverfenkte mufchelbraune Schuppe mit einer Borfte auf dem Rücken. Der Rücken des Infektes famt dem Schildchen fchwarz, etwas pelzig ; die Flügel ungefleckt. Der Pelz des Hinterleibes am Grun- de weißgrau, an der Spize rofigelb. Die Schenkel fchwarz ; die Schienbeine und Fufsblätter mufchelbraun,

Kub E, 2288. Pelzig; der Bruftrücken fchwarz: am Grunde gelb ; der Hlinterleib mit einer fchwar- zen Binde rothgelb , am Grunde blafsgelb.

Oeftrus Bovis. Modeer fihwed. Abh, 1786. 131. Fifcher con. Wern. II, p. 79. Degeer Ueberf, VI. 119. Tab, 15, Fig. 22.

Die Bifselmücke der Thüringer. Schröser Abb. I. 316. Tab, 1. Fig. 6.

ROT Em

h) Cont, Werner. I, 85,

x

Reauın,

60 Fngerfliege

Reaum, inf. IV. 2. 282.. Tab. 36. 37. 33.

Wohnort : in der Haut des jüngern Rindviehes, meiftens an den obern Theilen, . vorzüglich am Rücken; wo diefe Larve/ Beulen veruz- 'fachet, ;

Anm. Die 'Larve.länglicht eyförmig mit 6 Längs ftreifen,, allenthalben mit fat unfichtbar kleinen Zacken befezt , am Rücken etwas eingedrückt. Sie wird durch die Beulen exft vorzüglich im April und Maymonats merk« lich. Sul

Die Verwandlung in ein Tönnchen geht über der Erde unter einem Steine vor fich 2). | Schaaf E. 2289. Fa nackt; der Hinterleib weißlicht,

fehwarz getiegert ; der hintere Flügelrand fein kleinfalig.

Oeftrus Ovis, Afodeer fehwed, Abb. 1786. 161. Fifcher cont, Werner IE 78. et con, H. 13- 35.

Reaumur Inf, IV: 2. a5. Tab, 25, Fig. 8%» 23.

Wohnort: in den Stirnhöhlen der Schaafe.

Anm. Die Larve glatt ; unten das Mittel von jedem. Ringe mit feinen rückwärts fiehenden Stacheln befezt Zw:cen Hacken am Munde, wie in der Gattung üblich ift, a

Chabert k) eignet faft alle Kennzeichen, die das Da- .feyn des. vielköpfigen Blafenwurms verrathen, den En= gerlingen der Stirmhöhle zu, denen er auch alle die Ue-

a: bei

i) Reäum. loc. eit.

%) Malad. $5. 26. 27%. RR

Engerflieee 61

bel zufchreibt, welche im Gefolge diefer Anzeigen EN Aber die Heilart des Schwindels der Schaafe, die man -in Sachfen mit fo gutem Erfolge verfuchet hat, wider« legt fein Vorgeben. Hirfchkeble E. 2290.

Osftrus Cervi,

Reaum. Inf. V. mem. 2. Tab, 9.

Wohnort: im obern Gaumen am Schlunde in Hirfcha

köpfen,

DEN

Anm, Ich kenne nur die Larve. Ich hatte eine, die 13 @! lang, 4 1/2 (! breit war, von Farbe beingelb , alienthalben mit fpizigen Hacken befezt, wie die der Pferde ; die zween Hacken am Kopfe fattfchwarz. Ich erhielt fie in den erften Tagen des Iunius, gab ihr Erde, ‚in welche. fie fich bald. verkroch , ein dunkelbraunes Ichwärzlichtes Tönnchen bildete, aber mir keine Fliege gab, / Hirfchbaut E. o2yı,

eftrus Elaphi, Wohnort: in der Haut der Hirfches

Anm, Ich kenne weder Larve noch gefügeltes In= fekt, nicht einmal aus Schriften, und weis es nur von den lägern, dafs fich in die Hirfchhaut, wie beym Och- fen , Engerlarven einnifteln, und ihm, wie diefem,, Beu« len verurfache, |

Allgemeine Anmerkung:

Der Oısess der Griechen war ein geflügeltes Infekt,

deffen Larve im Wafler lebt / ), alfo etwa unfere Waf- fenllie-

NIE Tr

3) Ariftot, hift, anim, I, c. %

62 n En geweltıege

fenfliege, Aber doch gaben 'fie gewifs auch denfeibigen Namen der Engerfiiege, wie aus Virgils Zeugniffe er» hellt :

Eft lucos Silari circa, ilicibusque virentem

Pluribus Alburnum volitans , cui nomen Alla

Romanum eft, Oeftrum Graji vertere vocantes ;

Afper, acerba fonans ; qua tota exzerrita [ylvis

' Diffugiunt armenta ; furit mugitibus aether |

Concufus, fylvaeque, et ficci ripa Tanagri m ).

In der deutfchen Schriftfprache hat man für die Flie= gen .diefer Gattung noch keinen fchicklichen Namen. Man hat fie bald ‚Bremen , bald Bremfen genannt, aber beyde diefe Namen find offenbar einerley Wort, und be- deuten eine ganz andere Fliegengattung, die läftiger, aber weriger geiährlich ift, den Tabanus des Linne, Man hat vorgeichlagen, diefe beyden Wörter zu vertheilen, und den Tabanws.Bremie, den Oefrus Breme zu nennen; allein der fchwache Zifchlaut, der das eine Wort von dem andern unterfcheidet, ift zu unbedeutend, als dafs er nicht Verwirrungen veranlaflen follte. Ich fchlage da- her das Wort Emgerfliege vor, weil der Landmann die Larven in der Haut des Weideviehes durch ganz Ober= deutfchland Engerlinge nennt,

Teen \

m) Georg. II, verf 146 fequ,

Mücke.

63

Mücke.

*= Mit ausgebreiteten Flügeln, ee

Kammbörnige M. 2292. Die Fühlhörner kammförs mig (Er) oder fägezähnig (Sie); Kopf, Bruftrücken, und ein Längsftreif aus dreye- ckigen Flecken auf dem gelbbraunen Hinterlei= be fchwarz; ein fchwarzer Fleck auf den Flügeln. . . Tipula pe&tinicornis. Enum. A. aufb. n. 853.

Degeer Ueberf, Y1. 153. Tab. 25. Fig. 1-6 Reaum. Infet. F. 2. 16. Tab. 1. Fig. ı - 16. Wohnort : im vermoderten Holze,

Wellenflügelige M, 2293. Die Flügel wegftehend, fchattenbraun, in der Mitte mit einem brei« ten gefchlängelten farbelofen Längsttreif,

Tipula gigantea. Enum. inf. auft. n. 845.

Tipula rivofa. Fabr. few inf II. 100 m 2

Tipule 4 bandes. Degeer edit. gall. VI. Tab, 19 Big. 1. 2. 2? Schaeffer icon 15. Fig. 3. Wohnort: um Ingolftadt. Ueberhaupt fehr felten,

Vierfleckige M. 2294. Schwarz; an den waflferfars benen Flügeln die Adern fchwärzlicht ı ein bindenförmiger Fleck, und einige Punkte fchwarz, R

Tipula quadrimaculata,. Enum. inf. aufl, m. 855. Wohnort : auf wäfferigen Wiefen, | Anm, Die Füffe mufchelbraun. Goldgelbgürrlige M. 2295. Der Hinterleib_ tief- dehwarz mit drey oraniengelben Binden; die Flügel

64 Mücke

Flügel bräunlicht waflerfarben ftarke braune Adern, und eine fehwärzlichte Makel. | Tipula crocata.. Enums inf, auf. n, 854. Schaeffer icon. 166 Fig, 4. ‚ein Weibchen ; nicht {ehr genau. Wohnort : in Gärten, Flugzeit © Junius,

Anm. Die Fühlhörner in beyden Gefchlechtern per- fenfchnurförmig. ' Beym Männchen der Hinterleib fumpf, beym Weibchen fpizig ; die Spize gelbroth,

Gar ten M. Die Flügel wafferfarben mit verblafsten bfaunen und weil:lichtien Makeln, ’Tipulahortorum, Lit. faun. füec, n. 1725; Wohnort ; Wiefen, Gärten, 7

Anm. Die Flügel fchmuzig wafferfarben mit reinei Flecken und ungefähr drey dunklern Mackeln, die an Adernverbindungen fizeh. | Na Scheckige M. Schwarz; Zeichnungen auf dem Bruft«

rücken , und die Seiten des Hinterleibes bey» derfeits gelb; die Flügel wailerfarben , fchwarze geadert; die Füffe-fchwarz.

Tipula variegata, Fahr. fpec, inf II. 402. m 10 . Schaeffer icon, 15. Fig. 7. | Wohnort: in Gärten, Zum. Der Hinterleib oben eigentlich oraniengelb mit einer Reihe grofser fchwarzer Flecke; die Länge feinet

Mitte hinabläuft, Ausmeffungem. Länge des Infekts -— - Z. 814 “des Flügels - u 7 Länge

Mirkd ? 65

. Länge des Fühhorns = Te ıpl, des Hinterffußies 71

Schwarzfleckige M. 2298. Der Leib fchwarz; die Flügel waffeifarben < ein Fleck am Grunde und zween bindenartige Ichwarz. ’Tipula contaminata, Fabr. Jbee, inf, II. 202. m. ı1, Schaeffer icon, 48» Fig. 7. La Tipule noire & taches jaunes et ailes maculees. Geoffr. paris. IL 558. m % Wohnort : auf Wiefen, „Flugzeit May» | E Anm. Das‘ Infeckt lang 4", der Flügel 3 of I: Durchaus fchwarz ; die Flügel wafferfarben : eine fchwar- ze Makel am Grunde des Auffenrandes , die , immer fchmäler , faft den Innenrand erreicht, we , ihr gegenüber , ein Punkt; ein Punktam Auffenrande; eine dritte Makel, die bis an die Mitte geht, und aus einem grofisen und kleinen Punkte zufammengefezt ifiz;z ihr gegenüber am Innenrande ein Punkt. | Wi | Mondmaklige M, 2299, Grauz die Flügel waffer- | farben mit ‚einer weißen Mandpakel in der Gegend des Randpunktes, Tipula lunata. Enum. inf. AR n. Baar ı Reaum, Inf. V. x. 7. Tab, ©. Fig. 1.-.13.; ‚Wolmort: in der Erde, aut Wiefen, in Erlenge- ... büfehen, Flugzeit : : Tunius, “m. Die Fühlhörner beyder Gefchlechter ohne Fe- derbufch, '

W iefe en M, 2300, Die Stirne fafranrothz; der Bruft- r rücken fc*warz, gelbpunktirt; die Flügel Fauna beica 3,.B, 1, Abth» E mis

6 | Mücke

mit einer mondförmigen fchwärzlichten Rand- makel, |

Tipula, pratenfise Scop, carn. n. 848.

Degeer Ueberf. VI. 134, Tab, 18, Fig. ı2 - 1% Wohnort: in der Erde; auf Wiefen ,„ in Gärten, ' Flugzeit : (chon im Maymonathe,

Anm, Das Weibchen legt die Eyer in feuchten Sand oder lockere Erde, und geht dabey blofs auf den 'hinter- ften Füffen,, mit auf die Erdfläche lothrechtem Leibe und ausgebreiteten Flügeln, wie die vorhergehende Mücke,

Früblin gs M. 2301. Gelb; Zeichnungen auf dem Bruft- rücken und drey Linien längs des Hinterleis bes fchwarz ; die Gefäffe der Flügel und der

* Randpunkt fchwarzbraun. Tipula cornicina, Fabr. fpec. inf. II, 403, rn. 16. Degeer Ueberfs VI. 137. Tab, 19. en 2- 9 Wohnort: um Ingolftadt,

Anm. Etwas sröfser als die fchwarzbandirte Mücke, . von welcher fie iich durch die drey unterbrochenen Strei= fe des Hinterleibes , die fchwärzlichten Gefäffe, und den fchwarzbrauinen Randpunkt der Flügel unterfcheider.

Sie erfcheint mit der Dohle zu gleicher Zeit, und kömmt den ganzen Sommer hindurch vor; daher der Lis näifche Name,

Gefchwärzte M, 2302. Der Randpunkt der Flügel und der Körper fattfchwarz: der Hinterleib am Grunde und die Füfse braunroth,

Tipula atrata. Enum, inf. auf. n. 848. Tipula ichneumonea. Degeer Ueberf, FI, 138 A 19. Fig. 10, das Weibchen, Schaeffer

ii Mücke .

' Schaefer icom 30. Fig. 1. das Weibchen; Wohnort : im Moder alter Stöcke ; um Ingolftadt. Flugzeit : May.

Anm. Der Leib des Weibchens pfriemenförmig zu=

geipizt. | RR = Pan M. 2303. Die Fliegel berufst; der Körper tiefichwarz.

Tipula nigra. Enum. inf, auft. n. 884.

Wohnort : in Gefträuchen um Ingolftadt,

Zweymaklige M. 2304. Tieffchwarz; die Flügel

wailerfarben braunaderig , mit zwo fchwärz- lichten Makeln ; der Hinterleib an den Seiten und dem Bauche gelb.

Tipula bimaculatas, Fabr, fpec, inf, II, 404- n. 20.

Schaeffer icon. 106. Fig. 5. 6. könnte beffer Ele

Wohnort : auf Wiefen,

Anm. Das Infekt lang 7 ıf '!!, der Flügel 5 ıg 4, Tieffchwarz. Die Fühlhörner (des Weibchens) unten mufchelbraun , die erften drey Glieder ausgenommen , fehr kurzgliedrig5 die Fühlhörner des Männchens kammför- mig. Die Schienbeine und Schenkel braunroftfarben mit fchwarzen Knien ; die Flügel wafferfarben, etwas bräun- licht, ftark geadert, eine fchwärzlichte Makel'an der Spize; und, eine andere am Randpunkte ; noch weiter zu- rück grundwärts ungefähr um die Mitte ein kleiner Punkt, Der Bauch und die ‚Seiten roftgelb (mit Oranienfarbe er- höht ) gefieckt ; die Oberfeite des Hlinterleibes ungefleckt®_ die Spize am Weibchen glänzend mufchelbraun, dann fchwarz,

Sehwarzliniirte M, 2305. Gelb; der Hinterkopf,

drey Striche längft des Bruftrückens ‚, und vier Rei« E23 hen

68 | DE BR

hen punktförmiger Mackeln. längs des Hin terleibes Schwarz,

Tipula lineata, Enum. inf; auft, n, 861

Wohnort : Wiefen. |

Gelbfüffige M. 2306. Schwärzlicht; die Flügel es was rufsig, mit drey fchwärzlichten Rand« punkten, und einigen bläfern Flecken im Mittel ; - die Fülle verbleicht fchmuziggelb mit fchwärzlichten Knien.

Tipula flavipes. Fahr. mant, II, 323, m, 29 Wohrort : um Ingolftadt.

Anr» Kaum gröfser als’ die Singfchnacke, Der Bruft« rücken mit drey fchwarzen Linien, Die Flügel etwas ru- fig: 3 dunklere Punkte am Aufsenrande, zween kleine re in der Mitte, und 3 oder 4 Gefäßäfte werden von einem Schatten, begleitet.

Dee M, 2307. Schwärzlicht ; die Flügel waflerfarben : drey fchwätzlichte Punkte auf jedem.

Tipula tripunctata, Fabr, fpec. fe II. 205, 2.26, Wohnort : zu Ingolftadt, wo fie des Abends au

- ‚die Fenfter kömmt, | Flugzeit : Iunius,

" Anm, Lang vom Kopfe bis zum After 2 ıß , Sie trägt die Flügel übereinander gelegt, als wenn es nur | ein einziger wäre, s Gelblichte M, 2308. Die Flügel ungeleckt; der Kör«

per gelb: oben fchwarz. Tipula flavefcens. Enum, inß auf. m. 859: Wohnort : auf Wiefen,

Bla:

M üc k' & | 69

Blaffe'M. 2309. Der Körper gelblicht3 die Augen, der Mund, und vier Hacken am After fchwaız ; die Flügel äufferft blafs ifabelifarben,

: Tipula pallefcens, Phyfk, Auff. S. 173%

Wohnort: um Neuburg.

Weidenfchofs Mi. .2310. Schwarz; die Fühlhörner perlenfchnurförmig , bauchlang; der Hinterleib mit einer weißslichten Seitenlinie; die. Flügel

berufste

Tipula falicis,

‚Wohnots : in. den länglichten Gefchwulßen der heu= rigen Schofse der Bachweide, in ‚eigenen Zel« len,

Die Larse oranienfarben,

Flugzeit : Iulius.

Anm, Sehr klein , kaum ı’# lang, Durchaus matt-

Schwarz ; die Fülle etwas abgebleicht, fehr lang. Die

Fühlhörner fo lang als der Hinterleib, Das Schilächen

>

braunfchwarz, / Pilzen DL, 2zır. Bruft und Bruftrücken roftfarben ; der Bat, Hinterleib linienförmig, fchwarzbraun : weils-

licht geringelt; die Füße blaß fchattenbraun, Tipula Boleti. Phyfk, Auff. Ss 223. Ä Wolmort : im Feuerfchwamme der Eiche, Eiligürreliee M M,. a312.. Der. Hinterleib mit: wech- felweißsen fchwärzlichten und gelben Binden ; die Flügel wafferfarben, gegen den Auflen- rand gelblich, mit einer fchattenbraunen Ma- kel in der Gegend des Randpunktes, Tipula feneftralis. | Scop. ERTA. M, 858,

| DL ; um Gern. ke E3 | Anm.

er Miücke N

Anm, Das Infekt lang 2 ıfa“t, der Flügel 3, %** Zurückgelegte, länglichte, fich nicht kreuzen» ‚de Flügel. Tanzmücken,

Federbufch M. 2313 Der Bruffrücken grünlicht ; der - Hinterleib mit fehwarzen Binden ; die F lügel glasfarben mit einem , oft unmerklichen , duik- len Punkte, Tipula plumofa. Enum. ar auf n, 866. Reaum, Inf. V. 1, 38. Tab, 5 Fig. i- Io Wohnort : an Waflergeftaden,

‚Aum, Die Laive roth mit zween fehr kurzen Ar= men nahe am Kopfe, vier bandförmigen Anhängfeln un- weit ‘des Hinterleibes ‚„ und fechs eyförmigen Körpern am Hinterende, davon zwey gröfser find,

Sie wohnt in Röhren, die fie fich felbft aus Erdkör- nern baut, und vielleicht - Reaumür glaubt , ZUlAg= men fpinnt

Die Pupe mit einem weifsen Federbufche am Verder- ende, und einem andern am Hinierende, _

Sie wohnt in ebendenfelben Röhren, wo die Larve war , kömmt aber zur lezten Verwandlung auf die Ober- fläche des Waflers, ie

Im vollkommenen "Infekte find die Fühlhörner des “Männchens Federbufchförmig.

Wachzgelbe M, 2314. Schmuzig wachsgelb ; die Flü- 9 gel blafs fchattenbraun; am Grunde, eine Binde s und einige Punkte weils, Tipula cerea. Wohnort: um Ingolftadt.

a

Streck-

Mücke 7r

Streckfüffige M, 2315. 'Blaß roftgelb; die Vorder= füßse fehr lang, vorwärts geftreckt, farbe- los; die Flügel weiß , ungefleckt,

Tipula tendens. Fabr, fpec. inf, II, 406, m. 34, Wohnort, an Bächen. Anm, Sehr klein, kaum eine Linie lang,

Bandirte M. 2316. Blafsgelb ; die Flügel weils: fechs fattfchwarze Binden über den Hinterleib , paar- weife genähert; die Fülse fchwarz mit wei«

fen Binden. | .Tipula. zonata. Wohnort : um Ingolftadt. Flugzeit : May; i Anm, Streckfüfsig. EN 2 .ıfz!ll, Drey Paare fam- metfchwarzer Binden über den Hinterleib charakterifiren diefe Mücke fehr gut, |

Flimmernde M, 2317, Die Vorderfüffe fehr lang, vor © wärts geftreckt, weißlicht , zitternd ; der Bruftrücken fchwarz ; der Hinterleib grün. Tipula vibratrix, Lin, faun. fuec. n, 1761. Wohnort: Sie kömmt gern an’ die Fenfter. Aum. Sehr klein. Das Männchen ‘mit Federbufch- fühlhörnern, hg tr Kell bh Zirternde M, Sg Die Vorderfüfse vorwärts ge« ftreckt , aufgehoben , fchwarz mit einem wei- „fen Ringe, 5 Tipula motitatrix, Enum. ei auf. n. 872 Wohnort : auf Wielen, x Anm, Die Fühlhörner des. Männchens federbufchför- mig; der Körper meiftens fchwarz, doch die Schwärze E4 des

f

72 Mücke

des Hinterleibes mit Gelb unterbrochen, Drey fchwarze Striche längs des Bruftrückens. An allen Füffen ein wei» fer Ring, Die Flügel ungefleckt. Das Infekt etwa z’ lang. AR

Schwarzkolbige M, 2319. Streckfüßige, durchaus fattfchwarz; die Flügel weifs , ungefleckt, Tipula ftercoraria, . Degeer Ueberf. FI: ‚149% Tab, 22. Fig. 14 - 20. Wolmort : im Pferdemifte, Anm, Lang etwa ıf2''', durchaus fchwarz,, unge fleckt, auch die Schwingkölbchen und die Streckfüffe, Die Flügel allein weifs, ungeßeckt, Die Fühlhörner des Männchens Federbufchförmig. Mittelpunktige Bd, 2320. Grau ; der Hinterleib weiß- ». geringelt ; die Fiügel mit einem fchwarzen Punkt in der Mitte, Tipula-Kietica, Fabr, fpec, inf, IL 407. n. 38. Wohnort : ‚in den Waffergräben um. Ingolftadt, Anm, Lang ıfa!, Den vorhergehenden ähnlich, ebenfalls ziemlich iangfüfsig. _ Der Flügelpunkt ift eigent- lich ein Strichelchen , das zween. Nerven verbindet, Der Randpunkt kaum merklich, | N Gliederwurm MM. azaı. Sattfchwarz ; die Flügel wafferfarben ;' die Fühlhörner (Er) rundum | behaart. | | Tipula Goezii. Göze Natuf, XIV. ı13. Tab, 6. Fu ı - 7. Wolmort : im Schlamme aller Gräben, und Teiche, Anm. ‚Die Lerve fa linienförmi ig. 12gliedrig 3 die Glieder längticht elliptifch, Auf dem Kopfe v vier Far

ze Punkte, . Die

Mrüsikie 73

Die Pupe am Hinterleibe beyderfeits mit zween Ha- cken an jedem Ringe,

Wedelhörnige M. 2322, Die Fühlhörner federbufch- + förmig; fchwarz; die Füße verblaßt , ge- fireckt ; die Flügel weiß kit 4 = 5 dunklern Punkten, "Tipula flabellicornise F br, Yen ap ER 407 #40, Wohnsrt : um Regensburg, Flugzeit : May. \

Zarte M. 2323 Der Kopf fchwarz ; der Bruftrücken : blafsgelb; der Hinterleib grünlicht, "Tipuig tenera. Müller prodr, a. 1994. Wohnort: - - Sie kam mir im Maymonathe an‘ das - Fenfter meines 'Schläfzimmers, u "Anm. Etwa ı ıfall! lang. Der Kopf fchwarz , aber die Mundtheile und die Augen gelblicht, zuch Bruftrü- ‚cken , Biüft und Füfse, von’ denen die vorderften die -längften 5: ‚der Hinterleib wäfferig grün ; die Alügel glas farben, . «Die Fühlhörner federbufchförmig. £

Sch biefeckige M. 2324.:.Die.. Fühlhörner federbufch-

förmig; Schwarz ; die. Füße verblafst,. g&

us „Kreckt ; die Flügel glashelt mit .drey: fchwar-

„zen Punkten in rem fchiefen Dreyeck, Tipula fcalaena, |

Wohnort: um Ingolfiadt ; ä Te könmmt an die Fens

bi fter, / |

a Plugzeit: Iulius,

Ann, Die Gröfse und Bildung der vorigen Arten.

Ein Punkt näher am Grunde der Flügel und näher am

| Innenrande ;. -zween andere am Hinterende und davon

gleichweit entfernt,

x

ES Strand

4 Mücke

"Strand M. 2335. Grünlicht;; der Kopf, der Btuftrü- cken, und die drey lezten Ringe des Hinter leibes fchwarz; die Flügel ungefleckt, \ Tipula littoralis. : Enum. inf, auf, n. 874. Tipula Augufti. Müller prodr. n. 2001. Poda inf, graec. Tab, ı. Fig. 13. die Larve, Göze, Berlin, Befch. I. 359. Tab,:8, die Larve, Reaum, Inf. V, 15% Tab, 6, Fig. 4 -. 15. Larve und Pupe. Wohnort: in ftillen Wäffern ; um Ingolfiadt.

Anm, ‚Die Lerve fehr durchfichtig, mit einem lan- gen , doppelten , aber zufammengelegten Hacken-am Kop- ‚fe , und einer Schwimmfloßse.am Hinterende, zwey braune nierenförmige Eingeweide fcheinen durch den Leib durch ‚unweit des Kopfes und zwey andere unweit des Schwan« ‚Ze. Ä «Die Pape mit 'zwo Schwinmfoßen am! Fiifiterände, und am. Vorderende zwo langen, gefchwungenen, lan zettförmigen, am Grunde fehr dünnen Lnftröhren. x.)

"Die Mücke erfcheint fchon. im re : Die Fühls hörner: des’Männchens gefiedert.

Bleichgrüne M. 2326. Bleichgrün ; der Kopf und ' die Kniegelenke fatter; die Augen fchwarz ; die Fühlhörner in Quirlen behaart. ß "Pipula viridula, Lim HR. nat. 975. N. 350 Wohnor? : in den Ausgufsgräben der Städte, Fingzeit : : Auguf. |

Anm, Die. Füfse ee bläfßser ; der Bruftrlicken ein wenig aus dem höchftblafsen Grün in Blaulicht ziehend. . Junge

%

M. Kia. ' 75

Fungfrän! iche AM. 2327, Die Vorderfüße lang , vor Su | "wärts geftreckt; Kopf, Bruft, Bruftrücken , Fü« Te, und Schwingkölbchen fchmuzig blafsgelb 5 ‘der Hinterleib grün ; die Flügel ungefleckt, ‚Tipula virginea ) Preyfler in Mayer Samml, I. 62. Hohnort : um Ingolftadt, fie. kömmt des Nachts in die Zimmer, Flugzeit? Auguft, September:

Aum. Hr, Preyisler giebt die Flügel‘ nicht nur ar den Rändern gefranzet,, fondern auch auf der Fläche be= haart an. Dieis..lezte finde ich nicht einmal durch das :Mikrofkop; auch find.bey meiner Mücke die Fühlhörner viel bufchiger, als er fie zeichnet,

M ausfarbige M. 2328. : Die Vorderfüße I, VOr- wärts. geftreckt ;: der: Körper fchwarz; die Flügel’ weißslicht waflerfarben.: zween Punkte am Innenrande, einer im Mittelfelde fchwärz- lichts:> ERBEN si Tipula murina.ı» Preußler in Mayer Auff. I. 60, : Wohnort :.um, Ingolftadt ;. fie kömmt an die Fen- .. .fter, und; in die Zimmer. | Flugzeit : Iunius..... Dr Anm. Nur fo grofs als ein kleiner Fich, Von den vier Punkten flieht der erfle einzeln und. am, Innenrande, der zweyte fizt ebenfalls am Innenrande und dem dritten, der am Aufsenrande fizt, gerade gegenüber ; der vierte Punkt fizt im Mittelfelde über den beyden leztern, dem Hinterende des Flügels Res und zwifchen zwo Adern des Flügels. _

SERRRREILESF ER, M.. 2329. Blafsgelblicht 5 ; die Flügel wäferig milchfarben ; drey ungleiche Längs- flecke

ya "M: id ci ke.

N“ Necke auf dem Bruftrücken , der Hinterleib wit oben, und breite Binden,um die Fufsgelenke 0 " fchwarzı

Tipula geniculata, Fabr, mant. II. 326, m. 5. Wohnort : um Ingolftadt ; fie kömmt an’ die Fenfter,

Anm. Nicht gröfser als ein Floh, Sie wird fehr bald kenntlich durch ihre ‘Flügel, die einzeln die .. Farbe eines Milchwaflers , übereinander gelegt aber ein "volles Milchweifs haben, Der Kopf ift ungemein klein, und famt den kurzen fadenförmigen Fühlhörnern fatt= fchwarz; der übrige Körper it zart weinfuppenfarben ; "auf dem flark gewölbten Bruftrücken drey länglichte tief- fchwarze Flecke: einer in der Mitte, der am Grunde an- ‘fängt, und das Hinterende. nicht erreicht, beyderfeits 'ein “anderer, der am Hinterende: anfängt, und den Grund nicht “erreicht, Der Hinterleib if oben :tieffchwarz;, die Fülse Iind’weiß, haben am Knie eine» breite Binde, und die Fufsblätter fchwarz, Im Gehen ftreckt das Infekt die beyden Vorderfüßse, wie Fühlhörner,, betaftend, Voraus. Sammer fchwarze M, 2330. Durchaus fammetfchwarz,

auch die Schwingkölbchen ; die Flugel weiß- ‚licht wafferhell , ungefleckt 5 5 Federbufchfühl-

Mn _ hörner,

. Fipula byfinae

“00 Wohnore: mit den vorigen, ; Flugzeit: Auguft.

. ‚Anm Lang rl, Der ‚Körperbau wie in der Fami= ie Alles tieffchwarz und glanzlos, aber rein wie Sama met. Auffer den Flügeln find noch die langen. Haare ’der Fühlhörner, die fie zu Federbfchen machen, weißs- m BITTER. licht,

["

Mück && 77:

licht. Auf den fehr wäfferig weißlichten. Flügeln Nizt- am Grunde ein kleines fchwarzes Strichlein,

eg f eude M. 2333. Schwarz; die Flügel fchatten« braun, mit vielen weißsen oe 54

Tipula fubfultans, | det Pr Wohnort :- um Ingolltadt, Flugzeit : lulius, db

Anm. Sie kömmt des Nachts durch die offnen Fens ‘fter in die Zimmer, in denen Licht brennt, it nicht grö= fer als ein Floh , für den man fie auch um fo eher hält: da fie nur kleine und kurze Flüge macht , die den Sprün« gen eines Flohes vollkommen gleichen, » Punktförmige M. 2332. Schwarz; die Füße weiße -

geringelt; die Flügel wailerhell mit einem . fchwarzen Randpunkte in weifslichtem Felde, ’Tipula Atomus, Wohnort: in Häufern,

ı Flugzeit: October,

"Anm. Sie iff nicht gröfßser als der kleinite Punkt" und würde gar nicht wahrgenommen a wenn die fich nicht bewegte Kr

Doppelkamm M. 2333. Schwarz; die Fühlhörner haarig gefiedert: die Haare anliegend ; der Hinterleib fadenförmig ; die Schwingkölbchen weils, Tipula pennicornis. Lin, Sf, mat, 979. n. . 58 Wohnor: : in Gebüfchen. Flugzeit : May, "Anm, Lang ı 1/34, Durchaus tiefichwarz ; die SET u Pau Auuden doch haben zuweilen die | Füße

JR Mücke

füfse hellmufchelbraune Ringes Diefe Füfse find ziemlich lang, und haben etwas ftarke Schenkel, Die Haare der Fühlhörner find lang , liegen an der Spule an, und ge ben den Fühlhörnern das Anfehen , als wenn fie nur zween Haarbüfchel wären, Der Leib ift walzenförmig. Das Infekt if Veifähie> den von T, barbicornis. ine “6% Borftenfliegen ähnliche Mücken, Mouches de $S. Marc. Reaum,

Gelbroshe M. 2334. Die Flügel weiß: am Auffen- fände fchwarz ; Bruftrücken und Hinterleib oranienroth.

.Tipula hortulana. Enum, inf. auf. u. 876.

BWVobnort der Larve: in’ der Erde, und im Kühe- ‚.kothe; der Mücke: auf den Blüthen der Obftbäume, Die Verwandlung geht in der Erde vor fich. Flugzeit : Frühling, ai M. 2335. Schwarz; die Flügel fehwärzlichti am Auffenrande tieffchwarz; die. Vorderfchen« kel dicker mit einer Furche die Länge hins ab Tipula Marc, Lin. fpfl. nat. 977. m 28. Schaeffer icon. 15. Fig. 2 "Wohnort : wie der vorigen: Flugzeit : April,

Anm, Hr. Fabricius will diefe nit der vorigen Art in Begattung angetroffen haben. Man hat doch auch von beyden Arten beyderley Gefchlechter; follen fie alfo Ab- arten feyn® Oder war die Begattung unnatürlich? Man | kann noch fragen : war es überhaupt eine Begattung ?

| Funius

Mücke N ra iR RS Br 2336, Schwarz; die Flügel weiß »glasfar- ‚ben. mit. einem . [chwarzen Randpunkte; (die vordern Schienbeine mit einem Toon Fortfaze, Tipula Ioannise Lin, Se. nat, 976. 2. 4ls ' Degeer Ueberf. VI. 159, Tab, 27. Fig. 12 - 2 Wohnort : wie bey den vorigen. Flugzeit : vom Junius bis in den O&ober.

Aum, Etwas kleiner als die vorige, und ihr ähnlich, Die hintern Schienbeine allmählig dicker, Der Punkt in den ‚Flügeln ift kein wahrer Punkt; nur das freye Auge fi fieht ihn: das bewaffnete fieht an feiner Statt ein Jänglichtes fchwärzlichtes Gefäfs, das fich aus der Aa | ten Flügelader in den Randnerven einfenkt. Obfiblüthen M, 2337. Schwarz: die Flügel weiß-

glasfarben ; die beyden äufferfien Nerven und der Randpunkt fchwarz ; die Füfse roftfaf= ben, | R Tipula Pomonae, Fabrs fpec. inf, IL, s10,. 2. 5% Wohnort : wie der vorhergehenden, Anm. Die Gröfse der folgenden Art. Baumblürhen M, 2338. Sattichwarz ; die Flügel be- rufst, durchaus gleichfarbigs Tipula florilega. Lin. faun. fuec, n. 1796: Wolmort : wie der vorhergehenden. Anm, Das Infekt lang 2 ıfa’', der Flügel ı ya,

Malskamm M, 2339. Tiefichwarz; die Flügel berufse

mit einer vertriebenen dunklen Randmakel. Tipula foreipata, Fabr, fyff. entom. 755. N..45 Wohnort:- - In der Gegend der Karlskrone. Flugzeit: May,

a

Anm.

Anm, Durchaus fattfichwarz, Vom Baue der vor« hergehenden. Ein "doppelter Kamm. über dem Halfe, Der: Flügel lang. r. 1a, > Gelbbawchige M, 234% BR glatt; die

Flügel forfchwarz ; der Bauch gelb‘ mit einem fchwarzen Längsftriche. Tipula Thomae, Lin, fyff. nat. 976. n. 39. Wohnort: um ‚Ingolftadt; fie befucht die Dolden« blüthen. ° . "= Flagzeit : Auguft. Anm. Der Baumblüthenmücke ähnlich , aber durch die Bauchfarbe verfchieden.

‚*

Amp Fer M, 2341. Tieffchwarz ; die Flügel inilchwreit e die zween erften Schenkel zufammengedrückt., Tipula Acetoße Wohnort: auf den Sauerampferblüthen; fie kam mir bey Gern auf einem Stengel fo häufig vor , dafs diefer davon ganz ichwarz war. Flugzeit: um die Heuärnte,

Anm. So gtofs als ein Floh, Keine dunklere Ader an den Flügeln, ; Roft[chenklige M, 2342. Schwarz; die Flügel blaß

fchattenbraun; die Schenkel rofigelb, ein- fach. £ Tipula rufipes, ro Tipula rufipes, Enbr, fpec. inf IL, 410. #, nn A | Heimath.: um Ingolftadt , in Gebüfchen ; zu Regenes | burg kam fie mir ans Fenftet, F Ingzeit : May.

Aum, Lang all,

Abktrit:

Mücke

dbtriss M. 2343. Schwarz; die Fühlhörner perlen- fchnurförmig; die Flügel gläsfarben mit zwo fchwarzen Adern, a | Tipula Scalıhopfe, Enum, inf. auf, n. 381.

'Tipula latrinarum, Rezzius degeer. n. 1304 Degeer Ueberf YI 160. Tab, 28. Big. 1.2,

Wohnort : heiinliche Gemächer, Düngerhaufen, ‚Flobförmige M. 2344. Matt tiefichwärz;, die Flügel walleıtarben; die Fühlhörner kurz, linıen- förmig ,„ Zulammengedrückts - - Tipula piyliia, Wolnort : in den. Häufern zu Ingolftadt, * Ilugzeit: Auguft, Anm. Kaum von der Grölse des kleinen Flohes Scheckfiügelige M..2345. Schwarz; .der Bruftrü- cken geltreitt; die Flügei grau und weifslicht

‚dcheckig, mit. einem {chwärzen viereckigen Punkte am Auffenrande,

Tipula fafciata. Fabr, [yR. ertom, 735."m. 24. ‚Mufcı nigricansz atis antieis albo nigreque varüs, Lin. Faun. fuec, n. 231% Heimat x Ingeiftadts Flugzeit : September, | Anm, Eiwas größer als ein flarker Floh; das Anfe= ‚hen für das unbewaffne:e Aug borftenfliegenähnlich. Schon das freye Auge bemerkt das Scheckwerk der Flügel , die eigentlich etwas rufsig, und. mit verfehiedenen weifslich- ten Punkten, und einem: Paare weilslichter Striche befäet finds; an der "Mitte des Auffenrandes fizt ein viereckiger fchwarzer Punks Der Bruftrücken if grau, und mit anzähligen äuiferft kleinen fchwarzen Pufkten überfäet, aus welchen auch eigentlich die zween kurzen Längsftriche beftehen , die man auf ihm bemerkt, Fauna boica, 3, B, 1. Abth, 13 Kegel-

83 Mücke

Regelbauchige M. 2346. Glatt , durchaus tieffchwarz auch die Schwingkölbchen ; der Hinterleib ke= gelförmig ; die Flügel durchaus fchwarz, far= benfpielend,

Tipula conica. Wohnort: in Gebüfchen um Ingolftadt, Flugzeit : Auguft,

Anm, Lang vom Kopfe bis zum After ı 2ß, der Flügel ı 2/3 4 lang. . Die: Fühlhörner fadenförmig, vie/knotig,

| ***%® Mit faft eyförmigen Flügeln.

Spinnerförmige M. 2347. Rauhhasrig; die Flügel eyförmig lanzerähnlich, flach verbreitet, aichengrau: ichwarz benebelt; die Fühlhör- ner knotug,

Tipula bombyciformis. Phys Aufs. S. 172% :Wobnort an Eichenflämmen um Neuburg, Rauhe M. 2348. Die Flügel. eyförmig lanzettähnlich 5 dachförmig , geftellt, gefranzet, trüb gefleckt. Tipula hirta. Lin. faun. fuec. n. 1772. Wohnort : in Gebülchen, Lanzertflügelige M. 2349. Die Flügel eyförmig 2 "lanzettähnlich, dachtörmig geftellt , gefrahzet, ungefleckt grau. Tipula phalaenoides. Enum. inf. auf. m, 383: Wohnort: auf fchattigen Pflanzen.

Anm Scopoli hat diefe beyden Arten (wie es fcheint, mit Recht ) für eine einzige angefehen. Nervige M. 2350. Die Fiügel eyförmig lanzettähnlich,

vielnervig, dachförmig geftellt, Wafferhell.

Tipula

Mücke 33

Tipula nervofa, Heimat : I: kolitadt, . Anm. Der vorhergehenden vollkommen ähnlich , aber um die Hälfte kleiner. Acht Nerven laufen vom Grunde längs der Flügel fort , und find behaart; 2 theilen fich in zwey; | | Punktflügelige M, 2351. Schwarz, nackt; die Flügel eyförmig, weifs, mit dunklern Adern und fchwärzlichten Punkten. Tipula Punctata, Ä Wolmnort :um Ingolftadt; fie kömmt an die Fenfter,

Anm. Von der Gröise eines kleinen Flohes. Durch» “aus Ichwarz; nicht ftreckfüßig ; die Flügel allein weils ; die Punkte fehr matt fchattenbraun, die dm Rände etwas deutliches ; y Raucken M. 2352. Schwarz, unten bläfser; die

Flügel nackt, fchwärzlicht gefranzet, Tipula Sifymbrii. Wohnort: an den Spizen der Moorgrundrauke , wo fie beerenförmige beinfärbige Gallen verurlacht, Die Larve oranienroth, Larvenzeit x Tulius.

> Fingzeit: Iulius, Auguft.

Anm, Die halbe Gröise eines kleinen Flohes. Die Fülse lang. Bey einigen Stücken war der Hinterleib roft- toth.

Wegeritt M. 2353. Schwarz; der Hinterleib kegel- förmig: die Ringränder bläfßser ; die Flügel übereinander gelegt, fchwärzlicht walflerfar-

%

Fo Tipula

84 | Müc ke,

Tipula Perficariae. Lin. fl. nat. 9774 mn. 29. Wohnort : in den eingewickelten Blättern des Weg- trittes , und der anverwandten Pflanzen, - Flugzeit: Augufk | | Anm. Lang ı 13 ''%’/ Die Fühlhörner fadenförmig,

1/3 der Körperlänge; die Füfse etwas länger, als der

Körper, ' a

Sumpf M 2354. Sattfchwarz; der Hinterleib und die Füfse gelblichtweifs; die Füfse mit einigen fchwarzen Binden, |

-Tipula paluftris. Lin, faun, fuec. 1775» Wohnort: auf Waflerpflanzen; vor der lezten Ent« wickelung in Wiffer, | Aum, Die Gröfse eines Flohesz; die Fühlhörner blafsfärbig ,; die Flügel weifslicht glasfarben.

Berufite M. 2355. Schwarz; die Flügel berufst mit einem Ichwärzen Punkte, am Ende und eine unterbrochene Binde weifs,

Tipula unifafciata,

Heimat : Sie kam mir zu Ingolfadt an Kr: Fentter, Flugzeit : Junius. |

Anm, Lang ıf!', Die Füße lang, wie bey den

' Zitternden Mücken ;„ aber unter einan!er gleich, und die

Mücke geht auf allen fechfen 5 fie hi nd roftfärbig , und an

den Gelenken fchwärzlicht, Die Fühlhörner einfach, eıwa

von der Länge des Bruftrückens 5 ; diefer hat drey dicht aneinander liegende fchwarze Längsftriche, wovon er felbit fchwarz wird, ift aber an den Seiten lichtgrau, - Die

Schwingkölbchen find famt ihren Stielen milchweiß; die

Flügel leicht berufst, mit fehwarzen Adern und einer kur»

zen, Zwo Längsadern verbindenden, fchwätrzlicht begränz-

ten Querader , die dem freyen Auge wie ein Punkt vor- kömmt,

Mücke er

kömmt,. Das Ende der Flügel it weiß, und um die Ge- gend des Queräderchens ift eine weise Binde, die vom Auisenrande bis an den Innenrand fortläuft, aber'in ihrer Mitte von der übrigen Flügelfarbe unterbrochen wird. Krazkraut M. 2356. Tieffchwarz; mit kopflangen, 'perlenfchnurförmigen, dicklichten Fühlhörnern; die Flügel weißslicht : nur zwo kurze Adern ‚am .Grunde des Aufsenrandes und der Aufsen- sand dafelbft dunkler, Tipula Cirfii, Donaumoor 146, Wohnort: am esbaren Cirfiums ER rmige M, 2357. Schwarz; die Fühlhörner mit langen Haaren rund geüedert: die Spizen kurzhaarig, ER, . Tipula bazbicornis. Enmmm. inf: auf. a. 875. Beyer, 2, Naturg. 56. ZZ, Lin, fpfls nat, 874, N. 25% Wohnort :Gebüfche, en Flugzeit: O&ober. Anm. Von der Größe etwa eines Flohes, Die Ilan- gen Haare der Fühlhörner. anliegend. Blafsfüfsige M. 2358. Satuchwarz , glanzlos, dick- : licht ; die Fülse blaß; - die Flügel dachförmig weißs, Tipula_pallipes. | " Reaum, inf, IV. 1. Tab, 29, Fig. 10-13, Wohnort der Mücke; Weidenblüthen ; der Larve: Kühekoth, Elugzeit.: April, | Anm. Won der Größe eines S Flohes, Sie ift leben- dig sebährend, |

rg m Saser»

Sauerdorn M. 2359. Die Flügel übereinander gelegt, rufsig; Bruftrücken und Hinterleib roth, Tipula berberina. Enum. inf. aufl, n 885. Wohnort: in den kropfähnlichen Auswüchfen der Sauerdornzweige, @artenerde M. 2360. Schwarz; die Füße, die | Schwingkölbchen , und der Bauch fchmuzig blals; die Flügel rußıg 5 die Fühlhörner per- lenfchnurförmig. Tipula Vegetationis, Wohnort : in fetter Gartenerde, Die Larven faden- ähnliche blafsgelblichte GERTERBC TEENS Flugzeit: April, 'Schwarzbürnige M, 2361: Blafs wachsgelb ; die Flü- el weifs; die Augen, und die kurzen perlen- fchnurförmigen Fühlhörner Ichwarz,

Tipula nigricornis. Me. | Heimat : zu Ingoiftadt, wo fie in die Häufer kömmt,

Flugzeit, Julius, Anm, Nicht größer als eine Sraublaus,

Sa M. 2362. Oraniengelb; die Augen fchwarz, a an der Scheitel genähert ; die Fühlhörner kür- zer als der Körper,

Tipula minutiffima. “Lim fl. nat. 979. m. 59%

Wohnort , in faulen feichten Wällern,

Anm, Der ganze, Körper oraniengelb ; die Füße weißslicht: an den Fufsblättern wie die Fühlhörner, fchwärzlicht. Die Flügel kry-

flallhell, Die Augen fattfchwarz , und an der Scheitel genähert, daher oben der ganze > R Kopf

Mücke 87

Kopf fchwarz erfcheint. Die Gröfse kaum anfehnlicher als die der kleinften Milbe, ' “*#%® Nur die Larven bekannt. Weifsdorn M. 2363. T. Oxyacanthae. Wohnort: in den umgerollten Blättern des Weifsdorns. ? Die Larve röthlicht gelb ; gefellig, Linden M. 2364 T. Tiliae. | Reaum, Inf. IIL 2. 147. Tab, 34. Be 7. Wohnort: in den eingerollten Blatträndern der Linde. / Die Larve gelbroth , gefellig, Brombeer M, 2365. T. Rubi., Reaum, Inf, III. 2. 192. lab. 36. Fig. 1-5. Wohnort: in den eyfürmigen, etwa hafelnufsgro=® fen Höckern , die fich längs der Zweige an den Arten des Rubus erheben, Die Larve hellwachsgelb. Aefpen M. 2366, T. populea, Wohnort: in den erbfenförmigen Gallen der . Zitterpappel,

Allgemeine Anmerkungen

Die Anzahl der Mücken ift erftaunlich ; ‚kein Ver- zeichnifs hat vielleicht den taufendften Theil ihrer Arten angegeben ; aber es ift fchwer, unendlich (chwer , diefe Arten auseinander zu fezen, oder nur dunkel zu unter-. fcheiden, : Ein in die Länge gezogener Körper, ein ge- wölbter Bruftrücken, mehr oder weniger lange Stelzenfüle, und zween glasähnlich durchfichtige , oft fırbig getrübte,

F Ben ind. allen gemein; die Grölse giebt einen undeutli- Fa ziehen

88 Mücke chen Begriff, und if meiftens wenig verfchieden; ‚die Manchfältigkeit der Farben it klein, und fchon bey we- nigen Arten erfchöpfer, Ein. mehr oder weniger düfteres Schwarz kleidet den gröfsten Theil der Arten, und keine Zeichnungen, keine Schattirungen , die das Auge des For= fchers ohne Anftrengung gewahren könnte, unterfcheiden den gröfsten Theit der Arten. Man hat vielleicht nach einander Hunderte von Mücken gefehen, ohne zu ahndes, dais man fo. viele Arten EREN habe.

Ihre Lärven find weit abvwreichender lönanliehe fie würden uns berechtigen digle zahlreiche Gattung {0- gar in melırere Gattungen zu trennen, für die fich, an den vollkommenen Infekten, bey aller ihrer fcheinbaren. Einför« migkeit noch gewifs hinreichende Merkmaale finden liefseng‘ wenn man auf die Mundiheile nicht. gerade verfelfen ift, und fich in der Nothwendigkeit befindet, Merkmaale auf- zufinden, Allein die Beobachtung diefer Larven if} höch® befchwerlich, Man darf ficher darauf rechnen, dafs der dritte, Theil davon in den Auswürfen der Thiere lebe, die bereits in Fäulnifs übergehen, Der ftinkendfte Schlamm 5 der fich in den Ausgüffen fammelt, und noch unerträgli= cher ift ,.(als’diefe Auswürfe, giebt einem andern Theile Wohnung und Nahrung. Die übrigen leben im Wafler, .wo man fie nur auf geradewohl findet, oder in Pilzen und in den Auswüchfen der Pflanzen; einige auch im mo- dernden Holze und in reiner Gartenerde. en |

Aber fo unangenehm, fo abfchreckend für Ach Na- turforfcher die Bearbeitung der fonderheitlichen Gefchich» ten diefer Infekten ift, fo wichtig if ihre allgemeine Ge» fchichte, die fie gleichwohl mit einigen andern Gattungen gemein haben, Diele Rinkenden Körper, die fie bewoh«

NENy

Mick? 89

nen „.-an-denen-man. auf .den.erften..Anblick..nichts..als. den Tod: und die Verwefung mit ihren abfcheulichften Eigen- fchaften wahrnimmt, wimmeln von unzähligen Leben, die mit jedem F.ge ihrer, Vollffändigkeit näher rücken We«= gen, des vielen Oels, das fie bereits entwickelt haben, un- fähig, auch>ih -unfern, gröfsern! Käitegraden «wirklich zu ‚frieren 5, geben ‚fie allen. diefen . heranwachfenden Inteki

Schuz ‚wider, dig Strenge des Winters , ‚gie, weit entferuty ihrer Erhaltung zu fchaden, vielmehr ihre Entwickelung befördern hilft. Der in ’diefen faulenden Materiep einmal losgewordene Wärmeftoff wird mit jedem lauern. Hauche der abwechfeinden Witterung neuerdings Tege , „befördert durch feinen wohlthätigen Einfufs auf die Leben, die er umgiedt „ihr, Gedeihen, und verichafft ihneh -durch die weitere Zexfezung der Subflanz , die fie bewohnen 5 frie fche Nahrung, er u

Daher: könmt es, dafs nieht nur der fcheidende Winter die Oberfläche aller Mifftäten, aller Schlaumfanm«- lungen , aller Aüswürfe ‘mit einem Heere munter herum- liegender Infekten bevölkert, fondern dafs auch Mitten im Wonter fobald lauere Winde wehen, ‘oder die obgleich niedrige Sonne, ungehindert von. Dünften ‚die Luft einige Stunden lang erwärmt‘, ‚zahlreiche‘. Mücken dergleichen Stellen umflattern, ‚Dadurch werden Mundvorräthe »uniern bleibenden Vögeln gefichert , die font. zu frühezeitig auf- gezehrt würden , und die von ihrem: Zuge kehrenden : Vör ‘gel finden nichtsdeftoweniger. in "den durch, die Brüzung 'des Düngers in den erften Frühlingstagen entwickelten Mile lionen von Infekten noch Nahrung vollauf, die durch, ihge unbefchreibliche u mit Me Tage Aalcherter

wird, F 5 8 Stiletfiege,

Stiletfliege,

, ®@ Der Hinterleib breitlicht , etwas flach gedrückt, -

Koblfebwarze St. 236%. Schwarz; die Flügel fchwarz: am Hinterrande ER das eis chen fchwarz, . Bibio Anthrax, | - "Mufca Anthrax, Enum. Inf. aufl. m. 893. "N R Anthrax Morio, Scop, carn, n, 971 Schaeffer icon, 76. Fig. 7. W obnort: (nach Reaumur ) in altem Holze.

"M ohr St. 2368. Schvvarz ; die Flügel zur Hälfte fchwarz, zur Hälfte wafferhell; das Schwingkölbchen milchweifs ; die Seiten des Brufrückens selb-

. Zottig. IM Bibio Morio, Enum. inf, auft, n. 890. "Heimat: um Ingolftadt. Anm, Kleiner als die vorhergehende, Es fcheint noch mehrere älfhliche Stiletfliegen zu ge= -

ben; fo ift Degeers Nemorelus Maurus n).und Schäffers 0)

Nemaotelus nonus wohl einerley. Infekt , aber von.den bey=

den von mir angeführten durch die weiffen Binden auf dem

Hlinterleibe, und die weiffen: Punkte auf dem fchwarzen

Puaane N verfchieden. Eben fo it Degeers Ne-

motelus

& 1)2:19

: ns Veberf, VI. Fa Tab, It Fi. IL 1% eo) Icon..76. Fig. 9. 0%

Stiletfliege® 9

motelus Morio p)) und Schäffers q) Nemotelus. o&auus von _

meinem Bibio Antlrax durch die weiffen Zottenfecke auf

‚dem Hinterleibe . verfchieden,

‚Hottenzoten St. 2369. Schwarz, gelbpelzig ; die Flü- gel waflerfarben: am Auffenrande Schwarze braun, |

Bibie Hottentotus, =R | ka u Bibio Horten' ota. Fahr, Ar Inf II. 415. m. 16 en —_ Kob Baumtr. Tab. 2. Fig, Le Nemoteies Hottentotus, Digeer ne VL Tab, yı, Fıg. Ze "Schaeffer icon 76. Fig. 6, zu gelb, Heimat ; um Gern eg Anm, Lang 5, breit über den Hinterleb 1a WW,’ ** Der Hinterleib lang, allmählig fchmäler.

‚Silberfleckige $2z. 2370. Afchenfchwarz , borftig; der Hinterleib kegelförmig : die Ringe am Rande filberweiß, 5

Bibio pleb- Jus. | Bibio plebeja. Fabr. bee. inf. TI. am. m 5, Heimat : um Eggenfelden und Ingolftadt.

Anm. Lang 5", breii über den Hinterleib 1 14, Der zwey‘e, dritte, und vierte Ring des Hinterleibes an den Seiten filberweifs gerändelt ; der fünfte und fechste mit einer filberfarbenen Binde Diefe Binden find manch» mal auch an den vier erften Ringen ganz.

Graue St. 2371. Weilsgrau , etwas zottig , die Augen SR Bibio

enge

?) Infekt. Ueberf. VI. 78, Tab. 11. Fig, 13. 4) Icon. 76, Fig, 8.

‘98° Stiletfliege

rg tr anilis. Fahr. Spee. inf IE aı3, ®, 8. 37% 2.2 Heimas x "um Ingolftads, „Anm, Lang z'H, Die Flügel Glasflügel , ungeflecktz "auf den erften Ringen des Hlinterleibes am Grunde ein Schwarzer Fleck. r Lan gfüßige St. 2372. Schwarz mit beine goldgelben u niederliegenden Härchen;; die Glasflügel mit ei= rl SR ger fchwärz! lichten Raudferkel; die Füßse lang, „‚Bibio tipuliformis, Heimat : um Ingölfadt. Anm, Lang etwas über 3, Vom Körperhaue. wie die borftenfliegenähnlichen Mücken, aber der Mund und die, langborftigen Fühlhörner wie bey diefer Gattung, Die Bruß ‚hechtengrau ; die Schenkel roftfarben ; die Schienbei- ‚ge und Fufsblätter fchwärzlicht, Die Flügel trägt das Ins fekt wie ‚eine. ‚Schnepfenfliege.

=“ wi

Allgemeine Anmerkung:

Ef 10 feminenm fuerit fi corporis eXpersa

ri

Sure, + Waffenfliege.

röfee W, B373% “Roftgeib ; das Schildchen Grey: ' nig; der erfte Ring des Hinterleibes am Grun« : de fehwarz, .der- zweyte ‚und. dritte an den Seiten weifsgerändelt. Stratiomys grandis, Piyß Auff, S, 7. . Schaeffer icon. ııo. Fig 4. 5. Heimat >. ur Burgbaufen '' 7 mi vn! Ce

Wa ffen flieg® =, L 54

Anm, In der a Abbildung fcheint: ‚der -Ils $umin’ rer das Schwarz vom Grunde des Hinterleibes auf das Schildchen übertragen zu haben.

Größere W. 2374: Roftgelb; das Schildchen' zwey« zähnig ; der zwevte und dritte Ring des Hin“ terleibes an den Seiten weifs PR een

Stratiomys major. Pıyf. Auf. ie SR Beau 146. Heimat : ee dee ,„ und im aan Sa WE Bfälzifche W. 2375, Mufchelbraun; das: Schildchen | zweyzähnig; die Ringe des Hinterleibes en eingefaumt, | 14: ab Stratiomys palauna, Pyf Auf S 175, ct oıU Heimat z um Neuburg, Hs Flugzeit < Juniuss Chamäleonfliege,. 2376. Das Schildchen gelb, 'zweys dormig; der Hinterleib fchwarz mit gelben See ‚tenbinden ; der Bruftrücken glatt user fein: zottig.

Stratiomys Chamaeleon. Fabr. GR. entom. A1T6, RT

'Mufca Chamaeleon. Enum, inf. auflr, m. 886.

Röfel Inf, II. mufe. arg. cul. Tab. 5,

Reaum. Inf, IV. 2. 75. Tab, 25, Fig. u

' Schaffer icon, 59. Fig. 2. 3.

Wohnert der Larve in füllen keine ki voll Aentengrün find. Anm. Ueber die Naturtriebe der Larye , den merka würdigen Bau einiger ihrer Theile, und die Umftände ih« zer endlichen Entwickelung habe ich im Naturforfcher r)

meine Beobachtungen erzählt,

Bauch Boom...

”) XXVIL, 7 = 25. Tab, 3 Fig, [1 » %

94 Waffenflieg®

Bauchgürtlige W. 2377. Das Schildehen zweyzähnig; ' der Bruftrücken pelzig; der Hinterleib fchwarz$. auf dem Bauche drey fchmale weiffe Binden. - - Stratiomys firigata. Fabr, fpet. ink IL 4174 m 4 ..,) „Schaeffer icon. 14, Fig. 18. Frifch inf, deut. V. 28. Tab, 10, Heimat : bey Gern und Ingolitadt. Flugzeit . Junius, " Anm. Lang 6 af", breit über den Hinterleib 3 H, Die Stirne unter den Fühlhörnern weiispelzig, dann glattg zween gelbe Flecke zwilchen. den Augen in der Gegend der Fühlhörner; der Biuftrücken fchmuzig -geibpelzig; die Dorne des Schildchehs gelb; der Hinterleib tiefichwarzz oben nur der Rand des erften und zweyten (oft auch dricten) Ringes an den Seiten Sehr. wenig weils; am Bauche der Rand des »erften Ringes b;eit weitsgefauiatg der Saum des ‚zweyten ‚und dritten ichmal; die Bruft afchengrau wollig. Die Augen fchwarzoraun mit einer doppelten verwifchtgrüneu Binde. Relzige, W. 2378. . Das schildchen fehwarz ; zweydor- nig: am Ende famt den Dornen geib; der Hinterleib ichwarz mit roftfarbenen Seitenbin« den; der Bruftrücken pelzig. Mit: Stratiomys tomentofa. ‚Wohnort: im Waller ; um Ingolftadt.

Ann, Durchaus wie die fchwach;eizige Chamäleonflie= ge „aber, erwas, .ande:s bemalt, :Der Pelz des Biultrückens fchmuzig gelblicht ; die Spizen der ‚Dorue ichwarz, | . Sarzel Fliege 2379 Schwarz; das Schildchen RERN

nig; der Bruitrücken roh: zu beyden Seiten

ein Dorn De Stratio- _

Waf fenfliege | 95

Miriam Ephippium, Fabr, Jpec, inf, IIs 417 N. 2e

Mufca inda. Enum. inf! auf, n. gu io.

Sarteltliege. Schaefer Abhandl, II, 243

Schaeffer icon. 47. Fig. 6, 7.

“Wohnort: um Regensburg ,.nach Schaeffer; ich fand fie bey Burghaufen und Neuburg, |

Flugzeit ; May.

Grünkolbige W 2380. Unreinfehwarz ; der Bauch in der Mitte ichmuziggrün ; die Schwingkölbchen reingrün ; eine fatt veylenblaue Längsbinde über die Augen; das Schildchen zweydornig,

Stratiomys halterara. Wohnort: in fiehenden Wäffern um Ingolftadt, „Fiugzeiz: May.

\ Roftbauchige W. 2381. Durchaus fattfchwarz ; der | Hinterleib unten roftfarben; die Flügel Glas= flügel ; die Auffenribbe iattichwarz; das Schild« chen zweydornig. a Mufca tigrina. Fabr. fpec. inf II. 417. m. 6, Heimat : Hr. Dr. Frölich hat fie bey EEE ges

funden; A Länge des Infektes N INEBNAIEM,

Breite über den Hinterleib .„ . 2

Wels e rpful W. 2382. Der Bruftrücken und das zwey« | dornige Schil chen fchwärzlicht metallgraug der Hinterleib grün mit fchwarzen eckigen Zeichnungen längs feiner Mitte herab, Stratiomys Hydroleon. Fabr. fpec. inf. II. 417. m. 7, Mufca Hydroleon, Enum, Inf, auft, n. 888. 2% Schaeffer

96 Waffenfi iege

u. PrSchäeffer icon. 14, Fig. 14. . Wohnort? Die. Fliege kömmt Marla in Weis dengebüfchen vor, Flugzeit : Junius., Grünbauebi ge Wi‘a38g. Braunfchwärz; das Schild« chen zweydornig,; der-Hinterleib grün: oben längs -der Mitre eine Linie und am Ende eine N 8 ® grofßse Mackel fchwatz, / Stratiomys viridula, Fabr. fyfl. 'entoms 760, n. 6 Heimat: um Gern. '

- Anm. Kleiner als die vorige Das Schaefferfche Citat pafst hieher beffer. H Ausgebüngerte w 2384. Schwarz;' Schilächen zwey=

dornig; der Hinterleib blais roflfarben, durch« feheinig. | ' Stratiomys jejuna. ‚Heimat : um Eggenfelden. Flugzeit > Junius. ; Ä Anm. Die, Gröfßse und der Bau wie bey der vorigen Art, zur die Farbe verichieden. Die Füße fehr blaß roftfarben. |

Gelbgefleckte Wi , 0385. ' Sattfchwarz ; eine Linie zu

beyden Seiten des Bruftrückens. das zweydor=

nige Schildchen , ‚ein Punkt zu beyden Seiten ,

und auf, jedem Rirge zu beyden Seiten des Hinterleibes eine Mackel ichwefelg« lb,

Stratiomys Hypoleon. Fabr. Jpec, inf. Il, 418. 8. 19 Heimat: um Reichenhall, |

Anm. Etwas gröfser als die nächft vorhergehenden,

Die Durne des Schudchens iehr sang, aufwärts gebogen,

Dreylia

er

Waffenfliege, ö 97

Dreylinige W. 2386. Blühend grün: drey Längslinien "auf dem Bruftrücken und vier Querlinien des Hinterleibes ichwarz; das Schildchen zwey= durnig, |

Stratiomys trilineata. Fabr, fpec inf! II. 418. m. 8.

| Heimat: an der Schutter um Ingolftadt,

Träge W. 2337. Sammethaarig; der Bruftrücken fchwarz« grün; das Schilächen zweyzähnig; der Hinter leib matt goldichielend,

Stratiomys pigra.

? Mufca fallax. Lin. ff. nat, m, 985. m 36%

Wohnort der Fliege: auf Blüchen. Ä Anm. Lang 5 ıfa''!, breit über den Hinterleib 3%,

Die Stirne fchwarzgrün mit weifslichtgelben Sammethaa-

ren. Der Bruftrücken und das zweyzähnige Schildchen

fchwarzgrün; der Hinterleib fchwarz, mit wenigern, abenD gegen das Ende dichtern, goldgelben 'Sammethaaren,

Grauwerk W. 2388. Braungelb pelzig; der. Hinterleib kegelförmig ; die Flügel am Auflenrande dunk- ler; das Schilächen dornlos. _

Stratiomys anilis, Heimat: um Eggenfelden. | ‚Anm, ‘Lang 41a“, breit am Grunde ‚des Hinterlei- bes ı ıfa/!, Der Kopf auf der Unterfeite und Stirne pel- zig, felbft die Fühlhörner am Grunde; der Bruftrücken und Hinterleib , die Bruft 3 der Bauch pelzig; der Pelz fchmuzig rotbraun.

Webhrlofe W, 23%9. Schwarz; das Schildchen dornlos;

der Hlinterleib milchweiß; am Ende fchwarz.

Stra-

ip)

‚Fauna boica 3.B. 1, Abth,

98 Pfriemenfliege‘

Stratiomys mutica. Fabr. fpec. inf‘ IL, 419, ®. 14 Wolmort: auf Wiefen um Ingolitadt, Flugzeit : Junius.

Anm, Klein, kaum 2"! lang, 1’ breit, Die Augen sroß; fie nehmen mit einander den ganzen Kopf ein; die Flügel fo glashell, dafs man fie kaum fieht. Weifs find ein Punkt zwifchen den Fühlhörnern, die Schwingkölb= chen, die Knie und die Oberfeite des Hinterleibesz lezte= rer hat am Ende eine fchwarze Binde,

Pfriemenfliege, Mit kegelförmigem Hinterleibe,

Gemeine P, 239% Der Hinterleib gelb: drey Reiheg fchwarzer Punkte; die Flügel rauchgelb.

Rhagio tringarius, Fabr. fpec. inf. II. 419. nm. Wohnort der Fliege: allenthalben nicht felten, Gefleckte P. 2391. Der Hinterleib gelb: drey Reihen

fchwarzer Punkte; die Flügel fehwärzlicht ges fleckte Rhagio fcolopacius, Fıbr. See. vafı IL 419. m Io Nemotelus fcolopaceus. Degeer Uderf FI. 6% Tab,g. Fg.6. 9 : Schäffer icon. 183. =. 12.

Wohnort: um Ingoiftadt; die Larve lebt in der Erde,

Gelbe |

Pfriemenfliere; 59

@elbfüfsige P. 2392. Der Bruftrücken ziegelroth; der Leib fchwarz; die Fülse wachsgelb ; die - Schwingkölbchen weiß, Rhagio flavipes, Fabr, fpec. inf. IL, 420, 0.7. Wohnore: um Ingolladt, Fingzeit ; Auguft, Graue P. 2393. Durchaus grau; die Flügel glasfarben mit einem bräunlichtgrauen Randpunkte, . Rhagio diadema. Fabr. fyfl. encom. 762. ®. 4, Wohnort: in den Waldungen um a um Ingoiftadt, Flugzeit: Julius,

%*%* Mit linealförmigem Hinterleibe, Bafürte P. > 2294. Glänzend; der Bruftröcken lafurblau; der Hinterleib goldgrün. Rhagio politus. Mufea polita.. Lin. [yf. mat. 994 m 9% Wolmsrt: auf Blüchen, Anm, Lang 4'!, breit über den Hinterleib ım, Uns “en tieffchwarzz; die Flügel bräunlicht, 9. Um die Hälfte kleiner; die Flügel weißlicht . glasfarben. Kupferblaue P. 2305. Glänzend, Issürt; der Bruft« rücken grün; der Hlinterieib kupferblau; ; "die Füfse fchwarz, Rhagio formofus Mufca formofa» Eeum. inf, auf, m. 899 Wohnort; auf Blüthen, G2 Flug-

100 Pfriemenfliegse

Flugzeit : Junius,

Anm. Die Augen metallgrün; oben mit einem in blau ziehenden und. indigblau eingefafsten gemeinfchaftlichen Fleckes

Niedliche P. 2396. Glänzend, lasürt; der Bruftrücken grün; der Hinterleib blau; die Füfse und die Adern der Flügel gelblicht, Ä

Rhagio elegans. Phyf. Auf S. 174. Wohnort: um Neuburg in. Hecken. Flugzeit: Junius.

Weifsmakelige P. 2397. Goldgrün; der Hinterleib um- , "gebogen; die Flügel gegen die Spize hin mit einer "großen fchattenbraunen, und an- der Spize mit einer weiisen Makel, Rhagio nobilitatuss | Mufca nobilitata, Fabr. fpec. inf, IT. a47. n. 63. La mouche verte cuivreufe ä alles miparties de brun et de blanc, Geofr. paris. IL 523. m. 55. Wohnort: an Weaflergräben.

Speife P. 2398. Grau; der Hinterleib KR ER die Flügel ungefleckt wafferfarben: die Füfse lang, fchwarz. |

Rhagio cibarius Er Mufca cibaria. Lin, faun. fuec. a. 1859. Wohnort: in den Häufern zu Ingolttadt. Flugzeit: Julius.

Anm, Nicht größer als die ’Thaubörftenfiege,

„Pfriemenfliege.. ee

ee Der Hinterleib walzenförmig,

Krummleibige P. 2399. Schwarz; zween weifslichte Längsftriche über den Bruftrücken; der Hin- terleib am Ende einwärts et

Rhagio puber.

Mufca puber, Lim, faun, fü, 2, 1855.

Heimat: um Ingolftadt. i

Flugzeit: Julius, De

Anm. Graufchwarz; der Kopf, die Füße, und die

ganze Uhnteifeite reinfchwarz; das lezte Glied des fonft eyförmigen Hinterleibes fchmal, einwärts gebogen, und angedrückt, Die ganze Fiiege kaum gröfser als ein _gro- fer Floh. ;

Knieband P, 2400. Schwarz; die Borfte der Fühlhör-

/ ner weißs; die Füße rofffarben mit einer fchwarzen Binde um die Schenkel; der Kopf in die Länge gezogen,

' Rhagio corrigiolatus, Fhyf. Auf S. 17% Mufca corrigiolata, Lin. fyfl. nat, 995..n. 10% : Wolmort: um Neuburg. i | Mückenförmige P. 2401. Schwarz ; die Flügel fchwärzlicht, ungefleckt; die Schenkel fchläge= gelb; der Bruftrücken fehr gewölbt. Rhagio tipuliformis, Phyf.. Auf .Se 17% Heimat: um Neuburg, Fi ‚Hüpfende P. 2402. Schwarz; die Hinterfüfßse ausge- fpreitet und Springfüfse ; die Flügel walfler= hell,

Rhagio fübfultans, G3 Mufca

102 Stumpfhornfliege

Mufea fubfultans, Enum. infs aufs n, 048; Wohnort: an den Fenftern der Landhäufer,

Anm, Lang vom Kopfe bis zum Ende der Flügel ol, aber die Flügel gehen viel vor , fie find 1“! lang, D:s Infekt legt in der Ruhe die Flügel übereinander, als wenn es ein einziger wäre, Die Hinterfchenkel fpreitee® es im Gehen weit auseinander; es find auch überhaupt die Hinterfüfse vıel länger und die Schenkel viel dicker. Von Zeit zu Zeit macht es kurze Sprünge, Der erfte Rong des Hinierleibes if fehr lang, und deckt fait alle die in Igen.

»

Stumpfhornfliege

Höüpferde Se. 2403. Schwarz; die Augen bindenlosz die Schwingkölschen oben fchwarz , unten weiß.

, Atrichia faltitans, NMufca faltitans, Scop. carz, ®. 948 | Wohnort: um Ingolitadı;, fehr fparfam; fie kömmt an die Fenfter, ; Flugzeit: Junius, Julius,

Anm. Lang 2 zfel!l, Wie Flügel rufsig, länger als der Hinterleib , übereinander gelegt, Die Füße braun; die liörner geftreckt, Beraubte St. 2404: Schwarz, glatt; die Augen mit ei=

ner Binde; vie Schwingkölbchen durchaus: und zween Qu ‚erftriche oben auf dem Hinter

leibe milchweits, Atrichta

Stumpfhornfliege 302

. Atrichia fpoliata,

Mufca fpoliata, Scop. carm. =, 948.

Wohnort: um Ingolfladt, fehr fparfam,

Elugzeit: Junius, Julius |

Ans, Der vorigen äbnlich, aber fie fpringt nicht.

Beyde legen die Flügel fo fehr über dem Hinterleibe zu- fammen, dafs man fie auf den erften Anblick für Hügellos halten follte,

Augenbindige St. 2405. Schwarz; eine indigblaue Binde über die Augen; drey weilse Querlinien über den Hlinterleib,

Atrichia fafciata, Ä Wohnort: zu Ingolftadt, Ich fand fie todt an. einem Fenfter meiner Bibliothek,

Anm, Lang o!, Vom Baue wie die vorigen, mit übereinandergelegten Flügeln. Die Augen braunfchwarz, mit einer am Grunde der Fühihörner quer herüber gehen« den tieffranzblauen Binde, Der ganze Vorderleib _grau- fchwarz ohne Striche oder Punkte; die Füfse gröfstentheils olivenbraun; der Hinterleib fattfeiwarz ,„ etwas flach ge= drückt, mit drey milchweifßen Querlinien, weiches die Ränder der drey mittelffen Ringe find} das Ende etwas pezin ;

Alle diefe Infekten fcheint Linne unter feiner Mufce feneftralis s) zu begreifen,

Ta Feng

6) Faun, fsec, n, 1845, fon en

Ber Wal-

Walzenhornfliege,

Weifsborfliige W, 2406. Rothgelb; der Hinterleib walzenförmig, fchwarz; die Borfte der. Fühl- hörner weiß, |

Nemotelus albifetus, Beh Wohnort: um !Ingolftadt in Hecken, Flugzeit: Junius, e Anm. Dane Die Fühlhörner von der Länge des Bruftrückens, fchwarz; die weifse. Borfte erwas gefiedert, ‚Der. Kopf zwiichen den Augen fchwärzlicht roth Der Biuftrücken menigroth, die Bruft gelber, und die Fütse matt, rorhgeb Die Schwingkölbchen weißs,

Der Hinterleib fchmäler als der Bruftrücken, walzenför-

mig , fchwarz,

Borftenfliege Nackte,

&@. Blattlausfrefferinnem i

Bogengürtlige B, 2407. ‘Der. Bruftrücken gefleckt; auf dem Hinterleibe vier gebogene, in der Mitte unterbrochene, gelbe Binden, die Fühl- hörner geftieckt. ; Mufca arcuata,. "Müller frodr. n. 2020 Syrphus arcuatusp, Fabr. She inf, 11. 427. ®.3 1.

Wohn

“Borftenfliege, | 105

Wohnort: der Larve unter Blattläufeny der Fliege auf Blüthen, Die Lerve reingrün mit einem gelben oder weißen

Rückentftriche. Anm, Länge der Fliege 5 ıfa!!!; Breite über den Hinterleib 21/3". Stirne und Scheitel oraniengelb,

in der Mitte durch einen 'tieffchwarzen Strich» getheilt, Die Fühlhörner ausgeftreckt (nicht hangend}). Der Bruft- rücken fchwarz: an den Seiten grünlichtgelb gefleckt, und zween weißslichte Striche über die Mitte; das’ Schildchen Ichwarz:; gelb eingelaumt. Der Hinterleib fchwarz: auf je- dem der vier Ringe zween gelbe Bogen, die fich in der Mitie nahe begegnen: ihre Einbuchten fehen hinterwärts; auch die Spize des Iezten Ringes gelb. , Der Bauch fchwarz; zu beyden Seiten drey gelbe Fleckes Die Flügel am -Auflenrande gelblicht, .

Ribesheckez B. 2408. Ziemlich nackt; der Bruftrücken ungefleckt; vier gelbe Binden auf dem Hinter- leibe: die erfte unterbrochen,

Mufca Ribefi. Erum, inf, aufl, n, 905. Syrphus Ribefii. Fahr, fpec. inf, II, 432%. m. 57. # Degeer Ueberfi VI. 47.: Tab, 6. : Fig. 3.- ı%. Wohnort: der Larve unter Blattläufen; der Fliege auf Blüthen,

Anm. Von der Größe der Fenfterfliege, Die Stirne ‚gelb. Die. Augen 'röthlichtfehwarz; der Bruftrücken und die Bruft brorzefarben, fammetartig; der Hinterleib tief- fchwarz; vier (beym Weibchen fünf) gelbe Binden: die erfte (oft auch die zweyte) unterbrochen und durchfchei= nig; die vierte befteht aus dem gelben Rande des dritten

Jun. G5 Ringes

2066 Borftenfliege.

Ringes und dem vierten Ringe, der gınz gelb il; die Füfse find nach ihrem gröfsten Theile gelb, Das Schild» ehen ift fchmuzig gelb,

Münwenblats B, 2409. Nackt, fchwarz; der Bruft- sücken gefieckt 5 das Schildchen und vier Bin« den des Hinterleibes gelb,

Mufca Menthaftri, - Enum, infs auf. 1% 409. =

Preyfsler in Mayers phyf Auff: I. 140.

Syrphus Mienthaftri, . Fabr, fpec, inf Il. 433. 2. 5%

Conops gemmatus, Scop, car, m. 965%

Röfel Inf; II. mufe, Tab, 6.

Wohnort: der Larve unter Blattläufen, der Fliege auf Blüthen.

%

Anm, Der Bruftrücken fchwarz: drey weniger tiefe fchwarze Striche nach der Länge, ein gelber zu beyden Seiten. Auf dem Hinterleibe eigentlich fünf Binden: die zwo lezten eckig gezeichnet, die lezte oft verßeckt. dlonig B, 2410. Nackt; der Bruftrücken grünfchwarze

glänzend, ungefieckt; auf dem Hinterleibe drey bis vier Paare gelber Flecke, Mufca mellin., Exum, inf; auf. n 91% Syrphus mellinus, Fabr, Jpec. inf II 517. m 45% Wohnore: wie bey der vorigen Art

Anm. Die Flecke des Hinterleibes find gewöhnlich

tänglichte Vierecke,

Singende B. aaıı. Nackt; auf dem Hinterleibe beyder= feits weils oder gelb gefleckt; die hinter „fen Schenkel keulenförmig, gezähnelt, Mufca pipiens, Enum. inf anf, m. 915. Syrphus

Borftenfliegs | 107

Syrphus pipiens, Fabr. Spee, info IT, 434 ®, 65 Wohnort; wie bey den vorigen Arten, Anm, Die hinterfien Schienbeine gebogen, Tröge B, OAI2. Der Brufrücken fchmuzig "grünlicht _ glänzend; der Hinterleib roftfarben: an der Spize fchwarz; die hinterften Schenkel dicker, Mufca fegnis Enum. inf auft, m. 914. Syrphus fegnis. Fabr, Jbee. inf. TI. 428. n. 36. Degeer Üeberf WT, 54. Tab. 7. Fig. ı0- ı2, Wohnert: wie der vorigen Arten,

Anm, Die Stirne weils; die Füfse fchmuzig gelb; die hinterften Schenkel unten mit zwo Reihen fchwarzer Zähn& Oefter find die Schenkel alle fchwarz,

Zweygürtlige B. 2413. Nackt; der Brüftricken gelb» geftreift; auf dem Hinterleibe zwo gelbe Bin« den; eine fchwarze Makel a den Flügeln,

Mufca bieinta, Müller prodr, m, 20:9.

Syrphus bicindtus. Fabr. fpec. inf. II, 427. n. 30 Wohnort: wie der vorigen Arten.

Flugzeit: Julius, .

Anm, Lang 43/4. Breite des Hinterleibes ZT 2%, Die Stirne gelb mit einem fchwarzen Streife,; fonß die ganze Fliege tieffchwarz: gelbe Flecke an den Seiten des Bruftrückens; das Schildchen mir einem gelben Hinterran- ; de; der ‚Ilinterleib eyförmig: eine gelbe, kaum. unter« brochene, Binde auf dem zweyten Ringe, eine ganze auf dem wierten, und nach eine fchmale, verwifchte, auf dem lezten. Auf dem Bauche am Grunde eine gelbe Ma« kel, um die Mitte eine gelbe Binde, dann ein Paar gel«

he?

‚108 Borftenfliege,

ber Makeln. Die Flügel am Auffenrande etwas roflfarben, und um deffen Mitte eine fchwarze Makel,

Raupentödteräbnliche B, 2414. Nackt, fchwarz; der Bruftrücken bronzefarben mit zween fchwarzen Streifen; der Hinterleib langfielig keulenförmig, Ichwarz mit zwo gelben Binden.

Mufca elongatas Syrphus elongatus. Fabr. Jhee. inf. II, 430. ®. 42. Mufca ichnenmonea Enum. inf, auft, n, gıı, Be fchreibung und Ausmeffung, Wohnort: wie bey den vorhergehenden, Flugzeit : September,

Anm., Nur 2 ıf2’" lang; durchaus fchwarz und glatt, Die Stirne zwifchen den Augen fchwärzlicht filbern. Die Augen rörhlicht fchwarz. Der Bruftrücken mit einigem Metrallglanze, Der Hinterleib keuienförmig: nämlich das erfte Glied walgenförmig, fchmal, fehr kurz; das zweyte walzenförmig, fchmal, verlängert, gegen das Ende be= cherförmig erweitert, mit einer «trübgelben Binde; das fol- gende Glied am Grunde mit einer trübgelben Binde: dies “und das vierte machen die eyförmige Keule aus; das fünfte it nur fehr klein, Die vier Vorderfüfse bräunlicht weiß, das hinterfie Paar fchwarz; die Schenkel am Gründe und die Shienbeine an der Spize weißslicht, auch die Schenkel etwas dicklicht, und an der Innenfeite gefranzet, Dickfchenklige B. 2415. Nackt; durchaus fchwarz; die Füßse weifslichtgelb: die hinterften Schen- kel dick, fchwarzgefleckt, ‘und ihre Fulsblät- ter fchwarz.

Muicz

Borftenfliege’ 109

Mufea crafipes, Neu entom. Mag, II, 343; 8.199

3 Mufca femorata. Müller prodr. n. 2017.

? Syrphus. femoratus. Fabr, Spew inf. II, 429%

n. 37°

Wohnort: wie der vorigen. Anm. Der vorigen ähnlich, aber um 2/3 kleiner, dee 'erfte Ring des Hinterleibes ftielförmig, fo lang als die übrigen zufammen; der Bauch weifs, durchfichtig,

Mittelmaklige B. 2416. Seidenhaarig, fchwarz; der Hinterleib glatter, ungefleckt, veylenblaulicht. ichwarz; die Flügel faft farbelos: in der Mitte eine fchattenbräunlichte Makel,

Mufca lugubris, Syrphus lugubris. Fabr, fyfl. entom. 770, n. 36. Wohnort: in Gebüfchen; iparfam. |

Anm. Auch das Ende der Flügel etwas gerrübt; die Seidenhaare goldgelb, über dem Bruftrücken ziemlich gedrängt,

Wechfelgürtlige B; 2417. Nackt; der Bruftrücken gefleckt; das Schildchen gelb; der, Hinterleib fchwarz mit gelben Binden: die Binden wech- felweile- breiter,

Mufca alternata, Enum. inf. auf. u. 908. ‚Syrphus vefpiformis, Fahr. pee. inf, II. 43% m. 76% Wohnort: wie bey den vorigen.

Anm, Aber Mufca vefpiformis L, gehört kaum hieher,

Mesallgräne B, 2413. Feinhaarig: der Bruftrücken und zween Punkte auf dem Flügelfelde fchwarz; der Hinterleib fchwäizlicht metall-

grün, die Füise citrongelb, Mufca

Lie Borftenfliege:

Mufca metallina, Syrphus metallinus. Fabr. gen, inf. 307. 36 - 3%. Wohnort: im Köfchinger Forlte hat fie Hr, P, Dale linger gefunden, Anm. Die Stirne unter den Füh'hörnern _gelb; das Schildchen mufchelbraun; die Seidenhaare goldgelb, Die Flügel am Grunde etwas gelblicht,

* ß Schuldlofe Fliegen, Kupferäugige B. 2419. Durchaus fchwarz mit einis gem Metallglanze,

Mufca triftis, Wohnort der Fliege: auf Blüthen, um Gern

ı *

Anm. Klein, etwa 2 3/44 lang. Die Augen groß; fie nehmen faft den ganzen Kopf ein. Die Schienbeine oft etwas biläffer, So gut als vollkommen nackt. Die Fühl- hörner fatt mufchelbraun, Die Flügel etwas trüb; da, wo die zweyte Flügelader dem Randnerven begegnet, ein länge lichter , fchmaler, bräunlichter Fleck, a Mittelfleckige B, 2420. Glatt, dwschaus fchwarz;

der Hinterleib mit einigem Mefüingglanze; die Flügel mit einem grofsen trüben Flecke in der Mitte, Mufca pullas: Gmelin fl nat, Lin, I. p. 2859. n. 258. | ‚Mufca antennis fetariis nigra, abdomine glabro nis grovirefcente, Muf. Leske I, 131. ®. Eife Wohnort der Fliege: um Neuburgs Fingzeit: Junius | | Gold-

Borftenfliess | 212

Goldfürbige B, 2421. Glänzend, lasürt; der Bruftrü« . cken grün; der Hinterleib matt goldfarben, Mufca aurata, Fahr, mant, II. 347. m 63. Wohnort: der Fliege um Ingolftadt mit der folgen- den, der fie ähnlich ift, Kupferfärbige B. 242% Glänzend, lasürt; der Bruft« rücken grün; der Hinterleib veylenroth oder kupferblau. _ . Mufca cupraria, Enum, inf. aufl. ®. 944 Wohnort der Fliege: in Gebüfchen. Geländer B. 2423. Die Flügel braun mit weißen Punk: ten und Makeln; die Fülse roftfarben. Mufca parietina. Fabr. fhec. inf IL 450. ®, 79. Wolmore der Fliege: bey Gern.

Anm, Lang 2’, breit über den Hinterleib of’! Der Mund weiß; die Augen braun; die Stirne roftfar- ben, auch die Fühlhörner; das Schildchen mehr gelb; der Bruftrücken und Hinterleib fchmuzig roftgelb; die Füfse sofffarben; die Flügel braun mit zahlreichen weiisen Punk- ten und Flecken; diefe leztern bilden vorzüglich zwo Binden, davon die eine mehr unterbrochen it, Am Auf- fenrande haben die Flügel einen fehr feinen Dorn,

@eringelze B. 2424. Schwarz; die Augen (im Leben) blau mit fechs röthlichten Binden; die Fülse weifsgeringelt, !

Mufca annulata. Enum. inf, aufl, n. 970. Wohnort der Fliege: an den Häufern; in Gebüfchen, Anm. Es ift nicht fchwer, den verfchiedenen Fliegen,

die im Leben Binden durch die Augen, eder Punkte auf denfel»

Bus M u;

h

112 Borftenfliege.

denfelben, oder grüne Augen gehabt haben, die urfprüng- liche Bemalung wieder zu geben, nachdem fie fchon lange in irgend einer Sammlung gefteckt haben: man braucht fie nur einige Zeit lang in. blutwarmes Waffer zu tauchen, Ich habe fogar Käfern ihre vorige Farbe, “und namentlich den reichen Schildkäfern, den Glanz ihrer Metallftriche wieder gegeben; nur dürfen fie nicht an der Sonne abge- bleicht feyn. Allein diefes Mittel darf man nur im Noth- faile, oder wenn man Stücke von einerley Art in einiger M:nge vor fich hat, anwenden, weil es die Zerflörung des Infekts befördert;

| “* Seidenhaarige, Rasenfchwanz B. 2425. Seidenhaarig , fchwarz; vier Striche längs des Bruftrückens, und drey gro- fe Flecke beyderfeits am Hinterleibe gelb5

die Hinterfchenkel dicker,

Mufca pendulas Lin. faun. fuec. m. 1795. Blankaart Schanpl. XXL Tab. 10. Fig. A. B. C.. Reaum, Inf. IV, 2. 206. Tab. 30. 31.

Wohnort der Larve: in fiinkenden Gräben ; in den Büten der Gärten , in welchen man das gefam« melte Regenwafler lange fiehen läfst; in der Miftjauche der Düngerhaufen bey Bauerhöfen, In allen diefen Flüfigkeiten kömmt fie immer in einer geftürzten Stellung, und fo vor, als wenn fie fich mit ihrem Razenfchwanze, in welchem die Werkzeuge des Athmens verbor-

Ä gen find, an der Oberfläche der Flüfigkeit auf- gehänget hätte, wie es denn auch in der That

{0 ift, ö Teodten-

Borftenfliege, 113

Todsenkopfs B. 2426, Sammethaarig „-gelb® zween tunde Flecke und tine Binde auf dem Bruft- rücken fchwarz; der Hinterleib (chwarz: vier

. gelbe Binden : die erfte unterbrochen, "Mufca florea, Müller prodr. n. 2044. Mufca Atropos. Enum, inf, aufl, mn. 904. Syrphus floreus, Fabx. ec. inf, II: 423,3, ı1. Wohnort der Fliege: auf Blüchen,

Zähe B, 2427. Sammerhaarig; der Bruftrücken (chsyange lichtgelb; der Hinterleib einfärbig braun» fchwarz ; die Augen mit einer doppelten Sam-

Metbinde, - Mufca tenax. Lim faun. fuec. 9, 1799. Reaum, inf, IV, Tab. 20. Fig. 7. Wohnort der Fliege: auf Düngerhaufen ; in heim= lichen Gemächern ; auch auf Blüthen.

Anm, Die vordere Hälfte der Augen behaart: befon- ders zeichnen fich ein Paar fättfchwarze Binden aus, die wie Sammetftreife längs der Augen herabgehen, und aus dichtern Seidenhaaren beftehen. Die Schienbeine des hin teriten Paares Zufammengedrückt, und eiwas lichelförmig,

Gebüfche B. 2428. Sammethaarig; auf dem erften und

zweyten Ringe des Hiriterleibes beyderfeits ein

r | geiber Fleck; alle übrigen einge am Rande geib,

"Mufca arbuftorum, Enum. inf, auff, n. 002. Syrphus arbüftorum., FJabr, fpec. inf IL 424.

j N. I3. Wohnert der Fliege: auf Blüchen. Faunaboica 3,B, I,Abth. H Fanle

114 Borftenfliege,

Faule B, 2429. Schwarz, fein fammethaarig; der zweyte und dritte -Ring des‘ Hinterleibes braun roft- "farben; die Schienbeine und bräunlicht: \„tiangelb, A Mufca piera, Wohrort der Fliege: bey Gerä und Insciiiäk,

2 Flugzeit : Herb...

Anm, Lang st, breit über den Hinterleib ı ıfat, Sie ift der trägen Borftenfliege f>hr ähnlich, "aber nicht glatt, fondern fein fammerhaarig. - Durchaus fchwarz, slänzend ; die Kopfregend zwilchen den Augen gelblicht; der Tlinterleib länglicht , gleichbreit, am Grunde an den Seiten fein gebartet: der zweyte und dritte Ring roth- braun; die Füfse .bläffer. rothbraun: die. Schenkel alle fcehwarz: die. hinterften ‚dicker kurzborftig. .Die Flügel farbenlos ‚mit: einer kurzen Makel etwas getrübt. Spangenmakelige B. 2430. Schwarz; der Bruftrücken

ungefleckt, metal'ifch, an den Seiten feinhaa- ? sig; der Hinterleib' tieffehwarz: drey Paar AV Mondchen , eine halbunterbrochene Binde, und der: Bauch. gelb, |

Mufea.- ‚pyrorum, & -La mouche brune & taches Jaunes. RER für le ‚ventre.. Geoffr. paris II 518% 2. 48.

Degeer Ueber VI. 51. Ta. 7. Ey ı-8. Wohnort: der dornigen gelblichten Larve unter den

Blattläufen; der Fliege: auf Blüthen, Flugzeit: Auguft. | A PER)

& u

Anm Ganz wie die mondmakelige Borftendiege , aber

auffer ıder verfchiedenen Farbe der Makein des Hinterlei- bes

' a Fr

Bortftenfliege Z15

bes if ‚ihre er ein wenig‘ anders, und die Biefe

kleinere

Mondmakelige B. PIERS Schwarz; der Bruftrücken un«

gefleckt, metailifch, an den Seiten feinhaazrigz der Hinterleib‘ tieffchwarzs drey Paar Monde chen und zwo Querlinien weiß.

Mufca pyraftti, Lim, ff. mas. 987. n. 51.

Mufca "Rofae. Degeer Ur v1. 49. Tab. 6% Fig. 14 = 21. | .

Syrphüs pyraftri, Fabr. fhee. uf. II, 132. 2. 580

Wohnerr: der Larve unter den Blattläufen; der Flie= Ruck auf Blüchen.'

Punktäugige B. 2 432. don: der Bruftrücken fchwarz, weilsgeitreift ; der Hinterleib f<hwarz« grün, glänzend; die Augen Ichwarzpunkurt,

Mufca pundata, Miller prodr. m. 2050. Conops aeneuss Scop. car. 9 967. 2 Mufca fepulchralis. Lin fann. fuec. n. 1835, "Wohnore der Fliege: auf Blüthen, bey Gem p Flugzeit: Ausuß |

Anm. Lang 4, breit über den Hinterleib ı af’,

Der Kopf weilsgrauz die Augen grau (nach dem Tode

.braunroth ), fchwarzpunktirt; der . Bruftrücken Tchwarz

mith fünf grauweilsen Strichen; „das Schildchen und der

Hinterleib fchwarzgrün, glänzend; die Flügel walferfarben:

ein, ah fchwarzer Aut am ee I Bauch

wezz7

then) ot Ho Gezierte

116 Borftenfliege,

Gezierie B. 2437: Schwarz, faft nackt; an beyden Seiten des Bruftrückens ein Streif, und vier unterbrochene Binden des Hinterleibes gelb,

Mufca fefiva, Lin, faun. fuec. n, 1812, Syrphus feftivus, Fabr, fpec inf. II, 430. n. 47. Blankaart Schanpl. XXV. Tab, ro. Fig: N, O0, £, Wohnort der Fliege: auf Blüthen.:

Anm. Das Schildchen am Ende, die Schwirgkölbchen, i=- 2 Binden am,Bauche gelb. Auffer' den 4 unterbroche- nen Binden des Hinterleibes find noch öfers die Ränder der zween lezien Ringe gelb; die Füle oraniengelb,

Roftflügelige B, 2434. Tieffchwarz, faft nackt; die Fiügel und Füfse roftfarben; der Hinterleib ‘am Ende eingebogen; vorher zween roitfur- bene Punkte. Mufca rubiginea, Heimat: um Ingolftadt. Flugzeit: Julius "Anm. Faft um 2/3 kleiner als die polirte een ge, und faft von ihrem Baue.

Betrübte. B. 2435. Durchaus fatt[chwarz; die Flügel trüb; um die Mitte eine noch trübere Makel; die Schwingkölbchen weiß,

Mufca lugubris. © Fabr. fyfe..entom, 77% 2,366 Wohnort der Fliege : in Gebüfchen , um Ingolitadts Flugzeit: Auguft, rt

Anm, Lang faff 3, Der Hinterleib ziemlich gewölbts

Die Fufsgelenke zwifchen den Schenkeln und Schienbeitei . weilslicht, | FRE Bote

Borftenfliege, 217

RR Borftenhaarige.

Hummelartige B. 2436. Pelzig, fchwarz; der Grund des Bruftrückens und ein Gürtel des Hinter- leibes gelb; die Aftergegend weifslicht,

Mufea apiformis, Enum, inf. auf. n. 033% Wohnort der Larve: im modernden Holze;z um Ter gernfee, Anm, Eine unferer gröfsten Borftenfliegen.

BU llerswerende B. 243% Mufchelbraun; die Stirne gelb; der Hinterleib umgebogen, Mufca petronella Lin. faun. fuec. n. 1856. Wohnort der Fliege; bey Gern, auf Wällern, Anm. Zweymal gröfser als die langfüffige Federfliege, durchaus mufchelbraun, kaum borftenhaarig , für das freye Auge nackt; die Augen und drey Striche längs des Bruft- sückens fchwarz: der mittlere der längfte. Die Flügel | trüb, unten am Grunde gelb. Wilde B, 2438. Borftsnhaarig, fchwarz; der Hinterleis an den Seiten breit rothbraun, durchfcheinig, Mufca fera. Enum, inf. aufl, n. 934. Degeer Ueberfi VI. 15. m. 7. Tau u Fe. 9 Wolmort der Larve: im Kühekothe, | DRIN ONEn.BOBE B, 2439» Borftenhaarig, fchwarz; die Stirne, und fchmale Binden über den Hlinter« leib filbern,

Mufca argyroftoma. Enum, inf. Br n, 930 Wohnort: um Burghaufen.

H 3 Gelb»

118 Borftenfliege,

Gelbflügelige B.. 2440. Glänzend tieffchwarz, bor« | fienhaatig ; die Schwingkölbchen, ihre Schups pe, und der Grund der Flügel roftgelb.

Mufca tremula. Scop, cars. n. 888.

Mulca grofa Exum., inf. auf, m 936. Schäffer icon, 108. Fig. 7.

Wohrert: in Kühekothe ; fehr gemein,

Randleibige B, 2441. Borftenhaarig; der Hinterleib

halbkugelförmig , rothbraun, mit einer Reihe fchwarzer, oft zufammenhangender Fiecke längs der Mitte herab,

Mufca rotundata. Fabr. fec, inf. IE 44% m, 33% Wohnort der Fliege: auf Wiefen ; nicht felten, | Anm. Lang 4*', breit über den Hinterleib 2, Die . Stirne weils; um den Hals ein gelblichter Pelz. Der Bruft- rücken graufchwarz, mit einigen tiefer fchwarzen. Linien, Zuweilen der Bruftrücken am Grunde geldgelb, Schwert ige B, 2442. Der Bruftrücken grau; die Füfse fchwarz; die Flügel am Grunde gelb, der Hinterleib roftgelb: eine Längslinie und das Ende fchwärzlicht, |

© -Mufea nigripes, - Gmelin fyfl, mat, Lin. 2859.

2. 261. | Mufca antennis fetariis, eineres, -alis bafi luteis, “andlı . »pedibus nigriss. Muf: Leske L 131. m 120%

Wohnort: in den Waldungen bey Tee Flugzeit < ‚Julius, Ra apen B. 2443. .Borftenhaarig, ee vier

ICH WOERR ge auf. dem Brufrücken; der Hinter-

Borttenfliege a 119

Hinterleib fchwarzgefleckt; das Schildchen un- v gefleckt; die Flügel waflerfarben, dernlos,

Mufca Larvarım, Lim Fauns fuec, ns 1839. Müfca larvarım minor... Degeer Inf, VI ne 4.

ı Wohnort, der Larve; in den ‚Raupen der Schmetter- wiure: ., Anm. Lang 3. 1/2“, breit über den Hinterleib' ı fg,

Die Stirne filbern; die Borften alle fattfichwarz,

Spinmerlarven B, 2444. . Borftenhaarig, fchwarz; vier

fchwarze Striche auf dem Bruftrücken; der Hinterleib teckweife afchengrau fchilleınd; - das Schildchen fchwärzlicht,

Mufca erucarums Mufca larvarum major, Degeer Ueber, VI 13. Tab 1. Fig, 78: Z Degeer Deberj. I 1 Quar:, 146. Tab, ıt. Fig. 23. 24 Wolhnore der Larve: in den Raupen, Anm. Lang zu, Seitenmakelige B. 2445. Schwarz ; borftenhaarig; die Seiten des Hinterleibes (nicht bis an die Spi= ze) rothbraun; die Fiügel fchattenbraun: am

Hirterende waflerfarben. „>

© Mufea lateralis, Fabr. [y/. entom. 778. n. 26% _ Reaum, Inf, W. 2. 264, Tab, 29, Fig 9 Wohnort: bey Gern | Anm, Lang 3 zfalll; breit über ‘den Hinterleib ı 1/[3'% Die Stirne weils , filberglänzend; der Hinterleib tief- fchwarz : zn beydenSeiten über den erten, zweyten, und die Hälfte »des dritten Ringes eine ftürige "Iöthbraune

Makel, | M. Ha, Sie

120 Borftenfliege, Sie ift lebendig gebährend,

Thau bs, 2446. Durchaus fattfchwarz; die Flügel " fchwarz, ° N; y Mufca roralis, Emum.- inf. auf. n. 94 Wolmort: Sie kömmt häufig in die Häufer, Flugzeit: m | Regen B, 2147, Afchenfärbig; fünf tieffchwarze Punkte auf dem Bruftrücken, Mufca pluvialis. Enum, inf; auf. n, 939. Heimat: fehr gemein auf dem Lande,

Bäurifche B, 2448. Durchaus tieffchwarz, borftenhaa- rig; die Flügel fchmuzig mit roftgelben Adern und tiefichwarzer Randribbe, ;

Mufca ruftica, Schäffer icon, 188. Fig, 4. 5. Wohnart: um Pöttmes,

Ziegelrothe B. 2449. Schwarz; der Bruftrücken grau» bereift; der Hinterleib und die Fülse ziegel- roth,

Mufca lateriti, Phyf. Auf), 129. Wohnort: bey Pöttmes, Flugzeit September,

Gewitter B, 2450. Schwarz; der Hinterleib bläffer, umgebogen, fiumpf; die Flügel am Grunde gelblicht; die Augen fatt rothbraun,

Mufca meteorica. - Müller prodr. m. 2064,

Wolmort der Fliege: auf YAEEDHABEN, Flugzeit: Junius,

3

Borftenfliegs 121

Anm, Lang 2’, breit über den Hinterleib, wo er am dicken ift, ıfa!d, - Die Füße roftfarben: Schienbeine und Fufsblätter fchwarz , und auch diefe am Grunde roft- farben. Die Schwingkölbchen ohne Deckfchuppe,

Sägeflügelige B, .2451. Borflig, fchwärzlicht; die Flügel übereinandergelegt, an der Auffenribbe von kurzen Borften sägeförmig ; Hinterleib und Füfse roftfarben,

Mufeca ferrata. Enum. inf. aufs m 94% Mufea latrinarum, Degeer Üeberf. VI, 16, Tab. % Big. 15-1. Wohnort: an unreinen Stellen, Dünger B, 2452. Sattfehwarz ; die Augen roftroth; die Flügel waflerfarben: die Randribbe fchwarz,

Mufca putris, Lin. [yfk. nat, 993, m 89% Wohnort: auf Düngerhaufen, | Flugzeit: Julius, Auguft, Anm. Die Füfse mufchelbraun, ' @erften B. 245% Schwarz, behaart; die Borfte der Fühlhörner fo lang als der Bruftrücken; die Flügel glashell mit fchwarzem Auffenrande, Phyfik, Aufs. 131. Mufca Frit. Lin, faun. fnec. n. 185Ie Kornfliege. Linne fehwed. Abh. 1750. 189e Wohnort: in Gerftenkörnern. Flagzeit: Julius September, Anm. Sie ändert ab mit fchwarzen und gelblichten fürn, fchwarzgelblichtem und röthlichtfchwarzem Hin- terleibe, | i H3 Tief-

122 Borftenfliege,

(Tieferauernde B, 2454. Durchaus fartfehwarz; die Auffenribbe der weitslichten Glasflügel fatt- fchwarz.

Mufca lu&tuoß. | Wohnort der Fliege: in Gebüfchen, um Ingolftadt, " Anm. Von der Gröfse der Kellerfederfliege; durchaus, auch die Augen und Schwingkölbchen fattfchwarz; die

Flügel allein farbelos, glasähnlich : die Auffenribbe fchwarz,

4

Wittwen B. 2455. Tief soldgrün; die Fülse fchmuzig gelb; die Deckfchuppe der Schwingkölbchen gefranzets

Mufca viduatas Fabr, foec. inf, Il, 446. m. 54 ‚Wobnort: bey Gern. Anm. Sie gehört unter die Kleinetn;

Lauf BD. 2456. Sattfchwarz, glatt; die Füfse etwas langz3 der Hinterleib am Ende beyderfeits mit ge- fireckten Haaren; die Flügel ei legt, farbenlos. |

Mufea curftans. F. abr, BR: entom. 782, As ATe

Wohnort: um Ingolftadt.

Flugzeit! May. i

Anm. Non der Gröfse der kleinften Sorte der fchwins

genden Borftenfliege, auch bewegt das Männchen in Lau« fen die Flügel wie diefe; aber die Flügel "haben keinen fchwarzen Punkt, der Hinterleib hat beyderfeits feine ge- ftreckte Haare gegen dasEnde, dieAugen find pechfchwarz, Der After ilt beym Männchen unterwärts gebogen, . wie bey der hackenfchwänzigen Borftenfliegs x

Hacken

x

Borftenfliege, ' 223

Hackenfchwänzige B. 2457, Glänzend grün, borften- haarig; der Hinterleib am Ende auf den Bauch haekenförmig eingebogen; die Fütse lang, blafg- roftfarben, R

Mufca ungulata. Enum. inf. RR m 947: Wohnore: an Waffergeftaden, Flugzeit: Junius,

Gelbfüfsige B. 2458, Satt[chwarz, glänzend; der Körs

per langgezogen; die en blals; die Fülse rolifarben,

Mufca fiavipes,

Wohnort:.(?) auf Difteln,

Anm, Vom Baue der Miftfederfiege, aber nackter, und anders gefärbt, Die Borfte der Fühlhörner ift eigent« lich eine Feder, aber die Fahne höchft unmerklich. a B. 2459. Borfenhaarig, der Kopf roth-

"braun; die Flügel Waller arbeite ein ichwarzer Punkt an der Spize,

Mufca vibrans, Enum, inf; auft, ns ar

Wohnort: auf Mifthaufen,

Anm, Sie ändert an Gröfse fehr ab.

Ne/fel B. 2460. Schwarz; die Flügel glasfarben: drey Binden und die Spize fchwarzbraun.

Mufea urticae, Enum, inf, auf. m. 969% Wohnort der Fliegen: in Gebüfchen, Seisenmakelige B, 2461. Glatt; durchaus glänzend

fchwarz; die Flügel wafferfarben: ein fchwar«= zer Punkt am Auflenrande,

; Mufca

124 Borftenfliege,

Mufca cynipfea, Fabr. fpecs inf; IL. ası. m. 82.0 Wohnort der Fliege: ‘auf Blüthen, Flugzeit :. die Fliege kömmt..mit der Schwarzdorne blüthe, die fie befucht, Anm, Sie gehört unter die kleinen Arten,

Langnafsige B, 2462. Gelb; fünf ungleiche fchwarze Striche auf dem Brufßrücken; der Hinterleib ‚oben rufsig gelb mit vier fchwärzern Binden,

Mufca lineata., Fabr, ec. inf, II. 453: m 95. Mufca nafuta. Enum. inf. auf. n. 966. Wohnort' der Fliege: auf Schirmblüthen, Flugzeit: Julius, | Anm. Lang ı ıf’', breit über den Hinterleib 3’. Eine andere Fliege mit ganz gelbem Hinterleibe fand ich bey Paflau; fie it aber kaum eine verfchiedene Art,

Dolden B. 2463. ..Gelb; ein Dreyeck an der Scheitel, ‚drey breite Linien über den Bruftrücken, und. ‘die Oberfeite des Hinterleibes fchwarz,

Mufca umbelliferarum, Scop. carn, u, 945+ Wohnort der Fliege:. auf Blüthen. Flugzeit: May.

Anm, Höchft ähnlich der nlecpnehiä den Art, ger kaum gröfser, Durchaus geib; die Fühlhörner rußig; ein fattfchwarzes gleichfchenkliges Dreyeck an der Scheitel; die Spize vorwärts gekehrt, Drey. breite Linien längs des Bruftrückens tiefichwarz;, einige fchwarze Punkte an der Bruft; auch ‘die Fußblätter fehwarzz De ‚Hinterleib {pie . zig eyförmig, ‚oben mattfchwarz, A ER

Gelbe

s

Borftenflieee 125

@elbe B. 2464. ' Gelb; faft ganz N die Augen lieb» lich grün.

Mufca flava Lin, faun. fuec. n, 1269. Wolmort: um Ingolftadt, Flugzeit: Julius,

Anm. Lang ı ıf2'"', Blafs erdgelb, faft ganz nackt, nur fehr wenige, äufferft feine Borften. ‚Die Fühlhörner haben keinen fchwarzen Bankt am Ende, wie Hr, Fabri« eius fagt,

Fierpunktige B. 2465. Wachdbeih; u dem. Hinter- - leibe vier ichwarze Punkte im Vierecke,

. Mufca quadripundara. Lin. (lo nat, 997. 9. 116. Wohnort: um Ingolftadt, | Flugzeit: Julius,

Anm, Von dem Baue und der Gröfse der vorigen Art; aber fchmuzig wachsgelb; auf dem dritten und vierten Ringe des Hinterleibes beyderfeits ein fchwarzer Punkt: auch noch auf dem fünften, aber viel kleiner, und mei- ftens vertfteckt, ' |

Dreyftrichige B. 2466. Gelb; die Augen lieblich grün; längs des Bruftrückens und Hlinterleibes drey fehwarze Striche,

Mufca trigrammica. Wohnort: um Ingolftadt, Flugzeit : Auguit, Anm, Von der Gröfse der beyden vorigen Arten; die ichwarzen Striche längs des Hinrerleibes unterbrochen, Ueber das Schildchen läuft ein einziger Strich,

Bufch

126 N orten fliege, !

Bufch B. 2467. Graufchwatz ; ; die vier Hinterfüfse und der Hinterleib mufchelbraun. -

Mufca topiaria, Wohnort der Fliege: in Gebüfchen; um Fobälktade,

Anm, Lang ı, Die Flügel ungefleckt; , die Augen tief mufchelbraun.

Flobartige B. 2468. Sala: die Stirne, die Schwing- kölbchen, die fchmalen "Ränder der Hinter- leibsringe, und die Knie weifs,

Mufeca pulicaria.. - Wohnort der Fliege: in ‚Gebüfchen,

"Anm, Lang 10, Die Flügel etwas fchwärzlicht trüb, ungefleckt, n le Tanbenhälfige B. 2459. Schwarzafchenfarben; Kopf,

Bruftrücken, 'Füfse und drey Punkte auf jedem Ringe des Hinterieibes tieffchwarz; die Flügel - mufcheibraun, taubenhälfig. er‘

Mufea ambulans. Müller prodr. m, 2079 Wohnort der Fliege: in Gebüfchen. Anm. Lang ı 1"; die Flügel eben fo lang. Die Schwingkölbchen roftfarben; der Hinterleib ftumpf kegel- förmig; der mittlere Pünkt auf jedem Ringe länglicht, Goldflügelige B. 2470. Sattfchwarz; die Fühlhörner geftreckt: die Seitenborfte weils; die Fiügel übereinandergelegt, goldfarben,

Mufca chryfoptera. Wohnort der Fliegen: in Geträuchen. Flugzeit: May, | CHE

Anm. Eıwa ı'!! Jangs N Kühes

Besser fhre&ne 127

Rübedinger B. 2471. Schwarz, faft glatt; die Rand- © zibbe.. der Flügel Schwarz; die ‘Schenkel des erften Fußpaares etwas dicker; die: Augen „fchwarze. | |

Mufea: ‚fimeti. Lin. faun, fuec, n, 1850. Wolbnort: im Kühekothe fo häufig, dafs er damit oft ganz bedeckt ift, 7

5

Anm. Gewißs verfchieden von der Käfefliege, Kaum fo grois, als die Abtrittsmücke, und ihr ähnlich,

Goldfloh B..2472,, Durchaus, auch die Augen, metal= lich grün, die etwas langen Fülse fchwarzz die Giasflügel-taubenhälfig angelaufen,

Mufea pfyilia, Wohnors der Fliege : in Gebülfchen um Ingolfadt, Flugzeit : Junius,

Anm, Kaum gröfser als ein grofser Floh.

Inn main, = i > \ . r Fedtrriieee, & Pelzige,

Hummelartige F, 2473, Pelzig, fchwarz; der Hinters

leib gegen das Ende oranienroth,

Volucella bombylans, Müller prodr. m 2090,

Syrphus a Fabr, fpew inf. II, 4zıs ns,

"Conops pocopyges, Poda graec. 118. m 4,

Conops bombylans, ° Scop. carn. n. 955.

Mufca plumata, Degeer ‘Ueberfs VI, 58. Tab, $.

Fig, 4-9 r Schäffer

128 Federfivege

Schäffer Icon, Io. Fig. 6. h Wohnort: um Burghaufen,. in Waldungen, Fiugzeit: Juniuss

Br Die Stirne und Lippe mit‘ einem gelben Sam- ;. die Flügel wafferfarben: die Adern fchwarz, und ein halbfhatenbraune Fleck,

Ausmeffung. Lang | = - BB Breit = 5 = 3 ıf.

Sehnurbärtige F. 2474, Pelzig, fchwarz; der Flügele rund gelb; der Hinterleib am Ende gelb (Er) oder weils (Sie) pelzig, Volucella myftacea.. Müller prodr. ns 2091, Mufca myftacea. Lin. faun. fuee. n. 1793. Mufca bombylius, Degeer Ueberf, VI. 58 u 3% Fgı % | Reaum, Inf. IV, 2. 276. Tab. 34. Fig. 1- ı% Wohnort: der Larve in den Bollen der Zwiebelge= wächfe (nach Reaumur ); imKuhmifte (nach Degeer); der Fliege: auf Blüthen; bey Te«- gernfee. Bienemartige F. 2475, ‚Pelzig; die Stirne ‘und. der ? Bruftrücken gelb; der Hinterleib ichwarz: am Ende weils; zween gelbe Flecke am Grunde..-

Volucella apiaria.

Syrphus apiarius, Fahr, ec, inf. II, 44» m. 5: ® Volucella fuperbiens.- Müller prodr, m..2093: Schäffer icon. ı0.:. Fig. 9

Wohnort: bey. Gern,

Anm,

Federfliegu 129

Anm,. Lang. 6'', breit über den Hinterleib 3 1/2’, Lippe, Stirne und Scheitel auf gelben Grunde gelbpeizig; der Bruftrücken auf ichwarzem Grunde gelbpelzig (der Pelz if aber oft guten Theils w: ggewiicht), das Schild» chen gelb gelbpelzig; der Hinterleib fchwarz, am Grunde gelbe Fiecke; der Pelz arm, am Ende eiwas dichter, weilssrau; der Bauch nsckt, glänzend; die Flügel, wie bi:y der eriten Art,

*R Feinhaarige.

Cirronköpfige P. 2476. Schwarz; der Kopf, und zwo sroise durchfcheinige Makeln. am Grunde des Hinterieibes citrongelb; das Schiidchen mu- fchelbraun.

* Volucelia dryophilas

Conops dryophilus. $cop. car n. 957% ‘Wohnort: im Köfchinger Forle, wo fie Hr, P. Dallinger gefurden hat,

Anm. Der Bau und die Größe der dürchicheinigen Federlliege, auch etwas burienhaarig, Die Flügel am Gründe geiblicht, dann ein fehwarzer Fieck, näher am Ende ein anderer ichwärzlichter Fleck. Raupentödteräbwliche F, 2477. Das lezte Glied der | Fühihörner fehr lang, walzenfürmig; der N, Bruftrücken rothbraun; Strpe, Bruft und Eüise roftfarben; der Hinterleib ‚walzenförmig.

® Volucella ichneumone, Müller pradr. n 2021. » )Syrphus ichneumoneus, Fabrs fpec. inf 1Is 429. n. 39. x er Heimat: bey Gern, Fauna boica 3. B. 1, Abth; H Anm.

.130 Ä Federfliege

Anm, Lang 3 ıfa(, breit über den Hinterleib 1/2, Schwarz; die Fühlhörner geftreckt.

H aine F. 2478. Feinhaarig, Isar, drey fchmale gelbe lichte Binden über den Hinterleib: an den Seie ten des Grundes zween grofse gelbe Flecke.

Volucella nemorum.

Mufca nemorum. Lin. faun, fuec. = 1797.

Mufca horticola. Degeer Ueber, VI, 60. Tab, 3e Fig, 12. 1%

Reaum. Inf. IV. = 210. Tab. 30. Fi. 2. % Tab. 31. Fig, 2, 3, 45 %

Wohnort: der Larve in faulen ftinkenden Wälfern;‘ der Fliege auf Blüthen. Die Verwandlung in ein. fonderbar geftaltetes gefchwänztes Tönn«

- chen geht auffer dem Wafler in feuchter Erde vor fich, |

Gelbfehildige F. 2479. Mattfchwarz, feinhaarig, gelb- licht fchielend; der Flintertheil des Hinterlei- bes weifshaarig; das Schildchen gelb»

Volucella intricaria,

Mufea intricarias Lin, faun, fuec, n. 1800%

Heimat: bey Pöttmes, -

Anm, Lang 6’, breit 2 ıfa!!!, Schwarz; der Brüfte rücken -feinpelzig, fchmuzig oranienfarben; der Hinterieib feinhaarig: die Haare am Hinterende dichter, grau, Die Schienbeine am Grunde gelblicht. ‘Ueber die Flügel eine fchmale brandige Binde. |

RR Br

Federflieg® Ä 231 ®t%* Borftenhaarige,

Goldfirnige F. 2480. Sättfchwarz; die Stirne golden; der Flügelgrund roftgelb»

| Volucella meridian.. Müller pr rodr. 9. 2097. - Mufca meridiana. _Lin. faun. _fuec. m. 1827. Reaum. inf, IV, 1. Tab, 12. Le, 12.2.2. 1% Tab. 26 Fig. 6 o- IOs Wohnort : Kl Larve im Kühekothe; der Fliege auf Wiefen, Ann Borftig, glänzend fchwarz; die Stirne güldifch Slänzend; eine der gröfsten diefer Gattung. urchfcheinige F, 2481. Schwarz; der :erfte, Ring des _Hinterleibes weiß, PROBIER Volucella pellucens+ Mufca pellucens, Enum, auf. 1. 920% Wohnore: um Hohenfchwanngau und Germ

Rervich F, 2482. Borfterhaarig; die Stirne weifsgrauz der Bruftrücken und das Schildchen ochergelb;. der Hinterleib gelblichtgrau mit ichwarzen Binder; ein kleiner Dorm an der Auflnfeite der Flügel,

Volucella Rädicum, Wohnort: in Gärten, auf Aecckerm Tlugzeit : Julius, | Braunfeitige F, 2482. Der Brußrücken fchwarz afchen- farben; der Hinterieib tieffehwarz: die drey erften Ringe fatt mufchelbraun, durchfcheinig; ‚det .zweyte und‘ dritte sam Grunde filbern

fchielend, N‘ arts iz - Volt

12 Federfliege

Volucella lurida. Mufca lurida. Fabr, fpec. inf. II. gar. n. 29, Wohnort: um Burghaufen, |

Anm, Lang a1f'", breit über den Hinterleib- 1% Schwarz; der Bruftrücken bläffer mit zween fattern Stri= chen die Länge herab; die Fühlhörner rothbraun: das lezte Glied länglicht, fchwarz; der Hinterleib fchwarz; am Bauche die drey erften Ringe bis an die Seiten herauf roth- braun, doch mit einem fchwarzen Striche längs der Mitte des Bauches® der zweyte und dritte Ring i{pielen am Grunde filbern.

Die Borfte der Fühlhörner it wirklich, jedoch nur kurz, gefiederts

Kaifer F. 2484, Durchaus oa; die Füße fchwarz.

Volucella Caefar. Müller prodr, n, 2098.

Mufca Caefar. Enum. inf, auft. n. 923.

Wohnort der Larve: in faulenden Leichen warm« blütiger Thiere. Die Verwandlung ‘in ein Tönnchen geht in der Erde vor fich,

Dünger F. 2485. Oben goldgrün, unten blau; die Füße ichwarz, Volucella caefarina Mufea caefarina. Enum inf. auf, n. 924 Wohnort: im Dünger.

Krähen F. 2486. Der Bruftrücken kupferglänzend; der Hinterleib goldgrün; ein eingegrabenes V auf dem Schildchen,

Volucella cornicina, Mufca cornicina.. Fabr. fec. af, Il. 438. m 11»

Heimat: um Pöttmes, Anm

Federfliege 133 |

Anm. Diefe dreyerley Arten find wohl fchwerlich wahrhaft von einander verfchieden,

Herbfi F. 2487. Schwarz; ‘der Bruftrücken fchielend weitlsgrau liniirt; der Hinterleib rofigelb, weifs fchielend: ein fchwarzer Strich längs feiner Mitte,

Volucella autumnalis, Mutca autumnaliss Rezz. degeer, 1168. Mufea corvinas Febr. fpec, inf. Ih 440. m. 2 Flugzeif: Auguft. | Ann. Von der Gröfse der vorhergehenden, Die Fülse fchwarz; die Einfafflung der Augen filberglänzend; |

Grunde des Bauches ein fchwarzer Punkt; „der After

Schwarz.

Fleifch F. 2488. Schwarz; der Hinterleib blau, glän- zend. | | 2

‚Volucella vomitoria. Müller prodr. n, 2r01. Mufca vomitoria. Enum, inf, aufs =. RT Reaum, inf IV. 2. 59. Tab, 24. ale Ue- berf, VI. 29 A, engere Wohnort: in Schlachtbänken, überhaupt im Fleifche. Die Verwandlung in ein Tönnchen geht. in der . Erde vor fich. Ar N

Schmeif F. 2489. Schwarz; bläffere Striche längs des

| Bruftrückens, der, Hinterleib oben und unten glänzend alchengrau gewürfelt,

Volucella carnaria Müller prodr. m. 2102, Mufca carnaria, Erum. inf, auft. u, 927. Reaum, inf, IV, 2, 159. Tab, 6,

Anisr f3 Degeer

134 Rederfliege

Degeer Veberfi.VI..30, , Tab 3. Fig, 5-18 Wolmort: mit der vorigen.

Anm, Sie bringt lebendige Junge. Die Verwandlung in ein Tönachen geht in der Erde vor fich Stuben F, 2490. Schwarz; bläffere Striche. längs. des Bruftrückens; der Hinterleib oben glänzend afchengrau gewechfelt. Volucella domefiieca. Müller prodr. », zro3, Mufca domeftica. Exum. inf, auf. = «928 Stubenfliege, Gleichen Gefch, Wohnorz: Sehr gemein, Anm, Um die Hälfte kleiner als die vorhergehende,

ÜWierfchuppige F. 2491. Graufehwarz; der Hinterleib. gewürfelt; über jedem Schwingkölbchen zwo Deckfchuppen; die Füfse fchwarz.

Volucella quadrifguammata. Mohmorz: um Ingolftadt,

Anm.‘ Höchf: ähnlich der Mufca zuguriorum des Sco= poli, aber. die Füfse alle und durchaus fchwarz, and der Bruftrücken nicht geftreifr. Die Deckfchuppen der Schwing« kölbchen find bey:allen nächft verwandten Arten doppelt, Wierpunktige F, 249% Afchengrau; vier fchwarze

Punkte auf dem Hinterleibe; die Schienbeine. al »mufchelbraun, ' Vohueelta meditabunda, Mufca meditabunda, Fabr, bee. inf. IL 445. | 12, 404- Wohnort: um Ingolftadt,

Anm. Von der Gröfse der Regenborftenflie ge, und ihs sem Baue, aber die Farbe zieht aus dem Alchengrauen et- Wasga

Federfliege 135

was, doch wenig, in Gelb, Die Fühlhörner haben wirk- lich eine Feder, keine Borfie, an der Seite, aber die - Fahne ift kurz und arm, Rofgeibe F. 2493. Braunroftgelb; die Flügel bräunlicht: zween Punkte und die Auffenribbe fchwärz- licht, Volucella elata. Mufca elata. Fabr, fpec. inf, IL a4ı. m 27., Wohnort: bey Gern.

pn

Anm. Der Mund blafig, weils; der ganze übrige Kör- per bräunlicht roftgelb, auch die Fühlhörner, doch die Feder tieffichwarz, Die Flügel bräunlicht wafferfarben: die Auffenribbe, ein Punkt in der Mitte, und ein kleines Strichelchen des Innenrandes fchwärzlicht. Lang 3, breit über den Hinterleib ıfa'’,

Gerandete FE, 2494. Graufchwarz; die Flügel braun, weifspunktirt; am Rande tiefbraun,

Volucella marginata. | Mufca marginata. Fahr. fec. inf; II, 44% m. 74 Anm. Lang 2- bis 3"; breit über den Hinterleib 1/3 bis ıfa/H4, Die Fühlhörner rothgelbbraun; die Feder weißs, am Grunde gelbroth. Der Mund«+aufgeblafen. Der Bruft- rücken fchwarzbraun mit drey roftrothen Strichen; der Hlinterleib braun, Die Füfse ziemlich lang, roftfarben ; die: Fufsblätter fchwärzlicht, Die Flügel fchattenbraun mit länglichten Reihen blaffer Punktes der Auffenrand tief- braun, Dt Silberflirnige F, 2495. Sattichwarz; die Stirne filbern 5 der Hinterleib bräunlichtgrau. La Volu«

136 Pederfliege

Volucella albifrons. Alüller prodr, m. 2104. Wohnort: auf Weiden, Anm, Lang ı ıf2'",

Rebrückige F. 2496, Sattfchwarz; der Bruftrücken a farben,

Volucella cervina. Wohnore: um Ingoiftadt,

Anm, Sie kam mir nur einmal, im October, vor, Sie hat die Größe der Stubenfliege; der Hinterleib fchielt oben ein wenig afchengraus fie ift ftark borftig; zwifchen den langen fchwarzen Boriten deckt den Bruftrücken und das Schildchen ein kurzer haariger rehfarbener Pelz, Langfüfiige F. 2197. Schwarz; die Füßse fehr lang,

roftta: ben, | Volucella cibaria, Lin. faun, fuecs n. 1859 Wohnort der I Fliege: auf Wailerpilanzen, Fingzeie: Julius.

Anm. Lang 3’, breit über den Hinterleib 1/3, Graufchwarz;, die Stisne famt den Fühlhörnern bräunlicht roth, die Einfafung der Augen und zween Punkte am Hinterkopfe filberglänzend, ‘Die Feder der Fühlhörner arın., ‚Die Spize des Hinterleibes bauchwärrs umgebogen, mit zween großen, blafenähnlichen, weifßslichten, gegen ein- ander gebogenen Häcken, und hinter denfelben zween Zähne. Beym andern Gefchlechte ‘der Hinterleib gerade, ohne Hacken und Zähne. |

Sie fcheint Mufca petronella Fabr, zu feyn, aber yo ift nicht Mufea ger onella Lim, |

Mif

Federfliege 137

DE; Mift F, 2498: Roffa:ben, behaart; die Augen fchwärz- licht mufchelbraun; die Haare ‚gelb, die Bor«- ftenhaare fchwarz.

Volucelia fimetaria, Müller prodr, v, 2106, Mufca fimetaria. Enum, inf, auf, n, 950. Wohnort; im Kothe der Thiere, Koth F. 2,99. Borfig; der Hinterleib feinhaarig, röth- licht roftgelb; die Flügel auswärts blafs roft- farben, mit einem fchwarzen Punkte,

Volucella feybalaria.

Mulca (cybalariaa Enum. inf. auf. », 950. Reaum. inf, IV, 2. 119. Tab. 27. Fig. 1- 12, Wohnort: im Kothe der el, und der Thier&, Flugzeit; Sommer. '

Anm. Der fchwarze Punkt ift Den ein Querfrich- ein, "das zwo Adern verbindet,

Hopfen F. 2500. Schwarzgrau; der Hinterleib und ug Hinterfüßse roftgelb,

Volucella lupulina. Fabr, mant, 11. u mu Wohnort; um Ingolftadt, Flugzeit: Junius,

Anm. Schwarz, weifslicht bereift; die 'Fühlhörner mu= fchelbraun: das Federchen fchwarz, Das erfte Fufspaar fchwarz, am zweyten die Schenkel fchwarz, die Schien- beine roftgelb; das dritte famt dem Hinterleibe roftgelb. Die Flügel mit roftgelber Farbe tingir. Länge des In- fekts 2, ! , Keller F, 2501. Die Augen roth; der Bruftrücken roft-

farben, fparfam borftig; der Hinterleib bräun- I5 | licht

138 Federfliege

licht grau mit einem fchwärzlichten Quer chen auf jedem Ringe

Volucella oenopota.

Mufca oenopota, Scop cars, m. 905%

„Mufea cellaris. Lin. ff. nat, 998. m. 87.

Mufca vini vel cerevifae acefcenti. Mentzel Es N. C, dec, II, ann, II, P: 96% Tab. ad pag. 36. Fig. 14, A-D,

Das Efigmückchen. Gleichen eh Unterf Anl,

1a hab,

'Reaumur Inf, V. 1, 78. Tab. 8, Fig, 7- 12.

Wohnort: in Wein- und Bierheien; im Efige; felbfe in angefezter Dinte,

Anm, Sehr klein, etwa wie ein grofser Floh. Die Flügel etwas befläubt, 3

Menzel hielt mit Unrecht die Efiigälchen für die,Lar= ven diefer Fliege, Thau F. 2502, Durchaus. tiefichwarz.

. Volucella zoralis, Wohnort: zu Ingolftadt an den Bean Flugzeit: junius,

Anm, Nielleicht das eine Gefchlecht von der Thau= borftenfliege, deren Größe ‚und Bau fie hat, und von, welcher fie nüs durch ihre fehwarzen Augen und die Fe» der an den Fühlhörnern verfchieden if f

Allgemeine Anmerkung.

Ich gefiehe es dafs ich mit den beyden Gattungen der Roritenfliege und der Federfliege felbft nicht. zufrieden bin. Ich

Pr

Tedenrtlipae 139

Ich habe mehrere Fliegen in dieleztere Gattung gebracht, die bey andern Schrififellern in der Familie, Anzennis fera- yüs ftehen, und wohin ich fie vormals felbft nach ältern eigenen Beobachtungen gefezt hatte, Nach meinen neuc« ften, aber- noch nicht mit hinlänglicher Genauigkeit ange- ftelkten Beobachtungen fcheint mirs, dafs es in den beyden Gattungen des Hrn, Fabricius, Syrphus und Mufca, Arten gebey davon das eine Gefchlecht an den Fühihörnern eine einfache Borfte, ‘das andere eine_FReder hat. Wenn wir einmal mit der fonderheitlichen Naturgefchichte der hieher gehörenden Larven werden befier bekannt feyn, dann müf fen ohnedies die Gattungen Syrphus, Mufca, Wolucella ein- gehen, und dafür neue, und weit mehrere errichtet wrer« den ; jezı wäre es noch vergebliche Mühe, diefe Gattun» gen entwerfen zu wollen, je

‚Unter eine meiner beyden vorhergehenden Gattungen gehören zuverläfig auch folgende zwo Arten, davon ich aber das vollkommene Infekt nicht kenne, Trüffelfliege 2503, Tuberum,

Reaum, Inf IV. 2. 113: Tab, 27. Fig 13. - 16, Wohnort: in Trüffeln, im Spätherbfte,

Anm. Ich nährte die Made, die fich noch in der Trüf- fe} in ein Tönnchen verwandelte, Ich gab. auffer der Trüf- fel keine Erde -in: das Zuckerglas, befprengte aber diefe zuweilen mit Waffer; allein ich konnte das Tönnchen fo wenig, als Reaumur, zur Verwandlung bringen.

Reaumur. hat noch andere Trüfelfliegen #), derer Tönn«

chen eine. Art Stiel, und unter dem Vorderende zwey | kurze

ı) Vol, V Tab, 8 Fig, LK:

+“

146 : Bohrfliege

kurze Hörner hat; aber diefe find nicht die gegenwärtigs Art, die ein ganz einfaches Tönnchen hat,

Hahnenfufsfliege 2504. Ranunculi, Reaum, Inf, III. 1.9. 2. Tab, ı. Fig.

Wohnort : unter der Blatthaut der Hahnenfußblätter, wo die Larve fehr lange Gänge von Blattftück zu Blattftück und längs der Blattftücke macht, Die Blätter mit diefen Gängen findet man zu Anfang des Junius,

B.o.h,.rrlıe.o.e,

Ackerdiftel B. 2505. Das Schildchen gelb; die Füfse ) blafs roftfarben; die Flügel weils mit drey bräunlichten Binden: die lezte am Auflenrande

nach der Spize herablaufend.

Trupanea Cirfii, Wohnort: in den Häuptern der Ackerdiftel, bey Gern,

Tlugzeit: junius. | Anm. Lang 2 1/4, breit über den Hinterleib „ff, Der Kopf: zwiichen den Augen blaisgelb mit einem blafs- rorhgelben Flecke über den Fühlhörnern. Der Bruftrücken grau: an den Seiten gelbgefleckt; das Schildchen und die Schwingkölbchen gelb. Der Hinterleib fchwarz, Die Fiü« gel weifslicht glasfärbig , ‘am Grunde an der Aufenfeite fehr wenig in Gelb ziehend: drey braune Binden, davon die erfte dig Mitte der Flügel nicht ARRFICL die zweyte | bis

‚Bohrfliegs 24

bis an den Innenrand geht, die dritte aber blos am Auf- fenrande bis an die Spize herabläuft.

Bifamdiftel B. 2506. Sattfchwarz; der Kopf weils, | die Augen grün; das Schildchen und die Fülse gelb; .drey fchwarzbraune Binden über die

Flügel: von der dritten ein Alt am Rande her«

u >

ablaufend, \ ®

Trupanea folftitialis, - Mufea folitialis, Sulzer Gefch, Tab. 28. Fig. IL, * La mouche des tetes des chardons, Geoffr, parif. II, 499. ®2. 14 Wohnort: in den Häuptern der Bifamdiftel Ya Flugzeit: Junius,

Anm, Der Bruftrücken weilsgrau bereift ; die Fühlhör- ner und Bartfpizen am Saugrüffel gelblicht; der Hinterleib fattfchwarz;; beym Weibchen die Scheide des Bohrwerk- zeuges länger als der Hinterleib, Das Männchen um die Hälfte kleiner als das Weibchen,

Das Infekt ift dem vorhergehenden fehr ähnlich , und vielleicht nicht wefentlich verfchieden,

Krebsdiftel B. 2507. Schwärzlicht; die Seitenlinien des Bruftrückens und das Schildchen gelb; die “Flügel glasfarben mit drey fchwä:zlichten Binden, cr

Trupanea Leucacanthi., Mufca fiylata, Fabr. fyfl. entom. 785. n Wohnort: in den Häuptern der Wegdiftel, um In«

golftadt. Flug»

ren

#) Baierfch, Flora. n, 1307.

142 Bohrfliege,

» r u a

Y Flugzeit: Julius, ' Anm, Lang 3 ıfa“", Der Hinterleib (des Weibchens) in eine Art von langem geftreckten Schwanze verlängest, Die Füßse geiblicht, weißlicht die Stirne und die Gegend des Mundes, Auf den Flügeln eigentlich. vier Binden? eine (zuweilen verwifchte, zuweilen ganz fehlende) un= weit des Grunde, eine andere (manchmal gebrochene) in der Mitte, dann eine faft gleichlaufende, und endlich ein fchwärzlichter Saum vom Grunde diefer Binden bis über das Ende des Flügels hin,

Schwarzafterige B. 2508. Roftfarben; der Hinterleib grau! das Schwanzende fchwärz; die Flügel glasfarben: eine Binde und einige Randpunkie fchwärzlicht, | 7

Trupanea arcuata.

Mufea arcuata. Fabr. fpec. inf. II. 451. n. 86. Heimat: um Ingolitadt,

Flugzeit: Auguß,

Am, Etwas kleiner als die vorige, dem Baue hach ihr ähnlich ,„ nur anders bemalt. Der Hinterleib des Weib- chens endet fich in einem kurzen dicklichten Schwanz, -Die Augen grün; die Fülse rofgelb,

Speraiftel B. 2569. Gelvlicht; die Füfse und def Schwanz des Hinterieibes rofffarben; die Flü= gel weißlicht: drey Binden und die Spize ichwärzlicht, Fi,

Trupanea Acanthi. Trupanea alis maculis tribus nigris nötatis ‚„ apice nigro, Guettard mem. de PAcad, de Par. er

171..9.04: Er [73775

: Böhrflitel 143

Wohnort: auf dem Cirftums Flugzeit: Julius.

Anm, Non der Gröfse der vorhergehenden. Die Au« gen grün kupferglänzend; ein fahler Fleck auf dem Bruft« rücken; vier fchwarze Punkte vor dem Schildchen, . und andere vier auf dem Hinterleibe, Die drey Binden der Flügel verwifcht, nur an den Enden deutlich, die vierte an der Spize, Das Ende des Schwanzes (beym Weibchen) | fchwarz,

.

Punktirzte B, 2510. Gelb; auf dem Bruftrücken und Hinterleibe vier Reihen fchwarzer Punkte; der Auffenrand der Flügel und drey Binden gelb,

Trupanea pundtata. Mufca pundata, Enum, inf, auf, n. 963

4

Fleimat: um Ingolfadt.

Rainfarrr B. 2511+ Gelb; der Bruftrücken und Schwanz roftgelb; vier abgebrochene Binden über die, waflerfarbenen Flügel,

Trupanea Tanaceti, Hohnert: in den Biüthen des Betafırens,

Flugzeit: Julius, &

Anm, Lang vom Kopfe bis zum SchWanze 2 ıf2'", der Schwanz lang 2fg'#, Der Kopf nebft den Fühlhöre nern, die Bruft, die Füfse, das Schildchen gelb, ein faft oranienrother Fleck auf dem Bruftrücken; der Hinterleib oben grünlicht grau, pünktlos; der am Ende abgeltuzte, und dort fchwarze Schwanz rofigelb. Die Augen im Le ben grün, nach dem Tode braunfchwarz. Die Flügel waf- ferhell mit vier berufsten Binden, davon fich die Hinterte

um

144 Bohrflieg« N

um das Ende herumfchmiegr, die nächfte au und ab-

gesöndert dafteht, die zwo andern am Auffenrınde zwar

verbunden find, doch dals die Verbindung durch einen hel=- len Punkt zum Theile getrennet wird,

Wegdiftel B. 2512. Roftgelb; die Augen grün; die Flügel ichmuzig wafferfarben: eine Binde und das Ende fihwärzlicht; anf jedem der drey Hinterleibsringe vier fchwarze Punkte,

Trupanea Onopordi. Mufca onopordinis. Fahr. fpec, inf, II, 455. a Wohnort: in den Dittelblüchen. Flugzeit: Julius. Anm, Kleiner als die Stuberiliege, Der Kopf, das Schildchen, und die Fülse roftgelb; der Bruftrücken fchlä-

gegelb, auch der eyförmige Hinterleib, auf deflen drey

lezten Ringen am Grunde vier fcehwarze Punkte nach der Quere fizen. Die Querbinde, und der Vorderrand der

Endsbinde an den Fiügeln weils eingefaist, ;

Sauerdorn. BD, 25123, Sattfchwarz; Kopf und Füße hellgelb; die Augen grün; die Flügel, weils mit drey verbundenen fehwarzbraunen Binden:

| hinterfte zweytheilig. Trupanea Berberidis,

Wohnort: um Ingolftadt, auf Sauerdorn. Flugzeit: May.

Anm, Von der Gröfse der ae durch- | aus fattichwarz, glänzend, auch das Schildchen ; die Flü= gel mit einem Randdörnchen; drey fchwarzbraune, unter

einander in der Mitte verbundene, Binden, von denen die i . mitte

Bohrfliesd, 145

mittlere am Innenrande einen weifsen Punkt einfchliefst, die lezte aber fich am Auff' nrande des Fiügelendes herum« fchlingt, und gegen den Innenrand noch einen Aft aus- wirft. | Srechdiftel B. 2514. Schwarz; Kopf und Fühlhörner oraniengelby die Fügel weils mit einem in Geitalt eines 3. gefchlungenen fchwarzen Längs- ftriche, ; Trupanea cardui, / » Mufca cardui. Lin. faun, fuec. n. 1876. Trupanea alis taenia longitudinaliter finuofa notatis, Guettard mem, de "Acad. de Par, 1756. 17T, Mufca alis alnis, linea unrdulata fufca figmoidea, Geoffr. paris. II. 496. n, % | Muches des Galles duChardon hemorroidal, Reaum, Inf. III 2. 280, Tab, 45. Fig, 12 - 16, Wohnort: an den Diftelzweigen, wo-fie Gallen ver« urfächen, "Flugzere: May, Junius. | Anm. So großs als die Thauborftenfiege, Knopfdiflel B 2515. Gelb; die Augen grün; die Flü- gel geiblicht :.drey Makeln und unzählige klei= ne Punkte braun. | Trupanea Sphaerocephali, Mutca Arnicae, Lin. faun, fuec« n. 1972, -Muflca miliaria.. Enum. inf. auft. n. 968. ; Wohnort: auf Difteln und andern Pianzen mit zu= fammeng-fezten Blüthen. Flugzeit: Julius, Auguf,

‚-Faunaboica 3, B, I, Abth. K Am.

146 Bohrfliege

Anm. Das freye Auge fieht auf den gelblichten Flü- geln eigentlich vier fchwarze Flecke, nämlich; einen an' der Spize, zween in der Mitte, und einen, nur wie ei= nen Punkt, nahe am Grunde des Innenrandes, Zuweilen ift am Auffenrande nech ein Fleck, Die Augen nach dem: Tode fchwarz.

Weifsbauchige B. 2516. Schwarz mit fchielenden wei- fen Punkten besäet; ‘die Flügel fchwarz, graupunktirt; der Bauch glatt, am Grunde milchrahmfarben, ,

Trupanea Seminationis,

Mufca Seminationis. Fabr, fyfl« entom, 786. n, 70. Heimat: um Ingolftadt.

Flugzeit: Junius.

Anm, Von -der Gröfse der Fenfterfliege, oder etwas kleiner; durchaus: fchwarz, durchaus mit fehr kleinen wei- fen Punkten, die in gewiffen Wendungen verfchwinden, besäet, Der Hinterleib unten gelblichtweifs, glatt, gegen das Ende fchwarz, beym Männchen gerundet, beym Weibchen in eine lange kegelförmige REES Spize verlängert,

Punktftreifige B, 25179, Die Flügel gelblicht waffer- farben: auf jedem vier Punkte längs der drit- ten Ribbe, drey andere im Mittel, und einige Randpunkte fchattenbraune |

"Trupanea pundtatoftriata,

Heimat: um Ingolftadt, Anm, Lang 2 1/3", Die Farbe wie bey der Knopf= diftelbohrfliege; die Augen im lebenden Infekte grün, nach | dem

Bohrfliege | \ 147

dem Tode mufchelbraun; ein Punkt am Auffenrande un= weit des Grundes, ein gröfferer am Ende, beyderfeits ei- ner in der Nähe der Verbindung der vierten und fünften Flügelribbe, und zween verbundene an diefer Verbindung felbi, dann zween andere an der Verbindung der dritten | und vierten Ribbe, und endlich vier Lines der dritten Flügelribbe: alle fchattenbraun. or B. 2518. Der Bruft ücken fchwarz, goldgelb {chielend; der Hinterleib roftge'b; längs her« ab eine verwifchte fchwarze Linie, die Flügel am Gründe gelb? eine rufsige Makel um die Mitte des Auffenrandes, Trupanea placida. Mufca placida. Müller prodr. m, 2074, Heimat: um Gern. | u Ann, Der fchwarze Strich auf dem Hinterleibe fehlt gewöhnlich, die ichwarze Makel an den Flügeln niemal,, Löwenzahn B, 2519. Afchengrau; die Füße roftfar= ‘ben; die Flügel weils, fchattenbraun viel= fleckig, Trupanea L.eontodontis+ Muica Leonrodontis, Degeer Veberfe } VI. 24. Tab 24: Tab 2. Eis. 15 ; 18. Mufca hyofeyami. Lin. faun, fuec. n., 197% Wohnort: in den Häuptern der Dilteln, des Kletten-, krautes, ‚und in den Biüthen des Löwenzahns zwilchen den Saamen; vielleicht auch in den Keichen des Bilfenkrautes.

K 2 Aum,

148 Bohrfliege,

Anm, Der Krebsdiftelbohrfliege ähnlich, aber grau, nur der lange geftreckte Schwanz des Weibchens ift fchwarz, Die Flügel find mattweißs, mit vielen fchattenbraunen Ma- kein, Flecken, Punkten von verfchiedener Gröfse N? davon die gröffern durchbrochen find.

Maufefahle B, 2520. Mäufegrau; die Flügel waller« farben: vier gröffere Flecke, und ‚einige Punkte fchattenbraun,

Eupen myodes, Mufca Arnicae, Enum, infs Bun n. 959% Heimat: um Gern,

Anm, Non der Gröfßse der Knopfäiftelbohrfiege, Von den vier gröffern blafs fchattenbraunen Flecken find zween dem Innenrande, zween dem Auffenrande genähert.

Dolden B. 2521. Grau; das Ende des Hinterleibes roft« braun; die Füfse rofffarben; die Flügel wal- ferfarben; fchwarz punktirt, |

Trupanea umbellatarum. he Mufca umbellatarum, Fabr, fpec. inf, IL 451% m 37 Heimat: bey Gern, $ Flugzeit: Auguft,

- Anm, Lang 2 ıfa(l!, breit über den Hinterleib apgun. j Die Flügel wafferfarben: zween grofse fchwarze Punkte | 'am Auffenrande, einer an der Spize, und ein bläfferer am ' Innenrande., | Nezflügelige b, 2522. "Die Flügel in der Mitte fchat- _tenbraun mit weifsen Punkten: allenthalben

“am Rande glasfarben mit fchattenbraunen loch- rechten”

Bohrfliege | 149

«rechten Strichen; Fühlhörner un Füße grau- gelb: auf jedem Schenkel ein fchwarzer Punkt,

ıhpanea reticulata, . Mufca reticulata. Lim. faun, fuec, n. 1364 Heimat:- Hr. Dr, Frölich‘ hat fie bey Ingolfadt ge- funden, Anm, Lang ı 3fa"', der Flügel ı 1/2’! lang. Die Fühlhörner zufammengedrückt S- förmig. Die Farbe der Flügel in .der Mitte wie blaffe Dinte: weiffe Punkte im Schwarzen; der Grund,. der Auflenrand, der Innenrand, und das Ende waflerfarben, mit feinen fchattenbraunen Strichen, die aus dem Mittelfelde kommen, und auf dem Rand lothrecht find. Die Munägegend weifs. Bärenklau. B. 2523. Faft nackt; oben fehwarz; das. rs Schildchen, die Spize des Hinterleibes, und unten durchaus rofifarben, | Trupanea Sphongylii. Wohnort: auf den Blüthen der Bärenklaue häufig, Anm, Lang ı ıfa2!!!, Die Stirne und Fühlhörner roft- “farben; die Augen grünlicht fchwarz; die Füfse [chwarz: die Schenkel, und zum Theile auch die hintern Schienbeine roftfarbens “Klertendiflel B, 2524. Die Flügel wafferhell: über der Mitte mit zWB fchwärzlichten, mit weifsen Punkten durchbrochenen, im Mittel aneinander fiiefsenden Binden, und wenigen zerftreuten Punkten.

_Trupanea Bardanae,

K3 Trupa-

150 Bchrfliege

Trupanea alis taeniis duabus transverfalibus et pun= &ulis aiperfis nigrefcentibus notatis. Guezzard mem. de V’Acad de. Par. 1756. 172; |

Wohnore: in den Häuptern der Klettendiftel,

‚Flugzeit: Julius, welches auch die Zeit.der Begate

tung ift.

Ausme[fungen. des Männchens ; des Weibchens Länge des Körpers za; 2ıf, des Flügels == 21/6; = Bir Anm, Oben fchwärzlicht; die Augen grün; die Stirne, die Mundtheile, und die Füise wachsgelb; die Flügel waf- ferhell, mit einigen wenigen bräunlichten Punkten, und zwo fchwärzlichten Binden, davon fich die erfte vom Randdorne fchief gegen den Innenrand zieht, die andere etwas breiter, und faft nur ein Fleck ift, der queer her über geht: beyde find von wafferhellen Punkten ‚durch- brochen, ‚Geftirnte B. 2525. Die Flügel weiß: ein. fchwarzer ges ftirnter Fleck mit einem weifsen Punkte aufler feinem Mittel,

Trupanea radiata, Donaumoor 147.

Mulea ftella:a. Sulzer Gefcb. Tab, 28... Fig, 1. wahrfcheinlich, a@r zu bunt,

Trupanea alis macula una marginali fibrisque fufeis notatis. Guettard mem, de l’Acad, de Pars 1736. 171. 2.2,

Wohnore: in den Blüthen des Bocksbarts; bey Pöttmes, |

Flugzeit: Auguf, | Kirfchen

Bohrfliege 15f

„"Kirfcher BD. 25326. Die Augen grün; die Flügel weifs mit kaftanienbraunen Querbinden von abwech- felnder Länge ; die Füße gelb,

’Trupanea Cerafi. /

Mufca Cerafi. Lin. faun, fuec. m. 1878.

Mouche du Bigarreau, Reaum. Inf, II, mem. zo, explicat. des planch. Tab. 38, Fi 17 - 2%

‚Redi opufe. I, 170. cum icone,

Wohnort: im Fleifche der Kirfchen.

' Flugzeit :. May,

Allgemeine Anmerkungen

Die Larven diefer Gattung find länglicht, vorne fpi- ziger, hinten ftumpf; der Kopf if veränderlich, und die Lebensart fehr einfach: fie leben nämlich im Innern der Saamen, oder zwifchen denfelben, oder in eigenen Gal- len, Die lezte Art lebt im weichen Fleifche der Kirfchen« frucht. Die Verwandlungen gehen gewöhnlich ebendafelbft vor, wo die Larve gelebt hat; einige Arten gehen doch in die Erde,

Die Fliegen haben ‚viel Eigenes, das nicht fo leicht zu befchreiben il, Sie tragen alle die Flügel auseinander ftehend, wie Scopoli’s edle Fliegen, aber immer gerne fo, dafs der Auffenrand höher fteht als der Innenrand; an

der Mitte des Auffenrandes fizt bey allan ein Dörnchen, was. aber kein Kennzeichen abgeben kann, weil es auch

bey mehrern Arten der vorhergehenden Gattungen da ift, Sie

‚Spielen viel. mit ihren Flügeln, und fchwingen fie oft Ihr

Gang gefchieht ruckweife, und gleichfam in kleinen Sprün=

gen; fie find dabey nicht fehr Nüchtig, ob fie gleich fehr 2 K4 gut

E52 Geradhorn.

gut fiegen; merken fie eine Nachftellung, f6 laufen tie gerne davon, und verftecken fich; nur wann ihnen die‘ Gefahr gröfser vorkömmt, fliegen fie weg; aber auch dann kommen fie bald wieder auf die Pflanze zurück, die fie in ihrer Kindheit bewohnt harter, ausgenommen, es wären viele Pflanzen derielbigen Art in der.Gegend, Wo fie fich finden, da find fie allemal ‘ziemlich häufig; gleichwohl mufs man fie mit etwas Bemühung fuchen, wenn man fie finden will: denn da fie alle fehr klein find, und bey dem Spiele mit ihren Flügeln faft nur den Rumpf tehen laffen, aufferdem fich gerne an der Uhnterfeite der Blätter aufhal- ten, und überhaupt von keiner langen Lebensdauer find, fo ift es fo leicht nicht, eine beträchtliche Anzahl Arten von diefer niedlichen Gattung zufammen zu bringen.

Re

Waffer G. 2527. Der Bruftrücken bronzirt; der Hinter- leib walzenförmig, metallgrün, unten fchwäıze liche. S

Orthoceratium lacuftre,

Mufca lacuftriss Scop. carn. n. 924. Wohnort: auf flillen, Wäffern. \ Flugzeit: Auguft, September.

Anm, Lang a’, Die Stirne linienförmieg, filbern, Die Augen grofs, goldgrün. An-der Scheitel zwo längere _ auseinanderftehende Borften, Die Fühlhörner oben fchwarz, Unten rofteelb2 das lezte Glied eyförmig, fpizig; eine” fchwarze Borfte aus der Seite, Der Bruftrücken bronze- | färbig;

Bremfe 253

färbig; die Bruft falt fchwarz; die Füfse lang, fehr ver- blafst roftgelb, mit (chwarzen Fufsblättern. Der Hinterleib -metallifch grün, unten fat fchwarz, Graues’G. 2528. Graugolden; längs des Bruftrückens zween.graue Streife; die Füfse mufchelbraunz der Kopf famt den Augen goldgrün. Piyf ..Aufje 131% Orthocerätium cinereum, Wobnort: bey: Pöttmes, Flugzeit : September,

Bremf«

eben B, 2529. Die Augen grünlicht; der Körper | fchwärzlicht; auf dem Hinterleibe R:ihen drey-. eckiger Makeln; die Schienbeine gelblicht,

Tabanus bovinus, Enum inf. auf. n. 974. ZZ

Degeer Ueberf. VI. 88. Tab. ı2. Fig. 6- 14.)

Herbfi B. 2530. Die Flügel wafferfarben; der Körper

| mäufegrau; auf dem Hinterleibe er, Reihen ‚weilslichter Makeln

Tabanus autumnatus. Scop carm, n. 1007.

Degeer Ueberf. VI. 88. n 2, Tab, ı2, Fig. 15-2%

Schäffer icon. 8. Fig. 4 - 6. © Anm. Lang 7, breit über den Hinterleib 2 ıfW, Die Augen grün mit drey kupferfärbigen Binden, nach dem Tode durchaus kupfertärbig; der Körper graufchwarz: vier dunklere Streife auf dem Bruftrücken; drey Reihen weifs- I K5 grauer

E47 Bremfe

“gräuer Flecke auf dem Hinterleibe, davon die mittlern Sdreyeckig find, ke 3 B. 2531» Die Augen braun: vier 'grüne Binden; der Körper fehwärzlicht, pelzig;. ei= ne weifslichte Binde am Grunde des Hinterlei= bes; die Schienbeine weifss

Tabanus albipes. Enum, inf. auf, n. 977. Tabanus peliucens. Fabr. fpec, inf; II. 436. m 5. 2 Le Taon & Jambes Me Geoffr. Paris, IE 460. 2.13 Schäffer icon. 72. Fig, 6-8,

Dorf B, 253% Die Augen ungefleckt, grau; die Fühl« hörner und Schienbeine bla® rothbraun; zween fchwarze Punkte an der Stirne; der Körper ftaubfärbig. it .. R

Tabanus rufticus. Enum. inf. auf , 976. lg B. 2333. Die Augen mit: drey rothbraunen x Bivdenz;..am Grunde des Hinterleibes- beyderg

feits ein großer gelber Fleck,

Tabanus tropicus. Enum, inf. auff, m 975.

ı Schäffer- icon, 131. Fig. 4. et kon. 184. Fig. 6,7.

Alpen B, 25334, Die Augen blaulicht mit braunfchwar- zen Punkten; der Körper durchaus fammetartig gelb;'der Hinterleib fafrangelb,

Tabanus alpinus. Scop, carn, ». 1010, Schäffer icon. x22. Fig« 7. et Ion. 124. Fig. u

Aum. Lang 5 ıfg'l, der Hinterleib breit 2. Ich fieng "das Infekt bey: Gern, ; Ä

D Regen .

:Bremfs sg

Regen B. 2535. Die Augen entfernet, gr vier braune Binden; die Piagel fchattenbraun punktirt,

Tabanus pluvialis. Enums inf auf, mn, 978. Schäffer icon. 85. Fig. 8. 9 Feuchtwetter B. 2536. Die Augen genähert, grau: eine grüne Binde; die Flügel fchattenbraun punktirt, |

Tabanus hyetomantis,

Heimat: Ich fand diefe Bremfe bey Gern; aber nur einmal. Man überfieht fie aber leicht, weil fie der vorigen fo ähnlich ift,

Anm. Düurchaus der Regenbremfe gleich, nur an den Augen verfchieden, die fich über den Fühlhörnern nähern, und keinen Raum zwifchen fich laffen; fie find grau, und haben eine grüne Binde, die von einer fehr fchmalen pur- purnen Linie der Länge nach durchzogen ift, an deren Seite purpurne Punkte eine zweyte Linie geflalten, ;

Bunte B. 2537. Die Augen grün: eine Binde und vier | Punkte purpurfärbig; der Körper fchwarzz die Flügel wafferfarben: der Auffenrand und eine Binde fchwarz,

Tabanus maritimus. Enum inf, aufl. m, 979; Tabanus coeculus. Mäller prodr, n, ur Schäffer Eon. 8. Fig. XIo

Allgemeine Anmerkung.

Die Larven der Infekten diefer Gattung leben, fo viel man bis jezt weis, in der Erde auf Wiefen, Weidepläzen,

and in Waldungen. Sie find fufslos, und haben einen hart«

.156 Schnabelfliege,

hartfchaligen Kopf, den fie nebft den vorderften Ringen in den.Leib zurück ziehen können; eben dies können fie auch mit den hinterften Ringen thun. Nur die Weibchen der “entwickelten Infekten faugen Blut. Wir haben .diefe Be« . merkungen dem. berühmten Degeer w) zu danken.

Schnabelfliege

Gemeine Sch. 2538. Schwarz; der Fun eyför« mig, braunroth, glatt; der Schnabel roth.

.. Rhingia roftrata, _Scop. carn. N. 972. Conops roftrata. Enum, inf auft. n. 989. Wohnort: allenthalben, aber fparfam, auf dem en Lande,

Raubfliege

Gelbe R, 2539. Schwarz, pelzig; der Pelz des Bruft« rückens gegen das Ende fchmuzig gelb, des

.. Hinterleibes oben goldzelb; die Apiahlären rothbraun, |

Afılus favus, Fabr. Jhecs inf; IL, 462. Ns 12. Schäfer icon. 5ı. Fig. 2. fchlech. Wolmort:,auf dem Lande, nicht felten. _

Anm. Länge Z g ıf2'!!, Breite des Hinterleibes 2’, ”% Algi- |

In #

w) Infe&, Ueberl, VE 84. -

Raubflieget | 157

Algirifehe R. 2540. Durchaus rofbraun, faft glatt; die © Flügel einwärts fchwärzlicht; die drey erden Ringe des Hinterleibes fchwarz.

Afılus algirus. Lin. fyf£. nat, 1006. m, &

Schäffer icon, 8. Fig. 15.

Heimat: um Ingolftadt, und vermuthlich auch um . Regensburg. |

Anm, Vom Baue des folgenden, aber kleiner und glatt, doch etwas behaart. Die Enden jedes Ringes am Hinter« leibe bläffer, glänzender; die Fühlhörner und. der Rüffel fchwarz,

Die Schäfferfche Abbildung, die gewöhnlich zur fol« genden Art angeführet wird, gehört zursgegenwärtigen, ftellt aber das andere Gefchlecht vor.

Hornifsartige R, D54 Der Hinterleib fammetartig: die drey erften Ringe tieffchwarz, die folgen den goldgelb, H Afılus craboniformis. Enum. inf, auf. n. 992. Degeer Ueberf. VI. 98. Tab. 14, Fig. 3. Wohnort: auf dem Lande; fparfam, aber allent- halbens | Flugzeit: Auguft, ‚Tieffchwarze, R. 2542, Pelzig, tieffehwarz, mit ei- nem weifsen Barte am Kinre. Afılus ater, Enum, inf. auf. n. 99% Wohnort: allenthalben auf dem Lande, doch fparfam, PUR AF Reräge R. 2543. Pelzig, fchwarz; die ‚hintere Hälfte des Hinterleibes weils,

Afılus gibbofus, Fabr, ‚her. inf, II, 461. n. 7. Deigeer

158 r Ra ubflie ce

Degeer Ueberf, VI. Tab, 13. BR 6. ı Schäffer icon, 8. Fig. ı1. Eh ı % Heimat: um Kehlheim, wi Anm. Etwas’ dicker als’ die tieffchwarze Raubflieges Der Bruftrücken blos rufsig gelb; die Flügel glasfarben.

Rorhrückige R. 2544. Der Hinterleib ‘pelzig: oben rothgelb; rothgelbe Zotten an der Stirne,

ie Afılus gilvus. Enum. inf, <